Das Kloster im Schatten - Michael J. Awe - E-Book

Das Kloster im Schatten E-Book

Michael J. Awe

0,0
0,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Deutschland im 17. Jahrhundert. Laurentius Grimm besitzt eine Gabe – oder ist es ein Fluch? Er kann die Toten hören. In seinen Träumen flüstern sie ihm zu. Als der Geist eines verstorbenen Mönches ihn beauftragt, ein tief in den Bergen verborgenes Kloster aufzusuchen, macht Laurentius sich dort hin auf den Weg. Das Kloster birgt ein uraltes Geheimnis, und Laurentius ist der Schlüssel zu seiner Lösung.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Das Kloster im Schatten

 

Michael J. Awe

 

 

Das Kloster

im Schatten

 

  Die Traumfälle des Laurentius Grimm

 

 

Impressum

 

 

  »Das Kloster im Schatten« © 2025 Michael J. Awe

 

  Kontakt: [email protected]

 

  Alle Rechte vorbehalten

 

  Die in diesem eBook dargestellten Figuren und Ereignisse sind fiktiv. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder toten realen Personen ist zufällig und nicht vom Autor beabsichtigt.

 

  Kein Teil dieses eBooks darf ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Herausgebers reproduziert oder in einem Abrufsystem gespeichert oder in irgendeiner Form oder auf irgendeine Weise elektronisch, mechanisch, fotokopiert, aufgezeichnet oder auf andere Weise übertragen werden.

 

  Coverdesign von: canva.com

  Covermotiv: Adobe Stock

 

 

 

 

 

 

Das Kloster im Schatten

 

 

 

 

Der Regen prasselte unaufhörlich gegen den dicken Mantel von Laurentius Grimm. Sein treuer Esel Stern trottete unbeirrt weiter, die Hufe klapperten rhythmisch auf dem schlammigen Pfad, der sich durch die Berge schlängelte. Die Welt um sie herum war in einen grauen Schleier gehüllt, die Gipfel lagen hinter einem Vorhang aus Nebel und Wolken verborgen.

Sterns Atem dampfte in der kalten Luft, und seine Ohren spitzten sich, als er den unsicheren Pfad entlangschritt. Laurentius griff die Zügel fester und ging auf dem schmalen Weg voran, die Augen gegen den stechenden Regen zusammengekniffen. Die Reise war lang und gefahrvoll gewesen, doch die Verheißung, im Kloster Zuflucht zu finden, wo er sein Haupt niederlegen und seine müden Knochen ausruhen konnte, hielt ihn aufrecht.

Allmählich begann das Licht zu schwinden, aber der Sturm wütete weiter. Aus dem Schutz des Unterholzes ertönte der klagende Schrei einer Eule, ein einsamer Wächter in der weiten, nassen Wildnis. Laurentius wusste, dass der Ruf des Tieres eine Warnung war, ein Vorbote der herannahenden Nacht und der damit einhergehenden Verschlimmerung des Sturms. Er flüsterte Stern beruhigende Worte zu, seine Stimme heiser in der Kälte des Abends, die den Esel zum Durchhalten ermutigten.

Im letzten Licht des Tages tauchte die Silhouette des Klosters aus dem Nebel auf. Seine dicken, mit Flechten und Moos besprenkelten Mauern hatten dem Zahn der Zeit und den Launen der Elemente widerstanden. Die kleinen Fenster, die wie müde Augen in das steinerne Antlitz des Gebäudes eingelassen waren, leuchteten mit dem Versprechen von Schutz und Wärme.

Über dem Haupttor läutete feierlich eine Glocke, deren hoher Klang durch die Berge hallte. Mit einem Aufatmen trat Laurentius durch das offen stehende Tor in den Innenhof. Das vom Regen glatte Kopfsteinpflaster glänzte im schwachen Schein einer Laterne, die neben einer massiven Holztür hing. Hinter den schmalen Fenstern der Kapelle schien warmes Kerzenlicht. Stern schnaubte und schüttelte den Regen ab, so gut er konnte.

Ein Mönch trat aus der Tür, dessen Gewand so dunkel wie der Abendhimmel war. Er kam auf sie zu und neigte sein kahlrasiertes Haupt zum Gruß. Sein Gesicht war eine Landkarte der Zeit, geätzt mit Linien, die von Jahren der Kontemplation und Hingabe sprachen.

Laurentius erwiderte den Gruß. »Ich erbitte Unterkunft für die Nacht, ehrenwerter Bruder.«

Der Mönch nickte und nahm ohne ein Wort die Zügel von Stern, um das Tier zu den Ställen zu führen.

Die Ställe waren einfach, aber gepflegt, und der Duft von frischem Heu und tierischer Wärme umgab sie beim Eintreten. Sterns Muskeln entspannten sich, als der Mönch den Sattel mit dem Proviantbeutel und der in Ölzeug gewickelten Decke abschnallte. Die Kreatur war müde und atmete schwer, doch in seinem Blick lag Dankbarkeit, als man sich um ihn kümmerte. Der Mönch gab dem Esel einen sanften Klaps auf den Hals.