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Geschichten die sie aus Beobachtungen, aus Erlebnissen, aus Enttäuschungen ergeben haben. Die Lust am Erzählen und am Schmunzeln über unsere kleinen Defekte und Macken,. Es geht von Freude bis Schmerz (Operation), von Erlebnissen in der Jugend in der DDR zur Schwiegermutter , von tatsächlichen Reisen bis zu geträumten .
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2019
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KURZ 1
In dieser Sammlung von Kurzgeschichten dreht sich alles um Alles und Nichts zugleich.
Von Beobachtungen zu Erlebnissen, von Gedanken zu Gefühlen, von Freude bis Schmerz.
Diese Texte haben sich in den letzten Jahren angesammelt ganz und gar ohne Intentionen grosse Texte zu verfassen, einzig getrieben von der Lust am Erzählen und der Unlust Alles unter dem Aspekt der Aktion, des Anfang-Handlung-Ende Aspekt’s zu sehen.
So wie ich noch nicht mit meinem Leben abgeschlossen habe sind diese Geschichten nur Fragmente eines Ganzen. Sind Szenen auf der Bühne des Lebens die kurzzeitig von Scheinwerfer gestreift werden.
Sind Eingeständnisse , das auch Banalitäten wert sind betrachtet zu werden , vor Allem wenn sie Bestandteil unseres Lebens sind. Sind Aufforderungen sein eigenes Ich und das Drumherum im Auge zu behalten damit auch die kleinsten Abenteuer , die scheinbar nichtigen Details nicht an uns vorüber ziehen ohne das wir sie bemerkt haben.
Thomas Ludwig Kelley im August 2019
5 Uhr 55
“Entschuldigung , ich muss sie rasieren“
Nicht nur ist es noch eine Stunde zu früh für meinen Rhythmus , auch rasieren scheint mir etwas ungewöhnlich um diese Stunde , ich plane doch keinen Besuch.Weder solchen zu haben wie solchen zu machen. Als mir dann mein rechtes Bein rasiert wird, ist mir klar , ich bin hier in keinem Traumschiff und mein Besuch gilt dem OP-Saal. Sofort klingt meine Morgen-Erektion ab und die Ankündigung “Kein Frühstück” hilft auch nicht , sich in diesen schneerieselnden April-Tag zu stürzen. Die bereits in der Ecke lehnenden Krücken erinnern mich an die tatsächlich bald existierenden Sturzgefahr
Nun bin ich ja Abstürze gewöhnt in meinem Leben , bin aber soweit immer wieder aufgestanden.
Die Glocken läuten die siebte Stunde ein und ich beginne mir einzureden ,manche nennen das Beten,keine Angst zu haben .Fast hätte ich der Schwester den Witz mit der rasierten Katze erzählt, aber ich kenne sie nicht und sie nicht mich, weiss
so auch nicht, das ich immer einen Witz parat habe.Vor Allem wenn ich Angst, Nervosität und Unsicherheit verbergen will. Oder wenn er geradezu provoziert wird von einer Kette von passenden verbalen Umständen.. Die “Free-Flow” Methode kannte ich schon immer, wenngleich ich dafür weder Namen hatte noch brauchte .
Heute vor 41 Jahren fing auch ein neues Leben für mich an,, da gab es diesen Bus ,der mit Ost-Kennzeichen abfuhr und mit West-Kennzeichen ankam. Aus dem Stasi-Knast an den West-Tresen , vom Leitungswasser zur Coca Cola.
Und plötzlich war ich in einer Welt die ich bislang nur geträumt hatte, nicht sicher , ob sie denn überhaupt existiert , nicht sicher ob ich erschrecken würde.
Und ich erschrak !Gewaltig ! Da gab diese jungen Frauen die selbstsicher in ihrem nagelneuem VW-Golf
(den kannte ich auch noch nicht ) herumfuhren, als brauchten sie dafür weder die Genehmigung des Vaters, Freunds oder Ehemannes . Gleichwohl erschreckend die Länge der Getränkelisten auf den Speisekarten , von der Geschwindigkeiten in der Alles aber auch alles ablief. Vom sich begrüssen und dem sich abküssen, von den Umarmungen wildfremder Frauen und das mir , der ichimmer noch unter der Kontrolle meiner Schüchternheit war.
Und “cool” war damals in meinem Wörterbuch noch nicht eingetragen, ich kannte nur warm und kalt.
Aber auch heute hielt man einige Überraschungen parat, ellenlange Listen die durchzulesen und zu signieren waren (die armen Präsidenten), quasi die 100%ige Absage an spätere Ansprüche bei Fehloperationen, ungeplanten Amputationen, Fehlgeburten, Verkrüppelungen. Alles war plötzlich nach hinten offen wie die Nachthemden hier , die Alles Mögliche bedeckten , nur nicht denKörper. Nun bin ich nicht sehr schamhaft, aber Alles hat so sein Grenzen….
An dieser Stelle verrate ich automatisch mein Alter, weil ich nicht das Wort “grenzwärtig” verwende..
Obgleich ich diese Modewort sofort verstand wiedas ewig nicht mehr gehörteWort “orbeidsmässisch” (arbeitsmässig für Nichtsachsen) des jungen Franz in der OP-Vorbereitung.. Sein “Mier ham hier keene Probleme “ verpasste sein
Wirkung, als ich dann komplett flachgelegt auf dieser Bahre auf den Transport in Gerätekammer wartete.. G’ttseidank schlug die Betä
