Die Falle - Hinrich Matthiesen - E-Book

Die Falle E-Book

Hinrich Matthiesen

4,4

Beschreibung

In einem Kaufhaus an der Alster wird die schwangere Frau des Fotografen David Ostermann von jugendlichen Gangstern überfallen. Der Einstich in ihrer Kehle stammt von einer angeblichen 'Aids-Spritze', mit der die junge Frau von den Räubern attackiert wurde – eine skrupellose Tat mit tragischem Ausgang. Die Polizei reagiert hilflos, die Täter bleiben unauffindbar. Zusammen mit Hans Oldeboom, einem siebzigjährigen Schiffsausrüster, macht sich David Ostermann auf die Suche nach der Jugendgang, die sein Leben, seine Familie über Nacht zerstört hat. Beide Männer sind überzeugt, dass das Land nur noch durch die Selbstjustiz entschlossener Bürger vor dem drohenden Chaos der Gewalt und Bandenkriminalität bewahrt werden kann. Ihre Suche führt sie in die verrufensten Ecken des Hamburger Kiez und der Hafengegend, aber auch über den schmalen Grat zwischen Rache und Recht, Gewalt und Moral.

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Hinrich Matthiesen

 

Jahrgang 1928, auf Sylt geboren, wuchs in Lübeck auf. Die Wehrmacht holte ihn von der Schulbank. Zurück aus der Kriegsgefangenschaft, studierte er und wurde Lehrer, viele Jahre davon an deutschen Auslandsschulen in Chile und Mexico. Hier entdeckte er das Schreiben für sich.

1969 erschien sein erster Roman: MINOU. Dreißig Romane und einige Erzählungen folgten. Die Kritik bescheinigte seinem Werk die glückliche Mischung aus Engagement, Glaubwürdigkeit, Spannung und virtuosem Umgang mit der Sprache. Die Leser belohnten ihn mit hohen Auflagen.

Immer stehen im Mittelpunkt seiner Romane menschliche Schicksale, Menschen in außergewöhnlichen Situationen. Hinrich Matthiesen starb im Juli 2009 auf Sylt, wo er sich Mitte der 1970er Jahre als freier Schriftsteller niedergelassen hatte.

 

»Zum literarischen Markenzeichen wurde der Name Matthiesen nicht zuletzt durch die Kunst, in eine pralle Handlung Aussagen zu verweben, die außer dem aktuellen stets auch einen davon unabhängigen Bezug haben. Gedankliche Strenge, sprachliche Disziplin und ein offensichtlich unauslotbarer verbaler Fundus lassen Matthiesen zu einem Kompositeur in Prosa werden.«

Deutsche Tagespost

 

»Matthiesen ist zu beneiden um seine Fähigkeiten: Kompositionstalent, menschliche Einfühlung, scharfe Beobachtungsgabe – und vor allem um seinen Stil«

Deutsche Welle

 

»Matthiesen ist für seine genauen Recherchen bekannt. Seine Bücher weichen nicht einfach in exotische Abenteuer aus, sondern befassen sich immer wieder mit deutscher Vergangenheit und Gegenwart. Unterhaltsam sind sie allemal.«

FAZ-Magazin

Werkausgabe Romane Band 28

Herausgegeben von Svendine von Loessl

 

Der Roman

 

In einem Kaufhaus an der Alster wird die schwangere Frau des Fotografen David Ostermann von jugendlichen Gangstern überfallen. Der Einstich in ihrer Kehle stammt von einer angeblichen »Aids-Spritze«, mit der die junge Frau von den Räubern attackiert wurde – eine skrupellose Tat mit tragischem Ausgang. Die Polizei reagiert hilflos, die Täter bleiben unauffindbar. Zusammen mit Hans Oldeboom, einem siebzigjährigen Schiffsausrüster, macht sich David Ostermann auf die Suche nach der Jugendgang, die sein Leben, seine Familie über Nacht zerstört hat. Beide Männer sind überzeugt, dass das Land nur noch durch die Selbstjustiz entschlossener Bürger vor dem drohenden Chaos der Gewalt und Bandenkriminalität bewahrt werden kann. Ihre Suche führt sie in die verrufensten Ecken des Hamburger Kiez und der Hafengegend, aber auch über den schmalen Grat zwischen Rache und Recht, Gewalt und Moral…

 

 

Titelverzeichnis der Werkausgabe in 31 Bänden am Ende des Buches

Hinrich Matthiesen

Die Falle

Roman

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Werkausgabe Romane

Herausgegeben von Svendine von Loessl

Band 28

1

Es war ähnlich wie damals, als sie noch Kinder waren. »Na gut«, hatte er zu seinen Brüdern gesagt, »ihr geht zu euren Schimpansen, und ich guckʼ mir derweil die Löwen an. Aber in einer halben Stunde treffen wir uns im Schlangenhaus.«

David Ostermann hatte Angst gehabt, die beiden Kleinen könnten sich verlaufen, denn abgesehen davon, dass er sie liebte, hatte er gegenüber den Eltern die Verantwortung für sie übernommen. Und nun ging es um das Gleiche, um Liebe und Verantwortung, nur spielte das Ganze sich diesmal nicht im Zoo, sondern imGruwa-Kaufhaus ab, und die anderen waren nicht seine Brüder, sondern seine Frau und... Ja, eigentlich war es nur seine Frau und doch nicht sie allein, denn sie war im siebten Monat schwanger und hatte die Babyabteilung in einem der oberen Stockwerke aufgesucht, während er im Erdgeschoss den Einkauf von Fleisch, Gemüse, Brot, Milch und Käse übernommen hatte. Sie ging schon etwas schwerfällig, und darum hatte er gesagt: »Wir machen lieber alles gemeinsam.« Aber sie hatte erwidert, dann würde es doppelt so lange dauern und es sei doch bald Ladenschluss. So hatten sie sich getrennt. Er war schnell gewesen, weil er jedes Regal der Lebensmittelabteilung kannte, hatte rasch seinen Wagen gefüllt, an der Kasse gezahlt, seine beiden Einkaufstaschen aufgenommen und war zu den Fahrstühlen gegangen.

Dort stand er nun, überlegte, ob er auf Hanna warten oder zu ihr hinauffahren sollte, entschied sich, da es mehrere Lifts gab und sie sich also, wenn er einen davon benutzte, verfehlen könnten, fürs Warten.

Er hatte die Taschen zu seinen Füßen abgestellt und verfolgte die Lichtsignale auf den Kontroll-Leisten über den drei Schiebetüren. Der rechte Fahrstuhl versprach als erster anzukommen.3, 2, 1, E. Das Signal erlosch, und die metallenen Türblätter gingen auseinander. Doch es kamen nur zwei junge Burschen heraus. Auf den ersten Blick sahen sie lustig aus mit ihren grünhaarigen Clownsköpfen, auf den zweiten dann doch nicht mehr lustig, denn ihre Gesichter waren nicht die von jungen Leuten, sondern die von verbrauchten Männern, waren ausgemergelt, bleich und müde und passten so gar nicht zu den leuchtend eingefärbten Schöpfen. Die beiden hatten es eilig, huschten mit ihren Bündeln – der eine trug eine abgewetzte Ledertasche und der andere eine große Plastiktüte – aus der Kabine. Bevor sie im Gewühl der Kunden verschwanden, sah David Ostermann noch leicht amüsiert auf das Schuhzeug des einen, des größeren der beiden. Es waren grüne City-Stiefel mit auffallend hohen Absätzen, und beiläufig fragte er sich: Hat der sich nun beim Schuhkauf nach seiner Haarfarbe gerichtet oder wegen der Stiefel die Haare grün gefärbt?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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