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"Eine Liebe in Bratislava" ist eine bewegende Erzählung über die Entdeckung der Langsamkeit, die Macht der Kunst und die alles verändernde Kraft einer unerwarteten Begegnung. Der Roman führt den Leser von den sterilen Glasfassaden Frankfurts in die geschichtsträchtigen Gassen der slowakischen Hauptstadt und bis hinauf auf die majestätischen Gipfel der Hohen Tatra. Elmar von Wegener ist der Inbegriff des Erfolgs: Ein hocheffizienter Top-Manager aus Frankfurt, dessen Leben aus Zahlen, Bilanzen und perfekt sitzenden Maßanzügen besteht. Für ihn ist das Herz nur ein unzuverlässiger Faktor in einer Kalkulation. Doch eine Geschäftsreise nach Bratislava verändert alles. Als Elmar während eines Regengusses in das gemütliche "Engelscafé" flüchtet, trifft er auf Lenka, eine leidenschaftliche Restauratorin, die ihr Leben dem Erhalt der Vergangenheit widmet. Während Elmar in Sekunden und Profit denkt, lebt Lenka in Nuancen und Schichten. Was als zufälliges Gespräch beginnt, entwickelt sich schnell zu einer tiefen Verbindung, die Elmar vor eine radikale Wahl stellt: Kehrt er zurück in seine hochglanzpolierte, aber seelenlose Welt der Effizienz? Oder wagt er den Sprung in ein unvorhersehbares Leben, in dem "Effizienz der Feind der Schönheit" ist? Zwischen geschäftlichen Intrigen, der rauen Wildnis der Hohen Tatra und der feinsinnigen Arbeit in einem Restaurierungs-Atelier muss Elmar lernen, dass man sein eigenes Leben manchmal erst komplett in Stücke schlagen muss, um es wahrhaftig restaurieren zu können.
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Seitenzahl: 39
Veröffentlichungsjahr: 2026
Eine Liebe in Bratislava
IMPRESSUM:
Ralf Hagedorn
c/o IP-Management #4887
Ludwig-Erhard-Str. 18
20459 Hamburg
Mithilfe von ChatGPT geschrieben. Coverbild Gemini
Kapitel 1: Der Takt der Effizienz
Der Morgen in Frankfurt am Main schmeckte nach kaltem Metall und dem fahlen Aroma von überfiltertem Kaffee. Elmar von Wegener stand am bodentiefen Fenster seines Penthouses im Westend und beobachtete, wie die ersten Pendlerströme wie winzige, dunkle Ameisen über die Mainzer Landstraße flossen. Sein Spiegelbild in der Dreifachverglasung wirkte wie eine fremde Projektion: Ein Mann Ende 40, das Haar an den Schläfen präzise gekürzt und silbergrau, der Anzug von einem Schneider aus der Savile Row, der keine Fehler duldete.
Elmar war ein Ästhet der Ordnung. In seiner Wohnung gab es kein Objekt, das keinen Zweck erfüllte. Die minimalistische Einrichtung war teuer, aber seelenlos. Manchmal fragte er sich, ob er selbst zu einem dieser Designobjekte geworden war funktional, hochglanzpoliert, aber ohne innere Wärme.
Sein Smartphone vibrierte auf dem Sideboard aus dunklem Nussbaum. Eine Nachricht von seinem Assistenten:
„Wagen steht bereit. Unterlagen für Bratislava sind in der Cloud synchronisiert. Viel Erfolg beim ersten Termin, Herr von Wegener.“
Bratislava. Für Elmar war es bisher nur ein Punkt auf einer Landkarte der Expansion. Ein strategischer Brückenkopf für den osteuropäischen Logistikmarkt. Er erwartete graue Betonbauten, den Charme post-sozialistischer Tristesse und zähe Verhandlungen in verrauchten Hinterzimmern.
Der Flug von Frankfurt nach Wien dauerte kaum eine Stunde, doch für Elmar fühlte es sich an wie der Übergang in eine andere Zeitzone seines Lebens, ohne dass er es ahnte. Im First-Class-Sitz der Lufthansa tippte er unaufhörlich auf seinem Tablet. Die Bilanzen der Slovatrans waren solide, aber die Unternehmenskultur galt als eigenwillig. „Diese Leute arbeiten mit dem Herzen, nicht mit dem Taschenrechner“, hatte sein Mentor ihn gewarnt. Elmar hatte darauf nur ein herablassendes Lächeln übriggehabt. Für ihn war das Herz ein unzuverlässiger Faktor in einer Kalkulation.
Als der Wagen ihn vom Wiener Flughafen über die Grenze Richtung Bratislava fuhr, veränderte sich das Licht. Die Sonne brach durch die tief hängenden Wolken und tauchte die Donauauen in ein goldenes, fast melancholisches Licht. Die Burg von Bratislava erschien am Horizont, eine weiße Festung mit vier markanten Ecktürmen, die wie ein umgekehrter Tisch auf dem Hügel stand.
Wir sind gleich da, Pane“, sagte der Fahrer in gebrochenem Deutsch.
„Danke“, antwortete Elmar knapp, ohne den Blick von seinem Bildschirm zu heben. Er bemerkte nicht, wie die moderne Architektur der Eurovea-Mall am Ufer langsam den historischen Fassaden der Altstadt wich.
Das Bürogebäude der Zielgesellschaft war ein Kontrastprogramm zu seinem Frankfurter Glaspalast. Es war ein renoviertes Palais mit hohen Decken und knarrendem Parkett. Der Duft von altem Holz und Bohnerwachs hing in der Luft.
In den Verhandlungen saß er Männern gegenüber, die kräftige Hände und tiefe Stimmen hatten. Sie sprachen ein Englisch, das nach harter Arbeit klang. Elmar war in seinem Element. Er analysierte, er korrigierte, er dominierte. Doch nach vier Stunden merkte er, wie eine ungewohnte Müdigkeit von ihm Besitz ergriff. Es war nicht die Erschöpfung durch Arbeit, sondern eine Sättigung. Er hatte genug von Zahlen.
Wir machen für heute Schluss, meine Herren“, sagte er und schloss seinen Laptop mit einem trockenen Klacken. „Ich werde die Stadt ein wenig zu Fuß erkunden.“
Die slowakischen Geschäftspartner sahen sich überrascht an. „Zu Fuß? Es wird bald regnen, Herr von Wegener. Wir können Ihnen einen Fahrer rufen.“
„Nein“, sagte Elmar bestimmt. „Ich brauche die Bewegung.“
Draußen war die Luft kühl und feucht. Elmar zog den Kragen seines Kaschmirmantels hoch. Er lief ziellos durch die engen Gassen des Staré Mesto. Der Boden war mit unebenem Kopfsteinpflaster ausgelegt, das seine italienischen Lederschuhe herausforderte. Überall waren kleine Läden, Antiquariate und Weinstuben. Es wirkte alles so menschlich.
Dann passierte es. Ein plötzlicher Regenguss verwandelte die Straßen in glänzende Spiegel. Elmar flüchtete unter das Vordach eines schmalen Hauses mit einer schweren Eichentür. Über der Tür hing ein schmiedeeisernes Schild: Kaviareň u anjela. Das Engelscafé.
Er drückte die Klinke nach unten. Ein Glöckchen läutete. Wärme schlug ihm entgegen, der Duft von geröstetem Kaffee, Zimt und etwas, das er nicht sofort einordnen konnte: Leinöl und Terpentin.
Er suchte nach einem freien Platz, doch das Café war vollbesetzt mit Studenten, alten Paaren und Touristen. Nur an einem kleinen runden Marmortisch am Fenster saß eine Frau allein. Vor ihr lag ein großes Skizzenbuch, in der Hand hielt sie einen Bleistift, dessen Spitze fast den Rhythmus ihres Atems nachahmte.
Elmar zögerte. Normalerweise hätte er kehrtgemacht. Doch etwas an der Ruhe, die diese Frau ausstrahlte, zog ihn an.
Excuse me“, sagte er leise. „Is this seat taken?“
Sie sah auf. Ihre Augen hatten die Farbe von dunklem Bernstein, umrahmt von ein paar unordentlichen Haarsträhnen, die aus ihrem Dutt entkommen waren. Sie musterte ihn, seinen teuren Anzug, seine steife Haltung, seine leichte Verwirrung.
