Jagdzeit in Deutschland - Hinrich Matthiesen - E-Book

Jagdzeit in Deutschland E-Book

Hinrich Matthiesen

4,7

Beschreibung

Paul Kämmerer findet keine Ruhe, solange das vor Jahren in einem Stasigefängnis besiegelte Schicksal seines Sohnes nicht aufgeklärt ist. Von Hamburg aus heftet er sich auf die Spuren des Ex-Stasimajors Kopjella. Doch bald schon muss Kämmerer feststellen, dass eine Organisation untergetauchter Stasioffiziere nun ihrerseits Jagd auf jeden macht, der ihnen zu nahe kommt.

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Hinrich Matthiesen

Jahrgang 1928, auf Sylt geboren, wuchs in Lübeck auf. Die Wehrmacht holte ihn von der Schulbank. Zurück aus der Kriegsgefangenschaft, studierte er und wurde Lehrer, viele Jahre davon an deutschen Auslandsschulen in Chile und Mexico. Hier entdeckte er das Schreiben für sich.

1969 erschien sein erster Roman:MINOU. Dreißig Romane und einige Erzählungen folgten. Die Kritik bescheinigte seinem Werk die glückliche Mischung aus Engagement, Glaubwürdigkeit, Spannung und virtuosem Umgang mit der Sprache. Die Leser belohnten ihn mit hohen Auflagen.

Immer stehen im Mittelpunkt seiner Romane menschliche Schicksale, Menschen in außergewöhnlichen Situationen. Hinrich Matthiesen starb im Juli 2009 auf Sylt, wo er sich Mitte der 1970er Jahre als freier Schriftsteller niedergelassen hatte.

» Zum literarischen Markenzeichen wurde der Name Matthiesen nicht zuletzt durch die Kunst, in eine pralle Handlung Aussagen zu verweben, die außer dem aktuellen stets auch einen davon unabhängigen Bezug haben. Gedankliche Strenge, sprachliche Disziplin und ein offensichtlich unauslotbarer  verbaler Fundus lassen Matthiesen zu einem Kompositeur in Prosa werden. «

Deutsche Tagespost

»Matthiesen ist zu beneiden um seine Fähigkeiten: Kompositionstalent, menschliche Einfühlung, scharfe Beobachtungsgabe – und vor allem um seinen Stil«

Deutsche Welle

»Matthiesen ist für seine genauen Recherchen bekannt. Seine Bücher weichen nicht einfach in exotische Abenteuer aus, sondern befassen sich immer wieder mit deutscher Vergangenheit und Gegenwart. Unterhaltsam sind sie allemal. «

FAZ-Magazin

Werkausgabe Romane Band 27

Herausgegeben von Svendine von Loessl

 

Der Roman

»Ab morgen früh gibt es für mich über längere Zeit hin keinen Beruf mehr und keinen Onkel, kein Haus am Stadtrand und keine Nachbarin. Ab morgen früh bin ich nur noch der Jäger.« Paul Kämmerer findet keine Ruhe, solange das vor Jahren in einem Stasi-Gefängnis besiegelte Schicksal seines Sohnes Tilmann nicht aufgeklärt ist. Fesselnd und anrührend zugleich erzählt Matthiesen von Kämmerers privatem Feldzug gegen eine Gruppe untergetauchter Jäger von einst.

»Ich will keine Rache, Major, denn was brächte es mir, dich tot zu wissen? Aber du sollst mir sagen, wie mein Sohn gestorben ist und wo ihr ihn verscharrt habt!« Kämmerer weiß, dass nicht jeder Stasi-Offizier ein Schweinehund war, und unterscheidet deshalb zwischen befohlenem Unrecht und perfider Eigenmächtigkeit.

Er will Klarheit, folgt jedoch nicht dem Prinzip »Auge um Auge, Zahn um Zahn«, sondern geht differenziert vor. Wie er und seine Helfer agieren und die Profis ins Abseits stellen, das ist aufregender Lesestoff.

Personen und Handlung sind erfunden, nicht aber die Verhältnisse.

 

 

Titelverzeichnis der Werkausgabe in 31 Bänden am Ende des Buches

Hinrich Matthiesen

Jagdzeit in Deutschland

Roman

:::

Bs

Werkausgabe Romane

Herausgegeben von Svendine von Loessl

Band 27

1

»Hoffentlich«, sagte Paul Kämmerer, »ist es unser letzter Abend auf dieser Seite des Zauns!«

»Wenn nicht«, antwortete Bauer Brockmüller, »kommen für uns noch ein paar Zäune dazu. Und Mauern. Und Türme. Und Wächter. Aber wir werden es schaffen! Um halb zehn sind wir drüben.« Er wischte seiner Frau einen Ölfleck von der Stirn. Dann drückte er Tilmann, Paul Kämmerers sechzehnjährigem Sohn, einen Schraubenschlüssel in die Hand und sagte: »Prüf noch mal die Muttern an den Wänden! Sie müssen allesamt fest angezogen sein.«

Der Junge machte sich ans Werk, und unterdessen begutachteten die drei Erwachsenen ein letztes Mal den zum Transporter umgerüsteten Mähdrescher, an dem sie wochenlang, fast immer nachts, gearbeitet hatten. Das sieben Meter lange und acht Tonnen schwere Gefährt hatte einen neuen Motor bekommen, außerdem hinten und an den Seiten zusätzliche Schutzwände und ganz vorn, vor der Fahrerkabine, eine zwei Zentimeter dicke stählerne Frontmaske, die den Grenzzaun niederwalzen sollte. Auch hatten sie den Korntank ein Stück versetzt, um Platz zu schaffen für die drei Nischen, die Brockmüller, der als junger Mann zur See gefahren war, immer nur die Kojen nannte und in denen sich seine Frau und die Kämmerers während der Flucht in den Westen verstecken würden.

Sie hatten bei der Vorbereitung das Letzte aus sich herausgeholt, hatten bis zur Erschöpfung gefräst, geschweißt, genietet, geschraubt, gepinselt, um ihr Fahrzeug am Tag X fertig zu haben, stets auch darauf bedacht, dass die Veränderungen zwar wirksam, aber nicht zu auffällig waren. Die weit nach unten gezogenen Seitenwände des Mähdreschers – so hofften sie – würden die Männer auf dem Turm nicht beachten. Es gab schließlich, je nach Firma und Jahrgang, ganz unterschiedliche Mähdreschertypen, von denen einige nicht nur in die Länder des Ostblocks, sondern auch in den Westen exportiert wurden.

Doch nicht nur um die technischen Vorkehrungen hatten sie sich kümmern müssen. Der Bauernhof war, wie in derDDRüblich, kein familieneigener Betrieb, sondern eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. Das hieß, außer den Brockmüllers gab es noch zwei andere Mitarbeiter, und die hatten von der Umrüstung des Erntefahrzeugs auf keinen Fall etwas mitbekommen dürfen. Brockmüller war auf eine List verfallen, hatte Horst und Lisa Pankratz kurzerhand eine Urlaubsreise vorgeschlagen. »Das machen wir ganz inoffiziell«, hatte er zu ihnen gesagt, »und deshalb dürft ihr nicht groß drüber reden.«

»Aber es ist Erntezeit«, hatte Horst Pankratz zu bedenken gegeben, und er hatte ihm geantwortet: »Ich hab’ ja die beiden Städter hier. Die wollen sich mal so richtig austoben, und zu viert schaffen wir es leicht.«

Die Materialbeschaffung war ebenfalls von langer Hand in die Wege geleitet worden. Die 260 PS starke Maschine – die alte hatte nur 180 PS – stammte aus Kolin. Sie war schwarz über die tschechische Grenze gekommen. Und die großen Montageplatten hatte Brockmüller, wenn auch mit bezahlter Hilfe, weil er sie allein nicht transportieren konnte, in einem Eisenbahn-Ausbesserungswerk gestohlen.

Dem Schritt nach drüben sollte, zur Täuschung der Wächter, eine Scheinaktion vorausgehen, nämlich die wegen der Hitze des Tages auf den Abend verlegte Feldarbeit. Zwei Hektar Gerste warteten auf das gewaltige Fahrzeug vom TypFORTSCHRITT, bei dessen Umbau sie also dafür hatten sorgen müssen, dass es weiterhin seine eigentlichen Funktionen erfüllen konnte.

Brockmüller stieg in die Fahrerkabine. Ihre Frontfläche und auch ihre Seitenwände bestanden vorwiegend aus Glas. An der rechten Seite, die in den entscheidenden Minuten dem Turm zugekehrt sein würde, hatten sie eine Stahlplatte eingefügt, die er vor die Glaswand ziehen konnte, um sich vor den Gewehrkugeln zu schützen.

Marianne Brockmüller und Tilmann kletterten durch die im Dach geschaffene Luke, streckten sich in ihren Nischen aus. Paul Kämmerer öffnete das Scheunentor und stieg dann auch in die Arche Noah, wie er den Mähdrescher für sich nannte.

»Liegt ihr gut?«, fragte er.

»Ich hab’s bequem«, sagte Frau Brockmüller, und Tilmann meinte:

»Ich glaub’, ungefähr so ist es auch in einem U-Boot.«

Brockmüller startete, und der Kasten rumpelte auf den Vorplatz. Die gewaltigen hölzernen Scheunentorflügel blieben offen. Es sollte alles so aussehen wie immer, wenn der Bauer aufs Feld fuhr. Das geöffnete Tor bedeutete, dass er sein Fahrzeug nach getaner Arbeit wieder unter Dach und Fach bringen würde.

Langsam, fast im Schritttempo, ging es über einen Landweg. Es war ein friedliches Bild. Da fuhr in der Abendkühle der Bauer aufs Feld. Die Pfeife im Mund, thronte er auf seinem Sitz und blickte übers Land. Ein zufälliger Beobachter konnte denken, er betrachte das weidende Vieh oder taxiere das Korn. Doch es war anders. Brockmüller interessierte sich weder für den Zustand der Rotbunten noch für die Fülle und Schwere der Ähren, und wenn ihn einzelne landwirtschaftliche Vorgänge wie Schnitt und Drusch und Kornausstoß beschäftigten, dann nur insofern, als sie die Männer auf dem Turm in dem Glauben halten sollten, da leiste jemand, wie sie selbst, seinen Dienst an der Republik.

Nach zehn Minuten war das Gerstenfeld erreicht. Er brachte den Mähdrescher in Startposition, und dann ging es los. Das Ungetüm ratterte über die erste Bahn. Die Messer säbelten das Erntegut in Bodennähe ab, die Einzugsschnecke ergriff es mit ihren steuerbaren Zinken, die Zahnleisten transportierten es ins Innere. Dort schmetterte die Trommel die Körner heraus, die sich gleich darauf im Tank sammelten, und der Häcksler raspelte das Stroh, das am Fahrzeugheck nach draußen geschleudert wurde, aufs Feld fiel und dort als Mulch liegenblieb.

Auch der Silowagen, in den Brockmüller von Zeit zu Zeit den Inhalt des Korntanks entleeren musste, stand bereit. Er hatte ihn schon am Nachmittag hergebracht. Natürlich konnte er ihn diesmal nach der Arbeit nicht mitnehmen, aber das war so ungewöhnlich nicht. Die Männer würden denken. Am nächsten Morgen kommt der Bauer mit dem Trecker und holt die Fuhre ab.

Drei Tankfüllungen passten in den hochbordigen Wagen. Das war immer so, und es dauerte etwa eine Stunde. Und wenn das Fahrzeug anschließend das Feld verließ, mussten die Posten den Eindruck haben, nun ginge es nach Haus. Dass es dann ganz anders käme, dass nach gut hundert Metern der plötzliche Hakenschlag erfolgen und der Kasten mit der für einen Mähdrescher aberwitzigen Geschwindigkeit von sechzig Kilometern pro Stunde durch die minenfreie Schneise auf den Zaun zurasen würde, ahnten sie ja nicht. Doch einstweilen schleppte das Ding sich mit läppischen zehn Sachen übers Feld, hin und her, hin und her.

Marianne Brockmüller hatte die Arme unter dem Kopf verschränkt. Sie träumte vom anderen Deutschland, von dem der Verheißung. Doch dann und wann fiel sie heraus aus ihren Visionen, betete, dass ihr Mann nur ja nicht vergessen möge, die Stahlplatte vor das Glas zu ziehen, oder überlegte, wie weit der Tank schon gefüllt sein mochte, denn der war für sie, auch wenn sie nicht hineinsehen konnte, wie eine Sanduhr.

Tilmann war in Gedanken bei seinen Schulfreunden, die zurückblieben, und er fragte sich, wie die neuen Mitschüler ihn wohl aufnehmen würden.

Bauer Brockmüller dachte: Eine Bahn noch, dann muss ich ausleeren, und ein Drittel der Zeit ist herum. Und dachte: Wenn das Ding gegen den Zaun donnert, halt’ ich mir die Hände vors Gesicht, denn natürlich geht die Kabine dabei zu Bruch, und mir fliegt so einiges um die Ohren…

Paul Kämmerer, der an der rechten Wand lag, wünschte sich, Maria könnte diesen Abend miterleben. Dass er ihr Grab in Halle zurückließ, schmerzte ihn, aber die Toten waren Gott sei Dank über alle Schikanen hinaus. Er wusste, sie würde dieses Wagnis nicht nur gebilligt, sondern es gefordert haben. Wie oft hatte sie gesagt: »Könnte der Junge doch in Freiheit aufwachsen!«

Der Mähdrescher hielt neben dem Silowagen. Brockmüller drückte auf einen der vielen Schalter, und das Abtanken begann. Die Förderschnecke transportierte das Korn durch das schwenkbare Auslaufrohr in den Wagen. Es dauerte nur kurze Zeit. Dann ging es weiter, bahnauf, bahnab. Die zweite Entleerung fand zwanzig Minuten später statt, und dieser abermalige Ausstoß des Getreides war wie das Einläuten der letzten Phase.

Es begann zu dämmern. Brockmüller sah mit Befriedigung, wie in der Ferne allmählich die Konturen verschwammen. Die Silhouette des Dorfes hätte, wenn ihm nicht jeder Meter der Kammlinie genau bekannt gewesen wäre, auch die eines kleinen Waldes sein können. Er blickte hinüber zu dem Hof, den er zwölf Jahre lang bewirtschaftet hatte. Es gab da, dachte er, auch glückliche Zeiten, das Werben um Marianne zum Beispiel, altmodisch, mit viel Respekt. Die Hochzeit. Die ersten gemeinsamen Jahre auf derLPG. Das Glück, resümierte er, kam immer nur auf im Privaten, und wir mussten es verteidigen gegen die Macht und die Dummheit, die von außen drohten.

Abermals ein Schwenk, eine neue Bahn. Wenn ich jetzt wieder oben angekommen bin, überlegte er, ist es nur noch einmal runter und rauf.

Die letzte Kehre. Er warf einen Blick auf den etwa zweihundert Meter entfernten Turm, konnte die Posten schon nicht mehr ausmachen. Er schaltete die Lampen ein, merkte, dass er schneller geworden war, ging sofort wieder herunter mit der Geschwindigkeit.

Er erreichte erneut den Silowagen, schwenkte das Rohr, und wie ein kleiner Wasserfall rauschte gleich darauf das Korn heraus, ergoss sich in den Wagen.

Er kletterte aus der Kanzel, trat an die Fuhre. Der Gipfel des Kornhaufens ragte über die Wände hinaus. Er zog die Plane und auch eine Harke unter dem Wagen hervor, ebnete mit der umgedrehten Zinkenleiste die Ladung und warf dann die Plane darüber, zurrte sie an den Ecken fest, legte die Harke zurück. Er machte alles mit ruhigen, ausgewogenen Bewegungen. Auch wenn er die Männer auf dem Turm nicht sehen konnte, war ihm doch bewusst, dass sie mit Hilfe ihrer Nachtgläser imstande waren, jeden seiner Handgriffe zu verfolgen. Ob sie es taten, war nicht sicher, aber er musste damit rechnen.

Er bestieg wieder die Fahrerkabine, startete. Zunächst ging es vom Feld herunter und dann in Richtung auf seinen Hof. Er fuhr sehr langsam. Noch war der Stein nicht zu sehen, den er schon vor Tagen am Wegrand deponiert hatte. Er war etwa kopfgroß und von hellgrauer Farbe und hatte eine lebenswichtige Funktion, machte er doch eben die Stelle deutlich, an der man abbiegen musste, wenn man auf die minenfreie Spur gelangen wollte.

Das Licht lief nur wenige Meter vor dem Mähdrescher her, aber dort, wohin es fiel, war alles taghell erleuchtet, sodass jede Rille, die die Reifen auf der Hinfahrt im Sand hinterlassen hatten, zu erkennen war. Das schwerfällige Gefährt rumpelte wieder mehr als auf dem Feld, weil vor ein paar Tagen heftiger Regen den Landweg aufgerissen hatte und viele Mulden entstanden waren.

Er sah den Stein, ohne den sie sich das Einschwenken um neunzig Grad nach rechts nicht hatten erlauben dürfen. Zu groß wäre die Gefahr gewesen, sich um einen oder auch nur einen halben Meter zu verschätzen und dann mit einem der Räder die Explosion auszulösen.

Er erreichte die Markierung, löschte die Lichter und riss den Hebel hoch, den sie neben der Gangschaltung eingebaut hatten. Das sperrige Auslaufrohr fiel ab. Gleich danach zog er die Stahlplatte vor das Glas, bog ein, drückte das Pedal durch. Der Kasten wurde schneller, immer schneller. Mit dreißig, vierzig, fünfzig, schließlich sechzig Kilometern pro Stunde raste er westwärts, machte dabei einen Höllenlärm. Klar, dass vor allem dieses extrem verstärkte Geräusch die Männer auf dem Turm alarmieren würde. Noch allerdings – etwa hundertfünfzig Meter waren geschafft – war nichts geschehen. Vielleicht sind sie eben mal runtergegangen vom Turm, dachte er, aber da brach es los.

Fast gleichzeitig trafen der Scheinwerferstrahl und die ersten Schüsse auf das Fahrzeug, und ein, zwei Sekunden später waren es ganze Kaskaden aus MG-Läufen, die die rechte Wagenseite auszuhalten hatte. Das tat sie auch.

Hundert Meter noch, schätzte Brockmüller. Ein Wimpernschlag, wenn man bei der Erntearbeit ist, eine Ewigkeit, wenn man mit Geschossen um die Wette fährt.

Achtzig Meter. Einen kurzen, hitzigen Gedanken lang hatte er ein Gedicht im Kopf, das er in der Schule gelernt hatte. »Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo« hieß es da. Die haben’s auch geschafft, dachte er. Doch bevor ihm einfiel, dass der tapfere Steuermann dabei draufgegangen war, verrann die Erinnerung.

Sechzig Meter. Mehr und mehr konzentrierten sich die Salven auf die Kabine. Rechter Hand war kein Glas mehr da. Die Kugeln hämmerten gegen den nackten Stahl. Jetzt zerbarst auch das Verdeck, und er zog den Kopf ein.

Nur noch vierzig Meter. Aber da geschah es. Ein Einschlag wie keiner vordem, ohrenbetäubend, vehement. Einen Augenblick schien es, der ganze Kasten würde auseinanderplatzen oder umstürzen, doch er war nur ins Schleudern geraten, hatte hinten einen Treffer bekommen, und offenbar war es ein anderes Kaliber als das der MG-Geschosse gewesen. Das Heck hatte einen regelrechten Satz gemacht, und gleichzeitig musste der Wagen dort irgendwas verloren haben, vielleicht den Tankdeckel oder die Querschneide des Häckslers oder gar die Rückwand. Er konnte, er durfte sich jetzt nicht darum kümmern. Es hätte das Ende der Flucht bedeutet. So bemühte er sich, die Gewalt über sein Fahrzeug zurückzugewinnen, schaffte es auch und drückte erneut aufs Pedal. Die Maschine arbeitete einwandfrei. Die Fahrt ging weiter.

Noch zwanzig Meter, noch zehn. Nun erst merkte er, dass er sich bei dem gewaltigen Stoß verletzt hatte. Blut lief ihm über die Augen. Aber der Zaun war zum Greifen nah, und was gegen die Stahlwände trommelte, waren wieder nur die MG-Salven, die ihnen nichts anhaben konnten. Er spürte, dass er ohnmächtig zu werden drohte, und wusste kein anderes Mittel dagegen als zu schreien. Wer schreit, ist noch da. Und so schrie er auf seinen Kasten ein wie auf einen Partner, von dem alles abhängt: »Los! Los doch! Durch! Wir haben dich hochgepäppelt, und nun tu was dafür, du Hurensohn, du Fortschrittsheini, du…«

Es krachte ein letztes Mal, und das war ein wunderbares Geräusch, denn von jetzt an waren die Meter anders zu zählen, fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig…

Bevor er über dem Lenkrad zusammenbrach, sprach er noch einmal mit seinem Gefährt: »Gut gemacht, Kumpel! Wirklich gut!«

Aber er hatte nicht in den Kasten gesehen.

2

Seitdem waren Jahre vergangen, und Deutschland hatte ein anderes Gesicht.

Der Major stand am Fenster. Eigentlich hatte er diesen Rang nicht mehr, wie er auch seine Uniform nicht mehr hatte. Beides war ihm durch die Wende abhanden gekommen. Aber er wollte das nicht wahrhaben, und so sagte er manchmal zu den Getreuen:

»Leute, vergesst nicht, wir bleiben die, die wir drüben gewesen sind!«

Er hatte die Gardine ein Stück zur Seite geschoben und sah in den Garten. Das langgestreckte dänische Bauernhaus war, von zwei ausgebauten Giebeln abgesehen, nur einstöckig, und daher lag der etwa tausend Quadratmeter große Rasen direkt vor ihm. Am Rand blühten gelbe Dahlien und weiße Margeriten, doch sein Blick glitt immer wieder in den Nordwestwinkel, wo die leuchtend roten Stammrosen ihren Platz hatten. Sie standen dort wie in die Ecke gedrängt. Das sind wir, dachte er, vom Unwetter in die Enge getrieben…

Er hieß Frank Kopjella, aber mit dem Majorsrang und der Uniform hatte er auch seinen Namen abgelegt. Theo Bärwald nannte er sich nun. Und die Wende hatte ihm noch mehr Veränderungen aufgezwungen, von denen die der Lebensweise und des Quartiers die einschneidendsten waren. Viele Jahre hindurch hatte er die Privilegien derDDR-Führungsschicht genossen, so das Dienstfahrzeug, zunächst den nicht mehr taufrischen Lada, später den nagelneuen Wartburg, die ungehinderten und mindestens zwei Dutzend Mal unternommenen Reisen in den Westen, den bevorzugten Einkauf von Lebensmitteln und Kleidung und die zahlreichen Prämien für die Treue zur Partei, seien sie nun in Form von Geld oder Geschenken auf ihn gekommen. Mit all diesen Begünstigungen war es nun vorbei, doch zu seinem Glück gab es dieHADEX, ähnlich wie es nach dem Zweiten Weltkrieg dieODESSAgegeben hatte, eine Organisation also, in der die Gefährten von einst aufgefangen wurden.

DieHADEX, mit vollem NamenHANSEATISCHE DÜNGE-MITTEL-EXPORTGESELLSCHAFT, war eine schon lange vor der Wende im Handelsregister aufgeführte und nach außen hin biedere Firma mit Hauptsitz in Lübeck. Sie hatte eine tüchtige Marketingmannschaft und verkaufte ihre den Bodenertrag steigernden Produkte in alle Welt. Im Hintergrund jedoch befasste sie sich mit der Betreuung von ehemaligenSED-Funktionären und Stasioffizieren, die untergetaucht waren. Sie pflegte, ebenfalls weltweit, konspirative Kontakte und hütete einen geheimen Fonds aus Geldern, die auf schweizerischen und luxemburgischen Konten lagerten. Auch schon vor dem Umsturz war hinter der soliden Fassade des Handelshauses ein falsches Spiel getrieben worden, nur hatte es einem anderen Zweck gedient, nämlich der Etablierung und Steuerung vonDDR-Agenten. Somit bestand, als es dann zum Zusammenbruch kam, ein funktionierender Apparat mit dickem Finanzpolster, das durch einen geschickten Transfer von Parteigeldern zuletzt sogar noch vervielfacht worden war.

Er, Frank Kopjella, war einer der achtunddreißig Offiziere, die dieHADEXunter ihre Fittiche genommen und auf die in mehreren westeuropäischen Ländern eingerichteten Nester verteilt hatte. Zu dieser Schutzmaßnahme hatten sowohl die Ausstattung mit falschen Papieren wie auch die Übergabe einer beträchtlichen Summe Geldes gehört. Was den Unterschlupf betraf, hatte er die Wahl gehabt zwischen drei Möglichkeiten, der Anstellung in einer belgischen Textilfabrik, der Anmusterung auf einem holländischen Frachter und der Unterbringung auf einem Bauernhof in der Nähe des Städtchens Ribe in Dänemark. Er hatte sich für den dänischen Standort entschieden, wo er, zusammen mit zwei Getreuen, die Landwirtschaft zwar nicht eigenhändig betrieb, ihr aber als Verwalter vorstand. Die Arbeit auf den Feldern, im Stall und in der Küche wurde vorwiegend von Einheimischen, zwei Männern und einer Frau, geleistet. Nur zur Erntezeit sprangen die Kameraden, Hartmut Künzel und Lothar Schmidtbauer, mit ein. Der eine war ein zweiundvierzigjähriger Hauptmann, der andere ein Oberleutnant, noch jung, einunddreißig erst, und schon zuDDR-Zeiten sein engster Vertrauter, der so manches Geheimnis mit ihm teilte.

Noch immer blickte er hinüber zu den Rosen, an deren zarten Blüten der Wind gerüttelt hatte. Einige Blätter, die sich nicht hatten halten können, lagen über den Rasen verstreut, und einmal mehr wurde seine Fantasie beflügelt. In den verwehten rotsamtenen Teilchen sah er wiederum seine Leidensgenossen und sich selbst, wie sie, entwurzelt und auseinandergetrieben, irgendwo in Europa eine vorläufige Bleibe gefunden hatten.

Dabei haben wir, dachte er, doch nur unsere Pflicht getan, wie wir’s geschworen hatten. Bruchstücke des Fahneneids gingen ihm durch den Kopf, ja, er sprach sie sogar halblaut vor sich hin:

»…der Deutschen Demokratischen Republik, meinem Vaterland, allzeit treu zu dienen und sie auf Befehl der Arbeiter-und-Bauern-Regierung gegen jeden Feind zu schützen…

…die Feinde des Sozialismus auch unter Einsatz meines Lebens zu bekämpfen…

…ein ehrlicher, tapferer, disziplinierter und wachsamer Angehöriger des Ministeriums für Staatssicherheit zu sein…

…Sollte ich jemals diesen meinen feierlichen Fahneneid verletzen, so möge mich die harte Strafe der Gesetze unserer Republik und die Verachtung des werktätigen Volkes treffen.«

Er trat vom Fenster zurück, setzte sich in den wuchtigen Ohrensessel, schloss die Augen, dachte: Es kann nicht sein, dass heute als Verbrechen gilt, was noch gestern heilige Pflicht war! Ich habe meinen Staat beschützt, wie man es von mir verlangte, und wenn ich diejenigen, die sich gegen ihn stellten, an den Pranger brachte, so war auch das ein Teil meiner Pflicht. Zum Beispiel dieser Lehrer aus Bitterfeld, der unseren Kindern von der Freiheit erzählte und sie eine der Segnungen des Westens nannte und doch wissen musste, was sich dahinter verbarg, eine drogenverseuchte Jugend, eine aidsinfizierte Gesellschaft, eine labile Rechtsprechung, die Erzkriminelle in Märtyrer verwandelt. Na, und dann der Wucher, der die Reichen immer reicher macht und die Armen immer ärmer und der sich hinter der Maske einer angeblich sozialen Marktwirtschaft versteckt! Nein, Herr Schulmeister, Sie haben Verrat geübt an unserer Jugend, und dafür wurden Sie zur Rechenschaft gezogen. Dass Sie sich nach der Verurteilung das Leben genommen haben, betrifft mich nicht. Was kann ich dafür, wenn Sie mit Ihrer Schuld nicht zurechtgekommen sind?

Und der Merseburger Kneipenwirt, der ständig Schauergeschichten über uns verbreitete und sie sogar in den Westen lancierte! Mir blieb wirklich nichts anderes übrig, als einen operativen Vorgang gegen ihn einzuleiten! Klar, das war ein drastisches Mittel, aber ich musste die Republik vor Schaden bewahren, musste diesem Defaitisten zuvorkommen, und in der Richtlinie 1/76 ist der OV ausdrücklich als vorbeugendes Instrument genannt, das dazu dient, mögliche Gefahren, Schäden oder andere schwerwiegende Folgen feindlich-negativer Handlungen zu verhindern. Natürlich ist der Kerl längst raus aus Bautzen, und wahrscheinlich sucht er nach mir, aber er wird mich nicht finden.

Und erst die fanatische Dozentin, für deren Überführung ich die Urkunde bekam! Wieso soll plötzlich nicht mehr rechtens sein, dass ich sie, die Initiatorin staatsgefährdender Versammlungen, hinter Schloss und Riegel brachte, ganz so, wie unser Paragraf 217 es vorsah?

Na, und an dem Schicksal jenes Grünschnabels, der einfach unbelehrbar und obendrein renitent war und unsereDDRein einziges riesiges Gefängnis nannte, bin ich auch nicht schuld. War doch selbstverständlich, dass ich meine Verhöre nicht mit dem Gesäusel eines Brautwerbers durchführte, sondern Klartext redete und auch schon mal nachhalf mit den Händen. Schließlich hatte ich fast immer Elemente vor mir, die es darauf anlegten, unser Land in Verruf zu bringen!

Er schweifte ab ins Private, dachte an seine Familie. Else war zu ihrer Schwester nach Leuna gezogen, und die Kinder, Oswald und Annegret, hatte sie zum Studieren in den Westen geschickt. Sie hatten eine Zweizimmerwohnung in Hamburg, bekamen Bafög und verdienten sich noch Geld nebenher, der Junge im Hafen und Annegret bei der Post.

Zum Glück wusste er, dass es den Dreien gut ging. Erst vor wenigen Tagen war er mit ihnen zusammengewesen. Else und die Kinder hatten sich auf der Insel Röm ein Ferienhaus gemietet, und als nach drei Tagen feststand, dass sie nicht observiert wurden, hatte Oswald ihn von einer Telefonzelle aus angerufen. Zwei Stunden später hatten sie sich auf halber Strecke, in Skaerbek, getroffen und bei einem üppigen Abendessen lange miteinander geredet.

»Hamburg ist super«, hatte Oswald gesagt, und Annegret hatte hinzugefügt: »Da ist so viel los, dass wir manchmal gar nicht wissen, was wir auslassen sollen.« Das hatte dem Vater nicht behagt, aber er war klug genug gewesen, seine Meinung für sich zu behalten. Das Rad ließ sich nun mal nicht zurückdrehen, und da war es für die Kinder besser, sich so schnell wie möglich dem westlichen Lebensstil anzupassen. Sie durften das, waren nicht, wie er, in Geschichten verwickelt, die plötzlich von einem verfluchten Fadenende her wieder aufgerollt werden konnten. Also hatte er ihnen geantwortet:

»Hamburg ist das Tor zur Welt, und warum solltet ihr da nicht hindurchmarschieren? Aber es ist auch Sodom und Gomorrha und Babylon, und die lasst gefälligst links liegen, sonst seid ihr ganz schnell am Ende! Wenn die Freiheit überhaupt etwas taugt, dann deshalb, weil ihr euch entscheiden dürft.«

Und Else hatte von ihrer Einsamkeit gesprochen, die sie jedoch gern auf sich nehme, wenn es nur still bleibe um sie her. Anfangs, hatte sie erzählt, seien sie gekommen, die Gewendeten, in Berlin und später auch noch in Leuna, hätten sich aufgeführt, als wären sie schon immer auf der anderen Seite gewesen, und erklärt, sie hätten den Auftrag, nach dem Major zu suchen. Einer, so Elses Bericht, habe ihn den ›Kopfjäger‹ genannt und ein anderer den ›Verhörmeister‹ und ein dritter den ›Großinquisitor‹. Aber ihre Antwort habe jedes Mal gelautet, sie wisse nicht, wo ihr Mann sich aufhalte, er habe auch sie und die Kinder verlassen. Nach einigen Monaten sei es dann weniger geworden mit den unliebsamen Besuchen, und schließlich habe es damit ganz aufgehört.

Er hatte ihnen noch einmal eingeschärft, seinen neuen Namen, seine Adresse und Telefonnummer nirgendwo festzuhalten außer im Kopf, und sie hatten es versprochen. Spätabends hatten sie sich getrennt. Else und die Kinder waren nach Röm zurückgefahren, im Wartburg, der ihnen geblieben war, und er hatte sich in seinen Volvo gesetzt.

Er stand auf, verließ das Zimmer, ging in den Stall, in dem es jetzt, im Sommer, keine Tiere gab. Er stieß auf Sören, den dänischen Gehilfen, der gerade zum Melken fahren wollte, und sagte:

»Ich komme mit.«

Im Grunde interessierte die Viehhaltung ihn nicht, aber eine der lästigsten Begleiterscheinungen des Exils war die Langeweile, und um ihr zu begegnen, fuhr er häufig mit dem jungen Mann, der leidlich Deutsch sprach, hinaus zu den Tieren.

3

Die Nachricht war drei Tage alt, und sie hatte Paul Kämmerer bis in die Fingerspitzen hinein verändert, und das sogar buchstäblich.

Es war morgens sieben Uhr. Er stand vor dem Spiegel und rasierte sich, versuchte es wenigstens. Innerhalb weniger Minuten hatte er sich schon viermal geschnitten und das Schaben daher immer wieder unterbrechen müssen, um das Blut abzuwischen.

Natürlich hätte er die Stoppeln einfach stehenlassen können, doch die Rasur war für ihn eine Übung, mit deren Hilfe er es schaffen wollte, das verfluchte Händezittern zum Stillstand zu bringen. Bislang allerdings war das Ergebnis unbefriedigend. Nicht nur, dass die neuen Verletzungen bluteten, auch die Schnitte von den beiden Vortagen waren wieder aufgeplatzt. Er sah aus, als wäre er bei einem Verkehrsunfall gegen die Windschutzscheibe geprallt.

Endlich war er fertig. Er nahm den Alaunstift und betupfte die Wunden. Es brannte höllisch, stoppte aber schließlich die kleinen roten Rinnsale. Danach ging er ins Schlafzimmer zurück und setzte sich erst einmal aufs Bett, hielt die Arme nach vorn, betrachtete seine Hände.

Er war siebenundvierzig Jahre alt und bis vor drei Tagen so gesund gewesen, wie man sich’s nur wünschen konnte. Die große Narbe auf der rechten Schulter mit ihrem zwei Zentimeter tiefen, blauweiß verfärbten Trichter behinderte ihn schon seit Langem nicht mehr, und wenn von Zeit zu Zeit eine Frauenhand dort verweilt hatte und dann Bemerkungen gefallen waren wie »Bist du Löwenbändiger von Beruf?« oder »Wer hat dich denn da gekratzt?« hatte ihn das amüsiert und zu Geschichten angeregt, in denen zum Beispiel von einem wütenden Dobermann die Rede war oder von einer Prügelei, bei der am Ende ein Messer gezückt wurde. Die Wahrheit hatte er nie erzählt.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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