Cupping - die sanfte Art des Schröpfens - Kay Bartrow - E-Book

Cupping - die sanfte Art des Schröpfens E-Book

Kay Bartrow

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13,99 €

  • Herausgeber: TRIAS
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2020
Beschreibung

Das kleine Wellness-Wunder für jeden Tag Was bedeutet "Cupping"? Farbige, elastische Cups aus Silikon saugen sich an Ihre Haut und lassen Schmerzen verschwinden, fördern die Durchblutung, stärken das Bindegewebe und sorgen für gute Laune. Bequem zu Hause oder unterwegs lösen Sie Spannungen, straffen Ihre Haut, gehen neue Anti-Aging-Wege und laden Energie und Ausgeglichenheit. - Wie geht Cupping? Die Grundtechniken schnell erlernen - Alle Übungen bebildert – zum einfachen Nachmachen - Ihre neuen Geheimtricks gegen Cellulite, Gesichtsfältchen, Schmerzen und Stress Schröpfen war noch nie so sanft und einfach!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 156

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Cupping. Die sanfte Art des Schröpfens

Schmerzen lindern, Bindegewebe straffen

Kay Bartrow

1. Auflage 2021

80 Abbildungen

Liebe Leserin, lieber Leser,

In unserer stressigen Zeit werden die Anforderungen an den Körper immer höher. Laut Studien hat sich in den letzten 15 Jahren unsere Arbeitseffektivität vervierfacht. Wir machen also viermal mehr in der gleichen Zeit – und oft fehlt ein adäquater Ausgleich. Dass dabei manchmal Raubbau mit unseren körpereigenen Ressourcen betrieben wird, spüren Sie wahrscheinlich auch immer mal wieder. Ein paar Verspannungen im Nacken hier, ein Schmerz im Rücken dort. Ab und zu ein wenig Kopfschmerz und Ohrdruck, manchmal auch eine vorübergehende Unkonzentriertheit, die mal länger oder kürzer anhält.

Stress und körperlich-emotionale Belastung machen uns den Alltag manchmal mehr als schwer. Was Sie dann brauchen, ist ein »Stress-Enthebungs-Verfahren«. »Cupping« heißt das Zauberwort. Die neuen Cups, die seit einiger Zeit angeboten werden, sind unzerbrechlich und damit überall einsetzbar. Mit den in diesem Buch vorgestellten Cupping-Techniken können Sie auf mobil einsetzbare Hilfe in Ihrer täglichen Auseinandersetzung mit Stressfolgeerscheinungen bauen. Nutzen Sie die Möglichkeiten zur sanften Muskelentspannung, zur einfachen Nerven- und Faszienmobilisation, zur Schmerzreduktion, und die Möglichkeit der entspannten Entschleunigung durch Wellness am Arbeitsplatz – oder wo immer Sie es benötigen. Machen Sie sich die Vorteile einer Stoffwechselaktivierung zunutze: ein stärkeres Immunsystem, einen besseren Zellstoffwechsel, eine optimierte Regeneration. Die vorgestellten Anlagen und Techniken geben ihnen ein Körperfürsorgekonzept zur Stressentlastung, Schmerzreduktion und zur Steigerung Ihrer Lebensqualität – im wahrsten Sinne – an die Hand.

Gesundheit wünscht Ihnen aus Balingen

Kay Bartrow

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Liebe Leserin, lieber Leser,

Vitality Cupping

Wenn das Gleichgewicht gestört ist

Wogegen Cupping hilft

Neurale Wirkmechanismen

Mechanische Wirkmechanismen

Durchblutungsmechanismen und Wundheilung

Nebenwirkungen beim Cupping

Wann sollte auf Cupping verzichtet werden?

Intelligent vernetzte Körpersysteme

Bewegungssystem

Nervensystem

Durchblutungssystem

Energiesystem

Atemsystem

Immunsystem

Hormonsystem

Sinnessystem

Grundkurs Cupping: Schritt für Schritt

Modernes Material und erfindungsreiche Technik

Kleine Materialkunde

Handling und Anlage der Cups

Vielfältige Techniken

Die Grundtechniken: kurz und knapp erläutert

Kombinationsmöglichkeiten

1 Circling

2 Pumping

3 Spinning

4 Pinching

5 Trigger

6 Tipping

7 Mobilizing-Activating

8 Placing

9 Sliding

10 Stretching

Basisprogramme: für den einfachen Start

Basisprogramm 1

Basisprogramm 2

Die gezielte Anwendung

Schulter

Anwendungen an der Schulterregion

1 Anlage an der Außenseite der Schulter

2 Anlage an der Vorderseite der Schulter

3 Anlage an der Oberseite der Schulter

4 Anlage an der Rückseite der Schulter

5 Anlage an der Außenseite des Oberarms

6 Anlage an der Brustregion

Ellbogen

Anwendungen am Ellbogen

1 Anlage an der Außenseite des Ellbogens I

2 Anlage an der Außenseite des Ellbogens II

3 Anlage oberhalb des Gelenkspalts

4 Anlage an der Vorderseite des Ellbogens

5 Anlage oberhalb der Gelenklinien

6 Anlage an der Innenseite des Ellbogens I

7 Anlage an der Innenseite des Ellbogens II

8 Anlage an der Rückseite des Oberarms

9 Anlage auf der Unterarminnenseite

10 Anlage auf dem Unterarmaußenseite

Hand

Anwendungen an der Hand

1 Anlage mittig am Handgelenk

2 Anlage am Daumen

3 Anlage am Kleinfinger

4 Anlage im Handteller

Rücken

Anwendungen am Rücken

1 Anlage an der Halswirbelsäule

2 Anlage am Schulter-Nacken-Übergang

3 Anlage zwischen den Schulterblättern

4 Anlage an der unteren Lendenwirbelsäule

5 Reihenanlagen an der Wirbelsäule

Hüfte

Anwendungen an der Hüfte

1 Anlage an der Vorderseite der Hüfte

2 Anlage an der Außenseite der Hüfte

3 Anlage im Gesäßbereich

4 Anlage an der Leiste

Knie

Anwendungen am Knie

1 Anlage an der Innenseite des Kniegelenks

2 Anlage an der Außenseite des Kniegelenks

3 Anlage in der Kniekehle

4 Anlage oberhalb des Gelenkspalts

5 Anlage an der Wadenmitte

6 Anlage an der Wadeninnenseite

Fuß

Anwendungen im Fußbereich

1 Anlage an der Innenseite des Fußgelenks

2 Anlage an der Außenseite des Fußgelenks

3 Anlage auf der Vorderseite des Sprunggelenks

4 Anlage auf dem Fußrücken

5 Anlagen an der Fußsohle

6 Anlagen am Bereich der Achillessehne

Spezielle Anlagen an Muskeln

Kopfschmerz

Anwendungen bei Kopfschmerzen

1 Anlagen an den Nervenaustrittspunkten am Schädel

2 Anlage an der Schläfe

3 Anlage an der hinteren Achselfalte

4 Anlage an der Hinterhauptlinie

5 Mehrfachanlage entlang des Halses

6 Anlage am Kiefer

7 Anlage am Augenwulst

Gesicht

Anwendungen im Gesicht

1 Anlagen in der Mundregion

2 Anlage in der Augenregion

3 Anlage in der Nasenregion

Cellulite

Anwendungen bei Cellulite

1 Anlage an der Außenseite des Oberschenkels

2 Anlage an der Außenseite der Hüfte

3 Anlage im Gesäßbereich

4 Anlage am Bauch

Service

Weiterführende Literatur

Studien

Autorenvorstellung

Sachverzeichnis

Impressum

Vitality Cupping

Schröpfen ist ein seit der Antike bewährtes Therapieverfahren. Doch durch die Entwicklung neuer Materialien ist die Anwendung viel einfacher geworden.

Das moderne Schröpfen wartet mit einem breiten Spektrum positiver Effekte und anwenderfreundlicher Techniken auf, die zu einer stabileren Körpergesundheit beitragen können. Schröpfen mit zerbrechlichen Gläsern gehört der Vergangenheit an. Mit den neuen Cups aus Silikon sind die Anwendungen bequem zu Hause oder auch unterwegs möglich. Die Cups präsentieren sich mittlerweile sehr flexibel und farbenfroh und es gibt sie in verschiedenen Größen. Gerade die unterschiedliche Größe ermöglicht variantenreiche Anpassungen am gesamten Körper. Zudem haben sich die Techniken, mit denen die Cupping an unserem Körper durchgeführt wird, ebenfalls perfektioniert und sind breiter aufgestellt. So geht es nicht mehr ausschließlich darum, die Cups am Körper zu befestigen und die Effekte abzuwarten, sondern an diesen Stellen auch aktiv etwas damit zu machen. Das Gewebe kann dabei bewegt, intensiver gedehnt, in sich verdreht, gedrückt, gezogen oder auch schlicht massiert werden. Dabei entfalten die verschiedenen Anwendungstechniken auch differenzierte Effekte und verändern die Wahrnehmung von inneren und äußeren Reizen (z. B. Druck und Zug) im behandelten Körperbereich.

Cupping ist eine sogenannte Regulationstherapie, was nichts anderes bedeutet, als dass mit der Anwendung Einfluss auf verschiedene Körpersysteme genommen werden kann. Der menschliche Körper besteht aus einer Vielzahl von Zellen, die sich zu den inneren Organen und den großen Bauteilen des Bewegungsapparates Knochen, Muskeln, Nerven und Bindegewebe zusammenschließen. Diese Bauteile werden in einzelnen Systemen, sogenannten Körpersystemen, zusammengefasst und bilden in Ihrer Gesamtheit die riesige Funktionseinheit »Mensch«. Jedes dieser Systeme ist auf die optimale Zusammenarbeit mit den anderen angewiesen und erst eine gut abgestimmte Selbst- und Gesamtregulation bringt das Konstrukt »Mensch« reibungslos und gesund zum Funktionieren. Die Selbstregulation der einzelnen Bereiche ist dabei ein permanenter Prozess, der sich ständig den sich verändernden Bedingungen in unserem Alltag, in der Freizeit und in unseren beruflichen Herausforderungen anpasst. Dabei reagiert unser Körper auf alle Reize aus unserer Umgebung. Bei dieser ganzen Regulation und Kontrolle der Körpersysteme strebt unser Organismus stets ein ökonomisches Gleichgewicht an. Sind alle Systeme in Balance, haben wir eine ausgeglichene Situation, in der sich unser Organismus wohlfühlt.

Um diesen ökonomischen Zustand zu erreichen und zu stabilisieren, stellt sich unser Körper auch immer auf die regelmäßig vorkommenden Bedingungen und Situationen ein. So werden Bewegungen automatisiert und als Programm immer wieder abrufbar in unserem Nervensystem gespeichert. Wir alle kennen diese Programme aus unserem Alltag. Niemand muss sich detaillierte Gedanken machen, wenn es gilt, eine Treppe hoch- oder hinunterzulaufen. Wir planen diese Bewegungen nicht oder bestimmen bewusst die nötigen Gelenkbewegungen und Muskelaktivitäten. Wir berechnen auch nicht detailliert die Muskelkräfte, die zu solchen Bewegungen erforderlich sind. Wir laufen einfach los und unsere gespeicherten Bewegungsprogramme erledigen die Details. Für diese Abläufe hat unser Nervensystem stets die aktuellen Daten greifbar. Das Nervensystem weiß immer, in welchem Spannungszustand unsere Muskeln, Sehnen und Faszien sind. Abrufbar sind unter anderem auch die Daten zu den Gelenkstellungen und zu unserer Körperposition im Raum. Aus diesen vielschichtigen Daten berechnet unser Nervensystem Bewegungen, Gleichgewicht und erforderliche Reaktionen und Anpassungen. Grundlage für diese gesammelten Daten sind unsere Bewegungen in Alltag und Beruf, unsere regelmäßig wiederholten Aktivitäten und unsere gewohnheitsmäßig eingenommene Körperhaltung. Erst wenn diese Daten durch Veränderungen nicht mehr stimmen, kommt das System in Schwierigkeiten. Verbringen wir den größten Teil unserer Tageszeit in sitzender Haltung, wird unser System diese Haltung als normal ansehen und alle Daten dieser Haltung übernehmen und einpflegen. Dazu gehören die Stellung von Hüft- und Kniegelenken sowie die dazu erforderliche Muskel-, Sehnen- und Gelenkkapselspannung sowie auch die dabei entstehende Faszienspannung. So passen sich alle beteiligten Strukturen langsam dieser Haltung an, verändern Spannung, Funktionsbereiche, Beweglichkeit, Elastizität und letztlich auch die äußere Form. Mit der Zeit entstehen dann Bewegungsdefizite oder Bewegungseinschränkungen und auch schmerzhafte Zustände. Ähnlich sehen die Veränderungen bei akuten Verletzungen aus. Es entsteht eine Entzündung mit Schwellung, Schutzreaktionen, Schmerz und Funktionsstörung – das Gewebemilieu verändert sich. Um diese Veränderungen rückgängig zu machen, müssen die Daten wieder überschrieben werden und das Gewebe muss sich erneut verändern – diesmal in die verbesserte Richtung. Dazu sind manchmal helfende Reize von außen erforderlich.

Funktionskreis der Körpersysteme

Eine Gewissheit bleibt: Das Einzige, das unser Körper nicht kann, ist, nicht zu reagieren. Solange unser Organismus noch Reize aufnimmt und weiterleitet, wird er auch darauf reagieren und sich daran anpassen. Jeder Reiz, der auf unseren Körper einwirkt, macht unsere Systeme neugierig und löst somit Veränderungen aus. Und in diesem Funktionskreis setzt auch die Anwendung von Vitality Cupping an.

Gewebe mit lokaler Störung (Trauma) – entzündungsfördernd eingestelltes Immunsystem

Die mechanische Kraftübertragung durch das Cupping, die durch die lokale Unterdrucksituation, den Druck an den Rändern und zusätzliche Bewegungen von Muskeln und Faszien entsteht, sorgt im Gewebe für eine Aktivierung der Rezeptoren und löst so vielfältige chemische, elektrische und physikalische Reaktionen in unserem Organismus aus. Diese Effekte können gezielt für das gesundheitliche Wohlbefinden eingesetzt werden. Die mechanischen Reize wirken dabei vor allem auf die Gewebezellen und die Matrix (Substanz zwischen den Zellen: Interzellularsubstanz – bestehend aus Wasser und Grundsubstanz sowie z. B. Immunstoffen, Hormonen, Neurotransmittern und Enzymen). Dort verändern die Reize das Gewebemilieu (unter anderem den pH-Wert und evtl. vorhandene Entzündungswerte) und damit auch die Sensorik (Wahrnehmung) und die Beweglichkeit der Zellen. Zudem kann über Bewegungsreize auch die Durchlässigkeit der Zellmembranen für Nähr- und Baustoffe sowie die Fähigkeit der Flüssigkeitsspeicherung verändert und angepasst werden.

Lokale Cupping-Effekte im traumatisierten Gewebeabschnitt

Die Effekte des Cupping können wie folgt zusammengefasst werden:

mechanisch

Zug auf das Gewebe

Sogwirkung in die tiefen Strukturen bis auf Zellebene

Flüssigkeitsverteilung

Faserausrichtung wird optimiert (Zugkraftlinien)

Druckminderung (wirkt durch mechanorezeptive Überlagerung zusätzlich schmerzlindernd)

Entspannung der Muskulatur (Detonisierung/Release – reaktiv)

Tonisierung der Muskulatur durch schnelle Bewegungen oder Wechsel von Druck und Zug

gewebelockernd

Effekte auf Fibroblasten (Glykane, Kollagensynthese)

Durchblutung

Mehrdurchblutung

Lymphabfluss steigernd

Flüssigkeitsverschiebungen

neural

Optimierung der Propriozeption (Wahrnehmung, Bewegungsgefühl, koordinationserleichternd)

Schmerzreduktion

Wundheilungsprozesse durch Stimulation auf Zellebene und der interzellulären Matrix

Stoffwechsel

stoffwechselsteigernd

Aktivierung des Immunsystems

Abbau von Hämatomen

verbesserte Nährstoff- und Baustoffversorgung des Gewebes

Abbau von Entzündungsmediatoren

Optimierung der Regenerationsprozesse durch gezielte mechanische Reize

Unterstützung der Wundheilungsstadien

Hautwirkung (Porenöffnung, Abtransport von Abfallprodukten – Reinigung über die Haut)

Wenn das Gleichgewicht gestört ist

Die wichtigste Funktion des Bewegungsapparates liegt in der optimalen Zusammenarbeit aller beteiligten Strukturen (Gelenke, Muskeln, Nerven, Faszien etc.) mit dem Ziel, möglichst ökonomische Bewegungen und Aktivitäten durchzuführen. Diese Bewegungen und Aktivitäten sollten demnach mechanisch reibungsfrei und schmerzfrei sein. Damit können die Hauptfunktionen wie folgt definiert werden:

beweglich sein (und bleiben)

energiesparend bewegen und reagieren

schmerzfrei sein und bleiben

Für die Sicherung und Gewährleistung dieser Funktionen des Bewegungsapparates sind die folgenden Strukturen immens wichtig:

Muskeln: Sie müssen auf die Impulse des Nervensystems reagieren und sich an- bzw. auch wieder entspannen können. Sie benötigen auch eine gewisse »Grundkraft« und eine angemessene Ausdauer, die sogenannte Ermüdungswiderstandsfähigkeit.

Gelenke: Sie sollten möglichst ohne zu intensive mechanische Reibung beweglich sein. Dazu gehört auch, dass sie im Normalfall bei Bewegungen keine Geräusche von sich geben sollten.

Nerven: Die Nerven unseres Körpers müssen primär Informationen transportieren. Meist aus der Zentrale, also dem Gehirn, in periphere Gebiete wie z. B. Muskeln oder innere Organe. Zudem muss sich das Nervensystem auch den Bewegungen des Körpers anpassen können – es muss also auch entsprechend beweglich und damit spannungsfrei sein.

Blutgefäße: Arterien und Venen transportieren Blut und Sauerstoff sowie Nähr- und Baustoffe für unseren Organismus. Dabei wird sauerstoffreiches Blut über die Arterien in die peripheren Körperregionen transportiert. Über das Venensystem gelangt das um den Sauerstoff erleichterte Blut dann zurück in den Lungenkreislauf und in das Herz, von wo es erneut ausgeschickt wird, den Körper zu versorgen. Ein optimaler Sauerstofftransport stellt auch die energetische Versorgung unseres Organismus sicher.

Faszien: Faszien sind bindegewebige Hüll- und Schutzstrukturen. Sie verbinden alle Strukturen und geben unserem Körper damit Form, Halt, Elastizität, Stabilität und Kraft. Sie funktionieren zudem auch als Umlenkrollen und können so Bewegungen und Kräfte unterstützen und bestmöglich verteilen.

Die körperliche Gesundheit ist manchmal eine flüchtige Sache. Bereits eine kleine Verletzung oder eine Überbeanspruchung kann den Weg in eine gestörte Funktion ebnen und wir nehmen subjektiv Schmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeiten wahr. Dazu kommt es im Alltag schneller, als es uns lieb ist. Eine kleine Muskelzerrung kann schon einen solchen Ausweichmechanismus in Gang setzen, sodass in der Folge Gelenke ungünstig belastet werden und sich mit der Zeit auch Schmerzen entwickeln.

Ein kleiner Druck auf Nerven, der zu lange bestehen bleibt, kann die Nervenfunktion nachteilig beeinträchtigen und damit Funktionsstörungen am Nerv, der beteiligten Muskulatur oder den von der Muskulatur bewegten Gelenken hervorrufen. Und genau diese Strukturen können mit Cupping beeinflusst und optimiert werden.

Wogegen Cupping hilft

Die Indikationen für Cupping sind vielfältig. Es kann bei körperlichen Beschwerden und Symptomen die subjektive Wahrnehmung der Beschwerden verändern, aber auch durch eine Reihe von körperlichen Wirkmechanismen und Anpassungsreaktionen Heilungsprozesse einleiten und unterstützen.

Es folgt eine kleine Liste der möglichen Anwendungsbereiche:

Spannungsregulation von Muskeln, Faszien, Nerven und Gelenkkapseln

Mobilisation der Gewebe bei Bewegungseinschränkung (auch bei Narben)

Schmerzreduktion (Bewegungsapparat, Kopfschmerz, Gesichtsschmerz)

Schwellungsreduktion

Veränderung der Sinneswahrnehmung (Berührungsempfindung, Bewegungsempfindung, Druck- und Zugwahrnehmung)

Durchblutungsverbesserung (lokal und auf Zellebene – Mikrozirkulation)

Stoffwechselsteigerung und mögliche Unterstützung von Wundheilungsprozessen

Straffung des Gewebes und der Haut – schonendes »Lifting«

Neurale Wirkmechanismen

Durch die Anwendung der Techniken entfalten sich zunächst Druck und Zug als Formen der mechanischen Einflussnahme. Diese Kräfte werden von den Rezeptoren im Gewebe (freie Nervenenden) wahrgenommen und in das zentrale Nervensystem zur Beurteilung und Bewertung weitergeleitet. Danach folgt eine gezielte Reaktion. Immer, wenn auf unseren Körper mechanische Kräfte einwirken wie Druck und Zug oder schlicht Bewegung, konzentriert sich unsere Wahrnehmung darauf und andere Sinneseindrücke treten in den Hintergrund. Schmerzwahrnehmungen können so beispielsweise verringert werden. Die Schmerzen selbst können gezielt durch mechanische Stimulation mittels Bewegung, Druck und Zug überlagert und reduziert werden. Somit lassen sich mit diesen Reizen Schmerzen am Bewegungsapparat (also an Muskeln, Gelenken, Nerven und Faszien), Kopf- und Gesichtsschmerzen meist erfolgreich behandeln.

Zudem sind Cupping-Techniken sehr effektiv in der Verbesserung der Eigenwahrnehmung und in der Schärfung unserer bewussten Bewegungswahrnehmung. Durch die gezielte Stimulation mittels Druck- und Zugreizen wird unsere Wahrnehmung in den stimulierten Bereich gelenkt. Sie machen damit intensivere Körpererfahrungen.

Mechanische Wirkmechanismen

Die mechanische Wirkung von Druck und Zug betrifft vor allem das direkt bearbeitete Gewebe und hilft dabei, Spannungen in der Haut, in Faszien, Muskeln, Sehnen oder Gelenkkapseln auszugleichen und zu reduzieren. So kann aktiv auf die Gewebespannung Einfluss genommen werden. Mit diesem Spannungsausgleich kommt es auch zu einer Verbesserung der Beweglichkeit von Gelenken und einer Optimierung von elastischen Fähigkeiten der bindegewebigen Strukturen, der Faszien. Nicht selten lassen sich dadurch auch Bewegungshindernisse im Fasziengewebe beseitigen oder reduzieren, unter anderem auch Narben mobilisieren. So erhält die bearbeitete Struktur mehr Funktionalität.

Durchblutungsmechanismen und Wundheilung

Im zu behandelndem Gebiet tritt eine örtliche Mehrdurchblutung auf, erkennbar an der Rötung der Haut. Diese sorgt zunächst lokal für eine bessere Versorgung mit Sauerstoff, Nähr- und Baustoffen und vor allem auch für eine Verschiebung von Gewebeflüssigkeit. Gleichzeitig werden Abfallprodukte im Stoffwechsel beschleunigt abtransportiert und aus dem Organismus entfernt. Somit kann sowohl in den Stoffwechsel als auch in Schwellungssituationen regulierend eingegriffen werden. Die Durchblutungssituation ist vor allem bei aktiven Wundheilungsprozessen ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, bei Entzündungen zu unterstützen oder den Aufbau von neuem Gewebe zu fördern. Der Schwellungstransport dient vorrangig der Entlastung des Gewebedrucks und damit auch der Schmerzreduktion (ein zu hoher Druck in einem Gewebe ist eine sehr häufige Ursache für Schmerzwahrnehmungen). Auch auf Zellebene lassen sich damit die Stoffwechselvorgänge positiv beeinflussen.

Nebenwirkungen beim Cupping

Praxis-Tipp

Cupping-Techniken verursachen eine Reihe normaler Gewebereaktionen, deren Auftreten und Intensität unter anderem von der Empfindlichkeit der Haut und der zeitlichen Dauer der Anwendung abhängt:

Nach ca. 1 Minute entstehen leichte Druckstellen und Rötungen an der Haut.

Nach ca. 2–3 Minuten entstehen deutlich intensivere Rötungen.

Nach 5–9 Minuten kann mit einem Bluterguss gerechnet werden.

Bei der Anwendung von Cupping können Nebenwirkungen auftreten. Diese sind meist an die zeitliche Anwendungsdauer und die Empfindlichkeit der Haut gekoppelt und können durch eine Anpassung der Zeit und aktive Bewegungen während und nach der Anwendung beeinflusst werden. Die häufigsten Effekte dabei sind Rötungen der Haut im Bereich des Unterdrucks und Druckstellen im Bereich des Randes. Der Rand der Cups drückt sich in das Gewebe und verursacht dabei die Druckstellen. Die Sogwirkung verursacht manchmal auch Missempfindungen an der Haut und im Bindegewebe. Dabei kann ein leichtes »Stechen« oder ein »Ziehen« im Gewebe auftreten, das nach Abnahme des Cups wieder nachlässt und verschwindet.

Wann sollte auf Cupping verzichtet werden?

Natürlich gibt es auch Kontraindikationen für Cupping. Leiden Sie an einer der nachfolgend aufgeführten Erkrankungen oder vorübergehenden Einschränkungen Ihrer Gesundheit, sollten Sie diese zuerst ärztlich untersuchen lassen und entsprechende Behandlungsempfehlungen einholen. Bei diesen Erkrankungen und vorübergehenden Leiden stellt Cupping nicht die primäre Behandlungsform dar und Sie benötigen ärztlichen oder therapeutischen Rat, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

Krampfadern Auf Krampfadern sollten keine Cupping-Techniken angewandt werden. Andere Körperregionen, in denen Sie keine Krampfadern haben, können Sie natürlich damit behandeln.

Venenentzündung Für die Dauer der bestehenden Venenentzündung sollte der betroffene Körperbereich weiträumig nicht mit Cupping bearbeitet werden.

Offene Verletzungen Im Bereich von offenen Hautverletzungen sollten bis zum Abschluss der Wundheilung keine Cupping-Techniken angewandt werden. Ist die Verletzung vollständig verheilt, können Sie natürlich wieder damit beginnen.

Blutungsneigung Leiden Sie an einer verstärkten Blutungsneigung (Bluterkrankheit oder bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente), sollten Sie generell auf die Anwendung von Cupping-Techniken verzichten.

Neurodermitis Bei dieser Störung der natürlichen Hautbarriere sollten ebenfalls keine Cupping-Techniken eingesetzt werden, um Irritationen und zusätzliche Verletzungen der Hautoberfläche zu vermeiden.

Muttermale und Warzen Diese Veränderungen an der Haut sollten generell nicht mit Cupping-Techniken bearbeitet werden, um weitere nachteilige Hautveränderungen zu vermeiden oder eine Verteilung der Warzen zu verhindern.

Sonnenbrand Haben Sie sich einen Sonnenbrand am Rücken und der Schulter eingefangen, spricht nichts gegen die Anwendung von Cupping-Techniken am Knie oder an einem anderen Körpergebiet, das nicht von Sonnenbrand betroffen ist. Lediglich den betroffenen Bereich sollten Sie vorübergehend nicht mit Cupping bearbeiten.

Intelligent vernetzte Körpersysteme

Die Mechanismen der Selbstregulation