Dr. Stefan Frank 2852 - Stefan Frank - E-Book

Dr. Stefan Frank 2852 E-Book

Stefan Frank

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Beschreibung

Ballerina Emma steht kurz vor dem größten Moment ihrer Karriere: der Doppelrolle der Odette/Odile in Schwanensee, für die sie seit Jahren brennt. Während das harte Casting sie an körperliche und emotionale Grenzen führt, fühlt sie sich zugleich immer stärker zu Rodrigo hingezogen - dem Filmemacher, der jede Probe, jeden Zweifel und jeden Triumph mit seiner Kamera begleitet. Doch je näher die Premiere rückt, desto deutlicher wird ihr schwindender Atem, ihr Zittern hinter den Kulissen, ihre Angst, von der jüngeren Ekaterina überholt zu werden. Aber Emma kämpft weiter, bis ausgerechnet am Valentinstag der Anruf kommt, der alles zerstört: Sie verliert die Rolle. Und noch bevor sie begreift, was wirklich in ihrem Körper vorgeht, reißt eine Diagnose ihr Leben endgültig in zwei Hälften ...

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Seitenzahl: 127

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Cover

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Ende der Ungewissheit

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Impressum

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Inhaltsverzeichnis

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Ende der Ungewissheit

Ausgerechnet an Valentinstag erfährt sie die schlimme Nachricht

Ballerina Emma steht kurz vor dem größten Moment ihrer Karriere: der Doppelrolle der Odette/Odile in Schwanensee, für die sie seit Jahren brennt. Während das harte Casting sie an körperliche und emotionale Grenzen führt, fühlt sie sich zugleich immer stärker zu Rodrigo hingezogen – dem Filmemacher, der jede Probe, jeden Zweifel und jeden Triumph mit seiner Kamera begleitet. Doch je näher die Premiere rückt, desto deutlicher wird ihr schwindender Atem, ihr Zittern hinter den Kulissen, ihre Angst, von der jüngeren Ekaterina überholt zu werden. Aber Emma kämpft weiter, bis ausgerechnet am Valentinstag der Anruf kommt, der alles zerstört: Sie verliert die Rolle. Und noch bevor sie begreift, was wirklich in ihrem Körper vorgeht, reißt eine Diagnose ihr Leben endgültig in zwei Hälften ...

»Ich drücke dir die Daumen, mein Schatz«, meldete sich Emmas Mutter per Handy. »Zeig ihnen, was in dir steckt!«

Emma bedankte sich für die lieben Worte und legte auf.

»Deine Mutter?«, fragte Chrissy, Emmas jüngere Kollegin, die es ebenfalls bis in die Endrunde geschafft hatte.

Emma nickte und ließ das Telefon in ihrer Umhängetasche verschwinden, die staubig vom Boden der Bühne war, auf der sich gleich alles entscheiden würde. Jede Ballerina träumte davon, einmal im Laufe ihrer Karriere die Schwanenprinzessin zu tanzen, doch nur den allerwenigsten war dieses Glück vergönnt.

Die Doppelrolle aus Tschaikowskys Schwanensee verlangte nicht nur technische Perfektion, sondern eine besondere emotionale Reife. Die Fähigkeit, die unschuldige Zerbrechlichkeit der Odette genauso überzeugend zu verkörpern wie die Rolle der bösen Verführerin Odile, ließ sich nicht einfach erlernen. Entweder man trug dieses Talent und Verständnis für die beiden unterschiedlichen Charaktere in sich oder nicht.

»Hast du gesehen? Die Romano ist auch da! An Barre vier«, flüsterte Chrissy Emma aufgeregt zu und beugte sich leicht nach vorne, um einen flüchtigen Blick auf die bekannte Konkurrenz zu erhaschen.

Doch Emma hatte nicht vor, sich von der Anwesenheit der talentierten Italienerin aus dem Konzept bringen zu lassen. Nur weil Juliana Romano als außergewöhnliches Nachwuchstalent galt, hieß das noch lange nicht, dass sie das Zeug zur Odette, geschweige denn zur Odile, hatte!

»Konzentrier dich lieber auf dein Port de bras«, riet Emma ihrer Freundin leise.

Die weichen, wellenartigen Armbewegungen waren das Herzstück der anspruchsvollen Choreografie, denn die Tänzerinnen mussten beweisen, dass sie die Illusion eines Schwanes erzeugen konnten.

»Kein mechanisches Flattern«, erinnerte sich Emma an die Worte ihrer Trainerin. »Euer Schwan will atmen! Er ist lebendig! Ihr schwebt über die Bühne, schwerelos!«

Emma musste lächeln. Wenn ihre Trainerin über das Tanzen sprach, klang es jedes Mal wie Poesie. Die Trainerin war früher einmal eine erfolgreiche Ballerina gewesen, und Emma fragte sich, ob sie nach dem Ende ihrer Karriere denselben Weg einschlagen würde. Lange hin war es nicht mehr, Emma zählte mit ihren dreißig Jahren fast schon zum alten Eisen in der Welt des Balletts.

Doch noch gelang es ihr, diesen Umstand zu ignorieren und zumindest wegzuschieben. Die Angst vor dem Danach war ihr nicht dienlich, und so gab sie sich Mühe, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. An ihrem Alter konnte sie ohnehin nichts ändern. Was sie in der Hand hatte, war ihr Können, ihr Talent, ihr Fleiß und ihr Ehrgeiz – und in diesen Bereichen machte ihr kaum jemand etwas vor.

»Es geht los«, zischte Chrissys Nachbarin den beiden zu und richtete sich streng und mit starrem Gesichtsausdruck auf.

Mit aufrechtem Oberkörper und ausgestreckten Armen stellte sich Emma auf ihre Zehenspitzen und holte tief Luft. Ein kurzer Blick in den Spiegel verriet ihr, dass alles perfekt saß. Ihre streng nach hinten gekämmten Haare, die kleinen, glitzernden Stecker in den Ohrläppchen und ihr elegant schimmernder Body. Sie hatte das körperbetonte Kleidungsstück mit der perlweißen Strumpfhose, die ihre Beine noch schlanker aussehen ließ, als sie ohnehin schon waren, kombiniert und fühlte sich in ihrem Look wunderschön.

Als der erste Klavieranschlag durch den großen Raum hallte, schloss Emma die Augen. Sie versuchte, sich auf den Klang der Musik zu konzentrieren und alles andere um sie herum zu vergessen. Ihre Kolleginnen, die sich links und rechts von ihr an den Ballettstangen im Takt der Melodie hin und her wogen, verschwanden genauso wie die Jurymitglieder, die ihre strengen Blicke über die fünfundzwanzig besten Tänzerinnen Europas wandern ließen.

Für Emma existierte nichts außer sie selbst und dem Klavier. Seine sanften, aber bestimmten Töne sagten ihr, wann es losging, und als es so weit war, spürte Emma, dass es gut werden würde.

Langsam öffnete sie ihre Augen und blickte selbstbewusst, aber grazil durch den Raum, bis sie den Leiter der Tanzkompanie entdeckt hatte. Als der Mann sie ebenfalls anschaute, hielt sie sich an seinen Augen fest, als hinge ihr Leben daran, und setzte sich in Bewegung.

Ihr erster Schritt war kaum sichtbar, und Emmas Arme schwebten in einem weichen Halbkreis vor ihr. Sie spürte die Musik und ließ ihr eines Bein leicht wie eine Feder nach hinten aufsteigen, während das andere sie mit dem Boden verband, tief verwurzelt und doch ohne jede Härte. Ein Arm floss nach hinten, leise und zart, während der andere sich nach vorne streckte. Ihr Körper zog sich in die Länge, mühelos und ohne Drängen. Ihr Hals war lang gestreckt, ihr Rücken eine feine Linie, und ihr Kopf drehte sich anmutig mit der Musik. Es war keine Pose mehr, es war Poesie. Emma hielt den Blick des Leiters fest und tastete mit ihren Fingerspitzen durch die Luft, als berührten sie die glitzernde Oberfläche eines unsichtbaren Sees.

Der Mann stand mit verschränkten Armen im Raum und bewegte sich kaum. Die anderen Jurymitglieder liefen hin und her, machten sich Notizen und nickten einander zu. Doch der Leiter stand unbeweglich auf seinem Platz und schaute sie an.

Ihr Herz fing an zu rasen, doch sie ließ es nicht zu, nervös zu werden. Alles lief genauso, wie sie es sich erträumt hatte. Elegant ließ sie ihren Kopf sinken, als würde sich die Schwanenprinzessin verneigen, und hielt ihren Körper einen kurzen Moment länger, als die Choreografie es vorsah. Diese heimlich erschlichene Millisekunde war riskant, aber Emma vertraute darauf, dass es klappen würde. Es musste klappen!

Als sie sich wieder aufrichtete, sah sie, dass es sich gelohnt hatte. Der Leiter ließ sich zwar nichts anmerken, doch seine Augen verrieten, dass er hin und weg von ihr war. Ohne ins Stocken zu kommen, löste sie sich aus der Arabesque-Position und ließ ihre Fingerspitzen ein letztes Mal durch den Raum gleiten, als würde sie Abschied nehmen.

Anerkennend schaute der Leiter ihr hinterher.

Alles in Emma fühlte sich wie auf Wolken gebettet an. Sie spürte keinen Schmerz in ihren Zehen, ihre Glieder waren leicht, und am liebsten hätte sie Chrissy laut zugerufen, wie glücklich sie in diesem Moment war.

***

Aufgeregt schwirrten die Tänzerinnen nach dem Casting hinter der Bühne durcheinander und plapperten nervös durcheinander.

»Hast du Henri gesehen? Wie er dich angeschaut hat?«, überschlug sich Chrissys helle Stimme.

Emma nickte lächelnd. Der Leiter der Tanzkompanie war zwar nicht der Einzige, der über die Rollenvergabe entschied, aber seine Stimme hatte das meiste Gewicht.

»Habt ihr gesehen, wie die Romano die Fouettés getanzt hat? Die ist raus, ganz sicher!«, sagte eine der Tänzerinnen, die selbst nicht besonders gut getanzt hatte, mit einem gehässigen Ton.

»Wann bekommen wir Bescheid?«, wollte eine andere wissen.

»War das wirklich die letzte Runde? Vielleicht lassen sie uns noch mal vortanzen?«, hoffte eine unglücklich dreinschauende Ballerina, die Emma noch nie irgendwo gesehen hatte.

»Komm, wir gehen«, flüsterte Emma Chrissy zu und schob sie aus dem Getümmel in Richtung Ausgang.

»Manno, das ist doch das Spannendste! Ich will wissen, was die anderen zu sagen haben.«

»Das kann ich dir verraten: Jede lästert über jede«, seufzte Emma und zog Chrissy über den Gang. »Das ist doch immer dasselbe. Es gibt zu wenig Rollen für zu viele begabte Tänzerinnen. Und was glaubst du, kommt dabei raus?«

»Ich habe nichts gegen Lästereien«, lachte Chrissy. »Solange ich nicht selbst mitmache, darf ich doch wenigstens zuhören! Das ist unterhaltsam.«

Chrissy war einige Jahre jünger als Emma und hatte noch nicht so viel Erfahrung in dem Geschäft, in dem es manchmal brutaler zuging, als Seidenstrümpfe und Tüll-Tutus es vermuten lassen würden. Für Emma war jedenfalls klar, dass man sich von Lästereien und Intrigen am besten so weit wie möglich entfernt hielt.

»Wichtig ist nur, wie wir performt haben«, sagte sie ruhig zu ihrer Freundin. »Alles andere ist unwichtig. Sollen sich die anderen doch gegenseitig zerfleischen. Wir sind Tänzerinnen, keine Schülerinnen, die sich auf dem Pausenhof gegenseitig das Leben schwermachen!«

Auf einmal hatte Emma das Gefühl, dass sie beobachtet wurden. Sie zuckte zusammen und drehte sich um.

»Weitermachen!«, raunte eine tiefe Stimme. »Ich bin gar nicht da.«

»Was soll das?«, fauchte Emma und machte ein paar zügige Schritte auf den Mann zu, der mit seinem gesamten Oberkörper über einer Kamera hing und konzentriert an ihr herumspielte. »Was fällt Ihnen einen, uns heimlich zu filmen?«

»Emma, das ist ...« Chrissy rannte ihr hinterher, um sie zu stoppen.

»Sie glauben wohl, dass Sie ein ganz Schlauer sind! Sich einfach hier reinzuschleichen! Was sind Sie, ein Stalker? Ich werde Sie sofort melden!«

»Emma!« Chrissy legte ihrer Freundin die Hand auf die Schulter, doch der beschuldigte Mann nickte ihr beruhigend zu.

»Ihre Freundin hat ganz recht, ich habe Sie nicht um Erlaubnis gefragt«, sagte er und legte die Kamera zur Seite. »Ich bin Rodrigo Fernández. Ich filme dieses Jahr die Entstehung des Schwanensees.«

Rodrigos Stimme war rauchig, doch seine dunkelbraunen Augen lächelten sie so herzlich an, dass Emma weiche Knie bekam.

»Aha«, sagte sie und legte ihre Stirn in Falten. »Das kann ja jeder behaupten.«

Rodrigo lachte kurz auf und fuhr sich mit seiner Hand durch die schwarzen Locken, die an den Schläfen grau waren.

»Fragen Sie gerne nach, die Leitung hat mich höchstpersönlich beauftragt«, versicherte er und funkelte sie auffordernd an. »Wir können zusammen hingehen«, schlug er vor. »Ich wollte eh gleich was mit Henri trinken gehen.«

Henri! Er kannte den Leiter. Scheinbar so gut, dass die beiden Männer miteinander anstießen.

»Herr Fernández ist total berühmt«, flüsterte Chrissy ihrer Freundin zu.

»Rodrigo«, korrigierte der breit gebaute Spanier sie und reichte Emma die Hand. »Und wie heißen Sie?«

Zweifelnd schaute Emma ihn an. Er sah gut aus, unverschämt gut. Aber trotzdem gefiel es ihr nicht, dass er sie einfach ungefragt gefilmt hatte.

»Emma«, sagte sie patzig.

»Emma. Das klingt sehr schön«, antwortete Rodrigo und nahm seine Kamera wieder an sich. »Emma, die Schwanenprinzessin.«

»Ach, das ist doch noch gar nicht entschieden«, wehrte sie verlegen ab.

Rodrigo tippte auf seine Kamera.

»Ich habe sie gefilmt. Und meine Kamera lügt nicht.«

»Sie haben das Casting aufgenommen?«

»Bitte lassen Sie mich nicht verhaften«, lachte Rodrigo und schaute sie dann ernst an. »Ehrlich, Sie waren wunderbar, Emma. Danke.«

Verwirrt schaute sie ihn an.

»Ein Dokumentarfilm kann nur das zeigen, was passiert. Und was auf dieser Bühne passiert ist, war ... wunderbar.«

Emma spürte, wie ihr Körper von einem warmen Schauer überzogen wurde. Gleichzeitig ärgerte sie sich, dass ihr ein Kompliment von einem Fremden so viel bedeutete.

»Bis bald, Emma«, sagte er und küsste ihr die Hand. »Ich freue mich, Sie in Zukunft weiter zu filmen.«

Perplex schaute Chrissy dem spanischen Filmemacher hinterher.

»Mein Gott, sieht der gut aus! Viel besser als in der Zeitung.«

»Der spinnt doch!«, sagte Emma, als sie sich wieder gefangen hatte. »Mich weiter zu filmen, der hat sie doch nicht alle.«

Er konnte so gut aussehen, wie er wollte, Emma war sich nicht sicher, ob ihr diese ganze Filmerei gefiel.

»Ich versteh dich nicht«, sagte Chrissy und schüttelte den Kopf. »Ich würde mich liebend gern von ihm filmen lassen.«

Emma musste lachen, als sie Chrissys zweideutigen Blick sah, und nahm ihre Freundin in den Arm.

»Komm, wir gehen in die Goldbar und stoßen auf unser erfolgreiches Casting an!«

Entschlossen hakte Emma sich bei Chrissy unter und ging mit ihrer Freundin in die elegante Cocktailbar, ohne zu ahnen, dass der Abend ganz anders enden würde, als sie es sich in diesem Moment ausmalte.

***

»Hast du schon darüber nachgedacht, was du tust, wenn du die Rolle bekommst?«, wollte Chrissy eine Stunde später wissen.

Die beiden Freundinnen hatten sich in der Goldbar den schönsten Platz in einem Séparée in der Ecke gesichert und waren bereits bei ihrem zweiten Glas Sekt.

»Um mein Leben tanzen«, lachte Emma und nippte an ihrer Sektflöte.

Die Tänzerin trank so gut wie nie Alkohol und fühlte sich jetzt schon ganz berauscht. Mit glühenden Wangen beugte sie sich zu ihrer Kollegin nach vorne.

»Stell dir doch nur mal vor, was das für eine Wirkung nach außen senden würde. Ich wette mit dir: Keiner hat damit gerechnet, dass ich mit meinen dreißig Jahren eine realistische Chance auf diese Rolle habe!«

»Vor dem Casting vielleicht nicht«, stimmte Chrissy ihr zu. »Aber ich glaube, heute haben alle gesehen, dass du eine sehr ernstzunehmende Anwärterin auf die Rolle bist.«

Das Kompliment ging runter wie Öl. Emma hatte sich in den letzten Monaten so viele Sorgen um ihre Zukunft gemacht, dass sie das gelungene Casting so beflügelte, als hätte sie bereits eine Zusage.

Als Emma verloren in ihren glückseligen Gedanken durch den Raum schaute, sah sie, dass ein schmuck gekleideter Kellner auf sie zukam. Als er an ihrem Tisch angekommen war, wies seine Kollegin, die sich im Hintergrund hielt, an, den mitgebrachten Eiskübel abzustellen, und zeigte den beiden Frauen eine dunkelgrüne Flasche mit einem goldenen Etikett. Er las einen französischen Champagnernamen vor, der Emma noch nie gehört hatte, und tauschte die Sektgläser gegen zwei edle Kristallschalen.

»Damit sich der Geschmack besser entfaltet«, erklärte er, als er die fragenden Blicke sah, und schenkte den beiden ein. »Mit freundlichen Grüßen von dem Herrn an der Bar.«

Chrissy stieß Emma mit ihrem Knie an und schaute entzückt.

»Das ist aber toll!«, freute sie sich. »So was passiert doch sonst nur in Filmen.«

Entzückt nahm sie das Glas entgegen und drückte Emma das andere in die Hand.

»Wie aufregend!«

Emma interessierte sich wenig für den Champagner und mehr für die Frage, wie sie zu dem teuren Freigetränk gekommen war.

»Sehen Sie den Herrn im schwarzen Hemd? Der mit der Jeans«, sagte der Kellner leise und nickte in Richtung der Bar, an der ein gut gebauter Mann stand.

»Einen knackigen Po hat er schon mal«, amüsierte sich Chrissy und ließ den großzügigen Gönner nicht aus dem Blick. »Ist das nicht ...?«

Der Kellner verbeugte sich dezent und entfernte sich.

»Das ist doch der Fernández!«, zischte Chrissy leise.

Instinktiv stellte Emma das Glas zurück auf den Tisch.

»Was will er von uns? Warum lädt er uns ein?«, fragte sie misstrauisch.

»Ich frage ihn«, sagte Chrissy und stand auf.