Ethische Maßstäbe in der Hochschullehre - Michael Opielka - E-Book

Ethische Maßstäbe in der Hochschullehre E-Book

Michael Opielka

0,0
1,49 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Der Rechtspopulismus und seine Schnittfelder zum Rechtsextremismus bereiten auch der Wissenschaft Sorgen. Weniger, weil WissenschaftlerInnen keine politische Meinung haben sollen, das ist unmöglich, sie können ihren Status als BürgerIn nicht in Labor und Hörsaal ablegen. Die Sorgen entstammen den meist unsystematischen Beobachtungen, dass aus den Deutungsmustern des Rechtspopulismus das Wesen der Wissenschaft selbst, ihr Wahrheits- und Vernunftanspruch, infragegestellt wird. Noch besorgter stimmt, wenn dieser Denkhabitus in der Hochschullehre auftritt und Studierende zu manipulieren droht. Die vorliegende Studie nimmt sich dieses Problemfeldes an einem exemplarischen Beispiel an. Zentrale Fragen der Sozialökologie beziehungsweise der Sozialen Nachhaltigkeit werden im Blick des Rechtspopulismus delegitimiert. Die Auseinandersetzung ist daher zwingend geboten.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 26

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Siegburg, Dezember 2020

ISÖ - Institut für Sozialökologie gemeinnützige GmbH

Ringstraße 8, 53721 Siegburg

Tel.: +49 (0) 2241 1457073, Fax: +49 (0) 2241 1457039, E-Mail: [email protected], Web: www.isoe.org

Coverabbildung: ISÖ

Dieser Text ist die überarbeitete und anonymisierte Fassung eines Gutachtens, das der Verfasser im Juli 2020 als Professor der Ernst-Abbe-Hochschule Jena erstellte. Die Veröffentlichung in der Reihe ISÖ-Text erfolgt, weil der Verfasser, zugleich Leiter des ISÖ, beide Funktionen gerade in ethischer Hinsicht nicht trennen kann. Zugleich kann das Gutachten die Komplexität der Auseinandersetzung mit der manipulativen Potenz des Rechtspopulismus exemplarisch demonstrieren.

Inhalt

Fragestellung

Originaltext

Wissenschaftstheorie

Deutungsmuster

Diskursstrategie

Ethische Bewertung

Literatur

Anhang: Das untersuchte Skript

1 Fragestellung

Der Rechtspopulismus und seine Schnittfelder zum Rechtsextremismus bereiten auch der Wissenschaft Sorgen. Weniger, weil WissenschaftlerInnen keine politische Meinung haben sollen, das ist unmöglich, sie können ihren Status als BürgerIn nicht in Labor und Hörsaal ablegen. Die Sorgen entstammen den meist unsystematischen Beobachtungen, dass aus den Deutungsmustern des Rechtspopulismus das Wesen der Wissenschaft selbst, ihr Wahrheits- und Vernunftanspruch, infragegestellt wird. Noch besorgter stimmt, wenn dieser Denkhabitus in der Hochschullehre auftritt und Studierende zu manipulieren droht. Die vorliegende Studie nimmt sich dieses Problemfeldes an einem exemplarischen Beispiel an. Zentrale Fragen der Sozialökologie beziehungsweise der Sozialen Nachhaltigkeit werden im Blick des Rechtspopulismus delegitimiert. Die Auseinandersetzung ist daher zwingend geboten.

Im Februar 2020 fragte die Leitung einer - aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes im vorliegenden Text anonymisierten - Hochschule den Autor um eine gutachterliche Stellungnahme an, ob und inwieweit bei einem an der Hochschule eingesetzten Skript „Wissenschaftstheoretische Grundlagen“ die Standards wissenschaftlichen Arbeitens eingehalten wurden. Die Hochschulleitung machte darauf aufmerksam, dass es um diesen Text in der Hochschule bereits umfangreiche Diskussionen gegeben hat. Ich zitiere aus der Anfrage und anonymisiere, aus den genanten Gründen des Persönlichkeitsschutzes, den Namen des/der Autors/in des zu untersuchenden Skriptes:

Die Hochschule hat bereits ein Rechtsgutachten eingeholt, in dem zu klären war, inwiefern strafrechtliche Aspekte eine Rolle spielen oder die Treupflicht verletzt wurde. Das Gutachten kommt zu der Auffassung, dass „durch das Skript für die Projektwoche im Sommersemester 2019 von ... politische Treuepflicht gegenüber dem Land ... und der freiheitlich demokratischen Grundordnung noch nicht verletzt“ ist. Weiter heißt es: „Es gibt deswegen keinen Raum für arbeitsrechtliche Sanktionen, wie etwa eine Abmahnung“. Zudem wird ausgeführt: „Im Ergebnis lässt sich deswegen festhalten, dass aus dem Skript von ... für die Projektwoche im Sommersemester 2019 belastbare Anhaltspunkte für ein strafbares Handeln nicht abgeleitet werden können“. Der Gutachter empfiehlt zum Abschluss: „Es bleibt allein die Möglichkeit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Lehre von ... durch das Kollegium der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer sowie durch die Studierenden“. Die Hochschulleitung ist durch die zentrale Gleichstellungsbeauftragte auf das Skript aufmerksam gemacht worden. In dem Schreiben an die Hochschulleitung heißt es: „Der Aufbau, die Argumentationslinie, die Zitierweise, die Nutzung von Quellen und die Darstellung insgesamt entspricht nach unsere Einschätzung nicht den Standards wissenschaftlichen Arbeitens. Durch stark polarisierende Darstellungen ohne erkennbare didaktische Zielsetzung und Relevanz wird weniger die Kritikfähigkeit der Studierenden gefördert als versucht deren Meinung zu lenken“.