Der Körper als Bezahlung - Toby Weston - E-Book

Der Körper als Bezahlung E-Book

Toby Weston

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Beschreibung

Als ein einflussreicher Bundestagsabgeordneter um sein öffentliches Ansehen fürchtet, wird Toby Weston erneut beauftragt, eine Ehe zu durchleuchten, die nur noch auf dem Papier existiert. Hinter den häufigen Auslandsreisen der Ehefrau verbirgt sich mehr als bloße Routine, und was ans Licht kommt, ist politisch ebenso brisant wie persönlich kompromittierend. Für Toby ist es ein weiterer Auftrag, bei dem Nähe erlaubt und Moral bedeutungslos ist. Doch dieses Mal gerät er in ein komplexeres Geflecht aus Einfluss, Medienmacht und gezielter Manipulation. Mit Jasmin Karras tritt eine selbstbewusste Medienberaterin in sein Leben, die weiß, wie Karrieren gemacht und Existenzen zerstört werden. Sie sucht keinen Liebhaber, sondern ein Werkzeug, und Toby erfüllt diese Rolle mit gewohnter Präzision. Zwischen politischen Interessen, strategischer Verführung und erpressbaren Bildern verschwimmen die Grenzen erneut. Band 3 von Der Preis der Begierde führt das Spiel um Lust, Kontrolle und Macht konsequent weiter – größer, gefährlicher und öffentlicher als zuvor.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 174

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Toby Weston

Der Körper als Bezahlung

Der Preis der Begierde (Band 3)

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

Impressum neobooks

Prolog

Es gibt Tage, an denen scheint die Sonne so warm und harmlos, als hätte sie nie etwas anderes vorgehabt, und kaum blinzelt man einmal zu lange, fällt Regen vom Himmel, kalt, unangekündigt und unerquicklich. Das Wetter ist launisch. Unzuverlässig. Ein Wechselspiel aus Hoffnung und Ernüchterung.

Im Leben ist das meist genauso.

Mit einer einzigen Ausnahme.

Toby Weston ist ein Arschloch.

Das ist keine Meinung. Es ist eine Feststellung. Eine dieser Wahrheiten, die sich nicht wegdiskutieren lassen, egal wie oft man den Blick abwendet oder die Stimme senkt. Ich weiß das, weil ich Toby sehr gut kenne. Fast so gut wie den bittersüßen Geschmack von Schokolade, die zu langsam auf der Zunge schmilzt. Oder dieses unangenehm-befriedigende Gefühl, wenn man einen Pickel auf der Nase ausdrückt und sofort weiß, dass man es bereuen wird.

Glaubt mir. Toby ist ein Arsch.

Meine Mutter hat mich allerdings dazu erzogen, große Behauptungen niemals ohne Beweise in den Raum zu stellen. „Wer etwas behauptet, muss es auch belegen können“, pflegte sie zu sagen, während sie mir mit strengem Blick die Welt erklärte. Ein Professor behauptete einmal im Internet, der Mensch lüge im Durchschnitt zweihundert Mal am Tag. Die Berliner Morgenpost korrigierte das großzügig nach unten und sprach von lediglich zwei Lügen täglich. Wo genau die Wahrheit liegt, weiß niemand so recht. Wahrscheinlich irgendwo zwischen Selbstbetrug und schlechtem Gewissen.

Aber dass Toby Weston ein riesiges Arschloch ist, bleibt davon unberührt. Eine Konstante. Felsenfest. Unverrückbar.

Und weil ich meine Mutter nicht enttäuschen möchte, werde ich nun liefern. Beweise. Fakten. Geschichten. Ich werde euch Toby vorstellen, sein Leben ausbreiten wie eine gut gedeckte, moralisch fragwürdige Tafel, und am Ende werdet ihr mir zustimmen. Ganz sicher.

Fragt man Toby Weston, was er beruflich macht, lächelt er. Dieses selbstzufriedene, leicht überhebliche Lächeln, das Männern vorbehalten ist, die zu oft gehört haben, wie attraktiv sie doch seien. Dann sagt er nur ein Wort:

„Verführer.“

Ihr lacht? Macht den Fehler nicht. Toby lacht nicht. Er meint das ernst. Bitterernst. Für ihn ist Verführung keine Laune, kein Spiel, keine zufällige Begegnung zwischen zwei Gläsern Wein. Für ihn ist sie Disziplin, Wissenschaft, Kunstform. Herausforderung und Genuss in perfekter Symbiose. Er glaubt fest daran, dass keine Frau ihm dauerhaft widerstehen kann.

Ich sagte doch: Arsch.

Den Großteil seiner Zeit verbringt Toby damit, Frauen zu analysieren. Blicke zu deuten. Gesten zu sezieren. Worte zu wiegen, bis sie genau das richtige Gewicht haben. Verführung ist sein Lebensinhalt geworden, sein Antrieb, sein verdammt gut gepflegtes Hobby.

Dass er sich dabei finanziell keinerlei Grenzen setzen muss, macht alles einfacher. Bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr sah das anders aus. Damals war Toby Sachbearbeiter bei einem Münchner Automobilkonzern, gefangen zwischen Excel-Tabellen, Kantinenessen und dem bitteren Wissen, dass München teuer war, ist und immer sein wird. Träume hatten dort keinen Platz.

Dann kam die Erbschaft.

Eine dieser Geschichten, die man sonst nur aus schlechten Filmen kennt. Der einzige Bruder seines Vaters starb unerwartet – und hinterließ Toby ein Vermögen, das groß genug war, um sein Leben neu zu schreiben. Und genau das tat Toby. Ohne Zögern. Ohne Skrupel.

Er hält sich für intelligent, offen, flexibel. Und fairerweise muss man sagen: Ganz Unrecht hat er nicht. Er verstand es, sich anzupassen, sich einzufügen, sich hochzuspielen. Ein gewisser natürlicher Charme, gepaart mit neu entdeckten Talenten auf dem Golfplatz, öffnete ihm Türen, die ihm zuvor verschlossen geblieben waren. Die gehobenen Kreise Münchens nahmen ihn auf – dankbar, neugierig, beeindruckt.

Heute ist Toby fünfundzwanzig. Er besitzt eine Villa am Starnberger See, eine Penthouse-Dachterrassenwohnung in Schwabing, ein Chalet in St. Moritz und ein Strandhaus auf Mallorca. Orte, an denen andere Urlaub machen. Orte, an denen Toby lebt.

Das allein reicht natürlich schon aus, um in den Augen vieler Frauen interessant zu sein. Attraktiv. Begehrenswert. Anfangs nahm Toby, was ihm gefiel. Fast wahllos. Jede Frau, die ihm ins Auge sprang, landete früher oder später in seinem Bett. Es war leicht. Zu leicht.

In den letzten Monaten allerdings hatte sich etwas verändert. Toby begann, seine Leidenschaft zu verfeinern. Zu kultivieren. Nicht mehr jede Frau war würdig. Er suchte nach Herausforderung. Nach Widerstand. Nach Beute.

Und in Tobys Welt waren die wertvollsten Jagdopfer verheiratete Frauen. Frauen, die niemals fremdgehen würden. Frauen mit Moral, Prinzipien und Eheringen. Genau hier lag sein Ehrgeiz: aus treuen Ehefrauen fremdgehende Lustobjekte zu machen.

Aber wie findet man solche Frauen?

Toby fand die Antwort schnell.

Das Internet.

Er schaltete Inserate auf einschlägigen Plattformen, bot diskret seine Dienste an. Anfangs richtete er sich an gelangweilte Hausfrauen, die tagsüber, während der Ehemann arbeitete, etwas Abwechslung vom immergleichen Alltag suchten. Und ja – er fand sie. Viele. Willige. Bereite.

Doch das befriedigte ihn nicht. Toby wollte jagen. Nicht serviert bekommen.

Also änderte er seine Strategie.

Seine neuen Inserate richteten sich an Ehemänner. An Männer, die wollten, dass ihre Frauen fremdgingen. Männer, die Toby beauftragten, die eigene Ehefrau zu verführen. Treue zu brechen. Grenzen zu überschreiten.

Toby hatte seinen Lebensinhalt gefunden.

Und als wäre das nicht absurd genug, bekam er dafür auch noch Geld. Oder andere Gegenleistungen. Man fragt sich unweigerlich, was in unserer Gesellschaft schiefläuft. Toby tat das nicht. Ihm war es egal. Sein Tag war ausgefüllt. Sein Ego genährt. Sein Hobby perfektioniert.

Habe ich schon erwähnt, dass er ein Arsch ist?

Lest selbst. Ich werde euch von seinen Aufträgen erzählen. Von seinen Abenteuern. Denn fast täglich landeten neue E-Mails in Tobys Postfach, alle mit derselben unausgesprochenen Frage:

Ob er bereit wäre, die Ehefrau eines anderen Mannes zu ficken.

1

„Warum haben wir uns hier getroffen?“

„Die Enge in meinem Büro hat mich genervt“, antwortete Toby Weston, lehnte sich zurück und blickte starr geradeaus in die Ferne.

„Ich verstehe. Manchmal muss ich auch raus aus dem Büro, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen“, antwortete der Mann, der in einem eleganten Anzug neben Toby auf einer Holzbank am Ufer des Starnberger Sees saß.

„Ja. Der See tut der Seele gut.“

„Hatten Sie einen Autounfall?“, erkundigte sich der Mann und blickte nachdenklich auf das geschwollene Gesicht neben sich.

„Eine kleine Auseinandersetzung. Das kommt vor.“

„Kann ich mir vorstellen. Ihre Tätigkeit wird Ihnen nicht nur Freunde schaffen.“

„Nein.“

„Warum haben Sie über zwei Wochen für eine Antwort auf meine Anfrage gebraucht?“

Toby richtete sich auf und blickte den Fremden direkt an. „Ich wollte nur Aufträge im Großraum von München annehmen.“

„Hat sich daran etwas geändert?“

„Ja. Ich brauche von München eine Auszeit.“

„Wegen der Auseinandersetzung und den damit verbundenen schlechten Erinnerungen?“

„Ja“, antwortete Toby und dachte automatisch an die Minuten zurück, als zwei Schläger in sein Büro kamen und ihn dafür bestraften, dass er die Ehefrau ihres Chefs gevögelt hatte. Sein Gesicht war nach zehn Tagen noch immer leicht geschwollen. Aber nun glaubte er, seine Lektion daraus gelernt zu haben. So glaubte er zumindest, aber es sollte doch wieder anders kommen, als er vermutete.

„Dann nehmen Sie meinen Auftrag an?“

„Ich bin noch unentschlossen und brauche noch einige Informationen“, antwortete Toby und holte seine Gedanken zurück in die Gegenwart.

„Was wollen Sie wissen?“

„Beginnen wir mit dem Einfachsten: Wer genau sind Sie?“, antwortete Toby und blickte direkt in die nervös wirkenden Augen des Unbekannten.

Toby hatte, nachdem er durch seinen letzten Auftrag einige Tage außer Gefecht war, sein E-Mail-Postfach durchgesehen. Dabei war ihm eine Anfrage aufgefallen, die ihn nach Südfrankreich führen würde. Bis vor kurzem wäre das nicht in Frage gekommen. Aber nun, nachdem er von zwei Gorillas verprügelt worden war, glaubte er, etwas Abstand von München würde ihm guttun. Er hatte daraufhin den Absender der E-Mail angeschrieben und zu einem Treffen nach Starnberg eingeladen.

„Mein Name ist David Degenfeld. Ich bin Bundestagsabgeordneter und könnte am Beginn einer politischen Karriere stehen.“

„Und Sie haben mein Inserat im Internet wirklich aufmerksam gelesen, Herr Degenfeld?“

„Ja.“

„Ich biete meine Dienste für die Verführung von Ehefrauen an!“

„Ja, ich habe es gelesen.“

„Und Sie wollen, dass ich Ihre Frau verführe? Wäre das nicht hinderlich für eine politische Karriere in Berlin?“

„Wenn es herauskommt, dann sicher. Daher wende ich mich an einen Profi und hoffe auf absolute Diskretion“, antwortete Degenfeld.

„Das garantiere ich Ihnen. Aber könnten Sie mir erklären, warum ich Ihre Frau verführen soll?“

„Natürlich. Das ist der Grund unseres Treffens. Ich beginne mit meiner Frau Julie. Sie ist gebürtige Französin und liebt ihr Mutterland sehr.“

„Das ist doch schön.“

„Ja, natürlich. Jedoch verbringt sie viel Zeit in Frankreich.“

„Und darüber sind Sie besorgt?“

„Ja und nein. Natürlich verstehe ich, dass meine Frau regelmäßig ihre Heimat besuchen möchte, obwohl ihr Platz an meiner Seite sein sollte. Besonders jetzt, vor den anstehenden Wahlkämpfen. Aber ich habe ein merkwürdiges Gefühl dabei. Irgendetwas stimmt nicht.“

„Versuchen Sie es zu erklären.“

„Julie hat von ihren Eltern ein Haus in Toulon an der Côte d’Azur geerbt.“

„Sind beide Elternteile Ihrer Frau bereits verstorben?“

„Ja. Vor fünf Jahren bei einem tragischen Autounfall.“

„Das tut mir leid. Also fällt der Grund, dass Ihre Frau die Eltern besucht, schon einmal aus. Hat sie sonst noch Verwandte in Toulon?“

„Nein.“

„Dann sind es nur Erinnerungen an die Jugend, die sie regelmäßig nach Frankreich treibt?“

„Ich hoffe es, aber langsam kommen mir meine Zweifel daran.“

„Warum sind Ihnen Zweifel entstanden?“

„Es sind einige Dinge vorgefallen, die mich verunsichern.“

„Was wäre das zum Beispiel?“, erkundigte sich Toby.

„Meine Frau nimmt immer den Zug nach Toulon. Warum fliegt sie nicht? Der Zug braucht doch ewig lange und ein Flug kostet kaum noch etwas. Was treibt sie während der langen Zugfahrt?“

„Das ist sicher etwas ungewöhnlich, aber doch kein Grund für Ihr Misstrauen. Darf ich Sie etwas Intimes fragen?“

„Natürlich. Fragen dürfen Sie alles.“

„Sie wollen, dass ich Ihre Frau beobachte und überprüfe, was sie während der Reise nach Südfrankreich und anschließend in Toulon unternimmt, ja?“

„Richtig.“

„Soll ich auch versuchen, Ihre Frau zu verführen?“

„Ja. Darum habe ich Sie doch kontaktiert. Sonst hätte ich auch einen Privatdetektiv beauftragen können“, antwortete Degenfeld.

„Sie sind misstrauisch bezüglich dem Verhalten Ihrer Frau, sind aber bereit, sie einem anderen Mann ins Bett zu legen. Wie kann das sein?“

„Mir ist die Sexualität meiner Frau völlig gleichgültig!“, erklärte Degenfeld.

„Keine Eifersucht?“

„Nein. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen.“

„Könnten Sie mir das erklären? Ich möchte einfach verstehen, was auf mich zukommen könnte.“

„Darf ich mich auf Ihre absolute Diskretion verlassen?“

„Natürlich.“

„Ich würde sofort alles abstreiten und Sie öffentlich vernichten, sollten Sie sich an diese Zusicherung nicht halten!“

„Sie können sich auf mich verlassen. Ich habe einen guten Ruf zu verlieren.“

„Ich glaube Ihnen“, sagte der Politiker, lehnte sich zurück und blickte nachdenklich über den Starnberger See. „Dann sollte ich mit meiner sexuellen Orientierung beginnen. Ich bin homosexuell. Verstehen Sie mich jetzt nicht falsch, ich stehe zu meiner Neigung. Aber zu Beginn meiner Laufbahn als Politiker musste ich darauf Rücksicht nehmen. Nicht jeder Wähler war bereit, einen schwulen Volksvertreter zu akzeptieren. Daher habe ich geheiratet und führe ein bürgerliches Leben.“

„Wusste Ihre Frau das von Anfang an?“

„Ja. Ich habe sie über eine Agentur gesucht und gefunden. Wir haben einen genau formulierten Ehevertrag. Es bestehen strenge Regeln in Bezug auf unsere öffentliche Darstellung. Julie hat sich auch immer darangehalten. Nur diese ständigen Reisen nach Südfrankreich machen mich stutzig.“

„Sie glauben, Ihre Ehefrau lebt dort ihre Sexualität aus?“

„Ja, das vermute ich. Julie ist eine junge Frau mit Bedürfnissen. Es stört mich auch nicht, wenn sie mit anderen Männern ins Bett steigt. Sie soll treiben, was immer sie möchte. Mir kommt es dabei nur auf meinen guten Ruf an. Sie darf nicht meine Karriere gefährden. Heutzutage kann man doch kaum einen Schritt gehen, ohne, dass es jemand mitbekommt, mit dem Handy fotografiert und auf Facebook oder Twitter postet.“

„Sie haben also Angst vor schlechter Öffentlichkeitswahrnehmung, richtig?“

„Ja. Mir ist es daher egal, ob Sie meine Frau verführen oder nicht. Ich möchte einfach wissen, was sie treibt und ob es dabei etwas gibt, das mir Schaden zufügen könnte.“

„Ich werde also Ihrer Frau heimlich folgen, sie im Zug beobachten und anschließend herausfinden, warum sie so häufig nach Südfrankreich fährt. So lautet Ihr Auftrag, nicht wahr?“

„Ja“, antwortete Degenfeld nickend. „Informieren Sie mich regelmäßig. Ich wünsche Fotos und Beweise, egal, was meine Frau treibt. Sie erhalten per E-Mail ein Foto von Julie, den Termin ihrer nächsten Reise, die genaue Anschrift ihres Elternhauses in Toulon und natürlich meine Handynummer.“

„Wann ist die nächste Reise Ihrer Frau geplant?“

„Bereits übermorgen. Würde das bei Ihnen klappen?“

„Ja. Ich habe derzeit keine anderen Verpflichtungen und freue mich über eine Ablenkung aus meinem Alltag.“

„Wünschen Sie eine Anzahlung auf Ihre entstehenden Kosten?“

„Nein, nicht nötig. Ich bevorzuge eine Pauschale für eine erfolgreiche Erledigung.“

„Und die wäre?“

„Ich verlange als Bezahlung eine Flasche Rotwein“, antwortete Toby und lächelte.

„Eine Flasche Rotwein? Das meinen Sie jetzt nicht ernst, oder?“

„Doch. Aber es sollte ein Château Lafite Rothschild aus dem Jahrgang 2000 sein.“

„Ist das ein besonderer Wein?“

„Ja, das ist er. Aber angemessen für einen besonderen Auftrag. Einverstanden?“

„Einverstanden.“

2

Der neue Auftrag von Toby Weston begann, als er am Münchner Hauptbahnhof eine Zugfahrkarte nach Toulon an der Côte d’Azur erwarb.

Er hatte einen Tag nach dem Treffen am Starnberger See von David Degenfeld eine E-Mail mit allen notwendigen Informationen erhalten. Am nächsten Morgen verließ er mit einer Reisetasche seine Penthouse Wohnung in Schwabing und fuhr mit einem Taxi zum Bahnhof.

Am Schalter legte er die Reservierung vor, die er im Internet gebucht hatte. „Toulon, Côte d’Azur. Schlafwagenabteil Economy.“

Der Schalterbeamte nickte mürrisch und tippte auf einer Tastatur herum. Kurz darauf hielt er das Ticket in der Hand. Toby bezahlte und trottete zum Bahnsteig. Die Luft roch nach Eisen, Staub und Öl. Kofferträger, Gewühl und Geschrei, rennende Menschen; dies alles erzeugte ein romantisches Fieber in ihm. Er fühlte eine innere Erleichterung für ein paar Tage München verlassen zu können. Unverändert war die Angst vor einer Rückkehr der Schläger des Russen. Aber der Reiz auf ein neues Abenteuer war stärker als die Angst vor weiteren Schmerzen. Vielleicht sollte ich mal zu einem Psychiater gehen, überlegte Toby nachdenklich. Etwas stimmte doch nicht mit mir. Aber das hatte Zeit. Es zählte immer nur das heute und jetzt. Die Vergangenheit war vorbei und ließ sich nicht mehr ändern. Die Zukunft ist noch völlig offen. Daher beschloss, er den Augenblick zu nutzen und sich auf den neuen Auftrag zu konzentrieren.

Er kaufte sich zwei Croissant und einen Cappuccino im Pappbecher. Er trank einen Schluck und blickte sich dabei um. Fast alle Bahnsteige waren voller Menschen. Von Julie Degenfeld war nichts zu sehen.

Als der Zug einlief, drängelte er sich durch die Menschenmasse und fand das reservierte Schlafabteil. Er stellte seine Reisetasche am Boden ab und packte die die nötigen Utensilien aus, die er während der Nacht gebrauchen würde. Er legte die Croissant auf das Klapptischchen, und die Toilettenartikel ins Netz. Dann setzte er sich auf das Bett und probierte die Matratze, sie war noch nicht ausgelegen.

Nun war er bereit für das neue Abenteuer. Plötzlich hatte er keine negativen Gedanken mehr, die er zuletzt ständig mit sich herumgetragen hatte. Die Sorgen blieben hinter ihm zurück, als der Zug sich in Bewegung setzte, zuerst schwerfällig, dann immer schneller.

Die Reise hatte begonnen.

Toby öffnete das Fenster und lehnte sich hinaus. Menschen winkten und riefen sich zu. Dann verschwand München, und der kalte Wind ließ ihn das Fenster schließen. Von der Eisenbahn aus gesehen zeigten sich die Städte niemals von der besten Seite.

Eine junge Frau lehnte weit aus dem Nebenabteil. Sie lachte Toby an und winkte ihm zu. Er hatte sie sofort erkannt: Julie Degenfeld!

Sie war hübsch anzusehen, mit rabenschwarzen Haaren, einem sonnengebräunten Gesicht und schelmischen Augen.

„Hey“, rief Toby ihr zu.

„Ist es nicht himmlisch zu reisen?“, antworte Julie Degenfeld.

„Ja, aber doch recht kühl und unfreundlich - ich meine natürlich das Wetter“, sagte Toby lachend.

„Wo ich hinfahre; ist es immer warm und sonnig.“

„Wohin fahren Sie denn?“

„Nach Südfrankreich, an die Côte d’Azur.“

„Wie sich das trifft, auch ich will dorthin.“

„Es ist immer aufregend, heimfahren zu können“, sagte sie.

„Heimfahren?“

„Ja, nach Südfrankreich.“

„Dann leben Sie dort?“

„Nein, aber ich wurde dort geboren. Und Sie?“

„Ich muss geschäftlich an die Côte d’Azur.“

Toby versuchte, das Gespräch weiterzuführen, aber ihm fiel und fiel einfach nichts ein. Er war wie auf den Mund gefallen, was sehr ungewöhnlich für den professionellen Verführer Toby Weston war. Aber er schob es auf das negative Erlebnis mit den zwei Gorillas zurück.

Julie Degenfeld hatte sich mit einem Winken zurückgezogen. Auch Toby zog sich zurück und schloss endgültig das Fenster.

Vielleicht sollte er an die Verbindungstür klopfen und sie zu einer Tasse Kaffee einladen; aber über was sollten sie reden?

Draußen vor dem Fenster sausten Häuser vorbei. Der Zug wurde schneller, und unter ihm ratterten die Räder ihre monotone Musik. Es war warm, und er fühlte sich wohl. Ab und zu blickte er hinaus. Wenn sie durch eine Stadt kamen, fuhr der Zug etwas langsamer. Die Zeitschrift, die er am Bahnhof gekauft hatte, fiel ihm aus der Hand, und er schlief ein.

Langes Tuten der Lokomotive sickerte in seinen Schlaf, und irgendwann hörte er den Gong zum Essen. Er fühlte sich noch gesättigt und war viel zu faul, diesen gemütlichen Platz zu verlassen; es war ihm so mollig warm.

Er ließ sich wieder vom Geratter der Räder in den Schlaf lullen. Doch die anhaltende Vibration, das eintönige Rattern der Räder, die gemütliche Wärme und die neue Umgebung machten alles irgendwie erotisch.

Langsam, während die Räder ihre eintönige Vibration über seinen Körper verteilten, begann ihn ein Traum zu umgaukeln:

Lange Haare bewegten sich über seinen Körper, berührten seine Lippen, seine Haut, und bleiche Nippel glitten sanft über seine Brust. Er fühlte warme Hände auf seinen Schultern, spürte warmen Atem an seinem Ohr. Darauf verschwand sein ganzes Ohr in einem saugenden Mund, und nasse Worte flüsterten tiefe Geheimnisse. Er fühlte die Spitze einer Zunge in seinem Ohr, sie erregte die empfangsbereiten Nervenenden.

Toby genoss dieses Erlebnis und legte die Hand auf seinen steifen Schwanz. Nun wollte er auch helfend eingreifen. Seine Finger waren nur zu bereit, den Tanz an seiner Eichel zu beginnen.

Sein Schwanz fühlte sich heiß und geschwollen zwischen seinen Fingern an, und das Vergnügen, zu wichsen, begann jetzt stärker zu werden. Er nahm seinen Riemen in die ganze Hand und rieb die Haut rauf und runter. Ach, er war so steif, so leicht zu bewegen, und das juckende Gefühl in ihm erzeugte ein riesiges Vergnügen.

Auf seinem Hals spürte er den warmen streichelnden Atem einer Frau. Ihre Lippen glitten hauchzart und feucht über seine Schultern, ihre Augen waren geschlossen, und ihre zarten Nasenflügel bebten. Die Spitze ihrer flinken Zunge glitt an seinen Hals herab. Zuerst reizte sie einen Nippel auf seiner Brust und darauf den anderen. Sie saugte und leckte. Sie war wirklich eine, die es verstand, einen Mann geil zu machen.

Für einen Augenblick wünschte er sich, er hätte Brüste wie eine Frau, damit sie besser lecken und saugen könnte. Aber ihre Erregung teilte sich ihm mit und durchrieselte angenehm seinen Körper, endete zwischen seinen Beinen und breitete sich dort als Wärme aus. Jede neue Bewegung ihrer Zunge füllte seinen Riemen weiter auf, brachte seine Eier fast zum Bersten, und er erwartete jeden Augenblick einen Erguss. Ihre langen Finger legten sich auf seine wichsende Hand, und zärtlich begann sie nun zu wichsen. Es war ein himmlisches Gefühl, so zart schleichend und warm und vollkommen ohne Hast.

Mit kleinen Schreien der Ermunterung feuerte sie ihn weiter an, glitt mit einer Fingerkuppe hauchzart über das blinde Auge seines Schwanzes, immer wieder. Sie erregte sich anscheinend an den ersten Tropfen seiner Geilheit. Während sie ihn weiter masturbierte, hob sie mit der anderen Hand seinen Kopf.

Nun konnte er ihre Stirn erkennen und auch die geschlossenen Augen mit den dunklen Wimpern. Sie hob weiter den Kopf. Nun erkannte er die Frau. Es war die schwarzhaarige Julie Degenfeld, die Frau des Politikers!

Toby fühlte, wie die erigierten Nippel ihrer bebenden Brüste seine Haut berührten. Er schloss seine Augen in der Ekstase, die ihm ihre zuckende Zunge gab. Sie trank seine Spucke von seiner Zunge, saugte sie zwischen seinen Lippen hervor. Der warme Atem mischte sich und breitete sich über Gesicht, Ohren und Hals aus. Auch ihr Atem wurde hektischer, als sie seine wachsende Erregung bemerkte.

Sie wichste nun kräftiger an seiner Vergnügungslatte. Toby spürte, dass er sich schnell einem Orgasmus näherte. Aus langjähriger Wichserfahrung wusste er genau, wann dieser Augenblick herankam, in dem Ladung auf Ladung aus seinem Rohr herausschießen würde.

Ihr warmes Gesicht hob sich von seinen Lippen ab. Für einen Moment blickte sie ihm ausdruckslos in die Augen. Sie sah ihm in die Augen, wie nur Frauen einen in diesem Augenblick ansehen können. Ihre Pupillen erschienen ihm riesig, dunkel und zwingend. Sie zogen seine Gedanken aus ihm heraus und saugten sich förmlich in seine fieberhaften Augen.