Signor Antonio - Thomas Ludwig-Kelley - E-Book

Signor Antonio E-Book

Thomas Ludwig-Kelley

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Beschreibung

Der Text bringt uns nach Sardinien zu einem eher nerdigem Elekto-Reparatur-Laden dessen etwas weltabgeschiedener Inhaber sich lieber mit seiner Fantasie als mit Menschen abgibt.................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

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Seitenzahl: 33

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Die Geschichte vom braven

Signor Antonio

THOMAS LUDWIG KELLEY

Antonio

der Herr über Ausgang und Dauer der Geschichten , der Geschichte . Das hatte er mit fast allen Sarden gemein , sie alle behielten sich das Recht auf das allerletzte Wort. Wer es ihnen nahm beendete meist seine ohnehin schwierig zu erringende Bekanntschaft, von Freundschaft wollen wir erst gar nicht reden . Die wird ganz ganz langsam aufgebaut, Stein für Stein wie eine Nuraghe . Dann aber stand diese wie diese prähistorischen Türme , etwas plump aber unverrückbar für ewige Zeiten.

Nie schaute er aus dem ziemlich verdrecktem Schaufenster, er kannte ja den Ausblick: ein hier nicht ganz so enge Strasse die in eine Kreuzung mündete die in ihrer Unübersichtlichkeit und jeglicher Logik trotzend durchaus dem gängigen sardischem Standard entsprach . “Man weiss ja nie !” sagte man im allgemeinen in Anbetracht solch präziser Ungenauigkeit . Also die ganz konkrete Ungewissheit . An den Rhythmus der sich ständig ändernden Lichtsituation durch die vorbeifahrenden Autos hatte er sich gewöhnt wie an den abgestandenen Kaffeegeruch der reparierten und dann getesteten Apparate. Nie hatte er auch nur einmal diese Test-Schlück’chen getrunken , Kaffee stand nicht auf seiner Bestandsliste .Oft vergammelten diese in einem alten Blecheimer in dieer sie goss. Die sich über den Resten gebildete Haut verriet, das er diesen seltenst leerte. “Wasser und Geld verdunstet “ sagte er sich häufig . Solche Sprüche hatte er viele aber kaum jemand hatte sie je gehört . Auch erinnerte sich an diese nur im passenden Moment. Er hätte diese gut und gerne an die Produzenten von Sprüche-Kalender verkaufen können.

Hintergründe

Nur Langzeit-Kunden erfuhren hin und wieder von der Existenz einer Frau und einem Sohn. Er sprach nur ungern über sie und sein oft lange über die Geschäftszeiten hinausreichendes Verweilen im Laden deuteten nicht auf eine sehr lebendige Ehe hin. Ähnlich wie seine Beziehung zur Musik: zum Testen der Plattenspieler (ja die gibt’s noch oder besser schon wieder) hatte eine einzige Platte die er abspielte bis Mina ihre “Parole, parole” los wurde, dann hob er bereits die Nadel. Mehr zu hören schien ihm reichlich übertrieben. Ganz anders bei den Kassetten ! Alle diese waren vorgelesene Literatur, sogenannte Hörbücher .Seine mit Abstand liebste war Jules Verne’s “Il giro del mondo in 80 giorni”. Schon als Schuljunge hatte er dieses noch von seinem Vater stammende Buch gelesen, damals hiess der Autor noch Giulio Verne ? Hatte der damals vielleicht seine Nationalität geändert ? Nein, in der Zeit des Faschismus wurde radikal italienisiert . Zum Beispiel wurden aus den Geschäften Standard ”Standa” , aus Cocktail wurde “Harlekin Getränk” und so weiter. Auch Ortsnamen wurden nicht verschont: aus

Innichen wurde San Candido, aus Brunneck wird Brunico . Aber eben auch Ausländer kamen dran : Louis Armstrong wurde Luigi Braccioforte , Churchill wurde Ciorcil.

Auch hier vor der Haustür gab es “Verschiebungen” : bis zum 18.Jahrhundert gehörte Korsika zur Republik Genua, dann kamen die Franzosen und viele Korsen flüchteten über die Meeresenge bei Bonifacio . Das im Norden gesprochene Gallurese ist nichts anderes wie ein korsikanischer Dialekt . Geblieben ist bis heute der Stolz , die Sprache ,vor Allem das Unabhängig sein wollen . “Ja, wir gehören zu Italien , aber wir sind keine Italiener, wir sind Sarden.” sagen sie oft nach ein paar Gläsern oder wenn sie unter sich sind .

Unterbrechung ?

Die Klingel am Eingang verscheucht Antonio aus seinen wenn auch sehr sehr langsam dahinfliessenden Gedankenfluss .

Ja , es ist ein Kunde , er trägt einen alten Fernseher auf den Ladentisch auf dem wie immer kaum Platz ist. Gottseidank ist es ein BrionVega und man beginnt zu fachsimpeln über die Geschichte und Geschicke dieser einst famosen Firma die mit dem ALGOL 1964 eine Designbombe explodieren liess. Und das mit dem arabischem Namen des Dämonen-Sterns. Heut steht er in jedem anständigen Museum und Signor Antonio hat eine Liste im Schreibtisch mit Namen und Kontakten die solche Fernseher suchen, ganz sicher gebraucht, auch solche die nicht funktionieren . Viele aus Japan und den USA bei denen , selbst wenn sie intakt wä