Backnanger Bücher - Carsten Kottmann - E-Book

Backnanger Bücher E-Book

Carsten Kottmann

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Beschreibung

Alte Handschriften und Bücher sind für viele faszinierend - aber was können wir darüber hinaus von ihnen erfahren? Anhand von Beispielen aus der Geschichte der Stadt Backnang zeigt Carsten Kottmann, wie er historische Schriftdokumente zum Sprechen bringen kann, und was sie zur Backnanger Stadtgeschichte zu sagen haben.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 42

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Vorwort

1. Einführung

2. Liturgische Fragmente

3. Ein Predigt-Handbuch

4. Juristen-Bücher

Schluss

Ausgewählte Literatur

Abbildungsnachweise

Vorwort

Dieses Büchlein geht zurück auf einen Vortrag mit dem Titel „Alte Backnanger Bücher. Stadtgeschichte in alten Handschriften und Drucken", den ich am 24. April 2018 beim 208. Altstadtstammtisch des Heimat- und Kunstvereins Backnang im dortigen Helferhaus gehalten habe. Die Entscheidung, den Vortrag in schriftlicher Form zu veröffentlichen, ist gewissermaßen auch ein kleines Experiment: Wie gut kann es gelingen, einen reich bebilderten Vortrag in eine Buchform zu überführen, oder anders: Wie kann aus der Mündlichkeit des gesprochenen Worts und der illustrierenden Visualität der Präsentation ein Werk der Schriftlichkeit werden, ohne dabei nennenswerte Information - ob unmittelbar, ob illustrierend - zu verlieren?

Abb. 1: Das Backnanger Helferhaus.

Die Antwort kann kann nur der geben, der sowohl den Vortrag gehört und erlebt als auch dieses Buch gelesen und betrachtet hat. Man wird in diesem Fall jedoch ich Rechnung stellen müssen, dass in den mindestens drei Jahren, die der Vortrag nun zurückliegt, die Erinnerung daran verblasst, der Eindruck dieses Buches jedoch sehr präsent ist - und damit zwangsläufig ein Ungleichgewicht entsteht, das jedwede quasi objektive Antwort auf unsere Ausgangsfrage unmöglich erscheinen lässt.

Sei's drum. So ist dieses Büchlein für die, die den Vortrag gehört haben, eine nette Reminiszenz, und für alle anderen eine schöne Neuigkeit. In jedem Fall wünsche ich beim Lesen dieses besonderen Blickpunkts auf die Backnanger Stadtgeschichte viel Vergnügen und ähnlich viel Freude, wie ich sie beim Entdecken hatte.

Hildrizhausen, im Juli 2021

Carsten Kottmann

1. Einführung

In diesem Büchlein geht es um Bücher, genauer, um Backnanger Bücher. Und noch genauer: Um historische Backnanger Bücher. Man könnte auch sagen, um alte Bücher, was zwar stimmt, aber immer gleich so staubig, so veraltet, so langweilig und bedeutungslos klingt. Alte Bücher sind aber durchaus wichtige Zeuge, wenn man sich ein Bild von der Vergangenheit machen will, sie bieten dafür wichtige Puzzlestücke.

Trotzdem sprechen wir in diesem Büchlein von historischen Büchern, zum einen, um diese verstaubten Assoziationen zu umgehen, und zum anderen, weil die Bücher, die hier vorgestellt werden, ihrerseits schon wieder Geschichte gemacht haben. Sie helfen nicht nur, das Bild der Vergangenheit zu konkretisieren, sondern sie sind selbst ein Puzzlestück. Es geht um die Texte, aber eben auch um die Bücher, um die Seiten, um den Einband, kurz: um das Material, das diese Texte enthält.

Bevor wir mit den historischen Backnanger Bücher beginnen, soll erst einmal etwas zum Buch als solches gesagt werden. Bücher sind ein Speichermedium. Prinzipiell wie moderne Speichermedien, ein USB-Stick oder eine Flash-Speicherkarte zum Beispiel. Man könnte vielleicht sogar die Speichergröße eines Buches in Kilo- oder Megabytes angeben, auch wenn das sehr ungewöhnlich wäre. Und: Was die Speicherkapazität betrifft, so sind die modernen Speichermedien natürlich viel besser aufgestellt und können auf viel weniger Raum viel mehr Daten speichern. Aber: Auch das Buch beinhaltet eine Technologie, sogar mehr noch eine Kulturtechnologie.

Eine knappe Erklärung, was ein Buch ist, findet man im Internet bei Wikipedia. Dort heißt es im Artikel ,Buch': „Ein Buch ist [...] eine Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien, die mit einer Bindung und meistens auch mit einem Bucheinband (Umschlag) versehen ist." Und weiter: „Das Buch ist ein Kulturprodukt, das die Überwindung der Illiteralität zur Voraussetzung hat und die die Entwicklung zur geschriebenen Sprache zur Grundlage nimmt. Seine Verwendung als kommunikatives Mittel setzt eine Schreibkompetenz bzw. Drucktechnik und Lesefähigkeit voraus." Soweit Wikipedia.

Was heißt das alles? Fangen wir mal an mit den Blättern, aus denen Bücher bestehen. In aller Regel sind diese Blätter heute aus Papier. Papier wird aus Cellulose hergestellt, die vor allem aus Holz gewonnen wird; dabei wird die Cellulose in Wasser eingeweicht, als Brei auf ein Sieb gestrichen und anschließend wieder entwässert. So entsteht ein Faservlies, das verdichtet und getrocknet wird. Dieses Vlies wird geschnitten - und wir haben Papier. Das passiert heute in aller Regel maschinell und industriell, wobei einzelne Herstellungsschritte natürlich auch etwas variieren können.

Abb. 1: Der Papyrer, aus dem 'Ständebuch' des Jost Amman, 1568.

Die Papierherstellung läuft nach diesem Prinzip schon seit Jahrhunderten ab. Begonnen hat sie im ersten nachchristlichen Jahrhundert in China und im 2. Jahrhundert in Korea. Nach Europa kam die Technik recht spät, nämlich erst im 13. Jahrhundert, und die europäische Papierproduktion begann in Italien. Die erste Papiermühle in Deutschland entstand erst 1390 in Nürnberg. Damals wurden alte Lumpen, vor allem aus Leinen, Hanf und Baumwolle, zur Papierherstellung benutzt; das heißt, Papier war damals schon ein Recycling-Produkt. Das Sieb bestand aus einem Metallgeflecht, in das eine Kennzeichnung, also Buchstaben, Zahlen oder Symbole, eingeflochten wurde - so entstand das Wasserzeichen, mit dem man heute noch recht gut das Papier einer Werkstatt, und damit auch im besten Fall einem Entstehungsort und einer Entstehungszeit zuweisen kann.