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Michael Abeling glaubt, in der selbstbewussten und ehrgeizigen Liesbeth die richtige Frau fürs Leben gefunden zu haben - bis er ihre süße Schwester Angie kennenlernt. Mit ihrer fröhlichen, liebenswerten Art erobert Angie sein Herz im Sturm.
Doch Liesbeth ist keine Frau, die schnell aufgibt. Über Jahre hinweg beobachtet sie argwöhnisch und neidisch, wie Angie und Michael heiraten, eine Tochter bekommen und zusammen mit der kleinen Heidi ihr Familienglück genießen.
Liesbeth wartet hartnäckig auf ihre Chance, denn sie weiß, es wird der Tag kommen, an dem sie ihrer Schwester heimzahlen kann, dass sie ihr Leben zerstört hat ...
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Seitenzahl: 113
Veröffentlichungsjahr: 2016
Cover
Impressum
Die wichtigsten Bewohner Altenhagens
Kleines Herz in großer Not
Vorschau
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln
Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: shutterstock / Olga Yarovenko
Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-2667-3
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
Die wichtigsten Bewohner Altenhagens:
Dr. Karsten Fabian – Arzt mit Leib und Seele, ehemals Chirurg im Elbe-Krankenhaus.
Florentine Fabian – geborene Fiedler, seine immer vergnügte, bildhübsche Frau.
Svenja, Tim und Jan – die aufgeweckten Kinder der Fabians, die von allen verwöhnt werden.
Dr. Albrecht Heideck – der ältere der beiden Landärzte, wohnt und praktiziert mit seinem jungen Kollegen in der Löwenvilla. Er ist Witwer.
Johannes Bruhns – Imker, Heidschnuckenzüchter und bester Freund von Dr. Heideck. Er kennt sich in der Naturheilkunde bestens aus.
Gerlinde Semmelweiß – Haushälterin in der Löwenvilla, abergläubisch und immer auf dem Laufenden, was Neuigkeiten im Dorf betrifft.
Schwester Bernhardine – unentbehrliche Helferin von Dr. Fabian und Dr. Heideck.
Helene Fromm
Kleines Herz in großer Not
Warum Heidi die neue Mama nicht mochte
Von Ina Ritter
Michael Abeling glaubt, in der selbstbewussten und ehrgeizigen Liesbeth die richtige Frau fürs Leben gefunden zu haben – bis er ihre süße Schwester Angie kennenlernt. Mit ihrer fröhlichen, liebenswerten Art erobert Angie sein Herz im Sturm.
Doch Liesbeth ist keine Frau, die schnell aufgibt. Über Jahre hinweg beobachtet sie argwöhnisch und neidisch, wie Angie und Michael heiraten, eine Tochter bekommen und zusammen mit der kleinen Heidi ihr Familienglück genießen.
Liesbeth wartet hartnäckig auf ihre Chance, denn sie weiß, es wird der Tag kommen, an dem sie ihrer Schwester heimzahlen kann, dass sie ihr Leben zerstört hat …
»Ich werde wahrscheinlich die nächste Nacht in Bremen bleiben«, teilte Michael Abeling seiner Mutter mit.
Sie saßen in der Küche seines Hauses beim Abendessen. Er schmunzelte unwillkürlich, als er sah, was für ein Gesicht seine Mutter machte.
»Ja, ich bleibe bei Liesbeth«, bestätigte er, was Rosemarie Abeling sich nicht zu fragen traute.
»So«, äußerte die schlanke, elegant gekleidete Frau trocken.
Sie versorgte ihren Sohn, so gut es ging, denn er hatte es abgelehnt, bei ihr wohnen zu bleiben. In gewisser Weise konnte sie das verstehen, andererseits war sie großzügig und würde ihm keine guten Ratschläge geben, jedenfalls nicht ungefragt.
»Du magst Liesbeth nicht.« Das war keine Frage, sondern eine Feststellung.
Rosemarie blickte an ihrem Sohn vorbei, und sie ließ sich Zeit mit ihrer Antwort.
»Ich kenne sie zu wenig, um mir ein fundiertes Urteil bilden zu können«, sagte sie schließlich. »Liebst du sie?«
Michael verzog das Gesicht zu einer Grimasse.
»Ich finde, wir passen ausgezeichnet zusammen. Liesbeth ist rundherum vernünftig, eine gute Hausfrau, außerdem kann sie sich sehen lassen, gesund ist sie auch … Und immer kann ich dir schließlich nicht zumuten, für mich die Wäsche zu waschen und mich durchzufüttern.«
»Das ist doch nur abends und an den Wochenenden. Außerdem, habe ich mich jemals darüber beklagt, Micha?«
»Du bist eben die beste Mutter der Welt. Es wundert mich, dass du nach Vaters Tod nicht wieder geheiratet hast.«
»Willst du Liesbeth heiraten?«
Es war eigentlich nicht Rosemaries Art, solche direkten Fragen zu stellen, aber schließlich war Michael ihr einziger Sohn, mit dem sie sich sehr gut verstand, und das gab ihr gewisse Rechte, fand sie.
»Ich glaube, ja. Es spricht alles dafür. Das richtige Alter zum Heiraten habe ich, ich feiere in absehbarer Zeit meinen dreißigsten Geburtstag, Kinder wünsche ich mir auch … Und dazu gehört, wenn ich richtig informiert bin, eine Frau.«
Rosemarie wusste nicht, was sie darauf sagen sollte. Sie konnte gegen Liesbeth Dittmann nichts vorbringen. Was Michael gesagt hatte, stimmte.
Vielleicht bin ich unheilbar romantisch veranlagt, überlegte sie, denn sie hatte einmal aus Liebe geheiratet und das nie bereut. Heutzutage waren die jungen Leute vernünftiger, ließen ihren Verstand sprechen und nicht das Herz.
»Mach dir keine Sorgen, Mutti, mit Liesbeth kann man eine gute Ehe führen.«
»Du kennst sie besser als ich.«
Vorurteile sitzen nun einmal tief, und Rosemarie konnte nicht über ihren Schatten springen. Dabei war ihr klar, dass Liesbeth Michael liebte – soweit sie in ihrer kühlen Art überhaupt lieben konnte. Liesbeth nahm das Leben zu schwer, lachte selten.
»Überstürze nichts«, riet sie ihrem Sohn.
Sie hatte ihn allein großgezogen, Michael war erst acht Jahre alt gewesen, als ihr Mann an Krebs gestorben war. Sie hätte leicht noch einmal heiraten können, wollte ihrem Jungen aber nicht zumuten, sich an einen anderen Mann gewöhnen zu müssen. Sie hatte ein Opfer gebracht, ohne jemals darüber zu reden oder gar irgendwelche Forderungen daraus abzuleiten. Ihr Junge war der Mittelpunkt ihres Lebens gewesen. Und er war es heute noch, auch als Mann.
Männer werden nie ganz erwachsen, schoss es ihr durch den Kopf. Im Grunde bleiben sie immer große Jungen. Würden sie sonst so blödsinnige Kriege führen und sich wegen nichts und wieder nichts aufregen? Frauen sind viel vernünftiger, praktischer. Frauen wissen, worauf es im Leben ankommt.
»Iss noch eine Schnitte«, drängte sie.
Michael schüttelte den Kopf. »Vielen Dank, aber ich will heute Abend noch eine Partie Tennis spielen, und ein voller Bauch stört dabei. Mach dir keine Sorgen um mich. Wenn du Liesbeth besser kennst, wird sie dir sicher auch gefallen.« Er registrierte, dass seine Mutter auf diese Bemerkung nicht reagierte, nahm es aber hin. »Es hat wieder ganz ausgezeichnet geschmeckt.«
»Das freut mich.« Rosemarie stand auf, um den Tisch abzuräumen.
Das benutzte Geschirr stellte sie in die Spülmaschine. Die Küche war modern und verfügte über alle neuzeitlichen Geräte, die einer Hausfrau die Arbeit erleichtern konnten. Es war überhaupt ein wunderschönes Haus, das Michael sich vor zwei Jahren gekauft hatte, als die Gelegenheit günstig gewesen war. Und nun fehlte ihm die Frau für dieses Haus. Aber musste es unbedingt eine Frau wie Liesbeth sein?
Rosemarie Abeling setzte sich wieder auf ihren Küchenstuhl und starrte vor sich hin.
Bin ich womöglich nur eifersüchtig?, fragte sie sich selbstkritisch. Die böse Schwiegermutter wie aus den Witzblättern? Nein, dachte sie, ich will nur das Beste für Michael. Aber würde das nicht auch jede Frau sagen, die nur eifersüchtig ist?
Rosemarie machte sich die Antwort nicht leicht. Schließlich zuckte sie mit den Schultern und stand auf. Sie arbeitete als Chefsekretärin in einem Betrieb in der Kreisstadt. Eine Lebensstellung. Ihr Chef war mit ihr sehr zufrieden, sie war mehr als seine rechte Hand. Oft genug sein Kopf. Sie wusste, dass sie für ihren Chef unentbehrlich war. Das erfüllte sie mit einem gewissen Stolz, ohne sie deshalb eingebildet zu machen. Im Betrieb mochte man sie allgemein. Sie hatte das Ohr des Chefs, und seine Anliegen trugen die Leute meistens erst ihr vor, mit der Bitte um Weiterleitung.
Ich muss mich daran gewöhnen, dass Michael erwachsen ist, sagte sich Rosemarie, als sie alle Fenster schloss, bevor sie das Haus ihres Sohnes verließ. Aber für eine Mutter bleibt der Sohn wohl immer ein Kind.
Sie presste die Lippen zusammen, als sie die Haustür abschloss. Sie war ärgerlich auf sich selbst. Es gab wirklich nichts, was sie gegen Liesbeth Dittmann vorbringen konnte, und dass Michael nicht blind verliebt war, hielt sie eher für einen Vorteil. Und trotzdem hätte sie sich etwas mehr Liebe in der Beziehung der beiden gewünscht.
Oder mag er nur nicht zugeben, wieviel Liesbeth ihm bedeutet?, dachte sie. Hör auf zu grübeln, altes Mädchen, rief sie sich aber gleich darauf zur Ordnung. Lass den Dingen ihren Lauf.
Mit schnellen Schritten machte sie sich auf den Heimweg. Ihr Haus lag etwa zehn Gehminuten entfernt. Es lohnte sich nicht, dafür ins Auto zu steigen, ganz abgesehen davon, dass Rosemarie gern an die frische Luft ging. Schließlich saß sie den ganzen Tag in einem Büro.
Wie leer ihr Haus war, seit Michael ausgezogen war … Sie öffnete die Tür zu seinem Zimmer. Er hatte seine alten Sachen nicht mitgenommen, sich ganz neu eingerichtet. An der Decke hingen noch zwei Flugzeugmodelle, die er selbst gebastelt hatte, an den Wänden waren Poster von Popstars, für die er mal geschwärmt hatte.
Hier war die Erinnerung an ihn noch ganz lebendig. An den Jungen, der inzwischen ein Mann geworden war, der heiraten und eine Familie gründen wollte.
Ist es nicht das, was ich mir schon seit Langem gewünscht habe?, fragte Rosemarie sich.
Liesbeth war Lehrerin, eine sehr tüchtige Lehrerin nach allem, was Rosemarie wusste, sie würde ihre Kinder bestimmt einmal anständig erziehen. Es bestand überhaupt kein Grund zur Sorge.
***
Am nächsten Morgen machte Michael sich wie üblich sein Frühstück, bevor er losfuhr.
Er hatte gleich nach seinem Studium eine Firma gegründet, die Blitzableiter herstellte, montierte und wartete. Eine Marktlücke, die er entdeckt hatte. Sein Betrieb florierte von Anfang an. Er war fast jeden Tag unterwegs, um mit Kunden zu verhandeln und Aufträge hereinzuholen, die dann in der Werkstatt vorbereitet und später ausgeführt wurden.
Michael hatte wahrlich allen Grund, mit seinem Leben zufrieden zu sein. Und das war er auch. Er wusste, wie gut es ihm ging, und jetzt hatte er auch noch eine Frau gefunden, die hundertprozentig zu ihm passte.
Er hatte sich unter den Töchtern des Landes umgesehen, an jeder etwas auszusetzen gefunden, bis er Liesbeth getroffen hatte. Es war eine Zuneigung auf den ersten Blick gewesen. Den Begriff ›Liebe‹ vermied Michael selbst in Gedanken, weil er ihm altmodisch und abgeschmackt vorkam.
Er lächelte vor sich hin, als er sein Auto, einen großen, neuen BMW, aus der Garage fuhr. Heute hatte er nur zwei Kunden zu besuchen und den ganzen Nachmittag Zeit für Liesbeth. Den Nachmittag, den Abend und die Nacht. So kühl und vernünftig Liesbeth auch wirkte, sie war leidenschaftlich. Auch in der Beziehung eine Frau, wie ein Mann sie sich wünscht.
Es war wirklich ein Glück für mich, sie getroffen zu haben, überlegte Michael, als er den Wagen aus der Garage fuhr und das Tor mit der Fernbedienung schloss.
Er hatte einmal den Blitzableiter auf der Schule erneuern müssen und dabei Liesbeth kennengelernt. Er hatte von Anfang an gewusst, dass sie die richtige Frau war. Für Michael gab es daran keinen Zweifel. Sie sahen sich, sooft es möglich war, ein- oder zweimal die Woche, und immer war es wie ein Fest.
Um vierzehn Uhr parkte Michael sein Auto vor dem Haus in der Parkallee, in der Liesbeth eine hübsche Zwei-Zimmer-Wohnung gemietet hatte. Auf der anderen Straßenseite lag ein großer Park.
Selbstverständlich hatte Michael sich angemeldet. Liesbeth öffnete ihm die Tür, sah ihn an, und dann schloss sie die Augen, als Michael sie in die Arme nahm und küsste. Ganz fest legte sie ihre Arme um ihn, als wolle sie ihn nie wieder loslassen.
»Hast du schon gegessen?«, fragte sie später ein wenig atemlos. »Ich habe heute etwas mehr gekocht und könnte es dir leicht in der Mikrowelle warm machen.«
»Ich habe mit einem Kunden zusammen gegessen.« Michael Abeling streichelte ihre Wangen. »Ich kann mir vorstellen, dass die Kinder dich lieben«, sagte er halblaut. »Dich muss man einfach lieben.«
»Keineswegs alle«, wehrte Liesbeth lachend ab. »Ich habe da ein paar Kinder in meiner Klasse … Aber lass uns darüber jetzt nicht sprechen. Hast du heute Erfolg gehabt?«
»Ja, beide Kunden haben mir einen Auftrag gegeben. Was wollen wir heute machen?«
»Vielleicht im Park spazieren gehen?«, schlug Liesbeth vor.
»Mir fällt etwas Besseres ein. Gibt es in dieser Wohnung nicht irgendwo ein Bett?«
»Lass mich nachdenken.«
»Komm.« Michael nahm ihre Hand und zog sie ins Schlafzimmer. »Darauf habe ich mich schon den ganzen Tag gefreut«, versicherte er, als sie später erschöpft nebeneinanderlagen. »Du bist eine wunderbare Geliebte.«
»Freut mich zu hören, mein Herr, aber du hast auch deine Qualitäten.«
»Was hältst du davon, wenn wir beide … zusammenbleiben würden?«, fragte Michael stockend. »Und damit du mich richtig verstehst, das ist ein Heiratsantrag.«
Liesbeth holte tief Luft.
»Ja«, sagte sie dann, nichts weiter, aber wie sie es sagte!
Sie beugte sich über Michael und küsste ihn, und prompt erwachte in dem Mann erneut das Begehren.
Ich habe mich richtig entschieden, war sein letzter klarer Gedanke, bevor er aufhörte, überhaupt zu denken.
»Es ist dir doch recht, in Altenhagen zu wohnen?«, fragte Michael später.
Er hielt die junge Frau im Arm und strich liebevoll über ihren schlanken Rücken. Für eine Frau war Liesbeth ziemlich groß, an den richtigen Stellen gerundet, sie hatte ein etwas herbes Gesicht, vielleicht kam das von ihrem schweren Beruf, aber wenn sie einmal lachte, dann sah sie einfach hinreißend aus.
»Selbstverständlich. Bestimmt finde ich in der Kreisstadt eine Stelle. Die meisten Kollegen wollen lieber in einer Großstadt arbeiten als auf dem Lande. Ich sehe da überhaupt kein Problem.«
»Bis wir Kinder haben, kannst du ruhig weiterarbeiten. Aber dann …«
Einen Moment runzelte Liesbeth die Stirn, und dabei bildete sich eine steile Falte über ihrer Nasenwurzel.
»Lass uns darüber reden, wenn es so weit ist.«
Sie war nämlich mit Leib und Seele Lehrerin und hatte absolut keine Lust, den ganzen Tag zu Hause zu sitzen. Aber darüber brauchte sie sich jetzt mit Michael nicht zu streiten. Er wünschte sich ein Hausmütterchen. Und das war sie nicht.
»Liebst du mich?«
Michael richtete sich fast erschrocken auf, bevor er ein unsicheres Lachen ausstieß.
»Selbstverständlich«, antwortete er trocken und ließ sich wieder zurückfallen. »Wäre ich sonst hier?«
»Du hast es mir noch nie gesagt.« Es sollte nicht wie ein Vorwurf klingen, aber den richtigen Ton traf Liesbeth nicht.
»Es liegt mir einfach nicht, über Gefühle zu säuseln. Ich denke, du hast gemerkt, wie es um mich steht.«
»Ist ja gut.« Enttäuscht rückte Liesbeth ein bisschen von ihm ab.
