Die goldene Münze - Erhard Schümmelfeder - E-Book

Die goldene Münze E-Book

Erhard Schümmelfeder

0,0

Beschreibung

Man wirft mir vor, ein dreifacher Mörder zu sein. Aber ich bin unschuldig. Mit dieser Sache habe ich nichts zu tun ... So beginnt das haarstäubende Geständnis des Würgers von Pyrmont in der Geschichte "Die goldene Münze". Was sagen die Leser zu dieser schwarzen Satire? . "Nie habe ich einen brutaleren Krimi mit mehr Witz gelesen!" (Feya) - "Spannend, düster und einfach klasse." (herby 101) - "Da stockt einem der Atem ..." (Marion Becker) - "Der Stil ist unvergleichbar ..." (Claudia Rimkus) - "Eine Geschichte wie sie nur Herr Schümmelfeder schreiben kann ..." (Liana). Als Zugabe enthält das E-Book ein wiederentdecktes Jugendwerk des Autors. Der Titel der Geschichte lautet "Das Geheimnis der Kiste".

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 20

Veröffentlichungsjahr: 2012

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Erhard Schümmelfeder

Die goldene Münze

und andere Satiren #8

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

DIE GOLDENE MÜNZE

DAS GEHEIMNIS DER KISTE

Impressum neobooks

DIE GOLDENE MÜNZE

Auszüge aus den Vernehmungsprotokollen der Polizei

Protokoll vom 28. Dezember

Man wirft mir vor, ein zweifacher Mörder zu sein. Aber ich bin unschuldig. Mit dieser Sache habe ich nichts zu tun.

Heiligabend befand ich mich zu Fuß auf dem Heimweg.in den Straßen Pyrmonts. Für eine Uhr, die ich Marie gerne geschenkt hätte, fehlte mir das Geld. Mit leeren Händen wollte ich nicht nach Hause zurückkehren. Ich wusste mir keinen Rat - - - bis ich plötzlich in einem hell beleuchteten Schaufenster, zwischen tickenden Uhren und erlesenem Schmuck, das Schild

Ankauf von Münzen

entdeckte, und ich erinnerte mich daran, dass in meiner Manteltasche noch die winzige Münze steckte, die ich einige Tage zuvor auf dem Gehweg in der Geschäftsstraße gefunden und seither stillschweigend als mein Eigentum betrachtet hatte.

Die Münze war ein goldenes Zehnmarkstück, leicht in der Hand, beinahe unscheinbar, doch die eingra­vierte Jahreszahl, 1870, ließ ein Gefühl der Hoffnung bei mir erwachen, und ich dachte immer wieder: Viel­leicht ist sie noch was wert...

Mit klopfendem Herzen, im vollen Bewusstsein der Erkenntnis, einen halben Fußbreit außer­halb der Legalität zu stehen, überschritt ich die Schwelle des Ladens. Ein weihnachtliches Glockenspiel über der gläsernen Tür erklang, und ein sehr seriöser älterer Herr begrüßte mich mit gewinnender Höflichkeit.

„Womit darf ich Ihnen dienen?“

Ich war noch etwas aufgeregt und beschloss, sogleich zum Kern der Sache vorzudringen, legte die Münze auf die Verkaufstheke und fragte eilig: „Wie viel?“

Der Juwelier - womöglich war es der Besitzer sel­ber -, nahm das Zehnmarkstück zwischen Daumen und Zeigefinger, wog es, betrachtete es skeptisch mit einer Lupe, die er einer verborgenen Schublade entnahm, und erklärte wie beiläufig: „Wir Münzsammler kennen bei der Bewertung von Münzen grundsätzlich vier Unterscheidungen -“ Nicht ohne Wohlwollen blickte er mich über den Rand seiner runden Brille hinweg an. Er fuhr fort: „Nämlich erstens schön, zweitens sehr schön, drittens vorzüglich und viertens vortrefflich.“

„Und wie würden Sie diese Münze bewerten?“, fragte ich leise.

Er ließ sich Zeit mit seiner Antwort. „Nun“, meinte er desinteressiert, „ich würde sagen, diese Münze ist schön.“

„Warum nur schön?“, wollte ich wissen.

Er zeigte auf die rechte Schwinge des Adlers auf der Vorderseite und hielt die Lupe darüber. „Sehen Sie diesen winzigen Kratzer oberhalb der Schwinge?“