4,49 €
Den Frieden bewahren: Bei dem Versuch, seinem Bruder zu helfen, bekommt ein Tigerwandler ein riesiges Problem … in Form eines männlichen Gefährten. Das Letzte, was Sage Kanston will, ist zum Hauptquartier des Wandlerrats zu gehen, um seinem älteren Bruder Glade zu helfen. Er hatte noch nie ein gutes Verhältnis zu ihm. Während sie aufwuchsen, war Glade ein Tyrann, und dieser Charakterzug änderte sich nicht, als er Vollstrecker des Rudels wurde. Sage bezweifelt, dass sich das geändert hat, seit er Vollstrecker des Rats ist. Trotzdem möchte er seine Mutter bei Laune halten, also begibt er sich zum Hauptquartier des Rates. Als der Vollstrecker, der Sage zu Glades Boss Mycroft eskortieren soll, eintrifft – ein Typ namens Germaine Messalla – wird er von einem Geruch getroffen, mit dem er nicht gerechnet hätte. Germaine, ein großer, schlanker Anakondawandler, ist sein Gefährte. Sages Welt wird auf den Kopf gestellt, weil sein Rudel ihm immer gesagt hat, dass es keine gleichgeschlechtlichen Paarungen gibt. Um die Sache noch verwirrender zu machen, erfährt Sage, dass ein paar Ratsmitglieder mit vom Schicksal auserwählten, gleichgeschlechtlichen Gefährten verpaart sind. So viele Dinge, die man ihm beigebracht hat, sind einfach nicht wahr. Als Sage sich mit den Veränderungen in seiner Realität auseinandersetzt, was ihm ermöglicht, Germaine zu akzeptieren, erkennt er, dass andere in seinem Rudel von dem, was er herausgefunden hat, profitieren könnten. Doch es gibt Leute, die versuchen, die Änderungen im Rat geheim zu halten. Können Sage und Germaine herausfinden, wer immer noch versucht, gewisse Dinge unter Verschluss zu halten, damit er seinem Rudel helfen kann? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Weltordnung der Wandler ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 33.000 Wörter
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2022
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Den Tiger umschlängeln
Den Frieden bewahren: Bei dem Versuch, seinem Bruder zu helfen, bekommt ein Tigerwandler ein riesiges Problem … in Form eines männlichen Gefährten.
Das Letzte, was Sage Kanston will, ist zum Hauptquartier des Wandlerrats zu gehen, um seinem älteren Bruder Glade zu helfen. Er hatte noch nie ein gutes Verhältnis zu ihm. Während sie aufwuchsen, war Glade ein Tyrann, und dieser Charakterzug änderte sich nicht, als er Vollstrecker des Rudels wurde. Sage bezweifelt, dass sich das geändert hat, seit er Vollstrecker des Rats ist. Trotzdem möchte er seine Mutter bei Laune halten, also begibt er sich zum Hauptquartier des Rates.
Als der Vollstrecker, der Sage zu Glades Boss Mycroft eskortieren soll, eintrifft – ein Typ namens Germaine Messalla – wird er von einem Geruch getroffen, mit dem er nicht gerechnet hätte. Germaine, ein großer, schlanker Anakondawandler, ist sein Gefährte. Sages Welt wird auf den Kopf gestellt, weil sein Rudel ihm immer gesagt hat, dass es keine gleichgeschlechtlichen Paarungen gibt. Um die Sache noch verwirrender zu machen, erfährt Sage, dass ein paar Ratsmitglieder mit vom Schicksal auserwählten, gleichgeschlechtlichen Gefährten verpaart sind. So viele Dinge, die man ihm beigebracht hat, sind einfach nicht wahr.
Als Sage sich mit den Veränderungen in seiner Realität auseinandersetzt, was ihm ermöglicht, Germaine zu akzeptieren, erkennt er, dass andere in seinem Rudel von dem, was er herausgefunden hat, profitieren könnten. Doch es gibt Leute, die versuchen, die Änderungen im Rat geheim zu halten. Können Sage und Germaine herausfinden, wer immer noch versucht, gewisse Dinge unter Verschluss zu halten, damit er seinem Rudel helfen kann?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Weltordnung der Wandler ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.
Länge: rund 32.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Den Tiger umschlängeln
Weltordnung der Wandler 7
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Snaking the Tiger“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2022
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.
Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.
Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Gesunder Menschenverstand ist wie Deodorant. Diejenigen, die es am meisten benötigen, benutzen es am wenigsten.
~ Anonym
Wenn Sage Kanston die Möglichkeit gehabt hätte, auszusteigen, hätte er es getan. Leider gefiel es ihm, wenn seine Mutter mit ihm zufrieden war. Vor allem, wenn die Aktion ziemlich einfach war, nur unangenehm.
Mary Kanston war die einzige Person im Rudel, die ihn immer ermutigt hatte, auch wenn sie seine Entscheidungen nicht verstand. Das bedeutete jedoch nicht, dass sie nicht auch warnende Worte fand und zur Diskretion mahnte. Es bedeutete nur, dass diese in mütterliche Umarmungen eingewickelt und mit einer Tasse Minztee serviert wurden — ihrem Lieblingstee.
Deshalb machte sich Sage auf die zwölfstündige Fahrt in die Außenbezirke von Savannah, Georgia, zu dem Gebäude, das das Hauptquartier der Wandler beherbergte. Für Außenstehende sah es aus wie ein exklusiver Golfclub und ein Day Spa. Paranormale wussten, dass es anders war — unter der hübschen Fassade befand sich ein riesiger unterirdischer Komplex, in dem die Büros des Wandler-Rates, Suiten für den Fall, dass sie zwischen den Sitzungen einen Ort zum Ausruhen und Auffrischen brauchten, sowie Zellen, Verhörräume und Strafkammern untergebracht waren.
Sages Bruder, Glade, hatte ihm alles über sie erzählt. Er hatte sie als furchterregend bezeichnet. Sage wollte sie nie sehen, denn nur wenige, die als Gefangene hineingingen, erblickten jemals wieder das Licht der Welt.
Jedenfalls hat Glade mir das gesagt. Vielleicht sollte ich kein Wort von dem glauben, was er sagt.
Aber Glade hatte nach Wahrheit gerochen.
Als Tiger-Wandler — ein Paranormaler, der seinen Geist mit einem bengalischen Tiger teilte und sich nach Belieben in das Tier verwandeln konnte — konnte Sage anhand des Geruchs einer Person erkennen, ob sie log oder nicht. Es war keine exakte Wissenschaft, denn wenn die Person wirklich glaubte, was sie sagte, würde sie nach der Wahrheit riechen. Vielleicht dachte Glade wirklich, dass dies mit Gefangenen geschah.
Welch eine Ironie.
Sage konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als ihm die Worte durch den Kopf gingen. Sein Bruder saß gerade in einer dieser Zellen. Nach dem, was sein Vater ihm erzählt hatte, hatte Glade einen Verbrecher in die Einrichtung gelassen und versucht, ihm zu helfen, die Gefährtin eines anderen Vollstreckers — eine Frau namens Miggs — zu entführen, während sie in der Küche des Hauptquartiers gearbeitet hatte.
Natürlich hatte sein Vater — Bill Kanston, der oberste Vollstrecker des Rudels — eine abfällige Bemerkung über den Namen der Frau gemacht. „Wer würde seine Tochter Miggs nennen? Dummer Name“, hatte Bill gesagt. Daraufhin hatte er seine Bigotterie zum Ausdruck gebracht. „Wenigstens weiß sie, wo ihr Platz ist. In der Küche.“
Sage wusste nicht, wie seine Mutter die engstirnigen und kontrollierenden Ansichten seines Vaters tolerieren konnte. Er vermutete, dass es etwas mit der ganzen Sache mit den vom Schicksal auserwählten Gefährten zu tun hatte. Seiner Meinung nach würde Sage lieber nie seine Gefährtin finden, wenn er sich mit dieser Art von Einstellung abfinden müsste.
Außerdem wüsste Sage nicht, was er mit einer Frau anfangen sollte, selbst wenn er seine Schicksalsgefährtin finden würde. Er war so schwul wie der Tag lang war, auch wenn er das seinem Vater nie gesagt hatte. Aber seine Mutter wusste es. Sie hatte ihm gesagt, dass sie ihn so liebte, wie er war, und ihm dann gesagt: „Aber du musst sehr vorsichtig sein. Nur wenige Leute im Rudel würden das verstehen, und ich will nicht, dass du verletzt oder rausgeschmissen wirst.“
Mehr als ein Jahrhundert lang hatte sich Sage diesen Rat zu Herzen genommen. Er war extrem vorsichtig gewesen, mit wem er seinen Körper und seine Zeit teilte. In den letzten Jahrzehnten war Homosexualität viel akzeptierter geworden — zumindest bei den Menschen. Bei den Paranormalen war der Wandel etwas langsamer. Vielleicht lag es an ihrem langen Leben. Trotzdem war es für Sage einfacher geworden, Liebhaber zu finden.
Verdammt, Sage hatte sogar ein paar Freunde mit gewissen Vorzügen im Fuchs-Rudel. Ihr Gebiet grenzte an das des Rudels. Etwa einmal im Monat ging er zu seinen Freunden nach Hause für einen Filmabend. Randy und Cain waren zwar keine Schicksalsgefährten — das Schicksal brachte schließlich keine Leute des gleichen Geschlechts zusammen — aber sie waren in einer Beziehung. Das war eigentlich schade, denn die beiden liebten sich sehr.
Natürlich würden sie mir niemals erlauben, mich gelegentlich an ihrem Vergnügen zu beteiligen, wenn sie wirklich Schicksalsgefährten wären.
Die Filme, die sie sich ansahen, waren nicht von der normalen Sorte. Seine Kumpels hatten eine umfangreiche Pornosammlung, und Sage liebte es, die mit ihnen anzuschauen … was zu Berührungen und vielem mehr führte.
Allein die Erinnerung an die letzte Samstagnacht, die er mit Randy und Cain verbracht hatte, ließ seinen Schwanz immer dicker werden. Das war im Monat zuvor gewesen, und die Menge an Ficken und Geficktwerden, die er genossen hatte, war fantastisch gewesen. Er spannte sein Loch an, als er sich an Cains Schwanz in seinem Arsch erinnerte. Dann erinnerte sich Sage daran, wie es sich angefühlt hatte, seinen Schwanz in jedem der Männer zu versenken und er musste sich in seiner Hose zurechtrücken.
Randy war zwar perfekt als Bottom, aber Cain genoss es auch, gelegentlich einen Schwanz im Arsch zu haben. Sage verstand die Position des Mannes, denn er war auch ein Switch. Er war nur zu gerne bereit, beiden Männern zu helfen, ihr Jucken zu kratzen.
Sage hatte Randy leider mitteilen müssen, dass er morgen Abend nicht kommen konnte, da er nicht in der Stadt sein würde.
„Du gehst zum Hauptquartier der Wandler?“, hatte Randy schockiert gefragt. „Um Glade zu helfen?“
„Ich fürchte ja“, hatte Sage trocken bestätigt, unfähig, seine Enttäuschung … oder Verärgerung zu verbergen. „Nicht, dass ich wüsste, was ich tun könnte, aber mein Vater will, dass ich herausfinde, ob die Anschuldigungen nur übertrieben sind. Er sagt, wenn ein Familienmitglied auftaucht, um ihn zu unterstützen, wird er vielleicht freikommen.“
„Das hört sich nach Schwachsinn an“, kommentierte Cain und verriet Sage, dass Randy das Telefon auf Lautsprecher gestellt haben musste. „Wenn er das wirklich glaubt, warum geht er dann nicht selbst?“
Sage hatte sich geräuspert, weil es ihm unangenehm war, Rudel- und Familiengeheimnisse, die nicht seine waren, selbst mit seinen Freunden zu teilen. Trotzdem hatte er die beiden nicht anlügen wollen. „Nun, mein Vater prüft E-Mails, bevor er sie an Alpha Colton oder Beta Larry weitergibt, je nachdem, wen er für besser geeignet hält.“
„Das ist eine Menge Macht für den obersten Vollstrecker“, murmelte Randy und klang besorgt. „Ist dein Alpha damit einverstanden?“
Cains Schnauben kam durch die Leitung, bevor er behauptete: „Damit wäre Alpha Brenner auf keinen Fall einverstanden.“
Sage wusste, dass Cain sich auf den Alpha ihres Fuchs-Rudels bezog. Er hatte den Wandler einmal treffen müssen, bevor er die Erlaubnis bekommen hatte, seine Freunde im Rudel-Land zu besuchen. Er hatte den drahtigen Wandler als dominant und kontrollierend empfunden, aber nicht auf eine überhebliche Art. Alpha Brenner hatte Sage ein paar persönliche Fragen gestellt. Dann hatte er zugestimmt, dass Sage willkommen war, solange er keinen Ärger machte.
Während ihrem ersten Filmabend, als Sage zwischen Cain und Randy in ihrem Bett lag und ihre Hände über seine Brust, seine Seite und seinen erschöpften Schwanz strichen, hatte er gefragt, ob der Alpha wisse, dass sie nicht nur Freunde waren — was Sage seinem eigenen Vater erzählt hatte.
Randy hatte leise gekichert und genickt. „Wenn man bedenkt, dass wir immer nach dem anderen riechen, dann weiß er es.“
„Und es ist ihm egal?“ Sage war erstaunt gewesen.
Cain hatte den Kopf geschüttelt. „Alpha Brenner hat uns einmal gesagt, dass es niemandem im Rudel schadet, wenn wir zusammen sind, solange wir unser Privatleben hinter verschlossenen Türen halten“, hatte er gemurmelt, während er begonnen hatte, mit seinen Fingerspitzen über Sages Brustwarze zu streichen. „Das bedeutet, dass wir nicht in der Öffentlichkeit rummachen dürfen, aber darauf haben wir sowieso keine Lust.“
Dann hatten Cains Lippen seine Finger auf Sages Brustwarze ersetzt, und an diesem Abend war nicht mehr viel geredet worden.
Gelegentlich erinnerte sich Sage an das Gespräch, und sein Magen kribbelte vor Eifersucht. Er verdrängte das Gefühl immer. Er hatte noch nie einen Mann getroffen, mit dem er sein Zuhause und sein Leben so teilen wollte, wie Randy und Cain es taten, also gab es keinen Grund für dieses Gefühl.
Natürlich hielt ihn diese logische Überlegung in den kalten, einsamen Nächten in Neuengland nicht warm.
Wenigstens brachten diese Gedanken Sages Erregung unter Kontrolle. Auf keinen Fall wollte er im Hauptquartier der Wandler mit einem Ständer auftauchen. So was von peinlich.
Dennoch erinnerte er sich an Randys schmollende Stimme, als er ihm sagte: „Nun, ich und Cain werden deinen großen, schönen Schwanz am Samstag vermissen.“ Brummend fügte er hinzu: „Und vielleicht auch deinen umwerfenden Körper.“
Sage hatte gekichert und seinen Freunden gesagt: „Und mein Schwanz wird eure Ärsche und Hände vermissen.“
Sie hatten gelacht, und Sage hatte versprochen, ihnen Bescheid zu geben, wenn er wieder zu Hause war.
„In einer Viertelmeile nach links in den River View Drive einbiegen.“
Die sanfte Tenorstimme von Sages Navigationssystem riss ihn aus seinen Grübeleien. Er warf einen Blick auf die Karte auf seinem Armaturenbrett. Dann konzentrierte er sich auf die Straße und suchte nach seiner Abzweigung.
Sage fand sie und steuerte in diese Richtung. Als er sich umschaute, entdeckte er, dass die Gegend wunderschön war. An den Bäumen begannen die Frühlingsknospen zu sprießen, und saftig grüne Gräser bedeckten den Boden. Sein Tiger brummte in seinem Hinterkopf und erinnerte ihn daran, wie lange es her war, dass er sich verwandelt hatte. Er ließ seinen Tiger gerne alle drei oder vier Tage heraus, aber sein Plan, sich zu verwandeln, war durch den Befehl seines Vaters, nach Georgia zu fahren, durchkreuzt worden. Es war der flehende Blick seiner Mutter gewesen, der ihn dazu gebracht hatte, zuzustimmen.
Und das alles nur, weil mein Vater nicht will, dass der Alpha weiß, dass sein Sohn im Wandler-Gefängnis ist.
Es half auch nicht, dass sein Vater sich darum bemüht hatte, Glade die Erlaubnis zu verschaffen, Alpha Coltons jüngster Tochter Meribeth den Hof zu machen. Sie war kürzlich siebenundzwanzig geworden, und Colton vergötterte sie. Sage war sich ziemlich sicher, dass niemand herausgefunden hatte, dass sie ihr eigenes Geschlecht bevorzugte, da Colton nur selten einen Mann in ihre Nähe ließ. Der einzige Grund, warum Sage es vermutete, war, dass er einmal beim Laufen Meribeth und ihre gute Freundin Gwendolyn im Garten gesehen hatte. Die Art und Weise, wie Gwen Meribeths Schulter und Nacken gestreichelt hatte, und wie die beiden Frauen sich gegenseitig angelächelt hatten, verrieten Sage viel mehr, als er dachte, dass sie jemanden sehen lassen wollten.
Sage hatte sich umgedreht, um eine neue Richtung zu finden, in die er laufen konnte. Als er jedoch Alpha Colton auf sich zukommen sah, hatte er absichtlich einen Ast unter seiner Pfote zerbrochen. Wenn ihre Beziehung so war, wie er vermutete, wollte er nicht, dass sie erwischt wurden.
Da Gwendolyn noch da war und Meribeth nicht gezwungen worden war, irgendeinen Mann zu heiraten, ging Sage davon aus, dass ihr Geheimnis noch immer sicher war.
„Das Ziel liegt in einhundert Metern auf der linken Seite.“
Sage schüttelte den Kopf und stellte fest, dass er sich wirklich konzentrieren musste. Abgelenkt zu fahren war gefährlich. Als er in die Einfahrt einbog und am Tor anhielt, fragte er sich, ob er nicht zuerst hätte anhalten und sich ein Hotelzimmer nehmen sollen. Es wäre wahrscheinlich klug gewesen, sich frisch zu machen.
Zu spät.
Sage lehnte sich aus dem Fenster und drückte die Ruftaste.
„Ja?“, antwortete sofort eine tiefe Stimme.
„Ich bin Sage Kanston“, antwortete Sage und sprach in die Box. „Ich bin hier, um mich mit dem leitenden Vollstrecker Mycroft Portent in Bezug auf meinen Bruder Glade Kanston zu treffen.“
Sage unterdrückte ein Zusammenzucken; er hasste es, dass er sich für einen Mann einsetzen musste, der für ihn immer ein Tyrann gewesen war, Bruder hin oder her. Dennoch, seine Mutter hatte ihn mit einem Blick über die Schulter seines Vaters angefleht. Sie wollte nicht, dass ihr Ältester bestraft wurde oder Schlimmeres, nicht, wenn man etwas dagegen tun konnte. Da Sage davon ausging, dass an der Geschichte mehr dran war als das, was man ihm über Glades Handlungen erzählt hatte — sein Bruder war schon immer ein anmaßender Tyrann gewesen, aber er war auch ein Verfechter von Regeln — war er es seiner Mutter schuldig, zu versuchen, es herauszufinden.
„Haben Sie einen Termin?“, fragte die körperlose Stimme.
„Ja, Sir“, antwortete Sage respektvoll.
„Nur einen Moment.“
Sage wartete geduldig, legte den Kopf in den Nacken und genoss die frische Nachmittagsluft, die nur einen Hauch von Frühlingskälte enthielt. Die Düfte von Blumen, Bäumen und Gras erfüllten seine Nase. Sage neigte den Kopf ein wenig zur Seite, schloss die Augen und genoss einfach den Moment.
Als Sages Tiger wieder in seinem Kopf knurrte, lächelte er und versprach seinem Tier im Geiste, dass er so bald wie möglich einen Ort finden würde, an dem sie sich die Beine vertreten könnten.
Das Rumpeln des sich öffnenden Tores ließ Sage die Augen öffnen.
„Nehmen Sie die rechte Abzweigung und fahren Sie in die Tiefgarage“, befahl die Stimme. „Der Besucherparkplatz befindet sich gleich links von Ihnen. Warten Sie dort mit Ihrem Fahrzeug, und ein Vollstrecker wird Sie begleiten.“
„Danke, Sir.“
Sage fragte sich, wie schwerwiegend Glades Verbrechen tatsächlich waren, dass er eine Eskorte brauchte. Als er durch das Tor fuhr und den Anweisungen des Wächters folgte, kam ihm in den Sinn, dass eine Eskorte vielleicht zum Standardverfahren gehörte. Immerhin war dies das Hauptquartier der Wandler.
Sage begab sich in die Richtung, in die er geschickt worden war, entdeckte das offene Tor und fuhr hinein. Er sah sich auf dem großen Parkplatz auf der linken Seite um. Nachdem er einen Platz gefunden und seinen Wagoneer abgestellt hatte, hatte er immer noch niemanden entdeckt.
Sage nutzte die Zeit, in der er allein war, stieg aus seinem Fahrzeug und streckte die Arme über den Kopf. Er drehte seinen Körper hin und her und lockerte die Verspannungen, die durch die vielen Stunden hinter dem Steuer verursacht worden waren. Sage spürte, wie sein Rücken knackte, und seufzte, bevor er seine Arme senkte.
„Das klang, als ob es sich gut anfühlte.“
Sage drehte sich um und entdeckte einen großen, dunkelhäutigen Mann, der an der hinteren Ecke seines Fahrzeugs lehnte. Er starrte ihn mit einem raubtierhaften Lächeln auf den Lippen und zusammengekniffenen dunklen Augen an, die in der schwachen Beleuchtung schimmerten. Seine Arme waren über der Brust verschränkt, aber selbst in dieser halbwegs entspannten Position würde Sage darauf wetten, dass der gut aussehende Mann im Bruchteil einer Sekunde in Aktion treten und ihn zu Boden bringen konnte.
Mmmm. Bring mich zu Boden. Wie würde sich dieser starke, drahtige Körper anfühlen, wenn er sich an meinen presst?
Scheiße! Habe ich das gerade wirklich gedacht? Hör sofort auf!
Auf keinen Fall wollte Sage die falsche Art von Aufmerksamkeit von einem Wandler-Vollstrecker auf sich ziehen. Er schluckte schwer und es fiel ihm erstaunlich schwer, das Kribbeln in seinen Fingern zu ignorieren, das ihn dazu brachte, mit seinen Handflächen über die Brust des Vollstreckers streichen zu wollen, um zu sehen, ob sie so glatt war, wie sie aussah. Es gelang ihm jedoch, seine Zunge zu lösen.
„Äh, ja, Sir“, antwortete Sage auf die Bemerkung des Mannes. „Lange Fahrt.“
Der Mann neigte seinen Kopf ein wenig zur Seite und atmete tief ein.
