DER SCHATZ IM WILDBERG - Erhard Schümmelfeder - E-Book

DER SCHATZ IM WILDBERG E-Book

Erhard Schümmelfeder

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Beschreibung

In diesem bunten Buch erzählt der westfälische Autor Erhard Schümmelfeder von der tiefverwurzelten Sehnsucht des Menschen nach dem großen Glück. Der Autor bedient sich experimentierend unterschiedlicher literarischer Ausdrucksformen: Märchen, Fabel, Legende, Anekdote, Glosse, Parabel und Groteske. Die Sammlung enthält die Texte: "Der Schatz im Wildberg", Wendehals", "Franz im Glück", "Das balancierende Kind", "Märchen von der starken Persönlichkeit", "Irdischer Trost", "Wahlkampf in der Wiese", "Der Kompass", "Vom Sinn der Eile" und "Die Flucht des Königs". - Beste Unterhaltung für wenig Geld!

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Seitenzahl: 22

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Erhard Schümmelfeder

DER SCHATZ IM WILDBERG

Zehn Geschichten über die Suche nach dem irdischen Glück

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

DER KOMPASS

WENDEHALS

DAS BALANCIERENDE KIND

FRANZ IM GLÜCK

VOM SINN DER EILE

WAHLKAMPF IN DER WIESE

DIE FLUCHT DES KÖNIGS

IRDISCHER TROST

MÄRCHEN VON DER STARKEN PERSÖNLICHKEIT

DER SCHATZ IM WILDBERG

Impressum neobooks

DER KOMPASS

Ein Junge aus Nepal, der davon gehört hatte, eine Kompassnadel zeige stets nach Norden, tausch­te auf dem Basar seines Dorfes ein Ta­schenmesser gegen einen Kompass, denn er glaubte, dieser könne ihm vielleicht einmal nützlich sein.

Bald darauf verirrte er sich mit seiner Ziegenherde in einer weiten Talebene. Da besann er sich seines Kompas­ses, zog ihn aus der Tasche hervor und blickte nach Norden, in jene Richtung, welche die Nadel ihm anzeig­te. Sogleich machte er sich auf den Weg. Stunde um Stunde marschierte er in brütender Hitze, bis er ge­gen Abend das vertraute Dorf am Horizont er­blickte.

Zu Hause berichtete er seinem Bruder von der Not, in die er unterwegs geraten war. Der Kompass habe ihm in dieser gefährlichen Lage einen gu­ten Dienst erwiesen.

Der ältere Bruder ließ sich den Kompass zeigen und schüttelte den Kopf. Dies sei kein Kom­pass, sondern lediglich eine billige Arm­banduhr, bei der der kleine Zeiger abgebrochen sei. Es sei ihm unverständlich, wie der wandernde große Zeiger ihn nach Hause geführt haben solle. Nein, das könne nicht sein.

Doch, es sei so gewesen, widersprach der Junge seinem Bruder, von dem er wusste, dass er sich schon oft geirrt hatte.

WENDEHALS

Es war einmal ein junger Schreinergeselle, der in seiner Werkstatt Holztruhen für die Leute baute. Oft blickte er aus dem Fenster und träumte von einem besseren Leben, welches er draußen in der Welt führen könnte.

„Ach, ich wünschte mir sehr, dass alles anders wär“, murmelte er bei der Arbeit vor sich hin und hielt stets Ausschau nach einer günstigen Gelegenheit, um sein Glück zu finden.

Da es die Zeit war, in der das Wünschen noch geholfen hat, hörte Wendehals eines Tage die von ferne hallende Stimme des lieben Gottes, der zu ihm sprach: „Sieben Wünsche hast du frei. Doch sei immer gut dabei!“

Das ließ der Schreiner sich nicht zweimal sagen, warf Hammer und Stechbeitel in die Truhe und rief:

„Ach, ich wünschte mir sehr, dass ich ein König wär!“