Die Liebe eines Wolfes - Charlie Richards - E-Book

Die Liebe eines Wolfes E-Book

Charlie Richards

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Beschreibung

Aus dem Käfig: Manchmal braucht die Liebe ein wenig besondere Zuwendung, um zu wachsen. Stake Dolan arbeitet seit fast einem Jahrzehnt als Feuerwehrmann. Er weiß, dass er laut, frech und gelegentlich streitbar ist, auch wenn er es nicht mit Absicht tut. Manchmal platzt er einfach mit etwas raus, ohne nachzudenken. Seine gedankenlosen Worte bringen ihn in Schwierigkeiten und sein Boss befiehlt ihm, beim Säubern einiger der örtlichen Wanderwege zu helfen. Dabei lernt Dolan Cecil Rochette kennen. Der freundliche Mann baggert ihn an, aber Dolan weist ihn schnell ab. Ein paar seiner Feuerwehrkollegen sind schwul, aber er ist es nicht. Trotzdem, obwohl er nicht weiß warum, hat der Kerl etwas an sich, das ihn erregt. Als Cecil immer wieder in seinem Leben auftaucht, fragt Dolan sich, wie es wohl wäre, den Avancen des Mannes nachzugeben. Wird es die Sache wert sein, etwas so anderes zu tun, besonders wenn es noch niemand lange mit seiner großen Klappe ausgehalten hat? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 35.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Die Liebe eines Wolfes

Aus dem Käfig: Manchmal braucht die Liebe ein wenig besondere Zuwendung, um zu wachsen.

Stake Dolan arbeitet seit fast einem Jahrzehnt als Feuerwehrmann. Er weiß, dass er laut, frech und gelegentlich streitbar ist, auch wenn er es nicht mit Absicht tut. Manchmal platzt er einfach mit etwas raus, ohne nachzudenken. Seine gedankenlosen Worte bringen ihn in Schwierigkeiten und sein Boss befiehlt ihm, beim Säubern einiger der örtlichen Wanderwege zu helfen. Dabei lernt Dolan Cecil Rochette kennen. Der freundliche Mann baggert ihn an, aber Dolan weist ihn schnell ab. Ein paar seiner Feuerwehrkollegen sind schwul, aber er ist es nicht. Trotzdem, obwohl er nicht weiß warum, hat der Kerl etwas an sich, das ihn erregt. Als Cecil immer wieder in seinem Leben auftaucht, fragt Dolan sich, wie es wohl wäre, den Avancen des Mannes nachzugeben. Wird es die Sache wert sein, etwas so anderes zu tun, besonders wenn es noch niemand lange mit seiner großen Klappe ausgehalten hat?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 35.000 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Die Liebe eines Wolfes

Die Wölfe von Stone Ridge 34

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „For the Love of a Wolf“:

Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Wolken schweben in meinem Leben, nicht mehr, um Regen zu bringen oder Sturm auszulösen, sondern um meinem Sonnenuntergangshimmel Farbe zu verleihen.

~ Rabindranath Tagore

Kapitel 1

Stake Dolan – Dolan für seine Freunde, nicht dass er sehr viele davon hätte – tat sein Bestes, um nicht mit den Zähnen zu knirschen. Er musste ohnehin schon zum Zahnarzt gehen. Mit den Zähnen zu knirschen würde nur noch mehr weh tun.

Ich hasse den Zahnarzt.

Dolan holte tief Luft und lenkte seine Konzentration dorthin, wo sie sein musste: Fire Chief Brahms Glowder.

„Du musst nachdenken, bevor du sprichst, Dolan“, bellte der Feuerwehrchef. „Wie oft habe ich dir das schon gesagt?“

Ganz ehrlich, Dolan hatte aufgehört zu zählen. „Ja, Sir“, antwortete er sofort. Obwohl er wusste, dass sein Chef Recht hatte, war es nicht so, als würde er es nicht versuchen. „Ich hatte nicht vor, den Detective zu beleidigen, Sir.“ Das hatte er wirklich nicht.

„Einen Mann Schwanzlutscher zu nennen ist nie angebracht, völlig unabhängig von der Situation“, knurrte Glowder und funkelte ihn an. Mit verschränkten Armen und blauen Augen, die vor Wut und Enttäuschung funkelten, war der ältere Mann eine beeindruckende und einschüchternde Gestalt, selbst wenn er fast fünf Zentimeter kleiner war als Dolans eins zweiundachtzig. „Ich gebe dir drei obligatorische Tage frei. Während dieser Zeit wirst du Detective Lyle Sullivan eine formelle Entschuldigung schreiben. Dann überbringst du sie dem Detective persönlich, bevor du dich den Freiwilligen anschließt, die die Wanderwege reinigen.“

Dolan verzog das Gesicht, nickte aber dennoch, als er an die Situation dachte, die ihn in die Situation gebracht hatte.

In letzter Zeit hatte es in der Stadt eine ganze Reihe von Bränden gegeben. Alle Brände hatten dasselbe gemeinsam, nämlich, dass sie in verlassenen Gebäuden am Stadtrand entstanden. Bisher war niemand verletzt worden, aber das könnte sich ändern.

Detective Lyle Sullivan war beauftragt worden, mit dem Brandinspektor Boyd Usher zusammenzuarbeiten. Dolan hatte beide Männer nur ein paar Mal getroffen. Boyd war verheiratet, hatte vier Kinder und lebte mit seiner Familie in einem Haus mit weißem Lattenzaun und einem Hund. Ganz das Klischee der typischen amerikanischen Familie, wie Dolan gehört hatte.

Der Detective hingegen war homosexuell. Er hatte einen Freund und ein Zuhause im Wald. Vielleicht eine Blockhütte. Sie hätten unterschiedlicher nicht sein können, und doch hatten sie sich mit Lächeln und Händeschütteln begrüßt.

Dolan fand das klasse. Er hatte kein Problem mit Schwulen. Verdammt, er arbeitete mit ein paar von ihnen in der Feuerwache zusammen.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf hatte Dolan nicht weiter darüber nachgedacht und war zu den Männern gegangen. Er hatte ihnen beiden auf den Rücken geklopft, wahrscheinlich fester als er sollte, da Boyd einen Schritt nach vorne gemacht hatte. Dolan grinste zwischen ihnen hin und her und erklärte: „Es ist gut, dass ein Schwanzlutscher und ’ne Hete zusammenarbeiten können. Wir müssen diesen Brandstifter aufhalten, bevor jemand verletzt wird.“

Lyle hatte tatsächlich die Lippen verzogen und ihn angeknurrt. Es war jedoch nicht dieser Laut oder der Gesichtsausdruck, der Dolan dazu gebracht hatte, seine Hand von ihm zu nehmen. Da war etwas in Lyles dunklen Augen gewesen, das ihn veranlasst hatte, sich von den beiden zu entfernen – etwas Wildes, Animalisches.

Offensichtlich war es nicht genug gewesen, seine Hand wegzuziehen. Lyle drehte sich zu Dolan um und knurrte: „Du hast eine große Klappe, Dolan. Du brauchst einen verdammten Aufpasser.“ Dann hatte er sich abgewandt und war auf die glühende Ruine der ehemals baufälligen Hütte zugegangen, die in Brand gesteckt worden war.

Dolan hatte den Vorfall vergessen, war zum Feuerwehrwagen zurückgekehrt und hatte Schläuche aufgerollt. Als er zur Feuerwache zurückkehrte, war er in das Büro des Chefs gerufen worden. Jetzt stand er vor einer Suspendierung und dieser seltsamen Entschuldigungsscheiße.

Trotzdem würde Dolan es tun. Er schätzte seinen Job zu sehr, um etwas anderes zu tun. Es war so ziemlich alles, was er hatte.

Dolan nickte erneut und murmelte: „Es tut mir leid, Chief. Ich versuche nicht, Leute sauer zu machen.“

„Ich weiß, Dolan“, antwortete Chief Glowder und klang genervt. „Anstatt zu lernen, nachzudenken, bevor du sprichst, solltest du vielleicht lernen, überhaupt nichts zu sagen.“

Dolan nickte pflichtbewusst und fragte sich, ob das einfacher wäre. Wenn er mit zweiunddreißig Jahren noch nicht gefunden hatte, was andere als Gehirn-zu-Mund-Filter bezeichneten, würde er den jetzt sicher nicht mehr finden. Vielleicht wäre es also tatsächlich besser, überhaupt nicht zu reden.

„Also?“

Dolan verzog das Gesicht und murmelte: „Ich weiß, dass es richtig ist.“ Er blickte finster auf den Schreibtisch des Chiefs und fuhr fort: „Ich weiß, dass dies nicht das erste Mal ist. Ich habe nur …“ Er zuckte mit den Schultern, hob die rechte Hand an die linke Schulter und rieb sie abwesend. Er hatte sie ein paarmal ausgekugelt, und wenn er zu viele Schläuche aufrollte oder zu viele Stunden damit verbrachte, den Löschzug zu waschen, schmerzte sie. „Ich kann es nicht erklären.“

Chief Glowder seufzte und runzelte die Stirn. „Ich weiß. Geh nach Hause und denk über das nach, was ich gesagt habe.“ Er fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, offensichtlich erschöpft davon, dass er sich erneut mit Dolans Unfähigkeit befassen musste, zuerst nachzudenken und dann zu reden.

Dolan erhob sich, um genau das zu tun, was sein Chef befohlen hatte. Stattdessen blieb er vor dem Stuhl stehen und platzte heraus: „Soll ich nicht noch meine Schicht beenden?“ Er sollte noch zehn Stunden im Dienst sein.

„Nein, Dolan“, antwortete der Chief und erhob sich von seinem Stuhl. Er stützte seine Knöchel auf den Schreibtisch und beugte sich zu ihm. „Sollst du nicht. Ich möchte, dass du außer Sichtweite bist, wenn Inspector Usher herkommt, um mir seine Erkenntnisse mitzuteilen. Ich habe schon Paolo angerufen. Er wird in zehn Minuten hier sein.“

„Ja, Sir“, murmelte Dolan. „Ich, äh, gehe dann also einfach.“

Dolan drehte sich um und trat aus dem Büro. Er hatte sich auch in die Scheiße geritten, als Paolo bei ihnen angefangen hatte. Dolan hatte die Klappe aufgerissen und verkündet, dass er eine Feuertaufe für den besten Weg hielt, um einen Mann in den Job einzuführen. Der Chief hatte es mitgehört, ihn in sein Büro beordert und ihm eine Standpauke darüber gehalten, seinen Boss nicht in Frage zu stellen und seine Feuerwehrmänner nicht unnötig zu ermüden.

Dolan verwarf die Erinnerung und ging in den Umkleideraum. Er schloss seinen Spind auf, schob seine Sachen in seine Tasche und warf diese über seine gute Schulter. Er trat aus dem Raum und ging geradewegs zur nächsten Tür. Er wollte niemanden sehen.

Dolan schaffte es nicht.

Thoron trat aus dem Kraftraum und warf sich dabei ein Handtuch über die Schulter. Er warf einen Blick auf die Tasche über Dolans Schulter und schüttelte den Kopf. „Wieder mal die Klappe aufgerissen?“, fragte Thoron unverblümt.

„Nein“, antwortete Dolan schroff. „Ich hab nur … das Falsche gesagt.“

„Schon wieder“, ergänzte Thoron für ihn. Zu Dolans Überraschung lächelte er mitleidig. „Ich habe den Kommentar an den Detective mitbekommen“, gab er zu. Thoron tätschelte Dolans Schulter, als er an ihm vorbeikam. „Nicht dein glorreichster Moment, Alter. Vielleicht solltest du Lyles Rat befolgen.“

Dolan drehte sich finster um und fragte: „Wovon redest du?“

Thoron schenkte ihm ein freches Grinsen. „Such dir einen Aufpasser.“ Er wackelte mit den Brauen. „Vielleicht einen hübschen Hitzkopf, dem es nichts ausmacht, dir einen Knebel in den Mund zu stecken, wenn du ein böser Junge bist.“

Dolan starrte Thoron verblüfft an. Der andere Mann grinste nur weiter, als er sich abwandte und zu den Duschen ging. Thoron winkte über seine Schulter und verschwand durch eine Tür.

Dolan schüttelte den Kopf und wandte sich wieder dem Ausgang zu. Er stieß die Tür auf und ging nach draußen zu seinem Truck. Er öffnete die hintere Tür und warf seine Tasche in den hinteren Teil seines Viersitzers. Sie landete auf einer Reihe leerer Wasserflaschen und ließ den Kunststoff knirschen.

„Ich nehme an, ich habe in den nächsten ein oder zwei Tagen genügend Zeit, um meinen Truck sauberzumachen“, grummelte Dolan. Er biss die Zähne zusammen und schwang sich hinter das Lenkrad. Schmerz pulsierte links unten durch seinen Kiefer. „Und zum Zahnarzt zu gehen.“

Dafür müsste Dolan seinen Mut ein wenig zusammennehmen. Er wusste, dass er mindestens ein Loch im Zahn hatte. Jedes Mal, wenn er kaltes Wasser trank, erinnerten ihn seine Zähne daran, dass seit einer letzten Untersuchung fast zwei Jahre vergangen waren. Er hatte es wirklich lange genug aufgeschoben.

Als Dolan zu Hause ankam, zog er sich aus, warf seine Kleidung direkt in die Waschmaschine, stellte sie aber nicht an. Stattdessen ging er zuerst unter die Dusche.

Dolan stand nur mit Shorts bekleidet in der Einfahrt und holte Sachen aus seinem Truck. Er stopfte den Müll in eine Tüte – Dinge wie Wasserflaschen aus Plastik, fallengelassene Quittungen und alte Zeitschriften oder Werbepost. Die meisten Gegenstände fielen in diese Kategorie, aber er fand auch seinen verschwundenen Baseballhandschuh und ein altes Paar Laufschuhe.

Während Dolan arbeitete, dachte er über den Entschuldigungsbrief nach, den er am Abend zuvor begonnen hatte. Jedes Wort, das er schrieb, fühlte sich an, als würde er es in seine Seele einmeißeln. Er hasste es ohnehin schon zu wissen, dass er mit seinen gedankenlosen Worten mal wieder Mist gebaut hatte. Es aufzuschreiben ließ es noch schlimmer erscheinen.

Dolan hatte es nur geschafft, ein paar Zeilen hinzukritzeln, bevor er den Stift durch den Raum geworfen hatte. Die richtigen Worte zu finden, um sich zu entschuldigen, war Kacke. Trotzdem wusste er, dass er es tun musste.

Zu diesem Zweck dachte Dolan darüber nach, was er zu sagen hatte und wie er es richtig sagen sollte. Es war nicht leicht. Alles in seinem Kopf klang falsch.

Vielleicht muss ich genau das zugeben.

Mit diesem Gedanken beendete Dolan die Arbeit an seinem Truck. Er ging sogar so weit, einen Handstaubsauger einzusetzen. Alles war ihm recht, um die Fertigstellung dieses verdammten Briefes rauszuzögern. Sobald der Truck sauber war, machte er sogar einen Anruf und vereinbarte einen Zahnarzttermin.

Dolan wusste, dass er die Aufgabe nicht länger aufschieben konnte. Er hob den Stift auf, den er am Abend zuvor weggeworfen hatte, und setzte sich an den Tisch. Nachdem er seinen ersten Versuch eines Entschuldigungsschreibens zu einem kleinen Papierball zerknittert und ihn zur späteren Vernichtung in die ungefähre Richtung seiner Küche geworfen hatte, machte er sich an die Arbeit.

Die Haare in Dolans Nacken standen zu Berge. Als er sah, wie Lyle sich auf ihn zu bewegte, fühlte er sich wie im Visier eines Raubtiers. Das gleiche wilde, animalische Leuchten blitzte für einen Moment in den Augen des Detectives auf, was dazu führte, dass Dolan sich unbehaglich von einem Fuß zum anderen bewegte.

Dolan holte tief Luft – so subtil wie möglich – und versuchte sich zu entspannen. Er war wahrscheinlich nicht sehr erfolgreich, da sich Lyles Augen verengten und seine Nasenflügel flatterten. Dolan rieb sich den Nacken und versuchte, das seltsame Gefühl zu verdrängen.

Lyle blieb vor ihm stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. „Was machst du denn hier?“

„Ich …“ Dolan hielt inne, räusperte sich und sagte sich im Geiste vor, was er sagen wollte. „Ich wurde von meinem Chef angewiesen, mich zu entschuldigen, aber es hätte mir gar nicht befohlen werden müssen.“ Er schluckte schwer und wünschte sich plötzlich, er hätte eine Flasche Wasser mitgebracht. „Was ich sagte, war unangemessen.“

Lyle seufzte laut und krümmte einen Finger. „Komm mit“, forderte er ihn auf „Dafür brauchen wir kein Publikum.“

Über alle Maße erleichtert, nickte Dolan. Vielleicht wäre den Mund zu halten einfacher zu lernen, als er gedacht hatte.

Dolan folgte Lyle durch den Raum, der mit Schreibtischen voller Papiere vollgestopft war und Stühlen, an denen Handschellen befestigt werden konnten. Ein Mann saß an einem Schreibtisch, beugte sich über den Papierkram und kritzelte eifrig vor sich hin. Ein anderer Mann stand an einem Kopierer, während eine Frau an einer Theke sich eine Tasse Kaffee einschenkte. Als das Telefon an der Rezeption klingelte, eilte dieselbe Frau – Michelle, wie auf dem Schild auf ihrem Schreibtisch stand – dorthin, um den Anruf entgegenzunehmen.

„Hier geht es ja verrückt zu“, murmelte Dolan und blieb in der Tür des Büros stehen, das Lyle betreten hatte. Er schaute über die Schulter und betrachtete den Raum erneut. „Gibt es in Stone Ridge wirklich so viel Verbrechen?“ Er hätte es jedenfalls nicht gedacht. „Oder seid ihr alle nur wirklich sehr weit mit dem Papierkram im Rückstand?“

„Komm rein“, grummelte Lyle, packte seinen Arm und zerrte ihn hinein. „Du und deine Klappe.“

Scheiße! Vielleicht ist es doch schwer zu lernen.

„Tut mir leid.“

Als Lyle ihn losließ und die Bürotür schloss, rieb Dolan sein Handgelenk. Verdammt, der Typ hatte einen täuschend starken Griff. Plötzlich wieder nervös, senkte er den Kopf und schaute durch seine Wimpern, während Lyle an ihm vorbei zu seinem Schreibtisch ging. Als Lyle zu ihm hinüberblickte, legte er den Kopf schief und setzte sich hinter seinen Schreibtisch. Die Anspannung in den Schultern des Mannes ließ ein wenig nach.

„Nimm Platz, Dolan“, sagte Lyle und zeigte auf den Stuhl zu seiner Linken.

Dolan gehorchte und ließ sich auf dem Stuhl nieder. Schnell beugte er sich vor und zog den Brief aus seiner Gesäßtasche. Er legte ihn auf den Schreibtisch des Detectives, der interessanterweise sauber war.

„Was ist das?“

Den Blick auf den Brief gerichtet, den er auf den Schreibtisch gelegt hatte, rieb Dolan mit den Händen über seine Oberschenkel. „Eine Entschuldigung. Eine schriftliche Entschuldigung.“ Er seufzte und fügte hinzu: „Ich wollte die Leute hier nicht beleidigen. Ich war nur überrascht, wie voll es ist, wie klein die Räumlichkeiten sind, weißt du? Ich meine, das Feuerwehrhaus wurde vor zwei Jahren renoviert und erweitert. Wenn es so viele Verbrechen gibt, sollte dann nicht derjenige, der für die ganze Budget-Scheiße zuständig ist, auch Geld für eine größere Polizeistation lockermachen?“

Als Dolan sah, dass Lyle seine Hand hob, klappte er den Mund zu. Ich werde wirklich daran arbeiten müssen, nicht zu reden. Leider war er sich diesmal nicht ganz sicher, ob das, was er gesagt hatte, wirklich so falsch war.

„Hat dein Chef die Idee gehabt, dass du mir einen Entschuldigungsbrief schreiben sollst?“, fragte Lyle. Als Dolan seinen Mund öffnete, um zu antworten, fügte er schnell hinzu: „Ja oder nein.“

„Ja.“ Okay. Das war besser

„Warum?“, wollte Lyle wissen. „Sei präzise.“

„Er ist mein Chef“, erklärte Dolan. „Und ich mag meinen Job.“

Lyle nickte. „In Ordnung. Entschuldigung angenommen.“

Dolan starrte ihn an, überrascht, dass es so einfach war.

„Lerne, weniger zu reden, Dolan“, riet Lyle. „Es wird dein Leben leichter machen. Und um deine Frage zu beantworten, wir durchsuchen Akten nach Verbindungen zwischen den Bränden.“ Er zeigte auf die Tür. „Deine Aufgabe hier ist getan, und ich habe Arbeit zu erledigen.“

Dolan erkannte einen höflichen Rausschmiss, wenn er ihn hörte, und erhob sich. Er war nur zu gerne bereit zu gehen, und die Worte des Detectives klingelten in seinen Ohren. Was hatte dieser große Mann nur an sich, das ihn dazu brachte, tatsächlich gehorchen zu wollen?

Kapitel 2

„Warum hast du eine Katze mit nach Hause gebracht?“

Cecil Rochette rieb über den Kopf des Kätzchens, genau zwischen den Ohren, während er seinen älteren Bruder Teague mit gerunzelter Stirn ansah. „Oh, sie ist so süß! Wie konnte ich Pepper nicht mit nach Hause bringen?“

„Du hast ihr schon einen Namen gegeben?“ Teague runzelte die Stirn, als er die Arme vor der Brust verschränkte. „Wir haben kein Geschäft in Stone Ridge, das Tiere verkauft. Wo hast du es überhaupt her?“

„Sie“, betonte Cecil und kuschelte das schwarz-graue Kätzchen an seine Brust. „Ich habe Pepper am Rand des Marktes gefunden. Eine Mutter und ein kleines Mädchen haben die Kätzchen ihrer Katze verschenkt.“ Er lachte, als er den kleinen Stubentiger an seinem Daumen knabbern spürte. „Sie war die letzte. Wie hätte ich ihrem Charme widerstehen können?“

Teague verdrehte die Augen, obwohl er sich ein Lächeln nicht verkniff. Er streckte die Hand aus und ließ seine Zeigefinger über den Rücken des Kätzchens gleiten. „Zu sehen, wie sie dich beißt, ist ziemlich amüsant. Halte sie von meinem Zimmer fern.“

Cecil grinste breit und rief seinem älteren Bruder zu: „Dann mach halt deine Tür zu!“

Als sein Bruder ihm den Stinkefinger zeigte, lachte Cecil. Dann setzte er sich entspannt auf das Sofa und legte Pepper auf seinen Schoß. Das Kätzchen hüpfte sofort von seinen Beinen und dann auf den Boden. Das winzige Wesen fing an, an den Möbeln herumzuschnüffeln. Plötzlich duckte es sich und stürzte sich auf etwas.

Cecil sah amüsiert zu, wie Pepper zurücksprang und dann an dem Etwas roch, was auch immer es war. Als er den winzigen schwarzen Käfer sah, grinste er. „Schnapp ihn dir, Pepper“, feuerte er sie an.

Das Kätzchen hielt inne, hob den Kopf, um ihn anzusehen, und miaute.

„Ach, ja?“, antwortete Cecil und stellte sich ihre Empörung darüber vor, während der Jagd gestört worden zu sein. „Lass mich dich nicht weiter unterbrechen. Ich muss sowieso deine Katzentoilette holen. Ich komme gleich wieder.

---ENDE DER LESEPROBE---