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Aus dem Käfig: Vor Ärger davonlaufen ist klug … es sei denn, der Ärger folgt dir, wohin du auch gehst. Toby Dallow ist seinem Arbeitgeber, Mentor und Freund Edwin Aldridge in die kleine Bergstadt Stone Ridge in Colorado gefolgt. Während er Edwin die Verbindung, die er mit seinem Wolfswandlergefährten hat, niemals missgönnen würde, sehnt Toby sich nach etwas Ähnlichem. Als ein hübscher Fremder ihn in einem Lebensmittelgeschäft anspricht, hält er es zunächst für einen Scherz. Der Mann entpuppt sich als aufrichtig, was Toby ausnutzt. Immerhin glaubt er, dass nicht allzu viele sexy Kerle auf übergewichtige Wissenschaftlerfreaks stehen. Tullion Kusnezow ist auf der Flucht, nachdem man ihm die Schuld an etwas gegeben hat, das er nicht getan hat. Auf der Suche nach einem sicheren Ort, an dem er sich verschanzen kann, hält er an, um Vorräte zu holen. Seine vampirischen Sinne fixieren sich auf das Blut eines rundlichen Menschen, der im Gang des Supermarkts steht. Als er ihm näherkommt, regen sich gemischte Gefühle in ihm, da er merkt, dass er endlich seinen Geliebten gefunden hat. Unfähig, dem Lockruf seiner anderen Hälfte zu widerstehen, nimmt Tullion das Geschenk an, das ihm das Schicksal gegeben hat, … zumindest für eine Nacht. Dann muss er weggehen, denn wie könnte er den schüchternen, ruhigen Toby mit gutem Gewissen in seine Probleme reinziehen? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 28.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Der Vampir und sein Geek
Aus dem Käfig: Vor Ärger davonlaufen ist klug … es sei denn, der Ärger folgt dir, wohin du auch gehst.
Toby Dallow ist seinem Arbeitgeber, Mentor und Freund Edwin Aldridge in die kleine Bergstadt Stone Ridge in Colorado gefolgt. Während er Edwin die Verbindung, die er mit seinem Wolfswandlergefährten hat, niemals missgönnen würde, sehnt Toby sich nach etwas Ähnlichem. Als ein hübscher Fremder ihn in einem Lebensmittelgeschäft anspricht, hält er es zunächst für einen Scherz. Der Mann entpuppt sich als aufrichtig, was Toby ausnutzt. Immerhin glaubt er, dass nicht allzu viele sexy Kerle auf übergewichtige Wissenschaftlerfreaks stehen.
Tullion Kuznetsov ist auf der Flucht, nachdem man ihm die Schuld an etwas gegeben hat, das er nicht getan hat. Auf der Suche nach einem sicheren Ort, an dem er sich verschanzen kann, hält er an, um Vorräte zu holen. Seine vampirischen Sinne fixieren sich auf das Blut eines rundlichen Menschen, der im Gang des Supermarkts steht. Als er ihm näherkommt, regen sich gemischte Gefühle in ihm, da er merkt, dass er endlich seinen Geliebten gefunden hat. Unfähig, dem Lockruf seiner anderen Hälfte zu widerstehen, nimmt Tullion das Geschenk an, das ihm das Schicksal gegeben hat, … zumindest für eine Nacht. Dann muss er weggehen, denn wie könnte er den schüchternen, ruhigen Toby mit gutem Gewissen in seine Probleme reinziehen?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 28.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Der Vampir und sein Geek
Die Wölfe von Stone Ridge 26
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „The Vampire’s Geek“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Widmung
Auf neue Wege, eine Liebesgeschichte zu erzählen. Möge die Liebe immer über alles siegen.
„Was meinst du mit, du hast noch nichts herausgefunden?“
Tullion Kuznetsov wusste, dass es nichts nützen würde, den Vampir am anderen Ende des Wegwerf-Handys wütend anzubrüllen, aber seine Nerven waren unerträglich angespannt. Wenn sein bester Freund ihn jetzt sehen könnte, so wusste Tullion, würde der unbekümmerte Kerl lachen. Leider war sich Tullion zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob Viktor Minsky am Leben oder tot war.
„Es tut mir leid, Sir“, antwortete Anatoly zaghaft. „Ich tue alles, was ich kann.“
„Da bin ich sicher“, grummelte Tullion und hielt das Knurren mühsam aus seiner Stimme fern. „Ich rufe in vierundzwanzig Stunden wieder an. Ich hoffe, es gibt dann bessere Nachrichten.“
Bevor Anatoly antworten konnte, beendete Tullion das Gespräch. Dann zerquetschte er mit seiner vampirischen Kraft das Handy. Er fügte in Gedanken den Kauf eines weiteren Wegwerf-Handys zu seiner To-Do-Liste hinzu … direkt unter die Suche nach einem sicheren Ort, um sich zu verstecken. Am liebsten einen mit Internetzugang. Es war höchste Zeit, dass Tullion seine eigenen Nachforschungen anstellte. Es dauerte zu verdammt lange, darauf zu warten, dass Anatoly herausfand, wer seinen Anführer wirklich getötet hatte. Soviel dazu, dass der Mann ein Sicherheitsexperte war.
Tullion setzte seinen Helm wieder auf und ließ das alte Motorrad an, zu dessen Verkauf er einen Mann überredet hatte. Es tat ihm leid, dass er den Menschen mit seiner Fähigkeit beeinflusst hatte, um das Motorrad kaufen zu können, aber er hatte es satt, mit dem Bus zu fahren.
Zwei Monate zuvor hatte sich Tullions Leben abrupt verwandelt.
Als einer von mehreren Vollstreckern des Zirkels hatte Tullion seinen Anführer Boris Shavinkof zu einer Versammlung begleitet, die von den drei russischen Mitgliedern des Vampirrates organisiert worden war. Tullion hatte sich auf die Gelegenheit gefreut, Freunde in anderen Zirkeln persönlich zu treffen. Darüber hinaus planten Tullion und Viktor, der auch ein Vollstrecker war, eine Nacht lang die nahe gelegene Stadt zu erkunden.
Am zweiten Abend, als sie dort waren, war Boris ermordet worden. Tullion hatte den Schrei seines Anführers gehört, aber als er die Tür aufgebrochen hatte, hatte er Boris auf dem Boden seines Zimmers ausgestreckt vorgefunden. Beim Anblick von Boris’ regloser Gestalt war Tullion an seine Seite geeilt und hatte entdeckt, dass seine Kehle aufgeschlitzt war, aber Boris’ Zeremoniendolch ragte aus seiner Brust und war demnach wahrscheinlich das, was ihn getötet hatte.
Instinktiv handelnd, hatte Tullion den Griff des Dolches ergriffen und ihn aus Boris’ Brust gezogen. Es war ziemliches Pech, dass mehrere ältere Wachen genau in dieser Sekunde eintrafen – sein Anführer war tot und Tullion beugte sich über ihn, ein blutiges Messer in der Hand haltend. Auch wenn Tullion wusste, wie es ausgesehen hatte, war der einzige, den er von der Wahrheit hatte überzeugen können, sein bester Freund und Mitstreiter, Viktor. Leider waren sie nicht in der Lage gewesen, die Anwesenheit einer anderen Person im Raum zu bestätigen, also hatte Viktor Tullion bei der Flucht geholfen.
Tullion wusste, dass Viktor von den Wachen verhört worden war. Da er ein paar Tage nach seiner Flucht von seinem Freund gehört hatte, wusste er, dass der redegewandte Vampir es irgendwie geschafft hatte, sich aus der Bestrafung dafür, dass er ihm geholfen hatte, herauszureden. Tullion dankte den Göttern für kleine Gefälligkeiten.
Seine Aufmerksamkeit landete auf einem Schild in der Ferne, dem er näher kam. Tullion konzentrierte sich wieder auf die Straße anstatt auf seine Probleme. Als er von seinem Zirkel in Russland geflohen war, hatte sein erster Instinkt im befohlen, in ein anderes Land zu fliegen und sich in einer großen Stadt zu verstecken. Das hatte nicht funktioniert. Zweimal hatten ihn Verfolger seines Zirkel gefunden, zuerst in Paris, Frankreich, dann wieder in New York City. Also hatte er sich ein altes Motorrad besorgt und fuhr jetzt die Nebenstraßen entlang.
„Stone Ridge“, murmelte Tullion. „Wohin zum Teufel bin ich bloß geraten?“ Er zuckte die Achseln, brauchte die Antwort nicht wirklich zu wissen. Verdammt, wenn er nicht wusste, wo er war, würden seine Verfolger es auch nicht wissen. Zumindest konnte er darauf hoffen.
„Hallo, Hintertupfingen“, flüsterte Tullion, als er die alternde Tankstelle mit den beiden altmodischen Zapfsäulen vor sich sah. Mehrere Fenster sowie die Tür waren mit Brettern vernagelt, und ein schmutziges Zu verkaufen-Schild mit einer verblassten Telefonnummer war an die Wand genagelt. „Ich frage mich, ob das noch funktioniert“, murmelte er abwesend und wandte seinen Blick von dem Gebäude ab.
Seit Tullion als Junge über die Ruinen einer verlassenen Kirche gestolpert war, liebte er es, alte Gebäude zu erkunden. Kurz nachdem er die Vampir-Version der Pubertät hinter sich gebracht und angefangen hatte, Blut zu trinken, hatten seine Eltern ihn für ein paar Jahre aufs Land gebracht, um dort zu leben, während er lernte, sich zu beherrschen. Wie sich herausstellte, waren die Gedanken einfacher Leute vom Land leichter zu manipulieren. Das, und er hatte viel Freiraum gehabt, um herumzulaufen und seine neuen Fähigkeiten zu erkunden, ohne dass ihn jemand bemerkte.
Tullion betrachtete den Wald und lächelte. Es würde Spaß machen, ihn zu erkunden.
„Was zum Teufel“, grummelte er. „Ich bin nicht im Urlaub. Ich bin auf der Flucht.“
Tullion schüttelte bei seinen eigenen Gedanken den Kopf. Als er das Schild mit der Aufschrift Willkommen in Stone Ridge sah, stellte er fest, dass der Ort nicht so klein war, wie er ursprünglich gedacht hatte. Die Angabe über die Bevölkerung lautete mehr als dreitausend Einwohner.
„Die müssen sich in den Bäumen verstecken“, überlegte Tullion, als er sein Motorrad verlangsamte.
Als er die Stadt erreichte, sah er sich um und erblickte die wie erwartet sauberen, wenn auch etwas heruntergekommenen Gebäude. Die Gehwege wirkten ordentlich und gepflegt. Tullion fand den Ort malerisch und entspannte sich fast. Ihm gefiel es.
Tullion fuhr durch die Stadt, schaute dabei hin und her. Da er versuchte, ein Gefühl für die Gegend zu bekommen, drehte er um, als sich die Bäume verdichteten und die Häuser weniger wurden, und fuhr erneut durch die Stadt. Dieses Mal bemerkte Tullion die Sheriff-Station, die Post, einen Lebensmittelladen und das Büro eines Immobilienmaklers.
Letzteres interessierte ihn, und Tullion lenkte sein Motorrad auf den winzigen Parkplatz. Er parkte, schwang sich von dem Fahrzeug, nahm den Helm vom Kopf und sah sich wieder um. Das Unternehmen bewarb sowohl möblierte als auch unmöblierte Mietobjekte. Das klang vielversprechend.
Nachdem er seinen Helm an den Lenker gehängt hatte, ging Tullion in das Gebäude. Er lächelte die hübsche Frau an, die hinter dem Schreibtisch neben der Tür saß. Sie erhob sich augenblicklich und ging auf ihn zu, ein einladendes Lächeln umspielte ihre Lippen.
„Guten Tag, Sir“, begrüßte sie und hielt ihm ihre Hand hin. „Ich bin Angela. Wie kann ich Ihnen heute helfen?“
Tullion nahm Angelas Hand und drückte sie sanft, dann ließ er sie los. „Hallo, Angela“, antwortete Tullion und verstärkte gezielt seinen russischen Akzent. Er hatte schnell gelernt, dass Leute, wenn sie Schwierigkeiten hatten, ihn zu verstehen, keine persönlichen Fragen stellten. „Ich fahre gerade vorbei und sehe Ihr Anzeigen für möblierte Wohnungen. Ich brauche ein Ort für eine Weile zu bleiben.“
Angelas Augen weiteten sich nur ein wenig und ihr Lächeln schwankte. Aufgrund ihres Geruchs wusste Tullion, dass sie sich ein bisschen unwohl fühlte. Das war ok. Wenn Tullion es unangenehm für sie machte, wäre er eine Geschichte, die sie ihren Freundinnen beim Mädelsabend erzählte, dann würde er vergessen werden.
„Oh ja“, antwortete Angela schließlich und schien sich zusammenzureißen. „Ich glaube, ich habe gerade ein paar möblierte Wohnungen zur Verfügung. Lassen Sie mich meine Unterlagen durchsehen.“ Sie deutete auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch und forderte ihn auf: „Bitte nehmen Sie Platz. Ich werde nur ein paar Augenblicke brauchen.“
Tullion nickte und lächelte, immer darauf bedacht, seine Lippen zusammenzuhalten. Kein Grund, einen Menschen zu verschrecken, indem er sie seine zu langen, zu scharfen oberen Eckzähne entdecken ließ. Während Tullion oft überrascht war, dass die meisten Menschen seine Zähne völlig übersahen, könnte es sich als tödlich erweisen, wenn sie jetzt entdeckt würden.
Tullion ließ sich auf dem angewiesenen Platz nieder, entspannte sich auf dem einigermaßen bequemen Stuhl und streckte die Beine aus. Er hob die Arme über den Kopf, drehte sich auf seinem Sitz ein wenig und ließ seine Rückenwirbel knacken. Er stieß ein zufriedenes Grunzen aus, legte die Arme auf die Lehnen und stützte den gestiefelten rechten Fuß auf das linke Knie.
Er fand, dass es sich, nachdem er mehrere Stunden mit dem Motorrad gefahren war, immer erstaunlich gut anfühlte, sich ordentlich zu strecken.
Tullion sah zu, wie Angela durch das spärlich eingerichtete Zimmer ging. Sie blieb neben einem von zwei weiteren Schreibtischen stehen, an dem eine junge Brünette saß und vorgab, sich auf ihren Computer zu konzentrieren. Tullion hatte bemerkt, dass sich die Frau zweimal zu ihm umschaute, bevor Angela an ihre Seite trat. Mit seinem feinen Gehör hatte Tullion keine Probleme, ihre Unterhaltung zu hören.
„Colleen, hast du Zeit, ein paar Wohnungen zu zeigen?“, fragte Angela.
Die Brünette, Colleen, grinste. „Sicher. Ich kann dir sogar Mittagessen bringen, wenn du willst“, bot sie an und ihr Blick wanderte zu Tullion.
Während er den Austausch beobachtete, vergewisserte sich Tullion, dass er den Anschein erweckte, sich im Büro umzuschauen, soweit es sehenswert war. Aktenschränke, eine Tür mit der Aufschrift Toilette, drei Arbeitsplätze und schließlich eine weitere Tür mit der Aufschrift Lager. Aufgrund der Brandschutzbestimmungen vermutete Tullion, dass dort ein weiterer Ausgang war.
„Sicher, lass es nur nicht zu spät werden“, warnte Angela. Sie warf einen Blick über die Schulter zu Tullion und drehte sich dann zurück zu Colleen. „Ich denke, er ist Russe und sein Akzent ist ziemlich stark. Du bist immer besser mit … na ja …“
Colleen grinste. „Verstanden, Boss.“ Sie zwinkerte. „Wir haben alle unsere Macken, und Akzente sind deine.“
Angela zuckte mit den Schultern, als sie eine Mappe von Colleens Schreibtisch nahm. Sie blätterte murmelnd durch die Seiten: „Ist es zu viel verlangt, dass die Leute Englisch lernen, bevor sie herkommen? Es ist schließlich unsere Landessprache.“
Tullion entging Colleens Antwort, da er zu beschäftigt damit war, nicht zu lachen. Er hob die Hand an sein Gesicht und tat so, als würde er sich den Kiefer reiben, um sein Grinsen zu verbergen. Auch wenn er immer zumindest einen leichten Akzent haben würde, wenn Tullion deutlich sprechen wollte, konnte er es.
Er sprach fließend Englisch, sowohl britisches als auch amerikanisches, sowie Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Er kam sogar in Japan zurecht, und er kannte ein paar Brocken verschiedener chinesischer und arabischer Dialekte. Es war einer der Gründe, warum er zu einem Vollstrecker befördert worden war, noch bevor er das achtzigste Lebensjahr erreichte.
Dieser Gedanke ließ Tullions Heiterkeit schnell verfliegen. Er hatte Boris über dreißig Jahre lang treu gedient, und es ärgerte ihn, dass sein Dienst nicht berücksichtigt worden war.
„Hallo, ich bin Colleen“, sagte die Frau und lenkte Tullions Aufmerksamkeit auf sich.
Tullion stand auf und nahm ihre angebotene Hand. „Alex“, log er glatt. „Sie können mir Wohnungen zeigen?“
Colleen legte den Kopf schief und lächelte. „Sicher kann ich das. Möchten Sie Bilder sehen oder selbst zu den Objekten fahren? Ich kann die Schlüssel holen.“
Als er feststellte, dass seine Aufmerksamkeit auf den Puls an Colleens Hals gezogen wurde, erkannte Tullion plötzlich, wie lange es her war, seit er sich genährt hatte. Ständig unterwegs zu sein war nicht gerade förderlich für Verabredungen. Hmm, vielleicht könnte er das ändern.
Tullion erwiderte ihr Lächeln und nickte. „Ich würde gerne welche sehen. Zeigen Sie sie mir?“
„Sicher doch. Nur eine Sekunde“, antwortete Colleen. Sie drehte sich um und ging durch den Raum zu einem Schreibtisch. Dort zog sie eine Schublade hervor, holte einen Schlüsselbund heraus, dann ging sie voran aus der Tür. „Werden Sie lange in Stone Ridge sein?“, fragte sie, als sie an ihm vorbeiging.
„Eher kurz“, antwortete Tullion. „Ich weiß nicht genau, wie lange.“
„Oh“, antwortete Colleen. Ihr Lächeln geriet für einen Moment ins Stocken, dann grinste sie breit. „Nun, was bringt Sie denn hierher? Besuche bei Freunden? Familie?“
Tullion zermarterte sich sein Gehirn nach einer geeigneten Antwort. „Ich bin, äh, wie Sie sagen … фотограф“, sagte er, gezielt das russische Wort für Fotograf verwendend.
