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Diese Kurzgeschichten spielen sowohl im Realen wie im Geträumten , Erlebnisse aus erster Hand . Eimal geht es um Visum für Indien, dann von der Beobachtung eigner Kinder zu Beobachtungen des Verhaltens von Touristen, vom Volksfest zur Autopanne , vom indischen Verkehrs-Chaos zum Guru.
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Seitenzahl: 58
Veröffentlichungsjahr: 2019
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KURZ 2
Wie schon in KURZ 1 geht es in dieser Sammlung von Kurzgeschichten um Alles und Nichts zugleich.
Von Beobachtungen zu Erlebnissen, von Gedanken zu Gefühlen, von Freude bis Schmerz.
Diese Texte haben sich in den letzten Jahren angesammelt ganz und gar ohne Intentionen grosse Texte zu verfassen, einzig getrieben von der Lust am Erzählen und der Unlust Alles unter dem Aspekt der Aktion, des Anfang-Handlung-Ende Aspekt’s zu sehen.
So wie ich noch nicht mit meinem Leben abgeschlossen habe sind diese Geschichten nur Fragmente eines Ganzen. Sind Szenen auf der Bühne des Lebens die kurzzeitig von Scheinwerfer gestreift werden.
Sind Eingeständnisse , das auch Banalitäten wert sind betrachtet zu werden , vor Allem wenn sie Bestandteil unseres Lebens sind. Sind Aufforderungen sein eigenes Ich und das Drumherum im Auge zu behalten damit auch die kleinsten Abenteuer , die scheinbar nichtigen Details nicht an uns vorüber ziehen ohne das wir sie bemerkt haben.
Reise nach Absurdistan
Geschichte eines Verrückten der nach Indien zu fliegen gedenkt
An einem Freitag nachmittag entschliesst sich ein netter junger Inder einem in Italien lebendem deutschen Designer das OK für einen Besuch seiner Fabrik nahe der That-Wüste zu geben .
Mit anderen Worten: alles geschlossen , ist halt so am Wochenende. Einem in Indien
unbekannten Begriff und wenn doch, das ändert nichts .
Damals wusste unser Deutscher noch nicht, dass Inder und Süditaliener eigentlich immer freundlich und grosszügig sind.
Zumindest auf den ersten Blick.
Die kommende Zeit hält dann einige Entdeckungen wie Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit , Lügen (vor Allen sich selbst gegenüber ) etc. bereit.
Klar nur für uns, die wir alles Schlechte von uns selbst glauben, die schon weinen wenn ein Zug unpünktlich ist. Andere sind da schon froh wenn der Zug überhaupt fährt.
Das liegt an unserem dualen Denksystem, gut und schlecht., schwarz und weiss.
Andere haben da mit “fast gut “ und “gar nicht so schlecht “ eine dritte Dimension offen.
Späte Entscheidung ? Macht ja auch fast nichts, wenn bedenkt , das an dieser seit Monaten herum gekaut wurde wie alte Leute auf ihrem Gebiss.
Das Problem ist am anderen Ende der Geschichte :
der besagte Kunde will die geplanten Sachen auf einer Messe in Delhi in zwei Wochen
dem Fach-Publikum vorführen, in der Hoffnung das irgendein ausländischer Kunde bei ihm schneller bestellt wie die kopierwütigen indischen Nachbarn schauen können.
Schon am Sonntag, also immer noch am Wochenende, schreibt nun unser Designer eine Mail an das Indische Konsulat in Mailand, der geografischen Logik seines derzeitigen Wohnortes folgend .
Er wartet Montags , wartet Dienstag, wartet auch Mittwoch .Nichts !
Die Webseite des Konsulats bringt ihn auf die Facebook-Seite des Konsulat’s .
Dort stellt er fest, nicht der Erste zu sein der diese scheinbar nutzlosen Versuche bei denen anzuklopfen unternimmt.
Schimpf-Tiraden kann er sich sparen , die Anderen waren schneller .Und wesentlich klarer bei der Wortwahl. So deutlich hätte er es sich gar nicht getraut !
Nach immerhin nur drei Tagen stellt Mailand fest, das man das Visum (zu dem von Indien seit drei Jahren angekündigt wird , die Prozedur für 40 Länder zu vereinfachen ) nicht an Nichtitaliener in Italien ausgestellt werden kann….schliesslich leben in einem ordentlichem Land nur deren Bewohner , oder ? ! Wo käme man denn hin , wenn in Ungarn lebende Filipinos Visa für Nordkorea beantragen könnten…???
Gottseidank existiert das Internet ! Also: wo ist das nächste indische Konsulat in Deutschland ? München . Dort kündigt man an, das die Visumbeschaffung über eine Firma XYZ erledigt wird: auch hier schon das Outsourcing . Das Formular ist gefühlte 1,5 km lang, pakistanische Vorfahren und staatsgefährdenden Verbindungen können verneint werden . Ratlosigkeit über die anzuklickenden Möglichkeiten des Berufes , der Zutreffende ist nicht vorgesehen . Desgleichen der Zweck der Reise , der Zutreffende ist auch hier nicht zu finden.
So erstaunt es auch nicht , das die Mail bald darauf zurückkommt …….ungültige Adresse heisst es !
Beim erneuten Nachhaken im Konsulat stellt sich heraus, das inzwischen längst eine andere Firma “out-ge-sourced” wurde um diese Aufgaben erledigen. Hatte man schlicht
und einfach vergessen auf diese kleine Detail hinzuweisen ! Scheint nicht untypisch für diese Firma respektive die Indische Botschaft und noch weniger für Indien zu sein, wie sich im Laufe der Geschichte noch häufiger zeigen wird…….
Also Anruf dort bei der neuen Firma. Eine schwer-“deutscheln’de” Rumänin erklärt, das das bereits ausgefüllte Formular natürlich nicht das Richtige ist , weil von der ehemaligen Firma erstellt und so noch einmal elektronisch erledigt werden muss. Mittlerweile gelingt es unserem Designer seinen in Mexico urlaubenden Bruder zu kontaktieren um die Geburtsorte und -daten der vor 45 Jahren verstorbenen Eltern herauszufinden, denn den Versuch, diese Stelle zu überspringen akzeptiert das elektronische Formular nicht ! Was schreibt wohl ein Findelkind ? Vater Weihnachtsmann, gestorben vor 500 Jahren, Mutter unbekannt oder doch Maria , aber vermutlich weiblich ? Denn immerhin ist schwul noch immer ein kriminelles Delikt in Indien….
Nun gut, Alles ausgedruckt, die richtigen Fotos im 2x2-Inch-Format vor weissem oder himmelblauen Hintergrund gemacht, das ganze mit teurem UPS-Express nach München geschickt. Ein dort wohnender amerikanischer Freund bietet sich an ,
sich darum zu kümmern.
Denn das Einschicken dieser Unterlagen mit der Post würde eine 12 tägige Bearbeitung provozieren, das Visum also bei der theoretischen Rückkehr aus Indien vorliegen.
Der Anruf vom erwähnten Freund zeitigt nur “kleine “ Probleme: die in der multiplen Wahl angebotenen “others” Gründe für die Reise sind die “falsche” Wahl, es muss “Business” geschrieben werden , wohl in der Hoffnung es wird ein solches ? Wurde dann aber auch nicht , aber das kommt später dran…….
Leider gibt es keine Möglichkeit der Korrektur, Alles muss neu elektronisch ausgefüllt werden, wieder werden pakistanische Cousins verneint. Immerhin sind mittlerweile die ach so wichtigen Daten der vor Langem verstorbenen Eltern bekannt. Das
Findelkind wurde legalisiert, stammt also nicht vom Kamel oder Affen ab…..
Nur : wie kommt der original unterschriebene Fragebogen rechtzeitig nach München ?
Gescannt mit 600 dpi und ausgedruckt im Büro des Freundes mit einem Superdrucker, die Unterschrift mit leicht gefetteten Fingern glänzend gemacht , startet der zweite Versuch.
Jetzt kommt “Geschwindigkeit” in den Vorgang: “ bis Freitag ist das Visum fertig” heisst es.
Unser Designer , beruflich wie jedes Jahr auf Messen in Köln und Paris unterwegs, lehnt vorsichtshalber den Vorschlag , den Pass und das Visum wiederum mit Nacht-Kurier zu schicken ab um zu vermeiden, die Sachen kommen in seiner Messe bedingten Abwesenheit an. Aber drei Tage sollten reichen , immerhin unter den Thurn und Taxis brauchte die Pferdepost auch nur drei Tage von Regensburg nach Rom.
Doch weit gefehlt ! Die Pferde rennen heute anders.
Wählt doch der nette Freund den Weg eines Einschreibebriefes ,vermeinend sich auf die ihm bekannte Berechenbarkeit deutschen Postwesens verlassen zu können.
Wie so oft nicht ahnend , da ist eine Welt da draussen, in der Alles irgendwie auch anders sein. Zum Beispiel wissen Milliarden von Menschen nichts von UBER-Eat . Oder gar von Mülltrennung.
Des Freundes “Kommt sicher Morgen an” tröstet schon lange nicht mehr den mit Kauf der Tickets geschundenen Geldbeutel.
Donnerstag dann , zufälliges Treffen eines “Eingeweihten” : es gäbe da auf der Tronchetto-Insel so eine Post-Sortierstelle !
Also nicht mehr den.den Postboten vor der T
