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Dornröschen Das Fürstenpaar Gracia und Roger Greimaldo wünscht sich inständig ein Kind. Als ihr Wunsch endlich in Erfüllung geht, ist die Freude groß. Bei der Tauffeier passiert jedoch etwas Unheimliches: Eine der Anwesenden spricht einen Fluch aus. Da Tante Isodora zu dem Zeitpunkt nicht nüchtern ist, nimmt sie kaum einer ernst. Hardy und Gabriel Gabriel zieht Bücher und seinen Computer der Gesellschaft von Menschen vor. Seine Eltern, beide Sozialpädagogen, ermuntern ihn, um seine soziale Kompetenz zu stärken, an einem Pfadfindercamp teilzunehmen. Wenn sie gewusst hätten, wie gefährlich es im Wald ist, wären sie bestimmt nicht auf diese Idee gekommen.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Band 2
Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig. Der Inhalt dieses Buches sagt nichts über die sexuelle Orientierung des Covermodels aus. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.
Texte: Sissi Kaipurgay/Kaiserlos
Korrekturen: Aschure, Dankeschön!
Fotos/Bilder: Depositphotos, shutterstock
Kontakt: https://www.sissikaipurgay.de/
Sissi Kaiserlos/Kaipurgay
c/o Autorenservice Karin Rogmann
Kohlmeisenstieg 19
22399 Hamburg
Das Fürstenpaar Gracia und Roger Greimaldo wünscht sich inständig ein Kind. Als ihr Wunsch endlich in Erfüllung geht, ist die Freude groß. Bei der Tauffeier passiert jedoch etwas Unheimliches: Eine der Anwesenden spricht einen Fluch aus. Da Tante Isodora zu dem Zeitpunkt nicht nüchtern ist, nimmt sie kaum einer ernst.
Nachwuchs im Fürstenhaus
Nach vielen Jahren des Hoffens und Bangens hat unsere geliebte Fürstin in den frühen Morgenstunden einen Sohn zur Welt gebracht. Der neue Erdenbürger wiegt stolze 3,7 Kilo und ist kerngesund, teilte uns das Fürstenhaus mit. Man ließ verlauten, dass man den Jungen auf den Namen Dorian taufen werde.
Eklat auf der fürstlichen Tauffeier
Gestern wurde der Thronfolger in einer feierlichen Zeremonie in der San Marcus Kathedrale getauft. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Dorian ließ die Prozedur ohne einen Mucks über sich ergehen und schlief, als die Fürstin mit ihm auf dem Arm zur wartenden Kutsche schritt.
Im Anschluss fand eine Feier im Schloss statt. Neben der Familie nahmen illustre Gäste aus dem Ausland daran teil. Die Königsfamilien der Niederlande, von Spanien, Norwegen und Schweden gaben sich die Ehre. Außerdem zugegen: die Fürstenfamilien von Monaco, Andalusien und Lichtenstein.
Zu dem Eklat kam es, als Gräfin Isodora, eine Cousine des Fürsten Greimaldo, gebeten wurde, die Feierlichkeiten zu verlassen. Laut einem der Anwesenden war die Dame zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert, auf einen der Tische geklettert und im Begriff, ihre Kleidung abzulegen. Dieselbe Quelle zitiert Gräfin Isodora folgendermaßen: „Das Balg wird sich, sobald es sechzehn Lenze zählt, an einer Spindel stechen und sterben.“
Obwohl die Fürstenfamilie behauptet, den Fluch nicht ernst zu nehmen, wurde heute Morgen ein Erlass veröffentlicht, demzufolge Spindeln fortan in San Marcus verboten sind.
„Sehen wir uns nachher?“, fragte Micha mit flehendem Blick in den samtbraunen Augen.
Dorian schüttelte den Kopf. „Ich muss zu einem Ortstermin und danach zu einem Bankett.“
„Und morgen?“
„Morgen steht noch nichts auf dem Plan. Das kann sich aber stündlich ändern.“
Seit seinem letzten Geburtstag wurde er vermehrt in Staatsgeschäfte eingebunden. Seine Mutter hatte ihm die Patenschaft für die Kinderstation der örtlichen Klinik und ein Seniorenheim übertragen. Zudem musste er an gesellschaftlichen Ereignissen teilnehmen. Seine Schwester Davina, drei Jahre jünger als er, beneidete ihn darum. Er würde ihr nur allzu gern einige von den Verpflichtungen abtreten.
„Ich hab solche Sehnsucht“, flüsterte Micha ihm zu.
„Ich auch“, gab er ebenso leise zurück.
Nach einem letzten, langen Blick trennten sich ihre Wege. Micha lebte im Randbezirk, Dorian im Schloss, das sich in der Stadtmitte befand.
Micha und er besuchten die gleiche Schule. Vor ungefähr einem halben Jahr hatte es zwischen ihnen gefunkt. Seitdem trafen sie sich so oft wie möglich.
Seine Eltern hatten nichts dagegen, dass er das eigene Geschlecht bevorzugte und Kontakte zu Gleichaltrigen pflegte. Es gab nur eine Bedingung: Diskretion. Also keine Zuneigungsbekundungen in der Öffentlichkeit.
Es hatte einige Nachteile, Mitglied der Fürstenfamilie zu sein, aber auch Vorteile. Beispielsweise traute sich niemand, Dorian zu hänseln und er bekam fast jeden monetären Wunsch erfüllt. Zu seinem sechzehnten Geburtstag hatte er sich Lederkleidung mit Nieten, die er seither trug, gewünscht. Das war das Outfit, das er für seine nächste Herzensangelegenheit benötigte, nämlich ein Motorrad.
Einige seiner Mitschüler hatten ihm wegen des Nietenschmucks den Beinamen der Dornige verpasst. Das wusste er nur, weil Micha es ihm verraten hatte. Dorian fand es lustig, weil es ihn an Tante Isodoras Auftritt bei seiner Taufe erinnerte. Zu gern wäre er dabei gewesen.
Das schwarze Schaf der Familie war nach dem Vorfall aus dem Schloss verbannt worden. Mittlerweile lebte Tante Isodora auf einer griechischen Insel und man munkelte, dass sie dort als Wunderheilerin arbeitete.
Im Schloss führte sein erster Weg in die Küche. Dort war er am liebsten, weil es meist etwas Leckeres abzustauben gab. Besonders gern mochte er Kuchen und Kekse, weshalb ihn Sarah, die Köchin, oft Süßmäulchen nannte.
„Na, mein Goldschatz“, begrüßte ihn Sarah, die ein riesiges Messer, mit dem sie gerade Wurst in Scheiben schnitt, in der Hand hielt. „Heute gibt’s Vanilleküchlein mit Sahne zum Dessert.“
„Kann ich gleich einen haben?“
Sie schüttelte den Kopf. „Sie sind noch nicht fertig.“
Dorian seufzte enttäuscht. „Sind noch Kekse von gestern da?“
„In einer halben Stunde gibt’s Mittagessen. Du willst dir doch nicht den Appetit verderben.“
„Menno“, brummelte er.
Auf dem Weg in sein Zimmer begegnete er James, dem Diener seines Vaters. Er kannte James von Kindesbeinen an und hatte den Eindruck, dass der Mann sich kein bisschen veränderte. Schon immer trug jener die grauen Haare im Nacken zu einem Zopf gebunden und eine gleichmütige Miene zur Schau.
James begrüßte ihn mit einem Nicken und eilte weiter. Manchmal kam es Dorian vor, als ob der Mann schwebte, denn er erzeugte beim Gehen keinerlei Geräusche.
In seinem Gemach legte er die Schultasche ab und trat ans Fenster, von dem man in den Garten schaute. Er liebte den Anblick der blühenden Rosen, den Duft noch viel mehr. Besonders schöne Exemplare rankten an den Mauern des Gästehauses. Es sah aus, als ob das Gebäude in einer Wolke aus roten, rosa und weißen Blüten stand.
Ein Weilchen bewunderte er die Pracht, bevor er seine Schulsachen auspackte und auf den Schreibtisch aufbaute. An Tagen mit Verpflichtungen musste er sich ranhalten, um sein Lernpensum zu schaffen. Nur weil er zur Fürstenfamilie gehörte, bekam er in der Schule keine Extrawurst. Im Gegenteil: man erwartete, dass er überdurchschnittliche Leistungen erbrachte.
Er hängte seine Bikerjacke über die Schreibtischstuhllehne. Die würde er für den Rest des Tages nicht mehr brauchen, denn es herrschte ein strikter Dresscode. Nur in seiner Freizeit und in der Schule durfte er tragen, was er wollte.
Gerade hatte er sich hingesetzt, da platzte seine Schwester herein. Davina war drei Jahre jünger als er und kam nach ihrem Vater. Sie hatte dessen braune Haare und Augen geerbt, sowie die gedrungene Statur. Dorian war, mit blonden Locken, blauen Augen und schlanker Gestalt, das Ebenbild ihrer Mutter.
„Wir waren heute im Museum“, berichtete Davina. „Da gibt’s ein Spinnrad, aber keine Spindeln, weil Papa befohlen hat, dass man alle vernichtet. Du weißt schon ...“ Sie zwinkerte ihm zu. „Wegen Tante Isodora.“
Er hielt den Fluch für Aberglaube und die Reaktion seines Vaters überzogen. „Dann ist das Spinnrad ja nutzlos.“
„Hab ich auch gesagt, aber meine Lehrerin meinte, dass es ohnehin nur zum Angucken da rumstehen würde. Heutzutage spinnt ja niemand mehr.“ Sie kicherte. „Abgesehen von einigen Leuten.“
Beim Mittagessen berichtete Davina ausführlich von dem Ausflug. Seine Schwester konnte ohne Punkt und Komma reden und schaffte es trotzdem, ihren Teller zu leeren. Ihre Eltern lauschten mit interessierten Mienen. Dorian hörte nur mit halbem Ohr zu. Gedanklich war er bei Micha.
Bislang hatten sie bloß geküsst und gefummelt. Micha drängte darauf, es richtig zu tun. Die Gummis, bedruckt mit Kronen, die Dorian zum Geburtstag bekommen hatte, sollten endlich zum Einsatz kommen. Dafür benötigten sie aber einen anderen Treffpunkt als den Pavillon. Dorian wollte sein erstes Mal nicht im Stehen und in Sorge, erwischt zu werden, erleben. Er musste daher von seinem Vater den Schlüssel zum Gästehaus erbitten. Das war der einzige Ort, an dem sie ungestört waren. Ins Schloss durfte er Micha nämlich nicht mitnehmen und bei dem zuhause ging es auch nicht, weil sich Micha ein Zimmer mit zwei Geschwistern teilte.
Wie sollte er seinem Vater erklären, wozu er die Unterkunft brauchte? Seine Eltern waren tolerant, akzeptierten seine Vorliebe für Männer und hatten ihm die Präservative geschenkt, aber konnten sie auch damit umgehen, ihm das Haus als Liebesnest zu überlassen? Ihm fiel keine gute Ausrede ein, also würde er sich an die Wahrheit halten müssen.
Das Dessert erforderte seine ganze Aufmerksamkeit. Jedes Löffelchen war ein Hochgenuss. Anschließend bat er seinen Vater um eine Unterredung unter vier Augen.
„Worüber willst du mit Papa sprechen?“, erkundigte sich Davina, die unter chronischer Neugier litt. Nein, nicht sie litt, sondern alle anderen.
„Über Männersachen“, erwiderte er, kehrte ihr den Rücken zu und folgte seinem Vater in die Bibliothek.
Ein beeindruckender Raum mit Regalen bis zur Decke. Leitern, die auf Schienen liefen, dienten dazu, dem Lesebegeisterten Zugang zu seinem Suchtstoff zu bieten. Im Erker waren die Fensterbänke gepolstert. Etliche Male hatte Dorian dort gesessen und geschmökert.
Sein Vater ließ sich in einem Ohrensessel nieder und schlug ein Bein übers andere. „Was gibt es denn, mein Sohn?“
Er nahm auf einem Hocker Platz und verknotete seine Finger miteinander. Das Herz schlug ihm bis zum Hals. Was sollte er tun, wenn sein Vater sein Anliegen ablehnte? Er atmete tief durch und stieß hervor: „Darf ich das Gästehaus benutzen?“
Sein Vater hob die Augenbrauen. „Erwartest du Besuch?“
„Ähm ... ja ... gewissermaßen. Du weißt doch, dass Micha und ich ... dass wir ...“
„Du willst dich dort mit Micha einnisten?“, riet sein Vater.
Dorian nickte, dann schüttelte er den Kopf. „Nicht einnisten. Nur treffen.“
„Sofern das Haus zur Verfügung steht, darfst du es nutzen. Ist mir eh lieber, als dass sich die Leute ihre Mäuler über die beiden schnäbelnden Jungs im Pavillon zerreißen.“
Ach du grüne Neune! Man hatte sie also beobachtet. Dorians Wangen wurden heiß.
„Ich gebe dir einen Schlüssel, unter der Bedingung, dass du Diskretion wahrst“, sprach sein Vater weiter.
„Danke“, flüsterte er.
Für den Termin im Krankenhaus schlüpfte er in einen dunkelblauen Anzug. Beim Krawattenknoten unterstützte ihn seine Mutter. Er schaffte es einfach nicht, den Kulturstrick zu binden und wünschte sich welche, die man mit einem Gummiband unterm Kragen befestigte. Das kam jedoch nicht infrage, denn seine Eltern bestanden auf die traditionelle Methode.
Seine Mutter begleitete ihn auch auf die Kinderstation. Dafür war er dankbar. Er fand es schwer, angesichts von Kleinkindern mit schweren Krankheiten die Contenance zu wahren. Ihre Anwesenheit half ihm, in seiner Rolle zu bleiben. Anschließend erledigte er seine Hausaufgaben.
In der verbleibenden Zeit, bis er sich in sein Festornat werfen musste, starrte er Löcher in die Luft. Das war seine bewährte Methode, um sich auf anstrengende Stunden im Kreis aufgeblasener Staatsoberhäupter vorzubereiten.
Gekleidet in die Uniform, die Fürsten seit Anbeginn der Zeitrechnung in San Marcus trugen, gesellte er sich zu seinen Eltern in den Salon. Davina war ebenfalls anwesend.
Seine Schwester träumte davon, Modedesignerin zu werden. Von Kindesbeinen an zeichnete und nähte sie Kleidungsstücke, die, nach Dorians Meinung, teilweise diese Bezeichnung nicht verdienten. Beispielsweise der Rock, der aussah, als wäre er aus Krawatten gefertigt und mehr preisgab als verbarg. Oder das Kleid, das aus einem Sack bestand, der mittels eines Stricks um den Hals an Ort und Stelle gehalten wurde. Es sollte, laut Davinas Aussage, die Unterdrückung von Frauen symbolisieren. Andererseits verstand er nichts von Mode. Vielleicht waren es ja gerade Davinas exzentrische Entwürfe, die ihr auf dem Laufsteg zu Furore verhelfen würden.
Zu offiziellen Anlässen durfte sie keines ihrer ausgefallenen Modelle tragen. Sie war daher in ein schlichtes, langes Kleid gewandet, über dem sie, genau wie ihre Mutter, eine rote Schärpe trug.
Es klopfte. James trat ein. „Ihre Gäste sind vorgefahren.“
Bei den Besuchern handelte es sich um die Fürstenfamilie von Andalusien, Angehörige des Königshauses von Spanien und Italien. Mit diesen Ländern pflegten seine Eltern besonders innige Kontakte.
Felipe und Sophia von Andalusien hatten erstmals ihren Sprössling Sebastian im Schlepptau. Dorian schätzte den Mann auf ungefähr dreißig. Sebastian war genauso breit gebaut wie Felipe und ebenfalls im Gesicht bewaldet. Die große Nase wirkte, als wäre sie mal gebrochen und nicht gerichtet worden. Hätte er Sebastian auf der Straße getroffen, hätte er ihn für einen Holzfäller oder Boxer gehalten.
Prinz Giancarlo von Italien hingegen hatte ein feingeschnittenes, glattrasiertes Gesicht, eine schlanke Statur und ein hübsches Lächeln. Seine beiden Schwestern, Maja und Bonita, waren auch gut geraten. Dorian wusste, dass es der Wunsch seines Vaters war, ihn mit einem der drei zu verheiraten. Darüber dachte er lieber nicht nach, denn eine arrangierte Ehe kam für ihn nicht infrage.
Beim Bankett saß er zwischen Prinzessin Elena von Spanien und Giancarlo. Sie betrieben die oberflächliche Konversation, die man von adligen Sprösslingen erwartete.
Ihm schräg gegenüber war Sebastian platziert worden. Mehr als einmal spürte er den Blick der dunklen Augen auf sich ruhen. War der Typ etwa an ihm interessiert? Pfui Teufel! Dieses haarige Monster würde er nicht mal mit spitzen Fingern anfassen.
Nachdem die Tafel aufgehoben worden war, klimperte Maja auf dem Flügel im Wintergarten ein Stück von Vivaldi. Wie es ihm beigebracht worden war, trug Dorian eine aufmerksame Miene zur Schau. Mit klassischer Musik konnte er nichts anfangen, weshalb er aufatmete, als die Tortur vorüber war.
Kaffee, Tee und süßes Gebäck wurde serviert. Mit einem Cremetörtchen ließ sich Dorian auf einem der Zweisitzer, die locker im Raum verteilt waren, nieder. Zu seinem Verdruss beanspruchte Sebastian, eine Tasse Kaffee in den Händen, den Platz neben ihm.
„Spielst du auch Klavier?“, eröffnete Sebastian die Unterhaltung.
Er schüttelte den Kopf.
„Ich musste es lernen, hab aber inzwischen fast ein Jahrzehnt keine Taste mehr angerührt“, fuhr Sebastian fort. „Segelst du?“
Abermals schüttelte er den Kopf.
„Hättest du Lust, ein Wochenende auf meiner Yacht zu verbringen?“
Eher fror die Hölle zu! „Sorry, aber ich leide unter Seekrankheit.“
„Wir könnten im Hafen liegenbleiben“, schlug Sebastian vor.
„Da gibt es auch Wellengang. Sie möchten bestimmt keinen Gast mit grünem Gesicht an Bord haben.“
Sebastian runzelte die Stirn. „Wieso siezt du mich?“
„Man hat mir beigebracht, respektvoll mit älteren Herrschaften zu reden.“
„Ältere Herrschaften?“ Sebastian prustete. „Für wie alt hältst du mich?“
„Öhm ... dreißig?“
„Ich bin sechsundzwanzig.“
Für Dorian war das weiterhin steinalt.
