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Zu den prägenden Erfahrungen aller Kinder gehören die fantasieanregenden Geschichten, die ihnen von den Eltern vor dem Einschlafen vorgelesen werden. Mit diesem feinen Band legt der westfälische Geschichten-Erzähler Erhard Schümmelfeder fünf höchst unterhaltsame Erzählungen vor, bei denen auch Erwachsene ihr Vergnügen finden werden. Das Ebook enthält die Geschichten "Mäuse im Keller", "Der Mann, der immer Unrecht hatte", "Abenteuer am Ende der Welt", "Quatschkopf" und "Die Laus in der Rumbagurke". LESERSTIMMEN: "Wunderschöne Bilder und eine poetische Erzählmelodie." (Gaby Werth) "Realistisch, fantastisch und skurril. Ein Fest für die Kinder!" (Silvio Rudnik) Zum Anschauen und Hören gibt es jetzt auf youtube ein Video, in welchem der Autor aus dem legendären Roman "Picknick in Plunderland" die Geschichte "Quatschkopf" erzählt. Aufrufbar unter dem Titel ONKEL KOHLRABIS WÄSCHEKLAMMERN-THEATER.
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Seitenzahl: 29
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Erhard Schümmelfeder
DER MANN DER IMMER UNRECHT HATTE
Unvergessliche Vorlese-Geschichten für Kinder, die was wollen ...
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Inhaltsverzeichnis
Titel
MÄUSE IM KELLER
DER MANN DER IMMER UNRECHT HATTE
QUATSCHKOPF
ABENTEUER AM ENDE DER WELT
DIE LAUS IN DER RUMBAGURKE
WEITERE BÜCHER DES AUTORS
Impressum neobooks
Bruder Maus und Schwester Maus krochen in der Nacht durch den Ausgang ihrer Erdhöhle und liefen über den verschneiten Hof zum Leiterwagen. Sie kletterten zwischen die Speichen eines rostigen Rades, von wo aus sie fröstelnd und hungrig zum Haus spähten. Weißer Qualm entstieg dem Schornstein auf dem Dach. Ein Sturm kam auf und jagte Treibeiswolken über den Horizont.
»Unsere letzten Kornvorräte sind fast verbraucht«, sagte Schwester Maus mit kummervoller Miene.
»Sieh nur!«, sagte Bruder Maus und wies mit der rechten Vorderpfote neben den Treppenaufgang. »Im Kellerfenster brennt noch Licht. Der Bauer hat vergessen, die Lampe auszuschalten! Wollen wir heute einmal ins Haus schleichen?« Seine Barthaare zitterten erwartungsvoll. Da seine Schwester mit ihrer Antwort zögerte, fügte er hinzu: »Ich war noch nie in einem Haus der Menschen.«
»Aber ich«, erklärte Schwester Maus. »Es lauern dort Gefahren in allen Winkeln. Du weißt -«
»Ich weiß: Der Wachhund ist alt und müde. Die rote Katze ist fett und schläfrig. Was könnte uns schon zustoßen?«
»Also gut«, sagte Schwester Maus kurzentschlossen. »Vielleicht hast du Recht!«
Die Gelegenheit war günstig, denn das Kellerfenster stand nur einen winzigen Spalt offen. Auf leisen Pfoten huschten Bruder Maus und Schwester Maus in den weißgetünchten Raum. Beinahe geräuschlos kletterten sie über die Kartoffelkiste und erreichten den Steinboden. Gespannt blickten sie sich um.
»Wir sind nicht die ersten, die hier ihr Glück versuchen«, sagte Schwester Maus, als sie auf dem Fußboden, zwischen zwei Steinplatten, eine Entdeckung machte.
»Was ist das?« fragte Bruder Maus, dessen Augen sich noch nicht an das trübe Licht der verstaubten Wandlampe gewöhnt hatten.
»Was wohl! - Mauseköttel!«
»Ach so!«
In den Beinen des Metallregales waren Löcher, die es ihnen erleichterten, auf das erste Blech zu klettern. Einmachgläser mit gelben Bohnen, roter Beete und Gurken standen hier dicht nebeneinander. Auf der nächsten Etage fanden sie Gläser mit braunem Apfelmus und halben Birnen. Konservendosen mit Erbsen, Möhren, Spargel, Grünkohl und Sauerkraut waren auf dem höchsten Blech gelagert. Unter der Decke baumelten Mettwürste, Leberwürste und gesalzene Schinken.
»Hm, ich rieche Äpfel«, flüsterte Bruder Maus.
»Ich auch«, bestätigte seine Schwester.
Auf dem obersten Blech des benachbarten Regals entdeckten sie die duftenden Äpfel.
»Das Regal ist zu hoch. Wir können es nicht erreichen«, sagte Bruder Maus und streckte sich vergeblich in die Höhe.
»Räuberleiter«, schlug Schwester Maus vor.
Schon kletterte Bruder Maus auf den Rücken der Schwester und richtete sich auf, wobei er mit beiden Vorderpfoten den Rand des Regalbleches erreichen konnte. Geschickt hüpfte er hinauf und prüfte mit flinken Augen die Lage.
Schwester Maus blickte ängstlich zu ihrem jüngeren Bruder. Er kannte längst nicht alle Gefahren, die in der Dunkelheit auf ihn lauerten. Dennoch bewunderte sie seinen Mut. »Warum zögerst du, Bruder?«, flüsterte sie. »Stimmt mit den Äpfeln etwas nicht?«
»Es ist das Paradies!«, jubelte Bruder Maus. »Köstliche Äpfel, rote, gelbe, grüne. Aber - aber ich rieche hier oben noch etwas!«
»Was denn?«
»Du wirst es nicht glauben: Es müffelt nach Käse!«
»Bist du sicher?«
»Ja. Ich habe ihn entdeckt! Zwischen zwei dicken Äpfeln. Hm!«
»Warte!«, rief Schwester Maus in die Höhe. »Rühr den Käse nicht an!«
