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Wir treffen auf 3 verschiedene Eleonora's , zwei davon sind geschichtlich, eine eine Geschichte , heftig und "unmoralisch". Angestossen vom Vornamen der sehr jungen Protagonistin eröffnen sich Details aus der Geschichte der anderen zwei Eleonora's die bis dahin dem Schreiber unbekannt waren
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Seitenzahl: 76
Veröffentlichungsjahr: 2021
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She takes just like a woman, yes, she does
She makes love just like a woman, yes, she does
And she aches just like a woman
But she breaks just like a little girl
(Bob Dylan)
Eleanor Rigby
(Lennon/McCartney)
Ah, schau dir all die einsamen Leute an!
Ah, schau dir all die einsamen Leute an!
Eleanor Rigby sammelt den Reis in der Kirche auf,
in der eine Trauung stattgefunden hat.
Sie lebt in einem Traum.
Sie wartet am Fenster
Und trägt das Gesicht,
das sie in einem Einmachglas an der Tür aufbewahrt
Für wen ist das?
All die einsamen Leute -
Wo kommen die bloß alle her?
All die einsamen Leute -
Wo gehören die nur alle hin?
Pater McKenzie schreibt den Text einer Predigt,
die nie jemand hören wird.
Niemand kommt in die Nähe.
Schau, wie er arbeitet
Er flickt nachts seine Socken, wenn er ganz allein ist
Was kümmert's ihn?
Ah, schau dir all die einsamen Leute an!
Ah, schau dir all die einsamen Leute an!
Eleanor Rigby starb in der Kirche
und wurde gemeinsam mit ihrem Namen begraben.
Keiner kam.
Pater McKenzie streift den Schmutz von seinen Händen ab,
als er das Grab verlässt.
Niemand wurde gerettet.
Zeit
Gestern , heute , morgen , die Zeit kennt diese Trennstriche nicht , sie fliesst . Und Flüsse , alles Fliessende kann man nicht schneiden, egal welche scharfen Messer besitzt. Japaner haben es probiert , die Sarazenen, die Solinger , die Schmiede aus Maniago.
Die Sonne scheint nicht , sie strahlt , sie kennt die Schatten nicht, da wo sie ist ist Mitte.
Kein Wunder das dieser französische Geck sich Sonnenkönig nennen liess, auch er war die Mitte , dachte er . Wusste nicht das sich das Land der Chinesen nicht das Land der aufgehenden Sonne, sondern das Reich der Mitte nannte .
Doch wie allen Imperien drohte auch diesem das Schicksal des Ikarus, einmal der Mitte, der Sonne zu nahe gekommen blieb nur der Absturz. Der Fall aus der Mitte , ins mittelmässige .
Fantasien
Der grandiose Tom Waits wurde einmal vom nicht weniger grossen David Letterman gefragt ob die Geschichten, die er so erzählt wahr oder erfunden seien. Tom antwortete “Würde das wirklich einen Unterschied machen ?”.
Und Recht hat er.
Immerhin kann man als Erzähler , auch in der gerade erst entstehenden Geschichte ,wählen wer man sein möchte , wer man sein könnte. Es reicht völlig aus die Geschichte überzeugend zu erzählen , vor Allem sich selbst , sich zu überzeugen das die Geschichte wahr ist um so die Geschichte wahr werden zu lassen. Schon Andrè Heller sagte in den frühen 70iger Jahren “die wahren Abenteuer finden nur im Kopf statt”.
Wer weiss und man muss auch nicht wissen ob der früher oder später dran war als Gonçalo Tavares der meinte “Träume sind immer wahr “.
Der kritische Punkt ist der Versuch diese Fantasien dann in die sogenannte Realität umzusetzen.
Er erinnewrt sich , schon sein Grossvater sagte “Fantasie fliegt, die Realität bewegt sich mit schweren Füssen.
Fantasievolle Beziehungen brauchen wenig Porno. Bei der Menge an produzierten Pornos kommt man aber sehr schnell zum richtigen Schluss: irgendwie fehlt diese wohl, denn jemand muss diese Filme ja konsumieren ?! Um aber gerecht zu sein muss gesagt werden , das es verdammt schwer ist, die Fantasie anderer zu befriedigen wenn man schon selbst oft mit den eigenen Fantasien überfordert ist.
Gar nicht davon zu reden, das kaum jemand wirklich über seine Fantasien redet. Zu gross ist die Angst ausgelacht zu werden . Wenn’s “gut” geht , kann es aber so enden :
“Schatzi, ich würde gerne mal mit dir auf einem Jäger-Hochsitz vögeln”
“Waaaaaas ??? Piepst du noch ganz richtig ? Hast du nix anderes im Kopf ?
“Dachte ja nur so… mal so als Abwechslung. Du sagst doch immer das du dich so schnell langweilst.”
“Da sieht man was du so denkst ! Und vor Allem an was ! Hast du mal daran gedacht dass die Wohnung mal durchgesaugt gehört ?”
Und er denkt “auch ich würde ganz gerne mal wieder richtig durchgesaugt werden “ hält aber die Klappe und zieht den Staubsauger mit den Worten “das Kabel ist mal wieder total verheddert” raus. Nicht nur Fantasien kollidieren, vor Allem die versteckten aber allgegenwärtigen Erwartungen tun das ! Genau wie persönliche geometrische und Ordnungs-Konzepte.Das kennen wir ! Nicht nur aus Kinderzimmern.
Eleonora
Als Ele ihm erzählte dass sie keine 18 sondern erst 16 Jahre alt ist ,
war es zu spät !
Er hatte sie genossen ! In allen Richtungen. Auch schien sie nicht wirklich abgeneigt gewesen zu sein. Ihre akustischen Signale sprachen ganz deutlich vom Gegenteil. Nur gut das man hier keine Nachbarn hat um diese Zeit. Der Herbst hat sie Alle nach Hause gescheucht. Dort war das Wetter auch nicht besser aber die tägliche Routine und die Heizkörper halfen darüber hinweg. Hier hingegen bleibt man der Natur ausgesetzt, ob es nun der Wind, das Meer , die Lust , die Einsamkeit ist , man ist mitten drin.
Und da war auch er, mittendrin in Ele’s Jugend , lag in ihren Armen . Mitten in der dampfenden Jugend.
Zu wissen, das nun alles im Verborgenem bleiben muss bringt zwar ein bis’chen Würze in die Geschichte, aber auch die Schatten der Zweifel legen sich bald darüber, Schuld kommt auf.
Strand
Es war einer dieser Mistral-gebeutelten Tage an denen man die Leute am Strand konzentriert findet wie gedrängte Hühner im Stall: in der einzigen windgeschützten Ecke . Alle dicht auf dicht gedrängt und auf den Boden gepresst . Nur die Kinder geniessen wirklich die peitschenden Wellen die stellenweise bis zu ihren Handtücher vordringen . Sie schreien vor Vergnügen während alle Anderen wie immer lamentieren.
“Furchtbar dieser Wind!” murmelt der ältere Herr und schliesst seinen schon zweimal weggeflogenen Sonnenschirm mit dem Bierreklame-Slogan “Irgendwann erfrischt es jeden!” Es hätte wohl eher “irgendwann erwischt es jeden” heissen sollen.
“Na ja und erst diese Wellen ! Man kann die Kinder nicht aus den Augen lassen.”
“Dat stand nischt ine Proschpekt von de Reiseveranstalter ! Man sollte sisch beschweeeren ! Isch muss mal mit ‘ne Anwalt rehhden !” sagt die blasse Touristin aus dem Ruhrgebiet.
“Na so an Schmarrn, bleibts hoit dahoam “ sagt ein Baier und winkt ab.
Jetzt kommt die Frau aus Bottrop in Schwung…….
”Ihr Bayern könnd guuut reeden. Habt nischt mal halb sovilll Kilometer zu machen wie unsereins , seid ja schon im Süüden!”
Schon kommt die nächste haushohe Welle , also rückt man noch etwas weiter zurück, noch etwas näher an die anderen heran. Die Reaktionen darauf könnten nicht unterschiedlicher sein: vom bösen Blick über nicht überhörbares Aufstöhnen und hochgezogene Augenbrauen wie Spok in der Enterprice bis zum aggressivem “Wollen Sie auf mein Handtuch ?”.
Oder “Soll ich Sie gleich mit einkremen ?” Oder “Bringen Sie etwas zu trinken mit ? “Der Dritte fürs Skatspiel ist angekommen!” “Ich hoffe mein Gesicht stört nicht ihre Füsse !” Die ganze Klaviatur der Nettigkeiten , hoch und runter.
Aber da war auch dieses süsse Lächeln von ihr. Er fühlte wie ihn eine Hitzewelle überrollte, viel stärker wie sie das Meer obgleich es sich wirklich bemühte. Komplett verwirrt von diesem unerwartetem Gefühl stürzt er sich ins kalte Wasser in der Hoffnung sich zu beruhigen.
Ist es wirklich nur die Kühle des Wassers die ihm den Atem nimmt ?
Es darf einfach nicht sein ! Nein und nochmal nein !
Schliesslich sucht er nicht nach verdeckten Minen-Feldern , er braucht keine Explosionen. Die hat er schon täglich im eigenen Haus .
Schliesslich war er nicht alleine an den Strand gekommen. Brigitte lag da , die Zeitung war ihr übers Gesicht gefallen , sie schlief mal wieder. Das konnte sie wirklich hervorragend ! Auch Nachts oder Morgens. Oder am Nachmittag .
Nur müde ?
Wenn er mal wieder ganz vorsichtig an die Tür ihres Köpers anklopft hört er meist “ich bin zu müde, können wir es morgen tun ?”
Und so kommt der Morgen und so kommt “Ich bin noch im Koma , lass uns heute Abend!”. Und so kommt der Abend aber der bringt keine wirkliche Veränderung: sie schläft vorm Fernseher , eingeklemmt im Sofa.. Wahrscheinlich wieder die halbe Nacht. Und wird zur Bestie wenn man sie weckt .
“Komm doch ins Bett !”
“Nein, ich schlafe hier so gut !”
Und so schläft sie halt auch hier und jetzt am Strand . Hört nicht den Wind und nicht die Leute, sieht nicht die Wellen und nicht das süsse Lächeln gleich nebenan. Hört nicht wie die neugierige Jugend anklopft am nicht ganz stabilem Haus ihrer Liebe.
Brigitte
Sie hatten sich vor vielen Jahren auf einer Party kennengelernt . Eigentlich nur so nebenbei denn beide waren nicht allein gekommen , auch wenn keiner der beiden in einer wirklich festen Beziehung war. Aber in der ganz gegenwärtigen Angst vorm Alleinsein passierte es schon das sich die Grenzen von Freund und Liebhaber, von Seelentröster und Kuscheltier, von Herz und Unterhose verschoben.
Das einzig wirklich traurige an der Selbstbefriedigung ist, das man weiss das man es alleine tut. Egal ob am Körper oder an der Seele. Und wie so oft findet man sich in der Falle des “mein lieber Bruder Ärgerlich hat alles was er braucht. Doch was er hat, das will er nicht und was er so gern hätte bekommt er nicht “.
Und so verwundern auch nicht die Kompromisse, die man t
