Lennox und das Zeitfeld: Das Zeitalter des Kometen #41 - Jo Zybell - E-Book

Lennox und das Zeitfeld: Das Zeitalter des Kometen #41 E-Book

Jo Zybell

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Beschreibung

Der Umfang dieses Buchs entspricht 104 Taschenbuchseiten. Eine kosmische Katastrophe hat die Erde heimgesucht. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Die Überlebenden müssen um ihre Existenz kämpfen, bizarre Geschöpfe sind durch die Launen der Evolution entstanden oder von den Sternen gekommen, und das dunkle Zeitalter hat begonnen. In dieser finsteren Zukunft bricht Timothy Lennox zu einer Odyssee auf … Die Suche nach nach dem Tachyonenstrahl scheint von Erfolg gekrönt, auch wenn die Hindernisse nur schwer zu überwinden sind. Doch noch bevor Tim Lennox das Zeitfeld erreichen kann, meldet sich eine Gestalt aus der Vergangenheit: Malengish, mit dem er über hundert Jahre einen Körper geteilt hatte. Aber Malengish scheint dem Wahnsinn verfallen und wird zur Gefahr.

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Jo Zybell

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Inhaltsverzeichnis

Lennox und das Zeitfeld: Das Zeitalter des Kometen #41

Copyright

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Lennox und das Zeitfeld: Das Zeitalter des Kometen #41

von Jo Zybell

Der Umfang dieses Buchs entspricht 104 Taschenbuchseiten.

Eine kosmische Katastrophe hat die Erde heimgesucht. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war. Die Überlebenden müssen um ihre Existenz kämpfen, bizarre Geschöpfe sind durch die Launen der Evolution entstanden oder von den Sternen gekommen, und das dunkle Zeitalter hat begonnen.

In dieser finsteren Zukunft bricht Timothy Lennox zu einer Odyssee auf …

Die Suche nach nach dem Tachyonenstrahl scheint von Erfolg gekrönt, auch wenn die Hindernisse nur schwer zu überwinden sind. Doch noch bevor Tim Lennox das Zeitfeld erreichen kann, meldet sich eine Gestalt aus der Vergangenheit: Malengish, mit dem er über hundert Jahre einen Körper geteilt hatte. Aber Malengish scheint dem Wahnsinn verfallen und wird zur Gefahr.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / COVER LUDGER OTTEN

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Alles rund um Belletristik!

1

Es geschah an einem weit entfernten Ort.

Die Ditrydree sammelten sich zur Flucht von ihrer untergehenden Welt. Der Meister des Raumzeittunnels verschloss das Schott der Schaltzentrale. Alle Segmente der Tunnelfeldanlage waren schon abgeschaltet, nur das Feld selbst nicht.

Dieses Wissen teilte er mit dem Freund, dessen Bewusstsein in seinem Gehirn wohnte, seit hundert Jahren schon. Mit Tinnox.

Doch dann schrie der Meister des Tunnelfelds auf: Schmerz durchzuckte ihn jäh, ein Pfeilbolzen hatte ihn im Rücken getroffen. Er fuhr herum: Vier Patrydree schwammen ihm aus dem Spiralgang entgegen. Zwei Harpunenschützen, ein Spieß- und ein Axtträger.

Schon als der Schmerz den Tunnelfeldmeister von den Zehenschwimmhäuten aus bis hinauf zum Scheitelkamm durchzuckte, wusste er, dass es vorbei war. Die vier herantauchenden Eindringlinge waren ja nur die Vorhut eines gewaltigen Heeres.

Schieß!, brüllte Tinnox in seinem Kopf. Schieß schon!

Malengish hob seinen Kombacter und drückte ab. Der Energiestrahl flimmerte durch das Wasser und traf die beiden Harpunenschützen. Eingehüllt in einen Schleier aus kleinen Bläschen trieben sie leblos zwischen Boden und Decke.

Die anderen beiden Patrydree reagierten blitzschnell: Der mit dem Spieß tauchte seitlich nach unten ab, der Axtträger schwamm nach oben und stieß mit wendigen, schlängelnden Schwimmbewegungen auf das geschlossene Schott und den Tunnelfeldmeister herab. Kaum fünfzehn Längen trennten Malengish noch von den quastenschuppigen Feinden. Ja, es war vorbei.

Tod und Verderben war über den Meister des Tunnelfeldes und sein Volk hereingebrochen, Chaos und Untergang.

Auf dem Rotgrund (der Mars in der Sprache der Fischmenschen) wurde die Luft zum Atmen knapp. Seit Generationen verflüchtigte sich die Atmosphäre. Malengish hatte sein langes Leben der Entwicklung des Raumzeittunnels gewidmet, er hatte eine Brücke von einem sterbenden Planeten zu einer Welt des Lebens gebaut. Und nun, da sie fertig und sein Volk im Begriff war, sie zu überqueren, griffen die Westmeerbarbaren an. Ausgerechnet jetzt, zum Zeitpunkt der Flucht, fielen sie zu Hunderttausenden über die Tunnelfeldstation im Nordmeer her.

Die ersten Feinde waren bereits in die Anlage eingedrungen!

Dabei war gerade erst der fünfte Tag des lang geplanten Exodus‘ angebrochen. Erst etwas mehr als eine halbe Million Ditrydree waren durch den Zeitstrahl gegangen und vom heimatlichen Rotgrund auf den Zielplaneten evakuiert worden, den dritten des Zentralgestirns. Genauer gesagt: in eine ferne Zukunft des Zielplaneten, denn zur jetzigen Zeit war er noch unbewohnbar. Erst in dreieinhalb Milliarden Jahren würde ein Überleben dort möglich sein – und dorthin hatte Malengish sein Volk durch den verzögerten Zeitstrahl geschickt.

Trotz seiner Schmerzen hob der Tunnelfeldmeister noch einmal den Kombacter und zielte auf den Westmeerbarbaren, der ihm am nächsten war, auf den Spießträger. Doch es war zu spät – schon holte der quastenschuppige Patrydree mit seinem Spieß aus und stieß zu.

Fast zeitgleich löste sich die Energieladung aus Malengishs Kombacter. Sie traf den Angreifer im gleichen Moment, wie dessen Spieß Malengishs Schulter durchbohrte. Beide sanken zu Boden, der Patrydree tot, der Ditrydree schwer verletzt. Wirbel aus Blut und Sauerstoffbläschen hüllten sie ein. Schon glitt der zweite Westmeerbarbar pfeilschnell durchs Wasser und griff von der Decke aus an.

Steh auf! Die Stimme des Freundes brüllte in Malengishs Gehirn. Du musst kämpfen! Wir müssen die Haupthöhle erreichen!

Der letzte noch lebende Patrydree des kriegerischen Quartetts schlug von oben auf ihn ein. Sein erster Axthieb spaltete Malengishs Scheitelkamm. Die Klinge drang in seinen Schädelknochen ein. Der Tunnelfeldmeister krümmte sich vor Schmerzen, bäumte sich auf und sah, wie der Angreifer ein zweites Mal ausholte. Brüllend wich er nach links aus, dennoch riss der Axthieb ihm die Haut über dem rechten Gehörgang ab.

Es gelang ihm, den Schaft des Kombacters ein letztes Mal zu umklammern, es gelang ihm sogar zu zielen und eine letzte Ladung auszulösen. Sie traf den Westmeerbarbaren im Gesicht.

Der Angreifer zog die Knie an, ließ die Axt fallen und presste die Hände vor seine Augen. Ein paar Mal drehte er sich um sich selbst, bevor sein lebloser Körper in Blutschlieren und Luftbläschen gehüllt durch das Wasser schwebte und langsam zu Boden sank.

Schon halb betäubt begann Malengish noch einmal zu schwimmen. Er wusste: Es war nicht mehr sein eigener Wille, der ihn vorwärts trieb. Es war das Bewusstsein des Freundes in seinem Gehirn. Doch seine Arme und Beine schienen sich schon in leblosen Stein zu verwandeln. Er schaffte es noch in den Spiralgang hineinzutauchen, dort aber gab er auf und ließ sich nach oben treiben.

Malengish!, raunte die Stimme des Freundes tief in seinem Hirn. Kaum noch vernahm er Tinnox‘ Stimme, so schwach war er. Trotzdem brachte er noch einige Schwimmbewegungen zustande. Malengish, du musst mir helfen! Er tauchte in den Spiralgang ein. Komm schon, wir schaffen es!

Er spürte, wie seine eigene Wahrnehmung allmählich erlosch.

Es ist vorbei, mein menschlicher Freund, dachte er sterbend. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen …

Nein, raunte es tief in seinem Schädel, du musst in den Strahl!

Malengish stöhnte, sein Körper war ein Feuerbrand aus Schmerzen. Er trieb durch eine Maueröffnung aus dem Spiralgang hinaus und auf die untere Galerie. Die Haupthöhle rund um den Strahl war voller Ditrydree.

Auf einmal erloschen die Lichter. Nur hinter den Balustraden erleuchtete das blaue, flimmernde Licht des Tunnelfeldes noch die Haupthöhle. Hunderte Gestalten drängten sich in seinem Licht, Tausende.

Du musst es bis in den Zeitstrahl schaffen. Die Stimme in seinem Hirn gab keine Ruhe. Du musst ins Tunnelfeld, hörst du mich, Malengish? Du musst …

Der Tunnelfeldmeister fühlte, wie das menschliche Bewusstsein sich nach und nach aus seinen Hirnwindungen löste. Und er spürte, wie ihm sein eigenes Leben aus den Wunden strömte. Er zog sich über die Balustrade und sank dem Meeresgrund in der Haupthöhle entgegen. Aus den Augenwinkeln sah er den Blutschweif, den er hinter sich her zog.

Ich danke dir für die gemeinsamen Jahre … Malengish richtete seine Gedanken auf das schwindende Bewusstsein des Freundes, dessen Körper er nie gesehen hatte. Die Zeit des Abschieds war gekommen. Ich danke dir …

Sein tödlich verletzter Körper sank. Niemand nahm ihn wahr, in panischer Flucht drängten die Ditrydree in das blaue Geflimmer. Bis hinauf zur Decke hingen sie in großen Trauben rund um das Tunnelfeld. Und es wurden immer weniger. Die Westmeerbarbaren hatten die Zugänge zur Anlage längst erobert.

Mit dieser Gewissheit sank Malengish auf den Fels. Seine Kraft war erschöpft. Zwanzig oder dreißig Längen entfernt flimmerte das Tunnelfeld. Ein paar Schwimmzüge nur, doch er wusste, dass er es nicht mehr bis dorthin schaffen würde.

Ich danke dir … Zum letzten Mal wandte er sich an das schwindende, zweite Bewusstsein in der Dunkelheit seines Hirns. Dank für alles, was du … für das Volk der Fischmenschen … und für mich … getan hast …

Der Freund antwortete nicht mehr. Er war gegangen; zurück in die Zukunft, weit, weit weg.

In einem letzten Aufbäumen gegen den Tod konzentrierte sich Malengish auf sein eigenes, schon verglimmendes Bewusstsein und sammelte es zu einem letzten Kraftakt. War er nicht der Tunnelfeldmeister? War er nicht ein Geistwechsler? Beherrschte er nicht als Einziger seiner Generation die Kunst, durch Zeit und Raum zu wandern? O doch!

Mit aller Macht stemmte er sich gegen die anschwellende Finsternis, gegen das Nichts. Mit aller Macht konzentrierte er sich auf den letzten winzigen Lichtpunkt in der Dunkelheit, die sein Bewusstsein zu verschlingen drohte. Und dann geschah es: Der Punkt im Nichts hörte erst auf zu schrumpfen … und begann dann wieder zu wachsen. Er wuchs und wuchs, und wurde ein Stern, eine Sonne, ein gleißendes Meer aus Licht. Dann zerriss etwas Unsichtbares – und Malengish war frei. Seine Aura löste sich von seinem sterbenden Körper und schwebte zum Strahl.

Durch die Menge der letzten Flüchtlinge hindurch glitt er in das blaue Geflimmer hinein.

Vorbei war die Angst, vorbei das Chaos und der Kampf. Malengishs Aura schwebte durch Raum und Zeit.

2

Irgendwo über dem Indischen Ozean, 29. März 2524

»Viel ist nicht mehr da.« Tim Lennox schüttelte etwa ein Viertel des restlichen Pulvers auf den Löffel und reichte ihn dem Seher. Der steckte ihn sofort in den Mund, zog ihn wieder heraus, leckte gierig die letzten Spuren des Pulvers ab und griff dann zur Wasserflasche, die Tim ihm hinhielt. Er schloss das gesunde rechte Augen, legte den Kopf in den Nacken und trank.

Das Stampfen der Dampfmaschine erfüllte die Gondel. Im Hintergrund hörte man das Brummen des Außenpropellers. Manchmal pfiff der Wind durch undichte Stellen der Fenster- und Lukenrahmen. Hin und wieder zischte ein Dampfventil.

»Diese Kopfschmerzen …« Yann Haggard stellte die Wasserflasche neben sich ab und presste die Handballen gegen die Schläfen. »Diese verfluchten Kopfschmerzen …« Er lehnte sich gegen die Gondelwand neben der Brennzelle und verbarg das Gesicht zwischen den Knien. »Ich hasse sie!«

Seit acht Tagen hockte er in seinen zerwühlten Decken neben der wärmenden Brennzelle der Dampfmaschine, seit dem Start an der Nordküste von Madagaskar. Seine Miene war angespannt, sein langes graues Haar meistens schweißnass, und wenn er nicht mehr oder weniger apathisch vor sich hin döste, verlangte er nach dem Schmerzmittel.

Lange würde er das nicht mehr tun; drei Rationen noch, dann war der Vorrat erschöpft. Tim Lennox fürchtete sich vor dem Augenblick, wenn die Wirkung der letzten Dosis nachlassen würde.

Yann Haggard war krank; schwer krank. Ein Hirntumor wuchs hinter seinem linken Auge. Der Heiler, der ihn drei Wochen zuvor untersuchte, hatte ihm noch drei Monate gegeben.

Tim Lennox beobachtete den von Schmerzen gequälten Mann aufmerksam, während er das Fläschchen zuschraubte und in seiner Beintasche versenkte. Nur noch drei Dosen. Mit Argusaugen würde er darüber wachen.

»Das tut gut.« Haggard hob den Blick. Die schmerzverzerrten Gesichtszüge des Sehers entspannten sich zusehends. »Was hast du da in dieser Tasche?« Er deutete auf Tims linke Brusttasche. Ein rundlicher Gegenstand darin beulte den Stoff ein wenig aus. »Da liegt etwas wie ein Schatten über dem Energiefluss deines Herzens. Was ist das?«

»Ein Glücksbringer.« Tim griff in die Brusttasche und zog den großen Rubin ein Stück heraus. »Ein Edelstein, ich habe ihn geschenkt bekommen.«

»Wunderbar!« Yann Haggards gesundes Auge weitete sich. »Wie er leuchtet! Er muss sehr wertvoll sein!«

»Schon möglich.« Tim Lennox ließ das gute Stück wieder in seine Brusttasche fallen.

Haggard deutete auf die Beintasche, in die Tim das Röhrchen mit dem Schmerzmittel gesteckt hatte. »Das Mittel geht zur Neige? Hab ich das richtig verstanden?«

»Ja.« Tim Lennox trat ans Fenster. Sterne glitzerten im Nachthimmel. Das Meer vierhundert Meter unter dem Luftschiff war nicht zu sehen und nicht zuhören. Auf dem Kartentisch brannte eine Öllampe. Zwischen dem Tisch und den an der Wand festgeschnallten Kisten mit Proviant und Material lag de Rozier in seinen Decken. Im Licht der Lampe betrachtete er Zeichnungen und weiße und schwarze Stoffstücke.

»Wenn die letzte Dosis aufgebraucht ist, will ich nicht mehr leben«, sagte Yann Haggard. Merkwürdigerweise lächelte er dabei. Das lag wohl an dem Schmerzmittel – es enthielt einen ansehnlichen Prozentsatz an Morphium.

»Dann werden wir eine andere Möglichkeit finden, mon cher Yann«, sagte de Rozier. »Mach dir keine Sorgen.«

»Ich mach mir keine Sorgen, mein lieber Pilatre.« Der Seher hatte sich gar nicht erst auf die höfischen Umgangsformen des Kaisers eingelassen. Praktisch waren die beiden Männer vom ersten Tag in der Luft an per du. »Wenn die Wirkung nachlässt, stehe ich auf, öffne die Luke und springe ins Meer hinunter. Wo ist das Problem?«

Tim Lennox und de Rozier tauschten besorgte Blicke, keiner der beiden antwortete dem Seher. Was hätten sie einem Todgeweihten auch sagen sollen?

De Rozier wandte sich wieder seinen Zeichnungen und Spitzenstoffen zu, und Tim sah durchs Gondelfenster zu den Sternen hinauf.

Der Mann aus dem 21. Jahrhundert entdeckte das Sternbild des Wassermanns, und das der Fische auch. Keine einfache Aufgabe, denn verglichen mit einer Perspektive auf der Nordhalbkugel sahen die Konstellationen hier unten, südlich des Äquators, ein wenig fremd aus. Manche Sternbilder standen geradezu auf dem Kopf. Tim Lennox identifizierte Wega, Sirius und Aldebaran. Und er hoffte, Yann Haggard würde wenigstens noch so lange durchhalten, bis er den Zeitstrahl entdeckt hatte. Mochte er danach tun, was er wollte; von Tim aus auch gern aus der Gondel springen.

Das war kein besonders humanistischer Gedanke, weiß Gott nicht, doch dieses unablässige Gejammere seit nun bereits acht Tagen, dieses ständige Gieren nach dem Schmerzmittel – es zerrte gewaltig an seinen Nerven.

Er holte den Kompass aus der Beintasche und glich Flugrichtung und Sternpositionen ab.