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Jenny Behnisch, die Leiterin der gleichnamigen Klinik, kann einfach nicht mehr. Sie weiß, dass nur einer berufen ist, die Klinik in Zukunft mit seinem umfassenden, exzellenten Wissen zu lenken: Dr. Daniel Norden! So kommt eine neue große Herausforderung auf den sympathischen, begnadeten Mediziner zu. Das Gute an dieser neuen Entwicklung: Dr. Nordens eigene, bestens etablierte Praxis kann ab sofort Sohn Dr. Danny Norden in Eigenregie weiterführen. Die Familie Norden startet in eine neue Epoche! Marina strich sich eine vorwitzige Strähne ihres langen, dunkelblonden Haares versonnen aus ihrem feinen Gesicht. Sie lächelte glücklich, als sie ihre beiden Jungs draußen vergnügt herumtollen sah. Noah, der etwas ältere der beiden, lachte gerade frech auf und entriss seinem jüngeren Bruder Tim schnell den Ball, mit dem sie gemeinsam spielten. Tim schrie empört und laut auf, schließlich wollte er gerade den Ball ins Tor versenken. »Hey, das darf man nicht. Das ist verboten beim Fußball!«, ärgerte er sich und warf Noah wütende Blicke zu. »Gib mir den Ball zurück, sonst spiele ich nicht weiter«, drohte er mit zusammengezogenen Augenbrauen und stemmte empört seine Arme in die Taille. »Ach, Mensch, hab dich doch nicht so«, maulte Noah und schob den Ball mit einer eleganten Fußbewegung zu seinem Bruder zurück. »Du kannst auch keinen Spaß verstehen, Tim. War doch nur Quatsch.« Tim sah Noah kritisch an. »Aber Mama hat gesagt, wir sollen fair spielen, und dann darf man so was gar nicht machen.« Er drehte sich zu Marina um und rief laut: »Stimmt, doch Mama, das hast du gesagt!« Marina wurde das Herz eng vor Liebe. Sie nickte und rief zurück: »Genau so sollte das sein. Du hast gut zugehört, Tim. Und Noah, bitte ärgere deinen kleineren Bruder nicht.
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Marina strich sich eine vorwitzige Strähne ihres langen, dunkelblonden Haares versonnen aus ihrem feinen Gesicht. Sie lächelte glücklich, als sie ihre beiden Jungs draußen vergnügt herumtollen sah. Noah, der etwas ältere der beiden, lachte gerade frech auf und entriss seinem jüngeren Bruder Tim schnell den Ball, mit dem sie gemeinsam spielten. Tim schrie empört und laut auf, schließlich wollte er gerade den Ball ins Tor versenken. »Hey, das darf man nicht. Das ist verboten beim Fußball!«, ärgerte er sich und warf Noah wütende Blicke zu. »Gib mir den Ball zurück, sonst spiele ich nicht weiter«, drohte er mit zusammengezogenen Augenbrauen und stemmte empört seine Arme in die Taille.
»Ach, Mensch, hab dich doch nicht so«, maulte Noah und schob den Ball mit einer eleganten Fußbewegung zu seinem Bruder zurück. »Du kannst auch keinen Spaß verstehen, Tim. War doch nur Quatsch.«
Tim sah Noah kritisch an. »Aber Mama hat gesagt, wir sollen fair spielen, und dann darf man so was gar nicht machen.« Er drehte sich zu Marina um und rief laut: »Stimmt, doch Mama, das hast du gesagt!«
Marina wurde das Herz eng vor Liebe. Sie nickte und rief zurück: »Genau so sollte das sein. Du hast gut zugehört, Tim. Und Noah, bitte ärgere deinen kleineren Bruder nicht. Das ist nicht in Ordnung und auf keinen Fall lustig.«
Noah sah eine geliebte Mama verlegen grinsend an und murmelte: »Entschuldigung, ich mach’s nicht mehr. Können wir jetzt weiterspielen?«
Tim gab sich großzügig. »Aber nur, wenn du dich an die Regeln hältst, sonst spiele ich nicht mehr mit dir.« Dann nahm er einen Anlauf und schoss den Ball mit Wucht ins Tor.
Marina hörte ein lautes ›Bravo‹ hinter ihrem Rücken. Heiko war unbemerkt ins Zimmer getreten und jubelte seinem Jüngsten begeistert zu. »Das war ein toller Schuss, Tim. Den hätte niemand halten können«, rief er angetan. Dann trat er hinter seine Frau und legte seine warmen Hände beschützend auf Marinas Bauch. »Du, die Kleine turnt schon wieder wild herum«, sagte er und strich zärtlich über den Bauch seiner Frau. »Ob sie in ein paar Jahren mit den Jungs gemeinsam Fußball spielt? Ich kann es kaum erwarten, sie endlich in den Händen zu halten, unsere Prinzessin«, flüsterte er liebevoll nahe an Marinas Ohr.
Marinas Körper versteifte sich bei Heikos gefühlvollen Worten. Sie räusperte sich, löste Heikos Hände von ihrem Leib, drehte sich um und meinte: »Warum nennst du das Baby eigentlich Prinzessin? Zu unseren Jungs sagst du doch auch nicht Prinzen.« Sie warf ihm einen herausfordernden Blick zu.
Heiko schluckte leicht. Er war sich keiner Schuld bewusst, aber Marina zeigte ihm deutlich, dass er einen groben Fehler begangen hatte. »Tut mir leid, Liebling«, entschuldigte er sich mit einem kleinen Lächeln. »Das wird wohl daran liegen, dass wir uns bis heute noch nicht auf einen Namen für das Baby einigen konnten. Wenn es dich stört, sag ich es einfach nicht mehr.« Er sah Marina betrübt an, aber dann blitzte der Schalk in seinen warmen, braunen Augen auf. »Obwohl, unsere Prinzessin wird sie so oder so werden. Da bin ich mir sehr sicher!«
Marina schüttelte verzweifelt mit dem Kopf, aber richtig böse konnte sie ihrem Mann nicht sein, wenn er sie so jungenhaft anlächelte. »Ach Heiko, bitte, du weißt, das ist mir sehr, sehr wichtig!« Sie nahm seine Hand in ihre. »Du weißt, wir haben uns hoch und heilig versprochen, dass unsere Jungs niemals das Gefühl haben sollen, dass sie Kinder zweiter Klasse sind. Dass wir sie nicht so lieben werden wie …« Sie stockte.
»…wie unser eigenes Kind«, fuhr Heiko behutsam fort. Er nahm Marina in seine Arme. »Schatz, die Tatsache, dass Noah und Tim von uns adoptiert wurden, bleibt bestehen und das können wir nicht ändern. Aber ich kann mir genauso wenig wie du vorstellen, dass wir die beiden noch mehr lieben würden, wenn sie unsere leiblichen Kinder wären. Wir lieben Tim und Noah über alles, mehr geht nicht und die Geburt unseres Babys wird daran nichts ändern!«
Marian legte ihren Kopf an seine Schulter und hob den Blick zum Gesicht ihres Mannes. Mit schwimmenden Augen sagte sie leise: »Ich liebe die Jungs eben über alles und würde wie eine Löwin für sie kämpfen.«
Heiko drückte ihren Kopf und küsste sie zart auf die Augen. »Liebes, du weißt genau, dass auch ich die beiden liebe und alles dafür gebe, dass sie das beste Leben überhaupt mit uns gemeinsam haben. Mach dir nicht solche Sorgen. Alles wird ganz wunderbar und die kleine Schwester, die in ein paar Tagen zur Welt kommen wird, wird ihre großen Brüder genauso lieben wie wir auch! Alles wird gut!«
Marinas Atem wurde ruhiger. Natürlich hatte Heiko recht. Sie musste nur ganz fest daran glauben! Genauso wie ihr Mann. Sie lächelte Heiko zu und erwiderte: »Ich bin so froh, dass du an meiner Seite bist. Ohne dich wäre ich verloren.«
Heiko lachte laut auf. »Nana, Schatz, nicht ganz so dramatisch. Ich liebe es zwar, wenn du mich so lobst, aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Du bist jetzt gerade nur etwas angespannt wegen der Geburt unserer Tochter, aber bisher verlief alles problemlos. Warum sollte sich das jetzt ändern? Übrigens, hast du heute nicht deinen Termin bei deiner Frauenärztin?«
»Du hast recht, ich müsste mich langsam auf den Weg machen«, antwortete Marina und strich sich ihr Haar glatt. »Das wird nicht lange dauern, aber ich wollte mich anschließend noch kurz mit Rena treffen. Sie und ihr Mann Gero haben wohl recht ernsthafte Eheprobleme.«
Rena war seit vielen Jahren Marinas beste Freundin und Rena hatte sie fast flehentlich darum gebeten, sich noch einmal vor der Geburt mit Marina aussprechen zu können. »Bitte, Marina, nur auf eine Stunde. Es ist mir so wichtig, persönlich mit dir zu sprechen. Am Telefon klingt manches doch ganz anders«, hatte sie gestern Abend gemeint und tief aufgeschluchzt. »Ich weiß mir keinen Rat mehr mit Gero. Du als meine beste Freundin kennst mich in- und auswendig und auch Gero kennst du gut. Bitte! Bitte!«
So hatte sich Marina mit Rena darauf verständigt, dass sie sich in einem Café ganz nahe an der berühmten Behnisch-Klinik treffen wollte.
Während sie sich rasch noch einmal frisch machte, dachte sie über Rena und Gero nach.
Auch Rena und Gero war es versagt geblieben, eigene Kinder zu bekommen. Ihre Freundin und deren Mann hatten sich jedoch nicht dazu entschließen können, Kinder zu adoptieren. Aber das gleiche traurige Schicksal hatte die beiden Frauen zu guten Freundinnen werden lassen. Beide wussten, wie schmerzhaft es war, nicht Mutter werden zu dürfen. Rena selber hatte einer Adoption gar nicht ablehnend gegenübergestanden. Aber ihr Mann Gero war absolut dagegen gewesen. »Ich will bei meinen Kindern sichergehen, dass sie von mir sind und nicht von einem anderen Mann«, hatte er bei einer Auseinandersetzung mit seiner Frau damals wohl geschrien. »Ich ziehe doch nicht die Kinder anderer Leute groß.«
Marina und auch Heiko waren entsetzt gewesen über diese erschreckende Einstellung. Sie hatten damals schon seit ein paar Monaten ihre beiden Jungs bei sich zu Hause und wussten, dass ihnen nichts Besseres hätte passieren können als diese beiden liebenswerten Kinder bei sich aufzunehmen.
Am Telefon hatte Rena deprimiert geklungen. Sie hatte angedeutet, dass sie nicht sicher sei, dass es noch eine Chance für ihre Ehe mit Gero gab.
Ach, sie sieht das sicher viel zu schwarz, dachte Marina, als sie sich zu Fuß auf den Weg zur Behnisch-Klinik machte. Die war gottlob ja sehr gut fußläufig erreichbar von ihrem Zuhause und der kurze Weg an der frischen Luft tat ihr gut.
Heute wollte ihre Gynäkologin Fr. Dr. Mancini mit ihr noch einmal alles Wesentliche bezüglich der Geburt besprechen. Sie hatte mit einem feinen Lächeln gemeint: »Ich mache das gerne so. Schließlich sollten Sie als werdende Mama ganz sicher sein, wie die Geburt ablaufen wird. Alle Fragen, die sich Ihnen in den letzten Tagen aufdrängen, sollten Sie in Ruhe stellen können. Ich begrüße es übrigens ausdrücklich, wenn auch der Vater des Kindes zu dem Termin anwesend sein wird. Denn auch für werdende Väter ist es sehr beruhigend, genau zu wissen, wie so eine Geburt abläuft und was sie dazu beitragen können, die Mutter zu unterstützen.«
Marina ging durch den Kopf, wie dankbar sein konnte, die Oberärztin der Geburtshilfe an ihrer Seite zu haben. Eine bessere Oberärztin als Frau Doktor Mancini hätte ich mit tatsächlich nicht denken können, überlegte sie. Dass die Behnisch-Klinik weit über die Stadtgrenzen von München einen hervorragenden Ruf besaß, war der jungen Frau schon vor ihrer Schwangerschaft klar gewesen. Ihre Schwiegermutter, Hilde Behrends, hatte sich vor Jahren dort einer komplizierten Hüft-Operation unterzogen und dank der hervorragenden Arbeit des Chefarztes Dr. Daniel Norden war alles bestens verlaufen. Und auch der ganze Krankenhausaufenthalt war geprägt gewesen von einem sehr angenehmen Klima. Jeder dort war bemüht gewesen, der kranken Mutter den Klinikaufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Damals hatte Marina gedacht, dass es wohl keine bessere Klinik geben könne als eben diese.
So war es auch nicht verwunderlich, dass sie sich – als sie ahnte, dass sie schwanger war – dazu entschied, sich auch während der Schwangerschaft dort betreuen zu lassen. Denn sie musste einfach sicherstellen, dass alles so weit wie möglich glatt verlaufen würde und ihre beiden Jungs nicht darunter leiden mussten.
Während sie ihren Gedanken nachhing, hatte sie die Klinik erreicht und entschloss sich, nicht den Aufzug zu benutzen, sondern die Stufen bis zum Sprechzimmer ihrer Frauenärztin zu Fuß zu nehmen.
Hinter sich hörte sie jemanden leicht auflachen. »Ich muss schon sagen, ich bewundere Sie, wie leichtfüßig Sie die Stufen in Ihrem Zustand noch nehmen können, Frau Behrends.«
Marina drehte sich um und erkannte Alex Norden, den Neffen des Chefarztes Dr. Daniel Norden und seiner Frau Felicitas.
In seinen Händen trug er einen wundervollen Blumenstrauß, der einen angenehmen Duft verströmte.
Marina lächelte Alex Norden freundlich zu. »Alex, Sie sind es!«, rief sie angetan. Sie freute sich immer, den sympathischen jungen Mann zu sehen. Er schaffte es doch immer wieder, allen, die ihm begegneten, ein gutes Gefühl zu vermitteln. Kürzlich erst hatte sie gedacht, wie unentbehrlich der junge Mann für die Klinik war. Sie hatte mitbekommen, wie geradezu liebevoll er sich um ein älteres Ehepaar bemüht hatte, die beide sichtlich aufgeregt gewesen waren wegen ihres bevorstehenden Arztbesuches. Inzwischen wusste Marina auch, dass Alex Medizin studierte und immer wieder in der Klinik aushalf. Jetzt sagte sie: »Was für wunderbare Blumen, Alex.«
»Freut mich, dass Sie Ihnen gefallen, Frau Behrends. Die Blumen sind für Franca. Sie hat gestern die Prüfung zur Kinderärztin bestanden und ich muss ihr einfach dazu gratulieren. Wenn Sie Zeit haben, bleiben Sie doch noch ein wenig länger. Franca hat alle zu Kaffee und Kuchen eingeladen und ich weiß, dass sie als halbe Italienerin dafür sorgen wird, uns die köstlichsten Gebäckspezialitäten zu servieren. Da wird sie sich nicht lumpen lassen. Und glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche. Meine Freundin Sina ist auch Italienerin und für Italiener ist Essen so etwas eine Herzensangelegenheit.« Er verdrehte verzückt die Augen. »Also, ich habe mein Frühstück heute Morgen ausfallen lassen, damit ich genug Platz für nachher habe.«
Marina lachte. »Ach Alex, Sie sind einfach herzerfrischend! Was Sie da über Frau Doktor Mancini zu berichten wissen, finde ich einfach großartig. Ich habe nämlich zu Hause zwei Jungs und der Kinderarzt, bei dem ich bisher war, schließt seine Praxis aus Altersgründen.« Sie strahlte über das ganze Gesicht. »Diese Nachricht macht mich wirklich glücklich! Denn für meine beiden Jungs ist mir das Beste gerade gut genug!«
Zwischenzeitlich hatten sie das Sprechzimmer der Ärztin erreicht. Alex fragte bittend: »Ist es für Sie in Ordnung, wenn ich schnell meine Blumen bei Franca abgebe? Ich weiß zwar, dass Sie jetzt ihren Termin bei ihr haben, aber der Strauß könnte dringend Wasser gebrauchen. Sonst ist die ganze Schönheit schnell hinüber.«
»Selbstverständlich Alex. Machen Sie nur«, erwiderte Martina zufrieden. Sie war glücklich darüber, ihre Jungs in den besten Händen zu wissen! Frau Dr. Mancini als Ärztin für ihre Kinder! Das war besser, als sie es sich erhofft hatte.
Alex öffnete die Tür und ging strahlend auf seine Freundin Franca zu. »Ich habe mich nicht lumpen lassen, Franca. Ich hoffe, er gefällt dir«, meinte er und drückte der jungen Ärztin die Blumen in die Hand. Dann umarmte er sie herzlich und begrüßte seine Tante Felicitas, die neben Franca stand und einen Becher Kaffee in der Hand hielt.
Auch sie strahlte und meinte: »Frau Doktor Mancini und ich stoßen gerade mit einem guten Kaffee auf die bestandene Prüfung an. Du ahnst nicht, Alex, wie glücklich ich darüber bin, dass ich ab sofort so eine kompetente Unterstützung auf meiner Station haben werde. Du weißt, wie eng es manchmal wurde bei der dünnen Personaldecke, die wir auf der Pädiatrie haben. Mir jedenfalls fällt ein Stein vom Herzen, ach was sag ich: Es ist ein ganzer Felsbrocken.« Die aparte Frau des Chefarztes nickte vielsagend.
Franca lächelte leicht. »Nun, ich habe vor einiger Zeit mit Tom überlegt, dass es doch sehr schade ist, Kinder auf die Welt zu holen und danach nichts mehr von ihnen mitzubekommen. Und mein Freund meinte dann aus heiterem Himmel, ob ich mir nicht vorstellen könne, eine Zusatzausbildung zur Kinderärztin zu absolvieren.«
Tom war Francas Lebensgefährtin und als Allgemeinmediziner mit eigener Praxis wusste er nur allzu gut, wie schwierig es oft für Eltern war, einen guten Kinderarzt zu finden. Immer wieder kamen verzweifelte Eltern mit ihren kleinen erkrankten Kindern zu ihm. Sie hofften darauf, dass er ihnen weiterhelfen konnte, weil sie keinen Kinderarzt fanden. Tom Berger versuchte dann immer sein Bestes, aber er war sich der Tatsache bewusst, dass er als Allgemeinmediziner eben nicht über die Kenntnisse verfügte, die ein ausgebildeter Kinderarzt besaß. Häufig hatte er abends beim gemeinsamen Kochen mit seiner Franca über genau solche Fälle gesprochen und so war es nicht verwunderlich, dass er Francas Weiterbildung in der Pädiatrie sehr unterstützte.
Franca nickte jetzt Felicitas Norden zu und fuhr fort: »Und Ihnen und Ihrem Mann ist es zu verdanken, dass ich diesen Weg gehen konnte. Bei Ihnen, liebe Frau Dr. Norden durfte ich alles Wissenswerte lernen. Eine bessere Lehrmeisterin hätte ich nirgendwo finden können. Und Ihr Mann war sofort damit einverstanden, mir diesen Weg zu ebnen. Sie beide haben mir das ermöglicht! Vielen Dank für Ihre wundervolle Unterstützung!«
»Hey und was ist mit mir?«, rief Alex gespielt empört aus. »Schließlich habe ich dich mit köstlichen Sandwiches und starkem Kaffee unterstützt, wenn deine Kräfte ob der Doppelbelastung zu schwinden drohten.«
Franca nickte gerührt. »Stimmt, es ist einfach so: Ohne eure Unterstützung hätte ich das nie und nimmer hinbekommen!«
Dann wandte sie sich Marina Behrends zu, die das Ganze beobachtet hatte. »Liebe Frau Behrends, jetzt möchte ich mich aber zuerst um Sie kümmern.«
Die anderen verstanden den Wink mit dem Zaunpfahl und verließen das Sprechzimmer der neu approbierten Kinderärztin.
Alex drehte sich in der Tür noch einmal um und meinte locker: »Ich habe Frau Behrends übrigens von deiner Einladung zu Kaffee und Kuchen erzählt. Ich bin sicher, dass du nichts dagegen einzuwenden hast, wenn sie dazukommt.«
»Auf keinen Fall, ich würde mich freuen, wenn Sie bleiben würden«, antwortete Franca Mancini freundlich.
