Buddhismus im Alltag III - Rainer Deyhle - E-Book

Buddhismus im Alltag III E-Book

Rainer Deyhle

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Beschreibung

Buddhismus im Alltag bedeutet achtsames Tun im täglichen Leben. Rainer Deyhle ist der erste anerkannte deutsche Shaolin und Tempel Gründer in Deutschland. Er erläutert einfach und verständlich das Wesen des Chan (Zen) Buddhismus; beispielhaft und leicht nachvollziehbar die verschiedenen Wege der täglichen Praxis. Jeder kann den "Nutzen" des Chan Buddhismus in seinem Alltag erfahren und zu mehr Klarheit, Lebensfreude und innerer Ruhe finden.

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EPUB

Seitenzahl: 77

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Buddhismus im Alltag III

Das Spalier der toten SeelenDas Ego bringt uns nur LeidenGlück im UnglückAlles ändert sichSelbstoptimierungGlückliche GedankenDie Katze von SchrödingerKönnen wir LoslassenAngst vor der AngstOrte der EinsamkeitDie unsichtbaren TennisbälleDie UrangstDie ZukunftFormenÜber den Tod und das SterbenVergangenheit und GegenwartDer Doppler EffektBeten im BuddhismusDer hässliche SohnÜbersinnlichEigenverantwortungAbgehobenFormen der LeereWer hat Dich begrabenViele MöglichkeitenSpiel des LebensWunder gibt es immer wiederGefühleKontakteSorge Dich nichtUnd erstens kommt es anders, und zweitens als man denktHass – Gier – VerblendungAlpträume erleben

Das Spalier der toten Seelen

Ich bin das Gestern, das Heute und das Morgen, und ich habe die Macht, auch ein zweites Mal geboren zu werden. Ich bin die göttliche, verborgene Seele, die die Götter schuf und die Bewohner der Tiefe, des Ortes der Toten und des Himmels versorgt... Huldige dem Herrn des Schreines, der im Zentrum der Erde steht. Er bin ich, und ich bin er!

– Ägyptisches Totenbuch –

Zum Feuer der Verdammnis führt ein Spalier aus toten Seelen, der Schlangendämon droht die Welt ins Chaos zu stürzen.

Aus welcher Religion stammt dieser Text?

Er kommt aus dem Glauben der alten Ägypter, aus der Zeit der großen Pharaonen.

Im Tode mit dem Sonnengott vereinigt?

Magische Texte zeigen den Weg durch die altägyptische Unterwelt, die mit der heutigen Vorstellung von der Hölle große Ähnlichkeiten aufweist.

Sich erheben und wieder auferstehen, mit Magie aus den Pyramiden zu den Sternen aufsteigen; das heilige Drehbuch der Pharaonen stellt sich die Reise ins Jenseits wahrhaft höllisch vor. Gigantische Zeugnisse der Vergangenheit zeigen noch heute die vergangene Glaubenswelt auf.

Das Leben nach dem Tod, das war für das alte Ägypten der Inhalt des Daseins auf der Erde, sie hatten klare Vorstellungen, sie wussten, welche Vorbereitungen zu treffen waren.

Den Toten wurde Essen, Wein und Bier, Schätze und Waffen mit ins Grab gegeben, um auf der Reise ins Jenseits nicht darben zu müssen. Das gute Leben mitnehmen, das war ihre wichtigste Intention.

Die ersten Könige Ägyptens opferten sogar ihre Diener, um nicht alleine durch die magische Tür in eine andere Welt gehen zu müssen.

Viele Grundsätze prägten ihren Glauben, die später in anderen Religionen eine Wiedergeburt feiern würden.

Die Auferstehung war ein Prozess, durch verschiedene Pforten mussten die Toten gehen, Dämonen forderten ihnen viel ab, die finale Abrechnung wartete auf die Gläubigen.

Der ägyptische Erzdämon Apophis weist unglaubliche Übereinstimmungen mit Satan auf, Kreaturen der Unterwelt verschmolzen mit Göttern, erschwerten die Wege mit allerlei Aufgaben.

Das Leben nach dem Tod stand als universelle Religion aber jedem alten Ägypter offen.

Osiris und Isis konnten neues Leben erschaffen, die Schriften verehrten sie als Herren der Unterwelt, Menschen brachten ihnen über tausende von Jahren allerlei Opfer dar, die Heiligkeit wurde symbolisiert vom Gerichtssaal des Osiris.

Der Gott würde in seiner Halle über sie richten, das Herz des Verstorbenen würde auf einer Waage gegen eine Feder aufgewogen, als einen ultimativen Test der Wahrheit.

Wenn das Herz zu schwer war, wurden die Unreinen von einem heiligen Gott gefressen.

Die Angst vor der Vernichtung der eigenen Ewigkeit bereitete ständiges Unbehagen, die magische Tür zum Jenseits beschäftigte die Lebenden.

Die Verdammten wurden bestraft auf dem Weg zur Auferstehung, urzeitliche Gewässer mussten durchquert werden.

Feinde des Sonnengottes traten ihnen entgegen, die Reise näherte sich dem Ende.

Das Streben nach Unsterblichkeit, das neue Leben in Einklang mit einer Armee von Göttern. Götter der Ordnung und des Lichts besiegten die Dämonen.

Die Wiedergeburt als Sonne war am Ende des Weges vollbracht. Eine religiöse Erfahrung, die einen König zu einem Gott werden ließ.

Das Chaos wurde wieder einmal besiegt!

Sind Ähnlichkeiten zu neueren Religionen und Weltanschauungen wirklich nur Zufall?

Die Menschen haben sich schon seit vielen Jahrtausenden Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht, Götter kamen, Götter gingen.

Das Ego bringt uns nur Leiden

Mensch: das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das Einzige was Grund dazu hat

– Mark Twain –

Welchem Zweck dient unser Leben? Wer sind wir? Warum sind wir?

Heute möchte ich über das „Leiden“ sprechen.

Warum leiden wir so sehr? Und was können wir dagegen tun?

Zuerst einmal ist festzustellen, dass das Leiden etwas sehr Persönliches ist; was den einen Menschen glücklich machen kann, wird einen anderen vielleicht in tiefe Verzweiflung stürzen. Ein und dieselbe Begebenheit, aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachtet, weckt in verschiedenen Menschen komplett unterschiedliche Emotionen (siehe auch hier, hier und hier).

Das Leiden kann die unterschiedlichsten Formen annehmen, die das „Opfer“ allerdings immer selbst bestimmt. Alle Ursachen von Leiden könnte man niemals aufzählen, dafür gibt es auf dieser Welt einfach nicht genug Papier.

Nach Buddha leiden wir, weil das Leben schmerzhaft ist, wir NICHTS halten oder behalten können, und uns daraus eine tiefe Unzufriedenheit erwächst.

Schon die Geburt ist mit Leiden verbunden, Alter, Krankheit und Tod jedoch um ein Vielfaches mehr.

Unsere Zeit mit Menschen verbringen zu müssen, die wir nicht mögen, ist leidvoll.

Unsere Zeit nicht mit den Menschen verbringen zu können, die wir lieben, ist leidvoll.

Wir leiden, wenn uns materielle Dinge fehlen.

Selbst ein Erreichen unserer Wünsche kann in der Konsequenz leidvoll sein.

Buddha sagte: „Leben ist Leiden; als Ausprägung seiner Weltanschauung entwickelte er die Vier Edlen Wahrheiten und den Edlen Achtfachen Pfad.

Könnten wir versuchen, unser tägliches Leiden zu vereinfachen, können wir einfache Kategorien des Leidens beschreiben, die Ursachen in Gruppen aufteilen?

JA

Es gibt zwei Kategorien des Leidens:

1.) Konflikte in uns selbst

und

2.) Konflikte mit anderen Menschen

zu 1.) In die erste Kategorie fallen alle Formen des Leidens, die nur auf uns „selbst“ zurückzuführen sind. Etwa, wenn wir uns „nicht gut genug“ fühlen, oder wir denken, dass wir „immer nur Pech“ haben, „warum immer ich“, solche Gedanken gehören zu den „Konflikten in uns selbst“.

Das Begehren, das Wollen, das Wünschen, aber auch jede Art von Wertung, fallen in diese Kategorie.

Die übermäßige Beschäftigung mit unserem Ich, mit unserem Ego, solche Denkmuster fallen in die Kategorie „Konflikte in uns selbst“.

Wir treten dabei in einen Dialog mit unserem Ego, der in Wahrheit ja nur ein Monolog ist! Das Ego sind ja wir selbst, es ist deshalb zwangsläufig ein Monolog! Das Ego ist keine separate Einheit, es ist ein Teil unseres ICHS!

Die ständige Bemühung, ein besseres Leben zu führen, verdrängt den Blick auf die wahre Lösung aller Probleme, nämlich die „Erleuchtung“ aus der Lehre Buddhas einmal näher zu betrachten.

zu 2.) Wenn wir mit anderen in Konflikt stehen, entstammt unser Leiden aus der zweiten Kategorie. Das Vergleichen von unserer Lage, mit der Position von anderen Menschen, erzeugt entweder ein Gefühl von Minderwertigkeit oder von Überlegenheit. Wir nehmen wahr, was diese Person gesagt oder getan hat, und bilden uns dann eine Meinung. Besonders wenn wir uns angegriffen fühlen, wenn wir der Meinung sind, dass die andere Person uns etwas „getan“ hat, dann laufen wir „innerlich“ zur Bestform auf.

In der Konsequenz ärgern wir uns so sehr, dass wir an der Grenze zur Selbstzerstörung ankommen.

Also, was können wir tun?

Wir können, mit der Hilfe desselben Egos, mit dem wir uns in diese vertrackten Situationen gebracht haben, auch wieder aus dem Schlamassel herauskommen.

Wenn wir einen Weg des spirituellen Erwachens gehen wollen, dann doch nur aus einem Grund: wir wollen Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens finden!

Und diese Antworten gibt es nicht so einfach, hier müssen wir Arbeit investieren, achtsam sein und „über den Tellerrand“ hinausblicken. Mit Meditation können wir Fragen auflösen, Ängste verlieren, wir können auf die Reise zur „Erleuchtung“ aufbrechen.

Leben und Tod sind nur eine Illusion.

Unser eigenes Ego steht uns ständig im Weg.

Blicken Sie auf die wahre Welt, auf das grenzenlose und universelle Bewusstsein, dass in seiner Unendlichkeit allen Menschen offensteht.

Die Dummheiten unseres Egos erfüllen keinen Zweck!

Glück im Unglück

Wenn du „ja“ sagst, dann sei dir sicher, dass du nicht „nein“ zu dir selbst sagst

– Paulo Coelho –

Was ist Glück, was ist Unglück?

„Ich habe immer nur Pech“!

„Mein Leben ist furchtbar“!

„Warum immer ich“?

Haben Sie solche Sätze schon einmal gehört? Vielleicht sogar in Ihrem Umfeld?

Wahrscheinlich schon sehr oft!

Vielleicht haben Sie dies (oder ähnliches) schon selbst gesagt? Oder wenigstens gedacht?

Ich möchte hier folgende Geschichte erzählen, die zum Nachdenken anregen soll:

Einst lebte ein weiser alter Bauer, der Pferde züchtete, schöne, große und mächtige Tiere. Mit seiner Familie kümmerte er sich um sie, sein Vieh war ihm wichtig, es wurde gut gefüttert, viel bewegt, die Kreaturen hatten bei ihm ein gutes Leben. Über die Jahre wurde seine Zucht bekannt, sein Wissen über Haltung und Paarung wurde sehr geschätzt.

Sein Hof befand sich in einer sonnigen Ebene, am Fuße eines kleinen Berges, weshalb er die Pferde auf einer großen grünen Koppel hielt, mit einem Unterstand für schlechte Tage, ein kleines Bächlein floss durch das ganze Anwesen.

Zum nächsten Nachbarn war es weit, weshalb der Landwirt auch kaum Zäune für seine Pferde baute, wo sollten sie auch hin, es gab hier nur seine Farm, und die angrenzenden Wälder, warum sollten die Tiere entweichen?

Doch eines Tages war sein Zuchthengst weg, nicht mehr zu finden, scheinbar weggelaufen. Die Frau des Bauern meinte, dass dies ein großes Unglück sei. Der Bauer sagte zu seiner Frau: „woher weißt Du, dass dies ein Unglück ist“?

Einige Tage später kam der Hengst von alleine zurück, er brachte sogar noch eine Stute mit sich, woher die kam war rätselhaft. Da sagte seine Frau, dass dies ein großes Glück sei, das wichtige Pferd zurück, und noch ein Tier dazu. Der Bauer sagte zu seiner Frau: „woher weißt Du, dass dies ein Glück ist“?

Die Frau verstand nichts mehr, und ließ es damit auch bewenden.