Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Didgeridoo Als Fahrer vom Poschtouto, wo zwüsche Spiez u Äschiried verchehrt, kenne ne die Yheimische. Aber wär isch eigetlech dä hilfsbereit u liebeswärt Mönsch würklech? Die Frag stelle sech d Lüt leider ersch, wo öppis ganz Unerwartets gscheht. www. Ds Internet bietet hüt verschidenschti Müglechkeite, enand lehre z kenne. Die Glägeheit näh o "listen" u "multiple" wahr. Was aber, we die Beide meh möchte als nume mitenand chatte? Was, we si sech persönlech möchte gägenüber stah? E nid alltäglechi Gschicht zwüsche Wimmis u Schwarzeburg.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 144
Veröffentlichungsjahr: 2018
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Ernst Hunziker isch im Jahr 1955 z Boltige, im Simetal, gebore. Nachere Lehr als Spängler-Installateur isch er zum Tal us u läbt syt 1980 ufem Bödeli, em Gebiet zwüschem Thuner- u Brienzersee.
Gwärchet het er ufem Flugplatz Interlake als Flugzügspängler u später bi der Gmeind Interlake als Aalage- u Materialwart bi der Füürwehr. Ab 1999 isch er Kommandant vo der regionale Zivilschutzorganisation Jungfrou gsy.
Mittlerwyle isch er pensioniert.
Syt Jahre schrybt er Mundartgschichte, Romän, Krimis u o Volkstheater.
D Büecher sy im Buechhandel erhältlech. D Theater bim Elgg Verlag in Belp.
Wyteri Informatione über e Outor u sys Schaffe stöh uf der Websyte www.ernsthunziker.ch
Die zwo Gschichte sy i de Jahr 1997 (Didgeridoo) u 2001 (www.) entstande. Jedi für sich isch denn als chlyni Broschüre erschine. Für das Büechli hie, han ig se no chli überarbeitet.
«Ihre nächsten Anschlüsse: Nach Interlaken West, Gleis 1. Nach Frutigen, Kandersteg ...», tönts usem Lutsprächer, währenddäm der Wyss Gottlieb sys Fahrtekontrollheft usfüllt. Är wartet uf syner Gescht.
Gescht, won er all Tag mit em Kursbus vom Bahnhof z Spiez, bis uf Äschiried ueche transportiert.
«Wär stygt äch y?», überleit er u fahrt sech mit beide Händ dür syner graue Haar. Der Gottlieb fragt nämlech syne Passaschier öppis derna. Är isch no eine vo dene, wo sech fröit, wen er mit öpperem cha gsprächle. Aber er isch ganz u gar ke Laferi! O nei! We me em Gottlieb öppis aavertrout, de cha me ganz sicher sy, dass er das Wüsse nid wyter git. Das schetze d Lüt a ihm. Är isch e guete Zuehörer. U wen er ds Muul uftuet, de chunnt kes oberflächlechs Gwäsch use. Was er seit wird überall akzeptiert u gschetzt. Sys Wort het Gwicht.
«Eh lue jetze da, der Benjamin! Was machsch de du, amene heiter hälle Vormittag, hie z Spiez unde? I ha gmeint, du blybisch der ganz Summer uf der Alp?», tuet der Chauffeur erstuunt.
«Sälü Gottlieb», erwideret der Benjamin. «Ja, gäll, das isch e Überraschig! I has ja sälber o fasch nid gloubt. Aber du weisch ja, dass i uf d Alp o mys Didgeridoo (uf Bärndütsch seit me däm Ditscheriduu) mitgno ha. Das i syt Jahre mit däm Instrumänt meditiere, weisch äbefalls. Letschte Winter han i einisch d Müglechkeit gha, mit ere Rockbänd zäme Musig z mache. Nume probehalber. I cha der säge; so richtig schöne Rock u daderzue di Schwingige vo mym Instrumänt – das geit eim de chalt düre Rügge ab! Ytem. Di Rockbänd isch jetze zu chli emene spezielle Uftritt yglade worde. Du hei si sech gseit, e spezielle Uftritt erforderei o spezielli Ideeene. Si hei sech a mi zrugg erinneret u so han i dörfe ga hälfe Musig mache. Es isch e tolli Fuer gsy. Du hättisch di Zuehörer sölle gseh, won i ihne ha erklärt, dass das Didgeridoo zu de eltischte Instrumänt ghört, wos uf dere Wält git. U dass es no hütt vo de Aborigines z Australie gspilt wird. Was söll jetzt das Instrumänt i der moderne Musig? Di Frag isch ne völlig us de Ouge useggumpet. Ds Mitmache, ds Usflippe u allgemein d Reaktione vom Publikum, hei mer aber du zeigt, dass i dermit bi aacho. Ja, di Fuehr het geschter am Aabe z Murte stattgfunde. U jetze bin i halt wider ufem Wäg uf d Alp ueche.»
Der Berset Benjamin isch nid eine, wo me landlöifig als «gwöhnleche Mönsch» würdi bezeichne. Das gseht me ihm scho üsserlech aa. E verwildereti Mähne, verwättereti Gsichtszüg – obwohl er ersch guet Dryssgi isch – u dünn i der Poschtur. Gäderig fasch. Syner Füess stecke mängisch i Sandale, wen er nid barfuess underwägs isch. Socke schynt der Benjamin i sym Chleidersortimänt kener z ha. Vo wäge Chleider! O hie schynt er nid ufene grossi Resärve chönne zrugg z gryffe. Trotzdäm cha niemer säge, dass er nid pflegt wäri. I Sache Suberkeit chame däm Maa gar nüüt aahänke. Aber o ufere andere Äbeni schynt er nid der Norm z entspräche. We me nämlech meint, längi Haar un es usgflippts Usgseh zügi outomatisch vo wenig Intelligänz, de isch me de bim Benjamin ufem lätze Dampfer glandet. Är isch sehr beläse, het ganz es grosses Allgemeinwüsse u sy Naturverbundeheit – u dadermit natürlech o sy Kenntnis vo verschidene Naturheilrichtige – zeichne ne us. Är ghört aber o zu dene, ehnder sältene Usnahme, wo vo däm Wüsse nume wyter git, wen er gfragt wird u wen er ds Gfüehl het, dass sys Wüsse öpper o würklech brucht. Als Allerwältsguru eignet er sech so wenig, wie als Wanderprediger. Obwohl ers mit dene lengschtens chönnti ufnäh.
Der Benjamin pflegt o e eigete Läbesstyl. Nach em Gymnasium het er sech intensiv mit der Australische Kultur aafa befasse. Het überall chli gwärchet für ds Gäld z verdiene, wos halt brucht, für dä entfärnti Kontinänt ga z bereise. Är isch mittlerwyle schon es paar Mal dert gsy. Me cha säge, dass er e Kenner isch vo däm Land. Äs versteit sech vo sälber, dass er nid als Tourischt dert übere isch. Är het wölle Land u Lüt lehre kenne. Gspüre, was dert no a Urchreft umenand isch. Urchreft, wo mir hie, im vom Kommerz überfluetete Weschte, nümme chöi wahrnäh. Dä jung Maa isch aber o i der Schwyz je lenger je meh e Eigete worde. E Ussesyter. Är het sech nach syne Naturreise nümme so rächt mit üser hektische Wält chönne aafründe. Zuefälligerwys het er imene Chloster im Fryburgische, i der Nechi vo Charmey, Underschlupf gfunde. Bi dene Mönche isch er düre Winter dür Husbursch u cha sech so sy Läbesunderhalt verdiene.
Im Summer hets ne z Alp zoge. Dert, umgä vo der Bärgwält, dert, wo me d Naturchreft no gspürt, dert ischs ihm wohl. Är geit jetze scho ds füfte Jahr z Bärg. Uf e Mittelbärg, zwüsche Latreje u Schwalmere. Dert obe, i däm riisige Chessel, z Hinderscht im Suldtal, findet er das, wo für ihn i üser Schwyz no stimmt. Är macht dert obe alls, wo imene Alpsummer halt so aafalt. D Chüejer möge ne. Ja, si hei ne sogar gärn. Trotz syne mängisch für si komische Ystellige. Trotz sym, für Chüejer untüpische Usgseh. Trotz sym frömdländische Instrumänt. Oder hei si ne äch gärn, äbe grad wäge all däm? Wär weis?
Jedefalls sitzt jetze der Benjamin Berset näbem Wyss Gottlieb im Bus. Zäme fahre si gäge Hondrich zue.
«U wie geits de dir?», wott der Benjamin vom Gottlieb wüsse.
«Ja, was söll i säge? Im Momänt gspüren i ds Wätter. Das isch halt für mys Härz scho nid grad so guet, aber was sölls. Uchrut chunnt nid um!»
«Verzell nid settige Seich», ergelschteret sech der Benjamin. «Du söttisch halt weniger bügle u chli besser zue der luege. Aber das sägen ig dir ja scho syt mir üs kenne. Nume hets bis jetze no nüüt gnützt!»
«Ja, was söll i de? I cha doch nid eifach zu mym Chef gah u däm säge, der Dokter heigi mi zu füfzg Prozänt chrank gschribe. Klar. Für e Momänt chönnti är mi sicher halbtags aastelle. Aber uf Duur use hätti das i mym Bruef ke Zuekunft. U de gang suech öppis, i der hüttige Zyt. Mit füfefüfzgi. U de ersch no als Härzchranke. Nenei, Benjamin. Da mues i jetze derdür. I probiere, bis zweiesächzgi düre z ha u de tuen i mi de früehzytig la z pensioniere. I hätti de Zyt für myner Chüngle u für myner vile Büecher. U ja, de hätti de o meh Zyt, für di uf d Alp cho z bsueche.»
«Gottlieb, dys hätti u würdi, dys de chönnti de, gfallt mir nid! Du läbsch hütt u nid ersch i sibe Jahr. Läb jede Tag so, wie wes di Letscht wär. Das isch mys Motto. U dass du dym Chef nüüt vo dyre Chrankheit wosch säge, verstahn i o nid ganz. Aber schliesslech isch das dy Entscheid.»
Z Äschi styge wyteri Lüt i ds Poschtouto y.
«Los, seisch aber würklech niemerem öppis vo myne Problem, gäll», chüschelet der Gottlieb. U me merkt, dass es ihm schwär fallt, über die z rede.
«Nenei, muesch ke Angscht ha. Das blybt under üs. Syt du mir das – wie lang isch es här? Öppe vier Jahr? – verzellt hesch, han i mit niemerem da drüber gredt. Nume dünkts mi, du heigisch i dere Zyt nid gsundet. U du kennsch mi. I bi kene, wo seit, was d Lüt wei ghöre. Drum Gottlieb säge ders grad no einisch: Du gfallsch mer nid! U o we du als Ledige, wo kener Aaghörige meh het, meinsch, du sygisch niemerem verantwortlich, so stimmt das äbe nid ganz. Du bisch z Minscht dir u dym gschänkte Läbe gägenüber verantwortlich. U o chli mir gägenüber», brümelet der Benjamin, ehnder zu sich sälber.
Aber der Gottlieb het ne scho verstande – nid nume em Ton a. Är weis zwar nid warum, aber si Zwee hei der Fade zunenand sofort gha.
Scho ds erschte Mal, wo der Gottlieb em Benjamin uf der Alp begägnet isch, hei di beide aafa gsprächle. U zwar nid über ds Wätter, d Chüe, d Milchleischtig u über ds Chäse. Nei, si hei aafa philosophiere über Gott u d Wält. U daderby hei sech di beide inere fasch beängstigende Gschwindigkeit gfunde. Beid hei gspürt, dass si so öppis wie verwandti Seele zunenand hei. U beid hei o gwüsst, was dermit gmeint isch.
«Also, la mer de di Andere dert obe la grüesse», verabschidet der Gottlieb sy Fahrgascht.
«Ja, un i erwarte di am nächschte Sunntig zum Bärgdorfet», erwideret der Benjamin.
«Säbverständlech! I fröie mi ja scho lang uf dä gmüetlech Tag.»
Der Benjamin stygt us u trappet z Fuess i Richtig Pochtefall hindere, der Alp zue.
Em Gottlieb längts no für nes Gaffee, bevor er wider gäge Spiez ache fahrt.
«Ihre nächsten Anschlüsse: Nach Interlaken West, Gleis eins. Nach Frutigen, Kandersteg ...»
U scho wartet ds gälbe Poschtouto wider vor em Bahnhof z Spiez, für di nächschte Fahrgescht ufznäh. Em Gottlieb machts rächt warm. Es isch halt ke Schläck, bi dene summerleche Temperature i däm Füehrerstand z hocke. U o d Uniform, wo si syt es paar Jahr müesse trage, treit nid würklech zur Bequemlechkeit by. Aber äbe, so het jede Bruef syner Sunn- u Schattsyte. U ihm gfallt sy Bruef. Är fahrt ja di Strecki scho syt mängem Jahr.
«Sälü Gottlieb!», wird er vonere Frou begüesst, wo jetze i ds Poschtouto stygt.
Der Gottlieb muschteret se chli komisch. Es isch nämlech ussergwöhnlich, dass ds Müller Käthi um die Zyt bi ihm ystygt. Ds Käthi fahrt süsch geng zu de glyche Zyte gäge Spiez oder äbe zrugg gäge Hondrich.
Die hübschi Frou isch e läbegi, ufgstellti u fröhlechi Person. Um si um mues ständig öppis loufe. Si gniesst der Kontakt zu de Lüt. Drum isch es o nid verwunderlech, dass si am Kiosk z Spiez wärchet. Ömel ei Tag i der Wuche. Süsch füehrt si deheime der Hushalt. E rächti Ufgab, mit zwöi pubertierende Chind.
Der Gottlieb kennt se o scho lang. Scho wo si ihri beide Chind no chly het gha, isch si mit dene ga Usflüg mache. Isch ache a Thunersee u isch – wie mängisch äch? – vo Spiez uf Fulesee gloffe. E Spaziergang, wo sech usgezeichnet für ne Muetter, mit chlyne Chind, eignet. Ja, ds Käthi isch e Sunneschyn. Nid nume optisch – aber das o!
Ganz im Gägesatz zu ihrem Maa. Dä wärchet z Thun ufere Bank. U das isch e Bänker wie usem Lehrbuech. Är treit geng e Gravatte, isch pünktlech, fasch wie ne Schwyzer Uhr. Zueverlässig. Aber troche. Sälte es Lache. Het sech geng i de Fingere. Tschalpet nie nume es Schrittli näbeuse. Churz: E zueverlässige, uf Sicherheit bedachte, aber eigetlech total längwylige Maa. Dass di zwöi zäme passe, het niemer so rächt wölle gloube. U glych: Si heis jetze ömel öppe füfzäh Jahr mitenand chönne, ds Käthi u der Werner. U di beide Chind sy rächt guet grate. Ds Käthi het wahrschynlech i de erschte zäh Jahr rächt drunder glitte, dass si deheime mit ihrne zwöi Chind isch aabunde gsy. Drum gniesst si jetze dä Tag i der Wuche, wo si Hushalt u Chind cha la sy, für z Spiez d Passante z bediene, mit ne chli z gsprächle u derdür chli Abwächslig u Underhaltig z übercho. Am Aafang het der Werner Müei gha mit dere nöie Situation. Me hätti fasch chönne meine, är sygi yfersüchtig druf, dass sy Frou ihri Läbesluscht usläbt, währenddäm är deheime bi syne Briefmargge hocket. Das isch nämlech sys grosse Hobby. U das passt o guet zu ihm: Still imene Egge hocke, der Chopf über di Zedeli neige, mit em Ziel, das Ganze i ne geordneti Sammlig z bringe. Z luege, was für Motiv druffe abbildet sy, us welem Land si chöme, u das Land de no uf der Wältcharte z sueche – das isch sy Wält. Alls Andere empfindet er als Balascht.
Eigetlech hätti är ja nüüt z chlage. Är het e liebi, ufgstellti Frou, gsundi, intelligänti Chind, es eigets Huus, e einigermasse gsichereti Arbeitsstell – was wott er de no meh? Aber das ewige Uf u Ab zwüsche «was wosch de no meh?» u « isch das alls?», zermürbt ne i der letzschte Zyt ghörig. Är möchti eigetlech o so spontan u so fröhlich chönne sy, wie sy Frou. Chas aber nid! Är möchti o so läbesfröidig sy. Aber das isch ihm nid ggä! Drum wird er geng verschlossener. U ganz töif inne suecht er der Sinn vom Läbe. Aber je meh dass er ne suecht – so ömel dünkts ne – je weniger findet er ne. Är wird lengerschi eigeter. U das Griesgrämige bringt de ds Käthi mängisch uf d Palme – ömel i der letschte Zyt.
«Hesch scho Fyrabe?», fragt der Gottlieb zur Begrüessig.
«Eigetlech nid», erwideret ds Käthi. «Aber i mues hütt am Namittag no unbedingt üsi Trachtechleider für e Sunntig zwäg mache. Morn han i drum de ke Zyt. I mues mit em Werner a ne Briefmarggebörse uf Bärn.»
Me het em Ton aa ghört, dass si sech uf di Reis nid grad heftig fröit. Aber so isch si halt o: guetmüetig. Si macht mängs, wo eigetlech nid ihrer Art würdi entspräche. Si machts, wil si weis, dass das ihre Maa fröit. Aber si wäri, we si grad so chönnti, wie si wetti, nach däm Arbeitstag am Liebschte z Spiez grad i Usgang. Eis ga trinke. Mit Lüt ga lafere. Kontakte ga pflege, us eifach chli ga luschtig ha. Si weis aber, dass das em Werner würdi weh tue. Drum fahrt si nachem Wärche geng hei zue. Si weis anderersyts aber o, dass der Werner eigetlech nid so gärn mit ihre i d Volkstanzgruppe chunnt. U so gä si halt beidi e chli nache u dermit chunnt jedes einigermasse uf sy Rächnig.
Nächschte Sunntig, das weis si scho jetze, da louft de e Rundi. Da wird si de mit Lüt zäme sy, wo si cha dorfe mit ne. Wo si es Glesli Rote cha trinke u wo si mit em Werner cha tanze. Är wäri nämlech eigetlech e guete Tänzer.
«Chunnsch am Sunntig o?», fragt si der Gottlieb.
«Natürlech! Da druf fröien i mi scho syt Wuche. U so wies usgseht, schynt ds Wätter o mitzmache. Uf d Volkstanzgruppe fröien i mi natürlech ganz Bsunders. Tanzet hätti eigetlech geng gärn. Aber äbe, daderzue bruchts – ömel i üsne eltere Jahrgäng – geng Zwöi.»
«Es isch ömel nie z spät, für sech z finde», seit si luschtig. «U du, Gottlieb, du bisch ja no jung gnue, für ne Beziehig aazfah. Oder nid? Wärsch ömel de no e gueti Partie.»
Wil der Gottlieb nüüt druf antwortet, merkt ds Käthi, dass es däm Maa nid wohl isch bi däm Thema. Drum zieht si sech zrugg u nimmt hinde im Fahrzüg Platz.
Der Gottlieb startet der Motor, setzt sys Fahrzüg i Bewegig u fahrt vom Bahnhof wäg. Jetze het er Zyt, sech mit de Gedanke vo früecher z beschäftige.
Ja, är hätti scho einisch e Tanzpartnerin gha. Eini, won er ganz fescht het gärn gha. So fescht, dass er syt denn niemer meh ganz nach a sich häre het la cho. D Brigitte isch es härzigs Meitschi gsy. Si hei mängs Schöns mitenand erläbt. Hei mängi Bärgwanderig gmacht. Mänge Usflug gnosse. Dass si inere Gloubensgmeinschaft isch gsy, het der Gottlieb eigetlech nid gstört. Aber wo si ihn du für di Gruppe het wölle gwinne, het er entschide abgwunke. Är het nüüt gäge d Stündeler, wie me denn de Gloubensgmeinschafte gseit het, gha. Aber denn wäri är sech als Mitglied ygängt vorcho. Är het Wyti brucht. Wyti o i Gloubesfrage. U so isch es bis hütt bblibe. Dass d Gloubesfründe vo der Brigitte se hei under Druck gsetzt, u dass si lang kämpft het, zwüsche Fründ u Gloube, ja, zwüsche Maa u Gott, het er ersch vil später richtig gmerkt u verstande. Aber är hets bis hütt nid begriffe.
Gseh het er d Brigitte syt denn nie meh. Aber är het se geng no vo Härze gärn. Drum hets i de letschte Jahrzähnt ke Frou gschafft, der Platz vo ihre yznäh.
Der Gottlieb kurvet um di letschte Egge gäge Äschiried zue. Churz vor der Haltstell überholt er der Johannes Schmitt wo, so weis es der Gottlieb us Erfahrig, mit ihm uf Spiez ache wird fahre.
Ja, der Johannes Schmitt! Das isch eine wie ke Andere. We me öpperem Original chönnti säge, de wärs ihm.
«Wolln se was zu lese habe?» Under däm Usspruch kennt ne älwä fasch jede, zwüsche Spiez u Äschiried. Wenegi wüsse sy Name, u nume ganz Einzelni wüsse meh als das.
Zu dene Einzelne ghört o der Gottlieb. Dä het em «Traktätler», wien ihm ds Volk – je nach Ystellig abschetzig, guetmüetig oder verständnisvoll – seit, scho mängisch us der Patsche gholfe. Der Johannes het nähmlech sälte Gäld. U wen er es paar Rappe het, de längts öppe für ne Suppe im Bahnhofbuffet, oder für ne Bitz Brot u ne Egge Chäs usem Migros.
«Gäld für ds Poschtouto uszgä, wär Verschwändig», het er einisch em Gottlieb erklärt. «Das fahrt ja sowiso. Öb i jetze drinne hocke oder nid. U mys Gwicht cha ufe Energieverbruch fasch ke Yfluss ha.»
I dere Beziehig het er nid unrächt. Zum Suuffe dünn, seit me im Bärner Oberland ere settige Gstalt. Aber we der Johannes dicker wäri, wärs äbe nid der Johannes. Sy Poschtur ghört zu ihm, wie syner silbrige Haar. Wie der Spruch «Wolln se was zu lese habe?», oder wie der Plastiksack mit de Träktätli.
Wiso dass er zum Verteile vo dene Helgeli Schwäbisch redt, het er em Gottlieb vor langer Zyt einisch verrate: «Weisch, won i als junge, sprützige Maa, chuum us der Lehr, vom Aargouische us uf Wanderschaft bi, han i im Schwabeland Ufnahm gfunde. Binere Gloubesgmeinschaft. I bi de grad es paar Jahr
