Das Theunissen-Testament - Hinrich Matthiesen - E-Book

Das Theunissen-Testament E-Book

Hinrich Matthiesen

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Beschreibung

In Hamburg kommen die zwölf Nichten und Neffen des Reeders Claas Theunissen zur Testamentseröffnung zusammen. Sie haben die sichere Erwartung, ein beträchtliches Erbe anzutreten. Doch Das Theunissen-Testament sieht etwas anderes vor. Die Reederei wird in zwei gleich große Unternehmen geteilt. John führt das eine, Olaf das andere. Wer nach Ablauf von sechs Jahren die bessere Bilanz hat, bekommt die ganze Reederei und was sonst noch zur Erbmasse gehört. Für John und Olaf beginnt ein gnadenloser Konkurrenzkampf. Nach einem Jahr liegt Olaf vorn. Da trifft die Nachricht ein, dass sein ältestes Schiff, die OLGA THEUNISSEN, bei ruhiger See vor der chilenischen Küste gesunken ist. Es hat zwei Tote gegeben. Die Frachtpapiere weisen als Ladung neuntausend Tonnen Kupfer aus. Wert: ca. 36 Millionen Mark. Aber Taucher der Versicherungsfirma stellen fest: An Bord der OLGA THEUNISSEN befindet sich nicht ein einziges Gramm Kupfer. Neuntausend Tonnen Schrott liegen in den Laderäumen. Hat Olaf sich auf diese makabre Weise einen noch größeren Vorsprung verschaffen wollen? Oder wollte John seinem Vetter das Verbrechen unterschieben? Beide haben ein starkes Motiv: den mörderischen Parcours als Sieger zu verlassen…

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Hinrich Matthiesen

 

Jahrgang 1928, auf Sylt geboren, wuchs in Lübeck auf. Die Wehrmacht holte ihn von der Schulbank. Zurück aus der Kriegsgefangenschaft, studierte er und wurde Lehrer, viele Jahre davon an deutschen Auslandsschulen in Chile und Mexico. Hier entdeckte er das Schreiben für sich.

1969 erschien sein erster Roman: MINOU. Dreißig Romane und einige Erzählungen folgten. Die Kritik bescheinigte seinem Werk die glückliche Mischung aus Engagement, Glaubwürdigkeit, Spannung und virtuosem Umgang mit der Sprache. Die Leser belohnten ihn mit hohen Auflagen.

Immer stehen im Mittelpunkt seiner Romane menschliche Schicksale, Menschen in außergewöhnlichen Situationen. Hinrich Matthiesen starb im Juli 2009 auf Sylt, wo er sich Mitte der 1970er Jahre als freier Schriftsteller niedergelassen hatte.

 

»Zum literarischen Markenzeichen wurde der Name Matthiesen nicht zuletzt durch die Kunst, in eine pralle Handlung Aussagen zu verweben, die außer dem aktuellen stets auch einen davon unabhängigen Bezug haben. Gedankliche Strenge, sprachliche Disziplin und ein offensichtlich unauslotbarer verbaler Fundus lassen Matthiesen zu einem Kompositeur in Prosa werden.«

Deutsche Tagespost

 

»Matthiesen ist zu beneiden um seine Fähigkeiten: Kompositionstalent, menschliche Einfühlung, scharfe Beobachtungsgabe – und vor allem um seinen Stil«

Deutsche Welle

 

»Matthiesen ist für seine genauen Recherchen bekannt. Seine Bücher weichen nicht einfach in exotische Abenteuer aus, sondern befassen sich immer wieder mit deutscher Vergangenheit und Gegenwart. Unterhaltsam sind sie allemal.«

FAZ-Magazin

Werkausgabe Romane Band 25

Herausgegeben von Svendine von Loessl

 

Der Roman

 

In Hamburg kommen die zwölf Nichten und Neffen des Reeders Claas Theunissen zur Testamentseröffnung zusammen. Sie haben die sichere Erwartung, ein beträchtliches Erbe anzutreten. Doch das Theunissen-Testament sieht etwas anderes vor. Die Reederei wird in zwei gleich große Unternehmen geteilt. John führt das eine, Olaf das andere. Wer nach Ablauf von sechs Jahren die bessere Bilanz hat, bekommt die ganze Reederei und was sonst noch zur Erbmasse gehört.

Für John und Olaf beginnt ein gnadenloser Konkurrenzkampf. Nach einem Jahr liegt Olaf vorn. Da trifft die Nachricht ein, dass sein ältestes Schiff, dieOlga Theunissen, bei ruhiger See vor der chilenischen Küste gesunken ist. Es hat zwei Tote gegeben. Die Frachtpapiere weisen als Ladung neuntausend Tonnen Kupfer aus. Wert: ca. 36 Millionen Mark. Aber Taucher der Versicherungsfirma stellen fest: An Bord derOlga Theunissenbefindet sich nicht ein einziges Gramm Kupfer. Neuntausend Tonnen Schrott liegen in den Laderäumen.

Hat Olaf sich auf diese makabre Weise einen noch größeren Vorsprung verschaffen wollen? Oder wollte John seinem Vetter das Verbrechen unterschieben? Beide haben ein starkes Motiv: den mörderischen Parcours als Sieger zu verlassen…

 

Titelverzeichnis der Werkausgabe in 31 Bänden am Ende des Buches

Hinrich Matthiesen

Das Theunissen-Testament

Roman

:::

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Werkausgabe Romane

Herausgegeben von Svendine von Loessl

Band 25

1

 

Es war ein heißer Augusttag mit Temperaturen, wie Hamburg sie nur selten erlebte. Bereits morgens um zehn hatte man im Schatten achtundzwanzig Grad gemessen. Die Mittagsstunde hatte die Quecksilbersäule dann noch um vier weitere Grade nach oben getrieben. Jetzt war es drei Uhr am Nachmittag, und die Hitze ließ nicht nach, sodass die meisten der im Amtsgericht Hamburg, Abteilung für Nachlasssachen, versammelten Männer und Frauen, die allesamt schon über die Lebensmitte hinaus waren, sichtbar litten. Sie hatten verschwitzte, aufgelöste Gesichter, fächelten sich mit Aktendeckeln oder auch mit der bloßen Hand Luft zu, und einige der Männer hatten trotz des feierlichen Anlasses die Jacken ausgezogen und sie über die Stuhllehnen gehängt.

Sie saßen an einem langen Tisch, der deutliche Spuren jahrzehntelanger Nutzung trug. Einen der beiden Stirnplätze hatte der Rechtspfleger Kraft eingenommen. Ihm gegenüber saß der Notar Dr. Krogmann, den Claas Theunissen, der Erblasser, zum Testamentsvollstrecker bestimmt und dessen Anwesenheit bei der Eröffnung er verfügt hatte. Die Besucher waren zu je sechs an den Längsseiten des Tisches aufgereiht, aus Krogmanns Sicht linker Hand die Brüder Maynhard und Herbert Oldeboom mit ihrer Schwester Gesine Krages und dazu die Kinder von Peter Theunissen senior, nämlich Peter, Hans und Mira Theunissen, rechter Hand Katharina Theunissens Kinder Ludwig Eggert und Bärbel Hoffmann sowie die beiden Geschwisterpaare Olaf Theunissen/Hanna Ebeling und John Theunissen/Clara Bärwald.

Es war nicht nur die große Hitze, die den Zwölfen so zu schaffen machte, hinzu kam die innere Anspannung, die sich ihrer bemächtigt hatte, seit aus Chile der Bescheid vom Tod ihres Onkels Claas gekommen war, und die sich bis hin zu der für diesen Nachmittag anberaumten Testamentseröffnung immer weiter gesteigert hatte. Kein Wunder also, dass der Schar der Nichten und Neffen Erschöpfung und Nervosität von den Gesichtern abzulesen waren. Kein Wunder aber auch, dass trotz der drückenden Hitze alle erschienen, ja, einige sogar von weit her angereist waren, sollte sich nun doch erweisen, nach welchem Verteilerschlüssel das riesige Vermögen des Onkels auf die Verwandtschaft kommen würde.

Über den Umfang gab es bislang nur Vermutungen, abgesehen von dem, was für jedermann sichtbar oder doch errechenbar war wie die Schiffe und die Immobilien. Einzig Ludwig und Bärbel hatten vor vielen Jahren durch ihre Mutter, die Lieblingsschwester des Verstorbenen, von einer Zahl erfahren, die der Krösus ihr gegenüber genannt hatte. Allerdings war diese Zahl selbst für eine grobe Einschätzung vollkommen unbrauchbar, denn Claas Theunissen hatte der mit gespitzten Ohren Dasitzenden erklärt, die neunzig Millionen seiner Konten und seiner Aktien, Schiffe und Häuser also nicht eingerechnet, seien ihm wahrlich nicht in den Schoß gefallen. Die Mutter hatte die brennende Frage, ob es sich dabei um chilenische Pesos, D-Mark oder Dollar handele, nicht zu stellen gewagt, und damit war alles offengeblieben, denn ein Dollar war zu jener Zeit einige Hundert Mal so viel wert wie ein Peso. Da aber alle Erben die chilenischen Häuser durch Beschreibungen und die deutschen vom Sehen her kannten und außerdem wussten, dass da vierundzwanzig Theunissen-Frachter, jeder von respektabler Tonnage, ständig unterwegs waren, bedurfte es keiner übersteigerten Fantasie, um sich der Vorstellung hinzugeben, dieser glühendheiße Augustnachmittag könnte sie – trotz der zu erwartenden fiskalischen Einmischung – zu Millionären machen, und zwar nicht nur zu solchen mit mageren Pesos.

»Sie sind«, begann der Rechtspfleger, der zwei weiße, verschlossene Umschläge imDIN-A4-Format vor sich auf den Tisch gelegt hatte, »vollzählig erschienen und haben sich ausgewiesen. Vor mir liegt das Testament Ihres Onkels Claas Theunissen, und zwar hier…«, mit der Linken tippte er kurz auf den ersten Umschlag, »die deutsche Fassung und hier«, seine Rechte legte sich auf den zweiten, »die spanische. Jeder von Ihnen bekommt eine Ausfertigung des spanischen wie auch des deutschen Textes, bei dem es sich um eine vom Konsulat vorgenommene offizielle Übersetzung handelt. Haben Sie, bevor ich mit der Verlesung anfange, noch Fragen?« Er blickte die beiden Reihen entlang.

»Ja«, sagte nach einer Weile Hans Theunissen. »Soweit uns bekannt ist, hat Onkel Claas sein Testament vor vier oder fünf Jahren gemacht und darin uns allen beträchtliche Werte zugesprochen. Ist es das Ihnen jetzt vorliegende?«

»Nein, es ist ein neues, erst kurz vor seinem Tode aufgesetzt. Und Sie müssen wissen, nur das jeweils letzte Testament ist gültig. Es setzt, selbst wenn nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird, etwaige vorangegangene Verfügungen außer Kraft. Noch weitere Fragen?« Wieder blickte der Rechtspfleger in die Runde, aber alle schienen von seinen Worten beeindruckt, wenn nicht eingeschüchtert zu sein, denn es herrschte beklommenes Schweigen.

»Dann beginnen wir!« Er nahm den links liegenden Umschlag auf, öffnete ihn, zog eine Reihe eng mit Maschine beschriebener Blätter heraus und las vor:

»Ich, Claas Theunissen, geboren am 2. Juni 1908 in Osterhever/Eiderstedt, wohnhaft in Valparaíso/Chile,Calle Templeman,gebe hiermit meinen Letzten Willen zu Protokoll. Mein am 25. Februar 1986 verfasstes Testament sowie alle weiteren möglicherweise von mir vor dem heutigen Tag mündlich oder schriftlich getroffenen Verfügungen hinsichtlich meines Nachlasses sind damit unwirksam, und es gilt für den Fall meines Ablebens nur das nachfolgend Dargelegte.

 

§ l

Eine allgemeine Erklärung vorweg. Es ist schwer für mich, die Verteilung vorzunehmen. Gerecht kann sie nicht ausfallen. Aber ich bemühe mich, sie so sinnvoll wie möglich zu gestalten. Keiner von Euch hat irgendetwas aus meiner Hinterlassenschaft verdient. Das wisst Ihr. Da hätte er dann schon an der Schaffung meines Besitzes mitgewirkt oder sich in besonderer Weise um mich gekümmert haben müssen. Das war nicht der Fall. Es konnte auch gar nicht dazu kommen, denn zu Bewährungen dieser Art habe ich Euch nie die Gelegenheit gegeben. Wenn ich dennoch mein Vermögen weder dem Staat noch einer Stiftung überlasse, dann deshalb, weil es noch Menschen gibt, die zu meiner Familie gehören. Meine Geschwister, die leider alle vor mir gestorben sind, standen mir nah. Ihr seid deren Kinder, und so lag es auf der Hand, meinen Nachfolger in Euren Reihen zu suchen. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass John und Olaf Theunissen, die Söhne meiner Brüder Rasmus und Paul, die besten Voraussetzungen für eine Fortführung meiner Geschäfte mitbringen. Wie das im Einzelnen aussehen soll, wird später dargestellt werden. Ich komme jetzt zu den anderen Bestimmungen meines Letzten Willens.

 

§ 2

Zu meinen Testamentsvollstreckern ernenne ich den Notar Herrn Dr. Julius Krogmann in Hamburg sowie Herrn Direktor Manuel López Vergara von derBANCO DE CHILEin Valparaíso. Herr Dr. Krogmann ist berechtigt, dem zuständigen Gericht in Hamburg nahezulegen, eine weitere Person seines Vertrauens zum dritten Testamentsvollstrecker zu ernennen.

 

§ 3

Mein Wohnhaus in derCalle Templemanin Valparaíso vermache ich mit Inventar meiner langjährigen Haushälterin, Frau Catalina Cañas Romero, frei von allen Lasten. Frau Cañas erhält außerdem ein Legat von 50000 US-Dollar und dazu eine monatliche Rente von 500 US-Dollar bis an ihr Lebensende. Frau Cañas übernimmt, wie abgesprochen, zusammen mit meinem Gärtner, Herrn Ruben Muñoz Peralta, die Pflege meiner Grabstätte auf dem Friedhof von Playa Ancha.

 

§ 4

Meine nachfolgend aufgeführten Neffen und Nichten erhalten je ein Legat in Höhe von 50000 US-Dollar: Peter Theunissen, Hans Theunissen, Mira Theunissen, Ludwig Eggert, Bärbel Hoffmann geb. Eggert, Maynhard Oldeboom, Gesine Krages geb. Oldeboom, Herbert Oldeboom, Hanna Ebeling geb. Theunissen und Clara Bärwald geb. Theunissen. Sollte jemand von ihnen vor meinem Ableben verstorben sein, so geht das Legat an seine gesetzlichen Erben.

 

§ 5

Meine Pflegerin, Frau Eugenia Ordaz Ramirez,HOSPITAL ALEMÁN, erhält fünfzig 100-Peso-Goldmünzen und fünfzig 20-Pfund-Sterling-Goldmünzen aus dem in meinem Safe derBANCO DE CHILEbefindlichen Bestand.

 

§6

Herr Dr. Robles Iturbide,HOSPITAL ALEMÁN, erhält ebenfalls fünfzig 100-Peso-Goldmünzen und fünfzig 20-Pfund-Sterling-Goldmünzen aus meinem Safe.

 

§ 7

Mein Gärtner, Herr Ruben Muñoz Peralta, erhält ein Legat in Höhe von 25000 US-Dollar.

§ 8 Die in meinem Haus in derCalle Templemantätige Paola Ramirez Vizcaíno erhält ein Legat von 25000 US-Dollar.

 

§ 9

Die in meinem Eiderstedter Haus tätige Georgine Jensen erhält a) Wohnrecht in ebendiesem Haus bis an ihr Lebensende und b) ein Legat von 50000 US-Dollar sowie eine monatliche Rente von 500 US-Dollar.

 

§ 10

Während meines Aufenthaltes imHOSPITAL ALEMÁNvon Valparaíso hatte ich Gelegenheit, die fünfjährige Carmen Patino González zu besuchen, die in Limache von einem Auto überfahren wurde und mehrfach operiert werden musste. Es ist noch ungeklärt, ob die Versicherung des Autofahrers die Krankenhaus- und Arztkosten übernimmt. Sollte das nicht der Fall sein, so geht ein Betrag in Höhe von 10000 US-Dollar an die Eltern des Mädchens, die aber von dieser Maßnahme erst erfahren dürfen, wenn feststeht, dass die Versicherung nicht zahlt.

 

§ 11

Die Herren Manuel Lopez Vergara und Dr. Julius Krogmann erhalten außer den für ihre Tätigkeit als Testamentsvollstrecker üblichen Honoraren je einen Betrag von 100000 US-Dollar. Gegebenenfalls treten an ihre Stelle als Begünstigte ihre gesetzlichen Erben.

 

§ 12

Von meinen Angestellten zu Land und zu Wasser erhalten wegen langjähriger und verdienstvoller Tätigkeit bei derTHEUNISSEN REEDEREIfolgende Personen je ein Legat, dessen Höhe im Einzelnen angegeben ist: Herr Peter Thormeier: 100000 US-Dollar, Herr Jürgen Wessel: 100000 US-Dollar, Frau Elisabeth Mischke: 50000 US-Dollar, Herr Robert Varnhagen: 25000 US-Dollar, Herr Kapitän Ahrens: 50000 US-Dollar, Herr Kapitän Wohlert: 50000 US-Dollar. Gegebenenfalls geht das Legat an die gesetzlichen Erben.

 

§ 13

Den Matrosen Eckehard Drews und Rüdiger Hansen sind, sobald für sie der Besuch der Seefahrtschule beginnt, einmalige Ausbildungsbeihilfen in Höhe von 10000 US-Dollar zu zahlen, falls sie sich verpflichten, nach Erhalt ihrer Offizierspatente noch mindestens zehn Jahre für dieTHEUNISSEN REEDEREIzu fahren. Sollten sie trotz ihrer Zusage innerhalb des genannten Zeitraums die Reederei wechseln, so haben sie die Beihilfen zurückzuzahlen.

 

§ 14

Es widerstrebt mir, meinen umfänglichen Besitz dem Risiko auszusetzen, dass er gleich nach dem Erbfall verkauft wird. Ebenso wenig möchte ich, dass derjenige, dem das Erbe zufällt, die Hände in den Schoß legt, meine Angestellten für sich arbeiten lässt und mit dem, was sie erwirtschaften, ein bequemes Leben führt. Ich wünsche vielmehr, dass er mit Fleiß, Energie und Verantwortung in meinem Sinne tätig ist. Um das zu gewährleisten, treffe ich hiermit eine Regelung, die darauf abzielt, Tüchtigkeit zu belohnen. DieTHEUNISSEN REEDEREIwird in zwei voneinander unabhängige Schifffahrtsunternehmen gleicher Größe aufgeteilt. Für die Dauer von sechs Jahren soll das eine mein Neffe John Theunissen, das andere mein Neffe Olaf Theunissen übernehmen. Nach Ablauf dieser Frist werden die Reedereien wieder zusammengeführt und demjenigen zugesprochen, der die bessere Bilanz aufzuweisen hat. Jedem der beiden wird einer meiner bewährten Prokuristen zur Seite gestellt. Auch das übrige Personal wird entsprechend aufgeteilt. Die Durchführung des Firmen-Splittings wie auch die Ermittlung des Siegers obliegen einem von Herrn Dr. Krogmann beauftragten Wirtschaftsinstitut. John und Olaf Theunissen erhalten während der gesetzten Frist die für Geschäftsführer üblichen Gehälter. Sollte einer der genannten Neffen sich nachweislich illegaler oder auch nur anrüchiger Geschäftspraktiken bedienen, die mit den Grundsätzen eines hanseatischen Kaufmanns nicht vereinbar sind, so scheidet er aus dem Wettbewerb aus. Die dann wieder zusammenzuführende Reederei fällt dem anderen als Eigentum zu. Sollten beide sich unlauterer Mittel bedienen, geht mein Besitz in eine Stiftung ein, und die erzielten Überschüsse werden zum Bau und zum Erhalt von Seemannsheimen verwendet. Einzelheiten zu diesem Punkt, zum Beispiel die Frage, wann ein Geschäftsgebaren als unehrenhaft anzusehen ist und wer darüber zu befinden hat, sind von mir in Zusammenarbeit mit den Herren Thormeier und Wessel formuliert und Herrn Dr. Krogmann übersandt worden.

 

§ 15

Was nach Ablauf der Sechsjahresfrist an den neuen Firmenchef übergeht, umfasst nicht nur dieTHEUNISSEN REEDEREI, sondern auch meinen übrigen Besitz, soweit darüber nicht in den Paragrafen 3 bis 13 anders verfügt wurde. Diese Zuwendungen ausgenommen, handelt es sich um drei Immobilien, und zwar je eine in Panitao bei Puerto Montt, Hamburg und Osterhever/Eiderstedt, ferner um meine Aktien, die in einem Zusatzblatt zu diesem Testament aufgeführt sind, sowie um meine Bankguthaben bei derBANCO DE CHILEin Valparaíso und Puerto Montt, bei derSÜDAMERIKANISCHEN BANKin Hamburg und bei derRAIFFEISENBANKEiderstedt. Die Übernahme der Häuser versteht sich jeweils mit Inventar, bei dem Rancho in Panitao auch mit den Ländereien und mit dem Viehbestand.

 

§ 16

Der in dem genannten Wettbewerb Unterliegende erhält eine einmalige Abfindung in Höhe von 250000 US-Dollar. Das gilt jedoch nicht für den Fall, dass er unehrenhaft ausgeschieden ist.«

 

Der Rechtspfleger hob den Blick, sah kurz nach links und dann nach rechts und fuhr fort: »Es folgen neben der Orts- und Zeitangabe, nämlich Valparaíso, 24. Juni 1990, die Unterschriften, und zwar die des Erblassers und die des Notars. Des Weiteren folgen verschiedene Stempel und Gebührenmarken.«

Er atmete tief durch und lehnte sich zurück. Die Versammelten schwiegen, jedenfalls zunächst. Zu groß war wohl, ausgenommen bei John und Olaf Theunissen, die Enttäuschung.

Der Rechtspfleger nutzte die Pause, um sich zu verabschieden. Er bat Dr. Krogmann, der Erbengemeinschaft für die Erörterung von Einzelheiten noch zur Verfügung zu stehen, und ging. Nach einigen Minuten sagte Hans Theunissen, und er sagte es sehr laut:

»Das ist ungeheuerlich! Da wird man jahrelang in dem Glauben belassen, man würde einen Hof mit soundso viel Hektar Land und soundso viel Stück Vieh erben, und wenn es endlich so weit ist, heißt es: April, April!«

Dr. Krogmanns Gesicht verfinsterte sich. »Habe ich mich verhört, oder sagten Sie soeben ›endlich‹?«

»Das meinte ich nicht so«, antwortete Hans Theunissen, »ich finde nur…«

Der Notar unterbrach ihn schroff: »Wer da sagt, ein Ereignis sei endlich eingetreten, verrät damit, dass er voller Ungeduld darauf gewartet hat. In diesem Falle erscheint mir eine solche Einstellung doch recht… unangemessen.«

Hans Theunissen wurde rot, aber nicht vor Scham, sondern vor Zorn. »Ich bin nicht hierhergekommen, um mich zurechtweisen zu lassen!«

»Das weiß ich. Trotzdem habe ich mir diese Bemerkung erlaubt, denn Claas Theunissen war ein ehrenwerter, hochgeschätzter Mann, für mich dazu ein Freund. Sein Tod ist ein großer Verlust.«

Im Verlauf der nächsten halben Stunde wurde noch dieser und jener Kommentar abgegeben, und jedes Mal kam Bestürzung zum Ausdruck. Man war hergekommen, um als Millionär zu gehen, und musste nun mit einem Bruchteil des Erwarteten vorliebnehmen.

Zwei am Tisch, John und Olaf, sagten gar nichts, nickten nur nach rechts und nach links, wenn sie auf ihren für alle überraschenden Status der Auserwählten angesprochen wurden. Mehr als einmal sahen die beiden sich an, und das waren dann Blicke, die zum einen Stolz widerspiegelten, zum anderen aber auch schon die beginnende Gegnerschaft verrieten.

John, der um fast zwei Jahre ältere, war ein großer, schlanker, sportlicher Mann, dem man nicht ansah, dass er auf die Fünfzig zuging. Er hatte die dunklen Augen und das dunkle Haar seiner Mutter, die aus Süddeutschland stammte. Auch die Beredsamkeit, über die er von Kindesbeinen an verfügte und die sich später, in seinem Berufsleben, als eine äußerst nützliche Begabung erwies, war wohl eine mütterliche Mitgift. Meistens trug er helle Kleidung von lässiger Eleganz, hatte aber diesmal einen dunklen Anzug gewählt. Die Jacke hatte er über die Stuhllehne gehängt. Trotz der Hitze wirkte das weiße Batisthemd wie gerade erst angezogen.

Olaf dagegen sah mitgenommen aus. Auch er hatte sich der Jacke entledigt. Sein hellblaues Hemd war schweißgetränkt und zerknittert, und auf seinem leicht geröteten Gesicht perlte es. Er war nur wenige Zentimeter kleiner als John, allerdings wesentlich kompakter. Sein blondes und schon etwas gelichtetes Haar changierte ins Grau. Im Gegensatz zu seinem Rivalen hatte er helle Augen.

Gegen fünf Uhr löste die große Gruppe sich auf, eine kleine blieb noch beisammen, denn Dr. Krogmann musste den beiden künftigen Reedern eine ganze Reihe von Instruktionen geben. Doch für diese Mitteilungen war das Amtsgericht nicht mehr der rechte Ort, und so fuhren die drei Männer in dieTHEUNISSEN REEDEREI, setzten sich dort, eingewiesen von Frau Mischke, in das Büro des Erblassers.

»Wie ist er eigentlich zu diesem großen Vermögen gekommen?«, fragte John.

»Nicht gerade wie der legendäre Tellerwäscher«, antwortete Krogmann, »aber ein bisschen davon hat seine Geschichte schon, denn als er sich in Valparaíso niederließ, besaß er nur ein paar Ersparnisse aus seiner Fahrenszeit als Schiffsoffizier und Kapitän. Mit diesem Geld kaufte er Aktien und erwarb auch zwei kleine Frachter, die zusammen grad mal elfhundert Tonnen hatten.«

»Kümos also«, meinte John.

»Ja, es waren Winzlinge. Der eine hießLA SERENAund der andereTRINIDAD, und sie fuhren nur zwischen Antofagasta und den Schäreninseln im Süden Chiles hin und her. Ihr Onkel hatte schon immer von einer Reederei mit Sitz in Hamburg geträumt, aber damit musste er dann noch etliche Jahre warten, wegen des Krieges. Ja, und als der zu Ende war, sah es mit dem deutschen Standort noch immer schlecht aus, denn infolge des Potsdamer Abkommens von 1945 hatte Deutschland aufgehört, eine seefahrende Nation zu sein. Erst vier Jahre nach Kriegsende durften wir wieder Schiffe kaufen, bald darauf auch wieder selbst bauen. Da stieß Claas Theunissen die beiden Kümos ab, ebenso einen Teil seiner Aktien, und kaufte einen belgischen und einen norwegischen Frachter.«

»Er taufte sie auf die Namen seiner Eltern, Maynhard und Gesine Theunissen, um«, sagte Olaf.

»Ja«, erwiderte Krogmann, »und im Laufe der Jahre brachte er fast die gesamte Sippe in seinem Schiffsbestand unter, Katharina, Luise, Paul, Rasmus Theunissen und so weiter.«

»Also ging es steil nach oben«, sagte John.

Krogmann nickte, schränkte dann aber seine Zustimmung ein: »Rückschläge gab es auch. DieKATHARINAgeriet 1965 bei Kap Finisterre in einen schweren Sturm und sank. Zum Glück konnte die Besatzung gerettet werden. Nur drei Monate später trieb dieLUISE THEUNISSENmanövrierunfähig auf die norwegische Küste zu, wurde gegen ein Riff geworfen und zerbrach. Ein Leichtmatrose kam ums Leben. Zu der Zeit hatte Ihr Onkel außer mit diesen beiden Totalverlusten auch noch mit verschärften Wettbewerbsbedingungen zu tun, doch er kämpfte sich durch, vercharterte einige seiner Schiffe nach denUSA, ließ Neubauten vom Stapel laufen, und Mitte der siebziger Jahre war seine Flotte auf vierzehn Einheiten mit einer Gesamt-Tonnage von neunzigtausend Tonnen angewachsen. Wie Sie wissen, zählt die Reederei heute zu den größten privaten Schifffahrtsunternehmen Europas.«

»Und es blieb ja nicht bei den Schiffen«, sagte John.

Wieder nickte Krogmann. »Stimmt. Er hat noch mehr hinterlassen, sein schönes Haus in Valparaíso, den Rancho im Süden Chiles, den Besitz an der Elbchaussee, den Haubarg in Eiderstedt, dazu die Aktien. Sie sehen, der Wettkampf lohnt sich.«

Die Prokuristen Thormeier und Wessel traten ein, breiteten fast ein Dutzend dicker Akten auf dem Schreibtisch aus, begannen mit ihren Erläuterungen.

 

Es war schon später Abend, als John und Olaf sich verabschiedeten. Das kleine Wegstück bis zu den Autos gingen sie zusammen. Aber noch stiegen sie nicht ein. John war es, der an einen anderen Wettkampf erinnerte, der vor langer Zeit stattgefunden hatte:

»Weißt du noch? Damals? Als es um Großvaters Uhr ging?«

Sofort war auch bei Olaf die alte Geschichte wieder präsent. Er war vierzehn, John fast sechzehn Jahre alt. Sie verbrachten ihre Ferien in dem alten Eiderstedter Bauernhaus. Sein riesiges Reetdach war ihnen immer wie eine schützende Haube vorgekommen, die sie nicht nur gegen übles Wetter abschirmte, sondern auch gegen die in ihren Hamburger Elternhäusern nicht gerade selten auftretenden Zwistigkeiten. Eines Tages forderte der Großvater beide, die auf dem Hof so manchen bäuerlichen Handgriff erlernt hatten, auf, einen Wettkampf auszutragen. Es war die Zeit der Schafschur, und nun sollten die Enkel ihre Fähigkeiten bei der Wollgewinnung unter Beweis stellen. Jeder hatte ein Schaf zu scheren, und wer zuerst fertig war, würde als Preis Großvaters Taschenuhr bekommen. Der Alte stand am Gatter, in der Hand das kostbare Stück.

Und los ging’s, zunächst mit dem Fesseln. Jeder schnürte seinem Tier die Vorderbeine zusammen und band dann noch eins der Hinterbeine mit ein, wie sie es gelernt hatten. Dann wurde das Schaf auf den Rücken gelegt, denn die Schur würde am Bauch beginnen. Sie hatten keine modernen, elektrisch betriebenen Schneidegeräte, sondern nur die alten, aus einem einzigen Metallstück hergestellten Scheren, die sie allerdings vorher am Schleifstein gewetzt hatten. Sie fingen an zu schneiden, und die Wolle stob nur so von ihren flinken Händen. Olaf machte das Rennen. Er brauchte sechzehn Minuten, John siebzehneinhalb. Doch der Großvater war ebenso sorgsam wie unerbittlich. Olaf wurde schon nach kurzer Inspektion disqualifiziert, weil es am Bauch seines Schafes eine winzige Blutspur gab. Er war in seinen Bewegungen zu fahrig gewesen, hatte in der Eile das Tier angeritzt. Die schöne Taschenuhr erhielt John, und selbstverständlich fand Olaf die Entscheidung gerecht, hatte es doch geheißen: Nicht nur die Zeit, sondern auch die Qualität der Schur geht in die Wertung ein.

»Ja«, antwortete er nun, »ich war damals schneller, und du warst besser. Also, auf ein Neues! Jetzt geht es um Schiffe, und der Preis ist keine Taschenuhr, sondern ein Imperium. Allerdings wäre mir diesmal eine andere Konstellation lieber gewesen, zum Beispiel wir beide gegen die anderen zehn. Wir hätten sie mit Bravour geschlagen.«

»Onkel Claas hat’s aber so nicht gewollt«, antwortete John. »Was wirst du mit deinem Holzhandel machen? Ihn nebenher weiterbetreiben?«

Olaf schüttelte den Kopf. »Dafür hab’ ich von nun an keine Zeit mehr. Mein Sohn ist zwar noch nicht ganz so weit, aber er muss den Laden trotzdem übernehmen. Und dein Geschäft?«

»Vielleicht setze ich einen tüchtigen Mitarbeiter auf meinen Stuhl, denn einen Nebenjob wird es auch für mich nicht geben. Der alte Claas hat sich was gedacht bei diesem Wettkampf, hat den totalen Einsatz gewollt. Packen wir’s an!«

»Dass ich dir dabei eine glückliche Hand wünsche, kann ich nicht gerade sagen.«

»Dito, mein Lieber.«

»Aber unsere schönen Erinnerungen sollten wir trotzdem nicht vergessen.«

»Hast recht. Bitte, grüß zu Haus!«

»Du auch!«

Jeder stieg in seinen Wagen, John in einen dunkelbraunenOPEL CARAVAN, Olaf in einen grünenHONDA PRELUDEmit der FirmenaufschriftTHEUNISSEN-HOLZ IM- UND EXPORT. Es war ein denkwürdiger Tag für die beiden, die im Alter von fast fünfzig Jahren überraschend vor der Aufgabe standen, den Beruf zu wechseln.

Wenn die Reederei, wie Dr. Krogmann versichert hatte, auch mit pedantischer Genauigkeit in zwei gleiche Teile getrennt werden würde, so lag doch, rein zufällig, ein kleiner Vorteil auf Seiten Olafs. Immerhin betrieb er den internationalen Holzhandel seit fünfundzwanzig Jahren und wusste daher über Seetransporte Bescheid. Fast täglich hatte er es zu tun mit so exotischen Kürzeln wiefobfürfree-on-boardgelieferte Ware oderciffürcost, insurance and freight,die Kombination aus Warenwert, Versicherung und Frachtkosten, mit Begriffen also, die auch ganz allgemein in der Schifffahrt eine Rolle spielten. Mehrfach hatte er aus der Stadt seines Onkels, aus Valparaíso, chilenisches Caoba-Holz geliefert bekommen, einmal sogar in Santiago einen Geschäftspartner besucht und dabei auch in Valparaíso auf dem Cerro Alegre Station gemacht. Ja, alles in allem war Olaf nicht nur der Seefahrt, sondern wohl auch dem Verstorbenen ein wenig mehr verbunden als John.

2

Die erste Zeit war mörderisch. Für John wie für Olaf hatte der Tag zwölf, vierzehn, ja, manchmal sogar sechzehn Arbeitsstunden, oft genug auch an den Wochenenden. Anfangs ließen sie sich gemeinsam unterrichten, vorwiegend durch die Prokuristen Thormeier und Wessel. Sie lernten, dass die Frachtabteilung es mit Bulkware, auch Schüttgut genannt, zu tun hatte, und mit Containern und Stückgut, ferner mit Nassfracht wie Öl, auch mit Gas, schließlich noch mit Passagieren, die, beförderungstechnisch gesehen, beim Ein- und Ausklarieren als Teil der Ladung galten. Ebenso nahmen sie auf, dass die Reederei die großen Bulkcarrier weitgehend in eigener Regie hatte, und zwar auf der Basis langfristiger Verträge mit Firmen wieKLÖCKNER,MANNESMANNundGUTE HOFFNUNGS HÜTTE. Dagegen schloss sie bei Container- und Stückgutfahrtentime-chartersab, die im Durchschnitt neun bis zwölf Monate liefen. Der Charterer hatte die Brennstoffkosten, die Hafengebühren, das Lotsengeld und die Klarierung zu tragen, und alle anderen Kosten, etwa die für das Personal und die Schiffserhaltung, gingen zu Lasten des Reeders.

Sie erfuhren, dass die Befrachter Assmann und Kramer sich für ihre Abschlüsse entweder alter geschäftlicher Beziehungen bedienten oder aber Broker einschalteten, die ihren Sitz in New York, London, Tokio und Hamburg hatten. Sie hörten und erlebten es dann auch in der Praxis, dass diese Broker lästig werden konnten, indem sie – einmal eingeschaltet – fortan der Reederei mit immer neuen Offerten im Nacken saßen. Nicht selten wurden die Verhandlungen mit ihnen zum Pokerspiel, bei dem es darauf ankam, die Nerven zu behalten.

Ihre Lehrer sprachen auch über Linien-Reedereien, von denen es nicht mehr viele gab, weil die Bindung an feste Routen und Zeitpläne immer unrentabler wurde. Viel mehr lohnte sich da die wilde Trampfahrt, bei der die Schiffe oft im letzten Augenblick, manchmal sogar erst nach dem Auslaufen, ihr Ziel genannt bekamen und die in ihrem Bauch befindliche Ladung im Verlauf der Reise zwei-, drei-, viermal weiterverkauft wurde. Das Frachtpapier,

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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