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Ein Guter Freund hat mal gesagt, traue dich, auch wenn du glaubst, es nicht zu schaffen, du bist es wert. Nur du alleine kannst es schaffen. Vertraue selbst dem Feind, selbst dann noch, wenn es keinen Ausweg mehr gibt, denn er wird dich am Ende tragen.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Rabenschwarz
Das Geheimnis liegt zwischen den Spiegeln
Von Cat Corres
Impressum
© 2025 / Erstauflage
Autorin:
Cat Corres
C/o WirFinden.Es
Naß und Hellie GbR
Kirchgasse 19
65817 Eppstein
ISBN: Print: 9783819411731
ISBN: E-Book: 9783759290946
E-Mail: [email protected].
Instagram: @catrin_autorinmithangzumchaos
Illustrationen: Cat Corres
Covergestaltung: Cat Corres
Das Buch:
Ein guter Freund hat mal gesagt, traue dich, auch wenn du glaubst, es nicht zu schaffen, du bist es wert, nur du alleine kannst es schaffen. Vertraue selbst dem Feind, selbst dann, wenn es keinen Ausweg mehr gibt, er wird dich am Ende tragen.
Die Autorin:
Cat Corres wurde 1980 am linken Niederrhein geboren. Liebt ihren Mann und ihre beiden Mädchen und ist in vielen Genres kreativ unterwegs.
Bereits erschienen:
*Plötzlich Groupie*
*Red Shoes in the Moonlight, wie Jack Frost die Liebe fand*
*Ella Blue, die Jagd nach dem Weltenschlüssel*
*Eden erwacht I Teil*
Für mehr Infos folgt ihr am besten über Insta:
@catrin_autorinmithangzumchaos
Content Notes auf Seite 56.
*Für Aya*
Lass niemals zu, dass man dich kleinredet, hör auf dein Herz, bleib stark und ungezähmt. Du bist eine tolle, junge Frau, vergiss das bitte nie.
Rabenschwarz
- Das Geheimnis liegt zwischen den Spiegeln -
Von Cat Corres
Eins Samtschwarz
Star blickte in den Himmel, tiefblau. Nur ein paar Schleierwolken zogen vorbei, als ihre Aufmerksamkeit den kleinen Antiquitätenladen auf der anderen Straßenseite galt. Ihre Neugier war nicht der Gitarre noch dem Stapel Sondereditionen, bekannter Schriftsteller gefolgt. Nein, ihre unbändige Aufmerksamkeit hatte etwas ganz anderes auf sich gezogen. Ein kurzes Aufglimmen im hinteren Teil des Geschäftes ließ sie stutzig mit zusammengezogenen Brauen, durch die schlecht durchschauende Scheibe blinzeln. Ohne lange darüber nachzudenken, drückte sie unter Herzpochen die Klinke herunter und steuerte zielstrebig ihr Ziel an. Mit Faszination und fast kindlichem Charme verfallen, stierte sie auf einen alten kunstvollverzierten Standspiegel. Der Rahmen bestand aus einer geschnitzten Einfassung, die mit Messing veredelt worden war. Oben am Kopf saßen, auf einer Eiche Sieben Raben und links und rechts, wachten, am Rahmenrand, wachte, wer auch immer in den Spiegel blickte, ein Wolfskopf. Fein und filigran, fast lebendig sahen sie aus. Eine Kostbarkeit, die nicht jeder sah, zumindest nicht auf den ersten Blick. Doch Star hatte schon immer ein Gespür für Außergewöhnliches, sie liebte seit Kindertagen die Natur und vor allem liebte sie Raben und Wölfe. Das war nahezu perfekt. Ehrfürchtig strich sie mit den Fingerkuppen über die feinen Schnitzereien. Das zerbrechliche Glas hatte über die Jahre hinweg die typschen feinen Risse bekommen. Er musste einfach besonders sein. Vielleicht war er aus einem Schloss gestohlen? Nur jetzt glimmte der Spiegel nicht mehr, wie schade. Schon fast enttäuscht wollte sie sich wieder abwenden, als sie durch ein Räuspern hinter sich, erschrak, und dabei regelrecht zusammenzuckte. Ihr Blick ging automatisch auf ihre Schuhe und wie so oft, entschuldigte sie sich für ihr gedachtes Fehlverhalten. Doch anstatt sich jemand echauffierte, starrte sie in ein amüsiertes, dunkles Augenpaar: »Verzeihung, ich wollte nicht unhöflich sein, aber der Spiegel.« Star biss sich auf die Lippen, wusste nicht genau, wie sie es umschreiben sollte, ohne gleich als verrückt abgestempelt zu werden. Doch früher oder später, würde es eh auffallen. Was machte das schon. Und sie schluckte die wirren Worte hinunter und beendete den Satz mit etwas fester: »Der Spiegel, er ist wunderschön.«
»Und leider nicht verkäuflich, ich weiß, ein sehr seltenes Stück. Aber wo bleiben nur meine Manieren? Ich bin Shadow Caldwell. Der Laden gehört meinem Onkel, aber ganz unter uns, bei ihnen, würde ich eine Ausnahme machen«, verschmitzt grinste Shadow Star an und umhüllte, während er redete, den Spiegel wieder mit einem Tuch, als wolle er nicht, das etwas ans Licht kommen könnte, was nicht sollte. Shadows Mienenspiel war Star nicht entgangen, doch sie lächelte freundlich: »Das ist sehr nett, nur ich kann mir ihn vermutlich eh nicht leisten. Ich war nur so von diesem Glimmern fasziniert.«
Ein ertapptes Husten drang an ihre Ohren, doch zum nachfragen kam sie nicht. Shadow, griff überrascht ihre Hand und zog sie in Richtung Ausgang. Der wehende Morgenmantel, den der junge Mann an sich trug, zog eine aromatische Duftnote mit sich, die sie vergessen ließ, wieso sie hier reingekommen war.
»Am besten schreibst du mir deine Adresse auf, du wirst in ein paar Tagen Post erhalten«, und ehe sich Star versah, stand sie vor ihrer eigenen Wohnungstüre. Wie rätselhaft. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich eben noch, wo anders war.
Die junge Frau war keineswegs verwirrt, eher überwältigt von den Dingen, die sie erfahren hatte. Benommen schloss sie die Türe zu ihrem kleinen Reich, das Star ihr Eigen nennen durfte auf, schlüpfte hinein und ließ sich hinter der wieder verschlossenen Wohnungstüre, auf den Boden hinabsinken. Es war ihr, als hätte man sie in Federn gehüllt, und sachte durch die Wolken getragen. Nur wusste sie nicht mehr, wie sie nach Hause kam. Es war wie eine Erinnerung, die sich langsam aber stetig auflöste. Das letzte, kurze Aufflackern war ein Geschäft, dann war ihr Kopf wie leergefegt.
Jede normale junge Frau hätte womöglich die Polizei gerufen oder zumindest nach irgendwelcher Hilfe, doch Star stand nach einer Weile voller Euphorie wieder vom Boden auf. Ging tänzelnder Weise in die Küche, kochte sich einen Tee, weil der Nachmittag geradezu perfekt war, und schaute versonnen aus dem Fenster, auf die unterliegende Straße. Morgen müsste sie unbedingt in diesen Antiquitätenladen an der Bakerstreet. Zudem sollte sie Sly anrufen. Sie musste ihm unbedingt von ihrem Erlebten berichten, ehe die Erinnerungen ganz verblasst seien.
Zwei eine Handvoll Federn
Verschlafen saß Star am nächsten Morgen in der Metro in Richtung Uni, Sly würde an der Green Wood Haltestation warten. Sie starrte, wie immer aus dem Fenster, auch wenn es nicht wirklich etwas zu sehen gab, war sie von der Geschwindigkeit und Geräuschen fasziniert und überfordert gleichermaßen. Die Bahn schlängelte sich unermüdlich durch die finsteren Tunnel, hier und da, erhellte kurz eine Station die Umgebung und das Quietschen und Rattern begann von vorn. In der letzten Biegung, kurz vor ihrer Station, meinte sie einen vertrauten Geruch wahrzunehmen. Star schüttelte diesen Gedanken schnell wieder von sich und stellte sich vor die noch verschlossenen Wagentüren. Ein langes Zischen und die breiten Schwingtüren öffneten sich. Menschenschlangen eilten hinaus und wieder hinein, sie drängelte sich durch die Leute, hielt weitestgehend die Luft an und kam erst wieder zur Ruhe, als sie Sly von Weitem ausmachen konnte.
Wieso tat sie sich dieses Getümmel jeden Tag an? Es waren jedes Mal die schlimmsten und längsten fünfundzwanzig Minuten, die sie freiwillig in Kauf nahm. Einen Führerschein besaß sie nicht und Star fand ihn auch überflüssig, sich hier in der Stadt der tausend Möglichkeiten anders fortzubewegen. Ihre Wohnung lag recht zentral und Sly machte für sie die schwersten Besorgungen. Da war er wieder, der vertraute Geruch schien ihr zu folgen, denn als sie kurz vor ihrem besten Freund, laut nach Atemringend ankam, war es ihr, als hätte sie ein Déjà-vu. Slys Augen waren dunkler als sonst und auch seine Haare waren nicht bunt wie sonst. Was war gestern nur passiert? Scheiße, verdammt? Stirnrunzelnd sah sie Sly an und stutzte immer noch.
»Was denn, hat es dir die Sprache verschlagen oder hast du den Geist von Grandebridge kennengelernt?«, lachte Sly immer noch und zog Star in eine kurze, aber innige Umarmung. »Ich dachte, etwas Farbveränderung steht mir«, und er wackelte mit den Augenbrauen. Star schob ihn von sich, gab ihm schnell einen Begrüßungskuss auf die Wange und stemmte ihre Fäuste an die Hüfte. »Komm schon, das wurde mal Zeit, das ist meine normale Haarfarbe. Mäßig, wie? Okay, ich mach sie wieder pink.«
Star zog eine undefinierbare Schnute, legte den Kopf leicht schräg und überlegte, ehe sie ihm endlich eine Antwort gab.
»Irgendwie hast du mit jemanden, den ich kennengelernt habe oder ich weiß es ehrlich nicht mehr genau, ob ich es nicht doch nur geträumt habe? Ach, egal. Oder hast du womöglich doch einen Bruder?« Sie hörte, was sie sagte und verspürte den Drang sich augenblicklich aufzulösen. Weil es sich total bescheuert anhörte. »Ah vergiss, was ich gesagt habe, schwarz steht dir. Mmmm, aber ich würde den Pony eventuell pink machen, dann erkenn ich auch meinen besten Freund wenigstens. Himmel, ist irgendetwas vorgefallen?« Argwöhnisch sah sie Sly immer noch an. Der räusperte sich und zog Star an der Hand hinaus aus der Metro.
»Komm, wir sind spät dran«, überging er ihre Frage und hielt auch erst an, als sie das Unigebäude erreichten. »Na, was ist denn nu?«
»Alles bestens, ehrlich, und nein, ich habe keinen Bruder. Wir sehen uns zur dritten.«
»Alles klar.«
