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der Text führt uns nach Kreta wo es sowohl in real-Zeit wie geschichtlichen Rückblick zum Aufeindertreffen ganz unterschiedlicher Personen kommt . Schnoddriger Verwöhntet trifft kleingeistigen Rassismus , Verliebtheit trifft auf Geilheit und verkuppelte Ehe.
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Seitenzahl: 102
Veröffentlichungsjahr: 2019
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“time is a river , floating in to nowhere, we must live while we can “
schreibt Will Jennings und Steve Winwood singt es in “Finer things”
Tod
Mythisch gesehen ist der Tod nichts anderes wie der Übergang von einem Zustand zum Anderen. Biologisch hingegen bleibt einfach die Uhr stehen und kann auch nicht wieder aufgezogen werden.
Theologisch hingegen eine Passage in eine höhere Ebene, behaupten sie zumindest . Und zwar Alle , in allen Geschmacks- und Himmelsrichtungen.
Physisch ist zu bemerken , das die hinterlassenen Fakten bald anfangen zu stinken , wie jedes abgefallene Blatt, wie jede tote Ratte.
Faktisch hingegen meint es, von nun an geht gar nichts mehr .Egal was man vorher gemacht hat, tun wollte oder nie getan hat.
Es ist einfach nur das Ende.
Und sie , die blonde Deutsche , hatte gerade diesen Punkt erreicht.
Schon vorher ging es ihr glatt am Arsch vorbei was man über sie dachte oder erzählte, jetzt hatte diese Einstellung den Maximal-Punkt erklommen . Gewollt oder nicht .
Sie war einfach nur tot : nichts weiter.
Endstation ,
für was ein langes Leben hätte werden können. Aber offensichtlich nicht sollte . Kismet sagt der Moslem, göttliche Fügung des Christentum, der Kreis hat sich geschlossen sagen die Juden , der Sarkast hingegen sagt : Scheisse , irgendwie schlecht gelaufen.
Die Kids würden vielleicht sagen “Lief nicht “ als Gegen teil von “läuft”.
Kick in den Arsch an Stelle vom ” Kick den wir Alle suchen.
Kriminal-Tango ?
Kennt ja jeder, zumindest vom Wort her , ist aber völlig aus der Mode . Heute hiesse das CriminalChillOut und würde irgendwie ganz cool passieren , völlig ohne Passion, ohne viel Aufsehen. Man sieht schliesslich nicht , zumindest nicht gleich , den Unterschied zwischen momentan in Drogenwolken Weggetauchten und denen, die wirklich die ewigen Jagdgründe gefunden haben , obgleich sie sicher nicht danach suchten.
Oder so bald.
Diese verräucherten Kaschemme, wo nach life-Musik von schweisstriefenden Negern (sagt man ja nicht mehr) und ebenfalls schwitzende Quarkärsche , also unterschiedlich nicht-farbig-Gehäuteten
so taten, als wenn sie tanzten , während ein Gigolo die Frauenherzen in ihren Hös’chen schmelzen liess.
Das waren noch Zeiten, meinen wir, denn wir waren nicht dabei und auch unsere Eltern machten nicht den Eindruck, als ob sie davon wirklich gewusst hätten .
Heute sehen die Girls eine dürftig Bekleidete an einer verchromten Stange Dinge tun , die sie nicht mal mit Helm und Matratze darunter täten, bevor sie von Wodka-Red Bull oder Schampus-geschmackigen KO-Tropfen bedudelt zwischen ein paar abgestellten Autos an die Mathematik-Stunden erinnert werden : Gleichung mit mehreren Unbekannten .
Daran erinnern sie morgens nicht , jedenfalls nicht wenn sie Glück hatten und sich nichts eingefangen haben, allenfalls eine schmerzende Möse.
Roswitha
Roswitha machte ihren Job an der Stange schon viel zu lange, um noch wirklich die Leute zu sehen, die ihr zusahen. Manchmal streckte sie auch eine Zunge raus oder machte Grimassen, aber die Männer schauten ihr eh nur auf den Arsch, in der Hoffnung , in der Fantasie, zu sehen was da ganz in der Nähe sass und gerade noch so vom String-Tanga notdürftig bedeckt war.
So fiel ihr auch nicht der Fettsack auf , der sie anstierte wie ein hungriger Wolf der in den vergitterten Schafstall glotzt. Der der sich den schweissenden Bach, der ihm vom glattrasierten Fettschädel rannte , versuchte mit einem Schnupftuch zu regulieren wie ein Inder, der versucht den Ganges mit mit einem Handtuch umzuleiten. Selbst seinen direkten Nachbarn fiel nicht auf , das dieses feine Tüch’lein ein gesticktes Monogramm zierte.
Es kam aus einem immer frisch gewaschenem und gestärktem Dahinter wie
er selbst. Dort, wo alles geregelt war, alles Thermostat, Tempomat und alle die Worte gut abgewogen. Er schaffte es nur, sich selbst einen zu gönnen, wenn absolute Dunkelheit in seinem Zimmer herrschte, schliesslich blickten alle längst gestorbenen Ahnen mit vorwurfsvollen Blicken von den Gemälden an den Wänden.
Langeweile
Es ist wie jedes Wochenende in dieser Stadt, die Langweile kriecht die grauen Fassaden hinauf .
Schleicht sich durch die Ritzen schlecht verschlossener Fenster in die Wohnungen, in denen es nach Alltag riecht. Halb Waschmaschine, halb Pizza
und es sprudelt ohne Unterlass fake news und anderen geistiger Durchfall .aus der Röhre die heute keine mehr ist. Allenfalls röhrend wie ein Marktplatz .Aber keiner schaut hin ,alle hängen an ihren Mobiltelefonen und schicken sich per WhatsApp die leeren Nachrichten , die dieses Medium gerade noch ertragen kann, die Jüngeren sowie ganz ohne Worte, ohne Satzstellung, ohne Verben. “Eh -Emoi-Emoi” , “Du eh, e nix -Emoi” “Du Pizza?” “Scheiss-Frass” “Läuft nicht?” “ die Alten |” “Echt uncool - Emoi-Emoi-Emoi”……ihr wisst schon, diese kleinen Gesichter, wo die Lach-Fratze aussieht , als hätte sie jemand von hinten an den Arsch gepackt, jedenfalls nicht , als wenn sie lacht. Die kleinen blauen Dreiecke erinnern eher an die
Eckzähne der Bulldogge von T.T. Heine’s Simplizissimus-Titelblatt . Aber auch das kennt heute keiner mehr.
Das Saturday-Night-Fever kommt sowie so aus der Retorte , ganz gleich , ob wir von der Kleiderordnung oder den Pastillen reden . Der eintönige Bum-bum-bum-Rhythmus fordert dies, den bei klarem Kopf liesse sich dies nicht aushalten . Jedenfalls nicht für Stunden.
Und so auch wieder heute , die aus alten Tagen bekannte Disco-Kugel erhält mittlerweile Unterstützung von Laserblitzen , die Sicht nicht gerade aufbessern . Das hilft gerade noch so, Männlein von Weiblein zu unterscheiden, aber auch das ist nicht 100% sicher bis die Kinder anfangen ihre Kleidung fallen zu lassen und sich in ebenfalls relativ fantasielosen zuckenden Bewegungen aneinander reiben bis sich “dein-Schweiss-mein-Schweiss” zu "unser-Schweiss" vermischt.
Karl-Heinz
Karl-Heinz, allein dieser Name aus der Pleistozän-Grotte der Nationalgeschichte verriet ihn als Loser, als ein irgendwie Behinderter. Das er dann auch noch gut war in Mathematik und Geografie war schien den Punkt auf’s “i” zu liefern . Kein Wunder das man ihn “Karl-Weiss-Es” nannte, halb in Ehrfurcht, halb in kollektiver Verachtung , zu eigenen Gedanken waren sie sowieso nicht in der Lage , zu sehr geformt von früher Bestrahlung durch Facebook , Instagram und andere geistige Maggi-Suppen. Auch ihre Idole waren ganz sicher nicht intelligenter wie sie , aber verdienten sich an der Massenverdummung goldene Nasen.Und wie die Suppen waren sie ganz
praktisch , lösten sie sich doch genau so so schnell auf wie Nasen beim Koks schnupfen.
Karl-Heinz jedenfalls fand Coca-Cola schon ganz schön prickelnd, deshalb vermied er sie in Abendstunden um sich nicht seinen Schlaf mit aufsteigenden Bläs’chen zu stören. Er hatte nicht nur längst seinen eigenen
Rhythmus von Hausaufgaben erledigen, Bibliothek-Besuchen, wissenschaftlichen Fernsehübertragungen gefunden, auch sein Zimmer war durch und durch strukturiert . Seine mit Teddies verzierte Bettwäsche harmonierte mit der Blüm’chen Tapete auf ihre infantile Art.
Die Nachttischlampe und der Wecker am Kopfende seines Bettes waren nicht die einzigen technischen Details , denn da war auch die Solarbetriebene Wetterstation , die er selber zusammengebaut hatte, aber auch ein säuberlich nachts unter einem Deck’chen ruhender Computer
und ein am Fenster stehendes astronomisches Fernrohr . Komponenten der modernen Welt . Zumindest dachte so seine Mama, die ihm morgens ,immer um die gleiche Uhrzeit eine Tasse warme Milch ans Bett brachte , was er mit einem dankbarem Schmunzeln und “ach Mama”kommentierte. Wenn sie dann , nachdem sie die Gardinen und das Fenster geöffnet hatte, sein Zimmer verliess, drehte sie sich noch einmal um und sah ihn mit einem Milchbart und der Tasse in der Hand im Bett sitzen. “Ach mein Kleiner” sagend schloss sie die Tür, ein klein wenig traurig, zu gerne
hätte sie ihn noch etwas geschmust , seine Haare in Ordnung gebracht , ihm den Milchbart abgewischt.
Eberhardt
Aber Eberhardt, ihr Mann , hatte ihr dies eindrücklich verboten. “Willst du etwa , das er schwul wird ?”
“Aber Eberhard..”
“du weisst schon, die die sich mit anderen Buben vergnügen “
“Aber wie kannst du so etwas denken, Eberhard?!”
“Ja liest du keine Zeitungen ? Erst neulich haben sie wieder so einen Lehrer suspendiert, weil sich an den Jungs in der Dusche vergriffen hatte !”
“An unserer Schule ?”
“Nein, aber man weiss ja nie ! Denke an diesen Ausländer, diesen “ Was-weis-ich”-Itsch, der mit dem Ohrring , der Geografie unterrichtet und immer meint, Karl-Heinz ist einer seiner besten Schüler ! Da klingelt doch schon die Alarmglocke bei mir !!”
“ Ach Eberhard, was du so immer denkst !”
“Und was meinst du von diesem Yussuf , der mit ihm in der Klasse war ? Ich habe es immer gewusst, aber als sie dessen Grosscousin wegen islamistischer Unterstützung verhaftet haben, da hatte meine berühmte Nase die Bestätigung !!!!
“Aber Eberhard, Yussuf hat doch gesagt, das er diesen Cousin nicht einmal kannte . Dieser war im Unterschied zu ihm nicht in Deutschland geboren und erst vor kurzem aus Syrien hierher gekommen und weil er kein Deutsch konnte , ging er in die Moschee zum Nachhilfeunterricht, den
einige moslemische Lehrer organisiert hatten”.
“Siehst du, du merkst gar nicht wie sich so ganz unschuldig terroristische Zellen bilden. Es ist wie beim Yoghurt, es braucht eine Menge Milch aber wenige Bakterien !
“Aber Eberhard , waren es nicht die Burschen aus der Moschee, die dir letzten Winter dein Auto angeschoben hatten, als es mal wieder nicht ansprang ?”
“ Schon, aber während dessen sie schoben habe ich gleich erstmal meine Brieftasche versteckt “
“Ja dachtest du , die wollten dich beklauen ?”
“Man weiss ja nie ! Immerhin konnte ich so aus dem Fenster , welches ich natürlich nur halb runtergekurbelt hatte, danke sagen “leider habe ich meine Brieftasche vergessen . Man ja weiss ja, das sie sofort ein Bakschisch wollen!”
“Und was sagten sie darauf”
“Einer hat radebrechend gestammelt “feh-lohren ? Hier auf Strasse ? Ich schauen , yok problem”
“Na also! Die sind doch gar nicht so !”
“Das ist alles Tarnung, die warten nur auf den passenden Moment !”
“Für was ?”
“Uns Alle zu überwältigen , und uns Schinken und Wurst verbieten “
“Ach Eberhard …”
“Na ja , nicht mit mir ! Habe gesagt “ kommt doch mal am Wochenende vorbei , ich grille ! Schweinswürstel , und ’ne Menge Bier haben wir auch !”
“Ich habe gelacht bis ich ins Büro kam über meinen lustigen Einfall !”
“Ach Eberhard, manchmal bist du so unsensibel !”
“ich ? Hast du gesehen , wie ich die allerkleinsten Lokomotiven meiner elektrischen Eisenbahn auf dem Dachboden reparier ? Das braucht ausser einem gutem Auge verdammt viel Gefühl !”
“Das stimmt, lieber Eberhard ! so , ich muss jetzt zum Einkaufen, hast du irgendeinen Wunsch für heute Abend ?”
“Mach was Schnelles oder etwas , was man vorm Fernseher essen kann, heute ist Bundesliga !”
Er hat ihren dumpfen Blick genauso wenig gesehen, wie ihr stummes Nicken. Und selbst wenn, es wäre im nichts aufgefallen , denn so endeten alle ihre Gespräche. Wenn man das, was sie da führten, Gespräche nennen
kann. Er plätscherte Worte wie eine rostig-löchrige Mülltonne , meist stinkend vorSelbstüberschätzung , anrüchig wie seine dämliche Arroganz , dunkel wiesein Rassismus .
Und sie liess den grössten Teil dessen an sich abperlen wie öliger Regen
auf einem geschmacklosen Schirm . Wenn sie sich dann wie so oft die
Hände an ihrer Schürze abtrocknete, war das nicht , weil sie nasse Finger
hatte.
Nicole
Nicole räkelte sich in ihrem Bett, das iPhone hatte sie geweckt , leise ihren Lieblings-Hit gedudelt und sie daran erinnert , das heute die Klassenarbeit in Geografie anstand. Als sie gähnend in die glänzend weisse Designerküche kommt, sitzen “die Alten” (so nennt sie die Eltern ) bereits schweigend wie verbogene Fragezeichen auf den Barhockern an der chicken Theke , die Espresso-Maschine sprudelt dampfend den Kaffee in die Täss’chen
Der Vater lässt sich noch schnell die Krawatte binden von der Mutter, die mit riesengrossen Lockenwicklern im Morgenrock vor ihm steht wie ein bunte Vogelscheuche.
Die Mutter : “ wie sieht deine Agenda für heute aus , Freddy (er heisst eigentlich Siegfried) ?”
Er :“ jetzt habe ich erst einmal zwei Termine, die sicher bis zum Nachmittag dauern , dann gehe ich zum Squash! “
Sie :“ wann kommst du nach Hause ?”
Er: “irgendwann ?”
Sie: “ zum Abendessen “
Er : “Nein , ich glaube ich gehe mit den Kumpels noch auf ein Bier nach dem Squash und da kann ich dann einen Happen essen “
Nicole : “ sind das die Kumpels , die dir immer Lipstick-Flecken auf den Kragen machen ?”
Die Mutter: “ Aber Nicole…..”
Er “ Weiber !”
Nicole:“ warum tut ihr beide eigentlich so, als wenn dies niemand bemerkt ?“
Kurzes Schweigen, betretene Stille legt sich für einen Augenblick wie ein nasses Tuch über die Darsteller dieser traurigen Komödie.
Er : “ Hast du nicht selbst allerhand Sachen, auf die du dich konzentrieren solltest ?”
Nicole: “ was meinst du damit? Das ich offensichtliche Dinge besser nicht anspreche ?”
Er: “ Ich spreche von der Schule und deiner “performance” dort !”
Die Mutter: “Seit wann interessierst du dich für ihre Schule ? Du warst noch nie auf einem Elternabend ! Weder hast du jä
