Ein Seher für den Thron Der Thron von Cambalar 3 - Pete Hackett - E-Book

Ein Seher für den Thron Der Thron von Cambalar 3 E-Book

Pete Hackett

0,0

Beschreibung

Ein Seher für den Thron Der Thron von Cambalar 3 von Pete Hackett & Alfred Bekker nach einem Exposé von Alfred Bekker Der Umfang dieses Buchs entspricht 92 Taschenbuchseiten. Fünfzehn Jahre herrschte Ruhe in Cambalar, die beiden Prinzen, die nichts voneinander wussten, wuchsen auf verschiedene Weise heran und kämpften jeder auf seine Weise mit den Problemen, die sich dank der Herkunft ergaben. Carraq erfährt schließlich, wer er ist, und will den Thron, Thorazan muss eingestehen, dass die Gabe des Sehens bei ihm nur schwach ausgeprägt ist. Kann er mit dieser Einschränkung König werden?

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 108

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Ein Seher für den Thron Der Thron von Cambalar 3

Alfred Bekker and Pete Hackett

Published by Alfred Bekker, 2021.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Ein Seher für den Thron

Copyright

Prolog

1

2

3

4

5

6

7

8

Der Thron von Cambalar: Personen und Orte

Further Reading: Drachen und Schwertkämpfer: 5 Fantasy Romane

Ein Seher für den Thron

Der Thron von Cambalar 3

von Pete Hackett & Alfred Bekker

nach einem Exposé von Alfred Bekker

Der Umfang dieses Buchs entspricht 92 Taschenbuchseiten.

Fünfzehn Jahre herrschte Ruhe in Cambalar, die beiden Prinzen, die nichts voneinander wussten, wuchsen auf verschiedene Weise heran und kämpften jeder auf seine Weise mit den Problemen, die sich dank der Herkunft ergaben. Carraq erfährt schließlich, wer er ist, und will den Thron, Thorazan muss eingestehen, dass die Gabe des Sehens bei ihm nur schwach ausgeprägt ist. Kann er mit dieser Einschränkung König werden?

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

nach einem Exposé von Alfred Bekker

COVER: STEVE MAYER NACH MOTIVEN VON JOHN MARTIN

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen 

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Folge auf Twitter:

https://twitter.com/BekkerAlfred

Erfahre Neuigkeiten hier:

https://alfred-bekker-autor.business.site/

Zum Blog des Verlags!

Sei informiert über Neuerscheinungen und Hintergründe!

https://cassiopeia.press

Alles rund um Belletristik!

Prolog

Die Welt von Cambalar ist sehr trocken und zu vier Fünfteln mit Land bedeckt. Es gibt zwei Binnenmeere, ein großes und ein kleines. Diese sind durch einen Fluss, den sogenannten Strom der Unendlichkeit miteinander verbunden. Er entspringt in einem für irdische Verhältnisse gewaltigen, unbesteigbaren und angeblich bis in die luftlose Dunkelheit des Kosmos emporragenden Gebirges, dessen Gipfel als Sitz der Götter der Unendlichkeit gilt. Von dort aus fließt der ‘Strom der Unendlichkeit’ zunächst in das Große Meer und anschließend in das Kleine Meer. Danach verliert er sich irgendwo in der Unendlichkeit einer steinigen Ödnis und Wüste. (Es gibt extreme Jahreszeiten und starke klimatische Schwankungen: Die Wüste darf man sich nicht wie die Sahara vorstellen, sondern eher wie die Gobi oder die Salzwüste von Utah, in der im Winter Schnee auf den Kakteen liegt.) Niemand weiß, wo der Strom der Unendlichkeit endet, denn die große Ödnis wird von nichtmenschlichen Kreaturen bewohnt, während sich die Menschen um die beiden Meere und die Flussverbindung dazwischen gruppieren.

Und niemand weiß, was jenseits des Gebirges ist. In den Höhenzügen unterhalb der Sphäre der Götter leben asketische Einsiedler-Mönche, die als Heilige gelten, sowie Kreaturen, die angeblich ohne Luft leben können: Geister, Dämonen und Gnome. Es hat diese Wesen aber kaum jemand je gesehen.

In der Wüste leben die Sandlinger - Menschen mit Echseneigenschaften, die offenbar sehr wenig Wasser brauchen. Sie kommen auch zum Handeltreiben in die Menschenreiche - oder zum Plündern. Man sieht nie ihre Gesichter, denn ihre Kleidung lässt kaum mehr als die Augen frei.

Das größte Reich auf dieser Welt ist das Reich von Cambalar. Cambalar ist der Name der Hauptstadt, die auf einer Insel mitten im Großen Meer liegt. Die gesamte Küste dieses Meeres wird von Cambalar beherrscht. Dieses Imperium muss nahezu ständig verteidigt werden: Gegen Barbaren am Rande der Ödnis, die sich manchmal mit den Sandlingern zusammentun oder auch gegen die Freien Städte am Kleinen Meer und das Königreich Tolvanea am Strom der Unendlichkeit.  Die Bewohner Cambalars sind auf die Einfuhren aus ihren Kolonien rund um das Große Meer angewiesen.

Es wäre unmöglich für Cambalar, sich gegen alle Gegner an allen Grenzen auf einmal zu verteidigen. Aber erstens gehen die selten koordiniert vor (und sind untereinander fast immer verfeindet) und zweitens gehören die Könige Cambalars dem Geschlecht der Dwannuach an. Unter ihnen ist die Gabe der Voraussicht weit verbreitet. Die Grenze zwischen tatsächlicher seherischer Begabung und ausgeprägtem strategischen Denken ist dabei fließend. Manche Angehörige des Dwannuach-Adels vermögen zu sehen, was im nächsten Augenblick geschieht, andere sehen bis zu einem Monat weit in die Zukunft, wobei diese Zukunft kein unabänderliches Schicksal darstellt, sondern eher eine wahrscheinliche Möglichkeit.

Diese Fähigkeit ist Voraussetzung, um in Cambalar König sein zu können. Denn der König muss vorhersehen können, wo das Reich als nächstes angegriffen wird. Nur dann kann er seine Truppen rechtzeitig per Schiff an den richtigen Ort schicken und den Angriff abwehren.

Die Existenz des Reiches hängt davon ab, alle wissen dies.

Doch die Dwannuach-Könige von Cambalar regieren keineswegs nur aus eigener Herrlichkeit. Sie sind ihrerseits auf eine Truppe von Kriegern angewiesen, die als die Unsterblichen bezeichnet werden.

Und das sind sie tatsächlich! Durch eine magische Prozedur, die mit der Einnahme eines Tranks verbunden ist (die aber niemand genau kennt, der nicht dazugehört), verändern sich die aufgenommenen Neumitglieder. Sie werden unempfindlich gegen Schmerz und Verwundung. Ihre Kraft und ihre Schnelligkeit nimmt über menschliches Maß zu. Ihre Haut wird weiß und pergamentartig, die Haare schlohweiß oder grau. Nach einiger Zeit sind sie nur noch sehr schwer zu töten, denn ihre Selbstheilungskräfte lassen Verwundungen sofort heilen. Abgetrennte Arme und Beine wachsen innerhalb von Stunden nach. Man muss sie regelrecht zerstückeln oder köpfen, wenn man sie umbringen will.

Ihre Körper altern nicht, ihre Schwertarme kennen keine Müdigkeit.

Man nennt sie die Diener von Tason, dem Totengott - denn ihm opfern sie in einem Ritual ihre Seele, um Unsterblichkeit und (nahezu) Unverwundbarkeit für ihre Leiber zu bekommen. Dieser Schwur wird hoch oben im Gebirge abgelegt, nachdem bei den Neulingen (von denen es nicht viele gibt, da die Verluste bei den Unsterblichen gering sind) die Veränderung bereits so weit fortgeschritten ist, dass ihnen auch die dünne Luft nichts ausmacht. 

Neulinge ersetzen bei den Unsterblichen die wenigen Gefallenen. Sie werden nach bestimmten, geheimen Merkmalen “erwählt”.

Die Unsterblichen werden von  Hochmeister Damlak kommandiert, der enorme Macht ausübt. Auf Grund seines langen Lebens hatte er viel Zeit, ein Netzwerk zu knüpfen, das ihn nach dem König zum mächtigsten Mann des Reiches von Cambalar macht. Und doch ist er auf den König angewiesen, denn ohne dessen Fähigkeit zur Voraussicht wäre Cambalar verloren.

Der König wiederum weiß, dass er auf den Hochmeister angewiesen ist, der das Wissen um die Magie der Unsterblichkeit bewahrt.

Die Götter verbieten es allerdings, dass jemals ein König in den Genuss dieser Unsterblichkeit gelangt. Denn eigentlich sind die Eigenschaften göttlich, die damit verbunden sind. Und der Totengott Tason, der dieses Geheimnis offenbarte, wurde deswegen auch von den anderen Göttern vom Gipfel des Götterberges verbannt und muss dem Mythos nach seitdem im Inneren des Berges leben. Es gibt allerdings dunkle Legenden darüber, dass Dwannuach-Könige sich trotzdem in den Besitz der Unsterblichkeit bringen wollten - mit jeweils katastrophalen Folgen.

1

Mehr als fünfzehn Jahre waren verstrichen. Die Menschen im Reich von Cambalar lebten ruhig und in Frieden. Endrubal der Fürst der Echsenmenschen, sowie Solo Hasradun, der Häuptling der Barbaren, die hoch im Norden lebten, hatten Wort gehalten. Nachdem sie von König Ghaderich fürstlich dafür entlohnt worden waren, dass sie ihren Raubzug abbrachen und das Reich verließen, waren sie mit ihrer Armee nie wieder ins cambalarische Reich eingefallen.

Prinz Thorazan, der zu einem jungen Mann herangewachsen war, kannte nur diesen Frieden. Zum Krieger erzogen und mit den Staatsgeschäften vertraut gemacht, sollte er einmal den Thron besteigen.

Es war an einem regnerischen Tag im Sommer, als eine Abordnung aus Ascolan, der Stadt an der Küste, von den Wachen beim Tor der königlichen Burg in der Hauptstadt Cambalar aufgehalten wurde. „Wohin des Wegs?“, fragte der Wachhabende.

„Uns schickt Bürgermeister Melik aus der dem König untertänigst ergebenen Stadt Ascolan“, erwiderte einer der Abgesandten, ein älterer Mann mit lichten, grauen Haaren. „Wir haben König Ghaderich eine wichtige Botschaft zu überbringen.“

Eine Gruppe der Wachsoldaten begleitete die Boten in die Königsburg, die auf einem Hügel gelegen hoch über die Dächer und Türme der Stadt hinausragte.

König Ghaderich befand sich in seinen Gemächern. Ein Krieger seiner Leibwache meldete ihm die Delegation aus Ascolan, und der Herrscher befahl, die Gruppe der Abgesandten zu ihm vorzulassen. Er saß in einem schweren Scherenstuhl, seine Unterarme lagen auf den gepolsterten Armlehnen, sein zerfurchtes Gesicht mit dem grauen Bart war ausdruckslos.

Es waren fünf Männer, die mit einem Boot über das Große Meer gekommen waren. Sie fielen auf die Knie nieder und senkten die Häupter. Von der Kleidung, die sie trugen, war nicht viel zu sehen, denn sie hatten sich, da es seit mehreren Tagen ziemlich kühl und regnerisch war, braune, ärmellose Umhänge übergeworfen, die lediglich den Kopf, die Arme und die Beine freiließen.

„Man hat mir gemeldet, dass ihr mit einer wichtigen Nachricht aus Ascolan kommt“, sagte der Herrscher.

„Jawohl, mein König“, antwortete jener Bote, der auch schon der Wache gegenüber als Redner der Gruppe in Erscheinung getreten war. „König Usermangar, der Herrscher des Reichs von Tolvanea, ist gestorben und sein Sohn, der erlauchte Atermangar, hat den Thron bestiegen.“

Die Brauen des Königs schoben sich wie zwei eisgraue Raupen zusammen, über seiner Nasenwurzel bildeten sich tiefe, senkrechte Falten. „Das ist nicht nur eine wichtige Meldung, es ist auch eine denkbar schlechte“, murmelte der Herrscher über das Reich von Cambalar wie im Selbstgespräch. Dann richtete er das Wort an die Delegation aus Ascolan, indem er sagte: „Man wird Euch Speise und Trank reichen, und Ihr werdet unsere Gastfreundschaft genießen. Wenn Ihr zurückkehrt, dann entbietet Bürgermeister Melik meinen königlichen Dank.“

Die Boten erhoben und verneigten sich und entfernten sich rückwärtsgehend vom König. Erst in gebührender Entfernung drehten sie sich um und verließen das Gemach.

„Ich will unverzüglich meine Ratgeber, die Minister, Hochmeister Damlak und den Trunkmeister Haran Thum, sowie Prinz Thorazan im großen Saal versammelt haben“, befahl König Ghaderich.

Er begab sich in den Rittersaal der Burg und nahm auf seinem Thron Platz. Es dauerte nicht lange, dann war die Runde vollzählig. Prinz Thorazan war in Begleitung Damlaks, des Hochmeisters der Unsterblichen, sowie Haran Thums, der vor mehreren Jahren vom Hauptmann der Leibgarde zum Trunkmeister befördert worden war, gekommen.

Alle erwiesen dem alten König ihre Ehrerbietung, indem sie sich vor ihm verneigten.

Thorazan war äußerlich nach seiner Mutter Heres geraten, die bald nach seiner Geburt verstorben war. Sie war eines Morgens vollkommen überraschend von starken Krämpfen befallen worden, und am Abend dieses unseligen Tages war sie tot gewesen. Das war, als der König auf hoher See mit dem Sandlingerfürsten und dem Barbarenhäuptling wegen eines Freikaufs seines Reichs verhandelt hatte.

Thorazan war mittelgroß und sehr schlank, verfügte über dichte, blonde Haare und blaue Augen. Sein Gesicht wies weibliche Züge auf, wie auch sein ganzes Wesen nicht von Männlichkeit bestimmt wurde, sondern eher dem einer zartbesaiteten Frau glich. König Ghaderich befürchtete, dass aus ihm nie ein richtiger Kriegerkönig werden würde.

Der König schaute in die Runde. Sein Sohn saß zwischen dem Hochmeister und Haran Thum, dem Trunkmeister. Er hatte Thorazan nach dem Tod seiner Gemahlin von einer Amme aufziehen lassen, bis der Knabe alt genug war, um langsam an seine künftigen Aufgaben als Herrscher über das Reich von Cambalar herangeführt zu werden.

„Schlechte Kunde vom Festland“, begann der König zu sprechen. „König Usermangar ist verstorben. Den Thron von Tolvanea hat sein legitimer Erbe Atermangar bestiegen.“

In der Runde herrschte Betroffenheit. Sogar Damlak schaute ziemlich bestürzt drein. Dabei konnte den Unsterblichen so leicht nichts aus der Ruhe bringen. Als er seine Überraschung überwunden hatte, rief er: „Atermangar ist ein Kriegstreiber. Das Land, über das sein Geschlecht seit Jahrhunderten herrscht, ist ihm zu klein. Wenn ihn sein Vater nicht immer wieder zur Raison gerufen hätte, wäre er längst in unsere Kolonien am Großen Meer, auf die wir hier in der Hauptstadt angewiesen sind, weil sie uns mit Gütern und Nahrung versorgen, eingefallen. Sein Bestreben ist es, das Reich Tolvanea zu vergrößern, damit es dem Reich Cambalar ebenbürtig ist, vielleicht sogar, das Reich Cambalar vollkommen seinem Reich einzuverleiben.“

„Das ist das Problem, vor dem wir stehen“, pflichtete der König dem Hochmeister bei. „Atermangar wird mein Reich mit Krieg überziehen. Und während wir damit beschäftigt sind, ihn wieder hinauszujagen oder zu vernichten, werden Sandlinger und Barbaren hoch oben im Norden ihre Chance, reiche Beute zu machen, wittern, und mordend, plündernd und sengend für Entsetzen und Verzweiflung sorgen.“

„Wir müssen unverzüglich ein großes Heer ausheben, mein König“, rief einer der Ratgeber. „Jeder im Reich, der alt genug ist, um ein Schwert oder eine Axt zu halten, soll für den Kampf ausgebildet werden. Wir müssen Vertraute, die die kampffähigen Männer aufspüren und zur Armee verpflichten, in alle Teile des Reichs schicken, damit wir, wenn Atermangar mit seinem Heer einmarschiert, schlagkräftig genug sind, um ihm und seinen Kriegern die Stirn bieten zu können.“

„Vielleicht sollten wir erst einmal abwarten, ob er das Reich Cambalar überhaupt angreift“, gab ein anderer der königlichen Berater zu bedenken.

„Dann sind wir im Falle des Falles nicht gewappnet“, wandte ein weiterer ein. „Vielleicht sollten wir Spione in die Hauptstadt Colamneum schicken, die die Verbindung mit uns aufrechterhalten und uns melden, wenn Atermangar beginnt, Truppen auszuheben.“