Emotionstraining in der Schule - Franz Petermann - E-Book

Emotionstraining in der Schule E-Book

Franz Petermann

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Beschreibung

Aktuelle Studien belegen, dass Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen einen wesentlichen Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Auffälligkeiten, wie z.B. Depression und Angststörungen, darstellen. Aus diesem Grund ist eine Stärkung der emotionalen Kompetenz und der Emotionsregulationsfertigkeiten im Rahmen einer schulbasierten Präventionsmaßnahme von großer Bedeutung. Das Emotionstraining zur Förderung der emotionalen Kompetenz wurde speziell für Schülerinnen und Schüler der fünften bis siebten Klassenstufe entwickelt und kann von Lehrkräften, Sozialpädagogen oder Schulpsychologen während der regulären Unterrichtszeit durchgeführt werden. Das Vorgehen dient der gezielten Förderung der Emotionserkennung und -differenzierung, der Förderung der Emotionsregulationsfähigkeiten, besonders in Bezug auf die soziale Interaktion, sowie dem Aufbau von Empathie durch ein verbessertes Emotionsverständnis. Das Trainingsprogramm besteht aus elf Modulen, in denen emotionale Kompetenz auf altersangemessene Weise durch Rollenspiele, Hörbeispiele, Kurzgeschichten und Gruppenarbeiten aufgebaut wird. Ein Transfer auf den Alltag der Jugendlichen wird durch Aufgaben, die zu Hause bearbeitet und im Klassenverband besprochen werden, begünstigt. Das Emotionstraining stellt das bislang einzige in Deutschland verfügbare Präventionsprogramm dar, das gezielt emotionale Kompetenzen im Jugendalter stärkt. Die beiliegende DVD enthält alle Arbeitsmaterialien zur Durchführung des Trainings.

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Seitenzahl: 218

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Franz Petermann

Ulrike Petermann

Dennis Nitkowski

Emotionstraining in der Schule

Ein Programm zur Förderung der emotionalen Kompetenz

Prof. Dr. Franz Petermann, geb. 1953. Seit 1991 Lehrstuhl für Klinische Psychologie und seit 1996 Direktor des Zentrums für Klinische Psychologie und Rehabilitation an der Universität Bremen.

Prof. Dr. Ulrike Petermann, geb. 1954. Seit 2007 Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Kinderpsychologie im Studiengang Psychologie der Universität Bremen.

Dr. Dennis Nitkowski, geb. 1977. Seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Klinische Kinderpsychologie der Universität Bremen.

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Internet: www.hogrefe.de

Format: EPUB

Produktion der Audiotracks: Hendrik Schomaker und Rieke Petersen, Bremen

Erstellung der Fotos zum Training: Valeri Schmigel, Ideja Agentur, Bremen

Detektiv- und Smiley-Illustrationen: Julia-Katharina Rißling, Lara Petersen, Bremen

Umschlagabbildung: © Syda Productions – Fotolia.com

Satz: ARThür Grafik-Design & Kunst, Weimar

1. Auflage 2016

© 2016 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen

(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-2687-7; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-2687-8)

ISBN 978-3-8017-2687-4

http://doi.org/10.1026/02687-000

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Diese Bestimmungen gelten gegebenenfalls auch für zum E-Book gehörende Audiodateien.

Anmerkung:

Sofern der Printausgabe eine CD-ROM beigefügt ist, sind die Materialien/Arbeitsblätter, die sich darauf befinden, bereits Bestandteil dieses E-Books.

Zitierfähigkeit: Dieses EPUB beinhaltet Seitenzahlen zwischen senkrechten Strichen (Beispiel: |1|), die den Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe und des E-Books im PDF-Format entsprechen.

|5|Vorwort

Unsere Bremer Arbeitsgruppe entwickelte und veröffentlichte vor ungefähr 20 Jahren unser erstes schulbasiertes Präventionsprogramm unter dem Titel „Sozialtraining in der Schule“. In den Folgejahren legten wir für alle Altersgruppen Präventionsansätze vor, die sich der Förderung der sozial-emotionalen Kompetenz widmeten. Das Programm für die Schulanfänger wendet sich der 1./2. Grundschulklasse und das Grundschultraining der 3./4. Klasse zu; das erst seit 2010 publizierte Job-Fit-Training ist ab der 8. Klasse bis zur Berufsfindung einsetzbar. Mit dem vorliegenden Programm „Emotionstraining in der Schule“ wollen wir die „Alterslücke“ schließen und für die 5. bis 7. Klasse ein Angebot vorlegen. Das Programm ist für alle Schultypen geeignet (incl. Inklusionsklassen); die inhaltliche Schwerpunktlegung dieses Manuals bezieht sich auf die Förderung der emotionalen Kompetenz.

Das Programm wurde seit Oktober 2013 am Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen entwickelt. Die Erprobungen fanden 2014 und die umfassenden Wirksamkeitsstudien 2015 in Niedersachsen und Bremen statt. Die Ergebnisse werden zeitnah im Jahre 2016 veröffentlicht. In diesem Manual wird nur insoweit auf unsere Erfahrungen im Rahmen der praktischen Erprobung des Vorgehens eingegangen, wie sie dem Anwender helfen, unser Manual umzusetzen und schwierige Situationen bei der Umsetzung unseres Vorgehens besser zu meistern.

Das Vorgehen richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte, die in 5. bis 7. Klassen unterrichten. Natürlich ist es auch für Schulpsychologinnen bzw. Schulpsychologen, Sozialpädagoginnen bzw. Sozialpädagogen, Klinische Kinderpsychologinnen bzw. Kinderpsychologen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen bzw. -therapeuten möglich, die abgedruckten Materialien (s. auch die beigefügte DVD) in der pädagogischen und therapeutischen Einzelarbeit einzusetzen. Rückmeldungen jeglicher Art zu unserem Vorgehen freuen uns sehr ([email protected]; [email protected]; [email protected]).

Kurz zum thematischen Fokus unseres Vorgehens: Emotionen sind allgegenwärtig. Auch wenn sie fester Bestandteil unseres Lebens sind, können sie uns Probleme bereiten. Emotionen erfordern eine Balance im Leben. Im Laufe des Erwachsenwerdens müssen wir lernen, mit ihnen angemessen umzugehen. Schaffen wir dies nicht gut, können sie uns übermäßig belasten. Daher benötigen wir ein Know-how, um Emotionen gut zu regulieren.

Obwohl Emotionen seit jeher ein Kernthema der Psychologie darstellen, wurden die emotionalen Kompetenzen, insbesondere die Emotionsregulation, erst in den |6|letzten beiden Jahrzehnten intensiv erforscht. Erst allmählich zeichnet sich ab, wie sich emotionale Fähigkeiten entwickeln und welche Bedeutung sie haben. Mittlerweile wissen wir, dass eine gute Regulation von Emotionen für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden wichtig ist. In unserem „Emotionstraining in der Schule“ wollen wir die emotionalen Kompetenzen von Schülern und Schülerinnen stärken. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Verhaltensauffälligkeiten in Folge einer ungünstigen Emotionsregulation auftreten.

Das vorliegende Manual war von Anfang an eine Teamleistung! Als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen übernahmen Dipl.-Psych. Julia Fern, Mirjam Laakmann, M. Sc. Klin. Psych., Rieke Petersen, M. Sc. Klin. Psych. und Laura Marie Spikofsky, B. Sc. Psych. wichtige kreative und Koordinationsarbeiten. Das Projekt wurde von einer großen Anzahl studentischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der praktischen Umsetzung unterstützt. Im Einzelnen waren dies: Stina Bange, Katharina Busch, Jördis Detken, Verena Haskamp, Inken Janßen, Bonnie Lagos Galaz, Juliane Lüders, Amrei Marieke Maack, Charlotte Neuhäuser, Ira-Katharina Peter, Klaudia Pierzyna, Lisa Schramm, Constantin Schulz, Maren Schwarting, Gulmira Urokova und Mari Ines Waltke.

Die Arbeit an diesem Manual wurde in großzügiger Weise von einer deutschen Stiftung gefördert, ohne die eine Entwicklung und Erprobung unseres Programms in so kurzer Zeit nicht gelungen wäre. Die Fotos zum Emotionstraining wurden von der Ideja Agentur, Herrn Schmigel, erstellt, die Aufnahmen zur Kunstsprache Emola von Hendrik Schomaker, M. Sc. Klin. Psych. und Rieke Petersen, M. Sc. Klin. Psych. Für die Aufnahmen der Strategiegesten stellte sich Laura Marie Spikofsky, B. Sc. Psych. zur Verfügung. Wir danken Dr. rer. nat. Julia-Katharina Rißling und Lara Petersen, M. Sc. Biochemie für die Erstellung der Zeichnungen. Den Kindern und Jugendlichen, die uns bei der Erstellung und Erprobung unseres Vorgehens unterstützten, gilt unser besonderer Dank. Den Schulleitungen und Lehrkräften in Niedersachsen und Bremen danken wir für ihr Vertrauen und ihre aktive Beteiligung. Unsere Sekretärin Frau Anja Nöpel schrieb große Teile des Manualentwurfs und half uns als „Gefühlsexpertin“. Frau Dipl.-Psych. Susanne Weidinger war (wie immer) unsere Unterstützerin im Hogrefe Verlag. Allen gilt unser herzlicher Dank!

Bremen, im Juni 2015

Franz Petermann, Ulrike Petermann und

Dennis Nitkowski

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Emotionsregulation bei Schülern: Angst- und Depressionsprävention

1.1 Was ist eine Emotion?

1.1.1 Gefühlsausdruck

1.1.2 Bunt und undurchdringlich? Was Emotionen wollen

1.1.3 Neurophysiologie der Gefühle

1.2 Emotionale Kompetenzen

1.2.1 Emotionsbewusstsein

1.2.2 Emotionsverständnis (Emotionswissen)

1.2.3 Empathie

1.2.4 Emotionsregulation

1.3 Emotionskompetenzdefizite und Verhaltensauffälligkeiten

1.3.1 Angst

1.3.2 Depression

1.4 Das Emotionstraining als Prävention

2 Trainingskonzept

2.1 Methoden

2.1.1 Tonübung

2.1.2 Gefühle neu entdecken: die Methode der „Skelettierung“

2.1.3 Gefühlsquiz

2.2 Aufbau des Emotionstrainings: Ziele, Themen und Vorgehen

2.2.1 Einführungsphase

2.2.2 Arbeitsphase

2.2.3 Reflexionsphase

3 Beschreibung der einzelnen Sitzungen

3.1 Rahmenbedingungen

3.2 Sitzung 1 – Gefühle: Woher sie kommen und was sie bewirken

3.2.1 Theoretischer Hintergrund

3.2.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.2.3 Materialien

3.3 Sitzung 2 – Im Gefühlschaos

3.3.1 Theoretischer Hintergrund

3.3.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.3.3 Materialien

3.4 Sitzung 3 – Versteckte Gefühle aufspüren

3.4.1 Theoretischer Hintergrund

3.4.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.4.3 Materialien

3.5 Sitzung 4 – Welche Gefühlsstrategien gibt es?

3.5.1 Theoretischer Hintergrund

3.5.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.5.3 Materialien

3.6 Sitzung 5 – Jede Gefühlsstrategie hat ihren Nutzen

3.6.1 Theoretischer Hintergrund

3.6.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.6.3 Materialien

3.7 Sitzung 6 – Unangenehme Gedanken und Gefühle

3.7.1 Theoretischer Hintergrund

3.7.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.7.3 Materialien

3.8 Sitzung 7 – Trauer und Enttäuschung annehmen lernen

3.8.1 Theoretischer Hintergrund

3.8.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.8.3 Materialien

3.9 Sitzung 8 – Mit Gefühl geht alles besser

3.9.1 Theoretischer Hintergrund

3.9.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.9.3 Materialien

3.10 Sitzung 9 – Einen Gute-Laune-Plan erstellen – aber wie?

3.10.1 Theoretischer Hintergrund

3.10.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.10.3 Materialien

3.11 Sitzung 10 – Mutig werden – aber wie?

3.11.1 Theoretischer Hintergrund

3.11.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

Reflexion

3.11.3 Materialien

3.12 Sitzung 11 – Gefühlsexperten

3.12.1 Theoretischer Hintergrund

3.12.2 Praktische Umsetzung

Arbeitsphase

3.12.3 Materialien

4 Hinweise zur praktischen Umsetzung des Trainings

4.1 Zur Rolle des Trainers

4.2 Umgang mit kritischen Situationen im Training

4.3 Abschließende Tipps für die praktische Durchführung des Trainings

Literatur

Anhang

Übersicht über die Materialien auf der DVD

Materialien auf DVD

|11|1 Emotionsregulation bei Schülern: Angst- und Depressionsprävention

1.1 Was ist eine Emotion?

Bevor sich mit der Frage beschäftigt werden soll, was unter Emotionsregulation zu verstehen ist, muss geklärt werden, was eine Emotion ausmacht. Eine sehr griffige Definition von Emotionen geben Gerrig und Zimbardo (2008, S. 454): „Eine Emotion ist ein komplexes Muster von körperlichen und mentalen Veränderungen, darunter physiologische Erregung, Gefühle, kognitive Prozesse und Reaktionen im Verhalten, als Antwort auf eine Situation, die als persönlich bedeutsam wahrgenommen wurde.“ Gleich mehrere Bestimmungsstücke werden in der Definition erwähnt, die einer genaueren Erläuterung bedürfen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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