Explosion der Lust - Karen S. Smith - E-Book

Explosion der Lust E-Book

Karen S. Smith

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Beschreibung

Wenn Hochzeiten unerwartet erregend sind ... Die attraktive Emma geht nur widerwillig zu der Hochzeit ihrer Cousine. Statt Langeweile erlebt sie dort jedoch erregende Stunden der Sinnlichkeit: Als sie den sonnengebräunten Kit kennen lernt, ist es Lust auf den ersten Blick. Niemand ahnt, dass die beiden wie elektrisiert voneinander sind. Nach der Feier muss Emma überstürzt aufbrechen. Erst die nächste Hochzeit, zu der Emma gehen muss, bringt ein überraschendes Wiedersehen – Kit in Lederkluft.

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Seitenzahl: 367

Veröffentlichungsjahr: 2009

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Karen S. Smith

Explosion der Lust

Erotischer Roman

Deutsch von Silke Bremer

Die erste Hochzeit

Ich war allein in der Sakristei. Durch den Türspalt drangen aus der voll besetzten Kirche die Atemgeräusche der Hochzeitsgäste herein; meine Verwandten, meine Freunde, mein zukünftiger Ehemann, alle warteten auf mich. Lass sie ruhig einen Moment warten, dachte ich und sah an mir herunter. Ich war in weiße Spitze verpackt wie ein Geschenk. Ich streifte mit den Händen über meinen Busen, der vom festen Stäbchenkorsett hochgedrückt und zusammengepresst wurde, und stellte mir vor, wie mein frisch gebackener Ehemann ihn heute Nacht streicheln, wie er die kleinen Perlmuttknöpfe lösen, meine Brüste auspacken und die Nippel in den Mund nehmen würde.

Ein höfliches Hüsteln veranlasste mich, den Kopf zu wenden: Der Pfarrer kam nach mir sehen. Er errötete, peinlich berührt von meiner schamlosen Pose. «Sind Sie bereit?», flüsterte er mit rauer Stimme. Er war jung, hoch gewachsen und braun gebrannt. Er musterte mich mit ernstem Blick, während er mit seinen großen Händen am Besatz des Messgewands herumnestelte. Ich wandte mich ihm zu, die Hände immer noch am Busen. Er beobachtete mich fasziniert, nahezu ängstlich. Ich hielt seinem Blick stand, stellte ihn auf die Probe, wollte das Schweigen möglichst in die Länge ziehen. In der Kirche begann ein kleines Kind zu weinen.

«So gut wie», antwortete ich. «Nur noch eine Kleinigkeit – vielleicht könnten Sie mir behilflich sein?»

«Selbstverständlich. Worum geht’s denn?», fragte er.

Mir blieb gerade noch Zeit, «Darum» zu flüstern, da drückte ich ihm auch schon die Lippen auf den Mund, fasste ihm ins Lockenhaar und zog seinen Kopf an mich. Einen Moment lang versteifte er sich vor Bestürzung, dann gewannen seine animalischen Instinkte die Oberhand, und er steckte mir die Zunge ebenso leidenschaftlich in den Mund wie ich ihm meine.

Durch das Gewand hindurch spürte ich seinen großen, harten Ständer. Er hat einen Steifen, seit er hereingekommen ist und mich gesehen hat, dachte ich. Er fasste mir an die Brüste, an den Po, drückte mich an sich. Es war, als wollte er mich verschlingen, mich verschlucken, mir Krumen entreißen wie einem frischen Laib Brot und sie sich in den Mund stecken.

Ich hätte ihm gern unters Gewand gefasst und den Schwanz berührt, der gegen meinen Bauch drückte, doch ich fand den Saum nicht. Deshalb legte ich die Hand auf seinen Ständer und walkte ihn durch den Stoff hindurch. Ein leises Stöhnen, Zeichen der Unterwerfung, kam aus seinem Mund, den er immer noch auf meine Lippen presste. Es hatte den Anschein, als würde er die Kontrolle über seine Gliedmaßen verlieren, und als sich der Griff seiner Hände lockerte, kniete ich vor ihm nieder, sodass sich die Schleppe zu einem See weißer Spitze ausbreitete.

Jetzt kam ich unter das Messgewand. Ich öffnete den Reißverschluss seiner Hose und hielt endlich seinen Schwanz in der Hand. Er glühte geradezu und war geschwollen vor Verlangen. Ich bemühte mich, den Kopf unter die zahlreichen Schichten des Messgewands zu stecken und seinen wundervollen Schwanz in den Mund zu nehmen, doch mein Priesterfreund hatte andere Pläne: Er ließ sich so ungestüm auf die Knie nieder, dass er beinahe auf mich draufgefallen wäre, und drückte mich rücklings auf den Steinboden nieder.

Jetzt musste ich meine Unterröcke aus dem Weg schaffen. Er hatte es so eilig, dass er sich nicht mal die Zeit nahm, mir den Slip herunterzustreifen; er schob ihn einfach beiseite und drang mit einem Stoß in mich ein. Ich war so erregt und feucht, dass mir sein machtvoller Stoß den Atem nahm. Die Finger in mein Haar gekrallt, hielt er mir den Kopf fest und küsste mich, als wollte er mich nicht nur mit dem Schwanz, sondern auch mit der Zunge ficken. Mit der anderen Hand packte er mich bei der Schulter, damit ich unter seinen Stößen nicht wegrutschte. Meine Schenkel, die über dem Ansatz der weißen Strümpfe nackt waren, rieben sich an den kalten Bodenfliesen.

Er fickte mich fest, tief und schnell. Mit jeder Bewegung stieß seine Schwanzspitze an meine Gebärmutter, und sein Unterleib prallte gegen meinen Kitzler. Die Lust grenzte schon an Schmerz, so groß war sein Schwanz und so wild seine Rammelei. Jetzt konnte ihn nichts mehr davon abhalten zu kommen.

Ich schaute hoch und erblickte hinter ihm ein Regal voller Gesangbücher. Ich dachte an die Hochzeitsgäste, die geduldig auf unser Erscheinen warteten. Als ich ihm den Mittelfinger in den Arsch steckte, stellte ich mir vor, mein Bräutigam käme nach uns sehen und überraschte uns, ich rücklings auf dem Boden liegend, das weiße Kleid um mich ausgebreitet, der Priester auf mir wie ein Tier. Er presste das Gesicht an meine Brust, um den Aufschrei beim Kommen zu ersticken, und erbebte am ganzen Leib, als die Stoßbewegungen in unkontrollierte Zuckungen übergingen. Ich stopfte mir eine Hand voll Messgewand in den Mund, dann setzte auch bei mir der Orgasmus ein. Die Wellen der Lust erschütterten mich von innen nach außen, während ich mir das Gesicht meines Bräutigams vorstellte: Bestürzung und Abscheu mischten sich darin mit Erregung, hervorgerufen durch den Anblick seiner Braut, die auf dem Boden durchgefickt wurde.

«Emma?» Der Klang der vertrauten Stimme ließ mich zusammenzucken. «Wach auf, wir sind schon fast da.» Meine Schwester betrachtete mich amüsiert im Rückspiegel, und mein Schwager verlagerte gereizt die Haltung, als ich den Kopf von seiner Schulter nahm.

«Tut mir Leid», murmelte ich. «Hab ich lange geschlafen?»

«Fast eine Stunde lang. Auf der Autobahn gab es Stau, deshalb fahren wir gleich zur Kirche.»

Meine Verwandten wussten, dass die einzige Möglichkeit, meine Teilnahme an Familienhochzeiten sicher zu stellen, darin bestand, mich zur Feier und anschließend wieder nach Hause zu fahren, was für mich den Vorteil hatte, dass ich nicht nüchtern bleiben musste.

In Wahrheit hatte ich bei Hochzeiten gemischte Gefühle. Einerseits musste ich nervige Konversation mit Menschen bestreiten, die ich nur an Hochzeiten und Beerdigungen sah und mit denen ich bestenfalls den Nachnamen gemeinsam hatte. Andererseits ging von einer Hochzeit ein perverser erotischer Reiz aus, wie mein Traum mir soeben wieder bewiesen hatte. Vielleicht rührte er daher, dass ursprünglich die jungfräuliche Braut darauf gewartet hatte, von ihrem Bräutigam vernascht zu werden – die Ehe sanktioniert schließlich offiziell, dass zwei Menschen einander um den Verstand ficken, was man aber unter keinen Umständen aussprechen darf. Wie auch immer, jedenfalls war es nicht das erste Mal, dass ich auf dem Weg zur Hochzeit einer Cousine einen feuchten Traum gehabt hatte.

Während meine Schwester langsamer wurde und auf der schmalen Straße, die zur Dorfkirche führte, Ausschau nach einer Parklücke hielt, bemühte ich mich, mein cremefarbenes Seidenkostüm zu glätten. Kevin, ihr Ehemann, streifte sich an der Stelle, wo mein Kopf geruht hatte, übers Jackett. Insgeheim amüsierte ich mich über ihn und fragte mich, wie viel vom schmutzigen Inhalt des Traums ich mir wohl hatte anmerken lassen. Kevin war ein netter Bursche – aber damit hatte es sich auch schon. Bisweilen kam mir meine Schwester, die zwei Jahre jünger ist als ich, zehn Jahre älter vor.

Wir hatten uns tatsächlich verspätet. Die Braut, unsere Cousine, wartete schon am Portal, als wir an blühenden Lindenbäumen entlang auf die Kirche zueilten. Wir lächelten ihr schuldbewusst zu und schlüpften in die Kirche. Nach dem hellen Frühlingssonnenschein musste ich einen Moment stehen bleiben und warten, bis meine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Sämtliche Hochzeitsgäste hatten die Köpfe herumgedreht, denn sie hatten mit dem Erscheinen der Braut gerechnet: Auf einmal stand ich völlig ungerechtfertigt im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Während mir das Blut in die Wangen schoss, warf ich mich in die erstbeste Kirchenbank, als der Organist auch schon den Hochzeitsmarsch anstimmte.

«Welch eine Erleichterung», murmelte zu meiner Linken eine tiefe Stimme. «Einen Moment lang hab ich schon geglaubt, du wolltest meinen alten Freund Robin heiraten.»

Wie von einer Hornisse gestochen ruckte ich mit dem Kopf und blickte in belustigte hellbraune Augen. «Wieso Erleichterung?», flüsterte ich zurück. «Dein alter Freund Robin könnte eine wesentlich schlechtere Partie machen!»

«Pssst, sei doch nicht gleich beleidigt.» Der Sprecher legte mir die Hand aufs Knie. «Ich wollte sagen, welch eine Erleichterung, dass ich mich jetzt nicht ein Leben lang beherrschen muss, nicht der Frau meines besten Freundes den Hof zu machen.»

Ich war sprachlos. Während meine Cousine Sarah in einem Traum aus elfenbeinfarbenem Satin an uns vorbeischritt, gelang es mir, meine Verwirrung zu verbergen und die kühle Hand dadurch von meinem Knie zu entfernen, dass ich mich mit den anderen zusammen erhob. Widerwillig, wie mir schien, rutschte die Hand herab, als mein Nachbar ebenfalls aufstand und den Blick zum Altar wandte.

Er war groß. Ich bin kein Zwerg und messe mit Socken einsdreiundsiebzig, dennoch war seine Schulter mit meiner Wange auf einer Höhe. Er hatte lange, schlanke, braun gebrannte Hände mit kantigen Fingerspitzen. Den Blick gerade nach vorn gerichtet schlug er sein Gesangbuch auf und hielt es so tief, dass ich problemlos mitlesen konnte. Dabei fiel mir mein Traum ein, und auf einmal verspürte ich ein inwendiges Prickeln. Ehe ich mich versah, fasste ich das Buch mit der Linken, sodass sich unsere Finger berührten. Er zog sie nicht weg.

«Wir haben uns vor Gott versammelt, um der Hochzeit von Robin und Sarah beizuwohnen…» Ich nicht. Der einzige Grund für meine Anwesenheit war die Berührung seiner Finger. Auf einmal zählten nur noch die drei Quadratzentimeter meiner Hand, die elektrisiert waren vom Hautkontakt. Und diesem großen, sonnengebräunten Fremden ging es ganz ähnlich, das spürte ich. Das Gesangbuch hielt er vollkommen still, als wollte er mir keinen Vorwand liefern, meine Finger wegzuziehen.

Das erste Lied wurde angestimmt. «Komm, Heiliger Geist, Herr, wahrer Gott…» Seine Singstimme war ebenso tief wie sein Flüstern: Meine Schulter berührte seinen Arm, und ich spürte das Vibrieren in seiner Brust. Meine Stimme ist hoch, klar, untrainiert, wie die eines Chorknaben. «Der du der Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand», sang ich, «du Liebesglut, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnadensonn.» Ich bin sicher, er konnte meine Gedanken lesen – ohne aus dem Takt zu kommen, schob er seine Hand über die meine, die das Gesangbuch hielt.

Als das Lied geendet hatte, nahm die Gemeinde Platz, um der Predigt zu lauschen. Ich glaube, die Rede des Pfarrers handelte davon, dass Gott wollte, dass wir einander liebten. Oder etwas in der Art. Um die Wahrheit zu sagen, verstand ich kein einziges Wort. Während mein hoch gewachsener Basso profundo mit festem Griff meine Hand hielt, wurde ich allmählich schwach.

Er bewegte ganz langsam seine Finger, und schon die geringste Druckveränderung setzte elektrische Ströme frei, die mir geradewegs in den Hals, die Brustwarzen und den Kitzler fuhren. Wir fixierten den Pfarrer mit einer solchen Konzentration, dass er uns bestimmt für frisch bekehrte Konvertiten hielt. Ich wagte es nicht, noch einmal in die karamellbraunen Augen zu blicken, denn ich fürchtete, die Kirche könnte niederbrennen, wenn es zu einem Kurzschluss käme.

Wir erhoben uns, sangen, setzten uns, lauschten, antworteten im Chor. Die ganze Zeit über lag seine Hand quälend reglos auf der meinen. Allein dadurch, dass er meinen Handrücken berührte, liebte er meinen ganzen Körper. Als das glückliche Paar, mittlerweile vereint als Mann und Frau, auf dem Weg aus der Kirche an uns vorbeischritt, war ich ganz benommen vor Erregung. Hätte er mich hochgehoben, auf die Kirchenbank gelegt und in aller Öffentlichkeit gefickt, hätte ich mich nicht gewehrt.

Wir folgten den anderen Hochzeitsgästen in den Sonnenschein hinaus. Am Ausgang streckte uns der Küster zu unserer Verblüffung auffordernd die Hand entgegen. «Das Gesangbuch?», sagte er. «Oder möchten Sie es als Souvenir behalten?» Als mein Begleiter das Buch zurückgab, ließ ich die Hand sinken, denn jetzt hatten wir keine Deckung mehr. Taumelig wie Tänzer zum Ende eines Musikstücks, wenn die Lichter wieder angehen, stolperten wir ins Freie, nicht mehr Hand in Hand, sondern zusammengehalten von einem unsichtbaren elektrischen Strom.

Wir traten auf den Rasen und musterten uns zum ersten Mal eingehender. Er war schlank, sonnengebräunt und hatte das dunkle Haar hinten kurz und in der Stirn zu einem Pony geschnitten. Er steckte die Hände in die Taschen seines schokoladenbraunen Leinenanzugs und starrte mich unverhohlen an. «Wirklich sehr hübsch», murmelte er.

«Du siehst auch nicht gerade wie eine komplette Niete aus», erwiderte ich und wünschte mir, ich hätte mich tatsächlich so selbstsicher gefühlt, wie ich mich zu geben suchte.

Er hob eine Augenbraue (ein Trick, den ich jahrelang erfolglos geübt habe). «Sehr freundlich von dir.»

Er wollte noch etwas sagen, doch da tauchte der Best Man neben uns auf, legte ihm die Hand auf den Arm und zog ihn mit sich fort. «Kit, wir brauchen dich im Haus», sagte er energisch und setzte dann hinzu: «Du musst dich doch nicht umziehen, oder?» Kit (jetzt kannte ich wenigstens seinen Namen) blickte sich mit bedauernd hochgezogenen Brauen nach mir um.

Von den Glückwünschen, dem Fotografieren und den immer gleichen Fragen von Tanten und Onkeln zu meiner Karriere und meinem Familienstand bekam ich kaum etwas mit. Ich gab der anstrengenden Autofahrt die Schuld an meiner Benommenheit, wusste aber, dass ich in Wahrheit noch ganz von der Berührung seiner Hand in Anspruch genommen war – von Kits Hand. Schließlich fuhren wir zum Haus. Der Empfang fand in einem großen Zelt im Garten statt, und dort legte ich meine Hand als Erstes auf ein beruhigendes Glas Sekt.

Ich erhaschte einen Blick auf Kit. Als Freund des Bräutigams hatte er verschiedene Aufgaben; er schenkte Wein ein und geleitete ältere Verwandte zu ihren Plätzen. Ein paar Mal blickte er mich so durchdringend an, dass sich mir die Nackenhärchen sträubten. War es nur Einbildung oder versuchte er tatsächlich, sich mir zu nähern, bloß um jedes Mal vom scheinbar aus dem Nichts auftauchenden Best Man abgefangen zu werden? Wurde ich vor Kit beschützt oder er vor mir?

Schließlich wurden wir aufgefordert, unsere Plätze einzunehmen. Das Hochzeitsfrühstück begann. Ich saß zwischen dem jungen Küster und einer Schulfreundin von Sarah. Ich schaute mich um, doch Kit ließ sich nicht mehr blicken. Was soll’s, dachte ich bei mir, es hat keinen Sinn, mir deswegen einen Kopf zu machen. Es ist ja nicht so, dass ich ihn später nicht mehr wiedersehen werde.

Ich wandte mich dem Küster zu, doch da zog Kit ihn auf einmal energisch auf die Beine. «Es wär mir lieb, wenn Sie sich neben Onkel Bernard setzen würden», sagte er in einem Ton, der keine Widerrede duldete. «Er braucht jemanden, der sich um ihn kümmert.» Dann nahm er auf dem frei gewordenen Stuhl Platz. Mir krampfte sich der Magen zusammen. Ich legte die Hände flach auf den Tisch, um mich abzustützen. «Wenn man schon für die Sitzordnung verantwortlich ist, sollte man seine Stellung auch ausnutzen dürfen», sagte er vergnügt und ergriff ein Glas. «Also, wo waren wir stehen geblieben?»

Ich habe noch nie erlebt, dass jemand in der Öffentlichkeit so schamlos geflirtet hat wie Kit bei diesem Hochzeitsfrühstück. Auf Klischees wie anzügliche Mundbewegungen beim Essen oder eine Berührung beim Herüberreichen des Salzstreuers verzichtete er dabei. Eigentlich berührten wir uns kaum; stattdessen flirtete er mit den Augen und mit Worten. Aus seinem Mund klang «Hattest du eine angenehme Anreise?» wie «Hättest du Lust, mit mir zu ficken?». Es war eine Qual für mich.

Als das Frühstück beendet war, sich die Aktivitäten an den Rand des Zeltes verlagerten, das Geschirr abgeräumt und die Anlage der Tanzkapelle aufgebaut wurde, bemerkte ich, wie der Best Man Kit aus der Ferne einen auffordernden Blick zuwarf. «Ich glaube, deine Möbelpackerqualitäten sind gefragt», sagte ich.

Kit blickte sich zum Best Man um und fing dessen Blick auf. Gleichzeitig senkte er die Hand unter den Tisch und fuhr mit dem Finger ganz leicht über meinen Oberschenkel, bis zum Strumpfband, das durch den Rock hindurch zu fühlen war. Als sei nichts geschehen, sah er wieder mich an und sagte: «Du hast Recht.» Am liebsten hätte ich ihn auf der Stelle geküsst, was er bestimmt in meinen Augen lesen konnte. Er aber stand auf und ging zur kleinen Bühne.

Ich gesellte mich zu einer kleinen Gruppe jüngerer Verwandter und deren Freunden, die den Getränketisch belagerten, und während die Band sich fertig machte, tranken wir und scherzten miteinander. Dann setzte die Musik ein – Sarah hatte sich eine Swingband gewünscht–, und das glückliche Paar betrat als erstes die Tanzfläche. Die beiden konnten richtig gut Swing tanzen. Obwohl Sarah noch immer das lange Hochzeitskleid trug, wirbelte ihr frisch gebackener Ehemann sie umher, warf sie sich über die Schulter, schleuderte sie auf Armeslänge von sich und drehte sie im Kreis. Kein Wunder, dass sie sich ausgerechnet für diese Band entschieden hatte! Der Klavierspieler und der Kontrabass legten einen energischen Rhythmus vor, und die Bläser bewegten sich im Einklang miteinander und hatten eine Menge Spaß. Die Sängerin, der das Paillettenkleid wie auf den Leib geschneidert war, seufzte schmachtend ins Mikrophon.

Zum Glück konnten auch diejenigen von uns, die keine zwei Tanzschritte beherrschten, zu der Musik tanzen, und schon bald tobten wir ausgelassen auf der Tanzfläche umher. Aufgrund der körperlichen Anstrengung und meiner Übererregtheit geriet ich alsbald in Hitze: Ich spürte, wie mir der Schweiß den Rücken hinunterrann. Ich wirbelte herum und wäre beinahe gegen Kit geprallt. Er fing mich mit dem linken Arm auf und nutzte meinen Schwung aus, um mich an sich zu ziehen, nicht fest, aber doch mit Nachdruck. Mit der Rechten fasste er mich bei der Hand, und schon tanzten wir im Takt der Musik. Seine Linke ruhte in meinem Kreuz. Er hielt mich so locker, dass ich die Hüften zur Musik bewegen konnte, gleichzeitig aber auch so fest, dass ich spürte, wie erregt er war.

Er war ein guter Tänzer; er kannte nur ein paar Tanzschritte mehr als ich, doch sein ganzer Körper bewegte sich so geschmeidig im Rhythmus der Musik und er führte mich mit so großer angeborener Autorität, dass ihm meine Schenkel ganz von selbst folgten und meine Füße ihren Platz von alleine fanden. Den Kopf hatte ich in den Nacken gelegt, sodass ich ihm in die Augen sehen konnte, und unsere Gesichter waren nur Zentimeter voneinander entfernt. Hätte er den Kopf auch nur geringfügig geneigt, hätten wir uns geküsst.

Auch jetzt wieder versprachen seine Hände so viel, ohne mich auch nur zu streicheln. Wir wissen, was du willst, sagten sie. Wenn es so weit ist, wirst du rasend werden vor Lust und dich uns vollständig ausliefern. Ich ermunterte ihn, die Hand von meinem Rücken entweder auf den Po hinabrutschen zu lassen oder sie mir seitlich an den Busen zu legen. Praktisch wand ich mich, soweit mir das beim Tanzen möglich war. Das Saxophon spielte ein leidenschaftliches Solo. Währenddessen hielt Kit meinen Blick fest und forderte mich heraus, als Erste wegzusehen.

Das Stück endete mit einem furiosen Finale, dann schloss sich nahtlos eine langsame Nummer an. Einige Leute verließen die Tanzfläche, um sich frische Drinks zu holen. Wir harrten aus und nutzten die Gelegenheit des Tempowechsels, um richtig eng zu tanzen. Ich rieb bedächtig meinen Bauch an seinem Hosenschlitz, unter dem ich eine so harte und heiße Erektion spürte, dass ich schon meinte, er werde gleich hier auf der Tanzfläche kommen. Mit dem Daumen fand er genau die Stelle in meinem Kreuz, die mir weiche Knie machte.

«Emma.» Es war Kevin, sein Timing so schlecht wie eh und je. «Wie lange willst du noch bleiben?»

Für immer, wie fändest du das, hätte ich beinahe erwidert, hielt meine Zunge aber im Zaum. Kevin hatte sich erboten, nüchtern zu bleiben und auf dem Heimweg zu fahren, deshalb langweilte er sich und hatte es eilig, zu seinen Gartenbüchern zurückzukehren. Wenn man ihn so sah, mochte man kaum glauben, dass er noch in den Zwanzigern war.

«Wir haben eine weite Strecke zu fahren, deshalb würde ich gern bald aufbrechen. Wie wär’s in zwanzig Minuten?»

Ich nickte hilflos. Wahrscheinlich hätte ich die Frist auf eine halbe Stunde ausdehnen können, aber welchen Sinn hätte das gehabt? Ganz gleich, was ich tat, schon bald würde ich auf dem Rücksitz von Kevins Wagen zum Haus meiner Schwester zurückfahren und den Mann zurücklassen, den ich am liebsten nackt ausgezogen und am ganzen Körper abgeschleckt hätte.

Während Kevin sich zwischen den Tänzern hindurchzwängte, musterte Kit mein bestürztes Gesicht. «Bleibst du denn nicht über Nacht?», fragte er.

Ich schüttelte verzweifelt den Kopf. «Meine Schwester fährt mich nach Hause», antwortete ich. «Mir bleiben noch zwanzig Minuten.»

Er sagte kein Wort und ließ meine Hand nicht los. Er drehte sich einfach um, schritt eilig von der Tanzfläche und zog mich hinter sich her. Wir traten ins Freie, und er wandte sich sogleich nach rechts, fort von den Lichtern im Garten und hinein in die Dunkelheit. Ich sah nichts mehr. Mehrere Absperrseile und ein Blumenbeet verfehlten wir nur um Haaresbreite. Unter einem kleinen Baum hielt Kit an, schob mich mit dem Rücken gegen den Stamm und küsste mich endlich.

Er hatte mir beide Hände ums Gesicht gelegt und hielt es fest wie eine Trinkschale. Seine Lippen waren voll und weich und bedeckten meinen ganzen Mund, während er seine Zunge zwischen meine weit geöffneten Lippen schob und sie an meiner rieb. Ich schmolz dahin. Ich hielt mich an seinen Armen fest, sonst wäre ich gefallen. Er leckte mir Zähne und Lippen, gemächlich und ohne Hast. Sein Mund war so warm und nass. Als er mich auf Kinn und Hals küsste, wanderten Wellen der Lust zwischen meine Beine hinab. Ohne Umschweife zog er mir das Top hinunter, legte die Hände um meine Brüste und leckte die Haut oberhalb des Spitzen-BHs.

Ich hatte meine Finger mittlerweile in seinem Haar versenkt. Er roch sauber, nach Babyshampoo. Aus dem nur wenige Meter entfernten Zelt drang die Musik zu uns heraus, ein einfühlsames Saxophon spielte die Einleitung zu «Summertime». Er hakte die Daumen unter den oberen Rand der BH-Körbchen, zog sie hinunter und entblößte meine Nippel. Zärtlich umspielte er sie mit der Zunge, dann nahm er sie zwischen die Zähne und knabberte behutsam daran. Ich war so nass, dass der Spitzenbody zwischen meinen Beinen bereits feucht wurde. Während er fest an einem Nippel sog, legte Kit die Hand auf das Vorderteil meines Rocks und massierte den Kitzler durch den Stoff hindurch mit Finger und Daumen. Ich stöhnte leise auf.

«Summertime…», sang die Sängerin im Zelt, «…and the living is easy.» Kits lange, schlanke Finger streichelten mich durch den Rock hindurch, mit gleichmäßigen, gemächlichen Bewegungen, von denen mir die Beine zitterten. Ich stützte mich an seinen Schultern ab. Inzwischen sah er mir in die Augen und fuhr mit der anderen Hand langsam über meine Nippel, wobei er mich nur ganz sachte mit der Handfläche berührte. Mein Mund fand den seinen, und ich küsste ihn leidenschaftlich.

Er schlug mir den Rock hoch und drückte mich behutsam an den Baum. Der Body war zwischen den Beinen mit Druckknöpfen verschlossen, die er eilig öffnete. Ich spürte die kühle Nachtluft im Schamhaar und an meiner feuchten Ritze. Während er mit dem Daumen den Kitzler reizte, steckte er mir drei Finger hinein. Ich war so feucht, dass mein Saft über seine Hand rann. Er küsste mich noch immer und sah mir dabei in die Augen. Er bewegte die Hand in meiner Möse vor und zurück, zog die Finger so weit wie möglich heraus, dann schob er sie wieder hinein, bis mich seine Knöchel dehnten. Mit der anderen Hand öffnete er seinen Reißverschluss und holte den Ständer heraus, an dem ich mich beim Tanzen gerieben hatte.

Er war lang, anmutig geschwungen und hatte eine große Eichel. Trotz der Dunkelheit konnte ich an der Spitze einen funkelnden Tropfen Feuchtigkeit ausmachen. Ich legte die Hand um den Schaft und zog ihn an mich. Als ich ihn langsam massierte, war Kit mit Stöhnen an der Reihe. Er nahm meine Unterlippe zwischen die Zähne und biss mich, gerade so fest, dass der Lust, die er mir mit der Hand bereitete, ein wenig Schmerz hinzugefügt wurde.

Er zog die Hand aus mir heraus und legte sie auf meine Hand, die seinen Schwanz hielt. Seine Finger fühlten sich klebrig an. Er dirigierte seinen Schwanz an meine Möse und schob die dicke, glatte Eichel ein Stück weit in die Öffnung. Einen Moment lang stand er reglos da und sah mir in die Augen, ohne mich zu küssen, nur mit der Schwanzspitze in meiner Möse. Dann nahm er meine Hände und legte sie an die raue Baumrinde. Langsam drang er in mich ein, bis mich sein Schwanz vollständig ausfüllte und sein Schamhaar gegen meinen Kitzler drückte.

Das reichte mir. Ich war so lange erregt gewesen, dass ich auf der Stelle kam, gegen den Baum gepresst und aufgespießt von seinem langen Schwanz, während im Zelt die Hochzeitsgäste tanzten und das Mädchen sang: «One of these mornings, you’re gonna rise up singing…». (Seitdem bekomme ich jedes Mal, wenn ich den Song höre, eine Gänsehaut.) Kit rührte sich nicht, als meine im Orgasmus zuckende Möse seinen Schwanz massierte und ich mich hilflos wand. Er beobachtete mein Gesicht, während ich mich bemühte, meinen Aufschrei zu unterdrücken. Erst als ich die Augen wieder aufschlug und seinen Blick erwiderte, begann er mich mit gemessenen Stößen zu ficken. Jedes Mal, wenn sein Riemen sich tief in mich hineinbohrte, spürte ich seine Leinenhose an den Schenkeln und am Bauch. Die dicke Eichel rieb sich an den Graten in meinem Innern.

Kit hob meine Oberschenkel an, schlang sich meine Beine um die Hüfte, sodass mein Gewicht sich auf seinen Schwanz und den Baumstamm verteilte, und bewegte mich auf seinem Steifen auf und ab. Mit dem Mittelfinger streichelte er den Eingang meiner Möse, die Stelle, wo sein Schwanz rein- und rausfuhr, ganz glitschig von meinem Saft. Ich hatte das Gefühl, mein Innerstes kehre sich nach außen.

Als seine Bewegungen leidenschaftlicher wurden, sprang die Erregung wieder auf mich über. Ich spürte seinen feuchten Finger an meiner Rosette; erst ein sanfter Druck, dann schob er ihn hindurch. Geschmiert von meinen Säften glitt er ganz hinein. Ich war vorn und hinten ausgefüllt, und mit jedem Stoß seines Riemens bohrte sich auch sein Finger tief in meinen Arsch. Als er heftig stoßend kam, baute sich auch in mir ein weiterer Orgasmus auf, Möse und Anus kontrahierten, und ein Schrei kam mir über die Lippen, den Kits Mund kaum zu dämpfen vermochte.

Als ich die Füße unsicher wieder auf den Boden stellte und wir eng umschlungen dastanden, legte Kit mir behutsam den Zeigefinger auf die Lippen. «Hush, little baby, don’t you cry», tönte es durch die dünne Zeltleinwand. Wir mussten beide lächeln. Kit neigte den Kopf und küsste mich, diesmal ganz zärtlich. In der Ferne hörte ich jemanden «Emma?» rufen.

Es war meine Schwester.

«Mist!», flüsterte ich und blickte mich nach der Stimme um. Eine Gestalt näherte sich uns durch den Garten. Es war Kevin. Kit ließ seinen Schwanz aus mir herausgleiten, und ich schlug den Rock hinunter. Blitzschnell verschwand ich in der Dunkelheit und zog mir im Laufen den Spitzenbody über die Brüste. Als ich um die Ecke des Zelts bog, stieß ich mit der Sängerin zusammen, die gerade unter einer Eingangsklappe hervortrat, die Paillettenschuhe in der Hand. Sie musterte mich überrascht, dann bemerkte sie, dass meine Kleidung in Unordnung war, und lächelte viel sagend. Während ich zur Vorderseite des Zelts ging, da ich dem von Kevin ausgesandten Suchtrupp entgehen wollte, beobachtete ich, wie die Sängerin zu einem Lieferwagen ging. Auf einmal wirkte sie viel weniger glamourös als eben noch – woran lag das bloß? Als sie in den Lichtkreis der Parkplatzleuchten trat, sah ich den Grund – sie hatte Clogs angezogen, um sich auf den matschigen Gartenwegen nicht die Schuhe schmutzig zu machen.

Auf die schockierten Blicke, die mich begrüßten, als ich meine Handtasche aus dem Zelt holen ging, war ich nicht vorbereitet. Bei der lauten Musik konnten sie mich doch wohl nicht gehört haben? Meine Schwester reichte mir die Tasche und bugsierte mich schnurstracks wieder ins Freie. «Komm schon», murmelte sie, «ehe Sarahs Mutter sieht, in welchem Zustand du bist.»

«Was soll das heißen?», erwiderte ich unverfroren.

«Beim nächsten Mal solltest du vielleicht kein cremefarbenes Kostüm anziehen», erwiderte sie und schubste mich auf den Rücksitz. Kevin hatte bereits den Motor angelassen und schaute grimmig drein. Ich beschloss, mich nicht für die Verzögerung zu entschuldigen.

Als der Wagen anfuhr, schälte ich mich unter Verrenkungen aus der Jacke und untersuchte sie. An der Rückseite hatte die bemooste Rinde grüne Abdrücke hinterlassen. Sie sahen aus wie Grasflecken. Kein Wunder, dass Kevin so entrüstet war. Als wir auf die Hauptstraße einbogen und Richtung London fuhren, ging mir auf einmal durch den Kopf: Ich hab ihm nicht mal auf Wiedersehen gesagt.

Der Telefonanruf

Ich drehte den Schlüssel im Schloss, trat in meine Wohnung, kickte die Schuhe in der Diele weg und ließ die Zehen in den weichen, federnden Teppich des Wohnzimmers einsinken. Ich öffnete die große Balkontür und winkte meiner Schwester nach, schnupperte den frischen Duft der Geranien.

Ich war froh, wieder zu Hause zu sein. Meine Schwester hatte mein skandalöses Verhalten ausgesprochen amüsant gefunden. Kevin hingegen war während der langen Heimfahrt und beim heutigen Mittagessen recht frostig gewesen und hatte so getan, als habe man mich beim Quälen von jungen Hunden ertappt und nicht bei einer schnellen Nummer hinter dem Zelt. Ich warf mich aufs Sofa und stellte den Anrufbeantworter an.

«Hi, Emma, ich bin’s, Jane. Wo steckst du? Hallo? Na ja, ruf mich zurück, wenn du wieder da bist.» Meine beste Freundin – dem Tonfall nach zu schließen offenbar immer noch etwas angeschlagen von einer Trennung, die noch nicht lange zurücklag. Ich nahm mir vor, sie anzurufen, sobald ich mir einen Tee gemacht hätte, und rief die nächste Nachricht ab.

«Wo steckst du, sexy Rotschopf? Ich hab deine Wohnung beobachtet, aber du warst nicht da. Ich wollte durch die Schlafzimmergardinen zuschauen, wie du dich ausziehst. Du weißt doch, wie sehr ich’s mag, in deinem Garten zu stehen und mir einen runterzuholen, während ich dir beim Duschen zusehe. Ich hab’s gern, wenn du dir die Titten einseifst, dann stell ich mir vor, es wär mein Saft. Aber du bist ausgegangen, da muss ich wohl wieder nach Hause gehen und mir auf die Fotos einen runterholen, die ich aufgenommen habe, als du nackt in der Wohnung rumgelaufen bist und geglaubt hast, niemand könnte dich sehen.» Die rauchige Stimme und der East-London-Akzent sagten mir, dass es Geoff war.

Ich weiß nicht mehr genau, wie wir auf Telefonsex gekommen sind, aber mit Unterbrechungen ging das nun schon ein Jahr so. Er war häufig unterwegs – drei Monate hatte er jetzt nichts mehr von sich hören lassen–, aber hin und wieder bekam ich von ihm eine schmutzige Nachricht wie diese. Dann schloss ich die Augen und stellte ihn mir vor: einen großen Mann mit kahl rasiertem Schädel und muskulösem, mit bizarren Mustern tätowiertem Oberkörper.

Ich nahm das schnurlose Telefon in die Hand und wählte seine Nummer. «Hallo, hier ist der Anrufbeantworter von Geoff White. Danke für Ihren Anruf…» Natürlich war wieder sein Anrufbeantworter dran. Selbst wenn er zu Hause war, nahm er nur selten ab, wenn ich anrief. Bisweilen fragte ich mich, ob er meine Anrufe aufzeichnete, um sie sich später erneut anzuhören. Ich trat ans Fenster und blickte auf London hinaus, schwelgte wie immer im Anblick des tiefroten Abendhimmels, der Hochhäuser von Canary Wharf und des Millennium-Domes.

«Willkommen daheim, Seemann», flüsterte ich in den Hörer, jedes einzelne Wort sorgfältig betonend. «Du hast mir gefehlt. Ich hab mich so einsam gefühlt, dass ich jeden Abend mit einem anderen Mann ins Bett gegangen bin, aber beim Kommen hab ich immer die Augen zugemacht und dein Gesicht vor mir gesehen. Jetzt, wo du wieder da bist, werd ich baden und mir die ganzen Lustsäfte abwaschen. Dann verteile ich den Schaum auf den Titten und stell mir vor, du würdest deinen Schwanz dazwischen reiben.»

Als ich aufgelegt hatte, ging ich ins Bad. Nach den Ausschweifungen des Vorabends war ich noch etwas mitgenommen, und ein langes Bad in heißem, nach Lavendelöl duftendem Wasser war jetzt genau das Richtige. Ich warf die Kostümjacke mit den Grasflecken in die Ecke und lächelte bei der Vorstellung, was man wohl in der Reinigung denken würde. Meine vollen Brüste bewegten sich sanft im Wasser, etwas tiefer wogte mein kleiner, kupferfarbener Busch wie Tang in einem Felsentümpel. Träge streichelte ich mir über die Brüste und vergegenwärtigte mir die kühle Nachtluft und die Berührung von Kits Hand. Die Erinnerung an die intensive Begegnung verursachte eine Gänsehaut. Ich hatte mich damit abgefunden, Kit nie wiederzusehen – schließlich hatte ich mich nicht einmal von ihm verabschiedet, geschweige denn ihm meine Telefonnummer gegeben–, außerdem wusste ich nicht, wo er wohnte und was er tat, kannte nicht einmal seinen Nachnamen. Trotzdem würde ich die Leidenschaft, die ich mit ihm erlebt hatte, nicht so schnell vergessen. Eine Hand wanderte zum Schamhaar hinunter, das sich im Wasser ausbreitete, und ich fuhr mit den Fingern hindurch und streichelte mich sanft. Ich war zu entspannt, um kommen zu wollen, doch allmählich breitete sich in meinem Bauch ein lustvolles Kribbeln aus.

Ich wollte gerade aus der Wanne steigen, als das Telefon klingelte. Das ist bestimmt Jane, dachte ich und ging tropfend und ohne mir den Schaum abzuwischen ins Wohnzimmer.

«Dann bist du also zu deinem wahren Gebieter zurückgekehrt, sexy Rotschopf.» Es war Geoff. «Erzähl mir, was du gerade machst.»

«Ich bin nackt und klitschenass», antwortete ich. «Und was machst du?»

«Ich denke an deinen Körper», schnurrte er, «und ich hab einen Steifen, der sich so anfühlt, als würde er jeden Moment explodieren.»

Ich ging ins Schlafzimmer hinüber. «Ich betrachte mich im Spiegel», sagte ich. «Ich bin nass und glänzend, und es haftet noch etwas Schaum an der Haut. Ich streichle mir die Brüste und massiere die Brustwarzen.»

«Nimm einen Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger», sagte er. «Drück ihn, und zwar fest. So wie ich ihn drücken würde.»

Ich beobachtete mich im Ganzkörperspiegel und stellte mir vor, seine großen, rauen Finger zwickten mich in den Nippel. Er hörte, wie ich scharf einatmete.

«So ist’s gut», fuhr er fort. «Und jetzt leg die Hand um deine Brust und heb sie an den Mund. Lutsch am Nippel.»

Ich senkte den Kopf und nahm die Brustwarze zwischen die Lippen, saugte so fest, dass er mich übers Telefon schmatzen hörte. Er knurrte wie ein Tier.

«Beiß rein», sagte er. «Mit den Zähnen.»

Ich stellte mir vor, er drücke mit seinen breiten Händen meine Schultern aufs Bett nieder und bewege den Kopf an meinem Körper hinunter. «Ich fass mir zwischen die Beine…», sagte ich, er aber fiel mir ins Wort.

«Warte! Geh ans Fenster. Zieh die Vorhänge auf.»

Ich trat ans Schlafzimmerfenster und öffnete ein Stück weit die Vorhänge. Das Schlafzimmer geht zum Garten hinaus, der von Bäumen umgeben ist. Um mich beobachten zu können, musste man auf meinem Balkon stehen – und genau das tat Geoff. Von hinten angeleuchtet lehnte er am Geländer und hielt in der einen Hand das Telefon. Die andere hatte er sich in die Jeans gesteckt und massierte den Steifen, den ich trotz der Dunkelheit deutlich sah.

«Willst du jetzt die Tür aufmachen und den großen bösen Wolf reinlassen, meine kleine Fuchsstute?», brummte er ins Telefon, die Augen in tiefe Schatten gehüllt.

Ich presste meinen nackten Körper ans kalte Fensterglas und genoss die Kühle an meinen Brüsten. «Nein, ich glaube nicht», erwiderte ich. «Noch nicht.» Stattdessen rieb ich mich am Glas, schob die Brüste rauf und runter, die Nippel ganz steif von der Kälte und vom Druck. Ich neckte ihn, führte langsam die Linke an den Mund, befeuchtete jeden einzelnen Finger mit Speichel und fasste mir dann zwischen die Beine.

Ich knickte in der Hüfte ein und spreizte die Schenkel, schob den Unterleib vor und teilte die Schamlippen mit den Fingern, damit Geoff auch alles mitbekam. Mit weit gespreizter Möse wichste ich mich mit dem Mittelfinger und massierte die bereits angeschwollene Möse.

Geoff näherte sich der Balkontür. «Lass mich rein», bat er mich, «ehe deine Nachbarn die Polizei rufen.» Dabei machte ihm das Ganze ebenso viel Spaß wie mir.

«Noch nicht», erwiderte ich entschlossen. «Du musst erst brav sein und die Peepshow angucken.» Ich schob den Finger rein und raus.

Er senkte den Kopf und leckte in Höhe meiner Brüste am Glas. Es war ein eigentümlich erregendes Gefühl, nackt zu sein und seinen Körper dennoch nicht spüren zu können. Ich kniete nieder, öffnete den Mund und saugte an der Stelle, wo sein Ständer gegen die Scheibe drückte. Er keuchte, und ich wich zurück, mich unablässig befingernd, während er den Reißverschluss öffnete und seinen Steifen herausholte. Er schloss die Faust darum und bewegte sie auf und ab.

«So ist’s gut», murmelte ich, «lass es dir kommen, während du die Show genießt.»

Ich drehte mich um, bückte mich und beobachtete ihn zwischen den Beinen hindurch. Es machte mich an, ihm zuzusehen und zu wissen, wie sehr er sich wünschte, auf dieser Seite der Tür zu sein, und dass alles, was ich tat, ihn nur noch schärfer machte.

«Guck mal», neckte ich ihn, «wie feucht ich bin. Möchtest du deinen Schwanz nicht lieber hier reinstecken, anstatt dich dort draußen in der Kälte zu reiben?»

Mit der freien Hand fingerte ich spielerisch an mir herum, schob einen einzelnen Finger in der Möse vor und zurück. Ich sah mein blasses Spiegelbild in der Glasscheibe, das sich mit Geoffs dunkler Gestalt überlagerte. Meine langen, schlanken Beine gingen in die sanft geschwungenen Arschbacken über, und dazwischen verschwand mein Finger in der dunklen Öffnung der Möse. Meine schweren Brüste schwangen hin und her, und das rote, nasse Haar hing mir in Strähnen ins Gesicht. Durch das Spiegelbild meines einladend herausgestreckten Hinterteils hindurch war sein bleicher Schwanz deutlich zu erkennen. Eine Welle der Erregung durchrieselte mich, als mir klar wurde, dass ich das Gleiche sah wie er und noch dazu seine Reaktion beobachten konnte.

«Du Miststück», ächzte er. «Wenn ich zu dir reinkomme, werd ich dich richtig heftig ficken…» Er verlor allmählich die Beherrschung. Sein Gesicht war verzerrt vor Erregung, und es würde nicht mehr lange dauern, bis er seinen Saft auf die Scheibe meiner Balkontür spritzen würde. Die Vorstellung erregte mich – ich hatte das Gefühl, tatsächlich in einer Peepshow zu tanzen, während fremde Männer sich in der Dunkelheit hinter der Glasscheibe zum Orgasmus brachten.

Mir war klar, dass Geoff genau beobachten konnte, wie ich mir die Möse dehnte, und steckte vier Finger in mich hinein. Ich beobachtete ihn dabei, wie er gebannt zuschaute, wie ich die Finger raus- und reinschob und dabei auch den Kitzler bearbeitete.

«O ja», ächzte er und streichelte sich jetzt langsamer, um den Orgasmus hinauszuzögern. «Fick dich nur selbst, du kleine Hure. Zeig mir alles. Du magst das, hab ich Recht?»

Ich fühlte den Orgasmus nahen, wie eine große Woge kurz vor dem Brechen. «Ich möchte abspritzen, während du kommst», sagte Geoffs Stimme in meinem Ohr, und ich kam, stieß die Finger in mich hinein und schrie ins Telefon.

Anschließend lehnte ich mich mit zitternden Beinen ans Bett. Dann sah ich aus dem Fenster. Geoff war weg.

Einen Moment lang fürchtete ich, er sei auf dem Balkon gesehen worden und geflohen. Als ich ein Geräusch im Wohnzimmer hörte, fiel es mir wieder ein – bevor ich ins Bad gegangen war, hatte ich die Balkontür zwar zugedrückt, jedoch nicht versperrt. Als ich ins Wohnzimmer trat, war er bereits drin.

«Dann hättest du mich also draußen in der Kälte warten lassen, Peepshow-Girl?» In seiner ruhigen Stimme schwang ein drohender Unterton mit. Ich stand reglos da; das Blatt hatte sich gewendet, was mir gar nicht so ungelegen kam. Jetzt war er im Vorteil, und er wusste es. Mit einem Mal hatte sich das wohl vertraute Zimmer, das zumeist ein Ort der Stille und der Ruhe für mich war, in die Arena dieses Mannes verwandelt, der die Macht hatte, mich gefügig zu machen.

«Komm her», befahl er mir. Ich gehorchte und nahm vor ihm Aufstellung. «Dreh dich um; ich will dich ficken.» Ich wandte ihm den Rücken zu, und er drückte mich gegen die Rückseite des Sofas, schob meinen Oberkörper über die Lehne. «Wird allmählich Zeit für einen richtigen Schwanz, Showgirl», flüsterte er mir ins Ohr, spreizte mir mit seiner schwieligen Hand die Hinterbacken und tastete gierig nach dem Eingang, der noch feucht und weich war von meinen Liebkosungen. Ich stützte mich auf dem Sofa ab, während er in mich hineinstieß und mich an den Schultern festhielt.

Bei jedem Stoß drückten die eiskalten Metallknöpfe seines Hosenschlitzes gegen meinen Arsch. Die Gürtelschnalle klirrte leise. Mit seinen von rauem Jeansstoff umhüllten Beinen hielt er die meinen gespreizt, und meine bloßen, noch immer feuchten Füße stießen an seine Stiefel. Seine stoppelige Wange kratzte mich im Nacken, als er mich an sich zog.

«Das willst du doch, Showgirl, hab ich Recht?», flüsterte er mir ins Ohr. «Einen Mann, der dich ordentlich fickt, stimmt’s?» Er schob die freie Hand zwischen mich und das Sofa, sodass mein Kitzler im Rhythmus der Stöße gegen seinen Finger gedrückt wurde. Ich schluchzte vor Lust.

«Dabei möchtest du bestimmt Publikum haben, nicht wahr, Peepshow-Girl?» Er fasste mir zwischen die Schulterblätter und drückte mich nach vorn, bis ich praktisch über der Sofalehne hing, dann hielt er mich fest und stieß immer fester in mich hinein, drückte mich gegen seine Finger. «Du fändest es geil, wenn dir jemand dabei zuschauen würde, wie ich dich um den Verstand vögele.» Ich zitterte und bebte im Orgasmus, und das reichte, ihn ebenfalls kommen zu lassen. Mit drei tiefen, kraftvollen Stößen spritzte er stöhnend seinen Saft in mich hinein.

Schweißnass und erschöpft sackten wir zusammen. Mit seiner harten, trockenen Hand wischte er mir nachlässig den Schweiß vom Rücken. Allmählich beruhigte sich unser Atem, und er richtete sich auf, wobei sein Schwanz aus mir herausglitt. Ich schauderte in der plötzlichen Kühle. «Das kommt davon, wenn man nackt in der Wohnung rumläuft!» Er grinste. Sein Saft rann mir an der Innenseite der Schenkel hinunter.

Ich ging ins Bad und schlüpfte in den Bademantel. Als ich wieder ins Wohnzimmer trat, standen zwei Gläser und eine Flasche Wein auf dem Tisch, die Geoff zuvor auf dem Balkon gekühlt hatte. Wir legten uns Seite an Seite aufs Sofa und tranken kalten Wein, wobei sich die gewohnte Vertrautheit ganz von selbst einstellte. Geoff streichelte mir beiläufig die nackten Beine, während wir miteinander plauderten. Er war erst am Vorabend aus Australien zurückgekommen, deshalb hatten wir uns eine Menge zu erzählen, und er litt noch zu sehr unter dem Jetlag, um schon schläfrig zu sein.

Ich hatte Geoff vor ein paar Jahren auf einer Party kennen gelernt und ihn anfangs für unerträglich arrogant gehalten, ein Charakterzug, der mich sowohl zur Weißglut brachte als auch faszinierte. Er war groß, selbstbewusst, sah gut aus und arbeitete als Stuntman für den Film. Den ganzen Abend lang versuchte ich unter Einsatz meiner ganzen Schlagfertigkeit, ihm einen Dämpfer aufzusetzen, musste aber feststellen, dass er ebenso gut auszuteilen wie einzustecken verstand.

Die anderen Partygäste wurden unserer obsessiven Wortwechsel entweder überdrüssig oder ließen sich durch unsere spitzen Zungen einschüchtern, und um vier Uhr morgens waren wir auf einmal allein. Der Punktestand war noch immer ausgeglichen. Als er aufstand, dachte ich schon, er wolle gehen, da zog er eine Münze aus der Tasche seiner Jeans.

«Kopf oder Zahl?», fragte er.

«Kopf», antwortete ich. Er warf die Münze.

«Zahl», verkündete er. «Dann also zu mir.»

Welche Dreistigkeit! Ich konnte nicht widerstehen. «Also gut», sagte ich, «aber ich erwarte ein warmes Frühstück.»

Heute Abend wusste er jede Menge Geschichten über die Beinahe-Katastrophen beim Filmdreh in Australien zu erzählen, über seine Freizeit, die er am Strand und mit Tauchen im warmen blauen Meer verbracht, und die Menschen, mit denen er zusammengearbeitet hatte. Ich hatte schon einige seiner Freunde kennen gelernt, die ausnahmslos den Eindruck machten, als sei mit ihnen nicht gut Kirschen essen. Ihre Vorstellung von einem handfesten Scherz bestand darin, jemandem eine Sprengladung in die Hose zu stecken oder sich vom Dach eines zwanzigstöckigen Hotels abzuseilen und mitten in der Nacht mit dem Ruf «Zimmerservice!» von außen gegen das Fenster zu hämmern.

Ich hatte ebenfalls viel zu erzählen. Seit unserer letzten Begegnung war ich bei einem aufstrebenden Architektenbüro eingestiegen. In der Woche zuvor war unser Entwurf für einen Museumsneubau angenommen worden, und ich hoffte, dass einige meiner Ideen in das Gebäude einfließen würden. Geoff wollte wissen, wo ich eben gewesen sei, und das Gespräch wandte sich dem Thema Hochzeiten zu.