Bernhard Zibell - Stephanie Zibell - E-Book

Bernhard Zibell E-Book

Stephanie Zibell

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Beschreibung

Bernhard Zibell: Zwei Schuhmacher aus Sonnenberg bei Wiesbaden. Chronik der Familie(n) Bernhard Zibell aus Sonnenberg bei Wiesbaden vom frühen 19. bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert.

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Seitenzahl: 61

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

PROLOG

JOHANN GEORG ZIBELL AUS DEM KREIS SCHLOCHAU

BERNHARD HIERONIMUS ZIBELL IN BISCHOFSWALDE/KREIS SCHLOCHAU

BERNHARD HIERONIMUS ZIBELL AUF DER WALZ UND BEIM MILITÄR

IN WIESBADEN

HOCHZEIT MIT MARIE DRIESANG

SCHUHMACHER IN SONNENBERG

FAMILIE ZIBELL UND DER 1.WELTKRIEG

NACH DEM KRIEG

MEISTERPRÜFUNG

FAMILIE ZIBELL IN DERMÜHLWIESENSTRAßE 2

BERNHARD HIERONIMUS STIRBT

BERNHARD JOSEF – DER SOHN

BERNHARD JOSEF ZIBELL – SCHUHMACHER IN SONNENBERG IN 2. GENERATION: ZWISCHEN REICHSARBEITSDIENST UND WEHRPFLICHT

BERNHARD JOSEF UND DIE FAMILIE ZIBELL IN DER MÜHLWIESENSTRAßE 2

BERNHARD JOSEF HEIRATET: KLARA „CLÄRE“ ZIBELL, GEBORENE SCHWARZ, UND IHRE FAMILIE

RÄTSELRATEN ÜBER DAS ERSTE RENDEZVOUS VON KLARA UND BERNHARD JOSEF

BERNHARD JOSEF IM 2.WELTKRIEG

RÜCKKEHR AUS DER KRIEGSGEFANGENSCHAFT

PROLOG

Im Nachlass der verstorbenen Klara Zibell fanden sich in einem ziemlich abgegriffenen und mehr oder weniger in Auflösung begriffenen Ordner einige, mengenmäßig recht überschaubare Familienpapiere. Dabei handelte es sich um ein Sammelsurium von Fakten aus verschiedenen Zeiten, die darüber hinaus ganz unterschiedliche Personen betrafen.

Dem Betrachter stellte sich nun die Frage: Wer ist wer? Wer ist mit wem und auf welche Weise verbunden? Daraufhin machte ich mich ans Werk. Zunächst versuchte ich, die einzelnen Personen, die in den Unterlagen erwähnt wurden, zu identifizieren, die Verwandtschaftsverhältnisse zu klären, sie in die richtige Reihenfolge zu bringen, um dann so viel wie möglich über die einzelnen Personen herauszufinden. Die rudimentären Angaben, die sich in den Familienpapieren fanden, reichten dazu auch nicht ansatzweise aus. Es mussten weitere, externe Unterlagen herangezogen werden. Die stammten beispielsweise aus verschiedenen Archiven, vom Bundesarchiv in Berlin angefangen, über das Hessische Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden bis hin zum Wiesbadener Stadtarchiv. Andere Informationen konnten Büchern oder Internetquellen entnommen werden.

Und so entstand im Laufe der Zeit eine Art Familienchronik. Sie beruht im Großen und Ganzen auf vergleichsweise groben Fakten, die zu den Personen, ihren Lebensumständen und den Zeitläuften, in die sie eingebunden waren, zusammengetragen werden konnten. Auf diesem Weg war es immerhin möglich, den Informationen, die sich den Familienpapieren entnehmen ließen, eine Art „Leben“ einzuhauchen. Dazu wurden ihre Inhalte analysiert, hinterfragt, unterfüttert und – ganz wichtig – miteinander verbunden und in Relation gesetzt, so dass daraus eine Art Geschichte werden konnte. Die ermöglicht es dem Leser, zumindest ein stückweit nachvollziehen, wie und wo die Vorfahren gelebt haben, und/oder welchen Zwängen sie unterworfen waren.

Das vorhandene und hinzugezogene Material reicht allerdings nicht dazu aus, um das Denken und Fühlen, die Überzeugungen, Hoffnungen, Wünsche, Sorgen oder Ängste, mit denen sich 3 die Personen, die in dieser Familienchronik erwähnt werden, herumplagen mussten, nachvollziehbar zu machen. Deshalb vermag die vorgelegte Chronik nicht mehr zu leisten, als einen Überblick zu bieten. Aber wer sich die Mühe macht, sich zum Beispiel durch Hinzuziehen von Sekundärliteratur mit der Zeit und den Lebensumständen der Menschen, die in dieser Chronik auftauchen, intensiver zu befassen, wird eine Ahnung davon bekommen, wie sich das Leben der Mitglieder der Familie Zibell abgespielt hat.

Vielleicht stellen die hier gesammelten und präsentierten Informationen einen Anreiz für nachfolgende Generationen aus der Familie Zibell/Sonnenberg dar, die Chronik weiterzuführen und/oder, sofern möglich, durch weitere Recherchen zu vertiefen. Für andere Personen, insbesondere solche, die auch Zibell heißen, aber womöglich an einem ganz anderen Ort leben oder lebten, als die Zibells, von denen im folgenden Text die Rede ist, macht die vorliegende Chronik vielleicht Lust auf eigene Familienforschung, in deren Verlauf sich eventuell herausstellt, wer mit wem verwandt war – mit anderen Worten: Wo die Wurzeln, die Ursprünge der Familie(n) Zibell zu suchen sind.

Viel Spaß bei der Lektüre und potenziellen eigenen Recherchen wünscht

Stephanie Zibell

I. JOHANN GEORG ZIBELL AUS DEM KREIS SCHLOCHAU

Am 20. März 1828 wurden der Schäfer Johann Ziebell und seine Frau Anna Neubauer Eltern eines Sohnes. Das Kind kam entweder in Christfelde oder in Barkenfelde, beides Ortschaften in der Nähe des damals westpreußischen Ortes Schlochau, zur Welt. Der Junge, der drei Tage später, am 23. März 1828, in Christfelde getauft wurde, erhielt die Vornamen Johann Georg.1 Johann Georg – allgemein nur Johann genannt – lebte wahrscheinlich in Christfelde oder in der näheren Umgebung. Wo und wie lange er zur Schule ging, ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass er zur Schule gegangen sein muss, denn in Preußen bestand seit 1717 Schulpflicht. Alle Kinder – also sowohl Jungen als auch Mädchen – zwischen zunächst fünf und zwölf, später dann zwischen sechs und vierzehn Jahren, – sollten im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie im „nöthigste[n] vom Christenthum“ unterwiesen werden.2

Was Johann Georg nach Beendigung der Schulzeit gemacht hat, ist nicht bekannt. Einer im Besitz der Familie Zibell befindlichen Quelle ist zu entnehmen, dass Johann Georg von Beruf Küfer gewesen sei.3 Es ist demnach möglich, dass er nach der Schule eine Lehre als Küfer, also Fassmacher, absolviert hat. An anderer Stelle wird als Berufsbezeichnung „Eigenkäther“ angegeben.4 Ein „Eigenkäther“, zuweilen auch als Kät(h)er, Köter oder Kötter bezeichnet, war der Besitzer eines zumeist am Ortsrand gelegenen kleinen Hauses, zu dem ein Stück Land gehörte. In der Regel reichte der Ertrag, den der Käther durch Ackerbau und ein wenig Viehzucht erwirtschaftete, nicht zum Leben aus. Deshalb war er oftmals genötigt, sich nebenbei bei einem Bauern oder Handwerker entweder als Tagelöhner oder „fester Mitarbeiter“ zu verdingen. Von daher ist es nicht ausgeschlossen, dass Johann Georg – neben seiner kleinen Landwirtschaft – als Küfer gearbeitet hat.5

Von Johann Georg Zi(e)bell ist weiterhin bekannt, dass er zwei Mal verheiratet war. Wann und wo die erste Eheschließung erfolgte, mit wem er verheiratet war, und ob aus dieser Ehe Kinder hervorgegangen sind, ist nicht überliefert. Nachgewiesen werden kann jedoch seine zweite Hochzeit. Am 17. November 1874 heiratete der damals 46-jährige Johann Georg die am 21. Januar 1853 geborene und damit ein gutes Vierteljahrhundert jüngere Theresia Blank. Die zum Zeitpunkt der Eheschließung 21 Jahre alte Frau war die Tochter des verstorbenen Eigenkäthers Johann Blank aus Stegers, einer ebenfalls im Kreis Schlochau gelegenen Ortschaft, in der Theresia, zuweilen auch Therese genannt, geboren worden war.6

1Auszug aus dem Taufregister der evangelischen (sic!) Pfarrkirche Schlochau, Jahrgang 1828 Nr. 15 (beglaubigte Abschrift durch das evangelische Pfarramt zu Schlochau vom 11. Juni 1942). Demzufolge wurde Johann Georg Ziebell in Christfelde geboren. Im undatierten Ahnenbrief der Familie Zibell wird als Geburtsort Barkenfelde angegeben. Unklar bleibt, aus welchem Grund Johann Georgs Name im evangelischen Taufregister erscheint. In anderen Quellen, zum Beispiel der beglaubigten Abschrift der Traubescheinigung des katholischen Pfarramts Förstenau vom 3. September 194[…] (unleserlich), wird als Konfession katholisch angegeben.

2 Vgl. Bundeszentrale für Politische Bildung: file:///C:/Users/DR99D9~1.STE/AppData/Local/Temp/Zeitleiste.pdf (darin Zitat) u. https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/schulpflicht-kalenderblatt-28-september-1717/ [10.07.2020].

3 Angabe zu Johann Georg Zi(e)bell; in: Familienstammbuch der Eheleute Bernhard Hieronimus Zibell und Maria Driesang 1912.

4 Beglaubigte Abschrift Traubescheinigung katholisches Pfarramt Förstenau vom 3. September 194[…] (unleserlich).

5 Zum Berufsbild des „Eigenkäthers“ vgl. http://home.wtnet.de/~jsuhrbier/berufe.htm [10.07.2020].

II. BERNHARD HIERONIMUS ZIBELL IN BISCHOFSWALDE/KREIS SCHLOCHAU

Vierzehn Jahre später, am 20. April 1888, kam der gemeinsame Sohn Bernhard Hieronimus in Bischofswalde/Kreis Schlochau zur Welt. Johann Georg war damals bereits 60 Jahre alt, Theresia 35. Möglicherweise war Bernhard Hieronimus weder das erste noch das einzige Kind des Ehepaars. Entsprechende Informationen sind bedauerlicherweise nicht überliefert. Belegt ist hingegen, dass Bernhard Hieronimus zwei Tage nach seiner Geburt, also am 22. April 1888, in der katholischen Kirche in Christfelde getauft wurde.7