Ein weiblicher Hallodri - Stefanie Valentin - E-Book

Ein weiblicher Hallodri E-Book

Stefanie Valentin

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Beschreibung

Mit viel Herz und Verstand geht die Heimat-Heidi zur Sache, denn sie ist eine schöne Wirtin voller Tatendrang, die ihren Gästen und Mitmenschen jederzeit hilfreich zur Seite steht. Unterstützt, wenn auch nicht unbedingt immer in ihrem Sinne, wird Heidi dabei von ihrer nicht ganz volljährigen Tochter Steffi, einem feschen Mädel mit losem Mundwerk, und ihrer Mutter Luise, die keineswegs gewillt ist, kürzerzutreten und Heidi mit der Leitung des Bergerhofs alleinzulassen. Für schwungvollen, heiteren Familienzündstoff ist also bei aller Herzenswärme unserer Titelheldin jederzeit gesorgt! »Wann kommt die Mutti nach Haus'?« Steffi Berger sah ihre Großmutter fragend an. Die sah auf die Uhr und zog die Augenbrauen zusammen. »Was machst denn du schon wieder hier? Müßtest du jetzt net in der Schule sein?« Steffi reagierte unwirsch. »Wo die Mutti ist möcht' ich wissen.« »Was ist denn los?« Luise, die Seniorchefin des Bergerhofs sah ihre Enkelin irritiert an. Im gleichen Moment rannen dem hübschen Mädchen Tränen übers Gesicht. »Aber, Kind…!« Luise ging auf ihre Enkelin zu, wollte einen Arm um sie legen, aber Steffi schüttelte den Kopf. »Nein«, schluchzte sie, »sag mir nur, wo die Mutti ist…!« Luise zögerte, doch dann war ihr klar, daß aus Steffi jetzt ohnehin nichts herauszubekommen sein würde. »Deine Mutti ist in Oberstdorf beim Steuerberater«, antwortete sie. »Wann kommt sie zurück?« Luise sah noch mal auf die Uhr. »Sie müßt' jeden Augenblick wieder da sein.

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Seitenzahl: 115

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Heimat-Heidi – 21 –Ein weiblicher Hallodri

Kathrin stürzt die Burschen in Verwirrung

Stefanie Valentin

»Wann kommt die Mutti nach Haus’?« Steffi Berger sah ihre Großmutter fragend an.

Die sah auf die Uhr und zog die Augenbrauen zusammen. »Was machst denn du schon wieder hier? Müßtest du jetzt net in der Schule sein?«

Steffi reagierte unwirsch.

»Wo die Mutti ist möcht’ ich wissen.«

»Was ist denn los?« Luise, die Seniorchefin des Bergerhofs sah ihre Enkelin irritiert an.

Im gleichen Moment rannen dem hübschen Mädchen Tränen übers Gesicht.

»Aber, Kind…!« Luise ging auf ihre Enkelin zu, wollte einen Arm um sie legen, aber Steffi schüttelte den Kopf.

»Nein«, schluchzte sie, »sag mir nur, wo die Mutti ist…!«

Luise zögerte, doch dann war ihr klar, daß aus Steffi jetzt ohnehin nichts herauszubekommen sein würde.

»Deine Mutti ist in Oberstdorf beim Steuerberater«, antwortete sie.

»Wann kommt sie zurück?«

Luise sah noch mal auf die Uhr. »Sie müßt’ jeden Augenblick wieder da sein. Vielleicht kann ich dir ja…«

Doch Steffi hörte nicht zu, drehte sich auf dem Absatz um und verließ rennend die Küche des Bergerhofs.

Luise wußte, daß Mädchen in Steffis Alter schon mal Probleme mit sich selbst hatten. Ihre Enkelin würde bald achtzehn werden und stand außerdem kurz vor dem Abitur, was zusätzlich nervig war. Aber, und das spürte Luise überdeutlich, Steffi war nicht wegen eines der üblichen Teenagerprobleme so neben der Spur, es war mehr. Was Steffis Gedanken allerdings so durcheinander gebracht hatte, wußte sie nicht, und das machte ihr die meisten Kopfzerbrechen, denn Luise war im allgemeinen das, was man eine gutinformierte Frau nannte.

Sie überlegte einen Augenblick, ging dann zum Telefon, nahm den Hörer ab und wählte eine Nummer. Als sich kurz darauf die Kanzlei eines Oberst­dorfer Steuerberaters meldete, fragte sie nach ihrer Schwiegertochter.

»Ist die Heidi noch da?« wollte sie wissen.

»Sie ist eben gegangen«, antwortete die Sekretärin, »soll ich nachschauen, ob ich sie noch erreichen kann?«

»Nein, lassen S’ nur«, erwiderte Luise, »sie wird dann eh bald nach Haus’ kommen.«

»Sie wollt’ noch in die Apotheke«, sagte die Sekretärin, »vielleicht rufen S’ dort an.«

Luise bedankte sich und legte den Hörer auf.

Bei der Hirschapotheke, deren Besitzer Justus’ Freund Heidi schon seit langem verehrte, stellte diese immer den Wagen ab, plauderte einige Minuten mit ihm, um sich dann wieder auf den Nachhauseweg zu begeben, gar so gerne war sie nicht weg von der Sonnleiten.

Luise ging zurück in die Küche. Sie war so etwas wie die Küchenchefin, denn sie organisierte dort alles, und nach ihren Vorgaben wurde dort das Essen für die Gäste zubereitet.

Sie hatte sich gerade eine Schürze umgebunden, wollte mit Gemüseputzen beginnen, als sie Steffi aus dem Haus gehen sah. Man mußte keine große Menschenkennerin sein, um auch jetzt zu erkennen, daß mit ihr was nicht stimmen konnte, ihre Körperhaltung unterschied sich deutlich von der sonstigen.

Luise zögerte, wollte Steffi nicht zu sehr belatschern, denn dann blockte die total. Doch als ihre

Enkelin aus ihrem Blickwinkel verschwunden war, legte sie das Gemüse beiseite und ging hinaus.

»Was ist denn mit der Steffi los?« fragte Heidi, als sie wenige Augenblick später aus dem Wagen stieg. »Vor allem, was macht sie um die Uhrzeit hier zu Haus’? Warum ist sie net in der Schul’?«

Luise zuckte mit den Schultern. »Das kann ich dir leider net sagen, vor einer halben Stund’ stand sie plötzlich da, wollte wissen, wo du bist, hat keine Auskunft geben wollen, warum sie dich dringend sprechen wollt’, hat schließlich zu weinen angefangen und ist hinausgerannt.«

»Bei allen Heiligen«, murmelte die Bergerhof-Heidi, »was ist denn da passiert? Irgendwas muß doch passiert sein, sonst würd’ die Steffi doch net aus der Schul’ zurückkommen und weinend aus dem Haus rennen.«

Luise atmete tief durch, dann zuckte sie mit den Schultern.

»Ich weiß es net«, sagte sie, »jedenfalls war sie ziemlich durcheinander.«

»Ob was mit der Schul’ ist?« Heidi sah ihre Schwiegermutter fragend an.

Die stutzte. »Daran hab’ ich noch gar net gedacht. Was könnt’ denn sein mit der Schul’?«

»Na ja«, murmelte Heidi, »die Steffi geht immerhin mit Riesenschritten aufs Abi zu. Net, daß sie nachher gar net zugelassen wird.«

»Net zugelassen wird?« fragte Luise. »Was meinst du denn damit?«

»Es gibt eine Zulassungskonferenz«, antwortete Heidi, »da wird geregelt, wer zum Abi zugelassen wird. Möglicherweise war die gestern und die Steffi hat heut’ morgen erfahren, daß man sie net zugelassen hat.«

Luise starrte ihre Schwiegertochter benommen an. »Was willst du damit andeuten?«

»Ich deut’ nix an«, erwiderte Heidi, die inzwischen sehr nachdenklich wirkte, »ich denk’ nur, daß man sie vom Abi ausgeschlossen haben könnt’.«

»Und warum sollt’ man das getan haben?« Luise schüttelte den Kopf. »Also das kann ich mir net vorstellen.«

»Es muß aber einen Grund geben«, sagte Heidi, »warum meine Tochter um die Zeit so aufgelöst nach Haus’ gekommen ist. Sie war doch aufgelöst, oder?«

Luise nickte. »Das kann man sagen…!«

»Ich hab’s«, murmelte Heidi.

»Was hast du?«

»Ich ruf’ den Huber an.«

»Ihren Mathelehrer?«

Heidi nickte. »Genau den. Der hat heut’ frei. Die Steffi hat es mir letztens gesagt. Er wird also Zuhaus’ sein.«

»Und was willst du von dem?« fragte Luise.

»Der war bei der Konferenz«, antwortete Heidi, »er kann mir sicher sagen, ob man die Steffi vom Abi ausgeschlossen hat.«

Da atmete Luise tief durch. »Hoffentlich ist’s nur das…!«

»Wie bitte?« Heidi hatte den Telefonhörer schon in der Hand. Sie sah Luise irritiert an. »Was willst du damit sagen?«

»Daß es Schlimmeres gibt, als net zum Abi zugelassen zu werden.«

Heidi legte den Hörer zurück auf die Gabel, ging auf ihre Schwiegermutter zu, sah sie überaus aufmerksam an. »Hast… ich mein’, hast du einen Verdacht?«

Luise zögerte, dann schüttelte sie langsam den Kopf.

»Luise«, murmelte Heidi, »jetzt hör auf zu mauern. Sag, was dir durch den Kopf geht. Es geht um deine einzige Enkelin. Da hört der Spaß auf.«

Luise nickte. »Ich weiß, deshalb fürcht’ ich mich ja ein bissel.«

»Vor was fürchtest du dich…?« Heidi spürte, wie ihr Herz rascher zu schlagen begann.

»Daß die Steffi in eine dunkle Geschicht’ g’raten ist«, antwortete Luise leise, »eine Geschicht’, der ich zuerst keine Bedeutung beigemessen hab’.«

»Um was für eine Geschicht’ handelt es sich?« Heidis Mund wirkte trocken.

»Sie ist letztens mal mit einem jungen Burschen hergekommen«, sagte Luise.

»Ja und…?«

»Es war der Sohn vom Laubacher-Ferdl«, erwiderte Luise. »Deswegen hab’ ich dir nix davon gesagt…!«

*

Kathrin Blenk kam die Treppe heruntergerannt, wobei sie die letzten Stufen heruntersprang, dann ging sie in die überaus geräumige Küche des alten Oberallgäuer Bauernhauses.

»Hallo, Großmutter«, sagte sie, »wieso bist du net droben in deinem Zimmer? Um die Zeit ruhst du dich doch immer ein bissel aus.«

»Ich bin zwar schon dreiundachtzig«, antwortete Maria Blenk, »aber deshalb muß ich noch lange net jeden Mittag im Bett liegen und schlafen.«

Kathrin lachte, ging zu der groß gewachsenen, schmal gebauten Altbäuerin und küßte ihr übermütig auf beide Wangen.

»Da hast recht«, sagte das außergewöhnlich hübsche junge Mädchen, »aber nach dem Mittag hier in der Küche stehen und den Kaffee herrichten, das mußt auch net grad’.«

»Und wenn ich’s gern mach’…?« Maria Blenk lachte ihre Enkelin freundlich an.

Die lachte zurück. »Dann machst es halt. Ich muß mich eh ein bissel sputen.«

»Hast was vor?« Maria sah Kathrin fragend an.

Die nickte. »Ich fahr’ gleich nach Vorderstein.«

»Aha, und wohin da, wenn man fragen darf?«

»Zum Bergerhof.«

»Da schau her, ins Gasthaus willst. Und das mitten in der Woch’.«

Kathrin lachte. »Ist es net schrecklich? Ein junges Madel wie ich geht mitten in der Woch’ in einen Gasthof. Und das auch noch nachmittags, wo man zu arbeiten hat.«

»Du bist mir eine«, erwiderte ihre Großmutter, »wenn ich an meine Jugend denk’, oje, das hätt’s da net gegeben. Aber zum Glück sind die Zeiten anders geworden. Ein junges Madel wie du kann sich da viel besser entfalten.« Dann umspielte ein etwas amüsiertes Lächeln ihre Mundwinkel. »Bist vielleicht mit dem Berni verabredet?«

Im gleichen Moment zog Kathrin die Augenbrauen zusammen. »Mit welchem Berni?«

»Also jetzt ist’s aber gut«, sagte ihre Großmutter, »jetzt willst dich nimmer an den Kogler-Berni erinnern. Das ist jetzt gelungen.«

»Wieso sollt’ ich mich denn an ihn erinnern?« Kathrin sah ihre Großmutter neugierig an.

»Weil du letztens mal so von ihm geschwärmt hast«, antwortete diese.

»Ich soll von einem Mann geschwärmt haben?« Kathrin lachte.

»Net von einem Mann«, erwiderte ihre Großmutter, »von einem Bursch. Der Berni ist eher noch ein Bursch und ein lieber dazu.«

»Du schwärmst von ihm«, erwiderte Kathrin. »Seit wann stehst du denn auf jüngere Männer?«

»Also jetzt ist’s gut«, entgegnete Maria Blenk, »setz bitt’ schön Kaffeewasser auf, ich schneid’ den Kuchen an.«

»Daß ihr immer Kuchen essen müßt«, murmelte Kathrin.

»Du achtest lieber auf deine Figur, oder?«

»Und wenn’s so wär’?«

»Da ist nix gegen zu sagen«, erwiderte die Altbäuerin, »Ich hab’ früher auch auf meine Figur geachtet.«

»Da schau her…!« Kathrin tat erstaunt.

»Ja, das hab’ ich«, fuhr ihre Großmutter fort, »aber ich hatt’ immer wen im Blickwinkel dabei.«

»Wie soll ich das denn verstehen?« Kathrin sah ihre Großmutter fragend an.

»Daß ich deinem Großvater um alles in der Welt gefallen wollt’«, antwortete diese.

»Aha…!«

»Und bei dir ist net der Ge­danke an den Berni im Hinterkopf?«

»Was hast denn du immer mit dem Berni?« fragte Kathrin. »Ich will mich in meiner Haut wohl fühlen, das ist schon alles. Außerdem bin ich viel zu jung, um mein Herz schon an einen einzigen Mann zu hängen.«

»Was soll das denn heißen?« Fast ein wenig erschrocken sah Maria Blenk ihre Enkeltochter an.

»Daß ich mich momentan ein bissel umschau’ unter den Männern, die zur Verfügung stehen«, antwortete diese.

Ihre Großmutter bekam vor Staunen den Mund nicht zu. Sie sah Kathrin benommen an und sagte dann: »Jetzt willst mich an der Nas’ herumführen, oder?«

Das hübsche Mädchen schüttelte den Kopf. »Nein, warum sollt’ ich dich denn an der Nas’ herumführen?«

»Na, du meinst doch net ernst, was du eben gesagt hast.«

»Daß ich mich unter den zur Verfügung stehenden Männern ein bissel umschauen will?« Kathrin konnte ein Lächeln nur mühsam unterdrücken.

Ihre Großmutter nickte. »Genau das mein’ ich.«

»Doch.« Kathrin sah nun nicht mehr so amüsiert wie vorher drein, »ich will ein bissel was vom Leben haben, verstehst? Net so auf einen Mann fixiert sein, sondern Spaß haben, das ist bei mir angesagt.«

Es dauerte einen Moment, bis Maria Blenk reagierte. Sie ließ erst mal Luft ab, dann wiegelte sie den Kopf.

»Ich an deiner Stell’ wär’ da ein bissel vorsichtig«, sagte sie.

»Wieso…?«

»Na, wenn du dich in einen der Burschen verliebst, dann ist dein schöner Plan über den Haufen geworfen.«

»Wieso? Dann kann ich doch einfach aufhören mit dem Hallodrileben.«

»Das ist der springende Punkt«, hakte ihre Großmutter ein. »Wenn man sich dann in wen verliebt hat, kann es unter Umständen schwer sein, sich ins Verliebtseinleben hineinzufinden oder aber…«

»Ja?«

»Oder aber man glaubt dir net«, antwortete ihre Großmutter.

»Was heißt das, man glaubt mir net?«

»Daß der Bursch, in den du dich dann verliebt hast, meint, er wär’ einer unter vielen, wenn du verstehst was ich mein’. Manche Männer haben da ihre ganz besonderen Befindlichkeiten…!«

*

»Was war denn los heut’ morgen?« Die Bergerhof-Heidi sah ihre Tochter aufmerksam an.

Die wirkte am Nachmittag cool, ihr Gesicht zeigte nicht wie am Morgen Emotionen, deshalb sah sie ihre Mutter mehr oder weniger erstaunt an und fragte: »Was meinst du denn?«

Die Berger-Heidi runzelte die Stirn. Sie war nicht mit der Art ihrer Tochter einverstanden, das sah man ihr überdeutlich an.

»Du erinnerst dich nicht«, fragte sie, »daß du heute vormittag aufgelöst da hereingeschneit bist, wohlgemerkt während der Schulzeit, und wissen wolltest, wo ich bin?«

»Das… das hat sich erledigt«, antwortete Steffi.

»Für dich vielleicht«, erwiderte die Berger-Heidi, »für mich nicht. Ich möcht’ schon gern wissen, was passiert war.«

»Was sollt’ denn schon passiert sein?« fragte Steffi, wobei sie mit den Schultern zuckte.

»Genau das möcht’ ich ja gern wissen«, antwortete ihre Mutter. »Also, ich warte…?«

»Ich… ich war halt ein bissel daneben«, antwortete Steffi. »Es muß doch net immer gleich wer weiß was passiert sein.«

»Steffi…«, Heidi zeigte mit einer Kopfbewegung in Richtung eines Sessels, »bitte nimm Platz. Wir müssen uns sowieso mal unterhalten.«

Da verdrehte Steffi die Augen, man sah ihr überdeutlich an, wie lästig ihr die in Aussicht gestellte Unterhaltung war. »Muß das sein?«

»Ja, das muß sein«, antwortete ihre Mutter, »und du weißt auch, daß es sein muß. Wenn ich allein an deine schulischen Leistungen denke, dann wird mir angst und bange.«

»Ich hab’ jetzt keine Lust, über die Schule zu reden«, erwiderte Steffi.

»Ich aber«, entgegnete ihre Mutter. Einen Augenblick war es still, dann fuhr Heidi fort: »Ich hab’ heute, als du vollkommen unmotiviert hier aufgetaucht und dann weinend davongerannt bist, deinen Mathelehrer angerufen.«

»Den Huber…?« Binnen Sekundenbruchteilen strahlte Steffis Gesicht knallrot.

Ihre Mutter nickte. »Ja, den Huber. Er ist übrigens ein sehr angenehmer Mann. So ganz anders, als du ihn beschrieben hast.«

»Also das find’ ich gar nicht gut, derart hinter mir herzutelefonieren! Was wolltest du denn von ihm?« Steffi sah ihre Mutter gespannt an.

»Da du einer Antwort ausgewichen bist«, entgegnete Heidi, »hab’ ich mir natürlich Sorgen gemacht. Zuerst dachte ich, du seist nicht zum Abi zugelassen worden. Aber die Zulassungskonferenz war noch gar nicht.«

»Was hat der Huber denn gesagt…?« Man merkte Steffi an, wie gespannt sie war.

»Was meinst du denn?« Die Berger-Heidi sah ihre Tochter aufmerksam an.

»Nichts meine ich«, erwiderte diese.

»Aha…!« Heidi nickte ein paarmal ziemlich erstaunt. »Dann müssen wir uns im Grund genommen nicht weiter darüber unterhalten.«

»He…?« Die Augenbrauen zusammengekniffen musterte Steffi ihre Mutter.