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Jenny Behnisch, die Leiterin der gleichnamigen Klinik, kann einfach nicht mehr. Sie weiß, dass nur einer berufen ist, die Klinik in Zukunft mit seinem umfassenden, exzellenten Wissen zu lenken: Dr. Daniel Norden! So kommt eine neue große Herausforderung auf den sympathischen, begnadeten Mediziner zu. Das Gute an dieser neuen Entwicklung: Dr. Nordens eigene, bestens etablierte Praxis kann ab sofort Sohn Dr. Danny Norden in Eigenregie weiterführen. Die Familie Norden startet in eine neue Epoche! Mariella Junghans bückte sich, um die frisch gewaschene und nach Sauberkeit duftende Wäsche in den bereitgestellten Korb zu legen. Auf ihrem hübschen Gesicht mit den dunkelbraunen Augen lag ein weiches Lächeln, als sie rasch den letzten Strampler fast zärtlich vom Tisch nahm, ihn glatt strich, verträumt zusammenfaltete und auf den schon fertigen Wäschestapel legte. Sascha Junghans, ihr Mann, hatte diese kleine Szene vom Küchentisch aus beobachtet. Auch er lächelte. Wie glücklich Mariella doch ist! Und jetzt, wo sie unser gemeinsames Kind – nach so langem Warten und Sehnen - endlich unter ihrem Herzen trägt, scheint sie mir noch schöner als sonst zu sein, dachte er. Ein helles Leuchten – wie eine Aura - umgab sie. Aber trotzdem, es war nicht zu übersehen: In ihrem Gesicht spiegelten sich Zeichen von Müdigkeit, wenn nicht sogar Erschöpfung. Er atmete tief ein und biss dann doch herzhaft in sein mit frischer, würziger Fleischwurst belegtes Frühstücksbrot. »Du, Schatz, willst du dich nicht noch einen Augenblick zu mir setzen und mir Gesellschaft beim Frühstück leisten?«, fragte er und warf Mariella einen einladenden Blick zu. Mariella lachte leicht auf. »Eigentlich hast du recht, Sascha. Ein kleines zweites Frühstück und eine Pause würde mir und unserer Tochter – sie strich zärtlich mit der Hand über ihren gewölbten Leib – sicherlich gut tun.« Sie setzte sich neben ihren Mann und schüttete sich eine Tasse Kaffee ein. »Das denke ich auch«, sagte Sascha mitfühlend. »Die kleine Auszeit wird dich munter machen, du bist doch wieder einmal viel früher als ich aufgestanden. Wie war denn die Nacht für dich, konntest du gut schlafen? Manchmal habe ich schon Gewissensbisse, weil ich es mir erlauben kann, richtig auszuschlafen und du …!«
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Seitenzahl: 119
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Mariella Junghans bückte sich, um die frisch gewaschene und nach Sauberkeit duftende Wäsche in den bereitgestellten Korb zu legen. Auf ihrem hübschen Gesicht mit den dunkelbraunen Augen lag ein weiches Lächeln, als sie rasch den letzten Strampler fast zärtlich vom Tisch nahm, ihn glatt strich, verträumt zusammenfaltete und auf den schon fertigen Wäschestapel legte.
Sascha Junghans, ihr Mann, hatte diese kleine Szene vom Küchentisch aus beobachtet. Auch er lächelte. Wie glücklich Mariella doch ist! Und jetzt, wo sie unser gemeinsames Kind – nach so langem Warten und Sehnen - endlich unter ihrem Herzen trägt, scheint sie mir noch schöner als sonst zu sein, dachte er. Ein helles Leuchten – wie eine Aura - umgab sie. Aber trotzdem, es war nicht zu übersehen: In ihrem Gesicht spiegelten sich Zeichen von Müdigkeit, wenn nicht sogar Erschöpfung. Er atmete tief ein und biss dann doch herzhaft in sein mit frischer, würziger Fleischwurst belegtes Frühstücksbrot.
»Du, Schatz, willst du dich nicht noch einen Augenblick zu mir setzen und mir Gesellschaft beim Frühstück leisten?«, fragte er und warf Mariella einen einladenden Blick zu.
Mariella lachte leicht auf. »Eigentlich hast du recht, Sascha. Ein kleines zweites Frühstück und eine Pause würde mir und unserer Tochter – sie strich zärtlich mit der Hand über ihren gewölbten Leib – sicherlich gut tun.« Sie setzte sich neben ihren Mann und schüttete sich eine Tasse Kaffee ein.
»Das denke ich auch«, sagte Sascha mitfühlend. »Die kleine Auszeit wird dich munter machen, du bist doch wieder einmal viel früher als ich aufgestanden. Wie war denn die Nacht für dich, konntest du gut schlafen? Manchmal habe ich schon Gewissensbisse, weil ich es mir erlauben kann, richtig auszuschlafen und du …!« Er bekam es doch mit, wie häufig sie nachts aufstehen musste, um zur Toilette zu gehen.
»Ach, das gehört doch dazu, dass man nicht mehr so gut schlafen kann«, meinte Mariella leichthin. »Ich denke, dass wenig Schlaf Schwangere darauf vorbereitet, wie es mit einem Baby sein wird. Und dann«, sie warf Sascha einen entschuldigenden Blick zu, »wenn man so häufig zur Toilette muss, stört das eben den Schlaf.« Dann veränderte sich ihre ernste Miene wieder und machte einem befreiten Lachen Platz.
Sascha warf ihr einen erstaunten Blick zu.
»Ich muss gerade an die Umkleidekabine in der Praxis meines Frauenarztes denken«, gab Mariella ihm zur Antwort.
»Aha?«, meinte Sascha fragend. »Und was hat das mit Ausschlafen zu tun? Den Zusammenhang verstehe ich nun wirklich nicht. Sei doch so gut und helfe mir auf die Sprünge.«
Mariella setzte die Kaffeetasse, die sie sich eingeschenkt hatte, langsam ab. Sie sah ihren Mann an und zögerte die Antwort noch ein wenig heraus. Es machte ihr Freude, ihn ein wenig auf die Folter zu spannen.
Sascha wirkte ziemlich verdutzt. »Nun sag schon, ich möchte mitlachen können.«
»Sascha, in deinem Gesicht stehen mindestens 10 Fragezeichen«, lachte seine Frau herzlich. »Nun gut, ich erlöse dich. Also, dort hängt auf einem großen Zettel dick geschrieben: ›Liebe Mama, lieber Papa, solange ich noch nicht auf der Welt bin, schlaft um eurer Leben! Wenn ich erst da bin, wird das mit dem Ausschlafen garantiert schwieriger.‹ Du machst also eigentlich genau das Richtige, lieber werdender Papa.« Sie strich ihm liebevoll über seine Hand. »Ach Schatz, bald ist es soweit. In wenigen Wochen können wir unser Mäuschen im Arm halten! Ich kann es kaum erwarten!«
Ein warmes Gefühl der Liebe zu seiner Frau stieg in Sascha auf und machte sein Herz weich. Aber er war kein Mann der großen Worte und gab sich gerne den Anschein des starken Mannes, den so schnell nichts erschüttern konnte. »Na, siehst du, dann hast du es doch schwarz auf weiß«, brummte ihr Mann leicht. »Man sollte es nutzen, ausschlafen zu können. Da mache ich doch alles richtig.« Aber trotz allem regte sich das schlechte Gewissen bei ihm. Er wusste doch, dass seine Frau schon so einiges im Haushalt erledigt hatte, während er noch im Bett gelegen hatte. »Weißt du was?«, setzte er an. »Du bleibst jetzt hier noch ein wenig sitzen und ich räume die Wäsche weg.«
Mariella schüttelte den Kopf. »Lieb von dir, aber ich freue mich schon richtig darauf, die Wäsche für unsere Tochter wegzuräumen. Nimm du dir lieber das Fahrrad und mache deine Tour. Ich weiß doch, wie gut dir sportliche Betätigung tut. Ich baue in der Zwischenzeit noch ein wenig an dem Nest für unser Baby. Schließlich soll alles perfekt sein, wenn sie kommt.« Sie beugte sich zu ihrem Mann hinüber, küsste ihn zart und stand vom Tisch auf.
Sascha nickte verstehend. So war sie eben, seine Mariella. Immer dachte sie zuerst einmal an die anderen. »Ganz, wie du willst. Aber den Tisch räume ich noch ab und wenn ich wiederkomme, überlegen wir beide uns, was wir mit dem restlichen freien Tag anfangen könnten.« Kurze Zeit später ging er – bekleidet mit seinen Sportsachen – hinüber zu Mariella, die vor dem Schrank im Kinderzimmer stand.
»Ich bin immer noch unschlüssig«, überlegte seine Frau, »ob es Sinn macht, die Sachen wirklich in den Schrank zu räumen. Eigentlich wäre es viel sinnvoller, die Erstausstattung der Kleinen direkt unter den Wickeltisch zu legen.« Sie drehte sich zu dem Wickeltisch um. »Schau, dort ist ausreichend Platz für eine kleine Kommode. In die könnte ich dann alles verstauen, was man braucht. Du weißt schon: Wäsche, Windeln, Feuchttücher, Hautcreme, Fieberthermometer. Was meinst du?« Sie schaute fragend zu Sascha hinüber.
»Du hast recht, das wäre wirklich eine gute Idee«, erwiderte Sascha. »Dann weiß ich schon, was wir machen werden, wenn ich von meiner Tour zurück bin. Wir fahren in einen Babymarkt und suchen eine passende kleine Kommode aus.« Zufrieden ging er zur Tür. »Dann bis gleich, Schatz.«
»Bis gleich. Ich messe schon einmal aus, wie groß die Kommode sein darf, damit sie optimal passt.«
Als Sascha die Haustür hinter sich zuzog, hörte er oben die Toilettenspülung. Wie anstrengend es doch sein muss, ein Kind auszutragen, dachte er mitfühlend.
Als Mariella das Bad verlassen hatte, ging sie zurück ins Kinderzimmer. Sie gähnte. Ich werde mich einen Moment ausruhen, entschied sie und ging hinüber zu dem bequemen Sessel, der neben dem Fenster stand. Schon bald werde ich hier sitzen und mein kleines Mädchen im Arm halten, überlegte sie und streichelte sanft über den gewölbten Bauch. Die Gedanken daran ließen diese unbestimmte Unruhe, die sie in letzter Zeit wie aus dem Nichts überfiel, wieder abklingen. Es ist doch alles in bester Ordnung, entschied sie heftig und dachte viel lieber darüber nach, welche Gardinen sie zu dem hübschen rosafarbenen Wandanstrich kaufen wollte. Wenn sie schon am Nachmittag ins Babygeschäft fuhren, konnte man das doch gleich mit erledigen. In diese angenehmen Gedanken versunken, musste sie wohl einen Moment eingenickt sein, denn plötzlich wurde sie von Saschas lautem Rufen geweckt.
»Mariella, Schatz, wo steckst du? Du musst mir helfen. Ich hatte einen kleinen Unfall mit dem Rad. Reg dich bitte nicht auf. Es blutet nur.«
Mit einem Satz sprang Mariella auf und merkte, dass ihr schwarz vor Augen wurde. Sie atmete tief ein. Jetzt mache nur nicht schwach, dachte sie. Du musst zu Sascha. Gottlob verschwand der kurze Moment des Unwohlseins so schnell, wie er gekommen war.
Als sie die Küche betrat, saß Sascha auf einem Stuhl und drückte mit einer Hand ein Küchentuch gegen seinen rechten Oberschenkel. Er sah seine Frau an und sagte beruhigend: »Es ist nichts Schlimmes. Kannst du mir ein Pflaster geben?«
Mariella erschrak, sah sie doch schon Blut durch das Tuch sickern. »Sascha, lass mich sehen, wie es aussieht.« Sie beugte sich über das Bein und nahm das Tuch weg. »Du hast eine Schnittverletzung, die ärztlich versorgt werden muss! Sieh doch nur, wie stark das blutet! Ein einfaches Pflaster wird da nicht reichen!«
»Mist, so ein Mist!«, schimpfte ihr Mann jetzt auch sichtlich aufgeregt. »Der Depp, wenn ich den erwische. Da schupst der mich doch tatsächlich mit seinem Motorrad an den Gehweg und ich falle in ein anderes Fahrrad hinein.«
»Schimpfen hilft nicht, Sascha! Kannst du aufstehen? Wir fahren gleich zu Dr. Berger. Der muss sich das genau anschauen!« Während Mariella mit Sascha sprach, hatte sie die Küchenschublade aufgerissen und ein paar Geschirrtücher herausgenommen. »Die nehmen wir mit, sie sind gerade erst gewaschen worden. Presse sie fest auf deine Verletzung.«
Sie half Sascha aufzustehen und gemeinsam schafften sie es bis zu Mariellas Wagen, der gottlob direkt vor der Haustüre stand.
Nach kurzer Zeit erreichten sie den jungen Hausarzt und die Arzthelferin brachte die beiden direkt in eines der Behandlungszimmer. Kaum hatten sie sich gesetzt, betrat Dr. Tom Berger das Zimmer. »Herr Junghans, was ist passiert?«, rief er und nahm vorsichtig das Tuch vom Bein. Er untersuchte die Verletzung fachmännisch und sah das Ehepaar nickend an. »Vorab: es sieht schlimmer aus, als es ist. Aber ich muss die Blutung stoppen. Ich werde wohl nähen müssen,« meinte er nachdenklich. »Wenn Sie sich hier auf die Behandlungsliege legen, erledige ich das gleich. Zunächst einmal bekommen Sie eine Betäubungsspritze, damit die Behandlung für Sie schmerzfrei ist.« Gekonnt setzte er rasch die Spritze und Sascha erzählte, während der Arzt die Wunde wieder verschloss, was ihm passiert war. »Nun, dann kann man wohl sagen, dass Sie Glück im Unglück gehabt haben«, meinte Tom Berger. »Jetzt bekommen Sie noch einen schönen Verband von mir und dann dürfen Sie wieder nach Hause. Aber bitte, schonen Sie das Bein heute. Läuft heute Nachmittag nicht ein Fußballspiel im Fernsehen? Das könnten Sie sich vom Sofa aus anschauen, schlage ich vor.«
Er wandte sich Frau Junghans zu, die gerade wieder das Behandlungszimmer betrat. Der ständige Harndrang war wirklich anstrengend! Dr. Berger reichte ihr die Hand. Ihm fiel sofort auf, dass die doch sonst immer blühend aussehende junge Frau recht erschöpft wirkte. Müde schaute sie aus. »Frau Junghans, bitte entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt dazu komme, Sie zu begrüßen. Ich hoffe, Sie hatten heute nichts Besonderes mehr vor. Aber das Wichtigste: Die Wunde ist verschlossen und blutet nicht mehr. Bitte achten sie darauf, dass Ihr Mann sich heute schont und den Rest des Tages ruhig angeht.«
Sascha meinte enttäuscht: »Schade, Schatz, dann schaffen wir das doch heute nicht zum Babymarkt.«
»Verschoben ist nicht aufgehoben«, erwiderte Mariella lächelnd.
»Frau Junghans, wie geht es Ihnen und dem Baby denn?«, fragte der Allgemeinmediziner freundlich.
»Uns beiden geht es gut, nur - ich bin Ihnen gegenüber ehrlich - dieser ständige Harndrang ist wirklich recht anstrengend. Dabei lagert sich doch Wasser bei mir in den Beinen und auch Händen ein, schauen Sie.«
Der Arzt warf einen Blick auf ihre Beine und drückte leicht mit dem Finger gegen die Haut, die ausschaute, als würde sie spannen. Wie er erwartet hatte, bildete sich eine kleine Delle. »Hm, Sie haben recht. Da hat sich in der Tat Wasser eingelagert.«
»Du arme Maus«, warf Sascha mitleidig ein und tätschelte beruhigend die Hand seiner Frau, »zu diesem ständigen Drang kommt jetzt auch noch so etwas dazu. Kein Wunder, dass du ständig so müde bist.«
Mariella seufzte leicht auf. »Na ja, das muss wohl häufig bei Schwangeren der Fall sein, habe ich mir sagen lassen.«
Der Arzt sah den Patienten nachdenklich an. »Das stimmt schon, das Baby im Bauch braucht einfach Platz und den nimmt es sich auch.« Dann lächelte dem jungen Mann beruhigend zu. Ihm war nicht verborgen geblieben, dass Sascha Junghans sich um seine Frau sorgte. »Sicherlich ist es eine aufregende und spannende Zeit, die Sie gerade erleben. Ich freue mich sehr für Sie beide!« Dr. Berger wusste genau, wie lange das sympathische Ehepaar schon darauf hoffte, endlich ein Kind zu bekommen. Bisher vergebens, aber jetzt hatte es doch noch geklappt! »Ich denke, Sie beide werden ganz wundervolle Eltern werden! Ansonsten gehts Ihnen aber gut, hoffe ich.«
Mariella nickte. Etwas zögerlich, wie der Hausarzt fand.
Sascha fügte zögerlich hinzu: »Na ja, gut geht es dir nicht wirklich. Du weißt schon, was ich meine. Wie oft musst du nachts raus? Ich schätze, fünf- bis sechsmal doch bestimmt. Da ist es ja auch kein Wunder, dass du ständig so erschöpft bist. Und hast du mir nicht gestern erst von deinen Kopfschmerzen erzählt?«
Mariella winkte ab. »Sascha, das sind die üblichen Begleiterscheinungen bei einer Schwangerschaft. Das gehört dazu!«
Ihr Mann war nicht so leicht zu beruhigen. »Aber ich finde schon, dass du müde und abgespannt wirkst.«
Dr. Berger wiegte den Kopf hin und her. »Frau Junghans, wenn Sie mir erlauben würden, den Blutdruck zu messen, wäre Ihr Mann sicherlich beruhigter.«
Mariella stöhnte leicht auf. »Natürlich, wenn es meinem Mann damit besser geht. Sie werden sehen, mein Blutdruck ist hervorragend.«
»Dann wollen wir das doch rasch erledigen, bevor Sie nach Hause fahren.« Er legte der Patientin die aufblasbare Manschette an, steckte die Bügel des Stethoskops in seine Ohren und während er die Luft langsam aus der Manschette ließ, konnte er am typischen Rauschen die Werte ermitteln. Danach nahm er das Stethoskop wieder mit einer langsamen Bewegung aus den Ohren.
Er ging zurück an seinem Schreibtisch und setzte sich. »Hm, Frau Junghans, Ihr Blutdruck ist erhöht. Ich ermittle für den Moment einen Wert von 160/90 mmHg. Ich möchte Sie doch bitten, dass Sie das von Ihrem Frauenarzt abklären lassen.« Beruhigend fügte er hinzu: »Das muss gar nichts zu bedeuten haben. Vielleicht hat der Unfall Ihres Mannes Sie mitgenommen. Aber wissen Sie, ich bin lieber einmal zu vorsichtig. Vielleicht bekommen Sie heute ja noch einen Termin.«
Mariella schüttelte den Kopf. »Das wird nicht klappen, mein Frauenarzt ist seit gestern in Urlaub und ist erst in drei Wochen wieder erreichbar. Dann muss ich wohl so lange warten.«
Der Hausarzt wiegte nachdenklich den Kopf. »Wie gesagt, bestimmt ist alles in Ordnung, aber mir wäre einfach wohler, wenn man das schneller abklären könnte.« Er sah die Patientin an. »Was halten Sie denn davon, wenn ich Sie zu meiner Lebensgefährtin schicke: Fr. Dr. Mancini. Sie ist Gynäkologin in der Behnisch-Klinik. Ich könnte sie gleich anrufen.«
Das Ehepaar sah sich an. »Du, ich halte das für eine gute Idee. Mir wäre wohler, wenn du das mal untersuchen lässt«, fügte Sascha hinzu. »Schließlich wollen wir doch alles dafür tun, dass es unserer Kleinen gut geht!«
