Blinddate in the Night - Ahjan Suchy - E-Book

Blinddate in the Night E-Book

Ahjan Suchy

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Beschreibung

Der in Berlin lebende Bordellbesitzer Adrian mit thailändischen Wurzeln verliebt sich in die junge Yasmin und macht sie zur Kurtisane für seinen exklusiven Kundenstamm. Explizite Pornodarstellungen im Rotlichtmilieu werden entwickelt. Diamantengeschäfte und Geschäfte zur Beschaffung von neuen Frauen für seine Bordelle führen Adrian nach Odessa sowie Thailand. Während seiner Abwesenheit lässt sich Yasmin mit einem charismatischen Salafisten ein, der sie danach als Flittchen verachtet. Probleme zwischen ihr und Adrian führen zu Hass und Antipathie. Yasmin trennt sich und fängt ein wildes Sexleben an, bedingt durch ihre nymphomanen Neigungen bis zu einer Krankheit, die sie mit Medikamenten bekämpft und auf Sex verzichten muss. Adrian kommt wieder zurück und verspricht, sich ebenfalls zurückzuhalten. Eine Thailandreise zur Genesung versöhnt beide, und er bittet sie, ihn zu heiraten. Seine heimliche Sexsucht führt zum Desaster, und sie trennt sich erneut von ihm. Sie trifft Dean, den Bruder, der sich auf der Reise ebenfalls in sie verliebt hat und die Lebensumstände seines Bruders kennt. Er macht ihr einen heiratsantrag, um ihr eine luxuriöses, ehrbares leben zu geben. Da Dean "anders" ist, führen sie in der Ehe mit Dean zu Dritt eine harmonische Beziehung, aus der der kleine Ahjan entspringt.

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Seitenzahl: 373

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Ahjan Suchy

Blinddate in the Night

Erotikroman Realität und Fiktion

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Blinddate on the Night

Episoden

Honigtopf der Verführung

Erkenntnisse

Sexappeal

Erste Erfahrungen

Ein Langweiler

Rückblick

Schrulliger Typ

Lilli

Die Puppe

Noch unabgenutz

Besuche

Robert, der Schwerennöter

Genervt

Geschäfte

Reisebeschreibung

Schock – alter Bekannter

Elternhaus

Adrians Freunde

Zweisamkeit

Erinnerungen

Der Rauswurf

Das übergroße, schwarz-schillernde Auge eines Kraken (Traum)

Visuelle Reize

Roberts Freundin

Hingabe

Gedanken

Romantik

Salafisten

Der Fundamentalismus lässt grüßen

Geschäfte

Escortservice

Orientalische Halbmonde

Ängste

Traum

Vita der Brüder

Diamant

Badespiele

Gummipuppe

Besuch

Thailand

Hamburg

Benos Entspannung

Definition der Liebe

Ordinäre Wäsche

Eifersucht

Infame Praktiken

Freundinnen

Dritter Mann

Renovierung

Wasserpfeife und mehr...

Common Sense

Verdacht

Villa

Erster Kunde

Termin

Schläge

Lotternächte

Alternativen

Robert auf Tour

Versöhnung

Letzter Kunde

No way return...

Andere Perspektiven

Lover- oder Toyboy?

Falsches Glück

Yasmins Rückfall

Badevergnügen

Nachdenken ist angesagt

Entzugsängste

Rückfall

Schlechte Anzeichen

Krankenhaus

Thaiküche

Bittere Wahrheit

Treffen mit Hoffnung

Schmetterlinge leben nur kurz

Realitäten

Kopfkino

Eine Ehe der besonderen Art

Die Krönung wäre...

Guter Vorschlag

Versuchungen

Dean wird Vater

Glück mit kleinen Fehlern

Impressum neobooks

Blinddate on the Night

Und wieder wird es Nacht, Nacht der Traumtänzer, der Suchenden, der gewieften Männer, die kleine Mädchen suchen, Jungs, um sie zu verführen und Sex zu haben – möglichst ganz unverbindlich...

Zu Hause wartet so manche Frau, verschiedene davon sind froh, wenn der Alte sozusagen losgeht, sie machen die Augen zu, weil die Liebe verlorengegangen zu sein scheint und die Illusion einer heilen Verbindung.

Mancher Mann und manche Frau, die auf der Suche sind, hungrig nach Berührungen erotischer Art, andere die es einfach nachts hinaustreibt, weil der Trieb ihnen keine Ruhe lässt, findet man imLA STRADA.

Hier findet fast jeder, was er sucht. Es soll auch vorkommen, dass sich ein Date, eine Verabredung dort, zu schnellem Sex auf dem Klo nutzen lässt und das Paar gleich wieder verschwindet, bevor die bestellten Getränke kommen.

Säufer, Kriminelle, Pädophile, vielleicht Opas, die noch potent genug sind, in Bars zu suchen, - und letztens Zuhälter, die Frauen für sich arbeiten lassen wollen, findet man dort. All das treibt sich in Bars und auf solchen Tanzböden herum.

Andere versuchen eine Anbahnung durchs Internet, zuvor gezeigte Fotos entsprechen selten der Wirklichkeit, locken aber zu einem Treffen mit reichlichen Erwartungen. Plötzliche Enttäuschungen werden dann kompensiert: „Ich muss sofort nach Hause, habe das Badewasser nicht abgestellt“, - oder ähnliche Ausreden.

Im Netz gibt es für User auch Anmachen, die an Deutlichkeit nichts vermissen lassen - wie, ich liege schon im Bett, komm kühle meine Hitze.

Darüber hinaus ließe sich so mancher Missbrauch an Kindern vermeiden, weil Frau Mann nicht seine Bedürfnisse erfüllt. So geht der Mann dorthin, wo er findet, was er braucht. Weil sie ihn nicht mehr ertragen kann, lässt sie Missbrauch zu. Das ist aus Statistiken über Kinderschänder belegt.

Je größer die erotische Fantasie ist, je mehr begibt sich der Mensch in erotische Abenteuer...

Episoden

Manche Episoden im Leben sind anfangs ziemlich unromantisch verlaufen, was an meiner Ahnungslosigkeit und Naivität dem Leben gegenüber lag. Ich heiße Yasmin und bin inzwischen verheiratet. Vielleicht sollte ich wirklich die-ses Leben mit all seinen Ungeheuerlichkeiten aufrollen, - aber wen würde es interessieren, an sexsüchtige Typen und später in Zuhälterkreise gelangt zu sein. Die ersten Episoden mit einigen expliziten Stellen hatten zur Folge, den Durchblick zu verlieren und selbst eine von denen zu werden, eine Prostituierte der Sonderklasse... Aber, es wäre zu simpel ohne ethischen Anspruch, zu einfach, dort stehengeblieben zu sein.

Meine große Liebe und die zunächst vielen Enttäuschungen sollen hier in einem Roman festgehalten werden, um damit vielleicht so manches hübsche Mädchen von der Illusion einer solchen Laufbahn abzuhalten. Das, was ihnen vorgegaukelt wird, mit einem schönen Körper zu viel Geld und Liebe zu kommen, blieb nur den berühmten Kurtisanen der Weltgeschichte vorbehalten.

Honigtopf der Verführung

Was eine Jugendliche mit siebzehn so einfängt und empfindet, als der erste Versuch einer erotischen Versuchung sie ziemlich verwirrte, weiß jede Frau. Nun kriechen lang-sam die Schatten der Vergangenheit herauf, unschön und belastend.

Eingefangen habe ich mir damals in den ersten Jahren meiner Erfahrungen noch nichts wirklich Krankmachendes. Jedoch Spielarten in der sogenannten körperlichen Liebe, die nur sexuellbefriedigend ist, waren Neuland und irgend-wie aufregend. Die Verführung ist wie ein Honigtopf, aus dem man nur naschen möchte und dann klebenbleibt.-

Wieder kommen mir die Bilder in den Kopf und den Sinn, wie es angefangen hat.

***

Yasmin: Berlin 1989, mein Geburtsdatum, unspektakulär, die entscheidenden Jahre verlaufen in einem Auf und Ab, nachdem ich siebzehn geworden war. Ich will nicht sagen, alles irgendwie falsch gemacht zu haben, aber mancher Lebenslauf hat mehr Harmonie und weniger Steine im Weg vorgefunden als meiner.

Die Bilder, die mich ständig heimsuchen, müssen einmal raus aus dem Kopf. Mal sehen, ob mir das so nach und nach gelingt...

Ich bin nicht gerade das, was man mit dem abgegriffenen Wort 'SCHÖN' betitelt, und ich kann nicht begreifen, wie ich zu dem in Deutschland unüblichen Vornamen Yasmin gekommen bin. Meine Mutter muss Romane über ferne Welten gelesen haben und vermutlich bei dem Anblick des süßen Kleinkinds gedacht haben, das würde einmal passen.

Schön zu sein, ist der Traum einer jeden Frau, die gefallen will, sage ich mir. Aber, was tun, wenn die Natur zu kleinlich war.

Es gibt viele Arten, schön zu sein, apart zum Beispiel, eine andere, leise, nicht so auffällige Art. Anziehend, erotisch, hübsch - eine eher leichtere Variante des Schönseins mit kleinen Mängeln, die reizvoll sein kann. Jedoch genügt das manchmal nicht, besonders in der heutigen Welt der Oberflächlichkeiten.

Versuche, einen Ausgleich zu schaffen, überlege ich, der durch ein anziehendes, kluges Wesen mit Charme vergessen lässt, was dir fehlt, den muss ich finden.

Kindheit und Jugend

Dass Yasmin die äußere Schönheit fehlte, wusste sie schon mit dreizehn. Sich ihres unansehnlichen Körpers und Gesichts nicht bewusst - damals schminkten und stylten sich die kleinen Mädchen noch nicht, lebte sie zwischen Schule und Büchern im Dämmerschlaf des Schmetterlingskokons, nur, dass aus ihrer Hülle kein Schmetterling schlüpfen würde, wurde damals allgemein in der Familie und unter Freunden angenommen. Jedoch zunächst...

Das prägende Erlebnis, ein hässliches Nichts zu sein, gabihr der Vater am runden Tisch, an dem die Familie abends das Abendessen einnahm. Ohne Vorwarnung schnellte ihr Vater mit der rechten Hand vor, um das in ihrer Nähe stehende Salzfässchen zu nehmen. Erschrocken wich sie zurück, das hatte ihn wohl sehr gefreut, er lachte hämisch grinsend und sah sie verächtlich an, erinnerte sie sich.

Viele solcher Erlebnisse ließen Yasmin den Vater mehr und mehr hassen. Auch die Mutter, die keine Anstalten machte, ihr beizustehen, gab ihr kein Gefühl der Wärme und Zuneigung.

Eigentlich war er allgemein auch zu anderen Familienmitgliedern eher unnahbar bis abgehoben, ihre Mutter Dora war davon ausgenommen, denn er kannte ihre Vorgeschichte.

Das war nicht immer so, in den ersten Jahren der Ehe hatte sie es schwer mit dem Vater, da sie durch ihn für die körperliche Liebe erst gefügig gemacht worden sein soll, wie die Großmutter Helene erzählte.

Sie soll wie ein Stockfisch gewesen sein, warum?

Das wurde in der Familie nicht erörtert, nur die Großmutter hatte dafür Verständnis, wegen der schlimmen Vergewaltigungen, denen sie selbst durch die Russen während der Flucht 1945 aus dem Sudetenland ausgesetzt war, die das kleine Mädchen mitbekommen hatte.

Hinter einem Planwagen passierte das, und die Mutter schrie laut, wodurch das Kind aufmerksam wurde und seiner Mutter zu Hilfe kommen wollte. Kaum hatte der Soldat die Kleine gesehen, stürzte er sich auf sie. Die Mutter klammerte sich an ihr Kind und der Kerl ließ es los, um sich wieder auf sie zu stürzen. Das Kind sah mit an, wie er der Mutter den Rock herunterriss und die Schlüpfer und sein Geschlechtsteil der Frau zwischen die Beine schob. Ein Schock für die Achtjährige damals.

Ihr erotischer Fehlstart war die Folge in jungen Jahren.Später wird die Mutter Yasmin einmal davon erzählen, wenn die erwachsen sein wird, warum sie ganz am Anfang der Beziehung zum Vater frigide gewesen sei.

Dass die Beziehung der Eltern später anscheinend sexuell gut funktionierte, sah sie an ihrem alles bestimmenden Vater, der die Mutter immer schützte.

Trotz seiner Frauengeschichten, die ihre Mutter anscheinend duldete, um ihn nicht zu verlieren, hatte ihre Nachsicht auch einen befriedigenden, erotischen Hintergrund.

Immer wieder die Vergewaltigung der Mutter im Krieg zu vergessen, musste bei Yasmin Jahre gedauert haben. Der Vater schien ein Naturtalent in Sachen Sex gewesen zu sein, er schaffte es, die Blockade bei der Mutter abzubauen.

Einmal hatte Yasmin als Teenager nachts auf dem Flur das erregte Grunzen des Vaters gehört, es bogen sich fast die Balken, und das Stöhnen der Mutter. Damals hatte sie das erschreckt, als sie noch nicht ganz siebzehn war; ihre ersten eigenen negativen Erfahrungen mit Fummelsex gemacht hatte.

Das Vorgehen des Vaters mit dem Salzfass blieb nicht der einzige Vorstoß, ihr zu zeigen, was er von ihr hielt. Nicht der einzige Fall, bei dem sie zu spüren bekam, was in seinem angeschlagenen Gehirn vor sich ging.

Nach nicht allzu langer Zeit sollte sich auch zeigen, es lagan seinem Kopf, was außen nicht zu erkennen war; der sah gut aus mit der dichten Haartolle eines Filmstars. Weil der Vater wegen einer pathologischen Krankheit seltsam bis unmögliche Reaktionen zeigte, die nicht nur seine Tochter erschreckten, bekamen auch langsam Fremde mit.

Als Geschäftsmann war er ständig unterwegs, was auch viele geschäftliche Besprechungen mit sich brachte, bei denen von ihm ausreichend Alkohol konsumiert wurde.Beinahe ständig unter Strom muss sein Kopf gewesen sein, deswegen nahm niemand seine Affekte ernst.

Etwas Gutes, wenn man so will, hatten seine Ausbrüche im positiven Sinn. Wenn er lustig war und er, besonders in der Damenwelt, seinen Charme spielen ließ, was sich gelegentlich bis zu einem Bollwerk von Charisma auswuchs, der ihn unwiderstehlich machen konnte, flogen ihm alle Herzen zu.

Zu der Zeit damals erkannte noch niemand, Yasmin, die unansehnliche Tochter hatte den Charakter und das sexuelle Gen, sowie das Charisma und den Charme des Vaters geerbt.

Erkenntnisse

Erst wesentlich später scheint dieser Vorteil immer mehr an Bedeutung zu gewinnen, als Yasmin in ihrer Zeit als Prostituierte erkennt, wie man Männer, darunter auch Typen der besonderen Sorte, die sowieso leichter manipulierbar zu sein scheinen, für sich gewinnen kann. Es sind die nur Schwanzgesteuerten.

Sie werden von ihren Trieben geleitet, denen niemand trauen soll, denn sie schwanken ständig und führen im Leben oft zu Komplikationen, was Bindungen in der Liebe gefährdet.

Sexappeal

Das Motto ist also, mit Worten und Ausstrahlung - und Sexappeal die fehlende Schönheit als Nebensache erscheinen zu lassen. Das klappt gut bei den Männern, die etwas mehr “Grips“ im Kopf haben, und denen es auf Intensität in einer Beziehung ankommt, so sie denn eine feste wollen. Die oberflächlichen Wackelkandidaten, die nur die äußerlichen Vorzüge einer Partnerin oder Partners konsumieren; sozusagen genießen wollen, denen ist überwiegend das Äußere, sehr wichtig.

Das Äußere, der schöne Schein, beflügelt die Fantasie, die bei vielen, insbesondere Männern, nötig ist, die ihren Jagdtrieb anzukurbeln scheint. Aber davon später.

Yasmin könnte ja an sich etwas schnippeln lassen, das ist ja heute “IN“ überlegt sie mit ihren inzwischen Neunzehn nach den ersten sexuellen Erfahrungen, die keine großen seelischen Erschütterungen hinterlassen haben, weil sie kurz und schmerzlos in der Schnell-Lebigkeit der heutigen Zeit zustanden gekommen waren. Ein größerer Busen wäre gut, aber, der soll sich ja noch von allein entwickeln, weiß sie.

Jedoch ist ihr von der Tante geerbtes Vermögen durch die Hinterhältigkeit verschiedener Hedge-Fonds ziemlich “weg-gebeamt“ worden und lässt wenig Spielraum für Schönheits-OP's oder Extravaganzen. Vermutlich hätte der Vater sie massakriert, wenn sie das Geld der Tante auch noch zu Schönheitschirurgen trüge.

Noch ist sie mehr ein braves Mädchen mit den üblichen Träumen einer glücklichen Beziehung und einem erfolgreich zu absolvierenden Beruf und einem schönen Leben. Später auch von Kindern und den üblichen Vorstellungen von Haus und Garten.

Nachfolgend hat sie mehr und mehr andere Ideen, als sie merkt, dass der Erfolg als mittelmäßig aussehende 'Frau' sozusagen ausbleibt, anscheinend sehen die meisten Jungs doch mehr aufs Äußere, das scheint in diesem Alter normal zu sein, glaubt sie.

Mir wird schon etwas einfallen, wie ich mich attraktiv genug mache, um die Männer zu bezirzen, überlegt sie sich, langsam an Erotik und allerhand Spielchen interessiert, aber nur im Kopf. Das Herz muss ausgeschaltet bleiben, ich muss und will mich in der Hand behalten, um steuern zu können, wann etwas AN oder AUS ist. Das hört sich schon ziemlich ausgekocht an, merkt sie nun.

Sie ist erschrocken über sich selbst, doch später wird es Jahre geben, in denen sie das nicht kann. Erste Enttäuschungen lassen sie härter werden, hart, härter, bösartig hart...

Erste Erfahrungen

Als der Youngster David kam, ein junger Israeli, begriff Yasmin diese Metapher der hochstehenden Kerzen im Mai an den blühenden Kastanienbäumen, die an ein männlich erigiertes Glied erinnern.

Mehr erschrocken wegen des Ungestümes als beglückt durch sein Interesse an ihrem Körper, gab sie ihm das Kostbare hin, ohne eigentliches Gefühl unterhalb der Gürlellinie.

Nach David, dem Israeli mit dem Niveau einer Fliege, soweit Fliegen überhaupt Format in unserem Sinne haben, sich untereinander zu verständigen, wer den fettesten Käse verzehrt oder bessere Substanzen vertilgen kann aufgrund seines höheren Rangs, gerät sie an einen, dessen Namen sie hier vorerst nicht gern preisgeben will.

Erst später erkennt sie, es ist ein stadtbekannter Mann, mit Negativmerkmalen behaftet, wie kaum ein anderer.

Eigentlich hätte sie sich das merken können, aber immer noch naiv genug, nicht zu erkennen, wen sie vor sich hat, möglich auch wegen fehlender Lebenserfahrung, begeht sie einen folgenschweren Fehler.

Berlin, Großer Wannsee, eine schöne Ausflugsgegend mit Anschluss zur Havel. Viele kleine Seen und ein ansehnlicher Mischwald machen die Gegend als Ausflugsziel attraktiv für alle Berliner, die Erholung suchen und dem Moloch Großstadt einmal entweichen wollen.

Das Wetter lässt zu wünschen übrig, aber zu Hause sitzen möchte Yasmin auch nicht, sie langweilt sich ein wenig...

Sie hat Ferien und weiß nicht, was anfangen mit dem Tag. Niemand ist zu Hause, niemand kümmert sich um sie, alle sind im Business. Sie nimmt ihren Hund mit, einen treuen Gefährten, der sie viel begleitet. Ein Ausflug zum Strandbad Wannsee könnte etwas Freude bringen und die Langeweile vertreiben. Sie ahnt nicht, dass diese Episode für ihr späteres Leben eine Richtung vorgibt, die so nicht geplant war.

Aufgeregt ist sie irgendwie, denn wieder blühen die Katanien, die sie jedes Jahr, seit sie fünfzehn ist, in eine romantische, gefühlsbetonte Stimmung versetzen. Der Weg hinunter zum Strandbad, nicht lang genug, um den Hund herumtollen zu lassen, erweist sich als Fingerzeig, dort entlang zu spazieren, obgleich das Wetter zum Baden nicht warm genug ist. Wohin mit dem kleinen Paul, den kann sie nicht durch die Badekasse bringen. Also geht sie ein Stück weiter am Zaun entlang, steigt drüber, nachdem sie den Dackel drübergehoben hat. Sein lautes Bellen beschwichtigt sie mit einem Stück Wurst ihres mitgebrachten Brots.

Nach ein wenig Orientierung ringsherum, bei der sie unten nah am Wasser ein kleines Boot mit Persenning bemerkt, einem Schutzbezug gegen eventuellen Regen über dem Boot, laufen Hund und und Frauchen nach unten zum Strand.- Ihr Hin und Her und ein unentschlossenes Spazieren, sich hier niederzulassen, werden scheinbar von Boot aus gesehen.

Ein Mann entsteigt dem Boot und watet knietief langsam zum Strand. Yasmin hält ihren bellenden Dackel zurück, kann nicht verstehen, was der Typ redet.

Seiner Gestik nach zu urteilen, scheint er an ihrem Äußeren Gefallen zu finden.

„Hallo, Mädchen, was machst Du hier so allein?“

Das könnte meinen Frust vertreiben, mit dem zu reden, denkt sie und wartet, was der Mann so von sich geben wird.

Er lädt sie ein, mit ihm eine Bootsfahrt zu machen, den Dackel könne er vorn unterbringen, sagt er. Warum Paulchen vorn sitzen soll, erschließt sich Yasmin nicht, jedoch stimmt sie zu.

Der Mann holt ein alkoholisches Getränk aus einer Kiste, die unter einer Bank steht und schenkt ihr unaufgefordert einen Schnaps ein. Als Yasmin den nicht trinken will, lacht er und sagt, das sei gegen die Kühle und den Wind hier am Wasser. Zögerlich trinkt sie das Zeug; nennt es so, weil es scharf ist und nicht besonders schmeckt. Ihr wird warm genug, um sich einmal etwas entspannt umzusehen und den Mann verstohlen zu mustern.

Während einer wenig aussagefähigen Unterhaltung, sogenanntes bla, bla, erkennt sie sein Alter mit circa dreißig; ziemliche Falten um den Mund, blond, verführerisch himmelblaue Augen, Typ Beau der Extraklasse, sozusagen sehr gutaussehend, nicht gerade vertrauensbildend. Mit nackenlangen, gewellten Haaren - so genau kann sie ihn nicht in eine bestimmte Kategorie einräumen...

Yasmin will sich nicht ansehen lassen, was sie über ihn denkt, sieht nach unten und bemerkt seine Begutachtung ihrerseits nicht.

Junges unverbrauchtes Mädchen, vermutlich erst siebzehn; ziemlich bieder scheint sie zu sein, hübsch mit langen Wimpern und ausdrucksvollen Augen, die sie etwas getuscht hat. Die Brust ist zu flach, aber aus der, aus ihrer Erscheinung mit den langen Locken, gesamt könnte man etwas machen...

Gut, dass sie diese Gedanken nicht erraten kann, sie wäre schnell wieder von Bord gegangen.

Aber einem so umwerfend gutaussehenden Mann mit einer Ausstrahlung, die sie seltsam nervös macht, begegnet einem nicht überall.

Das Wetter bessert sich, und nennen wir ihn Ralf, so hat er sich vorgestellt; immerhin Manieren scheint er zu haben, legt ihr nahe, nun ihr Shirt auszuziehen, ein wenig Sonne zum Bräunen wäre angesagt, obgleich keine Sonne zu sehen ist. Der Hund hat sich inzwischen verkrümelt, um in einer Ecke vorn am Bug zu schlafen.

Ihren Vornamen hat Yasmin noch nicht von sich gegeben.

„Hallo, Süße, zeig doch mal deinen Bikini, hab schon längst gesehen, dass du einen anhast.“

Sein abschätzender Blick, der über sie hingleitet, macht sie wegen ihrer bescheidenen Oberweite verlegen. Jedoch lächelt er mit einem Blick mit Sogwirkung, der ihre Augen festhält, dass sie sich wie ein hypnotisiertes Kaninchen fühlt und nicht wegsehen kann.

Der hat ´s irgendwie drauf, warum macht mich das nervös. Wie er ihr immer näherkommt, möchte sie das unterbinden, bleibt jedoch sitzen.

Langsam, unaufhaltsam nähert er sich ihr jetzt doch, und drückt seinen Mund auf ihren. Eigentlich ist sie entsetzt, eine so unmittelbare Annäherung, geradezu peinlich, zuzulassen. Doch etwas in ihr unterhalb des Bauchnabels regt sich, ist es ein Gefühl von Sehnen?

Das zu analysieren, dazu kommt sie nicht mehr, plötzlich ist Ralf über ihr und streichelt ihren ganzen Körper intensiv. Überall wandern seine Hände hin, nicht einmal ihre Scham lässt er aus, sondern streichelt auch sie, vermutlich, um zu prüfen, ob sie noch Jungfrau sein würde. Er atmet schnell und sie merkt, er kann sich an scheinend nicht mehr zurückhalten. Ihr Bikinihöschen ist schnell beiseitegeschoben, ihre abwehrenden Hände, hält er fest.

Es klappt dann jedoch nicht mit dem Schnellstoß, da Yasmin wie zugewachsen zu sein scheint, obgleich sie saftig ist wie eine zu reife Frucht. Mit Geduld schafft er es dann doch und ist überzeugt, sie entjungfert zu haben.

Nach David hatte sie keinerlei Kontakte und ist so eng geworden, dass es einer Defloration gleichkommt.

Schlaffheit ist auf beiden Seiten angesagt, bei Yasmin durch ihre Anstrengung, ihn abzuwehren, bei Ralf nach dem an Orgasmus einer Fastvergewaltigung.

Die Kleine biege ich mir noch hin, denkt er. Erschöpft ist er nicht, er hat genug Übung, sagen kann er ihr das nicht. Sie wird eine bezaubernde Puppe sein, ich sehe sie schon in den Kleidern und Shirts, die ich ihr kaufen werde...

Er darf sie nicht weiter anfassen, sie wehrt ständig seine Hände ab. Das kann ja heiter werden, andererseits reizt ihn das, und er hält sich jetzt zurück, um sie nicht noch weiter zu verschrecken.

Beim ersten Mal könnte niemand feststellen, ob eine Frau Leidenschaft und Feuer hat, glaubt er zu wissen.

Als Yasmin dann erklärt, nach Hause zu müssen, hält er sie nicht zurück, küsst sie noch scheinbar liebevoll und drängt ihr seine Telefonnummer auf. Sicher ist er nicht, ob sie anrufen wird, besser, er hat ihre. Das ginge nicht, sie bekäme Ärger, wenn da ein Mann anriefe.

„Ruf mich bei meiner Oma an.“

„Gut, ich rufe nächste Woche am Montag zwischen neunzehn und zwanzig Uhr an, wir wollen uns bald wiedersehen.“ An dem besagten Tag wartet sie zur angegebenen Zeit, musst aber pünktlich zu Hause sein – und verpasst den später kommenden Anruf. Wie gut das für sie war, kann sie erst Wochen danach erkennen. Eine Krankheit hat sich harmlos eingeschlichen, eine leichte Entzündung nach einigen Tagen.

Ich habe mir wohl neulich am Wannsee die Blase erkältet, obgleich ich gar nicht schwimmen war, überlegt Yasmin. Zu Hause traut sie sich nichts von ihren gesundheitlichen Beschwerden zu erzählen, der Vater und die Mutter flippten wahrscheinlich aus, wenn sie von ihrem Ausflug und dem Mann im Boot etwas verlauten ließe.

Ein alter Freund, Geschäftsmann mit Schuhladen und ein stiller Verehrer, bei dem sie, um etwas Taschengeld zu verdienen, vor einem Jahr mit Schuhvorführungen jobbte, gibt ihr die Adresse eines Arztes, um einen Test wegen einer Infektion machen zu lassen. Die Geschichte mit Ralf hatte sie ihm nur erzählt, weil ihr langsam Bedenken wegen des Schönlings gekommen waren. Eine bakterielle Infektion wird dann auch diagnostiziert, eine Gonorrhoe, gut bekannt im Volksmund als Tripper.

Yasmin ist entsetzt, wie konnte sie nur... „Wie konnte der Typ nur, er konnte doch nicht so unbedarft sein, nicht zu wissen, dass er ansteckend ist!“, schimpft sie leise.

Oder nicht? Vielleicht waren andere Kontakte eher spontan wie bei ihr und in der Vielzahl seinerseits? Möglich, dass auch er nichts von einer Krankheit weiß.

So naiv kann ich doch nicht sein, das zu glauben, ärgert sie sich. Wochen dauert es, bis sie wieder gesund ist. Die Eltern dürfen nichts von der Krankheit merken, schwer genug, weil die Mutter wegen des dauernden Wäschewechsels ständig fragt, was sie habe.

Im Sommer sieht sie Ralf eher zufällig, als sie abends mit einer Freundin am Berliner Kurfürstendamm nach einem Theaterbesuch bummelt. Vor einer Bar stehen mehrere Männer und schwadronieren lachend, machen vorbeigehende Leute an, insbesondere Frauen und fordern sie zum Hereinkommen auf. Yasmin erkennt Ralf nicht gleich, er ist sozusagen geschniegelt und hipp gegelt frisiert. Schnell will sie vorbei an der Gruppe, jedoch sieht er sie und läuft auf sie zu, um sie zu umarmen. Ausweichend entwindet sie sich ihm und erkennt blitzschnell, was sie schon vermutete, er ist, - ein Zuhälter...

Zunächst geschockt durch diese Negativerfahrung, sie traut sich in der nächsten Zeit nicht, auf allerhand Angebote von den Jungs ihrer Schule und Fremden, die ihr überall in ihren eher ereignislosen Tagen begegnen, einzugehen. Wenn sie für die Mutter einkaufen muss, oder mit dem Rad unterwegs ist, hat sie sowieso keinen Nerv, an männliche Individuen zu denken.

Aber sie ist jung genug, so kommt es nach Wochen voller Frust doch zu einer Begegnung. Der nächste Versuch mit einem Langweiler, ist auch nicht das, was sie sich gewünscht hat.

Ein Langweiler

Eigentlich liebe ich ihn dann, wenn er nicht da ist.

Das scheint ein bisschen schizo zu sein. Ich würde Joe immer lieben, wenn er weg wäre, denkt sie, vielleicht käme die Liebe zurück, wenn sie durch die Fantasie beflügelt würde. Er ist das, was die meisten Frauen anmachen könnte, möglicherweise haben die ganz andere Fantasien als ich, sehen sich schon aufs Bett geworfen, wenn er sie mustert und vielleicht gerade mit seinem hungrigen Blick an ein Leberwurstbrot denkt, wer weiß...

Yasmin sieht ihn vor sich, was fehlt mir denn an ihm, ich weiß es nicht wirklich. Ein schöner Körper mit einer behaarten Männerbrust mit animalischer Ausstrahlung, die an die Horizontale mit einem Kribbeln in den weiblichen Ein geweiden denken lässt, ein Gesicht mit dem Appeal des forschenden Blicks eines Frauenjägers, dichte Haare und ein Gesicht, gemacht für einen Filmakteur. Aber mental, eine Fehlanzeige.

Was habe ich von einem schönen Mann, um den mich neunzig Prozent aller Frauen beneiden, wenn ich mit ihm außer im Bett nichts anfangen kann. Auch die geistige Begegnung müsste vorhanden sein, überlegt sie weiter. Er ist einfach zu lieb wie ein dressiertes Karnickel, man kann mit ihm nicht streiten.

„Kannst du nicht mal ein bisschen grob sein“, hatte sie vor einigen Tagen gesagt, „das könnte etwas Pfeffer nicht nur in unser sexuelles Verhältnis bringen.“

Wenigstens kann ich diese Seite der Sexualität ausnutzen, mir zu nehmen, was er bereit ist zu geben. Natürlich könnte es prickelnder sein, wenn ich ihn als Mann mit mehr Intellekt empfinden würde.

„Ich kann dich ja mal aufs Bett werfen, sozusagen unterwerfen, das würde mir auch mehr Spaß machen, aber ich dachte immer, du liebst das nicht.“

Johann hat oft keine Traute, Frauen sind für ihn Blumen, die man vorsichtig behandeln muss, besonders dann, wenn man sich verknallt hat und eine Liaison nicht kaputtmachen will. Aber genau das ist der Punkt, alles falsch zu machen, zu viel Rücksicht macht zu weich. Ich kann mal eine andere Seite aufziehen, dabei beim Akt nur an mich denken,- ob sie kommt oder nicht, vielleicht wirkt das Wunder...

Als Yasmin gar nicht daran denkt, sie bereitet gerade ein Abendessen vor, greift Johann ihr zwischen die Beine und zieht sie hoch, dass es weh tut, über den Flur in sein Schlafzimmer. Eigentlich müsste ich sie gleich im Flur 'rannehmen', denkt er blitzartig, ach da ist ´s zu hart, im Bett kann ich sie von allen Seiten nehmen. Überrumpelt lässt Yasmin es geschehen, ein Schauer fährt ihr über den Rücken - und dann ist er über und in ihr. Mit rasender Grobheit schnellt sein Glied hin und her, ihre Schreie genussvoll hörend, bis sie zum Höhepunkt kommen, beide zur gleichen Zeit.

Stille, erschöpftes Schweigen. Yasmin sinniert, ja, so macht es sie happy, wenn der Verstand einmal ausgeschaltet wird, der dann nicht merkt, was fehlt.

Ich muss eben lernen, man kann nicht alles haben... Die Männer, die zu aggressiv sind, nicht nur im Bett, die sind zu anstrengend, das Machogehabe würde eine Beziehung zu sehr belasten. Jetzt gibt es Joe nicht mehr...

Rückblick

Johann ist sich im Klaren, wenn er Yasmin so grob bedient, läuft er Gefahr, sie bald zu verlieren, sie ist jetzt erst richtig geweckt, und er hat an ihr eine Seite entdeckt, die ihn erschreckt. Sie wird andere Männer suchen, die ihr den Kick geben, den er nicht geben kann, da er nur als Werkzeug gesehen wird, dessen ist er sich langsam bewusst..

Sie will nach so einem Akt nicht mehr aufhören und kommt dauernd an, um wieder und wieder befriedigt zu werden, ob er das schafft?

Das scheinen die ersten Anzeichen einer beginnenden – Sexgier zu sein, fragt sich Yasmin selbst. Sie will sich doch keinesfalls aus der Hand geben, hat sie sich geschworen...

Mit jeder negativen Erfahrung, auch bei sich selbst, wird sie später weniger Illusionen haben und härter Männern gegenüber sein können.

Schrulliger Typ

„Ich weiß, dass ich für die Damenwelt ein alter, unansehnlicher Sack bin“, erklärt der alte Robert in seiner Stammkneipe 'Zum strammen Jakob' dem Wirt, den er schon -zig- Jahre kennt. Sie duzen sich, und er hat Robert noch als jungen Mann gekannt, dem so manche von den Schlampen hier ins Netz gegangen war.

Das waren alle die, denen er nichts Besonderes bieten musste, außer einigen Bieren und Schnäpsen. Lustig wares damals, als er potent und gutaussehend nur mit dem Finger zu schnippen brauchte, um die bestaussehenden Mädels an Land zu ziehen. Manche schaffte es auch, indem sie neben ihm stehend ihr kurzes Röckchen ein wenig hob, um zu zeigen, dass sie darunter nichts anhatte, ihn zu animieren. Schnell wurde danach im Hinterzimmer des Wirts oder auf dem Damenklo gebumst, ganz unverbindlich natürlich, ohne den Anspruch auf irgendwelche Versprechen auf beiden Seiten. Man konsumierte etwas Vergnügen, das war es... Manchmal kam eine von denen hinterher und wollte Geld dafür, dann knallte er ihr eine, dass sie wimmerte und verließ das verqualmte Lokal mit einem Wink zum Wirt hin, der Bescheid wusste, weswegen Roberts Rechnung dann angeschrieben wurde, bis zum nächsten Mal.

Inzwischen ist Robert nicht mehr der Hahn im Korb, wie er mehr und mehr bemerkt. Schöne, junge Hähne laufen ihm hier in der Kreuzberger Gaststätte den Rang ab, die den Frauen attraktiver vorzukommen scheinen.

Hin und wieder taucht hier auch so mancher Hipster auf, ignorant und selbstbewusst, gleichgültig dem gerade herrschenden Mainstream gegenüber, scheint Anregungen dubioser Art, oder willig-billige Frauen zu suchen, oder?

Die Jungs können mehr leisten, das weiß er. Aber Roberts Spielarten, die er anwenden kann, wenn er es schafft, eine 'abzuschleppen' und mitzunehmen in seine Bude, haben die sicher noch nicht drauf, das mache die Übung, erklärt er dem Wirt, seinem Freund Bernd.

„Was mach`ste denn mit so einer“, fragt Bernd neugierig, sich manchmal nicht bewusst, wie abwertend der Begriff -mit so einer- ist. In diesen sogenannten Kreisen wird auch meist nur von den “Tussis“ gesprochen, im Kreuzberger Milieu der Prolls.

Die Achtung vor Frauen im Allgemeinen ist niedrig, oft sind die selbst schuld daran durch ihr loses Gehabe und Be nehmen. Schnell wohlfeil zu sein, hat nicht immer mit deren sozialem Stand zu tun.

In allen gesellschaftlichen Schichten kommen solche Verhaltensweisen vor, nur auf unterschiedlich hohem Niveau. Bedürftigkeit sexueller Betätigung hängt auch von den Trieben und Hormonen ab, die ungleichmäßig verteilt im Menschen vorhanden sind. Niemand muss sich deshalb wegen seiner Gelüste schämen.

Robert zeigt Bernd auf Fotos, die er heimlich gemacht hat, welche Stellungen er bevorzugt. Ziemlich schamlos gespreizte Schenkel bieten Einblick in die geheimste Stelle der Frau, umgeben von dunklen oder blonden Haarkränzen, die klebrig verderbt mit Schleim besudelt sind. Frivol lachend holt er immer neue Bilder heraus, bei denen selbst Bernd rot wird und verlegen von 'Schweinebauch mit Soooße' redet.

„Kannst dich doch an deinen Bildern aufgeilen“, murmelt er, der auch kein Kostverächter ist.

„Das reicht mir aber nicht, die bewegen sich ja nicht mehr“, sagt Robert.

„Wieso, sind die tot?, du hast doch nicht etwa.“

„Natürlich nicht, aber ein Video wäre besser gewesen, so macht mich das nich` mehr an, versteh`ste.“

Hin und wieder findet sich noch eine Ältere, die froh zu sein scheint, noch einen Freier zu finden und bereitwillig mitgeht. Einen schnellen Bums auf dem Klo lehnt sie ab, oft spielt die fehlende Gelenkigkeit eine Rolle. Im Rausch hört nur sie das Knirpsen ihrer eigenen Knochen, froh darüber, dass Robert zu beschäftigt ist, seinen Orgasmus noch hinzukriegen und auf sie nicht achtet. Sehnlich nimmt sie das fleischliche Glück in seinem Bett an, 'selbst zu kom men'...

Warum sie das Licht nicht dabei anhaben will, kann nur sie wissen. Auseinanderfallende Brüste nach beiden Seiten ihres Körpers oder der Schwerkraft zum Boden sind kein schöner Anblick mehr, das hätte ihn sicher abgetörnt.

So ist es dann auch, schnell will Robert sie wieder loswerden und komplementiert sie ohne Abschiedsgruß mit jedoch freundlichem Gesicht aus der Wohnung.

*

Eines Abends verirrt sich Yasmin in diese Kneipe, 'Zum Strammen Jakob', sie sucht einen Mann, den sie vor einigen Tagen in einer Discothek kennengelernt hat.

Er schien dort der 'King' zu sein, sie jedoch hatte er nicht beachtet, das hatte sie geärgert, weil sie inzwischen eine ebenso auffallende Erscheinung zu sein glaubte. Als er zu später Stunden doch noch auf sie zukam, weil sie von mehreren Typen wegen ihres exaltierten Benehmens umringt war, konnte sie ein Date vereinbaren, eben in dieser Kneipe, Roberts Kneipe.

Weil der Typ nun nicht auftaucht, unterhält sie sich mit Robert, der auf sie fliegt, wie Motten aufs Licht, eigentlich wissend, er wird sich die Flügel verbrennen, wenn er wagt, sie anzubaggern. Sie ist doch viel zu jung für mich, die Zeiten sind vorbei, in denen ich Erfolg bei so schönen Frauen hatte, überlegt er.

Um ein Thema zu finden, fragt er sie, ob sie hier wohne, nein hier nicht. Nun erzählt er ihr etwas über die Sehenswürdigkeiten Kreuzbergs, zum Beispiel die East Side Gallery hier im Bezirk, die sie unbedingtsehen müsse. Was er nicht weiß, sie gehört zwar zu Friedrichshain, liegt jedoch am Kreuzberger Ufer der Spree.

„Es ist sehr interessant dort, du könntest an der Spree spazieren gehen und die großen Künstlerbilder bewundern, die ein authentisches Zeugnis der Wiedervereinigung sind.“ Keine Antwort, - wäre auch eine, denkt sich Robert frustriert, komische Ziege, aber wohl nicht an der deutschen Geschichte interessiert.

„Es ist die längste Open Air Gallery der Welt, die Mauer war mal die Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Wenn du nich` allein gehen willst, es gibt auch Führungen.“

Robert schweigt nun, die Frau wartet anscheinend auf irgend so einen Typen und hat wohl den Tunnelblick, nichts mitzukriegen... Damit hat er ins Schwarze getroffen.

Sie hört kaum zu, mit einem Augen auf die Tür sehend. Robert ärgert sich, sie brauchte nicht so von oben herab zu sein, was bildet sich diese Pute denn ein... Als der Erwartete doch noch kommt, steht sie unvermittelt auf und verlässt mit dem Freund das Lokal ohne Gruß.

Lilli

Wütend geht Robert auch, er hat jedoch eine Idee, eine traurige Alternative zum echten Liebesgenuss. Er kauft sich in dem Erotikladen, an dem er oft schon vorbeigelaufen ist, aber nie stehengeblieben, eine Gummipuppe. Die Verkäuferin grinst verhalten mit einem Seitenblick auf Roberts Halbglatze, mitleidig, verstehend. Der Alte hat eben auch noch Gelüste, denkt sie. Zweihundertfünfzig Euro kostet die Billigvariation, und ein Reinigungsspray empfiehlt sie dazu.

„Lebensgroß und aufblasbar mit Vagina- und Anusöffnung, aufnahmebereit, wenn Sie verstehen... Das Material ist Silikon“, setzt sie nach, „ohne Kondom. Ganz sicher.“

Was sie nicht sagt, ist, die Puppe hat jemand zurückgegeben, - angeblich unbenutzt, da die nicht echten Beine störten, der wolle lieber nur einen Torso. Außerdem störe ihn der Kahlkopf, heute würden die schon mit Haaren angeboten.

Verlegen zahlt Robert, erst einmal ist ihm alles vergangen.

Zu Hause trinkt er zunächst einmal zwei Whisky, um die Abfuhr der Schönen aus der Kneipe zu verdrängen, vergessen kann er das nicht so schnell.

Na, die wird auch mal alt, dann ist sie froh, wenn so ein fescher Kerl wie ich sie anquatscht, aber da fehlen ihr angenommen noch dreißig Jahre. Schlimm genug wird es, wenn sie keine Männer mehr findet, weil sie Falten, nicht nur am Ausschnitt hat und ihre angeschrumpelte Brust nicht mehr uneingeschränkt sehen lassen kann. Am Hintern sowieso. Das Gesicht kann sie ja liften lassen, die Haare an den Seiten, wo die Schnitte zu sehen sein würden, einfach drüberkämmen... So wild wird ´s ja dann nicht mehr zugehen, wenn einer das sieht. Notfalls könne man ja das Licht verdunkeln, um die Illusion einer schönen Frau zu erhalten, freut er sich diebisch.

Er macht sich ans Aufblasen der Puppe, die unhandlicher ist, als gedacht. Blonde aufgemalte Haare hat sie, vollbusig und weich ist sie.

Ihm geht die Puste aus. Das kann ja etwas werden, denkt er erschöpft, wenn ich jetzt schon vor dem Fick nicht mehr kann.

Er trinkt noch einen Whisky und bläst weiter bis sie stramm genug ist, um sie zu gebrauchen. Wie sie da so in seinem Bett liegt, bereitwillig lächelnd und kein bisschen hochmütig wie die Zicke in dem Lokal, spürt er plötzlich ein heißes Wallen im Körper und untenherum ein Prickeln in seinem besten Stück. Er umfasst das künstliche Frauenzimmer mit beiden Armen und drückt seinen nun angeschwollenen Penis in das vorgesehene Loch mit der ausgearbeiteten Muschi. Jedoch ist die Puppe zu fest aufgeblasen, sie quietscht laut, und er rutscht ab.

„Verdammt, was soll denn das, blödes Ding!“

Er ist sowieso herausgeglitscht und muss erst etwas Luft rauslassen, damit sie griffiger wird. Mit einem lauten Zisch, der sich wie ein Furz anhört, entweicht die Luft. Das törnt Robert jetzt an, das hat etwas Animalisches, darauf steht er. Wie wild geworden, wirft er sich jetzt wieder auf sie und kommt nach viel zu kurzer Zeit zum Erguss.

„Dafür kann ja Lilli nichts“, meint er laut, „du heißt Lilli, meine Süße, langsam kann ich mich mit dir anfreunden“, flüstert er.

Die Reinigung vergisst er.

Da sie so willig ist, nimmt er sie nach einer Verschnaufpause von einer Stunde nochmals...

„Ich bin ja schließlich keine zwanzig mehr“, sagt er entschuldigend zu ihr, die gleichbleibend lächelt.

Als er sie am nächsten Tag nochmals begatten will, gibt es einen lauten Knall und sie ist geplatzt.

„Ich war wohl zu heftig Lilli, du blöde Kuh, hältst auch gar nichts aus, na ja, wahrscheinlich war ´s Billigware aus Fernost...“

Bekanntschaft

Yasmin ist etwas verkrampft, weil der Typ, von dem sie nicht einmal den Namen kennt, sie in der Kneipe lange hat warten lassen. Vielleicht ist das ein Trick, um mir zu bedeuten, dass ich nicht so wichtig bin, denkt sie, dabei Haltung bewahrend, und lächelt ihn an. Das mache ihr nichts aus, sagt sie bei seiner verspäteten Entschuldigung. Natürlich stimmt das nicht, der Kerl spinnt wohl, denkt, weil er umwerfend aussieht, kann er sich solche Frechheiten erlauben.

Extra hat sie heute ihre Netzstrümpfe, die sie zu diesem Zweck gerade erstanden hat, angelegt, sowie die höchsten Schuhe, High Heels, auf denen sie gerade mal so laufen kann, alles, um ihm zu gefallen. Dabei sieht er mich gar nicht an, geschweige denn, meine Beine. Was sie nicht merkt, er mustert sie genau und hat längst ihre Aufmachung gesehen. Ein bisschen grinsen muss er, weil sie sich anscheinend Mühe gibt, ihm zu gefallen.

In Kreuzberg gibt es viele Kaffees und Bars, sie trinken erst einmal an der Straße einen Latte Macciato an einem Stehpult zum Chillen und beobachten die vorbeispazierenden Leute.

Unauffällig schätzt Yasmin das Alter ihres Gegenübers und fragt dann unvermittelt: „Wollen Sie, willst du mir nicht deinen Namen sagen?“

„Sorry, ich heiße BO.“

„Das ist doch kein Name, also, jetzt mal im Ernst, wie heißt du, mit Leuten, die sich nicht vorstellen, kann ich nichts anfangen.“

Sie ist über sich selbst empört, sich mit jemandem verabredet zu haben, dessen Namen sie nicht zuvor erfahren hat. Das muss am Alkohol gelegen haben, entschuldigt sie sich vor sich selbst.

„Will`ste mich gleich dingfest machen“, antwortet der Mann schnodderig.

„Ich heiße tatsächlich so, mein Name ist eigentlich Adrian, BO sagen meine Freunde, ganz harmlos, wie du siehst.“ Dass es ein Deckname ist, das sagt er jedoch nicht.

Vieles mehr bleibt augenblicklich ungesagt, die Kleine ist zu neugierig, erst einmal abwarten, was man aus ihr machen kann...

Nach dem Kaffee Latte lädt er sie ein, mit ihm in die Discothek 'La Strada' zu gehen, die hier ganz in der Nähe sein soll. Es ist inzwischen schon fast dreiundzwanzig Uhr, die richtige Zeit in Berlin, das Nightlife zu genießen. Da es sich um eine Nobel-Discothek zu handeln scheint, kommen nur handverlesene Gäste hinein, zu denen Adrian offensichtlich gehört, er wird als alter Bekannter von den Türstehern begrüßt. Yasmin, die wenig Erfahrung mit Discos hat, wundert sich etwas, aber so hat sie ihn auch kennengelernt. Was sie nicht weiß und ahnt, er ist in noch ganz anderen Etablissements bekannt. Eines Tages wird sie dort agieren müssen, ob gewollt oder ungewollt...

Kein Durchkommen zunächst, doch BO, der Beau Adrian, der Schönling, drückt mit Rücksichtslosigkeit die Leute zur Seite. Sie beobachtet das und denkt sich ihren Teil. Wenn der immer so ist, würde ich mich sofort zurückziehen...

Es riecht nach schalem Bier, Alkohol und schwülen Parfüms. Vulgäre, grell aufgemachte Frauen mit weggeschminkten Falten, die das Leben schon in allen Nuancen ausprobiert haben müssen, tanzen zusammen und versuchen anscheinend, damit die umstehenden Männer anzumachen. Mit entgleisten Gesichtern, die bereits ihr Verfallsdatum verraten, wippen sie mit dem, was Yasmin nicht ausreichend hat, ihren Brüsten. Abstoßend sieht das aus, aber sie ist kein Mann, Männer scheint das zu animieren, denkt sie. Eine von den mittelalterlichen Frauen so um die dreißig - vierzig, transpiriert stark und wischt sich den Schweiß von den Wangen in einem Taschentuch ab, das sich braun-orange von Puder und Schminke färbt und verstohlen unter einen der Tische weggeworfen wird.

Der schöne BO zieht sie auf die Tanzfläche und umarmt sie dabei. Eng drückt er sie an sich, was bei ihr die Alarmglocken klingeln lässt, anstatt Glücksgefühle auszulösen.

Nanu, er sucht keinen Tisch für uns, will er gleich wieder gehen, will er das Geld für Getränke sparen? Seltsam kommt mir das vor...

„Wollen wir uns nicht hinsetzten?, ich habe Durst“, sagt sie mutig.

„Klar, wenn wir ´nen Tisch finden, du siehst ja, wie voll es hier ist.“

Yasmin ist nicht auf den Kopf gefallen, sie hat beobachtet, dass er auch die Barfrauen und Türsteher kennt, die ihn begrüßt haben. Sie bittet ihn, doch von denen Plätze für sie suchen zu lassen. Nun gut, meint er gedehnt, das mache er.

„Dom Perignon muss es ja hoffentlich nicht sein“, meint BO etwas ironisch. Vermutlich kennt sie höchstens deutsche Billigsorten wie Rotkäppchensekt.

„So anspruchsvoll bin ich nicht“, pariert sie seine Frechheit. Mal sehen, ob er überhaupt weiß, über was er spricht.

„Woher kommt denn der Dom Perignon?“

„Na, aus Frankreich – aber is` doch egal“, der sei ihm sowieso zu teuer, den kaufe er nur zu besonderen Gelegenheiten, antwortet er lakonisch. Was will die denn von mir, sie soll den Mund halten, tanzen und mich zu erotischen Fantasien anmachen.

Yasmin setzt die Lehrstunde kurz fort und erklärt ihm, die Sorte Sekt 'Dom Perignon' sei ein Champagner und Erzeugnis der französischen Weinkellerei Moét Chandon. Der Name Pérignon sei von einem Mönch entliehen.

Ihre Bildung törnt ihn eher ab, er sucht keine Lehrerin oder Ähnliches, er sucht – na, das behalte ich lieber erst noch für mich, sonst läuft sie mir noch weg... Was bildet sich denn dieses junge Ding ein, wen sie vor sich hat, ich will sie eigentlich nur aufs Kreuz legen, aber mit Charme.

Ich werde jetzt meine Verführungsmechanismen anwenden, sonst kommen wir hier nicht weiter. Sie scheint zwar ein unausgebrütetes Landei zu sein, auch wenn sie top gestylt ist, aber schlau dabei, da muss ich sie überlisten.

Mit seiner Bildung ist es nicht weit her, als Schulabbrecher der zehnten Klasse einer Realschule hat er manchmal Minderwertigkeitskomplexe vermeintlich gebildeteren Leuten gegenüber. Hinzu kommt, oft mit den Eltern unterwegs auf weiten Reisen gewesen zu sein, und darunter hat seine Schulbildung gelitten.

Das kompensiert er mit forschem Wesen und einigen schlauen Sätzen, die er sich angelesen hat, zum Beispiel über Bücher bekannter Autoren, Wirtschaftsnachrichten sowie Politik. Da er jedoch in der Politik nicht auf dem Laufenden ist, könnte er sich blamieren, aber die meisten seiner Freunde und Kumpels sind es ebenfalls nicht, das läge an seinem dubiosen Lebenswandel, sagt einer von denen, der als Akademiker mit abgebrochenem BWL-Studium nicht ganz ungebildet zu sein scheint, und dessen Freund nicht der Alkohol ist.

Adrian hat Beno ganz bewusst als Freund angeheuert, da er mit seinen Geschäften einen Betriebswirt braucht, der sich um seine Finanzen aller Art kümmern soll.

Sein, ein Dual-Studium, das bedeutet zunächst eine Fachschule mit Praktikum (bei einem Notar), dann anschließend das Uni-Studium hatte er fast abgeschlossen und wegen einer Krankheit das letzte Semester versäumt.

Für Adrian scheint er trotzdem vollwertig zu sein,- „das bisschen, was da fehlt“, meint er in seiner Unbedarftheit, ohne Achtung dem Wissen anderer gegenüber, „stört mich nicht.“

Beim Tanzen bemerkt Adrian Yasmins umherschweifenden Blick und zwingt sie mit einer Handbewegung, ihn anzusehen. Seine blauen Augen blitzen sie an. Mit einem hypnotischen Augenaufschlag und anschließend sanftem Blick, möchte er Vertrauen aufbauen, damit sie nicht mehr so viel überlegt, wie er erkannt hat.

Er kann ja richtig lieb aussehen, vielleicht sind meine Befürchtungen unangebracht. Vielleicht ist er ein wenig verliebt in mich...

Wenn die Kleine wüsste, wie ich dem ersten Mal mit ihr entgegengiere... nur darf ich nichts überstürzen.

Bei der brauche ich nicht mal einen Schutz...

Yasmin sieht ihn heimlich an, er ist so etwas wie der Prototyp, der fast allen Frauen gefällt. Nackenlange, volle Haare sind bei den Männern eigentlich nicht mehr IN, die jungen haben den Kurzhaarschnitt mit dem rasierten Seitenscheitel, das macht Yasmin nicht an, sein halblanger Schopf ist gut.

Nach einer halben Flasche Sekt unbekannter Sorte, hat sie einen Schwips, nicht an Alkohol gewöhnt. Sein Lachen klingt jetzt angenehm, sein Hypnoseblick erzeugt einen schwachen Schauer, den sie als angenehm empfindet, ein leichtes Kribbeln im Bauch müsste sie warnen.

Bloß nicht schwach werden, falls der mich betrunken machen will und dann abschleppen, sind ihre Überlegungen. Sie nimmt seinen warmen lebendigen Körper wahr, noch nie hat sie pulsierendes Blut so nah erlebt. Nie hat die Mutter sie jemals an sich gedrückt, nur manchmal der Vater.

Ein Gefühlschaos wabert durch sie hindurch, und es schwemmt ein wenig ihre Ablehnungsmechanismen weg. Sie erschreckt nun nicht mehr, als sie seine Männlichkeit durch den dünnen Stoff ihres Tanzkleids spürt. Ich hätte besser einen Hosenanzug angezogen, geht ihr noch durch den alkoholisch eingelullten Kopf und Körper.

Sie versucht sich loszureißen, jedoch hält Adrian sie ganz fest und flüstert ihr ein paar beruhigende Worte ins Ohr. Manch anderer würde ganz schlimme Wörter flüstern, aber sie will er nicht erschrecken. Noch einen Cocktail spendiert er ihr, jetzt scheint sie fähig zu sein.

Fähig wozu? Nüchtern wäre sie zu keiner Hingabe bereit. Nicht, weil es sich nicht gehört, dieses Denken gebe es nicht mehr im einundzwanzigsten Jahrhundert, das hat sie längst erkannt. Nicht nur, weil es die allgemeine Meinung und der Lifestyle sind, sondern weil es das Liebesleben auch erleichtern würde.

Er zieht sie durch den Saal, vorbei an den grinsenden Barkeepern zu seinem schwarzen Sportsman ConvertibleCoupé, der wie ein Panther wirkt, und setzt sie auf den Nebensitz, in dem sie fast versinkt.