Dr. Karsten Fabian - Folge 182 - Ina Ritter - E-Book

Dr. Karsten Fabian - Folge 182 E-Book

Ina Ritter

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Beschreibung

Alle Altenhagener haben gestaunt, als die junge Imme vor ein paar Wochen mit einem schicken Sportwagen ins Dorf gerast kam. Klar, dass die tollsten Gerüchte im Umlauf waren, woher das Mädchen plötzlich so viel Geld hat. Dann stellt sich heraus, dass sie sich einen reichen Mann geangelt hat - und der ist auch noch zwanzig Jahre älter als sie!

Als dieser "Winni" dann eines Tages für ein paar Tage zu Imme und ihrer Mutter zu Besuch kommt, brodelt in Altenhagen die Gerüchteküche ...

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Seitenzahl: 110

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Cover

Impressum

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens

Liebeskummer lohnt sich doch …

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / misfire_asia

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-4452-3

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Die wichtigsten Bewohner Altenhagens:

Dr. Karsten Fabian – Arzt mit Leib und Seele, ehemals Chirurg im Elbe-Krankenhaus.

Florentine Fabian – geborene Fiedler, seine immer vergnügte, bildhübsche Frau.

Svenja, Tim und Jan – die aufgeweckten Kinder der Fabians, die von allen verwöhnt werden.

Dr. Albrecht Heideck – der ältere der beiden Landärzte, wohnt und praktiziert mit seinem jungen Kollegen in der Löwenvilla. Er ist Witwer.

Johannes Bruhns – Imker, Heidschnuckenzüchter und bester Freund von Dr. Heideck. Er kennt sich in der Naturheilkunde bestens aus.

Gerlinde Semmelweiß – Haushälterin in der Löwenvilla, abergläubisch und immer auf dem Laufenden, was Neuigkeiten im Dorf betrifft.

Schwester Bernhardine – unentbehrliche Helferin von Dr. Fabian und Dr. Heideck.

Helene Fromm

Liebeskummer lohnt sich doch …

Was ein Heidemädchen mit den Männern erlebte

Von Ina Ritter

Alle Altenhagener haben gestaunt, als die junge Imme vor ein paar Wochen mit einem schicken Sportwagen ins Dorf gerast kam. Klar, dass die tollsten Gerüchte im Umlauf waren, woher das Mädchen plötzlich so viel Geld hat. Dann stellt sich heraus, dass Imme sich einen reichen Mann geangelt hat – und der ist auch noch zwanzig Jahre älter als sie!

Als dieser »Winni« dann eines Tages für ein paar Tage zu Imme und ihrer Mutter zu Besuch kommt, brodelt in Altenhagen die Gerüchteküche …

»Wer ist denn das?«, murmelte Gerlinde Semmelweiß, die Haushälterin der beiden Landärzte des Heidedorfes Altenhagen. »Will die zu … nein, das ist doch nicht möglich!«

Florentine Fabian, die Frau des jüngeren Arztes, trat rasch an ihre Seite.

»Das ist die kleine Imme«, stellte sie überrascht fest.

»Ist sie«, bestätigte die Haushälterin. »Ob das wohl ihr Auto ist?« Etwas neidisch blickte sie auf den flotten Sportflitzer, der vor dem Haus gegenüber geparkt worden war. »Was der wohl kosten mag? So viel, um sich solch ein Auto leisten zu können, verdient die bestimmt nicht. Ob die wohl …?«

Gerlinde kratzte sich im Nacken, als sie mitten im Satz abbrach.

»Was du immer gleich vermutest«, entrüstete sich die bildhübsche Florentine.

»Man darf ja wohl noch sagen, was man denkt. Wenn eine Frau, die noch in der Ausbildung ist, solch ein teures Auto fährt … Also, da braucht man doch bloß eins und eins zusammenzuzählen. Ich will der Imme ja nichts Schlechtes nachsagen, aber ein bisschen leicht war sie ja immer schon.«

»Sie war immer fröhlich.« Karsten Fabians junge Frau nahm die Angegriffene in Schutz.

»Sie hat mit allem geflirtet, was Hosen anhatte. Was so ein Auto wohl kosten mag? Hast du da eine Ahnung von?«

»Fünfzig- bis sechzigtausend, schätze ich.«

»Das denke ich auch. Ihre Mutter ist nicht zu Hause. Ob die vielleicht gar nicht weiß, dass die Imme kommt? Sonst hätte sie sich doch bestimmt einen Tag freigenommen oder blaugemacht, obwohl … Also, zuverlässig ist sie ja, das muss man sagen. Letzten Winter, als es ihr gar nicht gut ging, da hat sie sich nicht ins Bett gelegt, sondern ist jeden Tag ins Büro gefahren. Bloß ob ihr das gedankt wird? Also, wäre ich an ihrer Stelle …«

Jetzt gab es draußen nichts Besonderes zu sehen, und Florentine setzte sich wieder an den Küchentisch. Heute war in der Löwenvilla, wie das Haus der Ärzte im Dorf allgemein genannt wurde, ein Großkampftag angesagt. Die Erbsen waren reif und mussten eingefroren werden. Normalerweise lehnte Gerlinde jede Hilfe in der Küche ab, aber beim Einkochen wurde ihr die Arbeit einfach zu viel.

»Ob ich mal …?«, murmelte sie und kratzte sich wieder den Hinterkopf. »Ich bin dann gleich wieder zurück, Florentine.«

»Was hast du vor?«, erkundigte sich die junge Arztfrau überrascht.

»Wir haben noch viel Topfkuchen übrig, und die Imme wird sich bestimmt freuen, wenn ich ihr ein Stückchen bringe. Kaffee werden sie ja im Hause haben, oder ob ich ne Tüte mitnehme?«

Florentine schmunzelte versteckt, dachte allerdings nicht daran, Gerlinde zurückzuhalten. Auch sie war schließlich als echte Altenhagenerin neugierig.

Gerlinde nahm sich nur die Zeit, ihre graue Schürze abzubinden, die sie bei Schmutzarbeiten trug, dann hastete sie aus dem Haus. Einen Moment später klingelte sie im Haus gegenüber.

Imme Vogel öffnete und lächelte, als sie Gerlinde erkannte.

»Guten Morgen«, erwiderte sie herzlich den Gruß der fülligen Frau. »Meine Mutter ist nicht da.«

»Das hab ich mir gedacht. Ich wollte dir bloß ein Stückchen Topfkuchen bringen, weil wir von gestern so viel übrigbehalten haben, und als ich dich eben sah … Kaffee hast du ja wohl im Haus?«

»Ja, ich wollte mir gerade eine Kanne aufgießen. Trinkst du einen Schluck mit, Gerlinde?«

»Bevor ich mich schlagen lasse.« Gerlinde nahm etwas umständlich auf dem Küchenstuhl Platz. »Ein schönes Auto hast du. Gehört dir wohl nicht?

Ein stolzes Lächeln glitt über Immes ungewöhnlich schönes Gesicht. »Doch«, antwortete sie und lachte. »Seit gestern.«

»Oje! Dann hast du wohl im Lotto gewonnen?«

»Nein. Es ist ein Geschenk.«

»Ein Geschenk?«, wiederholte Gerlinde ungläubig. »Das ist aber ein nobler Mensch, der solch teure Autos verschenken kann.«

Sie wollte ja nicht fragen, was Imme dafür tun musste, aber denken konnte sie es sich. Dass die sich gar nicht schämte! Die jungen Leute heutzutage kannten ja kein Schamgefühl mehr.

»Mein Verlobter«, erläuterte Imme, die unschwer Frau Semmelweiß’ Gedanken erraten konnte.

»Ach, du bist verlobt? Das wusste ich gar nicht. Da habt ihr im Kreisblatt wohl keine Anzeige gehabt? Dann erst mal meinen herzlichsten Glückwunsch. Da machst du wohl eine gute Partie?«

»Ja. Und deshalb werde ich auch nicht mehr arbeiten.«

»Warst du nicht auf so einer Art Schule?« Gerlinde blickte gespannt in das schöne junge Gesicht.

»Ja. Ich wollte Fremdsprachensekretärin werden, aber diese blöde Paukerei …«

»Wenn man den richtigen Mann gefunden hat … und deine Mutter, was sagt die denn wohl dazu? Letzte Woche erst hab ich sie noch im Laden von Lammers getroffen, aber von deiner Verlobung hat sie kein Wort gesagt.«

»Konnte sie auch nicht, weil sie noch nichts davon wusste. Wir haben uns erst am Sonnabend entschlossen, uns zu verloben. An und für sich finde ich es doof. Eine Verlobung ist so altmodisch.«

»Dann wohnt ihr wohl auch schon zusammen?«

Gerlinde war entschlossen, diese Kaffeeviertelstunde restlos auszunutzen. Bestimmt würde Florentine sie danach fragen.

»Nein. Winrich ist ein bisschen altmodisch.«

»Wie heißt der?«

»Winrich, mit W vorn.«

»Komischer Name. Hab ich noch nie gehört. Aber er kann ja wohl nichts dafür.«

»Stimmt. Den Namen haben ihm seine Eltern ausgesucht. Also mir gefällt er. Ich sag Winni zu ihm.«

»Ja, ja, junge Liebe … es geht mich ja nichts an, aber was macht der denn so?«

»Er ist Schiffsmakler und verdient einen Haufen Geld. Frag mich jetzt nicht, was Schiffsmakler machen. Winni hat es mir mal erzählt, aber ehrlich gesagt, ich hab nicht richtig zugehört.«

»Männer reden ja immer viel über ihre Arbeit. Dann bist du wohl sehr glücklich?«

»Selbstverständlich. Einen besseren Mann als Winni könnte ich gar nicht finden. Er ist richtig besorgt um mich. Ganz anders als die jungen Typen.«

»Dann … dann ist er wohl nicht mehr jung?« Normalerweise schaltete Gerlinde nicht schnell, aber hier hatte sie sofort begriffen, worum es ging.

»Er ist ein paar Jahre älter als ich, aber im Herzen jung geblieben. Und er sieht fabelhaft aus.«

»Und … wie viel älter ist er?« In manchen Dingen war Gerlinde fürs Genaue.

»Ich bin im Kopfrechnen schwach«, behauptete Imme Vogel schmunzelnd. »Nimmst du Zucker im Kaffee, Gerlinde?«

»Um Himmels willen, nein. Kaffee mit Zucker, das ist ja eine Sünde. Da geht der ganze schöne Geschmack verloren. Wann wollt ihr denn heiraten?«

»Winni möchte möglichst bald heiraten. Falls es dich interessiert, er macht jetzt ein paar Wochen Urlaub, und einmal darfst du raten, wo er den verbringen will.«

»Hier bei uns. Und er wird bei euch wohnen? Platz genug habt ihr ja.«

»Er hat sich ein Zimmer im Reiterhof gemietet.«

»Verstehe. Es ist ihm zu genierlich, unter dem Dach deiner Mutter … Eine noble Haltung ist das, muss ich schon sagen.«

Gerlinde fiel die Arbeit ein, die auf sie wartete. Sie seufzte unwillkürlich, als sie widerwillig aufstand. »Dann will ich nicht länger stören. Die Hochzeit werdet ihr doch hier feiern, oder?«

»Ich weiß es noch nicht.«

»Wo du doch eine Altenhagenerin bist. Darüber musst du mal mit ihm sprechen, mit deinem Winni. Lass dir den Kuchen gut schmecken. Und grüß deine Mutter von mir. Sie weiß tatsächlich nicht, dass du gekommen bist?«

»Nein. Es soll eine Überraschung sein. Hoffentlich eine angenehme.«

Imme Vogel brachte Gerlinde Semmelweiß zur Haustür. Ihr war natürlich klar, weshalb die Nachbarin gekommen war. Sie nahm es ihr nicht übel. In Altenhagen wusste jeder alles über jeden, und Imme erzählte gern von ihrem Winrich, dem Mann ihrer Träume. Sie summte eine fröhliche Melodie, als sie in die Küche zurückging und sich noch eine Tasse Kaffee eingoss. Den köstlichen Topfkuchen verschmähte sie. Sie achtete sehr auf ihre Figur.

Imme legte überhaupt viel Wert auf ihr Äußeres. Ihr größtes Kapital war ihre Schönheit, und ein Kapital muss man hegen und pflegen, damit es sich gut verzinst.

Sie ging auf den Flur zurück und betrachtete sich eingehend im Spiegel. Mit dem, was sie sah, war sie zufrieden. Sie lachte die junge Frau an, die ihr aus dem Glas entgegenblicke.

»Gut siehst du aus, Imme«, teilte sie sich mit und schnitt sich eine Grimasse.

Sie hatte ein ebenmäßiges Gesicht, eine vielleicht etwas zu kurz geratene Nase, die ihr aber ein ganz besonders apartes Aussehen gab, mandelförmige Augen, Katzenaugen, wie Winni verliebt behauptete, und ihr Haar war dicht und dick. Sie trug es kurz geschnitten, wie es jetzt Mode war. An ihrer Figur war überhaupt nichts auszusetzen. Sie machte eine Vierteldrehung, um sich im Profil begutachten zu können. Alles tadellos gewachsen.

Winni bekam einen vollen Gegenwert für sein vieles Geld, fand seine zukünftige Frau. Erfreulicherweise wusste er das auch. Sie trank den lauwarm gewordenen Kaffee aus und ging dann ins Wohnzimmer, um ihre Mutter im Büro anzurufen.

»Wo bist du?«, fragte Irmtraut Vogel, als sie Immes Stimme hörte. »Wieso bist du hier? Hast du Schwierigkeiten in der Schule?«

»Nein. Die hatten Schwierigkeiten mit mir, und daraufhin haben wir beschlossen, uns im gegenseitigen Einvernehmen freundschaftlich zu trennen. Ich muss nur das Schulgeld für das nächste Vierteljahr bezahlen, aber das ist ja nicht so schlimm.«

»Wie konntest du nur!« Immes Mutter war entsetzt. »Mitten im Kursus wirfst du alles hin? Darüber müssen wir noch einmal sprechen. Was willst du denn einmal werden, wenn du dein Studium nicht zu Ende führst?«

»Eine verwöhnte Ehefrau. Ich hoffe, du sitzt, lieb Mütterchen. In den nächsten Tagen wird sich dein künftiger Schwiegersohn bei dir vorstellen und in aller Form um mein zartes Händchen anhalten.«

»Das … ist das wirklich wahr? Und du willst deine Ausbildung nicht beenden?«, stammelte Irmtraut.

»Das habe ich jetzt nicht mehr nötig. Winni verdient klotzig Geld. Wenn ich ihn geheiratet habe, brauche ich nicht mal was im Haushalt zu tun. Er hat da so einen alten Drachen, der seinen Schuppen in Ordnung hält, natürlich ein oder zwei Zugehfrauen … Ich brauche dann nur noch die gnädige Frau zu spielen. Und das kann ich ohne Studium. Nun gratulier mir schon.«

»Es kommt alles so überraschend … Du hast mir nie erzählt …«

»Es kam für mich auch ein bisschen überraschend. Ich kenne Winni schon eine ganze Weile, aber dass er ernste Absichten hat … An das Glück wagte selbst ich nicht zu glauben, obwohl ich, wie du weißt, eine geborene Optimistin bin. Wann kommst du heute nach Hause?«

»Ich werde meinen Chef bitten, mir den Nachmittag freizugeben. Wir müssen ausführlich über alles sprechen. Du machst doch keine Dummheiten?«

»Wenn du es für eine Dummheit hältst, dass ich einen wohlhabenden Mann heiraten will, dann ja. Keine Angst, Winni wird auch dir gefallen. Er hat einen Schlag bei Frauen. Aber damit ist jetzt natürlich Schluss. Für ihn hat es nur noch eine zu geben, und die bin ich. Mama, ich bin ja so glücklich. Die blöde Paukerei hing mir so zum Halse heraus …«

»Ich muss Schluss machen, bis heute Mittag dann. Ach, Imme …«

»Einen Glückwunsch habe ich mir anders vorgestellt«, behauptete die junge Frau vergnügt. »Du wirst mich verstehen, wenn ich dir Bilder von ihm zeige. Er hat sich fabelhaft gehalten.«

»Soll das heißen …« Irmtraut sprach nicht weiter, als sie merkte, dass ihre kecke Tochter aufgelegt hatte.

»Etwas Unangenehmes, Frau Vogel?«, fragte ihre Kollegin teilnahmsvoll.

»Wie bitte? Nein, nein … meine Tochter ist überraschend nach Hause gekommen.«

»Dann braucht sie bestimmt Hilfe. Erst wenn sie in Not sind, wissen Kinder, dass sie noch Eltern haben. Hat sie gesagt, worum es geht?«

»Sie will heiraten …«

»Will sie oder muss sie?«, fragte Frau Mester hämisch.

»Will natürlich. Imme ist keine, die …«

Frau Mester lachte ironisch. »Gott erhalte Ihnen Ihren Glauben, Frau Vogel, aber mich geht es ja nichts an.«

Sie drehte sich zu ihrer Schreibmaschine herum und tippte weiter, und dabei blieb das hämische Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie gönnte der Vogel auch mal einen kleinen Schicksalsschlag.