Eden II - Cat Corres - E-Book

Eden II E-Book

Cat Corres

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Beschreibung

Die Fortsetzung von Eden erwacht, fängt dieses Mal nicht so locker und leicht an. Eden fällt buchstäblich. Ein tödlicher Virus schlägt um sich, nur warum ist er nur für die Vampire schädlich? Casedy Miles muss sich neuen und alten Feinden stellen. Und warum taucht ausgerechnet jetzt Noah auf. Zufall?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

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EDEN

II

fällt

Von Cat Corres

Impressum

© 2025 / Erstauflage

Autorin:

Cat Corres

C/o WirFinden.Es

Naß und Hellie GbR

Kirchgasse 19

65817 Eppstein

Mail: [email protected]

ISBN-Print: 9783819420818

Instagram: @catrin_autorinmithangzumchaos

Covergestaltung: @_greenhousegallery

Illustrationen: Cat Corres

Buchbeschreibung:

Ein mysteriöser Typ im Cape der alle Vampire mit einem Virus ausrotten will. Neue, alte Feinde und Cassy, die mit alten Dämonen zu kämpfen hat. Und dann taucht auch noch Noah auf. War es wirklich dem Zufall geschuldet, dass ausgerechnet der wüste Vampir, mit den grünsten Augen ever, zum ungünstigsten Zeitpunkt auftauchen muss?

Autorenvita:

Cat Corres wurde 1980 geboren und lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Mädchen am linken Niederrhein. Sie schreibt Fantasyromane und tobt sich in Fairytale*romance, Sciene*fiction*fantasy und Miscummunicationlovestorys kreativ aus. Wer mehr über ihre Projekte wissen möchtet, folgt ihr am besten über Instagram:

@catrin_autorinmithangzumchaos.

Content Notes auf Seite 113

EDEN

II

fällt

Von Cat Corres

Eisenhut, auch Wolfskraut genannt, bannt die Kraft sich in einen Wolf zu Wandlern.

* Was wären wir ohne Hoffnung? *

Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

-William Shakespeare-

-1-

Ich spürte, dass Dean mir nicht glaubte, sei es drum, meine Gefühle verrieten mich früher oder später immer. Ich war noch nie gut darin gewesen, sie zu verbergen. Wollte ich es überhaupt? Sie verbergen? Der Wandlervampir überging meinen offensichtlichen Gefühlsausbruch, er sah, dass ich etwas vor ihm verbarg. Stattdessen, dass er mich fragte, was los sei, nahm er meine Hand, küsste meine Stirn und zog mich einfach zurück zum Haus, meiner Hexenfreundin. Die Party war noch immer im vollen Gange, der Gewinn allerdings, war vergessen. Die Schatulle mit dem Schlüssel lag vermutlich immer noch unter irgendeiner Statur, im Irrgarten vergraben und ebenso schnell hatten wir uns vom Lichterfest, bei Chelly, verabschiedet. Chellybee zog zwar schmollend die Lippen zusammen, zeigte aber offensichtlich Verständnis für den überstürzten Aufbruch.

»Melde dich nächste Woche mal bei mir«, war alles, was sie sagte, wir umarmten uns kurz und die Nacht schwirrte unberührt von unseren Worten ins Morgengrauen davon.

* *

»Sagst du mir, was passiert ist, Cassy?«, ein müdes: »Mmm«, entwisch mir, gefolgt von einem stummen Kopfnicken. Ich wollte nur seine Nähe spüren. Dean wollte noch etwas erwidern, ließ den Satz dann doch offen über uns schweben und legte seinen Arm fest um meinen Bauch und zog mich noch ein paar Zentimeter näher zu sich ran. Seine Lippen küssten meinen Hinterkopf und eng umschlungen schliefen wir ein.

Es fühlte sich seltsam an. Irgendwie löste sich zwischen uns etwas auf, hörte auf zu existieren, dabei lief es doch endlich mal verdammt gut. Eine Melancholie schwebte über mir, die mich immer wieder aufwachen ließ, und ich war meilenweit entfernt von einem erholsamen Schlaf. Deans Arm lag nach wie vor, um meine Mitte. Sein Daumen kreiste hin und wieder über meinen Bauchnabel und hinterließ ein Schauer an meiner Narbe. Den Mondstein hatte ich fast vergessen.

Wieso nur, brachte mich Noahs Auftreten so völlig aus der Bahn? Wieso jetzt? Nach so langer Zeit? Ich war völlig durcheinander, mein Herz litt. War es richtig gewesen, dem Wandlervampir meine nächtliche Begegnung zu verheimlichen? Oder hatte er eine Ahnung? Vermutlich, doch zum Glück blieben mir noch ein paar Tage, um darüber nachzudenken. Die Jungs planten schon seit Wochen einen Wandertrip in die Berge, und da ich eh arbeiten musste, war ich ausnahmsweise mal froh darüber, die Stunden alleine zu verbringen. Na, so ganz alleine war ich ja nicht, Summer würde mir nicht von der Seite weichen. Und so verlor sich die Woche in Herbstfarben und löste sich zum krönenden Abschluss mit Gewitterwolken zum Wochenende ab.

Nur leider brachte auch die Schicht im Martins am nächsten Tag, ebenso wenig Ablenkung. Summer hatte mich längst studiert, sagte nur seit einer knappen Stunde immer noch kein Wort. Ich bediente gerade ein paar Vampire, als eine kühle Hand meine linke Wange berührte. Erschrocken drehte ich mich um und sah in ein sehr amüsiertes Augenpaar. Summers Blick wechselte in ein sehr Abwartendes.

»Du sagst mir jetzt auf der Stelle, was mit dir los ist, Edy? Was ist gestern passiert? Hast du ein Gespenst zu viel gesehen?«, fing die blonde Vampirin verräterisch an zu kichern und taxierte mich weiterhin mit ihrem wirren Blick. »Nun sag endlich was!«

»Tu nicht so, als ob du es nicht längst wüsstest, Summer! Die Unschuldsnummer kauf ich dir nämlich nicht ab.« Sie fing gespielt zu hüsteln an. »Wusst ich´s doch!«

»Ich durfte nichts sagen, sonst hätte Noah mich einen Kopf kleiner gemacht. Er wollte dich nur sehen, mehr nicht.«

»Mehr nicht?« Natürlich.

»Hey, das muss du selbst klären, außerdem, wer ist hier nicht ehrlich, hu?« Beschämt von ihren Worten blickte ich auf den Korkboden zu meinen Füßen und kaute auf der Innenseite meiner Wange herum.

»Schon gut, belassen wir es dabei, ok?«

»Ich hab kein Problem, Süße. Aber ich denke, du bist es Dean schuldig, er war immer aufrichtig, und.« Sommer kam mir wieder ein ganzes Stück näher: »Er liebt dich nun mal.« Von wem sie da jetzt genau sprach, wusste ich nicht oder besser gesagt, wollte ich nicht wissen. Es spielte auch keine Rolle. Ich musste mich auf meine Arbeit konzentrieren, mein Privatleben sollte hier nicht die Priorität sein, sondern die Gäste, die hier jede Nacht herkamen und bedient werden wollten und schnaubte: »Sei´s drum, Summer, wir haben heute viel zu tun, können wir das später vertiefen, ja? Danke, dir«, und ich jonglierte mit einem voll beladenen Tablett an ihr vorbei, durch die überfüllte Vampirbar.

Kev war geschäftlich unterwegs und nicht in der Stadt, ein Grund mehr gut organisiert zu sein. Das war ich meinem Boss schuldig. Und natürlich hatte es längst die Runde gemacht, dass Noah, der heißeste Singlevampir von Eden, wieder im Lande war. Die Boxen dröhnten und der Boden vibrierte, als mein Blick den Eingang streifte. Konnte er nicht, wo anders hingehen, um mir offensichtlich die Freude bei meiner Arbeit mies zu machen? Anstelle, dass er alleine kam, flankierten ihn links und rechts, je eine junge Vampirin. Klar, was hatte ich erwartet? Ich hatte es gewusst und doch, glühten meine Wangen, aus Wut, aus Scham und aus purer Verzweiflung. Wieso reagierte ich überhaupt noch auf diesen Macho? Ich hätte mich ohrfeigen können und tat es innerlich auch, um mich wieder auf mein Tablett und die Gäste zu konzentrieren. Ich fühlte wie mir die Hitze in die Wangen schoss und Noah hatte mal wieder das erreicht, was er wollte, meine volle Aufmerksamkeit. Verdammter Mistkerl! Fehlte nur noch Dean und die Party konnte steigen. Nur mein Schweigen machte die Gesamtsituation nicht besser. Ich sollte damit umgehen können, nur weit gefehlt. Als sich unsere Blicke streiften, konnte ich seine Erregung spüren. Mit jedem Atemzug schlug das Blut Wellen unter meiner Haut, und das schlimmste bei dem Ganzen war, Noah spürte ebenfalls jede kleinste Gefühlsregung, die von mir ausging. Und nur weil ich ihn nicht verbluten lassen konnte. Jetzt in diesem Moment, wäre mir sein tot, umso lieber gewesen. Doch der Showdown, der das Fass zum überlaufen brachte, kam gleich danach. In Zeitlupe ließ ich das Tablett in meiner Hand sinken, das Bier, das noch draufgestanden hatte, fiel klirrend zu Boden und verteilte sich in Sekundenschnelle auf dem klebrigen Barboden. Ich sah Summer flehend entgegen und rannte auch schon durch den Hinterausgang, hinaus ins Freie. So ein verfluchter Affe! Für mich war es die beste Fluchtmöglichkeit, doch ich durfte jetzt auch nicht einfach so verschwinden, das würde Kev mir nie verzeihen. Aber ich brauchte frische Luft und ließ mich wenige Minuten später, angespannt mit dem Rücken, gegen die Hinterwand des Martins fallen. Der Sternenhimmel über mir beruhigte mich nur bedingt und ich stützte meine Hände auf den Knien ab und kämpfte mit den Tränen, die auszubrechen drohten. Ich durfte jetzt nicht nachgeben. Ich musste mich beruhigen. Ich hatte erfolgreich, vier lange Jahre es geschafft, den aufkommenden Schmerz zu verdrängen. Und das alles stürzte binnen von Sekunden auf mich nieder, sodass es mir die Luft nahm. Ich war darauf nicht vorbereitet gewesen und fing umso mehr zu schluchzen an, wie ich Arme um mich spürte, die mich festhielten, so wie die Stimme meiner Vampirfreundin, die in meinen Kopf eindrang, um mich zu beruhigen. »Geh weg, lass mich das bitte mit mir alleine ausmachen, drinnen ist zu tun, ich brauch nur nen Moment, ehrlich, ich komm gleich.«

»Wem spielst du dieses Theater noch länger vor, Honey? Du leidest und das nicht seit eben. Ich kann ihn rausschmeißen.«

»Nein, er soll es nicht auch noch unter die Nase gebunden bekommen, das ich ihn nie.«

»Gehen lassen wolltest, Edy, er weiß es, er liebt dich, Himmel!«

»Sag es nicht. Klar, er liebt mich und kommt mit zwei kleinen Spielgefährtinnen aus Spaß hierher um mich vorzuführen? Nein, Summer, er weiß ganz genau, was er tut, und vor allem weiß er, dass ich ihm verfallen bin, egal was er auch anstellt.«

»Noch mal, ich schmeiß ihn raus, Liebes.«

»Nein, es ist okay. Ich schaff das. Es geht auch schon wieder, das war nur ein kleiner Ausrutscher, ehrlich. Komm, durstige, trockene Vampirmänner sind keine gute Mischung«, duckte mich unter ihrer Umarmung davon und grinste gespielt, in mich hinein. Summer verdrehte genervt die Augen, folgte mir und lief dann an mir vorbei, Nachschub aus dem Keller holen. »Ich hol noch Blutstripes, lass dich ja nicht beißen!«

»Ich doch nie.«

Wie vor einem Boxkampf versuchte ich meine Glieder locker zu machen, tänzelte dennoch angespannt bis zum Eingang der Bar und ging direkt hinter den Tresen. Gerade noch rechtzeitig, denn ein Dutzend, junger Vampire tummelten sich an den Barhockern und pöbelten sich gegenseitig an.

»Hey Jungs, ich bin ja schon da, was darf ich euch bringen?«, und ich hatte ihre volle Aufmerksamkeit. Das war knapp, doch da kam auch schon Summer aus dem Keller zurück, voll beladen mit Blutkonserven und bediente mit mir zusammen den durstigen Haufen. Unauffällig ließ ich den Blick durch die Bar gleiten, es dauerte einen momentlang, bis ich Noah fand. Denn er hatte sich in den hinteren Bereich verzogen und saß auf der roten Bank ganz in der hinteren Ecke, allein wohlbemerkt. Ich schluckte, hatte er diese Show nur meiner Reaktion geschuldet abgezogen oder waren ihm seine Eroberungen schon wieder über? Ärgerlich schüttelte ich den Kopf und bediente einfach weiter. Zum Glück war es voll, doch das würde Noah nicht ewig aufhalten. Meine Schicht war bald zu Ende und dann konnte ich nicht mehr so leicht davonkommen, denn mit jeder Stunde die verging, wurden seine Blicke intensiver. Er starrte in meine Richtung, nippte hin und wieder an seinem Getränk und saß fast regungslos auf der rotgepolsterten Eckbank, die Arme zeitweise vor seiner Brust verschränkt und ließ mich mit seinen Blicken kein einziges Mal aus den Augen. Was zum Henker, wollte er denn? Gut, es war offensichtlich, was er wollte. Mich, und er wusste genau, welche Wirkung er auf mich hatte und diese Tatsache ärgerte mich maßlos. Und das ausgerechnet heute. Dean würde nicht, wie sonst hier aufkreuzen, um mich abzuholen. Der Wandlervampir war am frühen Morgen aufgebrochen, zusammen mit Nolan und Lenny auf ihren Wochenendtrip in die Berge, und vor Dienstagabend würden sie nicht zurück sein.

Mein Früheres ich hätte es willkommen geheißen: Ne heiße Ablenkung, ne schnelle Nummer und den nächsten Tag einfach wieder normal beginnen, als sei nichts passiert. So wie früher. Doch so, war ich nicht mehr. Ich hatte mich verändert. Das eventuell daran lag, dass ich kein menschliches Wesen war, so wie ich es immer angenommen hatte. Und da änderte auch nichts daran, das ich gutbehütet bei meiner Grana, Lilith aufgewachsen war, die vor vier Jahren als Vampir die Augen wieder öffnete, und ich hatte herausgefunden, dass ich mich in einen Wolf verwandeln konnte. Eine Wandlerin. Es war viel passiert. Ich war die letzte Wölfin eines Rudels, das fast ausgelöscht wurde. Und auch die Einzige, die Nachwuchs hervorbringen konnte, nur zu welchem Preis? Zum Glück schafften wir, Biggi zu befreien und den Wolfclan weitestgehend zu schwächen. Ian Hunter konnte uns nicht mehr gefährlich werden, denn er war zu Asche in den Himmel aufgestiegen.

Biggi war mit meinem Bruder endlich glücklich und seitdem die beiden das Wolfs-Inn renoviert und das Motel übernommen hatten, war es auch nicht mehr der dunkle Bikertreff, in den ich mich vor vielen Monden hin, verlaufen hatte.

Vier Jahre waren eine lange Zeit, um sich zu finden. Selbst meine allerliebste Hexenfreundin legte ihren Groll gegen meine Vampirfreunde bei. Gut, das war auch Dean ein kleinwenig geschuldet, aber er war ja auch kein Reinblüter. Er war ein Wandler, so wie ich einer war. Wir hatten etwas Besonderes und das sollte ich einfach über Bord werfen und da weitermachen, wo ich aufgehört hatte? Niemals. Und doch war ein kleiner Teil in mir auf Abwegen und bereit sich in den Abgrund zu stürzen, koste es, was es wolle. Noah würde mir nicht guttun und das schlimme daran, ich wusste es, zu einhundert Prozent.

-2-

Die Sonne brach nur hin und wieder durch die Wolkendecke, als die Schicht um kurz nach sieben in der Früh endlich zu Ende ging. Summer schmiss die letzten Raufbolde aus der Bar, ich sperrte die Hintertüre ab und wollte alles andere nur nicht nach Hause. Ein kaltes Bett war jetzt einfach zu viel.

Die Vampirin reckte ihre Glieder, unnötigerweise und verabschiedete sich mit einer festen Umarmung bei mir, küsste mich links und rechts auf die Wangen und taxierte mich kurz aber bestimmend, mit einem seltsamen Gesichtsausdruck: »Mach bitte keine Dummheiten, ja?«

»Ich doch nie, gute Nacht, Summer, bis heute Abend«, und löste mich Augenverdrehend von der Vampirin.

»Ich meine es so, wie ich es sage, Edy«, und presste nickend die Lippen aufeinander, gab ihr doch keine Antwort mehr und winkte ihr über den Kopf, ehe ich um die Häuserecke bog. Ich hatte spontan beschlossen, einen Besuch bei Grana und Victor zu machen. Daher steuerte ich auch nicht den kurzen Heimweg, so wie üblich über die Hauptstraße an, sondern schlenderte den Feldweg weiter bis runter zur Gabelung, wo es links in die alte Baumallee abging und geradeaus in den Bruchwald.

Die ganze Zeit schon hatte ich das Gefühl, das ich verfolgt wurde, doch es war keine Seele unterwegs und doch spürte ich meinen Verfolger und wusste, dass dieser nicht locker lassen würde, ehe er das bekommen hatte, was er wollte. Was hatte ich auch erwartet? Das er mich meiden würde?

Ich hatte mich damit abgefunden, dass Noah gegangen war, ehrlich. Wieso nur musste er jetzt wieder aufkreuzen? Es lief doch gerade, das erste Mal, so richtig gut, für alle. Zumindest hatte ich das angenommen. Das Einzige, worüber ich wütend auf mich selbst war, das sich diese blöden Gefühle nicht abstellen ließen, ich hasste mich dafür, dass ich mir meiner eigenen nicht sicher genug war, um Dean die Wahrheit zu sagen. Dabei wusste Dean, wie ich für beide empfand, das machte das Ganze aber auch nicht leichter. Es war noch viel mehr im Argen, wie ich mir eingestehen wollte. Ich sollte ihm aus dem Weg gehen und ich war bereit, mich gerade in den Wolf zu verwandeln, als ich den Vampir, direkt hinter mir spürte. Die Wandlung abrupt stoppte, weil mir sein Atem kontinuierlich in den Nacken blies. Mein Blut schlug stattdessen, heiße Wellen, fing an zu zittern und ich wäre am liebsten umgefallen. Verflucht seist du, Noah Hendrix! »Bitte, geh wieder«, knirschte ich mit den Zähnen und hatte kaum die nötige Kraft, mich ihm entgegenzustellen.

»Das kann ich nicht.«

»Na schön, du wirst so oder so mitkommen, hab ich recht?«, und schnaubte ärgerlich auf.

»Jap.«

»Meinetwegen, nur quatsch mich nicht voll, okay.« Er sollte ruhig mitbekommen, dass ich keine Lust auf seine Gegenwart verspürte. Er sollte verschwinden.

»Ich begleite dich nur, mehr nicht«, und er lief neben mir her, so wie früher.

Mir entfuhr ein Seufzer und wog ab, ob es eine kluge Entscheidung gewesen war, und nickte eher geistesabwesend: »Okay, damit sollte ich wohl klarkommen«, und schluckte dennoch schwer, weil ich kurz davor war, die Beherrschung über mich selbst zu verlieren. Und das, löste in mir eine Scheißangst aus. Der Vampir neben mir ließ sich nichts anmerken, keine Spur von Nervosität oder dergleichen, er war der coole Typ, wie immer. Um mich nicht mit ihm unterhalten zu müssen, biss ich mir so fest, bis es schmerzte auf die Zunge und stierte geradeaus, um auszumachen, wie lang der Weg bis rauf zum Haus noch dauerte. Für meinen Geschmack viel zu lange und die Anspannung riss nicht ab, es wurde nur noch unerträglicher. Endlich sah ich den Dachgiebel in der Ferne. Vorfreude und eine Spur Besorgnis legte sich auf mich. Wie sollte ich Noah nur wieder loswerden? Er durfte auf gar keinen Fall mit ins Haus.

»Entspann dich, Cass, ich werde nichts gegen deinen Willen machen.«

»Mmmm.« Natürlich, Mister.Du spürst es, so wie ich.

---ENDE DER LESEPROBE---