Die Jagd des Adlers - Simon Scarrow - E-Book

Die Jagd des Adlers E-Book

Simon Scarrow

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Beschreibung

Zu den Waffen, Söhne Roms!

Syrien, die östliche Grenze des Römischen Reichs, wird von Unruhen erschüttert. Doch die römischen Truppen sind untergraben von Korruption und Disziplinlosigkeit. Die Centurionen Macro und Cato sollen die Schlagkraft der Kohorten wiederherstellen. Unterdessen sät der Stammesführer Bannus den Hass gegen Rom. Die Revolten nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an. Gelingt es Macro und Cato nicht, die römischen Truppen gegen den Feind zu stärken, wird Rom seine östlichen Provinzen verlieren – und sie ihr Leben ...

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Simon Scarrow

DIE JAGD

DES ADLERS

WILHELM HEYNE VERLAG

MÜNCHEN

Die Originalausgabe THE EAGLE IN THE SAND erschien 2006 bei Headline Publishing Group, London

Vollständige deutsche Erstausgabe 04/2014

Copyright © 2006 by Simon Scarrow

Copyright © 2014 der deutschsprachigen Ausgabe

by Wilhelm Heyne Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Redaktion: Werner Bauer

Umschlagillustration: Nele Schütz Design, München, unter Verwendung von © thinkstock

Umsetzung eBook: Greiner & Reichel, Köln

ISBN 978-3-641-11345-2

www.heyne.de

Für Timoor Daghistaniin Dankbarkeit und Freundschaft

Vorbemerkung des Autors

Da die Bände 1–5 der Rom-Serie in Britannien spielen, war es einfach für mich, die entsprechenden Orte aufzusuchen und ein Gefühl für die Landschaft zu entwickeln, in der Macro und Cato kämpfen würden. Die Tatsache jedoch, dass dieses Buch am äußersten Rand des römischen Imperiums in der Wüste spielt, sollte sich als bedeutend problematischer erweisen. Jedenfalls so lange, bis ich einen Anruf von Mr. Daghistani von der jordanischen Botschaft erhielt und mir mitgeteilt wurde, dass Seine Majestät König Abdullah ein begeisterter Leser der Serie sei und mich und meine Familie gerne nach Jordanien einladen wolle, damit ich die Gelegenheit bekäme, mir die Stätten der Römer anzusehen, die an so vielen Orten in seinem Land zu finden sind.

Ich möchte Seine Majestät für die großzügig erwiesene Gastfreundschaft meiner aufrichtigen Dankbarkeit versichern und überdies dem ganzen jordanischen Volk, durch das sich mein Besuch in diesem Land so angenehm gestaltete, meinen Dank aussprechen. Ebenso geht mein Dank an die Leitung des königlichen Protokolls, vornehmlich an Rozana Abu Hamdi, für die wunderbare Organisation hinsichtlich des Besuchs der entsprechenden Stätten, sowie an unseren Fahrer Moraud, der sich als geduldiger Arabischlehrer erwies, als wir alle unser Bestes gaben, um diese Sprache zu lernen; und schließlich gilt mein Dank Samer Mouasher, der genau wusste, wo eine gewisse Wüstenfestung zu finden war, die als einer der Schauplätze dieses Romans von entscheidender Bedeutung ist.

KAPITEL 1

Centurio Macro bemerkte sie zuerst: eine kleine Gruppe von Männern, deren Köpfe unter Kapuzen verborgen waren und die wie zufällig aus einer dunklen Gasse auf die belebte Straße traten, wo sie in die Menge der Menschen, Tiere und Karren eintauchten, die dem großen Markt im Außenhof des Tempels zuströmten. Obwohl es erst Vormittag war, brannte die Sonne bereits auf Jerusalem herab und erfüllte die Luft in den schmalen Straßen mit fast erstickend intensiven Gerüchen: In den vertrauten Gestank großer Städte, wie man ihn überall im Reich fand, mischte sich der fremde Duft von Dingen, die einem sofort verrieten, dass man im Osten war – Gewürze, Zitronen, Balsam. In der blendenden Sonne und der glühend heißen Luft spürte Macro, wie ihm der Schweiß über Gesicht und Körper rann, und er fragte sich, wie es irgendjemand aushalten konnte, in dieser Hitze eine Kapuze zu tragen. Er starrte den Männern nach, die keine zwanzig Schritte vor ihm der Straße folgten. Sie sprachen nicht miteinander und schienen die dicht gedrängte Menge, deren Bewegung sie folgten, kaum zu bemerken. Macro nahm die Zügel seines Maulesels in die andere Hand und versetzte Centurio Cato einen leichten Knuff. Sein Begleiter ritt neben ihm an der Spitze eines kleinen Trupps von Rekruten, die den Hilfstruppen angehörten und den beiden Offizieren zu Fuß folgten.

»Die führen nichts Gutes im Schilde.«

»Hä?« Cato sah sich um. »Entschuldige. Was hast du gesagt?«

»Da vorne.« Rasch deutete Macro auf die Männer vor ihnen. »Siehst du die Gruppe dort? Sie alle tragen Kapuzen.«

Cato kniff für einen kurzen Moment die Augen zusammen, bevor er die Männer entdeckte, auf die Macro gezeigt hatte. »Ja. Was ist mit ihnen?«

»Findest du das nicht seltsam?« Macro musterte seinen Begleiter. Cato, dachte er, ist ein aufgeweckter Kerl, doch manchmal übersieht er eine Gefahr oder eine entscheidende Einzelheit, obwohl er sie direkt vor Augen hat. Macro, der einige Jahre älter war, schrieb das Catos Mangel an Erfahrung zu. Er selbst hatte fast achtzehn Jahre lang in den Legionen gedient, und das war lange genug, um einen guten Blick für seine Umgebung zu entwickeln. Sein Leben hing davon ab, wie er bereits bei zu vielen Gelegenheiten hatte erfahren müssen, und die Narben auf seinem Körper verrieten, dass er einige Male eine Bedrohung erst dann bemerkt hatte, als es schon fast zu spät gewesen war. Dass er überhaupt noch lebte, hatte er allein seiner Zähigkeit und seiner schieren Brutalität im Kampf zu verdanken. Wie jeder Centurio in den Legionen von Kaiser Claudius war er ein Mann, mit dem man ganz einfach rechnen musste. Na gut, vielleicht nicht wie jeder Centurio, dachte Macro, als er Catos Blick erwiderte. Sein Freund war so etwas wie eine Ausnahme, denn Cato war zu einem geradezu erschreckend frühen Zeitpunkt seiner militärischen Laufbahn befördert worden, was er seinem Verstand, seinem Mumm, seinem Glück sowie einer gewissen Günstlingswirtschaft zu verdanken hatte. Einen Mann wie Macro, der sich von unten hocharbeiten musste, hätte dieser letzte Faktor vielleicht ärgerlich stimmen können, doch er war ehrlich genug, um anzuerkennen, dass Catos Beförderung vollkommen gerechtfertigt war. In den vier Jahren, seit Cato in die Zweite Legion eingetreten war und mit Macro in Germanien, Britannien und Illyricum gedient hatte, war er von einem Rekruten mit glattem Gesicht zu einem zähen, sehnigen Veteranen herangereift. Doch Cato neigte noch immer dazu, gelegentlich mit dem Kopf in den Wolken zu schweben.

Macro seufzte ungeduldig. »Kapuzen. In dieser Hitze. Seltsam, findest du nicht?«

Wieder sah Cato den Männern nach. Dann zuckte er mit den Schultern. »Jetzt, wo du es sagst. Vermutlich schon. Aber vielleicht gehören sie ja zu irgendeiner Sekte. Nur Jupiter weiß, wie viele es von denen hier gibt.« Sein Ton wurde fast zu einem Grollen. »Wer hätte gedacht, dass eine einzige Religion so viele Sekten hervorbringen würde? Und nach allem, was ich gehört habe, sind die Leute hier überaus fromm. Du findest niemanden, dem die Religion noch wichtiger ist, als die Judäer.«

»Mag sein«, erwiderte Macro nachdenklich. »Aber die Gruppe dort wirkt auf mich nicht besonders religiös.«

»So etwas erkennst du?«

»So etwas erkenne ich«, sagte Macro und tippte an seine Nase. »Vertrau mir. Die haben irgendetwas vor.«

»Und was?«

»Weiß ich nicht. Noch nicht. Aber du solltest sie im Auge behalten. Was hältst du von ihnen? Denk nach.«

»Ich soll nachdenken?« Cato runzelte ein wenig verärgert die Stirn. »Ich habe bereits nachgedacht, als du mich unterbrochen hast.«

»Oh?«, erwiderte Macro, wobei seine Aufmerksamkeit jedoch auch weiterhin den Männern vor ihnen galt. »Ich nehme an, dass deine Betrachtungen irgendeinem Thema von welterschütternder Bedeutung galten. Es kann gar nicht anders sein, wenn ich an deinen leeren Blick denke.«

»Wie nett. Zufällig habe ich an Narcissus gedacht.«

»Narcissus?« Macros Miene verdüsterte sich bei der Erwähnung des kaiserlichen Sekretärs, auf dessen Befehl hin sie gen Osten geschickt worden waren. »Dieser Bastard? Warum solltest du irgendwelche Zeit an ihn verschwenden?«

»Ich glaube, er hat uns diesmal in ziemliche Schwierigkeiten gebracht. Ich bezweifle, dass wir diese Mission zu einem guten Ende bringen können. Die ganze Sache stinkt.«

»Und das soll eine Neuigkeit sein? Jeder Auftrag, den uns dieser Bastard bisher gegeben hat, stinkt bis in alle Ewigkeit zum Himmel. Wir verrichten unseren Dienst für das Reich wie ein Reinigungsschwamm an einem Stock. Wir stecken immer in der Scheiße.«

Cato betrachtete seinen Freund mit angewidertem Gesichtsausdruck und wollte gerade etwas antworten, als Macro plötzlich den Hals reckte und zischte: »Sieh nur! Jetzt gehen sie anscheinend zur Sache!«

Unmittelbar vor den beiden Offizieren befand sich der hohe Torbogen, der den Eingang zum großen Außenhof des Tempels bildete. Für einen kurzen Augenblick konnten sie im gleißenden Licht die Köpfe und Schultern der Menschen vor ihnen nur als dunkle Umrisse erkennen, und es dauerte ein wenig, bevor Cato die Männer mit den Kapuzen erneut ins Visier nehmen konnte. Als die Truppe den Torbogen passierte, hatte sie sich ihren Weg so durch die Menge gebahnt, dass sich jetzt alle Männer auf der einen Seite der Straße befanden, von wo aus sie rasch auf die Tische der Geldverleiher und Steuereintreiber in der Mitte des Platzes zuhielten.

»Auf geht’s.« Macro bohrte seine Fersen in die Seiten seines Maulesels, der daraufhin eine Art Wiehern ausstieß. Die Leute vor ihm warfen nervöse Blicke über die Schulter und beeilten sich, dem Tier auszuweichen. »Komm mit.«

»Warte!« Cato packte ihn am Arm. »Du jagst einem Schatten nach. Wir sind kaum angekommen in dieser Stadt, und schon verdirbst du alles, indem du mit irgendwem Streit provozierst.«

»Ich sage dir, Cato, die führen nichts Gutes im Schilde.«

»Das weißt du nicht. Du kannst dich nicht einfach auf sie stürzen und jeden niedertrampeln, der dir dabei in den Weg kommt.«

»Warum nicht?«

»Weil du damit für Unruhe sorgen wirst.« Cato glitt aus dem Sattel und stellte sich neben seinen Maulesel. »Wenn du ihnen folgen willst, gehen wir zu Fuß.«

Macro warf den Männern mit den Kapuzen rasch einen Blick hinterher. »Meinetwegen. Optio!«

Ein großer Gallier mit hartem Gesicht löste sich von der Spitze der Kolonne und salutierte vor Macro. »Herr?«

»Halte unsere Zügel. Centurio Cato und ich werden ein wenig herumschlendern.«

»Herumschlendern, Herr?«

»Du hast richtig gehört. Warte auf uns unmittelbar hinter dem Tor. Aber die Männer sollen in Formation bleiben, nur für den Fall.«

Der Optio runzelte die Stirn. »Für welchen Fall, Herr?«

»Für den Fall, dass es Schwierigkeiten gibt – was sonst?«Macro lächelte. »Komm, Cato. Bevor wir sie verlieren.«

Seufzend folgte Cato seinem Freund und mischte sich wie er unter die Menge, die in den großen Hof strömte. Die Männer, denen sie folgten, waren inzwischen schon ein ganzes Stück weiter weg und hielten noch immer auf die Tische der Geldverleiher und Steuereintreiber zu. Die beiden Centurionen fädelten sich durch die Menschenmasse, wobei sie gelegentlich jemanden anrempelten, was ihnen empörte Blicke und gemurmelte Flüche einbrachte.

»Römische Bastarde …«, knurrte jemand auf Griechisch mit ausgeprägtem lokalem Akzent.

Macro blieb abrupt stehen und wirbelte herum. »Wer hat das gesagt?«

Angesichts seiner wütenden Miene zog sich die Menge erschrocken zurück, sah den Centurio jedoch aus einiger Entfernung mit feindseligen Augen an. Macro entdeckte einen großen, jungen Mann mit breiten Schultern, dessen Lippen zu einem höhnischen Grinsen verzerrt waren.

»Oh, du warst das also?« Wieder lächelte Macro. Er winkte den Mann zu sich. »Komm her, wenn du den Mut dazu hast.«

Cato packte Macro am Arm und zog ihn zurück. »Lass ihn.«

»Was denn? Soll er einfach so davonkommen?« Macro runzelte die Stirn. »Warum? Er braucht dringend eine Lektion in Gastfreundschaft.«

»Nein«, sagte Cato mit leiser, aber fester Stimme. »Die braucht er nicht. Herzen und Köpfe, vergiss das nicht. Genau das hat der Prokurator zu uns gesagt. Und außerdem«, Cato nickte in Richtung der Tische, »holen wir deine Freunde mit den Kapuzen sonst nie mehr ein.«

»Meinetwegen.« Rasch wandte sich Macro dem jungen Mann zu. »Wenn du mir noch einmal über den Weg läufst, Judäer, dann schlage ich dir deinen verdammten Kopf ab.«

Der Mann schnaubte verächtlich und spuckte auf den Boden, doch Cato zerrte Macro mit sich, bevor der ältere Centurio darauf reagieren konnte. Die beiden eilten weiter und schafften es, in kurzer Zeit die Entfernung zu der kleinen Gruppe der Kapuzenmänner zu verringern, die sich ihrerseits auch weiterhin zielstrebig durch die Menge auf die Tische zuschoben.

Cato, der größer war als Macro, hatte keine Probleme damit, die Männer im Auge zu behalten, während sich die beiden Centurionen zwischen Menschen exotischer Rassen hindurchdrängten, die den großen Hof füllten. Unter den Einheimischen befanden sich zahlreiche Idumäer und Nabatäer, deren Haut etwas dunkler war und von denen viele einen sorgfältig gewickelten Turban auf dem Kopf trugen. Stoffe in allen Farben und Mustern flatterten in der Menge, Fetzen verschiedener Sprachen erfüllten die Luft.

»Pass auf!« Macro packte Cato am Arm und riss ihn zurück, als direkt vor ihnen ein schwer beladenes Kamel ihren Weg kreuzte. Mehrere Ballen fein gewebter Stoffe drückten den Sattel mit dem Holzrahmen tief in den Rücken des Tieres, während dieses den beiden Römern grunzend auswich. Als das Kamel an ihnen vorbeigeschwankt war, eilte Cato weiter, blieb jedoch gleich darauf plötzlich stehen.

»Was ist?«, fragte Macro.

»Scheiße … Ich kann sie nicht mehr sehen.« Catos Blick huschte über den Teil der Menge, in dem er ihr Ziel zuletzt bemerkt hatte, aber nirgendwo war ein Zeichen der Männer mit den Kapuzen zu erkennen. »Sie müssen die Kapuzen abgesetzt haben.«

»Na, wunderbar«, murmelte Macro. »Was jetzt?«

»Wir sollten zu den Steuereintreibern gehen. Schließlich wollten sie anscheinend auch dorthin.«

Mit Cato an der Spitze eilten die beiden Centurionen über den Platz auf das eine Ende der Tischreihe zu, welche sich entlang der Treppe hinzog, die zu den Mauern des inneren Tempelbereichs führte. Die nächstgelegenen Tische gehörten den Geldwechslern und Geldverleihern, die auf bequemen, mit Kissen gepolsterten Stühlen saßen, während sie mit ihren Kunden Geschäfte machten. Dahinter befand sich ein kleinerer Abschnitt, wo die Steuereintreiber mit den von ihnen angeheuerten Schlägertypen auf die Zahlungen derjenigen warteten, die heute ihre Steuern zu begleichen hatten. Rechts und links der einzelnen Tische stapelten sich die Wachstafeln, auf denen die Namen der Steuerpflichtigen und die von ihnen zu entrichtenden Summen aufgeführt waren. Bei Auktionen, die der römische Prokurator in Caesarea, der Verwaltungshauptstadt der Provinz, abhalten ließ, hatten die Steuereintreiber das Recht ersteigert, sich bestimmte Steuern ausbezahlen zu lassen. Nachdem eine gewisse Summe aus ihren Taschen in die kaiserlichen Schatullen gewandert war, besaßen sie offiziell das Recht, bei den Einwohnern von Jerusalem all diejenigen Steuern zu erheben, zu deren Zahlung man die Bürger verpflichten konnte. Es war ein brutales System, das im ganzen römischen Reich angewandt wurde, und die Steuereintreiber waren eine zutiefst abgelehnte und verachtete Klasse der Gesellschaft. Für Kaiser Claudius und die Mitarbeiter der römischen Finanzbehörden jedoch war dies eine überaus vorteilhafte Einrichtung, denn so wurde der Hass der Steuerzahler in den Provinzen unweigerlich auf die Steuereintreiber vor Ort gelenkt und nicht auf ihre Herren, von denen sie das Recht erworben hatten, das Geld einzuziehen.

Plötzliche Rufe und Schreie lenkten Catos und Macros Aufmerksamkeit auf das äußerste Ende der Tischreihe. Eine Gruppe von Männern war aus der Menge heraus nach vorn gestürmt. Sonnenlicht spiegelte sich in einer Klinge, und Cato erkannte, dass alle Männer bewaffnet waren, als sie einen der Steuereintreiber umringten wie Wölfe ihre Beute. Der Leibwächter des Steuereintreibers warf einen Blick auf die Dolche, drehte sich um und rannte davon. Der Steuereintreiber riss die Arme hoch, um sein Gesicht zu schützen, und war plötzlich nicht mehr zu sehen, als die Angreifer über ihn herfielen. Cato zog automatisch sein Schwert, während er sich hinter die Tischreihe duckte.

»Los, Macro!«

Ein leises Knirschen erklang hinter Cato, als nun auch Macro sein Schwert aus der Scheide zog, und schon stürmten die beiden auf die Mörder zu, indem sie die Geldverleiher beiseitedrängten und über Tafeln mit den Steuerlisten sprangen. Vor sich sah Cato, wie die Männer von dem Steuereintreiber abließen, der über seinem Tisch zusammengesunken war, die weiße Toga zerrissen und blutig. Die Menge auf dem Platz wich panisch zurück; entsetzt schrien die Passanten auf und flohen. Die Angreifer wandten sich den Männern hinter den nächsten Tischen zu. Diese waren einen Augenblick lang völlig erstarrt, bis sie begriffen, in welch großer Gefahr sie schwebten. Dann versuchten sie hastig, den Männern zu entkommen, die ihre Krummdolche durch die Luft zischen ließen – jene Waffe, von der sie auch ihren Namen hatten: Es waren Sikarier, Meuchelmörder, die sich der römischen Herrschaft widersetzten und zu den fanatischsten Eiferern in Judäa gehörten.

Die Sikarier waren so gefangen in ihrem Blutrausch, dass sie Cato und Macro erst im letzten Augenblick bemerkten, als einer der Mörder aufsah und beobachtete, wie Cato einen Steuereintreiber unsanft beiseiteschubste und mit gebleckten Zähnen und ausgestrecktem Schwert nach vorne sprang. Die Schwertspitze drang direkt neben dem Hals in den Körper des Mannes ein, durchtrennte sein Schlüsselbein und senkte sich immer tiefer ins Fleisch, bis sie das Herz durchbohrt hatte. Der Mann schnappte nach Luft und sackte nach vorn, wobei die Bewegung Cato fast die Waffe aus der Hand riss. Der Centurio trat mit seinem Stiefel nach dem toten Angreifer, riss die Waffe aus der Leiche und kauerte sich sofort zusammen, um nach seinem nächsten Ziel Ausschau zu halten.

Neben ihm schienen in einem wirbelnden Angriff die Bewegungen fast zu verschwimmen, als Macro an ihm vorbeistürmte und mit seinem Schwert auf den Arm des nächsten Sikariers einhieb; er wurde fast vollständig durchtrennt. Der Mann ließ sich zurückfallen und schrie auf vor Schmerz, während der Dolch seinen unbeweglichen Fingern entglitt. Die anderen Männer brachen ihren Angriff auf die Steuereintreiber abrupt ab und stellten sich den beiden Römern entgegen. Ihr Anführer, ein kleiner, dunkelhäutiger Kerl mit mächtigen Schultern, zischte seinen Männern einen raschen Befehl zu, und die Sikarier schwärmten aus. Einige umrundeten die Tische, während andere die Treppe hinaufstiegen, um Macro und Cato den Rückweg abzuschneiden. Die blutige Schwertspitze noch immer erhoben, sah Cato sich um.

»Es sind sieben.«

»Kein günstiges Verhältnis.« Schwer atmend nahm Macro seine Kampfposition ein, indem er sich mit dem Rücken zu Cato stellte. »Wir sollten nicht hier sein, mein Junge.«

Die Menge war in Richtung Tor geflohen, sodass sich niemand mehr auf dem Platz um die Meuchelmörder und die beiden Römer herum aufhielt. Auf den Steinplatten des äußeren Tempelhofs lagen zurückgelassene Körbe und halb gegessenes Obst, das die Menschen fortgeschleudert hatten, als sie um ihr Leben gerannt waren.

Cato lachte bitter. »Es war deine Idee – erinnerst du dich noch?«

»Überlass das nächste Mal das Denken bitte nicht mir.«

Bevor Cato antworten konnte, zischte der Anführer der Sikarier einen weiteren Befehl, und seine Männer rückten mit raschen Schritten vor. Sie hatten die Dolche erhoben und waren bereit zuzustoßen. Es gab keinen Ausweg für unsere römischen Freunde. Cato kauerte sich noch ein wenig mehr zusammen, spannte die Muskeln an und ließ seinen Blick von Angreifer zu Angreifer wandern. Keiner der Männer war weiter als eine Speerlänge von ihm und Macro entfernt.

»Was nun?«, flüsterte er.

»Scheiße. Wenn ich das wüsste.«

»Wunderbar. Genau das wollte ich hören.«

Cato gewahrte seitlich von sich eine Bewegung und wandte sich um. Er konnte gerade noch sehen, wie einer der Mörder nach vorn sprang und mit seinem Dolch von der Seite her nach Macro stach.

»Pass auf!«

Doch Macro bewegte sich bereits. Sein Schwert funkelte in der Sonne, als Macro in einem bogenförmigen Hieb dem Gegner die Waffe aus der Hand schlug. Kaum war der Dolch auf dem Boden gelandet, als der nächste Sikarier schon zu einer Finte ansetzte und Cato zwang, sich ihm zuzuwenden und den Angriff zu parieren. Der Centurio war noch mitten in der Bewegung, als bereits ein weiterer Kämpfer mit zuckender Dolchspitze nach vorn sprang. Cato machte gerade noch rechtzeitig einen Schritt beiseite, um sich dieser Bedrohung entgegenzustellen. Seine freie Hand glitt nach unten, und er zog seinen eigenen Dolch, eine Waffe mit breiter Klinge, die im Vergleich zu den schmalen Dolchen der Meuchelmörder unhandlich wirkte, doch sie fühlte sich gut an in seiner Hand. Der Anführer schrie einen weiteren Befehl, und Cato hörte die Wut in der Stimme des Mannes. Er wollte den Kampf so schnell wie möglich beenden.

»Macro!«, rief Cato. »Komm mit mir! Wir greifen an!«

Er stürmte auf die Männer zu, die sich auf den Platz zurückzogen, und sein Kamerad folgte ihm, indem er ein lautes Kriegsgeschrei ausstieß. Die plötzliche Umkehrung der Rollen ließ die Sikarier für einen entscheidenden Augenblick erschrocken innehalten. Cato und Macro hieben auf die Männer vor sich ein und zwangen sie, beiseitezuspringen; damit war den Römern der Durchbruch gelungen, und sie rannten über die Steinplatten auf den Eingang zum großen Außenhof des Tempels zu. Hinter ihnen erklangen wütende Rufe und das Knirschen von Sandalen, als die Sikarier die Verfolgung aufnahmen. Cato warf einen Blick zurück und erkannte, dass Macro direkt hinter ihm war. Doch der Anführer der Mörder war nur wenige Schritte entfernt; er hatte die Lippen zu einem wütenden Knurren verzerrt, während er den Römern hinterhersprintete. Cato wurde schlagartig bewusst, dass sie ihren Verfolgern niemals entkommen würden. Ihre eigene Ausrüstung war viel zu schwer, während die Sikarier nichts als ihre Tunika trugen. In wenigen Augenblicken wäre alles vorbei. Unmittelbar vor ihnen lag eine große Amphore, die bei der überstürzten Flucht auf dem Platz zurückgelassen worden war. Cato sprang darüber hinweg, drehte sich aber sofort wieder um. Macro, der ihn mit verwirrtem Gesichtsausdruck musterte, sprang an ihm vorbei, während Cato die Amphore mit seinem Schwert zerschmetterte. Mit einem tiefen Gurgeln ergoss sich der Inhalt über die Steinplatten, und das Aroma von Olivenöl erfüllte die Luft. Cato wandte sich um und rannte Macro hinterher, warf jedoch gerade noch rechtzeitig einen Blick über die Schulter, um zu sehen, wie der Anführer der Sikarier ausglitt, das Gleichgewicht verlor und mit einem dumpfen Aufschlag auf den Rücken krachte. Auch zwei seiner Männer, die unmittelbar hinter ihm waren, rutschten aus, doch die übrigen wichen der immer größer werdenden Öllache aus und setzten die Verfolgung der Römer fort. Cato sah, dass er und Macro nur noch wenige Schritte von den Nachzüglern der geflohenen Menge entfernt waren: von den Alten, den Gebrechlichen und einigen kleinen Kindern, die vor Entsetzen aufschrien.

»Dreh dich um!«, rief er Macro zu, kam schlitternd zum Stehen und trat ihren Verfolgern entgegen. Es dauerte nur einen kurzen Moment, dann war Macro an seiner Seite. Die Sikarier stürmten noch einen Augenblick weiter, doch plötzlich blieben sie stehen und starrten an Cato und Macro vorbei. Dann drehten sie sich um und rannten zu ihrem Anführer und den anderen zurück, die sich inzwischen wieder aufgerappelt hatten, und gleich darauf stürmten die Sikarier auf ein kleines Tor an der gegenüberliegenden Seite des großen Außenhofs zu.

»Feiglinge!«, rief Macro ihnen nach. »Was ist los mit euch? Nicht genügend Mumm für einen richtigen Kampf?« Er lachte und legte Cato einen seiner kräftigen Arme um die Schultern. »Sieh sie dir an. Springen davon wie Kaninchen. Wenn wir zwei schon genügen, um sie in die Flucht zu schlagen, glaube ich nicht, dass wir in Judäa viele Probleme bekommen werden.«

»Das waren nicht nur wir zwei.« Cato nickte in Richtung der Menge, und Macro sah, wie sich der Optio und seine Männer ihren Weg durch den Rand der Menge bahnten, um den beiden Centurionen zu Hilfe zu eilen.

»Ihnen nach!«, rief der Optio mit bellender Stimme und reckte seinen Arm in Richtung der fliehenden Mörder.

»Nein!«, befahl Cato. »Das hat keinen Sinn. Wir können sie nicht mehr einholen.«

Noch während er sprach, erreichten die Sikarier das Tor, durch das sie in geduckter Haltung verschwanden. Der Optio zuckte mit den Schultern, konnte jedoch einen vorwurfsvollen Blick nicht unterdrücken. Cato verstand, wie der Mann sich fühlte, und war versucht, seine eigene Handlungsweise zu erklären. Aber es gelang ihm gerade noch rechtzeitig, etwas Derartiges nicht zu tun. Er hatte einen Befehl gegeben – und mehr gab es nicht zu sagen. Es hatte keinen Sinn, die Hilfstruppen in einer wilden und gefährlichen Jagd durch die engen Gassen Jerusalems zu hetzen. Stattdessen deutete Cato auf die umgestürzten Tische und die toten und verwundeten Opfer der Sikarier.

»Helft ihnen, so gut ihr könnt.«

Der Optio salutierte, gab den Befehl an seine Männer weiter und eilte mit ihnen den Trümmern zu, die von den Tischen der Steuereintreiber noch übrig waren.

Die Anstrengung hatte Cato erschöpft. Er schob sein Schwert und seinen Dolch zurück und beugte sich vornüber, wobei er sich mit den Händen auf die Oberschenkel stützte.

»Das war ein geschickter Zug.« Macro lächelte und deutete mit der Spitze seines Schwerts auf die zerschmetterte Amphore mit dem Olivenöl. »Hat uns unsere Haut gerettet.«

Cato schüttelte den Kopf und holte tief Luft, bevor er antwortete. »Wir sind eben erst in dieser Stadt angekommen … Wir haben noch nicht einmal die verdammte Garnison erreicht, und schon schneidet uns jemand fast die Kehle durch.«

»Welch ein Empfang!« Macro zog eine Grimasse. »Weißt du, ich frage mich so langsam, ob der Prokurator uns zum Narren gehalten hat.«

Cato sah ihn mit fragender Miene an.

»Herzen und Köpfe.« Macro schüttelte den Kopf. »Ich habe immer mehr den Eindruck, dass sich die Leute hier nicht für die Idee erwärmen können, ein Teil des römischen Reiches zu sein.«

KAPITEL 2

Herzen und Köpfe?« Centurio Florianus lachte, als er den Neuankömmlingen Wasser einschenkte, das mit einem Hauch Zitronensaft versetzt war, und die Becher über den Marmortisch in seinem Büro schob. Sein Quartier befand sich in einem der Türme, die zu der massiven Festung namens Antonia gehörten, welche von Herodes dem Großen errichtet und nach dessen Förderer Marcus Antonius benannt worden war. Im Augenblick lagen hier die römischen Truppen in Garnison, die in Jerusalem für Sicherheit und Ordnung sorgen sollten. Von dem kleinen Balkon aus, der sich an das Büro anschloss, hatte man eine gute Aussicht über den Tempel und die Altstadt dahinter. Kurz zuvor hatten die entsetzten Schreie der Menge Florianus aufgeschreckt, und er war Zeuge des verzweifelten Scharmützels geworden, das sich Macro und Cato mit den Sikariern geliefert hatten.

»Herzen und Köpfe«, wiederholte er jetzt. »Hat der Prokurator das wirklich gesagt?«

»Allerdings.« Macro nickte. »Und sogar noch mehr. Er hat eine richtige Rede darüber gehalten, wie wichtig es ist, für ein gutes Verhältnis zu den Judäern zu sorgen.«

»Ein gutes Verhältnis?« Florianus schüttelte den Kopf. »Das ist lächerlich. Man kann kein gutes Verhältnis zu Menschen haben, die einen zutiefst hassen. Sie würden jedem von uns ein Messer in den Leib rammen, sollten wir so verrückt sein, ihnen den Rücken zuzuwenden. Diese verdammte Provinz ist eine einzige Katastrophe, und das war sie schon immer. Sogar als wir Herodes und seinen Nachfolgern die Führung überlassen hatten.«

»Wirklich?« Cato legte den Kopf auf die Seite. »In Rom hört man da etwas anderes. Nach allem, was ich weiß, spricht man davon, dass sich die Situation in der Provinz nach und nach verbessert. Zumindest war das die offizielle Linie.«

»Aber sicher. Genau das wird den Leuten erzählt.« Florianus lachte bitter. »Die Wahrheit ist, dass wir außer den großen Städten und Siedlungen keinen Teil des Landes kontrollieren. Auf allen Verbindungsstraßen treiben Räuber und Briganten ihr Unwesen. Und selbst in den größeren Ansiedlungen gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen politischen und religiösen Gruppen, die um möglichst viel Einfluss bei ihren Leuten kämpfen. Und noch etwas anderes ist auch nicht besonders hilfreich: Es gibt so viele Dialekte, dass Griechisch die einzige gemeinsame Sprache ist; aber nur wenige hier beherrschen sie. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass es zu irgendwelchen Problemen zwischen Idumäern, Samaritern oder wem auch immer kommt. Die Dinge geraten außer Kontrolle. Die Männer, gegen die ihr im Außenhof des Tempels gekämpft habt, gehören zu einer der vielen Banden, die sich von den verschiedenen politischen Gruppen anheuern lassen. Diese Gruppen benutzen die Sikarier, um Konkurrenten zu beseitigen oder eine politische Aussage zu machen – wie bei der Demonstration heute Morgen.«

»Das war eine Demonstration?« Macro schüttelte verwirrt den Kopf. »Es ging nur darum, eine politische Aussage zu machen? Wenn das so ist, dann möchte ich wirklich nicht dabei sein, wenn diese Bastarde einen richtigen Aufstand anzetteln.«

Florianus lächelte knapp, bevor er fortfuhr: »Natürlich sieht ein Prokurator in Caesarea nur selten diese Seite unserer Sache hier. Ein Prokurator sitzt bequem auf seinem Arsch und schickt den Offizieren, die im Feld stehen – wie mir zum Beispiel –, seine Anweisungen, um sicherzustellen, dass die Steuern bezahlt werden. Und wenn ich ihm darüber berichte, wie beschissen die Lage ist, schreibt er nach Rom, dass große Fortschritte dabei gemacht wurden, die Verhältnisse in der sonnigen kleinen Provinz Judäa zu verbessern.« Er schüttelte den Kopf. »Vermutlich kann ich ihm das nicht einmal vorwerfen. Sollte er die Wahrheit schreiben, würde es so aussehen, als glitte ihm die Provinz aus den Händen. Der Kaiser würde ihn sofort ersetzen. Also könnt ihr vergessen, was man euch in Rom erzählt hat. Ehrlich gesagt, ich bezweifle, dass wir diese Judäer jemals zähmen können. Jeder Versuch, sie zu romanisieren, perlt schneller von ihnen ab als Wasser von einer Ente.

Cato zog einen Schmollmund. »Aber der neue Prokurator Tiberius Julius Alexander ist Judäer, und gleichzeitig wirkt er römischer als die meisten Römer, denen ich je begegnet bin.«

»Natürlich wirkt er so.« Florianus lächelte. »Er stammt aus einer reichen Familie. So reich, dass er von griechischen Lehrern in teuren römischen Schulen erzogen wurde. Danach hat jemand großzügig dafür gesorgt, dass er in Alexandria eine glänzende Handelskarriere machen konnte. Und am Ende – welch Überraschung! – ist er selbst ein reicher Mann. Reich genug, um ein Freund des Kaisers und seiner Freigelassenen zu werden.« Florianus schnaubte. »Wisst ihr, ich habe mehr Zeit in diesem Land verbracht als er. Daran könnt ihr ermessen, wie tief seine Verbindung zu seiner alten Heimat ist. Gut möglich, dass er Prokurator Claudius und seinem kaiserlichen Sekretär Narcissus Sand in die Augen gestreut hat, aber die Leute hier vor Ort riechen es, wenn etwas faul ist. Das war schon immer das Problem. Schon von Anfang an, als wir Herodes den Großen zu ihrem König gemacht haben. Es ist keineswegs verwunderlich, dass unserem diplomatischen Vorgehen immer wieder ein und dasselbe Muster zugrunde liegt. Nur weil es uns in anderen Ländern gelungen ist, einen König und eine herrschende Klasse einzusetzen, haben wir angenommen, dass dasselbe auch hier funktioniert. Nun, es funktioniert nicht.«

»Warum nicht?«, unterbrach ihn Macro. »Was ist so Besonderes an Judäa?«

»Frag sie selbst!« Florianus deutete mit der Hand in Richtung Balkon. »Ich bin nun schon seit acht Jahren hier stationiert, und es gibt kaum einen Menschen unter ihnen, den ich einen Freund nennen würde.« Er hielt inne, um einen großen Schluck Wasser zu nehmen, und setzte seinen Becher dann mit einem scharfen Knall ab. »Die Vorstellung, ihre Herzen und Köpfe zu gewinnen, könnt ihr vergessen. Es wird nicht geschehen. Sie hassen die Kittim, wie sie uns nennen. Das Beste, was wir tun können, ist, sie bei den Eiern zu packen und so lange nicht mehr loszulassen, bis sie alle Steuern ausgehustet haben, zu denen sie verpflichtet sind.«

»Welch anschauliches Bild.« Macro zuckte mit den Schultern. »Es erinnert mich an diesen Bastard Gaius Caligula. Was hat er immer gesagt, Cato?«

»Sollen sie nur hassen, solange sie mich fürchten …«

»Genau!« Macro schlug sich mit der Hand auf den Schenkel. »Ein verdammt guter Rat, auch wenn Caligula vollkommen wahnsinnig war. Es hört sich so an, als sei das die beste Art, diesen Leuten gegenüberzutreten, wenn sie wirklich so schwierig sind, wie du sagst.«

»Glaubt mir«, erwiderte Florianus mit ernster Miene. »Sie sind genauso schwierig, wie ich sage. Wenn nicht schlimmer. Meiner Meinung nach ist ihre selbstgerechte Religion dafür verantwortlich. Wenn sie der Ansicht sind, dass ihr Glaube auch nur die geringste Kränkung erfahren hat, stürmen sie auf die Straßen und zetteln Unruhen an. Vor ein paar Jahren schob einer unserer Männer während des Passah-Fests seinen Arsch über die Brüstung und furzte in die Menge. Ihr haltet das vielleicht für einen etwas derben Soldatenscherz, doch diese Judäer fanden das ganz und gar nicht. Dutzende von Toten später mussten wir ihnen den Soldaten zur Hinrichtung überlassen. Dasselbe geschah mit einem Optio irgendwo in der Nähe von Capernaum, der in einem Dorf ihre heiligen Bücher verbrennen ließ, um ihnen eine Lektion zu erteilen. Das hätte fast zu einem Aufstand geführt. Wir hatten keine andere Wahl, als ihnen schlussendlich den Optio zu übergeben; die Menge riss ihn in Stücke. Es war die einzige Möglichkeit, die Ordnung wiederherzustellen. Ich warne euch. Die Judäer sind nicht bereit, sich auch nur in den kleinsten Einzelheiten ihrer Religion auf einen Kompromiss einzulassen. Deshalb haben unsere Kohorten keine Standarten, und es gibt keine Bilder des Kaisers. Die Judäer blicken abschätzig auf den Rest der Welt herab und sind felsenfest von der Vorstellung überzeugt, dass sie für eine höhere Bestimmung auserwählt wurden.« Florianus lachte. »Ich meine, seht euch hier doch mal um. Es ist ein staubiges Rattenloch. Wirkt es auf euch etwa wie das Land eines erwählten Volkes?«

Macro warf Cato einen kurzen Blick zu und sagte: »Eher nicht.«

Florianus schenkte sich Wasser nach, nippte an seinem Becher und musterte seine Gäste nachdenklich.

»Du fragst dich, warum wir hier sind.« Cato lächelte.

Florianus zuckte mit den Schultern. »Das ist mir tatsächlich schon durch den Kopf gegangen. Denn ich bezweifle, dass das Reich es sich leisten kann, die Dienste zweier Centurionen zu verschwenden, indem man ihnen befiehlt, eine Einheit Rekruten zu ihrer neuen Garnison zu begleiten. Wenn ihr also nichts gegen ein offenes Wort einzuwenden habt – warum seid ihr hier?«

»Nicht, um dich abzulösen«, sagte Macro und lächelte. »Tut mir leid, alter Soldat, aber das sehen unsere Befehle nicht vor.«

»Verdammt.«

Cato räusperte sich. »Anscheinend ist man im Kaiserpalast doch nicht so uninformiert über die Lage in Judäa, wie du glaubst.«

Florianus hob die Augenbrauen. »Oh?«

»Der kaiserliche Sekretär hat von seinen Agenten einige besorgniserregende Berichte aus diesem Teil des Reichs erhalten.«

»Tatsächlich?« Florianus musterte Cato mit ruhigem Blick. Sein Gesicht war völlig ausdruckslos.

»Mehr als genug, um die Erklärungen, die der Prokurator verfasst hat, in Zweifel zu ziehen. Deshalb hat er uns hierhergeschickt. Narcissus will, dass jemand sich die Dinge unvoreingenommen ansieht. Wir haben bereits mit dem Prokurator gesprochen, und ich glaube, du hast recht mit deiner Einschätzung, was ihn betrifft. Er kann es sich einfach nicht leisten, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Seine Mitarbeiter wissen, was vor sich geht, aber ihnen ist auch klar, dass Alexander eine Einschätzung der Lage, die seiner offiziellen Linie widerspricht, nicht unbedingt zu würdigen weiß. Deshalb mussten wir dich treffen. Du bist Narcissus’ höchstrangiger Geheimagent in der Region, und deshalb schien es uns am sinnvollsten, dass wir uns mit dir unterhalten.«

Eine kurze, angespannte Pause entstand. Dann deutete Florianus ein Nicken an. »Das ist richtig. Ich nehme an, dass ihr das gegenüber dem Prokurator nicht erwähnt habt.«

»Wofür hältst du uns?«, fragte Macro tonlos.

»Das war nicht respektlos gemeint, Centurio, aber ich muss sorgfältig darauf achten, dass meine wahre Rolle hier niemandem bekannt wird. Wenn die judäischen Widerstandsbewegungen davon Wind bekämen, wäre ich ein Fressen für die Geier, noch bevor dieser Tag zu Ende geht. Nachdem sie mich gefoltert hätten, um die Namen meiner Agenten herauszufinden, natürlich. Du wirst also verstehen, warum ich dafür sorgen muss, dass mein Geheimnis sicher ist.«

»Bei uns ist es sicher«, bekräftigte Cato. »Absolut sicher. Sonst hätte es Narcissus uns gegenüber nie erwähnt.«

Florianus nickte. »Wohl wahr … Nun denn, was kann ich für euch tun?«

Nachdem diese Angelegenheit geklärt war, konnte Cato frei sprechen. »Da ein Großteil der Informationen, die Narcissus gesammelt hat, von deinen eigenen Agenten stammt, kannst du dir wahrscheinlich vorstellen, was ihm am meisten Sorgen macht. Die gefährlichste Bedrohung geht von den Parthern aus.«

»Was an sich noch keine große Neuigkeit ist«, fügte Macro hinzu. »Schon seit Rom überhaupt irgendwelche Interessen im Osten verfolgt, haben wir mit diesen Bastarden zu tun.«

»Ja«, fuhr Cato fort, »das stimmt. Doch die Wüste bildet ein natürliches Hindernis zwischen dem Partherreich und Rom. Dadurch war es uns seit fast einhundert Jahren möglich, an dieser Grenze eine Art Frieden aufrechtzuerhalten. Doch die alte Rivalität ist noch immer da, und jetzt sieht es so aus, als ob die Parther in Palmyra große Politik spielen würden.«

»Das habe ich auch gehört.« Florianus kratzte sich die Wange. »Für mich arbeitet ein Kaufmann, der Karawanen in die Stadt begleitet. Er hat mir berichtet, dass die Parther versuchen, die Mitglieder der Königsfamilie in Palmyra gegeneinander auszuspielen. Angeblich haben sie Prinz Artaxas die Krone versprochen, wenn er sich mit dem Partherreich verbündet. Der bestreitet das natürlich, und der König wagt es nicht, ihn ohne eindeutige Beweise seiner Ämter zu entheben, um die anderen Prinzen nicht in Panik zu versetzen.«

»Genau das hat Narcissus uns auch gesagt«, erwiderte Cato. »Und wenn es den Parthern gelingen sollte, Palmyra unter ihre Kontrolle zu bringen, wären sie in der Lage, ihre Armeen bis an die Grenzen der Provinz Syrien zu führen. Im Moment befinden sich drei Legionen in Antiochia. Es gibt bereits Vorbereitungen, eine vierte Legion in das Gebiet zu schicken, doch dabei ist ein neues Problem aufgetaucht.«

Bis zu diesem Punkt wusste auch Florianus über die Situation Bescheid, doch darüber hinaus nicht mehr. Deshalb starrte er Cato jetzt an. »Was für ein Problem?«

Instinktiv senkte Cato seine Stimme. »Cassius Longinus, der Statthalter von Syrien.«

»Was ist mit ihm?«

»Narcissus vertraut ihm nicht.«

Macro lachte. »Narcissus vertraut niemandem. Aber abgesehen davon würde auch sonst niemand, der seine Sinne beisammen hat, dem Statthalter vertrauen.«

»Wie auch immer«, fuhr Cato fort. »Es scheint, dass Cassius Longinus Kontakte zu einigen Elementen in Rom hat, die gegen den Kaiser opponieren.«

Florianus sah auf. »Du meinst zu diesen Bastarden, die sich selbst die Liberatoren nennen?«

»Natürlich.« Cato lächelte grimmig. »Einer von ihnen fiel Anfang des Jahres Narcissus in die Hände. Er hat ein paar Namen preisgegeben, bevor er starb. Longinus’ Name gehörte dazu.«

Florianus runzelte die Stirn. »Meine Quellen in Antiochia haben Longinus bisher noch nie erwähnt. Es gibt keine Anhaltspunkte für einen Verdacht. Ich selbst habe ihn ein paarmal getroffen. Ehrlich gesagt, er wirkt einfach nicht so. Er ist viel zu vorsichtig, um auf eigene Faust loszuschlagen.«

Macro lächelte. »Drei Legionen zur Verfügung zu haben, das kann einem Mann auf wundersame Weise den Rücken stärken. Und vier Legionen noch mehr. Wenn jemand so viel Macht in den Händen hält, muss das ziemlich anregend auf seinen Ehrgeiz wirken.«

»Aber doch nicht so sehr, dass er sich gegen das ganze übrige Reich richtet«, entgegnete Florianus.

Cato nickte. »Stimmt, so wie die Dinge jetzt stehen. Aber nehmen wir doch mal an, dass der Kaiser sich gezwungen sieht, weitere Legionen in die Region zu entsenden. Nicht nur, um gegen die Bedrohung durch die Parther gerüstet zu sein, sondern auch um einen Aufstand hier in Judäa niederzuschlagen.«

»Aber hier gibt es keinen Aufstand.«

»Noch nicht. Doch es braut sich hier einiges an Ablehnung zusammen, wie du selbst berichtet hast. Da fehlt nicht mehr viel, um eine offene Rebellion anzuzetteln. Denk nur daran, was passiert ist, als Caligula befahl, dass man seine Statue in Jerusalem aufstellt. Wenn er nicht vor Beginn der Arbeiten dazu ermordet worden wäre, hätte sich jeder hier in diesem Land gegen Rom erhoben. Wie viele Legionen hätte man wohl gebraucht, um einen solchen Aufstand niederzuschlagen? Weitere drei? Oder vier? Zusammen mit denen in Syrien macht das zusammen mindestens sieben. Wer so viele Soldaten zur Verfügung hat, kann leicht auf die Idee kommen, den Purpur des Herrschers zu beanspruchen. Denk an meine Worte.«

Ein langes Schweigen entstand, als Florianus über Catos Ausführungen nachdachte. Nach einer Weile jedoch sah er plötzlich auf und musterte den jungen Centurio. »Willst du damit andeuten, dass Longinus tatsächlich einen solchen Aufstand provozieren könnte? Um sich zusätzliche Legionen zu verschaffen?«

Cato zuckte mit den Schultern. »Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Das weiß ich noch nicht. Sagen wir einfach, die Aussicht ist so beunruhigend, dass Narcissus uns hierhergeschickt hat, um zu untersuchen, was es damit auf sich hat.«

»Aber das ist lächerlich. Ein Aufstand würde Tausende – nein, Zehntausende – Tote mit sich bringen. Und wenn Longinus die Absicht hätte, sich mithilfe dieser Legionen seinen Weg in den Kaiserpalast in Rom zu erzwingen, würde er die östlichen Provinzen ohne Schutz zurücklassen.«

»Die Parther würden sofort munter einmarschieren«, warf Macro in lässigem Ton ein, hob jedoch sofort entschuldigend die Hände, als ihm die beiden anderen ärgerliche Blicke zuwarfen.

Cato räusperte sich. »Das stimmt. Aber dann würde Longinus das allerhöchste Risiko eingehen. Er wäre bereit, die östlichen Provinzen zu opfern, wenn er dadurch Kaiser werden könnte.«

»Vorausgesetzt, dass er das vorhat«, erwiderte Florianus. »Und ehrlich gesagt ist dies ein riesengroßes Wenn.«

»Ja«, gab Cato zu. »Und doch handelt es sich um eine Möglichkeit, die wir ernst nehmen müssen. Narcissus jedenfalls nimmt sie ernst.«

»Entschuldige, junger Mann, aber ich arbeite nun schon viele Jahre für Narcissus. Er neigt dazu, Hirngespinsten hinterherzujagen.«

Cato zuckte mit den Schultern. »Longinus bleibt trotzdem ein Risiko.«

»Aber wie genau würde er einen solchen Aufstand anzetteln? Was meinst du? Diese Frage ist der Schlüssel zu allem. Wenn es keinen Aufstand gibt, bekommt er keine Legionen, und ohne die kann er überhaupt nichts tun.«

»Also braucht er einen Aufstand. Und ist es da nicht überaus günstig für ihn, dass es in Judäa jemanden gibt, der geschworen hat, ihm genau den zu liefern.«

»Worüber redest du?«

»Es gibt da einen Mann namens Bannus von Kanaan. Ich nehme an, dass du schon von ihm gehört hast.«

»Natürlich. Ein nicht allzu bedeutender Brigant. Lebt in den Bergen östlich des Jordans. Von dort aus überfällt er Dörfer und Reisende im Jordantal sowie das eine oder andere Landgut und ein paar der Karawanen auf dem Weg zur Dekapolis. Aber er ist keine ernsthafte Bedrohung.«

»Tatsächlich?«

»Er hat ein paar Hundert Anhänger. Leute aus den Bergen, die kaum ausreichend bewaffnet sind. Hinzu kommen einige Männer, die vor den Behörden hier in Jerusalem geflohen sind.«

»Und doch hat er laut deinen eigenen Berichten an Einfluss gewonnen. Seine Angriffe werden immer ehrgeiziger, und er behauptet, eine Art von göttlich ausgewähltem Führer zu sein.« Cato runzelte die Stirn. »Wie war das Wort noch mal?«

»Mashiah«, sagte Florianus. »Diese Bezeichnung benutzen die Leute hier. Alle paar Jahre erklärt sich irgendein Irrer zum Gesalbten, der das judäische Volk von der Herrschaft Roms befreien wird, woraufhin es aufbricht, um die ganze Welt zu erobern.«

Macro schüttelte den Kopf. »Ein verdammt unbescheidener Typ, dieser Bannus.«

»Nicht nur er. Fast alle von ihnen sind so«, erwiderte Florianus. »Sie halten sich einige Monate lang, indem sie den verzweifelten Pöbel um sich sammeln. Doch am Ende müssen wir von Caesarea aus die Kavallerie losschicken, um ein paar Köpfe unsanft gegeneinanderkrachen zu lassen und die Anführer zu kreuzigen. In kürzester Zeit schmilzt die Zahl ihrer Anhänger dahin, und wir sehen uns wieder wie üblich mit einer Handvoll antirömischer Fanatiker konfrontiert, über deren gewalttätigen Widerstand wir uns Sorgen machen müssen.«

»Das haben wir selbst erlebt«, sagte Macro. »Und ich kann dir versichern, dass diese Aktion ganz und gar nicht im Verborgenen abging.«

»Man gewöhnt sich daran.« Florianus machte eine wegwerfende Geste. »So etwas geschieht ständig. Meistens richten sie ihre Angriffe gegen ihre eigenen Leute – gegen Menschen, denen sie vorwerfen, mit Rom zu kollaborieren. Oft geht es um einen schnellen Mord auf offener Straße, doch wenn es schwierig ist, an das Ziel heranzukommen, schrecken die Sikarier auch vor Selbstmordangriffen nicht zurück.«

»Scheiße«, murmelte Macro. »Selbstmordangriffe. Was für eine Scheiße ist das denn?«

Florianus zuckte mit den Schultern. »Wenn man die Leute nur tief genug in Verzweiflung stürzt, lässt sich nicht mehr vorhersagen, zu welchen Gräueltaten sie wohl in der Lage sind. Es dauert nur ein paar Monate, und ihr werdet verstehen, was ich meine.«

»Ich will schon jetzt weg aus dieser Provinz.«

»Alles zu seiner Zeit.« Cato bedachte ihn mit einem dünnen Lächeln. »Dieser Bannus. Du hast gesagt, er operiert von der anderen Seite des Jordans aus.«

»Genau.«

»In der Nähe der Festung von Bushir?«

»Ja. Und?«

»Dort ist die Zweite Illyrische Kohorte stationiert, unter Präfekt Scrofa.«

»Ja. Was mit ihm?«

»Offiziell sind wir hier, um Scrofa abzulösen. Macro soll das Kommando der Kohorte übernehmen, und ich bin sein Stellvertreter.«

Florianus runzelte die Stirn. »Warum? Wozu soll das gut sein?«

»Präfekt Scrofa erhielt diesen Posten doch auf direkten Befehl von Longinus hin?«

»Ja. Er wurde von Antiochia dorthin beordert. Aber das ist nicht ungewöhnlich. Manchmal braucht eine Garnison einen neuen Oberbefehlshaber, und es ist nicht genügend Zeit, die Angelegenheit Rom zu überlassen.«

»Was ist mit dem vorherigen Kommandanten passiert?«

»Er wurde umgebracht. Er starb bei einem Hinterhalt, als er eine Patrouille in die Berge führte. Das hat jedenfalls sein Adjutant in seinem Bericht behauptet.«

»Mag sein.« Cato lächelte. »Aber die Tatsache, dass dieser Adjutant von demselben Mann ernannt wurde, der Narcissus Informationen über Longinus zukommen ließ, ist ziemlich auffällig. Jedenfalls für mich.«

Florianus schwieg einen Augenblick. Dann sagte er: »Das ist nicht dein Ernst.«

»Im Gegenteil. Ich war noch nie so ernst.«

»Aber welche Verbindung besteht dann zu Longinus?«

Macro lächelte. »Um das herauszufinden, sind wir hier.«

Centurio Florianus rief einen Diener und gab ihm die Anweisung, Wein zu servieren. »Ich glaube, ich könnte jetzt etwas Stärkeres vertragen als Wasser. Ihr beide macht mir langsam Angst. Hinter dieser ganzen Sache steckt offensichtlich mehr, als bisher zur Sprache gekommen ist.«

Macro und Cato wechselten einen kurzen Blick, dann nickte Macro dem jüngeren Centurio auffordernd zu. »Vielleicht sollte ich dir das Reden überlassen. Du weißt besser über die Hintergründe Bescheid als ich.«

KAPITEL 3

Cato schwieg einen Augenblick, um sich zu konzentrieren, bevor er Florianus vom Treffen mit Narcissus im Kaiserpalast berichtete, das drei Monate zuvor Ende März stattgefunden hatte. Davor hatten Macro und Cato mehrere Monate mit der Ausbildung der Rekruten in den städtischen Kohorten verbracht – Einheiten, die in den Straßen Roms für Sicherheit und Ordnung sorgen sollten. Bei den Rekruten handelte es sich um Männer, die nie für die Legionen ausgewählt würden, und die beiden Centurionen hatten ihr Bestes getan, um sie einigermaßen in Form zu bringen. Es war eine undankbare Aufgabe, doch obwohl Cato unbedingt in den aktiven Dienst zurückkehren wollte, hatte ihn der Befehl, sich beim kaiserlichen Sekretär einzufinden, mit düsteren Vorahnungen erfüllt.

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