DER MANN DER IMMER UNRECHT HATTE - Erhard Schümmelfeder - E-Book

DER MANN DER IMMER UNRECHT HATTE E-Book

Erhard Schümmelfeder

0,0

Beschreibung

Zu den prägenden Erfahrungen aller Kinder gehören die fantasieanregenden Geschichten, die ihnen von den Eltern vor dem Einschlafen vorgelesen werden. Mit diesem feinen Band legt der westfälische Geschichten-Erzähler Erhard Schümmelfeder fünf höchst unterhaltsame Erzählungen vor, bei denen auch Erwachsene ihr Vergnügen finden werden. Das Ebook enthält die Geschichten "Mäuse im Keller", "Der Mann, der immer Unrecht hatte", "Abenteuer am Ende der Welt", "Quatschkopf" und "Die Laus in der Rumbagurke". LESERSTIMMEN: "Wunderschöne Bilder und eine poetische Erzählmelodie." (Gaby Werth) "Realistisch, fantastisch und skurril. Ein Fest für die Kinder!" (Silvio Rudnik) Zum Anschauen und Hören gibt es jetzt auf youtube ein Video, in welchem der Autor aus dem legendären Roman "Picknick in Plunderland" die Geschichte "Quatschkopf" erzählt. Aufrufbar unter dem Titel ONKEL KOHLRABIS WÄSCHEKLAMMERN-THEATER.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 29

Veröffentlichungsjahr: 2014

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Erhard Schümmelfeder

DER MANN DER IMMER UNRECHT HATTE

Unvergessliche Vorlese-Geschichten für Kinder, die was wollen ...

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

MÄUSE IM KELLER

DER MANN DER IMMER UNRECHT HATTE

QUATSCHKOPF

ABENTEUER AM ENDE DER WELT

DIE LAUS IN DER RUMBAGURKE

WEITERE BÜCHER DES AUTORS

Impressum neobooks

MÄUSE IM KELLER

Bruder Maus und Schwester Maus krochen in der Nacht durch den Ausgang ihrer Erd­höhle und liefen über den verschneiten Hof zum Leiterwagen. Sie kletterten zwischen die Speichen ei­nes rostigen Rades, von wo aus sie frö­stelnd und hungrig zum Haus spähten. Wei­ßer Qualm entstieg dem Schornstein auf dem Dach. Ein Sturm kam auf und jagte Treibeiswolken über den Horizont.

»Unsere letzten Kornvorräte sind fast verbraucht«, sagte Schwester Maus mit kummervoller Miene.

»Sieh nur!«, sagte Bruder Maus und wies mit der rechten Vorderpfote neben den Treppenaufgang. »Im Kellerfenster brennt noch Licht. Der Bauer hat verges­sen, die Lampe auszu­schalten! Wollen wir heute einmal ins Haus schleichen?« Seine Barthaare zit­terten erwartungsvoll. Da seine Schwester mit ih­rer Antwort zögerte, fügte er hinzu: »Ich war noch nie in einem Haus der Menschen.«

»Aber ich«, erklärte Schwester Maus. »Es lau­ern dort Gefahren in allen Winkeln. Du weißt -«

»Ich weiß: Der Wachhund ist alt und müde. Die rote Katze ist fett und schläfrig. Was könnte uns schon zustoßen?«

»Also gut«, sagte Schwester Maus kurzent­schlos­sen. »Vielleicht hast du Recht!«

Die Gelegenheit war günstig, denn das Kellerfenster stand nur einen winzigen Spalt of­fen. Auf leisen Pfoten huschten Bruder Maus und Schwe­ster Maus in den weißge­tünch­ten Raum. Beinahe ge­räuschlos kletterten sie über die Kartoffelkiste und erreichten den Stein­boden. Gespannt blickten sie sich um.

»Wir sind nicht die ersten, die hier ihr Glück versu­chen«, sagte Schwester Maus, als sie auf dem Fußbo­den, zwischen zwei Steinplatten, eine Entdec­kung machte.

»Was ist das?« fragte Bruder Maus, dessen Augen sich noch nicht an das trübe Licht der verstaub­ten Wandlampe gewöhnt hatten.

»Was wohl! - Mauseköttel!«

»Ach so!«

In den Beinen des Metallregales waren Lö­cher, die es ihnen erleichterten, auf das erste Blech zu klettern. Einmachgläser mit gelben Bohnen, roter Beete und Gurken standen hier dicht nebeneinan­der. Auf der nächsten Etage fanden sie Gläser mit braunem Apfelmus und halben Birnen. Konserven­dosen mit Erb­sen, Möhren, Spargel, Grünkohl und Sauerkraut wa­ren auf dem höchsten Blech gelagert. Unter der Decke baumel­ten Mettwürste, Leberwür­ste und gesal­zene Schinken.

»Hm, ich rieche Äpfel«, flüsterte Bruder Maus.

»Ich auch«, bestätigte seine Schwester.

Auf dem obersten Blech des benachbarten Regals ent­deckten sie die duftenden Äpfel.

»Das Regal ist zu hoch. Wir können es nicht errei­chen«, sagte Bruder Maus und streckte sich ver­geblich in die Höhe.

»Räuberleiter«, schlug Schwester Maus vor.

Schon kletterte Bruder Maus auf den Rücken der Schwester und richtete sich auf, wobei er mit beiden Vorderpfoten den Rand des Re­galbleches erreichen konnte. Geschickt hüpfte er hinauf und prüfte mit flinken Augen die Lage.

Schwester Maus blickte ängstlich zu ihrem jüngeren Bruder. Er kannte längst nicht alle Gefahren, die in der Dunkelheit auf ihn lauerten. Dennoch be­wunderte sie seinen Mut. »Warum zögerst du, Bru­der?«, flüsterte sie. »Stimmt mit den Äpfeln etwas nicht?«

»Es ist das Paradies!«, jubelte Bruder Maus. »Köstliche Äpfel, rote, gelbe, grüne. Aber - aber ich rieche hier oben noch etwas!«

»Was denn?«

»Du wirst es nicht glauben: Es müffelt nach Kä­se!«

»Bist du sicher?«

»Ja. Ich habe ihn entdeckt! Zwischen zwei dicken Äp­feln. Hm!«

»Warte!«, rief Schwester Maus in die Höhe. »Rühr den Käse nicht an!«