Dr. Karsten Fabian - Folge 158 - Ina Ritter - E-Book

Dr. Karsten Fabian - Folge 158 E-Book

Ina Ritter

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Beschreibung

Hauke Straten kann sein Glück nicht fassen: Dass eine schöne und erfolgreiche Frau wie Ilka ihn liebt, erscheint ihm unglaublich. Der junge Beamte bewundert die Karrierefrau grenzenlos. Nur eines stört ihn: Ilka bedrängt ihn Tag für Tag, sich ebenfalls stärker zu engagieren. Mit allen Tricks versucht sie, seinen Ehrgeiz anzustacheln. Dabei will Hauke nur ruhig und in Frieden leben. Er ist zufrieden mit dem, was er hat.

Zu einem Bruch mit Ilka kommt es, als er sich in die Praktikantin Anja verliebt, eine warmherzige, bescheidene junge Frau. Ilka versteht die Welt nicht mehr, und in ihrem verletzten Stolz schwört sie ihrem ehemaligen Geliebten Rache - und dabei sollen ihr alle Leute im Heidedorf helfen, allen voran Klatschbase Grete Roloff ...

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Seitenzahl: 109

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

Cover

Impressum

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens

Das Biest mit dem Engelslächeln

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / Aleshyn_Andrei

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-2838-7

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens:

Dr. Karsten Fabian – Arzt mit Leib und Seele, ehemals Chirurg im Elbe-Krankenhaus.

Florentine Fabian – geborene Fiedler, seine immer vergnügte, bildhübsche Frau.

Svenja, Tim und Jan – die aufgeweckten Kinder der Fabians, die von allen verwöhnt werden.

Dr. Albrecht Heideck – der ältere der beiden Landärzte, wohnt und praktiziert mit seinem jungen Kollegen in der Löwenvilla. Er ist Witwer.

Johannes Bruhns – Imker, Heidschnuckenzüchter und bester Freund von Dr. Heideck. Er kennt sich in der Naturheilkunde bestens aus.

Gerlinde Semmelweiß – Haushälterin in der Löwenvilla, abergläubisch und immer auf dem Laufenden, was Neuigkeiten im Dorf betrifft.

Schwester Bernhardine – unentbehrliche Helferin von Dr. Fabian und Dr. Heideck.

Helene Fromm

Das Biest mit dem Engelslächeln

Spannender Roman um Dr. Fabian, seine Freunde, seine Patienten

Von Ina Ritter

Hauke Straten kann sein Glück nicht fassen: Dass eine schöne und erfolgreiche Frau wie Ilka ihn liebt, erscheint ihm unglaublich. Der junge Beamte bewundert die Karrierefrau grenzenlos. Nur eines stört ihn: Ilka bedrängt ihn Tag für Tag, sich ebenfalls stärker zu engagieren. Mit allen Tricks versucht sie, seinen Ehrgeiz anzustacheln. Dabei will Hauke nur ruhig und in Frieden leben. Er ist zufrieden mit dem, was er hat.

Zu einem Bruch mit Ilka kommt es, als er sich in die Praktikantin Anja verliebt, eine warmherzige, bescheidene junge Frau. Ilka versteht die Welt nicht mehr, und in ihrem verletzten Stolz schwört sie ihrem ehemaligen Geliebten Rache – und dabei sollen ihr alle Leute im Heidedorf helfen, allen voran Klatschbase Grete Roloff …

»Was ist das?«, fragte Hauke Straten und runzelte die Stirn, während er auf das Formular blickte, das Ilka vor ihn hingelegt hatte.

»Seit wann kannst du nicht mehr lesen?«, entgegnete die attraktive Frau schmunzelnd. »Es ist ein Antragsformular für die Aufnahme in der Partei. Es wird nämlich Zeit, dass du Karriere machst, mein Schatz. Und in der Partei hast du die größten Chancen, etwas zu werden. Wetten, dass du in spätestens fünf Jahren Abgeordneter in Berlin bist? Und dann hast du ausgesorgt.«

»Ich will kein Abgeordneter werden. Und die Parteien können mir gestohlen bleiben, allesamt.« Seine Miene wurde noch finsterer, während er Ilka Dressler ansah.

Dabei bot die junge Frau einen Anblick, der jedes Männerherz höherschlagen ließ. Sie hatte eine hinreißende Figur und ein Gesicht, das sich jedem einprägte, der es nur ein einziges Mal gesehen hatte. Sie war keine Postkartenschönheit, aber dafür hatte sie eine unglaubliche Ausstrahlung. Sie war erfolgreich, sogar sehr erfolgreich, und das drückte sich unbewusst auch in ihrer Miene und vor allem in ihrer Haltung aus. Sie trug den Kopf immer sehr hoch, und obwohl sie nur mittelgroß war, brachte sie es fertig, auch auf größere Menschen hinabzusehen.

Ilka war weit überdurchschnittlich intelligent, ungeheuer zielbewusst, enorm fleißig und sehr skrupellos. Sie ging über Leichen, wenn sie es für nötig hielt. Freunde hatte sie deshalb nur wenige, obwohl Männer sie bewunderten, aber gleichzeitig auch fürchteten.

In ihrer Vergangenheit hatte es etliche Liebhaber gegeben, und es war immer Ilka gewesen, die die Beziehungen beendet hatte. Sie hielt nicht viel von Männern, weil sie meistens enttäuscht worden war. Bis sie dann zufällig Hauke getroffen hatte, diesen stillen, zurückhaltenden Mann ohne Ehrgeiz.

Es war Ilka unmöglich, sich vorzustellen, dass jemand nicht den Wunsch hatte, zu brillieren. Hauke traute sich zu wenig zu, das war der einzige Fehler, den sie bisher an ihm festgestellt hatte.

»Du brauchst das Formular nur auszufüllen, alles Weitere erledige ich. Ich unterhalte beste Beziehungen zur Partei.«

»Und warum lässt du dich nicht als Kandidatin aufstellen?«, fragte Hauke verdrossen.

»Weil ich dafür keine Zeit habe. Parteiarbeit kostet viel Zeit, und du als Beamter hast genug davon. Wende sie nützlich an.«

»Das tue ich jetzt schon. Nach Feierabend arbeite ich gern im Garten oder lese ein gutes Buch. Wann hast du das letzte Mal ein Buch gelesen?«

»In der Schule, mein Schatz.« Ilka lachte unbeschwert. »Man darf seine Zeit nicht vertrödeln, sie ist einfach zu kostbar. Ich will stolz auf dich sein, verstehst du? Mein Mann, der kommende Minister oder gar Ministerpräsident.«

Hauke fing an zu lachen, als er merkte, wie Ilkas Fantasie mit ihr durchging.

Prompt machte die Frau ein finsteres Gesicht. »Das war kein Scherz, mein Lieber, ich meine es vollkommen ernst. Hätte ich nur mehr Zeit, ich würde es den Politikern schon zeigen. Was die können, kann ich allemal, ich habe im kleinen Finger mehr als die im Kopf. Du weißt doch, hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine tüchtige Frau.«

»Du bist also mit mir nicht zufrieden«, murmelte Hauke.

»Doch. Ich will nur, dass du aus dir herausholst, was in dir steckt.«

»Ein Mensch, der in Ruhe und Frieden leben möchte, das steckt in mir. Und Politik … nein, das ist das Letzte, wofür ich mich eigne. Wie oft müssen Politiker faule Kompromisse schließen und ihren Charakter verbiegen, falls sie überhaupt einen haben. Ich mache da nicht mit.«

»Wie soll die Politik besser werden, wenn Leute wie du sich ihr verweigern? Unterschreib das Formular, ich fülle den Rest schon aus.«

»Nein.«

»Nun sei doch vernünftig. Mir zuliebe.« Von einer Sekunde zur anderen wechselte Ilka den Tonfall. Ihre Stimme klang jetzt werbend und zärtlich. Sie setzte sich auf Haukes Knie und schlang die Arme um seinen Nacken. »Verlange ich denn wirklich zu viel von dir?«

Der Duft ihres Parfums umschmeichelte ihn, und ihre lockende Nähe weckte sein Verlangen. Als sie ihn küsste, erwiderte er ihre Küsse mit steigender Leidenschaft. Und ein paar Minuten später lagen sie zusammen auf dem Bett.

***

Ilka atmete schwer, als sie sich schließlich voneinander lösten.

»Du schaffst es immer wieder, mich um den Verstand zu bringen«, stellte sie fest und lächelte. »Wie machst du das nur?«

»Es liegt an dir. Ich habe noch nie eine Frau so begehrt wie dich. Und … manchmal frage ich mich, weshalb gerade du … Ich meine, du könntest doch ganz andere Männer haben, wenn du willst.«

»Ich könnte jeden haben«, bestätigte Ilka selbstsicher, und sie wusste, wovon sie sprach.

Wenn nötig, setzte sie auch ihren Körper ein, um ein Ziel zu erreichen. Und im Bett wurden auch die härtesten Männer weich und erfüllten ihre Forderungen. Aber das brauchte Hauke nicht zu wissen.

»Was ich an dir finde?«, wiederholte sie nachdenklich und blickte gegen die Zimmerdecke. »Ich weiß es auch nicht. Du bist so ganz anders als die Männer, die ich bisher kannte. Und außerdem verdanke ich dir schließlich mein Leben.«

»Nur weil ich dich damals vor dem Ertrinken gerettet habe? Das ist doch kein Grund, mich zu lieben.«

»Eigentlich nicht. Aber als du mich ins Boot gezogen hast … Ich kann es einfach nicht erklären, Hauke. Manchmal wundere ich mich ja selbst, dass ich imstande bin, einen Mann zu lieben.« Bisher hatte sie Männer immer nur benutzt. »Du musst mir den kleinen Gefallen tun und in die Partei eintreten. Wenn dir die Arbeit nicht gefällt, kannst du ja irgendwann aufhören, aber erst einmal musst du damit anfangen. Oder liebst du mich nicht genug, um mir diesen Gefallen zu tun?«

Hauke zögerte mit der Antwort.

»Ich bin verrückt nach dir«, sagte er schließlich mit kehliger Stimme. »Du bist für mich wie ein Traum, und manchmal habe ich Angst, daraus aufzuwachen. Ich kann es einfach nicht fassen, dass du mich haben willst.«

»Du musst dich damit abfinden, mich nicht mehr loszuwerden, Schatz. Was ich einmal habe, gebe ich nie wieder her. Ich wollte dich vom ersten Augenblick an, als ich klitschnass in deinem Boot lag, nachdem ich schon mit meinem Leben abgeschlossen hatte. Dir verdanke ich immerhin, dass es mich noch gibt.«

»Dann also … hast du mich nur aus Dankbarkeit gern?«

»Nein, so weit würde meine Dankbarkeit nicht gehen. Hör auf, darüber nachzugrübeln, Hauke. Wir werden heiraten und einmal sehr glücklich werden. Und wenn du erst Minister bist …«

»Seit wann träumst du mit offenen Augen?«, fragte Hauke gereizt.

»Ich werde es schaffen, dass du Karriere machst. Ich schaffe immer alles, was ich will.«

»Ja, bisher hast du immer alles geschafft. Dein Vater hat dir ein kleines Möbelgeschäft hinterlassen, und nun besitzt du eine sehr gut gehende Möbelfabrik, die einen weltweiten Ruf genießt.«

»Ich wollte aus den kleinen Verhältnissen heraus. Als Abgeordneter kannst du mir manche Tür öffnen, die mir bisher noch verschlossen ist.«

»Du bist so sicher, dass ich Karriere mache. Aber ich will es gar nicht. Wirklich nicht. Mehr als gut essen und trinken kann man nicht, und dafür reicht es bei uns doch allemal.«

»Der Mensch lebt nicht von Brot allein. Ich will Macht haben, Einfluss, und das kann man am leichtesten durch die Politik erreichen. Sieh dich doch um, was für Figuren sich in den Parlamenten tummeln. Die steckt ein Mann wie du doch allemal in die Tasche. Du traust dir viel zu wenig zu, das ist dein Fehler.«

»Dafür traust du mir umso mehr zu. Ich werde über deinen Vorschlag nachdenken.«

»Aber nicht zu lange.« Ilka stützte sich auf und blickte in sein Gesicht, das sie so gut kannte und das sie liebte.

So weit eine Frau wie sie überhaupt lieben konnte. Sie wollte ihn haben, mit Haut und Haaren, und sie hatte ihn bekommen. Aber das war nichts Besonderes. Es wurmte sie, dass er sich gegen das sträubte, was sie für ihn wollte. Es war doch nur richtig und vernünftig. Ein Leben, wie er es sich wünschte, kam für sie nicht infrage. Und es wurde allerhöchste Zeit, dass Hauke das auch begriff. Sie küsste ihn, und es gelang ihr leicht, Haukes Begehren erneut zu wecken.

»Unterschreibst du jetzt?«, fragte sie und rückte ein Stück von ihm ab.

Im Augenblick wollte Hauke nur das Eine.

»Ja«, stieß er keuchend hervor und zog sie wieder an sich.

Er hätte alles versprochen, was sie hören wollte, aber als es dann vorbei war, kam prompt die Reue.

Die Unterschrift unter dem Antrag verpflichtet mich eigentlich zu nichts, machte er sich klar. Es gibt genug Parteimitglieder, die sich nicht in die Geschäfte ihrer Partei einmischen, nur treu und brav ihren Beitrag zahlen. Selbstverständlich dachte er nicht daran, Ilka das zu sagen. Sollte sie ruhig glauben, sie hätte ihn überredet, Karriere zu machen.

Er arbeitete als Oberinspektor in der Stadtverwaltung und war mit seinem Job zufrieden. Zwar verdiente er nicht übermäßig viel, aber es reichte zum Leben. Er war sparsam und konnte sich in absehbarer Zeit auch ein Einfamilienhaus erlauben. Und mehr brauchte ein Mensch doch nicht, fand er.

»Manchmal verstehe ich dich einfach nicht«, gestand er.

»Das ist auch nicht nötig, Hauptsache, du liebst mich«, antwortete die junge Frau lachend. Sie stand auf und ging nackt ins Wohnzimmer. Sie genierte sich nicht, schließlich wusste sie, wie gut sie aussah. »Unterschreibe jetzt«, verlangte sie, als sie zurückkam, und drückte ihm einen Kugelschreiber in die Hand.

Das ist ja wie eine Erpressung, dachte Hauke, als er zögernd seinen Namen auf die punktierte Linie schrieb. Es widerstrebte ihm, etwas zu tun, was er eigentlich nicht wollte, andererseits mochte er Ilka auch nicht vor den Kopf stoßen.

»Wann wollen wir heiraten?«, fragte er, als er ihr das Formular zurückgab.

Er sah sie an und konnte es wieder nicht fassen, dass diese außergewöhnliche Frau ihm gehörte. Oder ist es eigentlich nicht so, dass ich ihr gehöre?, schoss es ihm durch den Kopf. Ein Gedanke, der ihm nicht gerade zusagte. Immerhin war er ein Mann, der Frauen gefiel und nicht die erste Beste nehmen musste. Nur eine Frau wie Ilka hatte es in seiner Vergangenheit nicht gegeben.

»Wenn sie dich als Kandidaten für die Landtagswahl aufstellen. Es liegt allein an dir.«

»So, ich muss um die Prinzessin erst dienen, bevor ich sie erringe«, spottete Hauke verletzt.

»Nein, ich will nur deinen Ehrgeiz etwas anstacheln. Mir ist ein Trauschein nicht wichtig, schließlich leben wir doch wie ein Ehepaar zusammen. Du wohnst praktisch bei mir und besuchst deine Eltern nur noch gelegentlich. Was willst du eigentlich noch mehr?«

Sicherheit, hätte Hauke ihr sagen können. So waren sie beide in gewisser Weise ungebunden und konnten einander verlassen, wann immer es ihnen passte. Ich werde Ilka nie verlassen, dachte er, aber sie mich. Irgendwann wird sie erkennen, dass ich eigentlich nicht gut genug für sie bin, und dann … Ein Trauschein änderte im Grunde genommen doch nichts daran, machte er sich klar. Wenn Ilka mich loswerden will, wird sie sich einfach scheiden lassen.

»Was siehst du mich so an?«, fragte die junge Frau irritiert. Sie blickte an sich hinab. »Ist irgendetwas mit mir nicht in Ordnung?«

»Doch, doch, wenn es dir recht ist, fahre ich noch mal zu meinen Eltern. Ich habe meiner Mutter versprochen, heute zu kommen. Sie kocht meinetwegen extra mein Leibgericht. Du weißt ja, wie sie ist.«