Die Geschichte des Otters - Charlie Richards - E-Book

Die Geschichte des Otters E-Book

Charlie Richards

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Beschreibung

In der paranormalen Welt: Ein Otter-Wandler, der sich im Wald verirrt, entdeckt einen überaus wertvollen Schatz. Als er einigen Freunden hilft, findet Aziel Boltson heraus, dass die Kreaturen, die sich in der Nacht herumtreiben, echt sind. Die Geschichten seiner Mutter sind wahr. Gargoyles, Wandler und noch mehr Wesen existieren tatsächlich. Die örtlichen Paranormalen – ein Gargoyleschwarm – besitzen ein Anwesen nördlich der Stadt. Aziel liebt es, die Natur als Outdoor-Fitnessstudio zu nutzen, Äste zu stemmen und im See zu schwimmen. Als Aziel entdeckt, wie der Alligator aus dem See einem riesigen Otter nachjagt, greift er ein. Er wird zwar verletzt, aber es ist gar nicht mal so schlimm. Der Otter verwandelt sich in den attraktivsten Mann, den Aziel jemals gesehen hat: Jerome Laguna. Auch wenn er noch nie mit einem Mann zusammen gewesen ist, will er diesen unbedingt. Zu Aziels Freude behauptet Jerome, dass er sein Gefährte ist. Leider erfüllt sich eine Prophezeiung von Aziels Mutter und Jeromes Familie versucht, ihn zu finden und zurück ins Amazonasgebiet zu bringen. Können Aziel und seine Freunde Jerome helfen, den Fängen der Otterfamilie zu entkommen, oder wird die Prophezeiung erfüllt werden, wodurch Aziel seine einzige wahre Liebe und seine Zukunft auf einen Schlag verliert? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 34.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Die Geschichte des Otters

In der paranormalen Welt: Ein Otter-Wandler, der sich im Wald verirrt, entdeckt einen überaus wertvollen Schatz.

Als er einigen Freunden hilft, findet Aziel Boltson heraus, dass die Kreaturen, die sich in der Nacht herumtreiben, echt sind. Die Geschichten seiner Mutter sind wahr. Gargoyles, Wandler und noch mehr Wesen existieren tatsächlich. Die örtlichen Paranormalen – ein Gargoyleschwarm – besitzen ein Anwesen nördlich der Stadt. Aziel liebt es, die Natur als Outdoor-Fitnessstudio zu nutzen, Äste zu stemmen und im See zu schwimmen. Als Aziel entdeckt, wie der Alligator aus dem See einem riesigen Otter nachjagt, greift er ein. Er wird zwar verletzt, aber es ist gar nicht mal so schlimm. Der Otter verwandelt sich in den attraktivsten Mann, den Aziel jemals gesehen hat: Jerome Laguna. Auch wenn er noch nie mit einem Mann zusammen gewesen ist, will er diesen unbedingt. Zu Aziels Freude behauptet Jerome, dass er sein Gefährte ist. Leider erfüllt sich eine Prophezeiung von Aziels Mutter und Jeromes Familie versucht, ihn zu finden und zurück ins Amazonasgebiet zu bringen. Können Aziel und seine Freunde Jerome helfen, den Fängen der Otterfamilie zu entkommen, oder wird die Prophezeiung erfüllt werden, wodurch Aziel seine einzige wahre Liebe und seine Zukunft auf einen Schlag verliert?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.

Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.

Länge: rund 34.000 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Die Geschichte des Otters

Paranormal verliebt 20

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „The Otter’s Tale“:

Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Wenn man die Richtung nicht ändert, gelangt man möglicherweise dorthin, wohin man unterwegs ist.

~ Lao Tzu

Kapitel 1

Jerome Laguna musste seinen Riesenotter unbedingt rauslassen. Unglücklicherweise wurde es immer schwieriger, einen abgelegenen Teich zu finden, da der Sommer näher rückte und immer mehr Menschen Zeit im Freien verbrachten. Er hoffte, dass er, indem er in die kleine Stadt kam und sich als Fischer von außerhalb ausgab, jemanden finden könnte, der ihm von abgelegenen Angelplätzen erzählte.

Es wäre sogar wahr. Er könnte einen Tag in seiner Riesenotterform verbringen und einheimischen Fisch essen. Es würde seinen Bauch füllen und seine immer knapper werdenden Ersparnisse schonen.

Während er sein Bestes tat, seinen wachsenden Drang zu ignorieren, begab Jerome sich in ein Restaurant im Diner-Stil – Goldy’s Burgers and Bites. Er hatte es wegen der kleinen Regenbogenfahne über der Tür ausgewählt. Auch wenn er wusste, dass er nicht so aussah, war er so schwul wie der Tag lang war und bemühte sich nach Kräften, diejenigen zu unterstützen, die Liebe und Akzeptanz verbreiteten.

Nicht wie meine eigene Gruppe.

Jerome verwarf die Erinnerung daran, warum er gerade unterwegs war, und lächelte die kecke Blondine hinter dem Empfangstresen an, als sie ihn im Restaurant begrüßte. Als Antwort auf ihre Frage – Tisch oder Nische – bat er um eine Nische. Als er ihr folgte, bemerkte er einen seltsamen Geruch.

Erst als Jerome sich gesetzt hatte, erkannte er, was es war. Auch wenn die Blondine – laut ihrem Namensschild Penelope – ein Mensch war, war sie mit einer Art Wandler verpaart.

Verdammt. Ich bin ins Territorium von irgendeinem Rudel gestolpert.

Jerome hatte keine Kenntnis von Rudeln in der Gegend, weshalb er entschieden hatte, in diese Richtung zu reisen. Er hatte diskret seinen Weg nach Norden zu einem Ort westlich von Denver machen wollen. Wie er gehört hatte, gab es dort oben einen schwulen Alpha, Declan McIntire – der mit einem Menschen verpaart war – und wollte ihn um Asyl bitten. Zwar hatte er auch noch von einigen anderen gehört, aber angesichts dessen, wie sein eigener Alpha von Declan gesprochen hatte, so abfällig, schien dies der beste Anfang zu sein.

Außerdem lebte das Wolfswandler-Rudel in abgelegenen Bergen. Sicherlich würde es für Jeromes Otter eine Menge Bäche und Teiche geben, in denen er spielen konnte. Es war ein Gewinn für alle.

Wenn ich dorthin komme, ohne auf einheimische Wandler zu stoßen.

Als ein junger Kellner namens Jimmy an Jeromes Tisch ankam, um seine Bestellung aufzunehmen, verspürte er ein Gefühl von Erleichterung, dass der Mensch nicht auch den Geruch von Wandler an sich hatte. Vielleicht war Penelope eine Anomalie. In dem Wissen, dass er sich darauf nicht verlassen konnte, gab Jerome schnell seine Bestellung auf.

Ich werde schnell essen und mich dann wieder auf den Weg machen müssen.

Als Jimmy mit dem Eistee zurückkam, den Jerome bestellt hatte, lächelte er den süßen Kerl an und fragte: „Lebst du schon lange in der Gegend?“ Er entdeckte ein bisschen rosa Farbe in Jimmys Wangen und erkannte, wie es geklungen haben könnte – wie eine Anmache. Diese Vorstellung musste Jerome zerstreuen, da er Abgeschiedenheit brauchte, keine Gesellschaft, also fügte er schnell hinzu: „Ich bin für ein paar Tage in der Stadt und auf der Suche nach guten Angelplätzen. Kennst du vielleicht einige ruhige, abgelegene Orte? Oder weißt du einen Ort, an dem ich Informationen bekommen kann?“

Für eine Sekunde sah Jimmy ein wenig enttäuscht aus, aber er antwortete schnell. „Ich bin nicht gerade ein großer Angler, aber mein Bruder schon.“ Er hielt inne, und seine Wangen verdunkelten sich weiter, ehe er sich räusperte. „Er hat einen Lieblingsangelplatz. Sagte, es sei eine großartige Stelle für Forellen und nur wenige Leute wüssten davon. Hast du eine Karte?“

Das klang einfach perfekt. „Äh, nur eine Straßenkarte“, antwortete er, wandte sich zu seinem Rucksack und zog die Karte heraus. „Geht das?“

Jimmy blickte auf die Landkarte, sobald Jerome sie auf dem Tisch ausgebreitet hatte. Er legte eine Hand auf den Tisch und strich mit dem Zeigefinger seiner anderen schlanken Hand über den Durango-Bereich. „Hmmm, ich sollte in der Lage sein, dich damit in die Nähe zu lotsen. Wenn du eine Karte von der Umgebung hättest, wäre es einfacher, aber …“ Er summte, nachdem seine leise Stimme verstummt war. „Hier. Es ist in der Nähe dieser Streckenmarkierung. Es sollte dort eine unbefestigte Straße geben, die nach Norden führt“, sagte Jimmy und tippte auf einen Punkt auf der Karte. „Es macht dir doch nichts aus, auf einer unbefestigten Straße zu fahren, nicht wahr? Sie wird wahrscheinlich ziemlich uneben sein. Du wirst einen Jeep oder Truck brauchen, oder so etwas Ähnliches.“

Als er die Warnung in Jimmys Stimme hörte, nickte Jerome. Er machte sich nicht die Mühe zu sagen, dass er kein Fahrzeug hatte. Er war zu Fuß unterwegs. Stattdessen fragte er: „Also, es gibt einen abgelegenen Teich oder Fluss dort oben?“

Jimmy nickte und zeigte erneut auf die Karte. „Siehst du diesen Fluss hier?“

„Ja.“

„Nun, es gibt eine Reihe von kleinen Zuflüssen in diesem Gebiet“, erklärte Jimmy und zog einen Kreis mit dem Finger auf der Karte, um einen ungefähren Bereich anzuzeigen. „Wahrscheinlich gibt es da Dutzende von Teichen unterschiedlicher Größe. In den größeren gibt es Fische.“

Jerome rutschte auf seinem Platz herum, als seine Aufregung wuchs. Wenn es Dutzende von Bächen und kleinen Teichen gab, bedeutete das Frösche und Eidechsen und abgeschiedene Stellen. Sein Otter fiepte in seinen Gedanken und drängte ihn, in Gang zu kommen.

„Danke, Jimmy.“ Jerome lehnte sich in seinem Stuhl zurück und lächelte den schlanken, dunkelhaarigen Mann an. „Ich weiß das zu schätzen.“

„Gerne“, antwortete Jimmy. Dann sah er sich um und musste bemerkt haben, dass ein anderer Gast seine Aufmerksamkeit brauchte, denn er sagte: „Viel Glück“ und ging dann weg.

Jimmys Bewegungen mit seinem Blick folgend, bewunderte Jerome seine geschmeidige Gestalt und den knackigen Hintern. Wenn er geneigt wäre, Sex zu haben, wäre der junge Mann sicherlich ein geeigneter Kandidat gewesen. Doch da war etwas an dem Menschen, das nach Unschuld schrie, bei all dem Erröten und Zögern.

Jerome schob seine Gedanken beiseite. Sein Schwanz hatte sich bei dem Gedanken vielleicht ein wenig geregt, aber sein Otter brauchte seinen Auslauf mehr als er einen engen Arsch um seinen Ständer. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal zwei Wochen ohne Verwandlung hinter sich gebracht hatte.

Wandern und per Anhalter durch die Wüste zu reisen, war sicherlich nicht hilfreich gewesen, ein abgelegenes Gewässer zu finden.

Jerome faltete die Karte vorsichtig zusammen, sodass der von Jimmy angegebene Bereich oben lag, und atmete langsam und tief durch. Er beruhigte seinen Otter, wohl wissend, dass es ein guter halber Tag Fußmarsch zu dem Bereich war, den Jimmy ihm gezeigt hatte. In einer Stadt dieser Größe wollte er nicht das Risiko eingehen, per Anhalter in die Gegend zu gelangen. Es könnte zu viele Fragen von Einheimischen aufwerfen.

Jerome steckte seine Karte weg und griff nach seinem Tee. Er nahm einen großen Schluck und genoss die leckere bittere Flüssigkeit. Eines der Dinge, die er zu schätzen gelernt hatte, wenn er reiste, war die Gelegenheit, verschiedene Lebensmittel aus jeder Region zu probieren.

Eistee war sofort ein Favorit geworden.

Den Blick aus dem Fenster gerichtet, wuchs Jeromes Ungeduld mit jeder Minute. Er wusste, dass es nicht mehr als zehn Minuten dauern könnte, bis sein Essen ankam. Mit dem Bedürfnis, einen Platz zum Verwandeln zu finden und seiner Angst, dass Penelopes Gefährte durch die Tür kommen und ihn wittern könnte, wollte er sich auf den Weg machen.

Jerome zog eine ramponierte Ausgabe von Per Anhalter durch die Galaxis hervor und versuchte, sich abzulenken. Er hatte gerade den Teil erreicht, wo die Hauptfigur realisiert, dass sein Freund tatsächlich ein Außerirdischer ist und er wirklich mit in den Weltraum genommen wurde, als Jimmy seinen Teller mit Essen vor ihn stellte. Jerome legte das Taschenbuch beiseite und lächelte Jimmy an.

„Danke“, sagte er und sah sich sein Essen an. „Es riecht unglaublich gut.“

Das taten der Fisch in Bierteig und die Pommes auch wirklich.

Lecker!

„Wenn du etwas brauchst, lass es mich einfach wissen“, bot Jimmy an. Er zeigte auf Jeromes halb volles Glas Tee. „Ich werde in einer Minute Nachschub bringen.“

Jerome betrachtete den Teller und nickte, ehe er seine Serviette auf seinen Schoß legte. Seinen Blick wieder auf Jimmy gerichtet, sagte er: „Kann ich extra Tartarsauce bekommen?“

„Natürlich“, antwortete Jimmy grinsend. „Ich werde sie gleich mit dem Tee zusammen bringen.“

„Danke.“

Nachdem Jimmy sich abgewendet hatte und ging, konzentrierte Jerome sich wieder auf sein Essen. Er hob die Ketchupflasche auf und gab einen Klecks davon an den Rand der Stelle, wo sich seine Pommes befanden. Sobald er die Flasche wieder in der Nähe des Aufstellers, der die Tagesgerichte auflistete, abgestellt hatte, nahm er eine Fritte, tauchte sie in den Ketchup und steckte sie sich in den Mund.

Jerome summte anerkennend, als der salzige Kartoffelgeschmack auf seinen Geschmacksknospen explodierte und sich perfekt mit der reichhaltigen Tomatenpaste mischte. Mit einem anerkennenden Summen tauchte er noch eine Pommes ein und aß diese auch. Während er kaute und schluckte, nahm er seine Gabel und teilte ein Stück gebratenes Fischfilet ab. Er tauchte den Bissen gebratener Köstlichkeit in die kleine Wanne mit Tartarsauce, die zum Essen gehörte, und sammelte einen großen Klecks davon auf.

Jerome schob die Gabel in den Mund, schloss die Lippen und grunzte leise. Oh, das ist gut. Er wusste nicht, welche Gewürze der Koch in den Bierteig gab, mit dem der Fisch umhüllt war, aber es war ein Hauch von etwas darin, das Jerome liebte.

Der Gedanke, noch einmal ins Restaurant zurückzukehren, bevor er weiterzog, kam ihm in den Sinn.

Als Penelope weitere Gäste an dem Tisch vorbeiführte, an dem er saß, wurde die Idee zunichte gemacht.

Zu riskant.

Jerome grinste Jimmy an, als er ihm einen frischen Eistee und eine weitere Schale mit Sauce brachte. Da sein Mund voll war, sagte er nichts. Lächelnd fragte Jimmy, ob alles in Ordnung war, also summte Jerome und hielt einen Daumen hoch.

Jimmy lachte leise. „Der Partner des Kochs liebt dieses Essen auch“, sagte er und deutete auf den Teller. „Es ist eines seiner Lieblingsgerichte.“

Dann ging Jimmy weg, so dass Jerome keine Antwort finden musste. Er konzentrierte sich auf das Essen und genoss die leckere, fettige Mahlzeit. Da er seinen Geist mit einem Otter teilte und ein Wandler war, hatte er einen schnellen Stoffwechsel und brauchte ein wenig mehr Gewicht. Stundenlang jeden Tag durch einen Wüstenstaat wie Arizona zu wandern, bedeutete, dass er Gewicht verloren hatte. Er hatte gelernt, zusätzliche Kalorien zu nehmen, wann immer er konnte. Das frittierte Essen vor ihm war eine wundervolle, schmackhafte Art, das zu tun.

Nachdem Jerome fertig gegessen hatte, war er sehr versucht, ein Stück Kuchen zu bestellen. Als er Jimmys Lobesworte für den Brombeerkuchen hörte, gab er nach, bestellte ihn aber zum Mitnehmen. Den Styroporbehälter, in dem er die Leckerei bekam, verstaute Jerome sorgfältig in seinem Rucksack, damit nichts herausfiel.

Nachdem er bezahlt hatte, ging Jerome zur Toilette im hinteren Bereich. Er sah sich um, stellte sicher, dass der Raum leer war, und füllte dann am Waschbecken seine drei Plastikflaschen nach. Nachdem er sie wieder in seinem Rucksack untergebracht hatte, verließ er das Restaurant und begab sich hinaus in die Hitze des Tages.

Jerome ging die Straße hinunter und verließ die Stadt. Als er ungefähr zwei Meilen nördlich der Stadt war, hielt er inne und zog seine Karte heraus. Nachdem er sie sorgfältig angeschaut hatte, fing er wieder an zu gehen.

Er nahm an, dass es etwa fünfundvierzig Minuten dauerte, bis er den Weg erreichte, den er nehmen musste. Mit Blick in beide Richtungen hielt er nach Autos Ausschau. Sobald er die Straße überquert hatte, steigerte er sein Tempo und achtete sorgfältig auf die Streckenmarkierung.

Die Aufregung in Jerome nahm zu, je näher er an die Stelle kam, die Jimmy ihm genannt hatte. Endlich entdeckte er den Meilenstein, von dem der Mensch gesprochen hatte, etwa eine halbe Meile entfernt. Er hielt den Blick auf die Büsche in nördlicher Richtung und erwartete, in der Ferne eine unbefestigte Straße zu sehen.

Jerome begann gerade zu glauben, dass Jimmy sich geirrt hatte und seine Aufregung wurde von Enttäuschung überschattet, als er einen Feldweg entdeckte. Sein Herz begann zu hämmern, und er grinste. Er beschleunigte und bog in den Weg ein.

Jerome warf einen Blick zwischen die Bäume und atmete tief ein. Er genoss den berauschenden Duft von Kiefern und Erde. Das Zwitschern der Vögel erfüllte die Luft und wurde zeitweise vom Rascheln der Tiere im Unterholz unterbrochen.

Mit neuerlicher Aufregung, die ihm einen neuen Energieschub lieferte, folgte Jerome dem Feldweg. Jimmy hatte recht gehabt, und Jerome verstand, warum er einen Truck oder Jeep empfohlen hatte. Es gab tiefe Spurrillen auf der Straße, die es wahrscheinlich sehr schwierig machen würden, sie mit etwas anderem als einem Fahrzeug mit hoher Unterbodenfreiheit zu passieren.

Langsam wandernd hielt Jerome seine Sinne in Alarmbereitschaft. Er atmete tief durch in der Hoffnung, das Wasser zu riechen, von dem Jimmy gesprochen hatte. Schließlich bemerkte er die Zunahme der Luftfeuchtigkeit.

Grinsend begann Jerome zu joggen, als sein Otter ihn vorantrieb.

Innerhalb von fünfzehn Minuten kam Jerome zum Stehen und sein Mund klappte auf. Sein Atem stockte, als er auf den riesigen Teich vor sich schaute. Vorfreude durchfuhr ihn.

Vor ihm rief die grüne Oberfläche des großen Teichs nach ihm. Hin und wieder entdeckte er eine kleine Welle, was ihm sagte, dass sich etwas in der Tiefe bewegte. Er konnte es kaum erwarten herauszufinden, was es war.

Links von Jerome ergoss sich ein großer Bach in das Gewässer. Er betrachtete die Wellen und Stromschnellen, die er verursachte, und wusste, dass Fische ihr Zuhause inmitten der Strömungen dort haben würden. Das wäre für ihn die beste Stelle, um welche zu finden.

Als er seinen Blick durch die Umgebung schweifen ließ, betrachtete Jerome die schlammigen, teilweise farnbewachsenen Uferbereiche. Er entdeckte zahlreiche Spuren von Insekten und Tieren. In dem Wissen, dass es somit genügend Futter für Kaulquappen gab, was bedeutete, dass Frösche und Eidechsen, sogar Schlangen dort waren, leckte Jerome seine Lippen.

Viel Futter für meinen Otter.

Jerome grinste, ehe er schnell anfing sich auszuziehen und sich dann zügelte, bevor er vor Aufregung seine Kleidung zerriss. Vorsichtig zog er sein T-Shirt aus – schließlich hatte er nur ein paar davon –, faltete es zusammen und legte es auf seinen Rucksack. Er tat das gleiche mit seiner Jeans, stellte seine Schuhe neben der Tasche ab und steckte seine Socken in die Schuhe.

Wunderbar nackt, rief Jerome seinen Otter zu sich.

Auf dem mit Farn bewachsenen Ufer hockend, spürte Jerome, wie ihn die Verwandlung durchströmte. Seine Haut kribbelte, als sein Fell wuchs, das ihn vor dem kalten Wasser schützen würde. Er spürte, wie seine Knochen, Sehnen und Muskeln knirschten und knackten, als sein Körper sich in den eines Riesenotters verwandelte. Der Druck und das Ziehen in seinem Kopf fühlten sich fast so merkwürdig an wie das Jucken seiner wachsenden Schnurrhaare.

Jerome rieb sich mit einer Kralle seines Vorderbeins über sein Gesicht und linderte das seltsame Gefühl in seinem jetzt spitzen Gesicht. Er ließ sich auf seinen Bauch sinken und glitt ins Wasser. Sein Otterschwanz bewegte sich dabei auf und ab. Leise quietschend schwelgte Jerome in der Freiheit, in seiner Ottergestalt zu schwimmen, nachdem er so lange in menschlicher Form gefangen gewesen war.

In Anbetracht der Tiefe des großen Teich und der Frösche und Kaulquappen, die ihm aus dem Weg huschten, erkannte Jerome, dass er dort für ein paar Tage sehr glücklich sein könnte. Der Teich war so groß, dass man ihn fast als See bezeichnen könnte. Er könnte seinen Otter spielen lassen, und er würde seine Freiheit genießen – die Freiheit, die Anführer seiner Gruppe ihm zu nehmen versucht hatten.

So wunderbar.

Kapitel 2

Aziel Boltson senkte die Stange zurück auf die Halterung der Hantelbank. „Fünfzehn“, murmelte er und zählte seine letzte Wiederholung ab. Er holte tief Luft und sah zu Aaden Hauser auf, der ihn beim Training beobachtete. „Wie viel Gewicht willst du runternehmen?“

„Eh, vielleicht nur so vierzig Kilo“, antwortete Aaden mit neckendem Ton.

---ENDE DER LESEPROBE---