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Aus dem Käfig: Aus der Vergangenheit zu lernen, schafft eine bessere Zukunft. Cayden Rochette arbeitet als Unterhändler für das Wolfsrudel von Stone Ridge. Seit Jahrzehnten sichert er mit der Arbeit hinter den Kulissen zusammen mit seinem Alpha eine friedliche Zukunft für das Rudel, was für ihn oft lange Zeit weit weg von zu Hause bedeutet. Nach seiner Rückkehr von einem solchen Einsatz findet er in seinem Haus einen Katzenwandler vor, der als Gast seines Bruders dort ist. Ein einziges Schnuppern genügt ihm, um zu erkennen, dass dieser Kater sein Gefährte ist. Doch die Anden-Bergkatze ist ein schüchterner Wandler, der erst vor kurzem nach jahrelanger Folter durch Wissenschaftler gerettet wurde. Das Tier hat sich noch nicht einmal verwandelt, selbst nach wochenlangem Aufenthalt bei den Wölfen. Mit ein wenig Unterstützung durch die besondere Anziehungskraft zwischen Gefährten, gelingt es Cayden, die Neugier – wenn auch nicht das Vertrauen – der Bergkatze zu wecken und sie verwandelt sich. Das eröffnet eine ganz neue Welt voller Fragen. Ajax ist weitab von Wandlern aufgewachsen und kennt sich kaum mit ihnen aus. Kann Cayden den Einzelgänger überzeugen, dass es gewisse Vorteile hat, bei ihm zu bleiben? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 33.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Beschützer im Mini-Format
Aus dem Käfig: Aus der Vergangenheit zu lernen, schafft eine bessere Zukunft.
Cayden Rochette arbeitet als Unterhändler für das Wolfsrudel von Stone Ridge. Seit Jahrzehnten sichert er mit der Arbeit hinter den Kulissen zusammen mit seinem Alpha eine friedliche Zukunft für das Rudel, was für ihn oft lange Zeit weit weg von zu Hause bedeutet. Nach seiner Rückkehr von einem solchen Einsatz findet er in seinem Haus einen Katzenwandler vor, der als Gast seines Bruders dort ist. Ein einziges Schnuppern genügt ihm, um zu erkennen, dass dieser Kater sein Gefährte ist. Doch die Anden-Bergkatze ist ein schüchterner Wandler, der erst vor kurzem nach jahrelanger Folter durch Wissenschaftler gerettet wurde. Das Tier hat sich noch nicht einmal verwandelt, selbst nach wochenlangem Aufenthalt bei den Wölfen. Mit ein wenig Unterstützung durch die besondere Anziehungskraft zwischen Gefährten, gelingt es Cayden, die Neugier – wenn auch nicht das Vertrauen – der Bergkatze zu wecken und sie verwandelt sich. Das eröffnet eine ganz neue Welt voller Fragen. Ajax ist weitab von Wandlern aufgewachsen und kennt sich kaum mit ihnen aus. Kann Cayden den Einzelgänger überzeugen, dass es gewisse Vorteile hat, bei ihm zu bleiben?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 33.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Beschützer im Mini-Format
Die Wölfe von Stone Ridge 30
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Pint-Sized Protector“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
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Widmung
Manchmal laufen die Dinge nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben …
Das Quietschen der Tür, die sich weiter öffnete, weckte Ajax aus seinem unruhigen Schlaf. Er spannte sich an und lugte unter der unteren Kante der Kommode hervor. Als Ajax beobachtete, wie erst ein Paar Füße, dann ein zweites Paar den Raum betrat, drückte er sich mit den Vorderpfoten ab und quetschte sich noch weiter in die dunkle Ecke.
„Hierher, Kitty, Kitty, Kitty“, rief eine leise Stimme.
Ajax erkannte die Stimme des Mannes nicht, aber er hörte definitiv einen fröhlichen Unterton darin. Unsicherheit erfüllte ihn. Machte sich der Mann über ihn lustig, weil er sich in eine Anden-Bergkatze verwandeln konnte?
„Beleidigst du ihn damit nicht?“, fragte ein zweiter Mann.
Ajax erkannte die Stimme dieses Mannes. Der Sprecher war Declan McIntire, ein Wolfswandler und der Anführer der Leute, die geholfen hatten, Ajax und einige andere aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Auch wenn sie ihn nicht verletzt hatten, hatten sie ihn in dieses kleine Zimmer gesteckt. Es war zwar an sich kein Käfig, aber sie hatten ihn auch noch nicht gehen lassen.
Nachts, wenn es in dem riesigen Haus ruhig war, schlich Ajax sich aus seinem gewählten Versteck und sprang auf die Fensterbank. Seine scharfe Nachtsicht ermöglichte es ihm, das nächtliche Leben vor dem Fenster zu beobachten. Nach so vielen Jahren in einem Metallzimmer sehnte er sich danach, durch die Bäume zu rennen. Vielleicht würde er eine Fledermaus fangen und fressen, einfach nur weil er es konnte.
Eine schöne Sache hier war das fantastische Essen … und das gab es auch in großen Mengen.
Als Ajax das Schnauben des Fremden hörte, konzentrierte er sich wieder auf die Leute in seinem Zimmer. „Bitte“, sagte der Fremde. „Ich bin auch eine verdammte Katze. Kitty genannt zu werden ist nett im Vergleich zu einigen der Dinge, die ich schon genannt worden bin.“
Die Füße, die in einem Paar Turnschuhe steckten, zogen sich zurück und wurden durch Knie, Hände und schließlich ein Gesicht ersetzt. Ein schlanker, schwarzhaariger Mann schaute ihn unter der Kommode an. Nachdem er seinen braunäugigen Blick über Ajax schweifen gelassen hatte, schenkte ihm der Mann ein kleines Lächeln.
„Hallo, Kleiner. Ich heiße Doktor Ailean Carmichael. Alpha Declan dachte, du würdest vielleicht lieber von einem anderen Wandler untersucht werden als von einem Menschen.“ Er drehte die Handfläche nach oben, streckte sie aber nicht wirklich zu Ajax hin. „Was sagst du, kleine Katze?“, fragte er und wackelte mit den Fingern. „Willst du rauskommen und mich einen Blick auf dich werfen lassen? Wir wollen nur sicherstellen, dass du nicht krank bist oder so.“ Seine Brauen zogen sich zusammen, als er hinzufügte: „Ich weiß, wie sehr diese verdammten Wissenschaftler einem Wandler zusetzen können.“
Ajax starrte für einen Moment zurück zu dem Wandler. Als er an diesem Ort ankam, war er mit zwei anderen Wolfswandlern zusammen gewesen, den Brüdern Teague und Cecil. Auch wenn er sich unter normalen Umständen nicht wohl fühlen würde mit Raubtieren, die größer waren als er selbst, hatten ihn diese Wolfswandler gerettet. Sie waren nett und rücksichtsvoll gewesen und hatten ihn nicht dazu gedrängt, sich zu verwandeln. Ajax wollte den Vorteil seiner Krallen nicht verlieren, besonders nicht, wenn er von so vielen Fremden umgeben war. Alles, was er wollte, war, gesund zu werden und herauszufinden, wie er aus dem Haus und in die Hügel gelangen konnte.
Als Ajax erkannte, dass er eine Weile das Spiel dieser Wandler mitspielen musste, schlich er sich langsam unter der Kommode hervor. Er blieb am Rand stehen und streckte nur den Kopf aus. Er musterte die beiden ein paar Sekunden lang und beobachtete, wie der Arzt sich aufrichtete und auf seine Unterschenkel zurücksetzte. Alpha Declan kam herüber und setzte sich auf eine gepolsterte Bank, die am Fußende des Bettes entlang verlief.
Ajax sah, dass beide warteten und ihre leeren Hände auf den Schoß gelegt hatten. Obwohl er die schwarze Tasche bemerkte, die neben der Tür auf dem Schreibtisch lag, erkannte er, was es war … eine Arzttasche. In dem Wissen, dass er nicht um etwas Gedrücke und Gepiekse herumkommen würde, dachte er sich, dass er es einfach hinter sich bringen sollte.
Je eher ich diese Wandler zufriedenstelle, desto eher kann ichwiederfrei herumlaufen.
Ajax hatte noch nie in einem Rudel oder einem Haus gelebt – zumindest nicht, dass er sich erinnern konnte – und verstand den Wunsch dieser Wandler nicht, hinter Mauern eingesperrt zu sein. Er wollte draußen im Wald sein. Er wollte die Erde, das Moos, die Blätter, die anderen Tiere riechen … verdammt, sogar die Felsen hatten einen ausgeprägten Geruch.
Trotzdem wusste Ajax, dass soziale Interaktion Vorteile mit sich brachte. Als er jung war, hatte er in den Bergen gelebt. Er hatte den Leuten beim Wandern und Campen und beim gemeinsamen Picknicken zugesehen. Sie hatten sich berührt und gelacht und so fröhliche Düfte abgegeben.
Deshalb hatte sich Ajax in ihrer Nähe versteckt. Er hatte diese Düfte genossen. Sie faszinierten ihn.
„Wirst du dich diesmal für uns verwandeln, Junge?“
Ajax konzentrierte sich wieder auf Alpha Declan. Nachdem er zu dem fremden Katzenwandler geschaut hatte, kroch er schnell zu Declan. Er hüpfte auf die Kommode, und nachdem er innegehalten und den besorgten Blick des großen Wolfswandlers einschätzt hatte, schlich er zu ihm. Ajax schnüffelte vorsichtig an Declans Oberschenkel und dann an seiner Seite, um seine Nase vom Geruch des anderen Mannes zu befreien. Der Geruch des Doktors begann den Raum zu füllen, wodurch Ajax’ Nackenhaare drohten, sich aufzurichten, und er fühlte sich plötzlich ein wenig unwohl. Was auch immer Ailean war, er war eine viel größere Raubkatze als Ajax.
Ajax wusste, dass er eine kleine Katze war. Er hatte Katzen gesehen, die nicht viel kleiner waren als er selbst, an Leinen, die von menschlichen Wanderern gehalten wurden. Er hatte auch in freier Wildbahn viel größere Tiere gesehen und gerochen. Glücklicherweise hatte er sich dank seiner tierischen und menschlichen Instinkte von allen fernhalten können. Schade, dass er mit den Jägern nicht dasselbe Glück gehabt hatte.
„Okay“, murmelte Declan. Er schob eine Hand rüber und strich Ajax sanft über den Rücken. „Du riechst, dass Ailean eine große Katze ist, nicht wahr?“
Da Ajax keine Lust hatte, sich zu verwandeln und verbal zu antworten, rollte er sich stattdessen neben Declans Hüfte zusammen. Er schob seine Schulter gegen den Oberschenkel des Alphawolfs und legte sein Kinn auf den dicken Muskel des Wandlers. Für einen Hundeartigen roch Declan gar nicht mal so schlecht.
Ajax versteifte sich, als er sah, wie Ailean sich näherte. Während er immer noch vorsichtig war, fühlte er sich beruhigt, als Declan eine Hand leicht auf seine Seite legte. Einen Alpha zu haben, der ihm bestätigte, dass er in Sicherheit war, gab ihm ein überraschendes Maß an Erleichterung. Er hätte nie gedacht, dass dies möglich sein könnte.
„Versuch einfach still zu halten, Ajax“, drängte Declan leise. „Dieses Mal wird nicht gezappelt. Ailean wird es so schnell und schmerzlos wie möglich machen.“
Als Ajax den Befehl in der Stimme des großen Alphas hörte, fühlte er sich ein wenig schuldig. Er verstand die Entscheidung des Alphas, einen anderen Arzt hinzuzuziehen. Nachdem er zu Declan nach Hause gebracht und von den Wolfsbrüdern in dieses Schlafzimmer gesteckt worden war, hatten die beiden ihm gesagt, er solle sich entspannen, es sich bequem machen und sie würden in ein paar Minuten zurück sein …, dass sie mit ihrem Alpha sprechen mussten.
Ajax war verwirrt und ängstlich unter das Bett gekrochen, um zu warten. Er wusste nicht, wer dieser Alpha war, aber er verstand das Konzept. Seine Mutter hatte ihm vor langer Zeit Geschichten über die Grausamkeit ihres Alphas erzählt … darüber, wie ihr Alpha jeden geschlagen hatte, der gegen seine Befehle verstieß. Als sie von ihrem menschlichen Freund schwanger geworden war, musste sie fliehen, um ihr ungeborenes Kind zu retten … um Ajax zu retten.
Dann, als Declan das Zimmer betrat, war er von einem menschlichen Arzt begleitet worden. Ajax wäre fast durchgedreht, hatte gefaucht und die Zähne gezeigt. Er hatte nach allen geschlagen, die sich näherten. Schließlich waren die Brüder, die ihn dorthin gebracht hatten, zurückgekehrt, und die drei Wolfswandler hatten ihn unter dem Bett hervorgezogen und auf den Boden gedrückt. Dann hatte ihm der Arzt etwas gespritzt.
Als Ajax aufgewacht war, waren die Brüder da. Sie hatten erklärt, dass der Mensch der Gefährte ihres Alphas war – Ajax vermutete, dass dies eine Art Liebhaber oder Partner bedeutete – Lark hieß und ihn niemals verletzen würde. Leider konnte dasselbe nicht über Ajax gesagt werden. Irgendwann während des Kampfes hatte Ajax einige ziemlich tiefe Kratzer an Larks Arm hinterlassen.
Declan hatte Ajax fast aus seiner Heimat und seinem Territorium verbannt. Teague zufolge war es Lark gewesen, der eingegriffen hatte. Er hatte seinen Alphawolf beruhigt und ihm versichert, dass es ihm in einer Woche wieder gut gehen würde, und Ajax nur das getan hatte, was ein ängstliches, in die Enge getriebenes Tier tun würde … sich verteidigen.
Ajax wusste nicht, warum Lark ihn verteidigte. Er hatte auch keine Ahnung, warum ein Alpha sich einem Menschen unterordnen würde. Das Paar könnte nicht unterschiedlicher sein, da Declan groß und dunkelhäutig war und Lark klein und blond.
Danach war Declan ein paar Mal hereingekommen und hatte mit ihm gesprochen. Nun, es war eher so, dass er zu ihm gesprochen hatte, da Ajax sich weigerte, sich zu verwandeln. Auch Teague und Cecil schauten oft vorbei.
„Passt du auf, kleine Katze?“, fragte Ailean leise. „Oder hast du dich geistig von uns zurückgezogen?“
Ajax riss seinen Kopf von Declans Oberschenkel und stellte erschrocken fest, dass Ailean direkt vor dem Platz stand, an dem er und Declan saßen. Instinktiv legte er die Ohren an, fauchte und zeigte seine Eckzähne.
„Ja, das habe ich mir gedacht“, antwortete Ailean grinsend. Er trat einen Schritt zurück und zeigte auf das Bett hinter Ajax. „Aufs Bett. Ich werde dich nicht bitten, dich hinzulegen, aber setz dich wenigstens gerade hin.“
Nachdem Ajax zu Declan aufgeschaut hatte, der mit dem Kinn zu dem Bett hinter ihnen deutete, seufzte er und stand auf. Er hüpfte über das Brett am Fußende und auf die Matratze. Er setzte sich an die Bettkante, richtete sich auf und beobachtete aufmerksam, wie sich Ailean näherte.
„Ich nehme an, du wirst dich nicht verwandeln, oder?“, fragte Ailean, als er zum Schreibtisch ging und die Tasche aufhob. Als er sich mit der Tasche in der Hand umdrehte und auf ihn zuging, schüttelte Ajax den Kopf.
„Dachte ich mir schon“, grummelte der große Katzenwandler. „Wie auch immer, ich beginne damit, deine Herzfrequenz zu überprüfen“, sagte er und stellte die Tasche ein paar Fuß von Ajax entfernt auf das Bett. Er zog ein Stethoskop heraus und steckte die Enden in seine Ohren. Er packte das andere Stück, das in einer runden Scheibe endete, und hielt es hoch. „Das wird nicht weh tun.“ Er zwinkerte. „Ich werde dich warnen, wenn wir zu dem Teil kommen, der ein bisschen weh tut.“
Ajax verdrehte die Augen so gut er in Katzenform konnte.
Declan lachte. „Ich denke, er hält dich für einen Arsch, Ailean“, sagte er. „Ich würde fragen, wo du diesen schrecklichen Sinn für Humor herhast, aber du bist schon immer so gewesen.“
Ailean schnaubte. „Meinem Gefährten gefällt er“, witzelte er. Dann drückte er die Scheibe an Ajax’ Brust. „Atme ein, schön tief“, befahl er. „Halt die Luft an und zähl bis drei, dann atme langsam aus.“
Nachdem Ajax gehorcht hatte, nickte Ailean einmal und befahl: „Noch einmal.“
Ajax tat erneut, was ihm gesagt wurde.
„Gut“, kommentierte Ailean und zog die Scheibe weg, während er sich aufrichtete. Er steckte das Stethoskop wieder in seine Tasche und sagte: „Deine Lunge klingt viel freier. Das ist gut.“ Ailean lächelte auf ihn herab. „Lark war besorgt, als er sie abhörte.“
In diesem Moment bemerkte Ajax, dass er in den letzten Tagen nicht mehr gehustet hatte. Das überraschte ihn. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal ein paar Stunden, geschweige denn ein paar Tage, durchgehalten hatte, ohne einen Hustenanfall zu haben. Er hatte geglaubt, sein Herz würde schlappmachen, nachdem er all den Chemikalien und Tests ausgesetzt worden war.
„Jetzt lass uns etwas Blut abnehmen“, fuhr Ailean fort und zog eine Nadel und eine Spritze aus seiner Tasche. Er schenkte ihm ein mitfühlendes Lächeln. „Es tut mir leid, mein Freund. Dies ist der Teil, der etwas weh tun wird, aber ich werde es schnell machen.“
Ajax spannte sich an und zog instinktiv die Schultern hoch.
„Das wird es nur noch schmerzhafter machen“, warnte Ailean. „Atme noch einmal tief durch, um dich zu entspannen“, riet er.
Bevor Ailean die Nadel einführen konnte, ertönte ein leises Klopfen an der Tür. Der Arzt hielt inne und sah dorthin. Ajax tat dasselbe.
„Herein“, sagte Declan.
„Hi, Alpha“, grüßte Cecil und trat in den Raum. Ihm folgte Teague, der nickte und lächelte.
Teague wandte seine Aufmerksamkeit dem Bett zu und grinste breit. „Hey, Andy“, grüßte er. „Freut mich, zu sehen, dass du dich nicht mehr unter den Möbeln verkriechst.“
„Andy?“, fragte Declan. „Er heißt Andy?“
Teague schüttelte den Kopf und lachte. „Nein, aber er ist eine Anden-Bergkatze“, sagte er achselzuckend. „Ich denke, bis er beschließt, sich zu verwandeln und uns seinen Namen zu sagen, ist das so gut wie alles andere.“
Ajax schnüffelte und legte die Ohren flach an seinen Schädel.
„Er ist nicht einverstanden“, kommentierte Ailean und konzentrierte sich wieder auf Ajax. „Lass uns das hinter uns bringen, hübsche Mieze“, drängte er. „Denk daran, langsam und schön tief zu atmen.“
Seufzend nickte Ajax. Er konzentrierte sich nur darauf, schöne, gleichmäßige Atemzüge zu machen. Zu seiner Überraschung war Ailean schnell. Er schob die Nadel rein und nahm ihm schneller Blut ab, als Ajax es jemals zuvor erlebt hatte. Es war in Sekunden vorbei und erledigt.
„Siehst du, wie einfach das sein kann, wenn du dich nicht wehrst“, neckte Ailean, der offensichtlich seine Überraschung witterte. Er zwinkerte und fügte dann hinzu: „Ich bringe das zu Lark und lasse es analysieren. Hoffentlich wirst du für gesund erklärt. Das würde dir bestimmt gefallen, oder?“ Ailean sah sich im Raum um. „Verdammt, ich wette, du könntest hier drinnen die Wände hochgehen. Ich zeige dir bald ein paar gute Bäume zum Klettern.“
Mit diesen Abschiedsworten nahm Ailean seine Tasche und verließ den Raum.
Auf Bäume klettern. Götter, Ajax vermisste es, auf Bäume zu klettern.
„Danke euch beiden, dass ihr gekommen seid“, sagte Declan. „Ich weiß, wenn ich den Katzenwandler frage, wird er es zu schätzen wissen, dass ihr bereits zugestimmt habt.“ Er lächelte und konzentrierte sich auf Ajax.
Ajax warf einen Blick zwischen den drei Männern hin und her und fragte sich, was los war. Er ging in die Hocke und schlang seinen Schwanz um sich, beobachtete sie und wartete ab, was für eine neue Veränderung sein Leben durchmachen würde.
Cayden Rochette ließ sein Fahrzeug vor der Garage außerhalb des Hauses, das er sich mit seinen Brüdern Cecil und Teague teilte, zum Stillstand kommen. Er stieg aus seinem Range Rover und nahm sich einen Moment Zeit, um die Arme über den Kopf zu strecken. Dabei atmete er tief ein und schwelgte in dem Geruch von Kiefern und Erde und Zuhause.
Cayden witterte seinen Bruder, drehte sich um und entdeckte eine Gestalt auf der Veranda. Er blinzelte einmal, konzentrierte sein ausgezeichnetes Nachtsichtvermögen und erkannte, dass es der ältere seiner beiden Brüder war, Teague. Der lehnte sich gegen das Geländer und beobachtete ihn. Als Teague bemerkte, dass er Caydens Aufmerksamkeit hatte, hob er zur Begrüßung eine Hand.
Grinsend schritt Cayden schnell durch den Vorgarten, sprang die drei Stufen hinauf und ließ dabei zwei aus. Er öffnete die Arme und Teague traf ihn. Sie klopften einander auf den Rücken und lachten.
„Willkommen zu Hause, Cay“, rief Teague und entfernte sich von ihm. Er legte seine Hände auf Caydens Schultern, als er seinen Blick über seine viel kleinere Gestalt schweifen ließ. „Es ist zu lange her, seit du zu Hause warst“, kommentierte er. „Aber du siehst gut aus. Wie ist dein Einsatz gelaufen?
