Dr. Stefan Frank 2601 - Arztroman - Stefan Frank - E-Book

Dr. Stefan Frank 2601 - Arztroman E-Book

Stefan Frank

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Beschreibung

Die beiden Freundinnen Hannah und Evi wollen sich an diesem frühlingshaften Tag einen Ausflug ins Grüne gönnen. Die jungen Frauen fahren an den Chiemsee und setzen mit dem Boot zur Herreninsel über. Am Ufer finden sie eine Bank, die ganz versteckt zwischen üppigem Schilf steht und einen traumhaft schönen Blick auf den See bietet. Die Freundinnen genießen ihr Picknick, plaudern und lachen. Irgendwann schließt Evi die Augen und nickt ein. Lautes Kinderlachen lässt sie aufschrecken. Verwirrt blinzelt sie und schaut umher. Sie sitzt auf der breiten Treppe vor dem Haupteingang von Schloss Herrenchiemsee und weiß nicht, wie sie dorthin gekommen ist. Sie schaut auf die Uhr. Früher Nachmittag. Ja, sie muss eine Weile geschlafen haben. Verunsichert blickt sie sich um. Von ihrer Freundin keine Spur. Evi greift zu ihrem Handy und ruft Hannah an. Doch da ist nur die Mailbox zu erreichen. Mit langen Schritten eilt sie zurück zum Seeufer. Bei der Bank verraten Abdrücke von Sandalen und Krümel, dass sie wirklich hier gewesen waren. Das gibt es nicht, denkt Evi. Das kann nicht wahr sein! Sie ahnt, dass hier etwas nicht stimmt. Da hört Evi das näher kommende Martinshorn. Und in diesem Moment weiß sie, dass Hannah etwas zugestoßen sein muss ...

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Inhalt

Cover

Ausflug ins Grüne

Vorschau

Impressum

Ausflug ins Grüne

Was so schön werden sollte, nimmt ein grausames Ende

Die beiden Freundinnen Hannah und Evi wollen sich an diesem frühlingshaften Tag einen Ausflug ins Grüne gönnen. Die jungen Frauen fahren an den Chiemsee und setzen mit dem Boot zur Herreninsel über. Am Ufer finden sie eine Bank, die ganz versteckt zwischen üppigem Schilf steht und einen traumhaft schönen Blick auf den See bietet. Die Freundinnen genießen ihr Picknick, plaudern und lachen. Irgendwann schließt Evi die Augen und nickt ein.

Lautes Kinderlachen lässt sie aufschrecken. Verwirrt blinzelt sie und schaut umher. Sie sitzt auf der breiten Treppe vor dem Haupteingang von Schloss Herrenchiemsee und weiß nicht, wie sie dorthin gekommen ist. Sie schaut auf die Uhr. Früher Nachmittag. Ja, sie muss eine Weile geschlafen haben. Verunsichert blickt sie sich um. Von ihrer Freundin keine Spur.

Evi greift zu ihrem Handy und ruft Hannah an. Doch da ist nur die Mailbox zu erreichen. Mit langen Schritten eilt sie zurück zum Seeufer. Bei der Bank verraten Abdrücke von Sandalen und Krümel, dass sie wirklich hier gewesen waren. Das gibt es nicht, denkt Evi. Das kann nicht wahr sein! Sie ahnt, dass hier etwas nicht stimmt. Da hört Evi das näher kommende Martinshorn. Und in diesem Moment weiß sie, dass Hannah etwas zugestoßen sein muss ...

»Keine Sorge, Evi. Ich habe alles unter Kontrolle.« Hannah sprach undeutlich, als hätte sie Kieselsteine im Mund. Allerdings war es nur ein Bissen Biskuittrolle – und der veranlasste sie nun zu einem wohligen Seufzen. »Oh mein Gott, ist das Mango? Die Füllung ist ja göttlich!«

»Ja, ich dachte mir, das wäre mal eine Abwechslung.« Evi fischte in ihrer Handtasche nach dem Schlüsselbund und ihrem Handy. Ja, sie hatte alles. »Bist du sicher, dass du zurechtkommst?«

»Sicher bin ich sicher.« Ihre Freundin grinste und schüttelte dabei die blonden Haare aus. »Ich muss doch nur deinem Lieferanten die Tür aufmachen und meine drei Kreuze zur Bestätigung des Empfangs auf dem Lieferschein machen. Richtig?«

»Und du solltest prüfen, dass alles, was auf der Liste steht, auch wirklich geliefert wird. Tino vergisst manchmal ein Paket hinten im Wagen. Das bringt er dann zwar am nächsten Tag noch vorbei, aber eine Verzögerung könnte diesmal verhängnisvoll sein. Ich erwarte wichtige Zutaten für die Hochzeitstorte der Hollerkamps.«

»Die Hollerkamps? Meinst du die Glitzer- und Glamour-Hollerkamps? Die Schmuckdynastie?«

»Genau die.«

»Wer von denen heiratet denn da?«

»Die Eltern selber.«

»Sind die nicht geschieden?«

»Sie haben sich versöhnt, und das möchten sie mit einer großen Hochzeit feiern.«

»Darauf wette ich. Daniel kennt Johann Hollerkamp und meint, wenn der von den Ausgaben für seinen aufwändigen Lebensstil erzählt, würden ihm die Augen tränen.«

»Mir tränen sie auch. Vor Freude. Die Hochzeitstorte, die sie bei mir bestellt haben, wird nämlich ein Wolkenkratzer unter den Hochzeitstorten.«

»Das ist ein Ritterschlag für dich als Konditorin, das weißt du, oder? Der olle Hollerkamp ist nämlich anspruchsvoll wie der alte König Ludwig selber.«

»Ich kann es auch kaum erwarten, an die Arbeit zu gehen, aber dafür brauche ich die Zutaten aus der Lieferung.«

»Und du sollst sie haben.« Hannah wedelte mit der Hand, stieß gegen die Schüssel, in der Evi gern ihre Ganache einrührte. Die rutschte zur Seite, glitt von der Anrichte und wäre auf dem Boden gelandet, wenn Hannah nicht gedankenschnell zugegriffen und sie aufgefangen hätte. Sie blinzelte. »Alles im Griff. Siehst du?«

Evi japste. Die Konditorei befand sich im Süden von München in einer kleinen, aber hübschen Einkaufsstraße. Ihr Chef lag seit seinem Kletterunfall am Wochenende mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus, und Verkäuferin Reni hatte bereits Feierabend. Evi hätte die Stellung halten müssen, wenn, ja, wenn nicht vor einer halben Stunde Herr Stadler angerufen hätte. Der Mittfünfziger war Klempner und Evis letzte Hoffnung, je wieder warm duschen zu können. Bei ihr daheim lief das Warmwasser schon seit Wochen nicht. Und in ihrer Stadt einen Klempner zu finden, war ungefähr so schwer wie die Titanic zu heben. Herr Stadler hatte ihr versprochen, sie bei einer freien Spitze anzurufen – und er hatte sein Wort gehalten. Entweder, er sah sich ihre Wasserleitung an diesem Nachmittag an oder sie würde auf unbestimmte Zeit weiter kalt duschen.

Ausgerechnet an diesem Nachmittag erwartete sie eine wichtige Lieferung mit Zutaten für die Konditorei!

In ihrer Not hatte sie sich an ihre Freundin gewandt – und Hannah war sogleich bereit gewesen, an ihrer Stelle in der Konditorei die Stellung zu halten. Den Klempner einzulassen, hatte sie hingegen abgelehnt.

»Herrn Stadler empfängst du lieber selbst. Wenn Fragen oder Probleme auftauchen, bist du besser selbst vor Ort.«

Da war etwas dran, und so bedankte sich Evi nun vielmals bei ihrer Freundin, weil sie in ihrem Laden die Stellung hielt.

»Tino sollte spätestens in einer Stunde hier sein.«

»Alles gut. Geh ruhig. Ich nehme die Lieferung für dich an. Das ist doch das Mindeste. Immerhin machst du den ganzen Wahnsinn wegen meiner Hochzeit mit.«

»Bei den Vorbereitungen helfe ich dir gern.« Evi umarmte ihre Freundin.

In knapp vier Wochen würde Hannah ihren Verlobten Daniel Weidmann heiraten. Er war ein ebenso erfolgreicher wie anspruchsvoller Immobilienmakler. Evi hatte noch keinen guten Draht zu ihm gefunden. Sie kamen einfach aus verschiedenen Welten. Aber sie wusste, wie verliebt Hannah war, und sie gönnte ihrer Freundin ihr Glück von Herzen. Seit Wochen plante und grübelte sie über der Hochzeitstorte. Als Konditorin war das für sie Ehrensache. Und diese Torte sollte etwas ganz Besonderes werden.

Das musste sie auch, um vor Daniels überaus kritischen Augen zu bestehen.

Hannah drehte verträumt den Verlobungsring an ihrem Finger. Er war mit einem Diamanten von der Größe einer Aprikose besetzt. Nun ja, jedenfalls beinahe.

»Es ist ein Wunder, dass Daniel dich mit dem Riesenstein an der Hand nicht im Tresor schlafen lässt«, neckte sie ihre Freundin.

»Bring ihn nur nicht auf Ideen.« Hannah lachte. »Warte nur, bald trägst du auch einen Verlobungsring an der Hand.«

»Ich wäre schon mit einer Verabredung zum Essen zufrieden«, entfuhr es Evi.

»Das wird schon«, sagte ihre Freundin ungewohnt sacht. »Der Richtige läuft irgendwo da draußen herum und wartet auf dich. Eure Wege müssen sich nur noch kreuzen.«

Bei den Worten ihrer Freundin fuhr Evi ein Stich geradewegs durch ihr Herz. Sekundenlang sah sie ein markantes Männergesicht mit braunen Augen und einer gezackten Narbe am Kinn, die meist von einem verwegenen Drei-Tage-Bart verdeckt wurde. Dichte, dunkle Haare, die häufig attraktiv zerzaust waren, und ein Lächeln, das alle ihre Sorgen auf einen Schlag wegpusten konnte. Oh, und seine Hände ... seine liebevollen Hände, die ihrem Körper Empfindungen entlocken konnten, die ihr Herz zu Summen und Tanzen brachten ... Bis er es ihr gebrochen hatte ...

Evi wandte das Gesicht, damit ihre Freundin die Tränen nicht sah, die ihr in die Augen schossen. Grundgütiger. Drei Jahre. Drei Jahre war es her, und es tat kein bisschen weniger weh.

»Ich werde ein wenig zielen üben, während ich auf deinen Lieferanten warte«, sagte Hannah mit einem Lächeln in der Stimme.

»W-wieso denn das?«

»Damit ich meinen Brautstrauß am großen Tag auch wirklich in deine Arme werfe, natürlich.«

»Oh, das ist doch nur ein Aberglauben. Ich werde noch tausend Hochzeitstorten backen, bis ich mal dran bin.«

»Sag das nicht. Zugegeben, Erik war ein Totalausfall ...«

Der Rest von Hannahs Rede verschwamm in dem Rauschen in Evis Ohren, als ihre Gedanken in die Vergangenheit zurückwanderten. Erik war ihr Traummann gewesen, groß, stark und liebevoll. Allerdings hatte seine Arbeit bei der Polizei immer öfter zwischen ihnen gestanden. Die Wochenend- und Nachtdienste waren eine Belastung gewesen. Und Erik hatte reichlich Überstunden absolviert. Er wollte vorankommen, Karriere machen, und irgendwann hatten sie sich kaum noch gesehen und meistens über Zettel am Kühlschrank kommuniziert. Und eines Tages waren seine Sachen fort gewesen, als sie heimgekommen war ...

Evi schüttelte den Kopf, als könnte sie die Erinnerungen damit loswerden, aber das funktionierte nicht. Drei Herzenswünsche hatte sie für ihren Lebensplan: Sie wünschte sich einen Hund, einen Ehemann und Kinder. Dabei war ihr die Reihenfolge nicht so wichtig. Ihre Wünsche schienen jedoch unerfüllbar zu sein. Hunde waren in ihrer Mietwohnung verboten, ihre letzte Beziehung war ein Desaster und nach einigen mehr oder weniger katastrophalen Verabredungen war sie von einem eigenen Baby weiter entfernt denn je.

»Was ist eigentlich aus deinem zweiten Date mit Sam geworden?«, fragte Hannah, »dem Computergenie?«

»Das habe ich abgesagt. Er hat angedeutet, dass er mit irgendeinem dubiosen Plan das große Geld machen will. Ich habe kaum ein Viertel von den Computerbegriffen verstanden, mit denen er um sich geworfen hat, aber ich glaube, er ist ein Hacker. Damit will ich lieber nichts zu tun haben.«

»Oh, nun, falls ihr beispielsweise auf die Malediven fliehen müsstet ... dort soll es gar nicht so übel sein.« Hannah kniff ein Auge zu.

Evi verdrehte die Augen. Alles, was sie sich wünschte, war ein anständiger Mann, der sie liebte und den sie lieben konnte. Doch die netten schienen bereits alle vergeben zu sein ... Oh! Ein Blick auf die Uhr über dem Ladeneingang ließ sie zusammenzucken.

»Ich muss los! Wir sehen uns!«

»Viel Glück mit Herrn Stadler!«

Evi winkte und war kurz darauf aus der Tür. Als sie aus der klimatisierten Konditorei in den Sonnenschein trat, schien ihre Haut das warme Licht schier aufzusaugen. Ihr gelbes Sommerkleid mit den Spaghettiträgern wehte bei jedem Schritt um ihre Beine. Sie setzte die Sonnenbrille auf und eilte nach Hause.

Sie war in der glücklichen Lage, nur eine Viertelstunde Fußweg von ihrer Arbeitsstelle zu wohnen. Das hübsche gelbe Mietshaus lag abseits von der belebten Münchner Innenstadt, dafür war die Wohnung bezahlbar und bot einen wunderbaren Blick auf das Vorland und den Grünwalder Forst.

Als sie in ihre Straße einbog, sauste ihr Filou entgegen. Der orangefarbene Kater gehörte Frau Liebold. Er kannte die Zeit, wenn Evi heimkam, und wusste, dass sie immer ein Leckerli in ihrer Tasche und eine Streicheleinheit für ihn hatte. Der lebhafte Wonneproppen rieb schnurrend um ihre Beine, während sie nach der Tüte tastete.

Evi kauerte sich hin und kraulte ihn ausgiebig. Dann steckte sie ihm einen Leckerbissen zu, richtete sich wieder auf und strebte durch das Gartentor – vorbei an leuchtend gelben Margeriten und blassrosa blühenden Rosenbüschen, zwischen deren Blüten allerlei Insekten summten.

In ihrer Tasche hatte sie ihren Skizzenblock mit den Ideen für die Hochzeitstorte ihrer besten Freundin. Von den zahlreichen Einfällen hatte sie nach reichlichem Überlegen noch drei übrig: Die Erste war klassisch, bestand aus fünf Schichten Biskuit mit Erdbeerfüllung und weißem Fondant. Der Hingucker war das fehlende Stück aus der Torte, das sie mit sonnengelben Rosenblüten und weißen Margeriten aus Marzipan füllen wollte, sodass es aussah, als würde es Blüten aus der Torte regnen. Die drei Schichten der zweiten Torte sollten die Form von Kaffeebechern haben und wie feinstes Porzellan liebevoll mit hauchdünnem Gold bemalt werden – zur Erinnerung daran, dass sich das Brautpaar in einem Café kennengelernt hatte. Und die dritte Torte hatte die Form eines Vogelkäfigs, bestand aus vier Schichten feinstem Biskuit mit einer leckeren Füllung und einer Kuppel, bemalt mit weißer Schokolade in zierlicher Gitterform. Zwei Hochzeitstauben sollten auf dem süßen Gebilde sitzen ... Hannah ihr völlig freie Hand gelassen. Nur um eines hatte sie Evi gebeten: Bloß nichts Alltägliches. Daniels Verwandtschaft ist ungemein anspruchsvoll ...

Nicht nur seine Verwandtschaft, glaubte Evi. Der Verlobte ihrer Freundin war es auch. Als Immobilienmakler hatte er sich einen guten Ruf erarbeitet. Er arbeitete ausschließlich für gut situierte Kunden und verdiente in einem Monat vermutlich mehr Geld als sie in einem ganzen Jahr. Jeder einzeln seiner Anzüge hatte gewiss mehr gekostet als ihre gesamte Garderobe, und seinen rasanten Wagen verglich sie lieber nicht mit ihrem asthmatischen Flitzer ... Aber Hannah liebte ihn, und deshalb behielt Evi ihre Befürchtung, Daniel würde sich als oberflächlicher Egoist entpuppen, für sich. Wenn Hannah etwas Gutes in ihm sah, dann wollte sie das auch tun ...

»Hey, Evi!« Nebenan schwang die Wohnungstür auf und ihr Nachbar kam heraus. Felix Weixler studierte noch, war ungefähr in Evis Alter und hatte ein freundliches, ein wenig schüchternes Lächeln. »Es trifft sich gut, dass ich dich sehe. Ich habe ein Paket für dich angenommen. Wenn du einen Moment wartest, hole ich es dir.«

»Vielen Dank.«

»Kein Problem. Ich bin ja meistens daheim. Das ist der Vorteil eines Fernstudiums.« Er machte einen Schritt zurück in seinen Flur und wühlte in einem Berg von Paketen.

»Die sind aber nicht alle für mich, will ich hoffen?«

»Nein, nur das hier.« Felix richtete sich wieder auf und reichte ihr einen Karton. »Die übrigen Pakete habe ich für andere Familien angenommen.«

»Das sind eine Menge Pakete. Du solltest dich bei der Post als Außenstelle bewerben.«

»Womöglich mache ich das eines Tages.« Sein Lächeln wurde ein wenig breiter. Er trug ein blau-weißes Shirt und dazu Radlerhosen. In seinen blonden Haaren saß eine Sonnenbrille.

»Machst du eine Tour?«

»Ja, hab mein Lernpensum für heute geschafft und will das schöne Wetter für eine Runde am Isarufer nutzen. Magst du mitkommen?«

»Danke, lieber nicht. Nach meinem Sturz vor ein paar Wochen bin ich kuriert.«

»Du weißt doch, was man sagt: Wenn man vom Pferd fällt, sollte man gleich wieder aufsteigen, sonst wagt man es womöglich niemals wieder.«

»Dann bin ich für niemals.« Evi lächelte schief. »Ich wünsche dir aber trotzdem viel Spaß. Fahr vorsichtig, ja?«

»Ich will's versuchen.« Felix nickte ihr zu, stapfte an ihr vorbei und war bald darauf aus der Haustür.

Evi schloss ihre Wohnungstür auf, trat ein und brachte das Paket in die Küche. Es musste ihr Hochzeitsgeschenk für Hannah und Daniel enthalten: Ein Puzzle mit einem Foto von ihnen beiden während ihres ersten gemeinsamen Urlaubs. Hannah hatte es ihr vor zwei Jahren geschickt, und Evi hatte es aufgehoben. Auf die Rückseite des Puzzles hatte sie einen Gutschein drucken lassen – für einen Wellnessurlaub in einem bezaubernden kleinen Hotel in Tirol. Den würde das Brautpaar entdecken, sobald es das Puzzle fertig gelegt und vorsichtig umgedreht hatte. Einen entsprechenden Hinweis würde sie auf ihrer Karte hinterlassen.

Wenn ihre Trennung sie eins gelehrt hatte, dann dass Zeit füreinander ein wichtiger Grundstein in jeder Beziehung war.