Endlich selbständig - Wolfgang Jocher - E-Book

Endlich selbständig E-Book

Wolfgang Jocher

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Beschreibung

Nachhaltige Selbständigkeit bedeutet viel mehr als hier und da das eine oder das andere Geschäft auf die Schnelle über irgendeine Internetplattform abzuwickeln und auf diese Weise rasch irgendwie Geld zu verdienen. Dieses Buch beleuchtet das Lebenskonzept "Selbständigkeit" aus vielen - vielleicht auch unbekannten - Blickwinkeln.

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Seitenzahl: 79

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Inhalt

Vorwort

Das Lebenskonzept "Selbständigkeit"

Erziehung und Selbständigkeit

Controlling allüberall

Das geht nicht!

Schuldzuweisungen ...

Unbefristete Dienstverträge

Arbeiten Sie gerne oder nur, wenn und weil Sie müssen?

Wer bezahlt Ihr Gehalt tatsächlich?

Was wird aus mir?

Muss ich mich jetzt selbständig machen?

Man nehme also

Größenordnungen

Bekenntnis zu Schulden

Der Kunde ist König

Verkaufen Sie gerne?

Kaufmotive

Erfolge vermeiden und Ansehen reduzieren

Treibende Kräfte

Wollen

Können

Umgebungsbedingungen

Querdenken

Reaktionen

Wann soll's losgehen?

Der "richtige" Zeitpunkt

Ihre persönliche Liquidität...

Na endlich: An den Start!

Sie selbst

Ihr Lebenspartner, Ihre Lebenspartnerin

Ihre Mission

Ihre Vision

Ihr Leitbild

Ihre Werthaltungen

Neu gründen oder übernehmen?

Franchising

Ein bestehendes Unternehmen kaufen

Wie werden Sie auftreten?

Zielgruppe(n)

Die Story dahinter

Werbeagentur

Operative Planung

Ihr organisatorisches Umfeld

Büroorganisation

Jetzt aber: Ab zur Bank

Die Rolle der Bank

Kontakt zwischen Bank und Unternehmer

Welche Bank?

Bankmäßige Sicherheiten

Grundregel Nummer 1

Grundregel Nummer 2

Ihre eigene Absicherung

Das sollte zu denken geben

Geschäftsfähigkeit

Koma

Notfall - und jetzt?

Verfügungen

Vollmachten

Vollmachten errichten und beglaubigt unterschreiben

Die Generalvollmacht: Fluch und Segen

Vorsorgevollmacht

Vollmachten und Banken

Vollmachten und das eigene, kleine Unternehmen

Und nun?

Nachwort

Vorwort

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2018. Alle Zeichen stehen auf Digitalisierung. Im aktuellen Kommen oder bereits existent ist die Elektromobilität, der 3D-Druck,... um nur zwei Beispiele konkret zu nennen. Die Frage steht im Raum: "Wird da überhaupt noch ein Stein auf dem anderen bleiben?"

Völlig klar, da kommen schrille Existenzängste hoch. Was wird aus meinem Job (falls das überhaupt hinterfragt wird!), was wird aus mir, was wird aus meiner Familie? Gibt es überhaupt noch so etwas wie "Sicherheit", worauf kann man sich heute noch verlassen? Muss ich mich womöglich selbständig machen?

Ich gebe Ihnen, sehr geehrte Leserinnen und Leser, hier gerne abseits von den gewiss notwendigen Businessplänen ungeschminkte und authentische Einblicke vor allem in den mentalen aber auch in den operativen Alltag eines selbständigen Einzelkämpfers. Werfen Sie mit mir einen Blick darauf, worauf Sie sich möglicherweise einlassen, wenn Sie eines Tages mit Ihrer Idee "Ich mache mich selbständig!" auf Ihre Familie, Ihre Onkeln und Tanten, Ihre Freundinnen und Freunde etc. zukommen. Sie werden aber auch ansatzweise einiges über die vielen wunderbaren Augenblicke des Erfolgs - mitunter fernab jeder monetären Ausprägung - lesen. Sie werden insgesamt auch erkennen, warum es aus dem Status der Selbständigkeit kaum einen Weg zurück in die Scheinsicherheit eines unbefristeten Dienstverhältnisses gibt.

Sie werden betriebswirtschaftliche und sonstige wissenschaftliche Inhalte und Abhandlungen weitgehend vermissen. Das ist volle Absicht, denn zu diesen Themenkomplexen gibt es genug Fachliteratur und jede Menge Informations- und Ausbildungsmöglichkeiten.

Das Lebenskonzept "Selbständigkeit"

Was bedeutet nun "Selbständigkeit" als Unternehmer oder Unternehmerin? Nach meiner Erfahrung bedeutet nachhaltige Selbständigkeit mehr als hier und da das eine oder das andere Geschäft auf die Schnelle über irgendeine Internetplattform abzuwickeln und auf diese Weise rasch irgendwie Geld zu verdienen.

Als selbständiger Unternehmer oder als selbständige Unternehmerin zu leben und zu arbeiten basiert auf selbstbestimmten, klaren und eigenständigen Antworten unter anderem auf folgende Fragen:

Was will ich und kann ich aktiv als Nutzen - in Form von Produkten und Dienstleistungen - in die Gemeinschaft einbringen und damit auf den Markt bringen?

Was sind meine Lebensziele, unter welchen Aspekten werde ich am Ende auf mein Leben stolz sein können?

Welche Werthaltungen werden mich tragen? Bin ich bereit, meine aktuellen Werthaltungen ehrlich auf den Prüfstand zu stellen?

Wie werde ich das anstellen, was fehlt mir dazu an Wissen und Können?

Bin ich bereit, meine Wissenslücken anzunehmen und mir das fehlende Wissen selbst zu suchen?

Das Umsetzen eines solchen soliden Gesamtkonzepts des Lebens verlangt natürlich nach einem Minimum an Ernsthaftigkeit. Auch das Warten auf irgendein Wunder aus dem Außen kommt für aktive Selbständige niemals in Frage. Unüberlegte Schnellschüsse und unreife Spekulationen haben da ebenfalls kaum Platz.

Selbständigkeit verlangt Eselsgeduld und unerschütterliche Hartnäckigkeit. Denn auch Gras beharrt auf seiner Wachstumsgeschwindigkeit, egal, wie fest man daran zieht. Die Standardfrage lautet hingegen immer wieder und jeden Tag: "Wie geht es trotzdem?" Da ist außerdem sprudelnde Kreativität gefragt!

Dennoch lebt Selbständigkeit auch vom kritischen Hinschauen auf das eigene Tun. Zuverlässig zu verhindern ist das so genannte "Dead Horse Riding", also den fortgesetzten Versuch, ein totes Pferd zu reiten. Schon die Indianer im wilden Westen wussten genau, wann ein Pferd zu tot zum Reiten war und sie haben dann davon Abstand genommen es immer wieder mühevoll auf die Beine stellen zu wollen.

Erziehung und Selbständigkeit

Ich behaupte ganz kühn: Erziehung zur Selbständigkeit im dargestellten Sinn fand bisher (Anfang 2018) und findet auch heute kaum statt. "Brave" und "artige" Kinder, die unproblematisch sowie genau und weitgehend unkritisch und sofort alle Anordnungen befolgen, sind hingegen das willkommene und angestrebte Aushängeschild vieler Familien. Aus den Kindern soll ja schließlich "etwas Ordentliches" werden, denn sie sollen es einmal besser haben. Doch was ist denn besser als das, was heute ist?

In die Selbständigkeit zu gehen ist daher in vielen Fällen mit dem Abwenden von bisher gelebten Lebensprinzipen verbunden. Das Heraustreten aus der lauwarmen Komfortzone der bloßen Pflichterfüllung in die belebende Frischluftzone der Eigenverantwortlichkeit ist damit gemeint.

In vielen Fällen entstehen dadurch auch mitunter erhebliche Irritationen in Ihrem aktuellen engsten gesellschaftlichen Umfeld und Freundeskreis. Auch massive Verwerfungen in Ihrer Lebenspartnerschaft sind möglich bzw. sogar sehr wahrscheinlich. Tief greifende systemische Veränderungen und Neuordnungen können die Folge sein und es kann sich dann sogar auch die informelle Rangordnung innerhalb der für Sie relevanten Gruppierungen spürbar und nachhaltig verändern.

Wird man "mit dem" auch nachher noch so ungezwungen wie bisher Fußball spielen können? Wird er /sie wie bisher verlässlich zum Training erscheinen oder wird er / sie etwas Dringenderes, Wichtigeres, Besseres zu erledigen haben? Wird er / sie plötzlich andere als bisher bekannte Werte vertreten? Wird er / sie dann überhaupt noch eine(r) von uns sein? Werden wir ihre / seine Erzählungen aus seiner neuen Welt überhaupt noch verstehen?

Folgende Frage wird gerne übersehen oder zu wenig konkret gestellt: "Wird er / sie auch der jederzeit berechenbare und verlässliche Lebenspartner sein, auf den man sich in allen Lebenslagen auch wirklich "verlassen" kann? Wie wird Ihr Lebenspartner, Ihre Lebenspartnerin mit den neuen Umständen umgehen können bzw. damit fertig werden?

Nicht, dass Sie jetzt dort um Genehmigung ansuchen sollten oder müssen. Aber seinen engsten Lebensmenschen sollte man unbedingt frühzeitig einbeziehen und ihm Gelegenheit geben, seine eigene Position dazu - durchaus mit dem Freiheitsgrad des Auseinandergehens - zu entwickeln.

Controlling allüberall

Controlling ist wichtig, keine Frage. Denn wenn Sie beispielsweise im Auto unterwegs sind, dann schauen Sie ja auch immer wieder auf Ihren Tachometer. Sie wollen ja Radarstrafen vermeiden. Hier und da ein Blick auf die Benzinuhr warnt Sie vor dem Liegenbleiben mitten in der Pampa. Oh, da geht ein Warnlicht an: "Reifendruck überprüfen!" wird eingemahnt. Außerdem haben Sie bestimmt einen konkreten Plan, wie Sie von A nach B kommen wollen. Nur dann kann sich nämlich Ihre manchmal nervig vorlaute Navitante melden: "Bei Gelegenheit bitte umdrehen und dann rechts abbiegen!" Und dennoch können Sie für sich in aller Ruhe und weise wissend denken: "Aber nein, ich fahre jetzt absichtlich anders herum!"

Aber mal ganz ehrlich: Hängt Ihr Blick beim Autofahren wirklich immer und stur an Ihrem Armaturenbrett? Da stehen wunderschöne Berge mit dem letzten Winterschnee auf den hochragenden Gipfeln, links vorne glitzert ein See glasklar durch den majestätischen Hochwald und dort schwingt sich ein großer Bussard wie selbstverständlich in die Lüfte! Tolle Landschaft, ein ungeplanter kurzer Stopp, ein rascher Klick, und schon gibt es ein brillantes Foto mehr zum Herzeigen und zur Erinnerung. Und da lädt ein Hinweisschild "Landgasthof mit schattigem Gastgarten, 3 km" zum Abweichen und Verweilen ein. Ach was, ein kleiner Umweg darf schon sein, auch wenn die Navitante wieder einmal das tut, was sie besonders gut kann, nämlich Anweisungen geben und bei Nichtbefolgen nörgeln!

Das ist der eigentliche Sinn vernünftig angewandten Controllings:

wissen, wo man steht,

erkennen, dass man sich jetzt auf einer anderen Route bewegt,

das ursprüngliche Ziel im Auge behalten,

das ursprüngliche Ziel bei Bedarf bewusst ändern und die Folgen daraus abschätzen.

Sie sollen selbst und bewusst entscheiden anstatt versehentlich und blauäugig irgendwo hin abzubiegen um sich nachher verstört zu fragen: "Oh, wo bin ich denn hier? Und was nun?"

Controlling als bloßes Instrument zur Kontrolle: Nein, danke! Controlling als Instrument zum Steuern bewussten Handelns: Ja, bitte, genau das ist es, und das brauchen Sie.

Das geht nicht!

Keine Kräfte der Welt können Sie am Nachdenken hindern. Ihre grauen Zellen haben Sie außerdem immer dabei, egal, ob Sie auf dem Gipfel eines Berges stehen oder ob Sie im Liegestuhl offenbar sehr entspannt herumliegen (das ist bestimmt nur die Wahrnehmung Außenstehender!). Ihre grauen Zellen verzichten auch gerne auf elektrische Energie von außen. Also benützen Sie diese selbstverständlich und immer und immer wieder!

Sich selbst immer wieder zu hinterfragen, fällt mitunter schwer, denn das Einnehmen der angelernten Opferrolle erscheint ja oft um so vieles leichter als bei sich selbst anzupacken. Anderseits gibt es ohne ehrliche und vor allem kritische Selbstreflexion auch kaum Ansätze zur Veränderung.