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Eine Stimme wie ein Versprechen. Eine Frau zwischen Ruhm und Outing. Lina wollte nie ein Star sein. Sie wollte einfach nur singen, beim Zähneputzen, mit den Kindern im Kindergarten, beim Fahrradfahren durch den Sommerregen. Doch ihre Stimme trägt mehr in sich als nur Melodien: Sie berührt, sie verwandelt, sie berührt Herzen. Ein Zufall, oder das Schicksal, katapultiert sie in die größte Castingshow des Landes. Plötzlich steht sie im Rampenlicht, zwischen grellen Kameras, schimmernden Kleidern und halbvollem Prosecco. Applaus umarmt sie. Schlagzeilen kleben an ihr. Und irgendwo dazwischen: das Flüstern ihres Herzens. Wer bin ich, wenn alle zuschauen? Was, wenn ich mich nicht für Männer interessiere, sondern für sie? Zwischen PR-Terminen und heimlichen Blicken, zwischen Bühnenlicht und tiefen Gesprächen mit einer Frau, die selbst einmal sang, beginnt Lina, sich selbst zu verstehen. Und zu verstehen: Die größte Bühne ist nicht das Fernsehen. Sondern das eigene Herz.
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Seitenzahl: 129
Veröffentlichungsjahr: 2025
Jenny Starr
Ein Lied nur für sie
Ein LGBT-Liebesroman über Musik und Outing
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
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Impressum neobooks
Der Morgen über dem Ammersee roch nach feuchtem Holz, nach altem Apfelbaum und nach Brot, das irgendwo gebacken wurde.
Dünner Nebel hing noch über den Wiesen, als hätte die Nacht einen letzten Schleier hinterlassen
In der Ferne schlug eine Kirchturmuhr neun Mal. Es klang, als würde der Tag kurz innehalten.
Lina Engelhardt war längst wach.
Sie stand am Fenster ihres kleinen Dachgeschosszimmers und nippte an einem lauwarmen Kaffee, der wie immer zu stark geraten war. Ihre Lippen zuckten zu einem Lächeln, das mehr Fragen stellte als Freude zeigte.
Unbewusst blickte sie in den bodentiefen Spiegel, der an der Schrankfront angebracht war. Sie besaß ein wahres Engelsgesicht, eine kleine aristokratische Nase, große, graublaue Augen und volle, perfekt gewachsene Lippen. Das lange honigblonde Haar fiel in leichten Naturwellen bis zur Mitte ihres Rückens. Sie war schlank gewachsen, sportlich trainiert; die Hände schmal und feingliedrig.
Die blassblaue Baumwollbluse war bis zum dritten Knopf offen, was kaum auffiel, außer jemand achtete genau darauf. Ihre Augen schienen stets etwas zu suchen, das sich noch nicht gezeigt hatte.
Das Fenster war beschlagen, obwohl es offenstand. Von draußen drangen gedämpfte Geräusche herauf, ein Traktor tuckerte vorbei, irgendwo bellte ein Hund, und das Lachen zweier Kinder wehte wie ein Liedfetzen durch den Morgen.
Lina stellte die Tasse ab und griff nach ihrem Mantel.
„Kinder brauchen Geschichten!“, hatte ihre Großmutter immer gesagt. „Und Lieder. Vor allem Lieder.“
Sie zog die Tür zu, ging die schmale Holztreppe hinunter, vorbei an der alten Standuhr, die wieder einmal stehen geblieben war, wie so vieles in ihrem Leben.
Draußen wartete ihr Fahrrad, das leise quietschte, wenn sie es anschob. Sie mochte das Geräusch. Es klang nach Kindheit, nach Einfachheit. Nach allem, was sie retten wollte.
Der Kindergarten lag am Ortsrand, direkt neben einer kleinen Kapelle, die so weiß getüncht war, dass sie im Morgengrauen fast leuchtete. Die Fenster des Kindergartens waren bunt bemalt: Sonnen mit Kulleraugen, Vögel mit viel zu großen Schnäbeln, Herzen mit zu vielen Zacken. Kinderlogik.
Lina stellte ihr Rad ab, schloss das Tor auf, das schwer in den Angeln hing, und trat ein. Der Flur roch nach Bastelkleber, Wachsmalkreiden und frischem Holz. Ihre Schritte hallten sanft auf dem Linoleumboden. Im Gruppenraum warteten schon die ersten Kinder, einige noch verschlafen, andere mit der Energie kleiner Orkane.
„Guten Morgen, Frau Engelhardt!“, rief der fünfjährige Tim, rannte auf sie zu und umklammerte ihre Beine.
„Guten Morgen, ihr Wirbelwinde!“ Lina beugte sich zu ihm herunter, zerzauste ihm liebevoll die Haare. „Habt ihr wieder die Sonne aufgeweckt? Oder hat sie heute verschlafen wie ich?“
Ein leises Kichern ging durch den Raum.
Sie war nicht die typische Erzieherin, eher wie ein warmer Sonnenstrahl in einem Zimmer voller Lärm. Das spürten die Kinder, das wussten die Eltern. Und manche Väter. Und manche Mütter.
Gegen zehn Uhr saßen alle Kinder auf bunten Kissen im Stuhlkreis. Es war die Zeit für das „Herzchenlied“, wie sie es nannten. Ein Moment, in dem Lina weich und leise sang. Wie ein stiller Trost, der unter die Haut kroch.
Sie setzte sich auf ihren Stuhl, schloss kurz die Augen und begann.
„Wenn dein Herzchen traurig ist, und der Tag zu grau, dann schließ die Augen, und ich sing für dich genau.“
Während sie sang, veränderte sich etwas im Raum. Die Kinder wurden still. Selbst Anna, die sonst immer zappelte, legte ihre Hände in den Schoß. Der kleine Emil, der an diesem Morgen noch geweint hatte, hörte auf zu schluchzen. Und als Lina am Ende die letzte Zeile hauchte, war es, als würde der Raum atmen.
Nach dem Lied klatschten einige Kinder, und dann war wieder Chaos. Bauklötze flogen, Streit um den roten Traktor entbrannte, irgendwer klebte sich die Haare mit Leim. Normalität.
Lina stand am Fenster der Teeküche, trank einen Schluck Wasser und ließ den Blick über den Spielplatz schweifen.
Da trat Melanie zu ihr, mit einem Apfel in der Hand und dem typischen Funkeln in den Augen. „Du hast heute wieder gesungen, als wäre das Engelradio auf Sendung.“
„Blödsinn.“ Lina verdrehte die Augen, aber sie lächelte.
„Ich meins ernst. Ich hatte Gänsehaut. Sogar mein Apfel hat mitvibriert.“ Melanie hielt den Apfel hoch, als wäre das ein Beweis.
„Glaub mir, wenn ich wirklich Gänsehaut erzeugen könnte, wär ich nicht hier.“
„Ach? Wo wärst du dann? In Paris? Im Plattenstudio? Oder mit einem tätowierten Rockstar in einem Whirlpool?“ Melanie zwinkerte.
„Vielleicht. Oder einfach irgendwo, wo ich nicht ständig zwischen Müttern mit Lustaugen und Vätern mit geölten Oberarmen stehe.“
„Du hast also bemerkt, wie Julia dich heute früh angeschaut hat?“, erkundigte sich Melanie.
Lina war still. Ihre Wangen röteten sich leicht.
„Oh!“, grinste Melanie. „Das heißt ja!“
Am Nachmittag, als die Sonne über dem Garten stand und die ersten Eltern ihre Kinder abholten, trat Julia Sonnleitner durch das Tor. Ihr Kostüm war makellos, ihre Lippen rot, die High Heels zu hoch für den Kiesweg. Sie winkte ihrer Tochter zu, und dann Lina.
„Guten Tag, Frau Engelhardt“, sagte Julia mit weicher Stimme. „Sie sehen heute … besonders entspannt aus.“
„Das liegt bestimmt am Morgenkreis. Oder am Schlafmangel.“ Lina versuchte zu lächeln, doch ihre Stimme zitterte minimal.
Julia trat einen halben Schritt näher. Der Wind spielte mit ihren dunklen, langen Haaren.
„Ich habe heute Nachmittag frei. Was halten sie davon, wenn wir uns auf einen Kaffee treffen? Nur wir zwei. Als Dankeschön. Für alles, was sie für Anna tun.“
Lina wusste schon beim ersten Blick, dass es mehr war als nur ein Dankeschön.
Julias Augen verrieten zu viel, ihr Tonfall zu wenig, diese Art von Stimme, die sich an der Grenze zwischen Flirt und Höflichkeit entlangtastete, aber genau wusste, wohin sie wollte.
Und da war es wieder. Dieser Moment. Diese Lücke, in der Lina normalerweise zögerte, sich eine Ausrede bastelte, ein freundliches Lächeln zum Abschied.
Aber stattdessen nickte sie. Langsam, viel zu langsam, um es später als Versehen zu verkaufen. Sie konnte nicht anders. Es war wie ein Reflex, fast eine Schwäche.
Ein Blick, eine Bitte, ein Anflug von Erwartung, und schon war sie verloren. Nicht weil sie wollte. Sondern weil sie nicht anders konnte. Sie schaffte es nicht, nein zu sagen. Sie wollte niemanden verletzen, oder enttäuschen.
Natürlich wusste sie, wie das auf andere wirkte. Die stille Sanftheit, die weiche Stimme, die Angewohnheit, eher zu schweigen als zu widersprechen.
Sie konnte nicht einfach sagen: „Es ist unprofessionell.“ Oder: „Es ist mir zu nah.“
Stattdessen hörte sie sich sagen: „Ja. Warum nicht.“
„Dann bis später!“, lächelte Julia, und verließ mit ihrer Tochter den Kindergarten.
Der Nachmittag kam wie von selbst.
Ein lauer Wind kam auf, als Lina durch das kleine Dorfzentrum radelte. Sie hatte ihre blonden Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden. Das schlichte, blassgrünes Sommerkleid mit den dünnen Trägern flatterte sacht über den Knien. Ihre Haut fühlte sich wach an, als würde sie von innen leuchten.
Das Café lag etwas abseits, halb versteckt zwischen dem Buchladen und der Eisdiele. Alte Holztische, wackelige Stühle, Lavendel in kleinen Zinktöpfen.
Julia wartete schon, saß im Schatten einer roten Markise. Die Sonnenbrille klemmte in ihren dunklen Haaren, die Lippen waren unverschämt rot geschminkt.
Als Lina näherkam, stand sie auf, und ihre Umarmung war einen Atemzug zu lang.
„Du siehst wunderschön aus“, sagte Julia. „Oh! Jetzt habe ich dich einfach geduzt! Oder wollen wir dabeibleiben?“
Lina schaffte es erneut nicht, eine natürlich Distanz zu erschaffen. Daher nickte sie einfach. „Ja. Okay.“
„Ich bin Julia, aber das weißt du sicher aus den Kindergarten Akten, hm?“
„Ja.“
Sie setzten sich. Kurz darauf servierte eine süße Bedienung zwei Tassen Cappuccino, und eine Flasche stilles Mineralwasser.
Julia streifte beim Sprechen ganz leicht Linas Hand, nur mit den Fingerspitzen, beiläufig, aber präzise. Ihre Nägel waren lackiert, blassrosa, fast durchsichtig. Linas Puls antwortete sofort.
„Du wirkst heute anders“, sagte Julia und ließ den Satz hängen.
„Anders gut oder anders gefährlich?“, erwiderte Lina.
„Gefährlich gut.“
Ihre Knie berührten sich unter dem Tisch. Ein kurzes Streifen, dann ein vorsichtiges Verharren.
Julia lachte leise, als Lina versuchte, das Schokoladenpulver vom Milchschaum zu pusten und stattdessen fast niesen musste.
„Du bist wunderschön, wenn du dich ärgerst“, sagte sie dann einfach.
„Ich ärgere mich nicht. Ich flirte nur mit dem Schaum.“
Ein Windstoß ließ Julias Rock leicht gegen Linas nackte Wade wehen. Sie spürte es, als wäre es eine Berührung mit Absicht. Julia beugte sich vor, näher als nötig. Ihr Parfüm war süß und dunkel, wie eine Erinnerung, die man nicht einordnen kann.
„Ich hab dich heute früh genauer angeschaut, hast du es bemerkt?“, fragte Julia.
Lina nickte. „Ja!“
„Und du hast nicht weggesehen.“
„Hätte ich sollen?“, hakte Lina nach.
„Nein!“
Ihre Stimmen waren jetzt leiser. Die Kellnerin brachte zwei neue Cappuccino, und während Julia nach dem Löffel griff, streiften ihre Finger Linas erneut, sanft, entschlossen.
Sie sprachen über Musik, über Kinder, über das Leben dazwischen. Und jedes Mal, wenn das Lachen kam, folgte ein Moment der Stille. Ein Raum zwischen ihnen, in dem etwas anderes sprach.
„Ich glaube, ich hab dich eingeladen, um dir nahe zu sein. Und um zu prüfen, ob ich mir das nur eingebildet habe“, sagte Julia.
„Und?“
„Ich hab’s mir nicht eingebildet.“
Ihre Finger berührten sich jetzt offen. Nicht mehr zufällig. Nicht mehr verstohlen.
Als sie sich nach einer Stunde verabschiedeten, umarmten sie sich sanft, küssten sich auf die Wangen.
„Das sollten wir wiederholen?“, hauchte Julia.
„Sehr gerne!“
Als Lina nach Hause radelte, kribbelte ihre Haut. Ihr Körper schien zu summen, als wäre sie eine Saite, die jemand angeschlagen hatte.
Sie dachte an Julias Parfüm und ihre Blicke, die ihren Körper ständig gestreichelt und betrachtet hatten.
Der Regen kam wie aus dem Nichts.
Zuerst fielen Tropfen, dann folgte ein stetiges Prasseln, das die Dächer des Dorfes wie eine Trommel zum Klingen brachte. Es war ein warmer Regen, einer von der stillen Sorte, bei dem man das Gefühl hatte, die Welt würde gewaschen, nicht nur nass gemacht. Die Bäume glänzten wie poliert, und selbst der Asphalt auf der kleinen Dorfstraße hatte plötzlich etwas Sanftes.
Lina stand unter dem Vordach des Kindergartens, barfuß, weil sie sich die nassen Schuhe ausgezogen hatte. Ihre Füße fühlten sich lebendig an.
In der Ferne erklang ein Grollen, kein bedrohliches Donnern, sondern ein müder Laut, wie das tiefe Brummen eines schlafenden Bären.
Drinnen roch es nach Regenjacken, Kakao und dem leichten Muff aus Bastelpapier und Filzstiften. Die Fenster waren beschlagen, die bunten Papiervögel daran wirkten wie kleine, verschwommene Schatten ihrer selbst.
Lina trat in den Gruppenraum. Auf dem grünen Teppich lagen drei Kinder und bauten eine Stadt aus Holzklötzen. Zwei malten Regenwolken mit dicken Wachsstiften. Nur einer saß abseits, auf dem Sitzkissen unter dem Fenster, mit angezogenen Beinen und gesenktem Kopf.
„Felix?“ Lina kniete sich zu ihm.
Der Junge zuckte nicht einmal mit den Schultern. Sein Gesicht war bleich, die Lippen zusammengepresst. Er war sonst einer der Wilden mit einem lauten Lachen. Heute war von all dem nichts vorhanden.
„Magst du mir erzählen, was los ist?“ Ihre Stimme war weich, fast flüsternd.
Er schüttelte nur den Kopf.
„Möchtest du, dass ich mich einfach zu dir setze?“ Keine Reaktion. Doch sie tat es trotzdem.
Sie saßen so eine Weile. Lina zog ihre Beine an, lehnte sich zurück gegen die Wand. Der Regen trommelte aufs Dach. Und dann, ganz leise, hörte sie seine Stimme.
„Ich will nicht mehr träumen.“
„Was träumst du denn?“
„Ein Mann mit einem schwarzen Hut. Der nimmt Mama mit. Und mich. Immer wieder. Und wir kommen nicht mehr zurück.“
Lina schluckte. Sie hatte in den Augen des Jungen etwas gesehen, das sie nicht kannte, ein Schatten, zu groß für ein Kind.
„Du weißt, dass es nur ein Traum ist, oder?“, fragte sie sanft.
„Aber es fühlt sich an wie echt. Ich kann riechen, was er anhat.“
Am Nachmittag holte Felix’ Mutter ihn früher ab. Eine schmale Frau mit müden Augen und einer Stimme, die immer ein bisschen zu laut war, als wolle sie sich selbst übertönen. Lina nahm sie beiseite, während Felix im Flur seine Stiefel an den falschen Fuß zog.
„Frau Engelhardt, ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Er schreit nachts. Jede Nacht. Ich habe schon mit der Kinderärztin gesprochen. Die sagt, das ist eine Phase. Aber es ist keine Phase. Es zerreißt mich“, sagte die Frau.
„Er hat mir heute ein bisschen erzählt“, sagte Lina vorsichtig. „Vielleicht könnte ich ihm ein Lied vorsingen, wenn er einschläft? Nur ein Versuch. Manche Kinder entspannen sich dabei.“
Die Mutter sah sie einen Moment lang wortlos an, dann nickte sie langsam. „Würden sie das tun? Für uns?“
„Sehr gerne!“
„Darf ich sie heute Abend abholen?“
Lina nickte.
Am Abend kam Felix’ Mutter zurück, mit dem Auto, das dringend eine neue Lackierung gebraucht hätte. Lina stieg ein. Der Innenraum roch nach Vanilleduftbaum und vergossener Milch. Auf der Rückbank lagen Malbücher und ein zerdrückter Plüschhund.
Felix saß bereits im Schlafanzug im Bett, die Decke bis ans Kinn gezogen, die Augen weit offen.
Lina setzte sich auf den kleinen Hocker neben das Bett. „Magst du, dass ich dir was vorsinge?“
Ein Nicken. Zögerlich, aber deutlich.
Sie nahm seine Hand. Sie war klein, warm, zitterte ein wenig.
Dann schloss Lina die Augen, und begann leise zu singen: „Wenn die Nacht dich leise küsst, und dein Herzchen traurig ist, dann kommt ein Lied, das dich bewacht, bis du fliegst durch diese Nacht.“
Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch. Doch mit jedem Ton schien sich etwas zu lösen. Felix’ Gesicht entspannte sich, die Lider wurden schwer. Als sie das letzte Wort sang, schlief er bereits. Tief, ohne Zucken, ohne Schatten.
Die Mutter war fasziniert und begeistert. „Er hat schon lange nicht mehr so ruhig geschlafen. Nicht einmal ansatzweise. Was war das für ein Lied?“
„Es ist mir in diesen Sekunden eingefallen“, sagte Lina leise. „Ich kenne es nicht. Es kam einfach.“
Die Frau streckte ihre Hand aus und legte sie auf Linas Arm. „Sie haben … keine Ahnung, was das gerade war. Doch ich glaube, sie sind etwas Besonderes.“
In der Nacht lag Lina in ihrem Bett, die Decke bis zur Nase gezogen. Der Regen hatte aufgehört, aber die Tropfen hingen noch an den Dachfenstern, wie winzige Spiegel der Fragen in ihr.
Was war mit Felix passiert? War es Zufall? Ein Trick des Unterbewusstseins?
Dann erschien plötzlich vor ihrem geistigen Auge Julia, wie sie im Café vor ihr gesessen war. Sie konnte das Parfüm der Frau riechen, die Rundungen ihrer Brüste sehen, die sich unter dem Shirt modelliert hatten.
Langsam zog sie die Bettdecke von ihrem Körper. Sie war nackt, trug niemals Kleidung, wenn sie schlief.
Sanft umfasste sie ihre festen Brüste. Mit den Fingerkuppen rieb sie über die empfindlichen Knospen, die zu kleinen Türmchen erigiert waren. Dann nahm sie die Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger, drehte, quetschte und zog an den Türmchen.
Ihr Atem schlug ihr brausend in die Ohren und sie keuchte ungleichmäßig. Ihr Hintern presste sich fest auf die Matratze, während sich ihr Oberkörper hin und her schlängelte.
Die rechte Hand legte sie auf ihre Schamregion. Sie spürte ihren erigierten Kitzler, die nasse, zuckende Möse. Schließlich konnte sie sich nicht mehr beherrschen. Ihre Fingerspitzen krochen abwärts, fahrig, aber schnell und zielstrebig. Ihr Atem ging stoßweise und ihr Brustkorb hob und senkte sich immer schneller.
