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Roger ist mit seinem Leben zufrieden – das jedenfalls redet er sich selbst ein. Doch nachdem er einen mächtigen und undurchsichtigen Unternehmer um einen Geschäftskredit bittet, ändert sich dieses von Grund auf. Als er begreift, welchen Preis er dafür zahlen muss, ist es bereits zu spät. Auf schmerzhafte und demütigende Art muss er erkennen, welche Vorlieben sein Gönner hat und welche Rolle er darin spielt. Doch Roger entdeckt auch, dass er die erniedrigenden Praktiken, denen er ausgesetzt ist, genießt. Denn je mehr der gnadenlose Herr ihn demütigt, desto weniger kann er seine Erregung unterdrücken - bis er seine eigenen Wünsche nicht mehr leugnen kann.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Er war ein Mann. Ein richtiger Mann. Das war Prämisse seines ganzen bisherigen Lebens gewesen, und an jedem Morgen, an dem Roger sich im Spiegel betrachtete, versicherte er sich selbst, sie auch zu erfüllen. Sein Konterfei mit sauber gestutztem Dreitagebart am markanten Kinn, intensiven, blauen Augen, vollem, dunklen Haar und einem so durchtrainierten Körper, dass man trotz seiner zweiunddreißig Jahre ein Gramm Fett hätte suchen müssen, schienen ihm Recht zu geben. Alles an ihm und um ihn herum glich einer Hommage an das Maskuline. Das galt von seinen perfekt sitzenden Markenjeans über das herbe Aftershave von Calvin Klein bis hin zu seiner geräumigen Wohnung, die er mit nur einem Mindestmaß an klobigen, modernen Möbeln und ohne jeden Schnörkel eingerichtet hatte. Was auch immer er erwarb, wurde nach strengen Kriterien überprüft, die kleinste Spielerei oder etwas, das nicht zweifelsfrei die gewünschte Ausstrahlung auf die richtige Art unterstrich, war tabu. Und bis jetzt war es ihm stets gelungen, ein perfektes Bild abzugeben, ganz gleich gegenüber wem - das war etwas, auf das Roger insgeheim stolz war.
Selbstverständlich galten diese Regeln auch für seine Hobbies, und so besaß Roger nicht nur einen Jagdschein, sondern fuhr auch Motorrad und ging regelmäßig zum Freeclimbing. Bloß mit den Frauen wollte es nicht so gut laufen, wie er es sich vorstellte – doch das ging sicher vielen Männern in anspruchsvollen Berufen so, das lag am Stress, tröstete er sich selbst.
Vor wenigen Monaten hatte ihm seine Sekretärin, nach zwei Gläsern Sekt anlässlich eines großen Geschäftsabschlusses, mit erhitzten Wangen gestanden, dass er der männlichste Mann sei, den sie je kennengelernt hatte. Er hatte mit nonchalantem Grinsen abgewinkt, war innerlich jedoch fast geplatzt vor Freude und Erleichterung: Er hatte es geschafft!
All diese Bemühungen waren im Grunde nur einem einzigen Erlebnis geschuldet - auch wenn Roger diese Tatsache selbst unter Folter noch geleugnet hätte, wusste er es tief im Inneren: Es handelte sich um die Abschlussfeier seiner Schule nach der zehnten Klasse, bei der sich die Schüler, die nur die mittlere Reife machten, von den späteren Abiturienten trennten. Damals hatten sich seine Eltern gerade scheiden lassen, er war traurig und durcheinander gewesen und hatte an diesem Abend zum ersten Mal nennenswerte Mengen Alkohol getrunken. Und dann hatte er versucht, seinen besten Freund zu küssen. Wieso, warum, das konnte er im Nachhinein selbst nicht mehr erklären, aber die ganze Stufe beobachtete es, und auch, dass der andere ihn brutal wegstieß, „Spinnst du, Schwuchtel?!“, brüllend.
Von da an gab es keinen Tag mehr, an dem ihm dieses Wort nicht entgegengeschlagen wäre – „Schwuchtel“ – geflüstert, geschrien, gekichert, es war allgegenwärtig, schien plötzlich seine ganze Existenz zu begleiten. Auch die passenden Schmierereien auf seinen Heftern und dem Spind blieben ihm nicht erspart. Die ganze Schule piesackte ihn, allen voran natürlich sein ehemaliger bester Freund, der seit diesem Vorfall nie mehr ein nettes Wort für ihn übrig hatte. Roger litt wie ein Tier, zählte die Monate bis zum Abschluss und schwor sich, dass ihn danach nie wieder jemand so nennen würde. Er fühlte sich zu Unrecht beschuldigt, er war unschuldig, er hatte doch noch niemals einen Mann angefasst, wäre niemals auf die Idee gekommen, es war ja nur ein Versehen gewesen!
Denn er war auf keinen Fall schwul, er war ein richtiger, und das hieß vor allem heterosexueller, Mann, andere Überlegungen akzeptierte Roger nicht einmal in seinen finstersten Gedanken. Es hatte nur wenige, rein geistige Ausrutscher gegeben in all den Jahren, Pornos, die er geguckt hatte, in denen – selbstverständlich zufällig! – mehr Männer als Frauen vorkamen und bei denen er Mühe gehabt hatte, sich ordnungsgemäß auf hübsche Brüste und wohlgeformte Schenkel zu konzentrieren, während er sich berührte. Träume, aus denen er verwirrt erwacht war, an die er sich lieber nicht erinnern wollte. Dann versuchte er rasch, die zugehörigen Bilder zu verdrängen, doch manchmal gelang es ihm nicht, und wenn er daraufhin umso heftiger kam, tat er es wimmernd vor Selbsthass.
Im Grunde genommen aber war sein Leben bislang gut verlaufen. Roger bekam direkt nach dem Studium eine anspruchsvolle Stelle in einem großen Immobilienbüro, arbeitete hart und erfolgreich und stieg bald auf. Mit gerade dreißig Jahren machte er sich mit seinem eigenen Unternehmen selbstständig. Auch das blühte zunächst, und er sah schon eine glänzende Zukunft vor sich. Doch dann kam die Immobilienkrise, bei der alles zum Teufel ging. Plötzlich hatte er Mühe, den laufenden Kosten beizukommen, und seine Bank, bei der er noch die Raten des Kredits für seine schicke Wohnung abstotterte, weigerte sich, ihm in der unsicheren Lage einen weiteren zu gewähren.
Wochen vergingen, in denen er schlaflose Nächte damit verbrachte zu grübeln, wie er noch vermeiden könnte, Arbeit und Wohnung zu verlieren, bis ein ehemaliger Kollege ihm den erlösenden Tipp gab: Ihm war ein Bauunternehmer namens Jegor Sokolow aus Bayern bekannt, der unter bestimmten Umständen inoffiziell Kredite vergab, wenn man nur höflich genug darum bat. Er drückte sich zwar eher vage aus, hatte jedoch die entsprechende Visitenkarte parat, und Roger musste zugeben, dass es ihm in seiner aktuellen Situation relativ egal war, ob die ganze Angelegenheit wirklich völlig legal ablief oder nicht. Er wusste, er war gut in dem, was er tat - wenn die wirtschaftliche Lage sich beruhigt hatte, würde er ein Darlehen problemlos zurückzahlen können. Schon tags darauf nahm er all seinen Mut zusammen und rief den Mann an. Roger sprach nur mit dessen Sekretärin, trotzdem war die Reaktion zu seinem Erstaunen auf der Stelle positiv, die einzig gestellten Vorbedingungen waren, einen Lebenslauf mit Foto und die Angabe der gewünschten Summe einzusenden.
Nicht einmal drei Tage später erhielt er die Bestätigung und einen ausgesprochen großzügigen Geldrahmen. Erleichtert, wenn auch verwundert darüber, wie einfach das gewesen war, nahm er seine Geschäfte wieder auf. Der Markt erholte sich, allerdings nur langsam, und bald stellte Roger fest, dass er zwar endlich wieder seine Rechnungen, nicht aber die fälligen Raten für den neuen Kredit begleichen konnte. Also schrieb er seinem Gönner einen hoffnungsvollen Brief, in dem er seine Situation erläuterte und um Verständnis sowie Verlängerung bat, erhielt jedoch keine Antwort. Stattdessen trudelte bald die erste Mahnung ein, einen Monat später folgte die zweite und als er noch einmal dieselbe Zeit darauf die Tür öffnete, standen nicht etwa – wie zu Anfang befürchtet – die Gerichtsvollzieher vor ihm, sondern zwei bullige Herren in schwarzen Bomberjacken. Sie hatten fast kahl geschorene Köpfe, einen schweren, slawischen Akzent, machten wenige Worte und in diesen deutlich, dass sie noch viel weniger machen würden, müssten sie erneut vorbeikommen.
Roger war verzweifelt, wusste nicht mehr ein noch aus, bis er einige Tage darauf einen Brief erhielt, in dem sein Geldgeber ihn aufforderte, zu einem persönlichen Gespräch nach München zu reisen.
Als Roger nicht viel später vor dem prächtigen Anwesen inmitten eines ruhigen Villenviertels stand, war er überrascht, dass die Unterredung allem Anschein nach im Privathaus des Mannes anstatt in einem Büro oder zumindest einem Restaurant stattfinden sollte. Andererseits war er in erster Linie heilfroh, dass ihm offenbar noch eine Chance gewährt werden sollte. Nervös strich er über sein teures Nadelstreifenjackett und hoffte, dass er darin nicht nur ausreichend maskulin, sondern auch seriös genug wirkte! Dann straffte er die breiten Schultern und betätigte die Klingel.
War das Gebäude schon von außen beeindruckend – prachtvolle, viktorianische Architektur wurde von einem parkähnlichen Garten und schweren, schmiedeeisernen Toren eingerahmt –, im Inneren verstärkte sich der Eindruck noch: Brokatvorhänge schluckten jedes Licht, dicke Teppiche jeden Laut und der marmorne Treppenaufgang hätte ausgereicht, um einer ganzen Heerschar hinauf- und hinabeilender Dienstboten gleichzeitig Platz zu bieten. An den Wänden hingen altmodische Gemälde neben deckenhohen, glänzenden Spiegeln, alles in allem kam er sich vor wie in einem herrschaftlichen Palast. Dann wies ihm ein Page, der tatsächlich eine Livree trug und aus dem Nichts aufzutauchen schien, den Weg ins erste Stockwerk.
Oben angekommen öffnete er Roger eine mächtige Flügeltür, durch die dieser beklommen trat, um sich in einem gewaltig bemessenen, vornehmen Arbeitszimmer wiederzufinden, in dem selbst der große Schreibtisch fast verloren aussah.
Dahinter erhob sich nun ein schlanker Mann mit scharf geschnittenem Gesicht, akkurat frisiertem, schwarzen Haar und teurem Anzug: Jegor Sokolow. Er war weniger muskulös als Roger, dafür allerdings größer – dabei hätte sich dieser mit seinen 1,85 Meter nicht gerade als klein bezeichnet – und, wie er anhand der grau melierten Schläfen schätzte, etwa fünfzehn Jahre älter als er. Dazu strahlte er eine derart vollendete Eleganz und absolute Strenge aus, dass Roger sich noch vor dem ersten Wort eingeschüchtert fühlte. So schnell war es dahin, sein gutes Selbstbewusstsein, urteilte er verächtlich.
„Guten Abend.“
„Guten Abend.“
„Ich möchte mich für die Chance bedanken, die …“
„Sie haben Schulden bei mir, die Sie nicht abzuzahlen imstande sind.“
Na das fing ja gut an, dachte Roger, schluckte und begann eine Erklärung, als sein Gegenüber ihn erneut unterbrach.
„Sie sehen in der Realität deutlich besser aus als auf dem Bild.“
Das unerwartete Kompliment brachte Roger endgültig aus der Fassung – was sollte er antworten? Schließlich gelang ihm nur ein verunsichertes „Dankeschön“, dann wusste er nicht mehr weiter.
„Ich gestatte Ihnen, die bislang versäumten Raten auf andere Weise abzuarbeiten.“
Roger merkte, dass er unwillkürlich erbleichte, ihm wurde eiskalt, denn ihm war nahezu sofort klar, wovon Sokolow sprechen musste.
„Wie bitte? Sie machen Witze!“
„Gewiss nicht. Ich neige nicht zum Scherzen“, erwiderte der Mann kühl.
„So etwas würde ich niemals tun!“, entfuhr es Roger heftig, empört darüber, dass der andere auch nur daran hatte denken können, dass er zu so etwas fähig sei. Gleichzeitig wusste er unmittelbar, dass er log - und das war noch viel schlimmer als das in Aussicht gestellte „Angebot“.
„Nun, das ist selbstverständlich Ihre Entscheidung. Aber entweder Sie werden mir für einige Zeit auf die sehr spezielle Art zu Diensten sein, die ich mir vorstelle. Wenn Sie sich gehorsam und geschickt anstellen, erlasse ich Ihnen die letzten drei Raten und gewähre einen Aufschub für die nächsten.“
Hinter ihm öffnete sich die Tür und die beiden Schläger traten mit bedrohlich finsterer Miene ein.
„Wenn nicht, überlasse ich Sie eine Weile Boris und Bogdan, deren Bekanntschaft Sie ja bereits gemacht haben, und dann …“ Sokolow führte den Satz nicht zu Ende, sondern überließ das „Und dann“ Rogers Fantasie. Ein feines Lächeln umspielte die Mundwinkel des eleganten Mannes, aber Roger war sich nicht sicher, ob er sich tatsächlich nur über ihn lustig machte.
„Natürlich gäbe es auch noch die Möglichkeit, dass ich ganz offiziell Ihre Wohnung pfänden lasse, aber das wäre ein wenig fantasielos, nicht? Darf ich also davon ausgehen, dass Sie mein großzügiges Angebot annehmen?“
Roger war schwindelig, er wähnte sich im falschen Film und spürte gleichzeitig, wie er mechanisch nickte, noch nicht ganz realisierend, zu was er gerade seine Zustimmung gab. Denn so schaurig das auch war, was blieb ihm in seiner Situation anderes übrig? Unter den unbarmherzigen Blicken des Mannes rief er also seine Sekretärin an und bat sie, sämtliche Termine aufgrund einer Erkrankung um mindestens eine Woche zu verschieben. Gleichzeitig hoffte er immer noch, dass der Mann nur einen hässlichen Scherz machte, um ihm möglichst viel Angst einzuflößen – was definitiv gelang. Andererseits musste er zugeben, dass ihn in dieser Situation auch jede Bank gepfändet hätte, und es beschämte ihn ein wenig, dass er so schnell bereit war, - ja, was genau eigentlich? - im Tausch gegen den Luxus einer Eigentumswohnung zur Verfügung zu stellen. Blieb also zu hoffen, dass sein Gegenüber lediglich das Machtspiel genoss und sich mit Harmlosem zufriedengeben würde.
Die beiden Osteuropäer hatten den Raum derweil zum Glück wieder verlassen, aber Roger stand mitten darin, den Kopf wie leergefegt, als ihn Jegor Sokolow gebieterisch aufforderte, sich auszuziehen. Mit zitternden Fingern entledigte er sich seiner Kleidung, verlegen mit den Händen den Schritt schützend. Dann ließ der andere Roger niederknien, verband ihm, ehe er sich versah, die Augen und befahl ihm, den Mund zu öffnen. Roger wehrte sich nicht, tat mit jagendem Atem alles, was ihm gesagt wurde, ansonsten wie erstarrt.
„Das ist das erste Mal“, hörte er sich selbst noch tonlos flüstern.
„Sei brav, dann nehme ich ein wenig Rücksicht.“
Was er nun auf der Zunge spürte, war hart und groß, größer sogar noch, als er befürchtet hatte, und er schloss instinktiv fest die Lippen darum, in dem Moment merkend, wie die Hände des anderen seinen Hinterkopf umfassten.
Als Sokolow sein Glied tiefer hineinschob, hatte er Mühe, Luft zu bekommen, und versuchte auszuweichen. Doch jener ließ ihn nicht, ermahnte ihn nur in bestimmendem Ton „Wehr dich nicht.“ und zog ihn mit unerbittlichem Griff noch näher zu sich heran.
Also gab er machtlos nach, ließ den anderen gewähren und saugte schließlich sehr vorsichtig an dem Schwanz, der heiß und unnachgiebig in seinem Mund lag, hoffend, dass es wenigstens schnell vorübergehen würde, wenn er sich bemühte. Der Mann quittierte das mit rascheren Bewegungen, während Roger entsetzt war über das, was er tat, entsetzt über das, zu dem er sich gezwungen sah. Am meisten jedoch darüber, zu spüren, wie sein eigener Unterleib leidenschaftlich zu pulsieren begann, ohne dass er es hätte verhindern können.
Als der andere ihm seine Ladung in den Rachen spritzte, schluckte er hastig und ohne nachzudenken, dann war es vorüber.
Ruhiger Hand entfernte Sokolow die Augenbinde, während Roger schwer atmend dahockte und sich nicht zu rühren traute, tätschelte seinen Kopf und meinte fast schon freundlich: „Na, das hast du für den Anfang ja ganz gut gemacht. Zur Belohnung erlaube ich dir, dich selbst anzufassen.“
Roger sah an sich herab und realisierte voller Schrecken den massiven Ständer, an dem bereits ein klarer Tropfen glitzerte. Wie konnte er nur! Nichtsdestotrotz gehorchte er, während seine Wangen vor Peinlichkeit rot leuchteten, und erlebte seinen Höhepunkt so intensiv, dass ihm kurz schwarz vor Augen wurde.
