Dienstagsgefühle - Regina Nössler - E-Book

Dienstagsgefühle E-Book

Regina Nössler

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Beschreibung

Eine Frau wacht neben ihrer Geliebten auf - und das Gefühl der Liebe scheint plötzlich verschwunden, ganz ohne Grund. Sie seht auf, verlässt die gemeinsame wohnung und lässt sich durch Berlin treiben. Wie beginnt Liebe? Kann sie einfach so aufhören? In Rückblenden erfährt man die Geschichte dieser Liebe und andrer Lieben davor.Und wie geht es weiter, mit der Liebe nach diesem seltsamen Dienstagmorgen? Das lesen sie im Buch! Spannend, mit romantischen anklängen und mit Nösslers genauem Blick auf die Details erzählt.

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Seitenzahl: 164

Veröffentlichungsjahr: 2009

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Regina Nössler

Dienstagsgefühle

Roman

Reihe Liebesleben

konkursbuch Verlag Claudia Gehrke

Zum Buch:

Eine Frau wacht neben ihrer Geliebten auf. Das Gefühl der Liebe scheint plötzlich verschwunden, ganz ohne Grund. Sie steht auf, verlässt die gemeinsame Wohnung und lässt sich durch Berlin treiben. Wie beginnt Liebe? Kann sie einfach so aufhören? In Rückblenden erfährt man die Geschichte dieser Liebe und andrer Lieben davor...

Und wie geht es weiter, mit der Liebe nach diesem seltsamen Dienstagmorgen?  Spannend, romantisch und mit Nösslers genauem Blick auf die Details erzählt.

Inhaltsverzeichnis

Titelseite & Klappentext

Dienstag früh

Käsekuchenhilfe

Aufbruch

Stiller Protest

Die einsamen Seelen

Der Ort unter der Haut

Pro und Kontra

Rote Johannisbeeren

Die traurige Haarspraydose

Aus den Augen, aus dem Sinn

Zeitlos schön

Alte Liebe

What a diff‘rence a day makes

Mittwoch früh

Friederike

Zur Autorin Regina Nössler

Impressum:

Dienstag früh

Es begann an einem Dienstag, ganz plötzlich, als ich aufwachte und mich fragte: Wer liegt da neben mir?

Ich konnte noch nicht richtig denken, und trotzdem wusste ich sofort, es war Dienstag, es musste Dienstag sein. Darüber bestanden keine Zweifel. Mein Körper war an diesem Morgen nicht vom Schlaf erholt, mein Nacken tat weh, mein Mund war trocken und voller schlechten Schlafgeschmacks. Es gibt guten und schlechten Schlafgeschmack. Der an diesem Morgen war schlecht.

Dienstage habe ich noch nie gemocht. So wie andere Menschen üblicherweise Montage hassen oder manche auch triste, zähe Sonntagnachmittage, an denen nichts passiert, verabscheue ich Dienstage. Ein gewöhnlicher Wochentag, sollte man meinen, harmlos und unschuldig; bescheiden fügt er sich in die Woche ein ohne weiter aufzufallen oder sich in den Vordergrund zu drängen. Doch das stimmt nicht. Der Dienstag ist nicht so harmlos, wie er scheint. Nahezu alle Katastrophen meines bis zu diesem Zeitpunkt zweiundvierzig Jahre dauernden Lebens sind ausnahmslos an Dienstagen eingetreten. Dienstag ist mein persönlicher Krisentag.

Ich befand mich in jenem unwirklichen Zustand zwischen Schlaf und Erwachen, in dem das Bewusstsein noch nicht die Oberhand gewonnen hat, das Denken mit einiger Verspätung hinterherhinkt, die Sinne jedoch bereits eifrig Signale senden, vor allem dann, wenn etwas nicht stimmt. Ich lag auf der Seite und sah die Frau direkt vor mir. Sie schlief. Auch sie lag auf der Seite, mir zugewandt, so dass ich sie betrachten konnte. Eine Falte hatte sich senkrecht zwischen ihre Augenbrauen gegraben, eine Falte, die auch blieb, wenn ihr Gesicht entspannt war. Durch ihre dunkelblonden Haare zogen sich silbergraue Fäden, wie hübsch glänzendes Lametta. Um ihren Mund lag etwas Spöttisches, aber vielleicht beruhte dieser Eindruck auch nur auf meinem Zustand: ich war noch immer nicht wach. Trotzdem nahm ich die Frau neben mir überdeutlich wahr, ich roch sie und fühlte mich von ihr bedrängt, obwohl sie schlief. Ich lag so dicht neben ihr, dass ich ihren regelmäßigen Atem als sanften Hauch im Gesicht zu spüren glaubte. Er kitzelte mich, und am liebsten hätte ich mich wie wild gekratzt. Ich wollte den fremden Atem aus meinem Gesicht wegwischen. Ich wollte vor der Wärme, die diese Frau ausdünstete und die mich an aneinander gedrängte, dampfende Tierleiber im Stall denken ließ, zurückweichen, doch ich konnte mich nicht rühren. Seltsam, dass mir an diesem Morgen ausgerechnet ein Stall und große, warme Tiere, wahrscheinlich Kühe, in den Sinn kamen – ich bin in der Stadt groß geworden.

Die Frau und ich, wir lagen unter einerBettdecke, wie ich schnell feststellte, und die Nähe war mir unangenehm. Die Knöpfe des blau gemusterten Bettbezugs befanden sich oben, am Kopfende. Eine von uns beiden musste die Decke im Lauf der Nacht verdreht haben. Niemals könnte ich so einschlafen. Nicht, dass es von großer Bedeutung gewesen wäre, aber es störte mich an diesem Morgen und vergrößerte mein Unbehagen. Ich wollte nicht länger unter der Decke neben einer Frau liegen, die mir nicht vertraut war, mit Knöpfen, die eigentlich auf die Fußseite gehörten, an meinem Kinn.

Vorhin hatte sie die Hand nach mir ausgestreckt, davon war ich aufgewacht. Ich hatte die Berührung nicht geträumt. Die Hand hatte sich zuerst auf meinen Arm gelegt und dann meine Brust gestreift. Sicher war es keine erotische Berührung, da sie unbewusst oder schlaftrunken geschah, aber sie hatte mich alarmiert.

Das Bett war so klein. Das Bett war ganz schmal und eng, eine Falle, und ich wollte um mich schlagen, um ihr zu entfliehen.

An diesem Dienstagmorgen war sie mir plötzlich vollkommen fremd. Fremd und unheimlich. Im engen Bett, das ich sonst immer als großzügig empfunden hatte, ertrug ich die Nähe zu ihr kaum. Ich kannte ihr Gesicht so gut wie kein anderes, doch nach dem Aufwachen schien es so, als wäre dieses Gesicht zwar unter der Rubrik „mir bekannt“ in meiner Erinnerung abgelegt, als hätten sich jedoch alle vertrauten Bezüge dazu mit einem Mal aufgelöst.

Natürlich wusste ich, dass es Friederike war, die hier neben mir lag und schlief. Ich wusste es, und doch war sie mir fremd. Einer entlegenen Region in meinem Kopf war diese Information bekannt, doch sie drang nicht zu mir durch. Friederike, in heiteren Stunden „Fritzi“ geheißen – ein Kosename, den ich als überaus zärtlich empfand, sie allerdings nicht mochte oder zumindest nicht zu mögen vorgab. Ich glaube, in Wahrheit wurde sie gerne so genannt, sie genoss es, und sich dagegen zu verwehren, war Teil eines Spiels zwischen uns, eines von vielen. Ich sagte „Fritzi“ zu ihr, damit sie empört entgegnen konnte: Nenn mich nicht so! Dabei lachte sie immer, und ich liebte sie überschäumend. Fritzi war wie ein Kuss, ein Knabbern am Ohr, wie das langsame Hinaufstreichen mit beiden Händen von der Taille bis zu den Brüsten. Fritzi zu sagen, war wie ihren Kopf zu umfassen, sie anzusehen und meine Seele langsam in ihre plätschern zu lassen. Fritzi war vertraut und intim. Ein Zeichen dafür, dass alles gut war.

Dienstag früh, als ich erwachte, hieß dieFrau neben mir nur noch Friederike. Nicht mehr Fritzi. Das Fritzi-Gefühl war verschwunden, und auf einmal konnte ich mir nicht mehr vorstellen, dass es jemals vorhanden gewesen wäre. Hatte ich sie nicht erst gestern Abend noch so genannt? Gestern Abend, das schien so lange her zu sein. Zwischen gestern Abend und heute früh lag eine Nacht, in der sich offenbar nicht nur die Bettdecke um hundertachtzig Grad gedreht hatte.

Ich lag da, rührte mich nicht und wartete darauf, dass meine Gefühle endlich zurückkehrten. Doch sie blieben verschollen.

Nichts war am Montag vorgefallen. Nichtshatte sich ereignet, jedenfalls nichts Ungewöhnliches. Nicht am Montag, nicht am Sonntag, nicht am Samstag und ebenso wenig an den Tagen davor. Ich konnte rückwärts zählen, solange ich wollte, es erklärte mir nichts.

Ich muss aufstehen, bevor sie wach wird, dachte ich. Ich muss aufstehen, sofort! Die Vorstellung, dass sie gleich ihre Augen aufschlagen und mich ansehen würde, schien mir unerträglich. Gleichzeitig wagte ich nicht, mich zu bewegen, aus Angst, genau dies könnte geschehen. Friederike hatte das Gefühl, das mir über Nacht unerklärlicherweise abhanden gekommen war, nicht verloren, dessen war ich mir sicher.

Doch wenn es auch bei ihr so wäre – zwei Fremde, die sich nach dem Aufwachen anstarren?

Ich fasste mir ins Gesicht, wie um zu überprüfen, ob wenigstens ich noch dieselbe war wie gestern Abend, und dann merkte ich es. Etwas war mit meiner Haut los. Etwas Schwerwiegendes. Eine Reizung. Ein Ausschlag. Ich wusste nicht, was es war, aber ich erstarrte, als ich es unter meinen Fingern spürte. Es handelte sich um zwei kreisförmige Stellen auf der linken Gesichtshälfte, eine an der Schläfe, die andere auf der Wange. Ich musste zum Spiegel. Die beiden Stellen juckten, jetzt, wo ich sie berührte, und kleine Erhebungen hatten sich darauf gebildet, die mich an die blasse Haut eines nackten Hähnchens im Supermarkt erinnerten. Etwas Derartiges war noch nie in meinem Gesicht gewesen. Entsetzt zog ich meine Hand wieder weg.

Die Sonne begann, in das ostwärts liegende Zimmer zu dringen, bald hätte sie das Bett erreicht. Der Tag versprach genauso schön zu werden wie alle vorangegangenen. Zwei Wochen ununterbrochen schönes Wetter. Mir ging der ewige, nicht enden wollende Sonnenschein auf die Nerven. Jeden Tag Sonne. Ich ersehnte Regen, grauen, bedeckten Himmel, Feuchtigkeit, die die Luft durchtränkte. Ein ordentliches Gewitter.

Ich musste jetzt sofort aufstehen. Vielleicht würde ich dann wieder normal werden. „Normal werden“ – ein besserer Ausdruck für das, was ich verloren hatte, fiel mir nicht ein. Vorsichtig hob ich die Decke an, bloß keine Erschütterung, keinen Lufthauch erzeugen, die mich verraten würden, und schlängelte mich darunter hervor.

Käsekuchenhilfe

Friederike. Zögerlich sprach ich es aus, wie um den Klang zu testen, zögerlich und sehr leise.

Würde sich dieser Name nun unweigerlich in meinem Leben festsetzen? War ich überhaupt bereit für einen neuen Namen? Friederike. Es war ungewohnt, ihn über die Lippen zu bringen, und anfangs wollte er nicht so recht herausschlüpfen. Der Kosename Fritzi war noch lange nicht geboren, dazu kam es erst später.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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