Der lebende Mond - Jo Zybell - E-Book

Der lebende Mond E-Book

Jo Zybell

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Beschreibung

Ren Dhark steht vor einer schweren Entscheidung. Er muß den unbekannten Insassen der gelben Ringraumer trauen, obwohl niemand ihnen traut – aus gutem Grund. Doch Der lebende Mond erfordert ungewöhnliche Maßnahmen.

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Sammlungen



Ren Dhark

Weg ins Weltall

 

Band 11

Der lebende Mond

 

von

 

Conrad Shepherd

(Kapitel 1 bis 5)

 

Uwe Helmut Grave

(Kapitel 6 bis 11)

 

Achim Mehnert

(Kapitel 12 bis 17)

 

Jo Zybell

(Kapitel 18 bis 23)

 

und

 

Hajo F. Breuer

(Exposé)

Inhalt

Titelseite

Prolog

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

19.

20.

21.

22.

23.

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Impressum

Prolog

Im März des Jahres 2065 steht die Menschheit vor einer Zerreißprobe: Die Bewohner Terras sind nach Babylon evakuiert, wo Henner Trawisheim, der amtierende Commander der Planeten, die Zentrale des neuen Terra schaffen will. Nur noch 20 Millionen Menschen sind auf der mittlerweile völlig vereisten Erde zurückgeblieben.

Doch es ist Ren Dhark und seinen Mitstreitern gelungen, den Abfluß der Materie von unserer Sonne zu stoppen, indem sie die Hyperraumstation zerstörten, die kontinuierlich Masse aus der Sonne abzog und nach Proxima Centauri transferierte.

Als sich darüberhinaus die Synties – tropfenförmige Energiewesen aus dem All – aus alter Freundschaft zur Menschheit und vor allem zu Ren Dhark bereit erklären, die verlorengegangene Masse der Sonne durch neuen interstellaren Wasserstoff zu ergänzen und sie wieder so stark zu machen wie zuvor, scheint der glückliche Ausgang der Katastrophe gewiß.

Trotzdem läßt Henner Trawisheim die Evakuierungsaktion fortsetzen. Traut er den Synties nicht, oder verfolgt er eigene geheime Ziele? Die Frage wird bald überflüssig, als eine unbekannte Kraft die Synties aus dem Sonnensystem absaugt: Ohne die spurlos verschwundenen Helfer ist die Erde nicht mehr zu retten!

Resigniert beteiligt sich Ren Dhark mit seiner POINT OF an der weiteren Evakuierungsaktion. Doch nach ihrem Abschluß will er die Synties suchen, auch wenn er nicht den allerkleinsten Hinweis auf ihren Verbleib hat. Allmählich faßt er wieder Mut – als eine bisher unbekannte Spezies aus den Tiefen des Alls auftaucht und die Erde zu ihrer neuen Heimat erklärt! Und dieses Volk scheint wie geschaffen für ein Leben in arktischer Kälte.

Die Eisläufer oder Riiin, wie sie sich selbst nennen, landen an beiden Polen und nehmen die Erde von dort aus in Besitz. Verzweifelt versucht Ren Dhark, auf Babylon Hilfe für die Heimat der Menschheit zu erhalten – doch Henner Trawisheim läßt ihn eiskalt abblitzen. Auch Terence Wallis, der Herrscher von Eden, will seine noch junge Welt nicht in einen Krieg verwickeln.

Auf dem Rückflug nach Terra macht die POINT OF Bekanntschaft mit einer unheimlichen Waffe der Eisläufer: dem Relativitätswerfer, der die Zeit rings um ein getroffenes Schiff um den Faktor 104 verlangsamt.

Trotzdem gelingt Ren Dhark der Durchbruch nach Cent Field. Die genaue Überprüfung alter Protokolle führt ihn und seine Gefährten zu einem geheimnisvollen Gerät unter Stonehenge, dessen Vernichtung einen kurzen Frühling in ganz Südengland auslöst und so Millionen Eisläufer das Leben kostet.

Arc Doorn erinnert sich daran, ein ähnliches Gerät schon einmal gesehen zu haben – und nimmt kurzerhand seinen Abschied von der POINT OF, um auf der Erde nach weiteren dieser geheimnisvollen Artefakte zu suchen.

Ren Dhark aber folgt der Spur des Energieimpulses nach Andromeda. Doch diesen neuen Flug in die Weiten des Alls will Dan Riker, Rens bester Freund, nicht mehr mitmachen: Auch er nimmt seinen Abschied von der POINT OF!

In der Nachbargalaxis findet Dhark die ehemalige Zentralwelt der dortigen Worgun. Von ihr führt die Spur bis in den hintersten Winkel Andromedas. Er trifft auf die Glandaren, die technisch einen gänzlich anderen Weg gegangen sind als die übrigen bekannten Völker: Sie beherrschen die Quantenenergie. Und die haben sie genutzt, um unzählige Synties in einer mondgroßen Falle festzusetzen. Als sich die POINT OF ihm nähert, verlieren schlagartig alle Menschen an Bord das Bewußtsein…

Auf der Erde starten Arc Doorns Freunde eine neue Expedition zur Lösung des Rätsels der Gäa-Maschinen. Und dabei geraten sie in eine ehemalige T-Station, die beherrscht wird von einem merkwürdigen Wissenschaftler namens Rimington und seinem Roboter Abraham…

1.

Die Situation schien ausweglos verfahren. Niemand von uns hatte die geringste Vorahnung von dem gehabt, was geschehen würde, als wir uns dem sechsten Planeten des Glandarensystems näherten. Unmittelbar nachdem der Mond aus Syntie-Energie über Glandar von den Tastern des Schiffes entdeckt worden war, hatte Dhark angeordnet, die Fahrt des Ringraumers zu stoppen, um mehr Informationen zu sammeln.

Es war zu spät gewesen, wie ich jetzt erkannte; die POINT OF war zu diesem Zeitpunkt bereits in den Einflußbereich der Synties geraten, mit fatalen Folgen, wie sich herausstellen sollte.

Jetzt hatten wir die Bescherung, wie sich Jimmy in ähnlichen Situationen auszudrücken pflegte, denn in der Zentrale der POINT OF war keiner der Leitenden Offiziere mehr bei Bewußtsein. Aber nicht genug, im gesamten Schiff war kein einziges Besatzungsmitglied mehr im Wachzustand, wie mir der Checkmaster mitgeteilt hatte, dessen »Fühler« sich über alle Decks und in jeden Winkel erstreckten. Mich befiel ein mulmiges Gefühl – für eine zwei Meter große Stahlkonstruktion, genannt Roboter, eine eher untypische Regung –, während ich das Durcheinander der bewußtlosen menschlichen Gestalten betrachtete.

Begonnen hatte das Desaster vor wenigen Minuten damit, daß die Führungsoffiziere und die Techniker in der Leitzentrale plötzlich wie von entsetzlichen Schmerzen gepeinigt aufgeschrien hatten, ehe sie zusammengebrochen und bewußtlos geworden waren. Nun hingen sie in ihren Sesseln oder lagen zusammengekrümmt auf dem Boden herum. Tot schienen sie nicht zu sein, ansonsten hätte der Checkmaster reagiert, aber auch so war die Situation mehr als befremdlich.

Sozusagen von einem Augenblick zum anderen war die POINT OF zum »Fliegenden Holländer« geworden; der Checkmaster, Jimmy und ich waren als einzige auf dem ganzen Schiff bei Bewußtsein geblieben – aber zu unserer nicht unerheblichen Überraschung auch Tschobe, der unversehens aus der Funk-Z aufgetaucht war, unbeeinflußt von dem, was der Mannschaft widerfahren war.

Ohne auf Jimmys oder meine Fragen zu reagieren, war er wie ein Untoter mit eckigen, ruckartigen Bewegungen gleich einem nur mit halber Leistung agierenden Roboter auf die Steuerkonsole zugestapft und hatte die Hände auf das Pult gelegt.

Dort stand er nun.

Wäre ich ein Mensch gewesen, hätte ich sicher einen nicht unerheblichen Schrecken verspürt, als ich sah, wie die grünlich leuchtenden, kugelförmigen Energiefelder, die seine Hände umhüllten, teilweise in das Pult einsanken und dort offensichtlich etwas bewirkten. So aber war ich vor allem verblüfft, als ich erkannte, wie die Anzeigen mit geschäftigem Blinken in den aktiven Modus wechselten, ohne daß Tschobe dabei einen Finger rührte.

»Bei den Barthaaren meines Erschaffers«, ließ sich Jimmy hören. »Er nimmt Fahrt auf.«

Tatsächlich setzte sich die POINT OF in Bewegung.

Wäre es mir möglich gewesen, hätte ich die Stirn gerunzelt. Ich trat näher an Tschobe heran. »Was hast du vor?« fragte ich und sah ihn von der Seite an. Meine Stimme war in der relativen Stille der Zentrale laut zu hören, dennoch drang sie augenscheinlich nicht zu ihm durch, denn er reagierte nicht darauf; er tat auch sonst nichts weiter, als bewegungslos vor dem Steuerpult zu stehen und seine Hände auf die berührungsempfindliche Oberfläche zu legen.

»Der Kurs des Schiffes ist eindeutig auf den Mond gerichtet«, informierte mich der Checkmaster unaufgefordert.

»Sieht ganz so aus«, antwortete ich. »Tschobe!« Erneut versuchte ich, seine Aufmerksamkeit zu erlangen.

Und noch einmal, lauter, drängender: »Was ist mit dir, Tschobe?«

Auch Jimmys verbale Versuche, den Arzt und Funkspezialisten, mit dem ihn über Shanton eine gewisse Freundschaft verband, dazu zu bringen, endlich zu erklären, was er eigentlich hier tat, brachten keine Ergebnisse.

Ohne erkennbare Reaktionen auf unsere Versuche, in Kontakt mit ihm zu treten, stand Tschobe über die Konsole gebeugt, gefangen in seinem eigenen Kosmos.

Keiner von uns Robotern – ohne einen Gedanken darüber zu verlieren, zählte ich den Checkmaster ebenfalls zu unserer Gattung – hatte die geringste Ahnung, was um uns herum stattfand. Niemand wußte, wie es Tschobe verstand, die POINT OF unter seinem Einfluß zu halten. Oder war es vielleicht gar nicht Tschobe, der die Fäden zog, sondern jemand ganz anderer, der den Arzt und Funkspezialisten wie mit Geisterhand führte und lenkte? Aber wenn er Befehlen gehorchte… woher und von wem kamen diese dann?

Natürlich von den Synties, durchzuckte es mich. Sie waren für ihre Parabegabungen bekannt, mit denen sie biologisches Leben zu beeinflussen verstanden.

Ich verspürte für eine Nanosekunde den Impuls, mich des Arztes zu bemächtigen, um ihn mit brachialer Gewalt vom Steuerpult wegzureißen; etwas riet mir jedoch, das nicht zu tun. Noch kannte ich nicht die Natur der grünlichen Energiefelder und was sie zu bewirken imstande waren, sollte ich mit Gewalt die Verbindung unterbrechen.

Ich drehte mich zur Seite und vertiefte mich kurz in die Betrachtung der Bildkugel, in der das Zielgebiet des Ringraumers wie auf einem Präsentierteller ausgebreitet schwebte: eine riesige blaue Sonne vom Epoy-Typ, die einem System von mehr als 30 Planeten als Licht- und Energiespender diente.

Das Zentrum der Glandarenzivilisation.

Schon beim Anflug auf das System hatten unsere Taster die äußeren Planeten als absolut untauglich für jede Art von Besiedelung klassifiziert – erst die weiter innen liegenden waren dazu geeignet. Sie trugen Leben, wie die Biotaster erkennen ließen.

Vor allem Planet Nummer sechs, Glandar – laut Goil Gaffels Erzählung Heimatwelt der Glandaren –, hatte sich als eine für die Echsen paradiesische Welt entpuppt.

Doch kein Paradies ohne Schlange, hatte ich die Erfahrung gemacht. Glandar bestätigte dies wieder einmal augenfällig, denn es besaß einen Trabanten aus purer, leuchtender Syntie-Energie, in dem ich den Auslöser des Desasters vermutete, das die Menschen an Bord der POINT OF heimgesucht hatte.

Um diese Vermutung zu verifizieren, fehlten mir im Augenblick allerdings die Möglichkeiten. Ich wußte nur, daß Tschobe mit der POINT OF auf diesen Mond aus purer Energie zuflog, aus welchen Gründen auch immer.

»Stimmt, das ist sein Vorhaben«, bestätigte der Checkmaster meine diesbezügliche Anfrage, die ich über Funk an ihn gestellt hatte. Wir waren übereingekommen, nur noch auf diese Weise miteinander zu kommunizieren, um Tschobe, der auch weiterhin auf keine Ansprache unsererseits reagierte, die Möglichkeit zu nehmen, mitzuhören, was wir gegen seine Einflußnahme auf das Schiff zu unternehmen gedachten.

»Kannst du dagegen denn nichts unternehmen?« fragte ich weiter.

»Was denkst du, was ich die ganze Zeit versuche, während wir hier miteinander reden?« gab der Checkmaster zur Antwort.

»Ich sehe nicht, daß du Erfolg hättest«, gab ich zurück. »Warum legst du nicht einfach den Antrieb lahm?«

»Wie soll ich das anstellen?« überraschte der Checkmaster Jimmy und mich gleichermaßen.

»Egal wie«, brachte sich Jimmy zu Gehör, »nur mach etwas. Wir müssen das Schiff so rasch wie möglich wieder unter unsere Kontrolle bringen und aus dem Einflußbereich der Synties lösen, sonst sind wir geliefert. Wir sollten unsere ganze Kraft darauf konzentrieren. Ich habe nicht vor, nähere Bekanntschaft mit dem Mond zu machen. Was für Probleme hast du?«

»Er schafft es irgendwie, den Antrieb direkt zu kontrollieren. Ich kann einfach nichts dagegen unternehmen. Was immer ich in dieser Richtung versuche, es wird von ihm blockiert oder ins Gegenteil verkehrt.«

»Soviel über die Unfehlbarkeit unseres Bordgehirns«, ließ Jimmy verlauten, während ich mich mit einer ähnlichen Bemerkung zurückhielt, obwohl sie sich mir aufdrängte. »Wenn es wirklich darauf ankommt, müssen wir in unsere eigene Trickkiste greifen.«

Wie immer übertrieb Jimmy, dennoch konnte ich ihn auf eine gewisse Weise verstehen.

Überraschenderweise schien sich auch der Checkmaster Jimmys Einlassung zu eigen gemacht zu haben, denn er sagte: »Ich werde es hinbekommen.«

»Natürlich«, funkte Jimmy zurück; die nonverbale Kommunikation ließ keine Emotionen in seiner »Stimme« erkennen. »Fragt sich nur, ob es dann nicht zu spät ist.«

»Was schwebt dir vor?« erkundigte ich mich beim Checkmaster. »Wie willst du gegen Tschobe vorgehen?«

»Vielleicht mit Waffengewalt?« mischte sich Jimmy erneut ein. »Ich könnte dir mit meinem Zungenstrahler aushelfen.«

»Nein«, lehnte der Checkmaster ab.

»Warum nicht?«

»Es wäre unprofessionell.«

»Bist du denn ein Profi?« wunderte sich der kleine, vierbeinige Roboter, der so täuschend echt einem Scotchterrier nachgebildet war, daß Nichteingeweihte keine Hemmungen hatten, ihm über das Fell zu streichen oder hinter den Ohren zu kraulen – aber nur, wenn er es darauf anlegte, gestreichelt zu werden.

»Natürlich bin ich ein Profi. In jeder Hinsicht. Und deshalb werde ich Tschobe im Interesse des Schiffes töten.«

»Ha, ha«, machte Jimmy. »Ist das alles, was dir einfällt? Nicht gerade sehr professionell, wenn du mich fragst. Außerdem, wie willst du das anstellen, du hast doch angeblich keine Kontrolle mehr über das Schiff?«

»Mittels eines Stromstoßes«, gab der Checkmaster zu verstehen, »den ich durch das Steuerpult jage. Diese Möglichkeit habe ich, allerdings bedarf es dazu noch ein paar Manipulationen meinerseits.«

»Wie raffiniert«, erwiderte Jimmy. Und noch ehe ich mir darüber klar wurde, ob es echte Bewunderung war, die er für den Vorschlag des Checkmasters empfand, setzte er hinzu: »Hoffentlich fackelst du nicht gleich das ganze Schiff mit ab, Brandstifter.«

Es war spöttisch gemeint, aber der Bordrechner kannte keine Ironie. Er ließ lediglich verlauten, daß in dieser Hinsicht keine Gefahr bestünde.

»Gut, wenn es sein muß, tue es. Mir scheint, es ist in jedermanns Interesse, diese Situation auf diese Weise rasch zu klären, damit die ganze Angelegenheit nicht ausufert«, stimmte Jimmy zu.

»Ich sehe keine andere Alternative«, bestätigte der Checkmaster.

»Ich weiß einen besseren Weg, wieder die Gewalt über das Schiff zu erlangen«, ließ ich die beiden wissen, »der zudem Tschobe am Leben läßt. Was in unser aller Interesse sein dürfte. Ich möchte Commander Dhark nicht erklären müssen, weshalb wir Tschobe töten mußten.«

»Was hast du vor, Großer?« Jimmy verfiel wieder in seinen burschikosen Jargon, den er meist anwandte, wenn wir beide miteinander kommunizierten.

»Das!« sagte ich. »Sieh zu und bewundere mich…«

Noch während ich dies funkte, war ich hinter Tschobe getreten, der mein Näherkommen mit keiner Faser registrierte, da er in Trance war, und schlug ihn mit meiner stählernen Faust genau kalkuliert auf den Kopf.

Er ging augenblicklich bewußtlos zu Boden – wie von mir beabsichtigt. Noch während er über dem Steuerpult zusammenbrach, erloschen die grünen Energiekugeln um seine Hände.

»Wo rohe Kräfte sinnlos walten«, bemerkte Jimmy anzüglich, »ist auch ein Artus nicht zu halten.«

»Falsch, mein Kleiner. Das Wort heißt s-i-n-n-v-o-l-l!« Ich betonte jeden einzelnen Buchstaben.

Tschobes Körper machte Anstalten, von der Konsole zu rutschen. Rasch fing ich ihn auf und bettete ihn ein paar Schritte entfernt auf den Boden. Noch war niemand in der Zentrale zu sich gekommen, alle waren »weggetreten«, wie Jimmy es formulierte. Vermutlich würde Tschobe eine ziemliche Beule davontragen und einen gewaltigen Brummschädel haben, sobald er zu sich kam. Ansonsten war er jedoch unverletzt – dachte ich. Ich hoffte nur, er würde mir mein ziemlich rüdes Verhalten nachsehen, wenn er herausbekam, was ich mit ihm angestellt hatte. Ich wünschte es mir jedenfalls. Unser Verhältnis war sowieso schon getrübt genug, seit ich ihn über seine merkwürdigen Reaktionen beim Auftauchen der Fraßschlünde auf Tami angesprochen hatte.

Hätte ich es gekonnt, dann hätte ich jetzt geseufzt, was an und für sich eine menschliche und keine robotertypische Reaktion war, aber der ständige Umgang mit den Menschen färbte auf die eine oder andere Art doch irgendwie auf mein Verhalten ab.

Der Checkmaster war inzwischen auch nicht untätig geblieben, wie ich an den Veränderungen der Anzeigen auf dem Steuerpult und den wechselnden Ansichten in der Bildkugel erkennen konnte; er bremste die Fahrt der POINT OF auf den Energiemond ab und flog mit Höchstwerten aus dem System hinaus.

*

Dhark kam zu sich. Übergangslos öffnete er die Augen, hob den Kopf – und ließ ihn aufstöhnend wieder zurücksinken. Ein erneuter Schwindelanfall versuchte, ihn in die Dunkelheit seiner Ohnmacht zurückfallen zu lassen.

Ich sah förmlich, wie er dagegen ankämpfte – und den Kampf schließlich gewann.

Erneut öffnete er die Augen; die Dunkelheit in ihnen wich, sein Blick wurde klar.

Und er erkannte mich.

»Artus«, murmelte er mit rauher Stimme.

Es war keine Frage, sondern eine Feststellung. Dennoch antwortete ich aus einer mir rational nicht nachvollziehbaren Regung heraus: »Ja, ich bin es, Dhark.«

»Das sehe ich«, antwortete er, und ein schmales Lächeln kräuselte seine Lippen. »Und ich muß sagen, ich war nie froher, dein Gesicht zu sehen. Hilfst du mir auf?«

Diesmal war es Frage und Bitte zugleich. Damit konnte ich etwas anfangen; es war im Grunde ein genau umrissener Befehl.

»Natürlich«, antwortete ich und ergriff seine Hand; der Commander zog sich mit meiner Hilfe hoch.

»Teufel auch«, sagte er, als er stand. Sein Blick irrte durch die Zentrale, in der langsam einer nach dem anderen wieder zu sich kam, mit verständnisloser Miene und etwas unsicher blickend. Fragen schwirrten durch den großen Raum. Fragen, die ohne Antworten blieben.

Dhark straffte sich. »Was war los?«

»Hast du keine Erinnerung daran?«

Er schüttelte den Kopf – und preßte mit einem kaum unterdrückten Schmerzenslaut beide Hände in einer Geste der Verzweiflung an die Schläfen.

Ich machte einen Schritt auf ihn zu, um ihn zu stützen, falls er wieder ohnmächtig werden sollte; in Fällen wie diesen war ich hocherfreut darüber, einen Körper aus Stahl zu besitzen, dem solches Ungemach, wie es den Menschen widerfahren konnte, gänzlich fremd war.

»Es geht schon wieder«, wehrte der Commander ab, der meine Absicht erkannte. »Nein«, beantwortete er dann meine Frage, »ich habe keine Erinnerung daran, was da vorgefallen ist, bestenfalls eine Ahnung, aber nicht mehr.« Während er sich in seinem Sitz niederließ, sah er mich auffordernd an. »Also, was hat uns umgehauen?«

»Eine Paraattacke der Synties vermutlich«, antwortete ich und informierte ihn in gedrängter Form über die Zeit, während der er und die gesamte Besatzung weggetreten waren. Und ich vergaß auch nicht, meine Rolle dabei zu erwähnen. Allerdings erwähnte ich mit keiner Silbe, daß der Checkmaster beabsichtigt hatte, Tschobe zu eliminieren, um ihn von der Steuerung zu entfernen und davon abzuhalten, in den Mond aus Energie hineinzufliegen.

Tschobe…

Inzwischen war die Besatzung in der Zentrale wieder auf den Beinen; nur Tschobe lag noch dort, wo ich ihn abgelegt hatte. Seine Ohnmacht schien sich durch meinen Schlag potenziert zu haben. Vermutlich dauerte sie deshalb noch an.

»Wie lange hat es gedauert«, wollte Dhark wissen, nachdem ich geendet hatte.

»Exakt zehn Minuten und vierundvierzig Sekunden«, antwortete ich ohne nachzudenken; auf meine eingebaute Uhr war Verlaß.

Dhark knurrte etwas, dann sagte er: »Die Synties also.«

Diesmal antwortete ich nicht, erneut war seine Bemerkung nur eine Feststellung und keine Frage. »Danke, daß du so umsichtig reagiert hast«, sagte er nachdenklich. Ich schloß scharfsinnig, daß er sich dabei auf Tschobe bezog.

»Mann, habe ich Kopfschmerzen!« stieß der Erste Offizier Falluta mit heiserer Stimme hervor und verzog gequält sein Gesicht, während er sich mit einiger Vorsicht wieder auf seinem Sitz niederließ, aus dem er während der Paraattacke gerutscht war. »Was hat uns da bloß aus den Stiefeln gehauen?«

Auch in den anderen Stationen der Zentrale kamen jetzt die Männer zu sich, wie sich überhaupt das Leben im Schiff wieder zu regen schien. Von überall her kamen die Meldungen, die besagten, daß keine Verluste zu beklagen seien.

Alles in allem schien die POINT OF die Attacke der Synties relativ unbeschadet überstanden zu haben, dachte ich, abgesehen von einigen Blessuren, die manches Besatzungsmitglied davongetragen hatte.

»Verdammt«, knurrte Leon Bebir ziemlich verständnislos; quer über seine rechte Wange verlief eine blutige Schramme, die er sich beim Sturz auf den Boden an der Konsolenkante zugezogen haben mußte. Er schien mir am eindeutigsten unter den Nachwehen der tiefen Ohnmacht zu leiden. »Was… was war denn los?« Mit fragender Miene starrte er erst auf Falluta, dann zum Commander, während er sich mit einem Tuch mechanisch das Blut vom Gesicht wischte. »Was ist mit Tschobe?« fragte er, als er den reglosen Schwarzafrikaner auf dem Boden liegen sah, so wie ich ihn hingelegt hatte.

»Lassen Sie sich die Einzelheiten von Artus erklären, Nummer Zwei«, gab Dhark den Schwarzen Peter an mich weiter. Dann rief er die medizinische Station.

»Hier Hanfstik. Commander?«

»Wir brauchen jemanden aus Ihrer Mannschaft hier in der Zentrale«, ließ Dhark ihn wissen. Seine Stimme hatte bereits wieder den gewohnt befehlenden Ton.

»Ich schicke sofort jemanden los.«

»Er soll sich beeilen.«

»Verstanden, Commander.« Hanfstiks Stimme klang verhältnismäßig unaufgeregt, obwohl er – wie das gesamte medizinische Personal auch – mit den gleichen Symptomen wie alle auf dem Schiff fertigzuwerden hatte.

Dhark nickte. Dann drückte er Tasten auf seinem Pult.

»Wenigstens funktioniert an Bord noch alles, das ist schon mal etwas«, sagte er halblaut, als er die Anzeigen und Kontrollen studierte. »Checkmaster, wie ist der Zustand des Schiffes?«

»Alle Systeme arbeiten innerhalb ihrer vorgeschriebenen Toleranzen«, erwiderte der Rechner emotionslos.

»Wir sollten uns besser um ihn kümmern«, sagte ich und deutete auf Tschobe, der keine Anzeichen des Erwachens zeigte.

»Der Arzt muß jeden Augenblick kommen«, warf Falluta ein.

Als wäre seine Bemerkung das Stichwort gewesen, erschien Atawa. In ihrem Schlepptau zwei Medoroboter, die eine Antigravbahre dabeihatten.

»Sie, Rani?« wunderte sich Dhark. Seine Frage hatte ihre Berechtigung. Die Inderin Atawa war eigentlich promovierte Biologin. »Sind die anderen Ärzte noch nicht aufgewacht?«

»Doch, doch«, antwortete die in Bombay geborene dreiunddreißigjährige Frau mit einem leichten Lächeln. »Aber die Kollegen sind vollauf damit beschäftigt, die Blessuren der Mannschaft zu versorgen.«

»So schlimm?« Ein besorgter Zug erschien auf Dharks Gesicht.

»Eigentlich nicht, zumindest gibt es keine ernsthaften Verletzungen.«

Der Commander entspannte sich sichtlich. »Dann bin ich ja beruhigt.«

»Wo ist der Patient?« wollte Atawa wissen.

»Dort.« Ich wies auf Tschobe, während ich mir gleichzeitig ernsthaft Sorgen über seinen Gesundheitszustand machte. Ob ich wohl doch zu fest zugeschlagen hatte? Die Biologin warf mir einen Blick zu, den ich nicht zu deuten wußte; erst später sollte mir klarwerden, daß sie sich darüber wunderte, daß ich Dhark das Wort abschnitt, als ich an seiner Stelle antwortete.

»Na, das haben wir gleich!« Rasch und routiniert nahm sie sich Tschobes an.

»Der Kopf ist noch heil«, sagte sie, nachdem sie ihn intensiv mit ihrem Handprüfgerät untersucht hatte. »Außer einer dicken Beule keine weiteren Verletzungen. Allerdings hat er eine massive Gehirnerschütterung, die nicht unbehandelt bleiben kann. Er macht den Eindruck, als hätte man ihn mit einem schweren Gegenstand malträtiert«, wunderte sie sich schwach. »Aber das kann ja wohl nicht sein. Ist er vielleicht gegen eine Pultkante gefallen, als er die Besinnung verlor?«

Dhark enthielt sich einer Bemerkung, also sah ich auch keinen Grund, ihr davon zu berichten, auf welche Weise Tschobe zu seiner Beule gekommen war.

Atawa wartete noch ein paar Sekunden. Dann meinte sie schulterzuckend: »Na, wie dem auch sei, ich lasse ihn am besten gleich auf die Station bringen; er muß unter Beobachtung bleiben. Irgendwelche Einwände, Commander?« Sie winkte den beiden Robotern.

»Natürlich nicht, Rani«, erwiderte Dhark.

Ich wunderte mich eine Nanosekunde über die vertrauliche Nennung ihres – meiner Meinung nach überflüssigen – Vornamens durch Dhark, ehe ich mich erinnerte, daß Atawa schon seit 2052 zur Stammbesatzung der POINT OF gehörte.

Mit Tschobe auf der Antigravbahre zogen die Roboter von dannen.

Dhark bat: »Informieren Sie mich, Rani, wenn er wieder ansprechbar ist. Ich muß ihm einige Fragen stellen, sobald er dazu fähig ist.«

Die Frau sah ihn an. »Selbstverständlich. Aber was ist mit Ihnen selbst, Commander? Irgendwelche Wehwehchen, die meiner professionellen Fürsorge bedürfen?«

»Um mich müssen Sie sich nicht kümmern«, wehrte Dhark ab und zeigte ein etwas verunglücktes Lächeln. »Meine Kopfschmerzen lassen bereits nach.«

Forschend sah sie ihn mit gerunzelter Stirn einen Moment lang an. Dann nickte sie. »Wie Sie meinen, Chef. Sie befinden sich jedenfalls in guter Gesellschaft; jeder klagt zur Zeit über Kopfschmerzen. Ein vorübergehender Zustand, keine Frage. Allerdings fürchte ich, daß ich demnächst unsere Vorräte an Schmerzmitteln auffrischen muß.« Sie blickte sich um. »Noch jemand ernsthafter verletzt hier?« meinte sie abschließend. Dann fiel ihr Blick auf den Zweiten Offizier. »Ja was ist denn mit Ihnen, Mister Bebir? Mir scheint, Sie haben sich verletzt. Lassen Sie mich mal schauen, ob das einen Besuch in der Medostation erfordert, oder ob ich Ihnen gleich hier das Leben retten kann.«

»Wohl kaum«, entgegnete Bebir mit einem schwachen Grinsen und kehrte den Unverwüstlichen heraus. »Ich meine, es ist keine Einlieferung nötig, verehrte Frau Doktor der Biologie. Ist nur ein Kratzer, nichts weiter.«

»Nichts da«, bestimmte Atawa mit strenger Stimme. »Wer ist hier die Fachfrau? Daß ihr Männer euch immer bemüßigt fühlt, den Unverwundbaren hervorzukehren!«

»Wenn es denn sein muß… Sie geben ja doch keine Ruhe.« Bebir fügte sich mit ergebener Miene.

Sie untersuchte ihn kurz. Dann versah sie den Riß mit einem transparenten Sprühverband. »Das genügt«, stellte sie fest, riet ihm jedoch, bei Gelegenheit noch einmal in der Medostation vorbeizuschauen. »Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste«, meinte sie. Mit diesen Worten verließ sie die Zentrale.

Porzellankiste? Mutter? Ich suchte in meinem Datenspeicher nach einem Zusammenhang zwischen den beiden Begriffen, wurde aber nicht fündig. Es mußte sich um eine der bei Menschen so beliebten Metaphern handeln, über die ich noch nicht verfügte. Das mußte ich bei Gelegenheit unbedingt nachholen – nichts haßte ich so sehr wie Wissenslücken in meiner Datenbank.

Dhark sah der Biologin einen Moment hinterher, dann lehnte er sich in seinem Sitz zurück; als er sprach, war er ganz der Schiffsführer. Auch die Besatzung schien wieder voll da zu sein, gewann ich mehr und mehr den Eindruck.

»Mister Falluta!«

Der Erste Offizier blickte aufmerksam. »Commander?«

»Status?«

An den Instrumenten erkannte ich, daß die POINT OF antriebslos im Raum schwebte.

»Alle Systeme arbeiten normal. Es bestehen keine Einschränkungen irgendwelcher Art.«

»Unsere Position?«

»Vier Astronomische Einheiten von der Bahn des äußersten Planeten entfernt. Und null Fahrt.«

»Weit genug«, bemerkte der Commander, »um jede neuerliche mentale Beeinflussung auszuschließen.« Er wandte den Blick.

Hier im Herzen der Andromedagalaxis zeigte die Bildkugel ein All, das sehr fremd aussah. Milliarden violette und gelbe Sonnen leuchteten zwischen ausgedehnten, geheimnisvoll schimmernden Nebeln und glühenden Materiewolken, in denen pausenlos neue Sterne geboren wurden.

Weit vor dem Schiff lagen die winzigen Lichtpünktchen der Begleiter der blauen Riesensonne.

»Commander, Ihre Befehle?« brachte sich Falluta in Erinnerung. »Welchen Kurs soll ich setzen?«

»Keinen«, erwiderte Dhark zum allgemeinen Erstaunen der Männer. »Wir bleiben vorläufig auf dieser Position, Nummer Eins. Ich muß mir erst über einiges klarwerden. Bis ich zu einem Ergebnis über unser weiteres Vorgehen gekommen bin, lassen Sie Dienst nach Vorschrift machen, Hen. Das gibt der Mannschaft Gelegenheit, sich von dem Schock zu erholen.«

»Zu Befehl.«

Nicht nur ich war erstaunt über Dharks Verhalten, wie sich den verschiedenen Reaktionen der Offiziere entnehmen ließ. Dennoch enthielt ich mich jeglicher Bemerkung, die nur meine Verwunderung artikuliert hätte.

Dhark schloß einen Kontakt auf seinem Pult.

Ein Schirm leuchtete auf; Congollons Gesicht beherrschte die Darstellung. Der Blick seiner mandelförmigen Augen war wie immer leicht melancholisch.

»Hier Maschinenraum«, sagte er. »Commander?«

Dhark beugte sich ein wenig vor. »Wie sieht es bei Ihnen aus, Chief?«

»Alles in Ordnung, Skipper«, antwortete der Leitende Ingenieur der POINT OF, und sein Gesicht zeigte das unergründliche asiatische Lächeln, das für ihn typisch war. Er war der einzige an Bord, der sich hin und wieder die Vertraulichkeit herausnahm, den Commander »Skipper« zu nennen. Eine Eigenart, die mich – vorsichtig formuliert – etwas erstaunte, um nicht zu sagen verwunderte. Ich hatte schon mehrmals versucht, hinter den Grund zu kommen, der dieser fast persönlichen Beziehung zwischen den beiden großartigen Männern zugrunde liegen mußte, war aber gescheitert. Einen der beiden direkt darauf anzusprechen, erschien mir nicht opportun. Und so hatte ich für mich entschieden, daß es wohl daran lag, daß sich die beiden seit nunmehr vierzehn Jahren kannten. Der nur 1,61 Meter große Eurasier hatte zunächst unter Sam Dhark als Leitender Ingenieur die Maschinen der GALAXIS – auf der Ren Dhark zusammen mit einigen seiner heutigen Mitstreiter ebenfalls gedient hatte – in Schuß gehalten, ehe ihn der Commander an Bord der POINT OF holte.

»Alles in Ordnung bei Ihnen?«

»Sicher. Warum fragen Sie?«

»Reine Neugier, Miles. Die POINT OF ist also voll funktionsfähig?«

»Natürlich«, erwiderte der Triebwerksexperte; wenn er erstaunt war, so ließ er es sich mit keiner Regung anmerken.

»Gut zu wissen, Chief.« Mit einem gewissen Aufatmen unterbrach Dhark den Kontakt zum Maschinenraum. Während ich noch versuchte, dahinterzukommen, was den Commander umtrieb, befahl dieser dem Checkmaster: »Gib mir einen Blick nach achtern.«

Die Ansicht in der Bildkugel wechselte, gleichzeitig damit auch die in den Arbeitsschirmen auf der Kommandantenkonsole.

Hinter der POINT OF erstreckte sich das gleiche sinnverwirrende Muster nicht zählbarer fremder Sterne in der blau angehauchten, nebelhaften Schwärze des Alls.

Dhark vertiefte sich in die Ansicht; als er dort die Antwort nicht fand, die er suchte, wandte er sich an seinen Ortungsoffizier. »Mister Grappa?«

Grappa, der wußte, worauf Dhark anspielte, ignorierte seine Kopfschmerzen und verkündete: »Kein Grund zur Besorgnis. Die Flotte ist noch in ausreichender Ferne, Commander. Sie fliegt noch immer mit gleichbleibender Geschwindigkeit. Sollte sich daran etwas ändern, erfahren wir es umgehend. Wir haben sie ständig in der Ortung, überwachen jedes ihrer Manöver mit den Tiefenraumtastern.«

Die Flotte!

Bei ihr handelte es sich um eine Armada aus rund 5000 gelben Ringraumern des Geheimen Imperiums.

Sie war von Grappas Ortungsabteilung im ehemaligen Dreieckssystem aufgespürt worden, als ich mich noch auf Tami mit Dhark, dem Cyborg Nunaat sowie Jimmy im Gästehaus der drei Glandaren Gaffel, Sisifin und Volgo über die Natur der Quantenfallen aufklären ließ. Wir waren uns sicher, daß es dem geheimnisvollen Geheimen Imperium ebenso wie uns um die Synties ging. Wenn auch mit unterschiedlicher Zielsetzung, davon war auszugehen.

Dhark runzelte die Stirn; etwas beschäftigte ihn, soviel an Kenntnis der menschlichen Physiognomie hatte ich inzwischen gesammelt, um den Ausdruck auf seinem Gesicht richtig interpretieren zu können.

Jetzt fragte er seinen Ortungsoffizier: »Wieviel Zeit bleibt uns?«

»Wenn die Flotte ihre Geschwindigkeit nicht signifikant erhöht – noch vierzehn Tage bis zu unserer aktuellen Position, Commander«, ließ ihn Grappa wissen.

»Hmm.« Dhark blickte nachdenklich. »Nun gut«, fuhr er fort, »das gibt uns einen gewissen Spielraum…« Er brach ab und ließ die Männer im unklaren darüber, welchen Spielraum er wofür brauchte.

Ich konnte es mir denken. Dhark wäre nicht er selbst, wenn er nicht versuchen würde, herauszufinden, weshalb die Synties die paramentale Attacke auf die POINT OF und ihre menschliche Besatzung unternommen hatten. Ich hatte so eine Ahnung, daß die nächsten Stunden beziehungsweise Tage einiges an Aufregung für uns bringen würden.

»Hier Medostation«, sagte plötzlich eine Stimme; es war die von Maitskill.

Dhark sah auf den entsprechenden Arbeitsbildschirm.

»Ja?«

»Doktor Tschobe… wir sollten Sie informieren, wenn er wieder das Bewußtsein erlangt hat.«

»Verstanden, wir kommen!«

Der Schirm wurde leer.

2.

Das »wir« in Dharks Bemerkung bezog sich darauf, daß ich ihn als einziger zur Medostation begleitete. Aus verschiedenen Gründen, vermutlich aber hauptsächlich deswegen, weil ich der einzige war, der bestätigen konnte, ob Tschobe die Wahrheit sprach, sobald ihn der Commander ins Gebet nahm.

Und daß er das tun würde, davon war auszugehen.

Während wir durch den Korridor zur Medostation eilten, sagte er kein einziges Wort. Er blickte finster; sein Gesicht wies einen harten Zug um den Mund auf.

Als wir durch das Schott mit dem unübersehbaren Emblem eines Äskulapstabes, um den sich eine Schlange wand, traten, erwartete uns Maitskill bereits.

»Kommen Sie, Commander«, sagte er. »Ich bringe Sie zu unserem Patienten.«

Der Arzt hatte die Hände fast bis zu den Ellbogen in den Taschen seines weißen Kittels vergraben und blickte müde. Sein Gesicht war grau, und tiefe Ringe lagen unter seinen Augen; deutliche Hinweise darauf, daß auch er noch unter den Nachwirkungen der Paraattacke litt.

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