Spezial-Therapie - N. Jepson - E-Book
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N. Jepson

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Beschreibung

Finn ist jung, hübsch und hat ein Problem: Er möchte allen gefallen und kann nicht Nein sagen. Nichts wirkt – bis er auf eine dubiose Anzeige stößt. Doktor Claudius von Arenberg verspricht, seine Patienten von ihren Makeln zu heilen – allerdings auf unkonventionelle und schmerzhafte Art. Finn lässt sich darauf ein und muss zwischen Faszination und Entsetzen feststellen: Was der finstere Doktor ihm antut, gefällt ihm! Können ihm seine Sitzungen voller Furcht, Schmerz und Lust tatsächlich helfen, sich zu überwinden?

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Spezial-Therapie

Eine schwule BDSM-Geschichte

N. Jepson

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titel
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Impressum

– 1 –

Es klatschte und ich biss mir auf die Zunge. Aua. Also sowohl das Klatschen als auch der Biss. Beim nächsten Hieb - und der ließ nicht lange auf sich warten - presste ich die Zähne lieber aufeinander. Dazwischen ließ mir der Doktor stets einige Sekunden Zeit, damit ich mir den Schmerz bewusst machen konnte - was für ein Service. Aber ich hatte es ja nicht anders gewollt. Glaube ich zumindest. Kurz schoss mir durch den Kopf, wie das hatte passieren können: Ich, auf allen Vieren, den blanken Hintern in die Luft gereckt, während ein Holzpaddel darauf niederfuhr und mich daran erinnerte, dass ich hier rein gar nichts zu sagen hatte. Aber vielleicht fange ich lieber von vorne an.

Mein Name ist Finn, ich bin 22 Jahre alt, soweit ganz niedlich - sagt zumindest mein bester Freund Peter - und habe ein Problem. Nein, eigentlich sogar zwei: Ich bin entsetzlich schüchtern und ich kann nicht Nein sagen. People Pleaser, wie man es so schön ausdrückt, hängt natürlich irgendwie zusammen. Trotzdem finde ich eigentlich, Peter übertreibt. Ich bin eben ein netter, hilfsbereiter Mensch und nicht ganz so extrovertiert wie andere. Das ist doch nichts Schlimmes! Zugegeben, manchmal bringt es mich in doofe Situationen. Einmal habe ich zwei Tage lang quasi nichts gegessen, weil ich krank war und meinen Mitbewohner nicht mit der Bitte um einen Einkauf stören wollte. Und meine Schüchternheit hindert mich daran, in Situationen zu geraten, in denen ich gerne gewesen wäre. Vor allem solche, in denen es sich lohnt, nackt zu sein. Aber all das ist nicht sooo gravierend, wie Peter es in seinen dramatischen Vorträgen gerne klingen lässt. Dachte ich zumindest.

Wenig überraschend erschien es mir ganz normal, im ersten Semester meinen Freunden beim Lernen zu helfen. Wir trafen uns regelmäßig und da es ihnen oft an jemandem fehlte, der sie abfragte und motivierte, sprang ich in die Bresche. Wochenlang lernte ich Gesteinsarten unterscheiden und mittelhochdeutsche Texte interpretieren – nur Zeit für meinen eigenen Stoff fand ich zunächst nicht. Egal, es würde schon gehen, die letzten Nächte vor der Prüfung mussten reichen. Sie reichten nicht und es lief darauf hinaus, dass ich einen Teil des Semesters wiederholen musste, was mich erheblich zurückwarf. Dabei liebte ich Grafikdesign! Während meine Kommilitonen ächzten, konnte ich mich mit Begeisterung selbst in die letzten Winkel des Stoffs fressen. Frustriert schwor ich Besserung, nur um mich ein halbes Jahr später in derselben Lage wiederzufinden. Ich konnte es einfach nicht. Ich wollte gemocht werden, ich wollte, dass die Leute um mich herum glücklich waren – und war unfähig, auch nur die geringste Bitte abzuschlagen.

Da dämmerte mir, dass ich vielleicht doch ein Problem hatte. Ein kleines zumindest. Ich tat, was der moderne Mann tun sollte, und suchte mir einen Therapeuten. Sprach mit einem Analytiker ausführlich über die Kleidungsvorlieben meiner Mutter. Lernte in einer Verhaltenstherapie, schädliche Denkmuster zu ertappen wie die Verdächtigen in einem Mordfall. Doch so viel Mühe ich mir auch gab, alle Aufgaben pflichtschuldig zu erledigen und meine Gegenüber durch meine Antworten zufriedenzustellen – es änderte nichts. Kaum verließ ich eine Praxis, war ich ... ich. Langsam begann ich, ein wenig zu verzweifeln, denn ich erschien mir selbst mehr und mehr als hoffnungsloser Fall. Bis ich auf die Anzeige stieß.

Und nun war ich also hier, Arsch nach oben, einen jämmerlichen Schmerzenslaut von mir gebend, als mich das Paddel erneut traf. Obwohl der Doktor keinerlei Zweifel an der Art der Therapie gelassen hatte und über eine ausgesprochen einschüchternde Persönlichkeit verfügte, hatte ich all das bei ersten Treffen nicht ernst nehmen können. Es erschien mir einfach zu surreal. Außerdem hatte ich lieber nicht darüber nachdenken wollen, warum mir die Vorstellung trotzdem gefiel. Nun jedoch wurde der Schmerz langsam wirklich unangenehm und mir verging das innerliche Grinsen – offen hatte ich es auch zuvor nicht gewagt. Ob das ewig so weitergehen würde? Ich wünschte, er würde etwas anderes mit mir tun, ganz egal was. Wobei ... wünschte ich mir das wirklich? Der nächste Schlag trieb mir die Tränen in die Augen. Doch, ich wünschte es mir! Vielleicht ...

„Bitte, Doktor, können wir für heute aufhören?“

Ich vernahm einen leisen Laut, ein unterdrücktes Lachen, das mir die Gänsehaut über den Rücken trieb. Dann klatschte es erneut und ich hatte einen Kloß im Hals. Sollte ich ...? Nein, es war doch erst die zweite Sitzung, was sollte er denn von mir halten? Also nahm ich brav auch die nächsten beiden Schläge hin und verbot mir, an das Safeword auch nur zu denken. Als er endlich aufhörte, war mir vollkommen gleichgültig, was als Nächstes mit mir geschehen würde – Hauptsache, ich blieb vom Paddel verschont!

Schnell stellte ich allerdings fest, dass ich mich täuschte. Ohne jede Vorwarnung schob er etwas Kühles in meinen Hintern und ich gab ein sehr unwürdiges Quietschen von mir. Nicht, weil es schmerzhaft oder auch nur sonderlich dick war, einfach vor Schreck.

„Keine Panik, das ist nur Wasser. Du wirst dich doch nicht vor warmem Wasser fürchten, oder?“

Auch dieses Mal war das Amüsement deutlich aus seiner Stimme herauszuhören und ich schüttelte selbstverständlich den Kopf. Überzeugte mich dabei aber nicht einmal selbst wirklich, denn ich merkte: Je mehr Flüssigkeit in mich hineinlief, desto flauer fühlte ich mich, zunehmend gequält von der Vorstellung, was geschah, wenn sie wieder hinaus musste! Zugleich kam ich mir lächerlich dabei vor, wegen etwas so Harmlosem zu betteln, also versuchte ich, mich mit angestrengt zusammengekniffenen Augen zu entspannen. Wenig erfolgreich.

Immerhin, als ein Geräusch erklang und ich nach hinten blinzelte, sah ich, dass der Doktor das Rädchen zudrehte, das das Wasser laufen ließ, und atmete erleichtert auf. Allerdings machte er keinerlei Anstalten, den Schlauch aus meinem Hintern zu ziehen und mir einen Toilettenbesuch zu gestatten. Ich atmete flach.

„So, Finn, nun erzählst du mir, in welchen Situationen du zuletzt hättest Nein sagen müssen, aber Ja gesagt hast. Verharmlost oder relativierst du, drehe ich wieder auf, bis du dich eines Besseren besonnen hast.“

Er drehte dreimal auf und als ich endlich fertig mit meinem Bericht des Versagens war, fühlte ich mich wie eine der bunten Wasserbomben, mit denen wir uns als Kinder im Sommer amüsiert hatten. Dann erst durfte ich, nackt wie ich war, zur Toilette watscheln – der Raum grenzte wohl aus gutem Grund an das Behandlungszimmer. Den Griff nach der Tür jedoch quittierte der Doktor mit angedeutetem Kopfschütteln und so musste ich das folgende Prozedere unter seinen gestrengen Blicken hinter mich bringen. Spätestens bei den ersten lautstarken Geräuschen genierte ich mich so sehr, dass ich glaubte, direkt unter seinen Augen einen schambedingten Herzinfarkt zu erleiden.

Auf dem Heimweg fühlte ich mich gleichzeitig furchtbar und irgendwie erleichtert – gestorben war ich jedenfalls nicht. Und ich war sicher: Ob hilfreich oder nicht, diese spezielle Therapie würde mich herausfordern.

Du willst deine Ziele erreichen und scheiterst immer wieder? Dank Doktor Claudius von Arenberg wirst du durch Gehorsam die richtige Motivation lernen. Seine Behandlung ist unerbittlich und kompromisslos. Melde dich nur zur Spezial-Therapie, wenn du bereit bist, dich vollkommen zu unterwerfen.

Ich starrte die Zeilen schon seit geraumer Zeit an. Eigentlich hatte ich lediglich ein wenig durch die Onlineinserate stöbern wollen, um unverbindlichen Spaß zu suchen. Oder mir wenigstens einzubilden, dass ich ihn haben könnte, wenn ich nicht so schüchtern wäre. Dass ich überhaupt an dieser Anzeige hängengeblieben war, lag vor allem daran, dass sie in fehlerfreier Sprache verfasst war. Sonst eher die Seltenheit.

Aber das wollte ich nicht, oder? Das klang nach Risiko, Schmerz und Perversion. Dem Gegenteil von meinem fluffigen, netten Leben. Es klang nach ... nach einem hoffnungslosen Fall wie mir. Ich rief die angegebene Nummer an, bevor ich wieder kneifen konnte. Hörte eine seidenglatte, emotionslose Frauenstimme am anderen Ende, die mir, ohne auch nur ihren Namen zu nennen oder Fragen zu stellen, einen Termin gab und auflegte. Und hatte das Gefühl, gerade einen eklatanten Fehler begangen zu haben – ich kannte mich gut genug, um zu wissen, dass ich trotzdem hingehen würde.

Eine Woche später stand ich vor der kunstvoll verzierten Massivholztür einer Gründerzeit-Villa und zweifelte an meinem Verstand. Vielleicht hätte der schicke und seriöse Ort mich beruhigen sollen, doch dem war nicht so. Es war Mittag, niemand unterwegs und die kastaniengesäumte Straße so still, das ich beim tiefen „Dong“ der Klingel zusammenzuckte. Als der Summer ertönte, erwischte ich mich bei der Frage, ob wohl einer der Nachbarn gerade aus dem herrschaftlichen Fenster und mich hineingehen sah. Was für ein paranoider Unsinn! Hoffte ich.

Ein Schild wies mich eine teppichbezogene Treppe hinauf, ich durchquerte unsicher die einzig offene Tür und war offensichtlich richtig. Möglichst unauffällig sah ich mich um. Dunkelblaue Vorhänge umrahmten das große, viktorianisch anmutende Fenster. Chesterfield-Sessel aus ochsenblutfarbenem Leder, Mahagoni-Schreibtisch und zahllose gut bestückte Bücherregale: Dr. Claudius von Arenberg - denn ich zweifelte keine Sekunde daran, wen ich vor mir hatte - saß mir in einem Zimmer gegenüber, das vor gediegenem Wohlstand und Bildung nur so strotzte. Zugegeben: Ich war ein bisschen eingeschüchtert. Aber auch ein wenig beruhigt, denn insgeheim hatte ich einen schmierigen Keller mit einem ungepflegten Grobian befürchtet. Dieser Mann hingegen sah durch und durch gebieterisch aus. Er überragte mich bei der Begrüßung ein ganzes Stück, obwohl ich nicht ungewöhnlich klein war, dabei war er schlank, ohne schmal zu wirken. Große, sehnige Hände mit gepflegten Fingernägeln lagen locker neben einem ledergebundenen Notizbuch. Sowohl Haar als auch Bart waren grau meliert und akkurat geschnitten. Stahlblaue Augen blitzten aus einem entschlossenen Gesicht mit markanten Zügen. Alles in allem erinnerte er an einen strengen, englischen Gentleman. Der schwarze Anzug mitsamt Manschettenknöpfen und die darunter hervorblitzende elegante Uhr unterstützten diesen Eindruck noch.

Ob seine Sitzungen wohl hier in diesem Zimmer stattfinden würden?

„Mit welchen Ihrer Eigenschaften oder welchem Verhalten sind Sie unzufrieden? Ich erwarte vollkommende Offenheit, wenn Sie sich bei mir in Behandlung begeben wollen.“

Sein Tonfall war nicht unfreundlich, allerdings auch nicht bemüht, den Befehl dahinter zu verbergen. Also umriss ich brav mein eigentlich ja gar nicht so großes Problem und meine bisherigen Bemühungen, derweil er mit strenger Miene und goldenem Kugelschreiber Notizen in seine Mappe kritzelte. So klassisch, dass es fast schon surreal war. Als ich fertig war, sah er mit einem Blick auf, der mich regelrecht zu sezieren schien.

---ENDE DER LESEPROBE---