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Als er seinem Bruder bei der Flucht aus dem Zoo hilft, entdeckt Rainy dort mehr als nur eine Vielzahl von Tieren. Rainy kundschaftet den Zoo aus, da er eine Rettungsmission für seinen Bruder plant, der in Wolfsgestalt von Wilderern gefangen und verkauft wurde. Dann nimmt er eine äußerst verführerische Witterung auf: Travis Carlyle, sein Gefährte. Doch Rainy findet schnell heraus, dass er, bevor er sich mit dem gutaussehenden Tierarzt verbinden kann, den davon überzeugen muss, dass Rainy es wert ist, sich für ihn zu outen. Travis führt ein ruhiges, unauffälliges Leben und meidet jegliche Situation, die ihn vor seiner Familie outen könnte. Nach so vielen Jahren des Alleinseins kann er der Liebe, Zuneigung und Akzeptanz, die Rainy ihm entgegenbringt, nur schwer widerstehen. Doch gerade als er entscheidet, dass Rainy es wert sein könnte, wegen ihm seine Sexualität zu offenbaren, findet er heraus, dass Rainy Geheimnisse vor ihm hat, und zwar eine ganze Menge: Werwölfe, Gestaltwandler und Gefährten? Als er mit eigenen Augen eine Verwandlung sieht, muss Travis die Wahrheit akzeptieren. Dumm nur, dass nicht alle begeistert sind, dass Travis sich den Wölfen anschließt, und er gerät in einen Streit zwischen Wandlern. Und dann stellt sich auch noch Travis’ Vater zwischen sie. Kann Rainy Tavis davon überzeugen, ein gefährliches, aber von Liebe erfülltes Leben mit ihm zu wählen, anstatt der bequemen, ruhigen Existenz im Kreis seiner Familie? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 32.500 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Epilog
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Ein Werwolf im Zoo
Als er seinem Bruder bei der Flucht aus dem Zoo hilft, entdeckt Rainy dort mehr als nur eine Vielzahl von Tieren.
Rainy kundschaftet den Zoo aus, da er eine Rettungsmission für seinen Bruder plant, der in Wolfsgestalt von Wilderern gefangen und verkauft wurde. Dann nimmt er eine äußerst verführerische Witterung auf: Travis Carlyle, sein Gefährte. Doch Rainy findet schnell heraus, dass er, bevor er sich mit dem gutaussehenden Tierarzt verbinden kann, den davon überzeugen muss, dass Rainy es wert ist, sich für ihn zu outen.
Travis führt ein ruhiges, unauffälliges Leben und meidet jegliche Situation, die ihn vor seiner Familie outen könnte. Nach so vielen Jahren des Alleinseins kann er der Liebe, Zuneigung und Akzeptanz, die Rainy ihm entgegenbringt, nur schwer widerstehen. Doch gerade als er entscheidet, dass Rainy es wert sein könnte, wegen ihm seine Sexualität zu offenbaren, findet er heraus, dass Rainy Geheimnisse vor ihm hat, und zwar eine ganze Menge: Werwölfe, Gestaltwandler und Gefährten? Als er mit eigenen Augen eine Verwandlung sieht, muss Travis die Wahrheit akzeptieren.
Dumm nur, dass nicht alle begeistert sind, dass Travis sich den Wölfen anschließt, und er gerät in einen Streit zwischen Wandlern. Und dann stellt sich auch noch Travis’ Vater zwischen sie.
Kann Rainy Tavis davon überzeugen, ein gefährliches, aber von Liebe erfülltes Leben mit ihm zu wählen, anstatt der bequemen, ruhigen Existenz im Kreis seiner Familie?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 32.500 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Ein Werwolf im Zoo
Die Wölfe von Stone Ridge 1
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Werewolf at the Zoo“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2017
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Widmung
Vielen Dank an meine Schwester Lisa, die das Risiko einging und mein Versuchskaninchen war. Dein Rat ist außerordentlich wertvoll.
Rainy lehnte sich gegen den Zaun und grinste. „Na, da haste dich ja ganz schön in was reingeritten, Bruderherz.“ Er konnte ein Lachen nicht unterdrücken, als die dunkelbraunen Augen auf der anderen Seite des Zauns schmal wurden und er ein leises Knurren hörte. „Spring nicht gleich aus deinem Pelz, ich hol dich da bald raus. Dann kannst du mir sagen, wie zum Teufel du im Zoo gelandet bist.“
Dieses Mal war das Knurren nicht zu überhören und gleich darauf sprang sein Bruder gegen den Zaun und schnappte nach Rainy.
„Sie sollten wirklich nicht so dicht an den Zaun herantreten. Und was haben Sie getan, um ihn zu reizen? Sie sollten die Tiere nicht ärgern.“
Rainy drehte sich um und erblickte eine schlanke Frau in einer braunen Hose und einem grauen Hemd. Auf dem Hemd prangte das Logo des Zoos. Ihr blondes Haar war im Nacken zu einem Knoten zusammengefasst. Ihre vollen Lippen waren verzogen, passend zu dem feindseligen Funkeln in ihren blauen Augen und den Händen, die sie in die Hüften gestemmt hatte.
Aus dem Augenwinkel bemerkte Rainy, dass sein Bruder vom Zaun zurückwich und die Frau anstarrte. „Es tut mir leid. Ich wollte ihn nicht reizen.“ Er grinste und zuckte die Achseln. „Ich nehme an, er mochte den Geruch von dem Fleischsnack, den ich gegessen habe. Aber ich schwöre, ich habe ihm nichts davon gegeben.“ Rainy warf einen Blick über seine Schulter zu seinem Bruder. „Ich habe heute Abend noch was vor, also mache ich mich dann mal auf den Weg.“ Er zwinkerte der Frau zu und ging an ihr vorbei. „Danke, dass Sie so gut aufpassen.“
Er hörte Gemurmel, als er sich von dem Gehege entfernte. Er hatte schon herausgefunden, was er wissen musste, nämlich wie der Käfig verschlossen war, in dem der Werwolf eingesperrt war. Als Rainy erfahren hatte, dass sein Bruder in Wolfsgestalt im Zoo gelandet war, hatte er sich kaputtgelacht. Cliff war zwei Tage lang vermisst worden, bevor sie herausgefunden hatten, was mit ihm geschehen war und wo er steckte. Nur Cliff selbst konnte erklären, wie er dort gelandet war. Rainy lachte. Was würden die Menschen denken, wenn sie wüssten, dass es im Zoo einen Werwolf gab?
Ein verlockender, herber Duft stieg Rainy in die Nase und er hielt inne. Sein Zahnfleisch begann zu kribbeln und er musste sich darauf konzentrieren, seine Fangzähne zurückzuhalten. Während er mehrmals tief durchatmete, schaute er sich um. „Was zum Teufel?“, murmelte er.
Rainys Blick schweifte durch die Umgebung und versuchte die Quelle des köstlichen Dufts zu finden. Nach einem Blick über seine Schulter entdeckte er einen schlanken jungen Mann der mit der Frau sprach, die ihn soeben angesprochen hatte. Das schulterlange blonde Haar des Mannes war zu einem kurzen Pferdeschwanz zusammengefasst, der seinen Kragen streifte. Er war mittelgroß und die Muskeln an dem Arm, mit dem er eine schwarze Tasche hielt, waren gut definiert. Er trug die gleiche Kleidung wie die Frau, und dazu so etwas wie einen weißen Laborkittel über dem grauen Hemd.
Der Mann ging zusammen mit der Frau in das Gebäude, das sich in wenigen Metern Entfernung befand. Als der Mann am Ende der Treppe stehenblieb und sich zu Rainy umdrehte, stockte dem der Atem. Der Mann hatte die blauesten Augen, die er je gesehen hatte. Sein Schwanz, der von dem köstlichen, moschusartigen Duft des Mannes bereits halb hart war, füllte sich vollständig und drückte gegen seine plötzlich zu enge Jeans. Er machte einen Schritt auf den Mann zu, doch als sich die Augen des Fremden überrascht weiteten, zwang Rainy seinen Körper zum Stehenbleiben. Sein innerer Wolf wollte wimmern, als Panik in den Augen des Mannes aufblitzte, bevor er in das Gebäude schlüpfte und die Tür hinter sich zuzog.
Tief Luft holend schüttelte Rainy den Kopf und versuchte, die Sinneseindrücke loszuwerden. Einen Moment später realisierte er, dass er noch immer die geschlossene Tür anstarrte und zwang sich, wegzugehen.
„Wir werden zurückkehren“, versprach er dem aufgeregten Wolf, der in seinem Inneren hin und her lief. Etwas an dem Mann hatte sein Tier in Aufregung versetzt. Nachdem er sich um das Problem mit seinem eingesperrten Bruder gekümmert hatte, würde er sich die Zeit nehmen, den Grund dafür herauszufinden.
* * * *
„Hey, Schwesterchen!“ Travis grinste, als er sah, wie Lisa die Stirn runzelte. „Tut mir leid, dass ich zu spät komme. Doc Martin brauchte Hilfe, um Sally festzuhalten. Sie hat eine Schnittwunde am Bein.“
Lisa verdrehte die Augen. „Wer hat denn ein Krokodil Sally genannt?“
Travis lachte. „Eine Verwaltungsassistentin namens Bernice, die hier vor drei Jahren gearbeitet hat, als das Krokodil ankam. Ich habe keine Ahnung, warum der Name hängen geblieben ist.“
Er öffnete die Tür und ließ Lisa eintreten. Ein Kribbeln lief über seinen Rücken und er verharrte auf der Türschwelle, um einen Blick über seine Schulter zu werfen. Sein Blick driftete über den Weg zwischen den Tiergehegen, aber er sah nichts Auffälliges. Dann erblickte er einen Mann in etwa zehn Metern Entfernung, der ihn anstarrte. Als er seinen Blick über den Mann gleiten ließ, wollte er stöhnen.
Was für ein Körper!
Der Mann hatte eine sehr muskulöse Gestalt ohne jedoch aufgepumpt zu wirken, dunkles Haar und tiefgrüne Augen, die mit einer Intensität auf ihn gerichtet waren, die ihm erneut einen Schauer über den Rücken jagten. Eine dunkelblaue Jeans schmiegte sich an kräftige Schenkel und ein schwarzes T-Shirt spannte sich über gewölbten Brustmuskeln.
Gott, wie wäre es wohl, die mit meiner Zunge nachzuzeichnen?
Travis runzelte die Stirn, als er realisierte, in welche Richtung seine Gedanken wanderten. „Scheiße.“ Sein Freund Roger hatte sich im zweiten Jahr am College vor seinen Eltern geoutet. Rogers Familie hatte ihn daraufhin verstoßen und Travis’ Eltern hatten die Entscheidung unterstützt. Es war ihm nicht erlaubt, schwul zu sein, sofern er nicht seine Familie verlieren wollte.
Er rollte die Schultern und verdrängte die verstörenden Gedanken. Eine Bewegung ließ seinen Blick zurück zu dem Mann huschen und Travis sah, wie der einige Schritte auf ihn zu machte. Er spürte, wie seine Augen sich weiteten, als Panik sich breitmachte. Oh, verdammt, nein. Wenn der Mann zu ihm kam, würde Travis sicherlich irgendetwas Dummes tun und sich outen. Seine Füße setzten sich in Gang und Travis schloss rasch die Tür hinter sich, da sah er sich seiner Schwester gegenüber, die ihn anstarrte. Er holte tief Luft, um seinen rasenden Puls unter Kontrolle zu bringen, und bemerkte die Anspannung in Lisas Kiefer. „Was macht dir zu schaffen?“
Sie runzelte die Stirn. „Nichts. Nur so ein Idiot, der den neuen Wolf geärgert hat. Gott, manche Leute gehen einem echt auf die Nerven.“
Gott sei Dank hatte sie nicht mitbekommen, wie er eben auf den Mann reagiert hatte. „Was ist passiert?“
Travis sah, wie sie mit den Schultern zuckte. Als ihr Blick auf ihn fiel und er die Brauen hob, schüttelte Lisa den Kopf. „Ich bin nicht sicher. Als ich dort ankam, war der Wolf gerade gegen den Zaun gesprungen. Der Kerl dachte, es wäre lustig.“
„Und dann?“
Für einen Augenblick schien Lisa verwirrt. „Ach, nichts. Als ich ihn zur Rede gestellt habe, hat er irgendwas Lahmes erzählt von wegen der Wolf hätte den Geruch seines Fleischsnacks gemocht und dann ging er weg.“
Hm, er hatte noch nie erlebt, dass Lisa sich so aufregte, weil ein Besucher ein Tier reizte. Sicher, es war frustrierend, dass manche Leute keinen Respekt vor den Tieren hatten, aber wenn sie sich das zu Herzen nahmen, wären sie jeden Tag verärgert, den ganzen Tag lang. „Ganz ruhig, Schwesterchen. Ich bin sicher, dem Wolf geht es gut. Er saß ganz ruhig neben dem Zaun, als wir weggingen.“ Sich bewusst, dass ein Themenwechsel angebracht wäre, zwang er ein Lächeln auf sein Gesicht. „Also, wofür brauchst du mich?“
„Wir haben zwei Schlangen, die untersucht werden müssen. Sie haben die Mäuse nicht gefressen, die sie gestern Abend bekommen haben.“
Travis stöhnte. „Oh Mist. Du weißt, dass ich Schlangen hasse. Warum konntest du Carl nicht bitten, sie zu untersuchen? Er hat nichts gegen diese ekligen Viecher.“
Überrascht sah er, wie Lisa schauderte. „Tut mir leid, Travis, aber Carl ist mir unheimlich. Er fasst mich dauernd an. Ich möchte lieber nicht mit ihm zusammenarbeiten.“
„Er fasst dich an?“, knurrte Travis und folgte seiner Schwester entlang der Reihe von Käfigen. „Was meinst du mit ‚er fasst dich an‘?“
„Alles unschuldiges Zeug, weißt du?“ Sie wedelte mit der Hand. „Er berührt mich mit der Hand am Arm oder der Schulter, solche Sachen. Aber es ist mir dennoch unheimlich.“
„Nun, wenn irgendetwas passiert, lässt du es mich wissen. Ich werde mich um ihn kümmern.“ Wow! Wo kommt denn der Beschützerinstinkt plötzlich her?
Lisas Kichern brachte ihn zurück in die Gegenwart. „Was wirst du denn tun, großer Bruder? Ihm die Vorschriften der Personalabteilung in Bezug auf sexuelle Belästigung vorbeten?“
„Oh, autsch!“ Ja, er hielt sich gerne an die Regeln. Das musste er auch. Wenn seine Eltern je herausfanden, dass er lieber mit Männern ausgehen würde, anstatt mit den wenigen Frauen, die sich von seinem gebildeten Aussehen angezogen fühlten, wäre er am Arsch. Und nicht auf eine Art, die ihm gefiel.
„Tut mir leid, Travis“, beruhigte Lisa ihn. „Es ist nur … Wir wissen beide, dass du nicht wirklich eine Kämpfernatur bist.“
„Nein“, gab er zu. „Aber ich bin schon länger hier. Beinahe sieben Jahre. Ich kann ein paar Beziehungen spielen lassen, um ihn versetzen zu lassen.“
Lisas Augen weiteten sich. „Das würdest du für mich tun?“
Er schlang einen Arm um ihre Schultern und grinste. „Natürlich. Du bist meine kleine Schwester.“
„Du bist der Beste, Travis. Ich würde für dich auch alles tun, das weißt du, ja?“
„Na klar, Schwesterchen.“ Er wandte sich ab und ging weiter an den Käfigen entlang. Sein Herz raste in seiner Brust. Würde sie das auch sagen, wenn sie wüsste, dass er lieber von einem Mann gefickt würde anstatt eine Frau zu vögeln? Oder würde sie genauso darüber denken wie ihre Eltern? Er konnte das Risiko nicht eingehen. Und war es überhaupt von Bedeutung? Er hatte seine Bedürfnisse schon jahrelang unter Kontrolle gehalten, ohne dass jemand es herausgefunden hatte. Verdammter sexy Fremder! „Kümmern wir uns um die verdammten Schlangen und dann raus hier.“
Lisa lachte. Travis lächelte.
Travis brauchte länger als erwartet, um nach den Schlangen zu sehen, hauptsächlich weil er sie so wenig wie möglich anfasste. Ekelhafte Kreaturen. Er wusste nicht, warum Lisa gerne mit ihnen arbeitete. Als er das Reptilienhaus verließ, schaute er auf seine Uhr und sah, dass es beinahe sechs Uhr abends war.
„Willst du noch etwas in der Cafeteria essen, bevor sie schließt?“
„Sicher“, sagte er nickend. Zu Hause wartete nichts auf ihn außer einem leeren Apartment und einigen Science Fiction-Büchern. Travis folgte seiner Schwester durch den Park und in das Café neben dem Geschenkeladen. Es würde in zwanzig Minuten schließen, aber das war genug Zeit, um etwas zu essen zu bekommen.
Als sie mit Essen fertig waren, war es dunkel. Das Café war um sie herum geschlossen worden, und Donny und Casey, Koch und Kassierer, hatten sich zu ihnen gesetzt und ein wenig mit ihnen geplaudert. Travis schaute sich in dem dunklen Tierpark um. Er vermisste die warmen Sommertage bereits.
„Es wird ganz schön früh dunkel, nicht wahr?“, murmelte Lisa neben ihm.
Travis nickte und starrte weiter hinaus in den Park. „Das stimmt wohl, aber ich mag die Stille der Nacht. Es ist schön, zu hören, wie die Tiere in ihren Gehegen zur Ruhe kommen.“
„Das ist wahr. Kommst du morgen zu Mom und Dad zum Abendessen?“
Erneut nickend, grinste er. „Ich will nicht, dass Mom mir einheizt, weil ich zweimal hintereinander das Abendessen donnerstags sausen gelassen habe. Sie meckert immer noch rum, dass mir die Tiere wichtiger sind als die Familie.“
Lisa legte eine Hand auf seinen Arm und er schaute in ihre besorgten Augen. „Sie macht sich nur Sorgen, weil du nie jemanden zum Essen mitbringst, und der einzige Grund, aus dem du es je sausen lässt, ist wegen der Arbeit.“
Travis stöhnte. „Oh Gott, Lis, fang du nicht auch noch an. Ich bin froh mit meiner Arbeit.“ Bei ihrem verletzten Blick verbiss er sich den Rest seiner üblichen Antwort, nämlich dass er niemanden in seinem Leben brauchte. Das war ohnehin alles Mist. Stattdessen sagte er: „Ich bin sicher, dass diese besondere Person irgendwo dort draußen ist, ich habe es nur nicht eilig, sie zu finden.“
Rainy sah zu, wie Cliff mit einer Hand durch sein dunkles Haar strich, das seinem eigenen so ähnlich war. Er konnte das Ausmaß der Verärgerung seines Bruders an dessen verstärktem irischen Akzent erkennen.
„Ich bin ziemlich sicher, dass es Wilderer waren. Ich war draußen und habe mir die Beine vertreten, als ich Blut roch. Ich fand ein verletztes Reh auf einer Lichtung. Der Geruch der Panik des Tieres war ziemlich überwältigend, deswegen habe ich die Männer erst bemerkt, als es zu spät war. Sie haben mich betäubt, aber da ich ein Werwolf bin, hat mich das nicht ganz ausgeknockt. Ich konnte mich nicht bewegen, doch ich erinnere mich, wie sie mich in einen Käfig geworfen und irgendwohin gebracht haben, wo es mehrere Käfige gab. Ich konnte andere Tiere riechen, aber sie gaben mir weitere Beruhigungsmittel, also konnte ich mich nicht verwandeln oder viel umsehen. Und schließlich bin ich dann im Zoo gelandet.“
Rainy sah, wie sein Bruder aufstand und hin und her zu laufen begann, wobei seine Bewegungen abrupt und aufgeregt waren. „Wir müssen diese Arschlöcher finden und dem ein Ende setzen.“
„Beruhig dich, Cliff“, sagte Declan. Der große Amerikaner mit afrikanischer Abstammung, ihr Alpha, erhob sich und legte eine Hand auf Cliffs Schulter, dann drückte er sie. „Da wir einen anderen Wolf an deiner Stelle da lassen mussten, damit es nicht wie Diebstahl aussieht, habe ich bereits Detective Stryker angerufen. Er wird nachforschen, wie du gekauft wurdest und versuchen, sie auf diese Art zu erwischen.“
Rainy lächelte. Detective Grady Stryker war kein Wolf, aber da er von Natur aus ein Einzelgänger war und man in schwierigen Situationen auf ihn zählen konnte, hatte Declan ihm Zugang zum Gebiet des Rudels gewährt. Der riesige Königstiger hielt sich von den meisten Wölfen fern, aber Rainy hatte sich mit ihm angefreundet, als sie sich in einer Schwulenbar in der nahegelegenen Stadt über den Weg gelaufen waren. Sie waren sogar mal miteinander ausgegangen – ein Mal – bevor sie schnell entschieden hatten, dass sie als Freunde besser zurechtkamen. „Wenn jemand die Wahrheit herausfinden kann, dann Grady. Er wird uns nicht hängenlassen.“
Cliff nickte. „In der Zwischenzeit würde ich gerne in den Zoo zurückkehren und versuchen, ob ich etwas herausfinden kann, indem ich mit den Angestellten arbeite. Wenn sie Tiere von Wilderern bekommen, muss es jemanden geben, der von innen den Weg ebnet.“
Nachdem der Alpha zustimmend genickt hatte, umarmten Cliff und ihr Vater Duncan einander. Rainy hörte ein gemurmeltes „Ich bin froh, dass du in Sicherheit bist“, bevor Duncan Cliff losließ und sein Bruder zur Tür hinausging.
Die Erinnerung an einen sündhaft sexy aussehenden Blonden mit Pferdeschwanz ließ Rainy aufstehen. „Ich denke, ich gehe mit.“
Wiederum nickte Declan und gab damit die Erlaubnis.
Rainy ging schnell zur Tür hinaus. Es gelang ihm gerade noch, auf den Beifahrersitz von Cliffs Auto zu springen, bevor sein Bruder rückwärts aus der Einfahrt setzte. Als er sah, dass Cliff die Stirn runzelte, lachte Rainy. „Du hast doch nicht gedacht, dass ich dich das alleine machen lassen würde, oder? Wenn Wilderer unterwegs sind, müssen wir aufeinander aufpassen.“
Daraufhin grunzte Cliff zustimmend und lenkte das Fahrzeug auf die Straße.
Rainy ließ das Schweigen noch eine Weile andauern, bevor er sich wieder an seinen Bruder wandte. „Bist du sicher, dass du in der Verfassung dafür bist, großer Bruder? So gefangen zu werden ist eine ganz schöne Belastung. Vielleicht sollten wir lieber bis morgen warten.“ Obwohl sein Wolf bei dem Gedanken protestierte, konnte er an den müden Falten um Cliffs Augen und den weißen Fingerknöcheln, mit denen sein Bruder das Lenkrad gepackt hielt, erkennen, dass es ihm nicht gut ging.
