Gamemaker - Meister des Spiels - Kresley Cole - E-Book

Gamemaker - Meister des Spiels E-Book

Kresley Cole

4,9
8,99 €

Beschreibung

Catarina Marins Leben ist völlig aus den Fugen geraten. Nach dem Verrat ihres Exmannes, der sie wegen ihres Geldes umbringen will, muss sie sich verstecken und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Als sie eine Freundin vertritt, die für einen Edel-Escort-Service in Miami arbeitet, begegnet ihr der attraktive Mafiaboss Maksimilian Sewastian. Schon bei ihrem ersten Treffen lodert die Leidenschaft zwischen ihnen und bringt Maksimilians berüchtigte Selbstbeherrschung in Gefahr. Und die benötigt er dringend, denn Maksimilian ist ein Mann mit vielen Feinden. Kann er die Frau, die er liebt, schützen und seine Vergangenheit hinter sich lassen?

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 510




Inhalt

Titel

Zu diesem Buch

Widmung

Zitat

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Epilog

Danksagung

Die Autorin

Die Romane von Kresley Cole bei LYX

Impressum

KRESLEY COLE

Gamemaker

Meister des Spiels

Roman

Ins Deutsche übertragen

von Bettina Oder

Zu diesem Buch

Cat Marín ist auf der Flucht: Seit ihr Ehemann sie wegen ihres Vermögens umbringen will, lebt sie im Verborgenen und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch, die sie kaum über Wasser halten. Cats Leben folgt dank Edward einigen einfachen Regeln, wobei sich ihr die wichtigste auf schmerzliche Weise eingebrannt hat: Vertraue niemals wieder einem Mann! Da kommt ihr das Angebot, eine Freundin als Edel-Escort-Dame bei Elite Escorts zu vertreten, ganz recht: Denn ihr Kunde Maximilian Sewastian, steinreicher Mafiaboss und begehrtester Junggeselle Europas, ist dafür bekannt, keine Escort-Lady ein zweites Mal zu buchen. Umso erstaunter ist Cat, als er sie nach einer leidenschaftlichen Nacht über den Dächern Miamis um eine weitere Verabredung bittet. Cat weiß, sie sollte eigentlich so schnell wie möglich Máxims Geld nehmen und die Stadt verlassen, bevor Edward ihr erneut auf die Spur kommt. Doch die Anziehungskraft zwischen ihr und Máxim war von der ersten Sekunde an überwältigend, und je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto deutlicher spürt sie eine dunkle Sehnsucht in sich erwachen, die sie all ihre Prinzipien vergessen lässt …

Der unglaublichen Barbara Ankrum gewidmet, die alles stehen und liegen ließ, um dieses Buch mit kritischem Auge zu lesen (und Dead of Winter, und Dunkles Schicksal, und Gamemaker – Spiel des Verlangens …). Was würde ich nur ohne deine erstaunliche Vorstellungskraft machen?

»Es heißt, ich sei herzlos und manipulativ, dass es mir Vergnügen bereite, mit dem Leben anderer Menschen zu spielen. Da ist was dran.«

Maximilian Sewastian

»A mal tiempo, buena cara.Gute Miene zum bösen Spiel.«

Ana-Lucía Martinez Hatcher (alias Cat Marín)

1

Mi madre dreht sich bestimmt gerade im Grab um.

Als ich mit dem Fahrstuhl in das Penthouse des stinkvornehmen Seltane Hotels hinauffuhr – es waren zwei Angestellte samt ihren Schlüsselkarten nötig gewesen, um in den vierzigsten Stock hinaufzugelangen –, kaute ich an einem Fingernagel.

Hatte ich wirklich vor, mit einem wildfremden Mann Sex zu haben? Für Geld?

Der Aufzug kam viel zu früh an und zwang mich in einen privaten Empfangsbereich hinein mit eigener Lobby und einem eleganten Sitzbereich. Auf einem niedrigen Tisch lag eine aufgeschlagene Zeitung, so, als ob eben erst jemand aufgestanden wäre.

Gleich gegenüber befand sich der Eingang – eine kunstvoll verzierte Doppeltür aus Mahagoni. Konnte ich mich wirklich dazu überwinden, zu klingeln?

Offensichtlich war dieses Penthouse eines der größten (über neunhundert Quadratmeter) und teuersten (zweiunddreißig Riesen – pro Nacht) in Miami. Was für ein Mensch gab so viel Geld für ein Hotel aus? Offensichtlich war mein erster Klient loco.

Abgesehen davon wusste ich nicht viel über ihn. Er war ein russischer Geschäftsmann und eine Woche lang hier in Miami. Andere Escortagenturen auf der ganzen Welt hatten ihn nicht nur überprüft, sondern verbürgten sich für ihn. Mit anderen Worten: Er war ein Stammkunde, der es gewohnt war, für weibliche Begleitung zu bezahlen.

Da ich versucht war, gleich wieder abzuhauen, zog ich mein Handy heraus, um die Frau anzurufen, der ich es verdankte, dass ich in dieser misslichen Lage war, Iwanna. Sie war eine Immigrantin aus der Ukraine und eine Edelprostituierte, ein Beruf, der ihr jede Menge Kohle einbrachte. Ich war ihre Putzfrau. Sie fand, mein augenblicklicher Job sei eine Verschwendung meiner »spektakulären Figur und meiner blühenden Schönheit«. Ja, ja.

Als sie dranging, legte ich sofort los: »Ich glaube, ich kann das nicht.« Ich begann, im Foyer auf- und abzulaufen, ohne dass meine Stilettos auf dem üppigen, beigefarbenen Teppich auch nur den geringsten Laut machten.

»Aber natürlich kannst du das. Du hast ja keine Ahnung, wie sehr ich mir wünschte, an deiner Stelle zu sein. Stell dir doch nur mal vor, wie reich dieser Mann ist, wenn er das Penthouse für die ganze Woche mietet!«

Der Russe hatte eigentlich Iwanna gebucht, aber sie hatte das Botox nicht vertragen (sie war erst dreißig!). Sie hatte geglaubt, bis heute Abend wieder in Ordnung zu sein, darum hatte sie nicht abgesagt. Das ging im Escortgeschäft gar nicht.

»Wenn meine Augen nur nicht zugeschwollen wären …«

»Iwanna, ich bin einfach noch nicht so weit.« Ich hatte mich einfach nicht festlegen können. Auch wenn ich mich darauf vorbereitet hatte, ein paar Dates auszumachen – was mir eine Untersuchung und ein Waxing eingebracht hatte –, hatte ich die ganze Zeit über befürchtet, doch noch abzuspringen. »Ich bin nicht hier«, behauptete ich beharrlich. Aber stimmte das auch? Gestern hätte ich jeden Eid geschworen, ich hätte Edward gesehen.

In Miami.

Ich war mit dem Bus von einer Putzstelle nach Hause gefahren, als ich einen großen, schlaksigen, blonden Kerl aus einer Bodega kommen sah, der auf einen Porsche zuschritt. Das letzte Mal, als ich ihn im gleißenden Scheinwerferlicht gesehen hatte, hatten sich seine grünen Augen deutlich von seinem mit Blut verschmierten Gesicht abgehoben.

Sollte er wirklich hier sein, musste ich so schnell wie möglich in eine neue Stadt fliehen. Aber dazu brauchte ich Geld.

»Bei dir klingt es, als wäre der Job grauenhaft«, sagte Iwanna. »Du wirst es großartig machen. Du hast die Eier dazu, und das ist schon die halbe Miete.«

Trotz meiner Erziehung – oder vielleicht auch gerade deswegen – kannte ich eigentlich keine Scham. Sogar mit meinem, ähm, üppigen Hinterteil. Ich war im Mikro-String-Bikini über die Strände von Jacksonville stolziert. Ich hatte mit allen möglichen Highschool-Jungs wild rumgemacht, so ziemlich alles getan außer vögeln, was mir den Ruf einer Schwanzfopperin einbrachte. Als ich begann, mit Edward Sex zu haben, kannte ich sämtliche Tipps und Tricks, alles, um ihn in Versuchung zu führen. Ich wusste also, wie man einen Typ heißmacht.

»Du bekommst sicher im Handumdrehen jede Menge Anfragen auf der Webseite der Agentur«, sagte Iwanna.

Sie hatte den Internet-Typ von Elite Escorts dazu gebracht, mir eine provisorische Seite zu erstellen, indem sie ihm versprochen hatte, ihm einen runterzuholen.

Ich kannte den Fachjargon, hatte mich totgelacht, als sie die ganzen Abkürzungen aufgezählt hatte, ohne auch nur auf den Gedanken zu kommen, dass ich diesen Slang einmal selbst verwenden würde. Ein BBBJ war ein Bareback Blowjob – also ohne Kondom. Schlucken kürzte man BBBJNQNS ab – Bareback Blowjob, No Quit, No Spit. MSOG – Multiple Shots On Goal – bedeutete, dass der Klient innerhalb eines festgelegten Zeitlimits so oft kommen konnte, wie er wollte. »Die Mühe mit meiner Webseite hättest du dir sparen können.« Ich hatte ihr gesagt, dass ich das höchstens ein-, zweimal machen würde, aber sie hatte nur gelächelt und gesagt: »Das haben wir alle mal gedacht. Und jetzt wirf dich für dein Foto in Positur.«

»Wenn du pünktlich sein willst, bleiben dir nur noch ein paar Minuten«, sagte Iwanna. »Jetzt hol tief Atem, denk an meine drei Hauptpunkte, und alles wird gut gehen.«

Erstens sollte ich nach einem unauffälligen Umschlag mit Geld Ausschau halten, der deutlich sichtbar irgendwo rumliegen würde – meine »Zuwendung«. Ich sollte absolut gar nichts tun, ehe ich nicht das Geld eingesteckt hatte. Und dann? »Upselling« hieß die Devise, das heißt, ich sollte ihn möglichst dazu bringen, für Dienstleistungen zu bezahlen, die über das Gebuchte hinausgingen. Diese Einnahmen gehörten ganz allein mir.

Zweitens: Da mein Klient aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dazu geeignet sein würde, Erregung hervorzurufen – trotz der Tatsache, dass ich seit einer Ewigkeit keinen Sex mehr gehabt hatte und meine Libido verrücktspielte –, würde ich eine Möglichkeit finden müssen, insgeheim mit Gleitgel nachzuhelfen. Das taten die meisten Hostessen. Gleitgel machte Sex sicherer und ließ die Vagina länger durchhalten. Kondome waren natürlich sowieso Vorschrift.

Drittens: Die Mehrzahl der Klienten von Elite Escorts mochten charmante, liebenswürdige Frauen. Ich war eine vorlaute, freche Besserwisserin. Um Erfolg zu haben, würde ich also meine Persönlichkeit zügeln müssen.

Verdammt, ich sollte eigentlich überhaupt nicht im Dienstleistungsbereich tätig sein, ganz egal, in welcher Funktion.

Aber ich brauchte das Geld unbedingt für die Flucht! Ich hatte meine eigenen Regeln, und die hatte ich in den vergangenen drei Jahren nicht einmal gebrochen.

1. Sage niemals mehr als das absolut Notwendige.

2. Schaffe niemals Verbindungen zwischen dir und irgendetwas anderem.

3. Bleibe nirgendwo länger als sechs Monate.

4. Werde niemals weich.

5. Errege nie mehr Aufmerksamkeit als nötig.

6. Und um Gottes willen vertraue niemals wieder einem (anderen) Mann.

Ohne Geld würde ich Regel Nummer drei brechen müssen.

»Vertrau mir, Cat, mit deinem Geschäftssinn wirst du ordentlich Umsatz machen«, versicherte Iwanna mir.

Aber wie gerissen war ich wirklich? Auch wenn ich jede Woche sechs Häuser zu reinigen hatte – ihres eingeschlossen –, betrogen fünf dieser Frauen mich um einen Teil meines Lohns, in der Annahme, ich sei eine illegale Arbeiterin aus Kuba.

»Hab einfach Spaß«, riet sie mir. »Es muss sich nicht wie Arbeit anfühlen. Vermutlich war dein Waxing unangenehmer als deine Verabredung je sein könnte.«

Aber …»Es ist über drei Jahre her, dass ich das letzte Mal mit jemandem geschlafen habe.« Und Edwards erbärmliche Versuche sollten eigentlich nicht einmal zählen.

»Das ist … hmm. Wie seltsam«, sagte sie, als ob ich ihr anvertraut hätte, ich trüge gerne die Haut anderer Leute. »Darüber werden wir später reden. Aber jetzt denk immer daran: Sex ist genau wie Fahrradfahren.«

Ich wandte mich dem Fahrstuhl zu. »Mierda. Ich kann nicht. Das war ein Fehler.«

Iwanna seufzte. »Ich wollte nicht, dass du dir zu große Hoffnungen machst, darum habe ich dir nichts von meinem Rekord für eine Nacht erzählt.«

»Und, tust du es jetzt?« Sie hatte sich sehr vage ausgedrückt, hatte nur gesagt, der Himmel allein wäre das Limit, sich aber geweigert, mir konkrete Zahlen zu nennen.

»Mein Rekord für einen Sechsstundenjob sind zwanzigtausend in bar und Schmuck.«

Zwanzig. Tausend.

So viel Geld könnte mich auf der Stelle in die nächste Phase meines Lebensplans katapultieren! Als ich endlich wieder sprechen konnte, sang ich: »Bin auf dem Weg, den Zauberer zu vögeln.«

Sie lachte. »Ich hoffe, er ist ein wunderbarer Zauberer. Oh, noch eine Sache, Cat. Du wirst gleich einen Moment erleben, in dem dir dein Bauchgefühl etwas sagt, und wenn’s so weit ist, dann frag dich: Würde ich auch ohne Geld mit diesem Kerl ins Bett gehen? Wenn die Antwort Ja lautet, kannst du das Geld einfach als Bonus betrachten.«

»Okay. Muy bien. Ich kann das schaffen«, sagte ich, um mich zu motivieren.

»Dann leg los!«

Ich beendete das Telefonat und drehte mich um, um mein Erscheinungsbild im Spiegel zu überprüfen. Der Dezember war eigentlich immer mild, aber in diesem Jahr war er besonders angenehm, darum trug ich ein Wickelkleid aus tiefgrüner Seide. Der Stil des Kleides war dezent, mit konservativem Ausschnitt, für den Fall, dass er mich ausführen wollte, jedoch wurden die Seiten nur von einer einzigen Schleife an meiner Hüfte zusammengehalten. Stilettos verliehen dem Ganzen einen verruchten Touch.

Ich verdrehte den Körper, um mich auch von hinten betrachten zu können. Die dünne Seide spannte sich über meinen Arsch, sodass wirklich nichts der Fantasie überlassen blieb. Aber daran konnte ich im Moment nichts ändern. Ich drehte mich wieder nach vorne und rang mir ein Lächeln ab.

Ich hatte lediglich Lipgloss, Mascara und einen Hauch von glitzerndem, bronzefarbenem Lidschatten aufgelegt. Iwanna sagte immer, der betone den strahlenden Kupferton meiner Augen und ließe sie exotisch wirken, vor allem im Kontrast zu meinem dunklen Haar, das ich heute offen trug, sodass es in langen, lockeren Wellen über meine Schultern floss.

Make-up: Perfekt. Haar: Besser geht’s nicht. Schlussfolgerung: Wenn ich ein geiler russischer Lustmolch wäre, würde ich mich wollen.

Ich warf einen prüfenden Blick auf die Uhr meines Handys. Mir blieben weniger als zwei Minuten, wenn ich pünktlich eintreffen wollte. Also verstaute ich das Telefon wieder in meiner Tasche, drückte auf die Klingel und sah mich um, in dem Versuch, meine Nerven zu beruhigen. Ich warf noch einen Blick auf diese Zeitung auf dem Kaffeetisch. Ob ein derart reicher Kerl wohl einen Bodyguard oder so was hatte …?

Die Tür wurde geöffnet, und mein allererster Kunde kam zum Vorschein. Im Escortslang ausgedrückt: Er war DDG.

Drop. Dead. Gorgeous. – Verdammt. Gut. Aussehend.

Wie es aussah, war er um die Mitte dreißig, hatte volles schwarzes Haar und einen muskelbepackten Körper. Er war an die zwei Meter groß. Seine blauen Augen waren halb geschlossen, sein durchdringender Blick musterte mich.

Er trug einen leichten Kaschmirpullover in Winterweiß, der sich an seine harten Brustmuskeln schmiegte. Die Farbe ließ das eisige Blau seiner Augen noch um ein Vielfaches intensiver wirken. Seine dunkle maßgeschneiderte Hose betonte die muskulösen Beine und schmalen Hüften.

Wenn ich schon meine Escort-Jungfräulichkeit verlieren sollte, konnte ich mir keinen besseren Klienten vorstellen.

Doch der Russe warf einen Blick hinter mich, als ob er jemand anders erwartet hätte.

»Ich bin’s nur«, sagte ich, überrascht, dass meine Stimme so ungezwungen klang, obwohl mein Herz wie verrückt hämmerte.

Ohne ein Wort drehte er sich um und ging in den Wohnbereich. Ich folgte.

Akzentbeleuchtung erhellte die geschmackvolle, moderne Ausstattung. Panoramafenster, die vom Boden bis zur Decke reichten, ermöglichten eine Aussicht auf die Stadt, die wohl die beste überhaupt sein musste. Sämtliche Balkontüren waren geöffnet, und der Klang der Wellen drang sogar bis zu uns hier oben. Der Raum war riesig; die Größe erinnerte mich an die Villa, die ich einmal mein Eigen genannt hatte. Oh, wenn ich nur wieder reich wäre …

Er sah mich an. »Ich habe eine Frau namens Iwanna gebucht. Ihre Agentur schlug sie vor, als ich meine Vorlieben angab.« Seine Stimme war tief und knurrig, und seine Worte waren von einem Akzent gefärbt.

Ich stand total auf Männer mit Akzent. Früher hatte mich Edwards schleppender Südstaaten-Tonfall stets aufgemuntert. Bis ich herausfand, dass er nicht aus Atlanta, sondern aus England stammte. »Eigentlich sollte Iwanna heute Abend kommen, aber sie musste sich leider krankmelden.«

»Ich habe eine große, schlanke Blondine angefordert, die mindestens Ende zwanzig sein sollte. Idealerweise aus Europa. Vielleicht hätte ihr Ersatz wenigstens eines meiner Kriterien erfüllen können.«

Stattdessen hatte er mich bekommen – zweiundzwanzig, keine eins sechzig groß, kurvig und brünett. Ach ja, und nur eine Generation von Kuba entfernt. Ich schenkte ihm ein aufgesetztes Lächeln und sagte neckend: »Ist Abwechslung nicht die Würze des Lebens, querido?« Liebster.

Er blieb ungerührt. »Du bist nicht, was ich bestellt habe.«

Ich wusste wohl selbst am besten, dass man nicht für etwas bezahlen sollte, um das man nie gebeten hatte. Eine Erinnerung blitzte auf: Edward, der sich langsam auf seine Waffe zubewegte, nur Augenblicke, nachdem er mir seine Liebe erklärt hatte.

»Bist du überhaupt schon volljährig?«, knurrte der Russe.

»Schon seit ein paar Jahren.«

Das schien ihn auch nicht zu überzeugen.

Ich hatte Getting to Yes – Das Harvard-Konzept gelesen – und das mehrfach – und war davon überzeugt, dass ich diesem Kerl schon noch ein Ja abringen können würde. Andererseits … war ich wirklich schon für diesen Schritt bereit? »Vielleicht kann ich dich ja dazu bringen, deine Meinung zu ändern.«

Als seine Miene daraufhin sogar noch eisiger wurde, freute ich mich regelrecht darauf, gleich mit einem Fußtritt vor die Tür befördert zu werden. Aus mir würde sicher eine bessere Gesetzlose als eine Edelnutte. Gesetzlos? Lang kann’s nicht mehr dauern, Cat.

»Ich nehme eine Entscheidung niemals zurück«, sagte er ernst.

Ich zuckte mit den Schultern. »Na gut, dein Pech.« Wie selbstbewusst ich klang! Wie eine Profi-Nutte. Erleichtert wandte ich mich zur Tür um und schlenderte auf sie zu.

Ich glaubte, ihn zischend Luft holen zu hören.

Mierda. Bei meinem Glück war mir sicher die Naht meines Kleides aufgeplatzt.

2

»Vielleicht war ich ein wenig … voreilig«, sagte er. »Bleib doch auf einen Drink.«

Hatte ich das meinem Hintern zu verdanken? War ich darüber froh?

Als ich mich umdrehte und zurücktapste, begab er sich zur Bar. Es würde also tatsächlich geschehen. Ich würde Sex gegen Geld haben.

Über die Schulter sagte er: »Ich bin Maximilian Sewastian.«

Ich versuchte, den Namen mit meiner Zunge zu formen. War gar nicht so leicht. Insgeheim beschloss ich, ihn in Máxim umzubenennen.

»Encantada. Angenehm. Ich bin Cat Marín.« Ich blickte mich auf der Suche nach meiner Zuwendung um. Nichts. Auch wenn mich das beunruhigte, schlenderte ich mutig zur Bar hinüber.

»Ist das dein Arbeitsname?«

Mein Alias. »So werde ich genannt.« Und es war der Name, der in meinen gefälschten Papieren stand, wenn ich gezwungen war, sie zu benutzen.

Ich hatte den Namen meiner Großmutter gewählt – Catarina – und den Namen ihrer Mutter – Marín, und dann hatte ich diese Identität angenommen. Auch wenn ich es vermisste, Lucía zu sein, war jenes Leben wie ein ferner Traum.

»Was willst du trinken?«

Gute Frage. Ich konnte mich gar nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal Alkohol zu mir genommen hatte. Vielleicht ein Bier nach einem Fünf-Kilometer-Lauf? »Ähm, das, was du trinkst.«

»Wodka Martini?« Vermutlich keine so gute Idee. »Du musst doch einen Lieblingscocktail haben.«

Ich konnte mich gerade noch bremsen, etwas Dummes wie »Sex on the Beach« von mir zu geben, und sagte stattdessen: »Weißwein wäre toll.«

»Du wirkst nervös.«

»Ich bin noch ziemlich neu in dem Geschäft«, gab ich zu.

»Ah ja. Ich habe schon viele Escort-Ladys gebucht, und bisher hat noch keine zugegeben, dass sie schon länger dabei ist.«

Er hielt mich für eine Lügnerin. Dabei war ich die grauenhafteste Lügnerin der Welt. Mir war schon sehr früh klar gewesen, dass ich es dermaßen hasste, in eine Lage zu geraten, in der ich die Unwahrheit sagen musste, dass mir das noch tagelang zu schaffen machte. Darum hatte ich einfach damit aufgehört. »Ich belüge dich nicht.«

Er winkte ab und wandte sich den Weinflaschen zu.

Während er das Angebot musterte, betrachtete ich ihn aus nächster Nähe. Er war tadellos rasiert, hatte glatte Haut, die frisch gebräunt wirkte, aber keine Lachfältchen um die Augen. Merkwürdig. Auch war kein Streifen heller Haut am Ringfinger zu sehen. Wenigstens war er nicht verheiratet.

Seine Lippen waren fest, seine weißen Zähne regelmäßig. Ein breiter, maskuliner Unterkiefer bildete das Gegenstück zu seiner starken Nase, dem kräftigen Kinn und seinen breiten Wangenknochen. Sein Haar war an den Seiten sehr kurz geschnitten, oben auf dem Kopf etwas länger. Wie es sich wohl anfühlen würde, mit den Fingern hindurchzufahren?

»Irgendwo auf dieser Etage gibt es ein Weinlager, aber ich glaube, dieser Wein wird dir gefallen.« Als er die Flasche entkorkte, bewegten sich seine Muskeln unter dem dünnen Pullover. Er trug eine Taucheruhr, die vermutlich mehr gekostet hatte als mein ganzer Rattenfallen-Apartmentkomplex.

Das Einzige, was mit seinem Anblick konkurrieren konnte, war die Aussicht. Der rundum verlaufende Balkon wurde von kleinen Fackeln entlang des durchsichtigen Glasgeländers erleuchtet. Hinter einem Schwimmbecken mit verdeckter Wasserkante – um das auszuprobieren würde ich glatt töten – konnte ich das Meer sehen. Der beinahe vollständig runde Mond hing schwer am Himmel.

»Geh ruhig hinaus und sieh dich um.« Er schenkte ein Glas ein und reichte es mir. »Ich komme gleich nach.«

Eigentlich sollte ich ja nichts tun, ehe ich nicht bezahlt worden war, aber nachdem ich rasch das Risiko gegen die Rendite abgewägt hatte, sagte ich: »Okay.« Ich schlenderte an dem Pool vorbei, aus dessen geheiztem Wasser Dampf aufstieg. Genauer gesagt war das gesamte Pooldeck geheizt. Ich trat ans Geländer und kostete den Wein, dessen Geschmack mir einen Seufzer entlockte. Jetzt verstand ich, was so reizvoll an alkoholischen Getränken war – wenn einem ein solches Tröpfchen zur Verfügung stand.

Eine warme Brise wehte, und ich atmete die salzige Luft tief ein. Beim Klang des Ozeans gingen meine Augen automatisch auf Halbmast. Fast hätte ich mir einbilden können, mich am Martinez Beach zu befinden. Vor beinahe einem Jahrhundert hatte meine Familie ein langgezogenes Grundstück direkt am Strand in der Nähe von Jacksonville gekauft und in einen Treuhandfonds gesteckt, ohne sich vorstellen zu können, welches Vermögen es heute wert sein würde.

Wenn ich schon nicht dorthin zurückkehren konnte, wäre ich zu gerne hier in dieser Stadt geblieben. Zu meinem Pech war das einzige Miami, das in meiner Zukunft eine Rolle spielen würde, M.I.A.M.I.: Money Is A Major Issue – Geld ist ein Riesenproblem.

Wenn ich heute wirklich so gut verdienen würde, könnte ich irgendwo einen Neuanfang machen, wo es genauso spannend war, vielleicht in LA oder San Diego. Ich würde gleich nach meiner letzten College-Prüfung fortgehen und mit Phase zwei meines Plans zur Zurückeroberung meines Lebens fortfahren: für immer verschwinden. Ich würde mir einen richtigen falschen Ausweis (Oxymoron?) kaufen und eine Sozialversicherungsnummer, die auch einer genaueren Untersuchung standhalten würde.

Da stand ich also und träumte von Reichtümern, wo ich bisher noch nicht mal meine Zuwendung erhalten hatte, geschweige denn ihm kostenpflichtige Sonderleistungen aufgeschwatzt hatte. Ich kannte meine Grenzen, aber davon abgesehen war ich unsicher, was ich alles tun würde.

Während ich trank, dachte ich an den Artikel, den Iwanna mir zu lesen gegeben hatte, um mir bei meiner ersten Verabredung zu helfen: »Die zehn besten Arten, um einen Klienten zu begeistern«. Es wurde Folgendes geraten: Ich solle atemlose Faszination mimen, wenn er redete, ihm Zuneigung vorspielen, Orgasmen vortäuschen und ihm stets recht geben.

Ernsthaft?

Máxim gesellte sich jetzt zu mir, die Weinflasche in der einen, sein Glas in der anderen Hand. Er stellte die Flasche auf einen Tisch in der Nähe und trat dann zu mir. Der Mond schien auf sein Gesicht, betonte seine wie gemeißelten Konturen vorteilhaft.

Ich begann mich zu entspannen, auch wenn ich bislang noch keine Kohle zu Gesicht bekommen hatte. Ganz egal, was sonst noch passieren würde, befand ich mich gegenwärtig mit einem Klienten im Penthouse des Seltane, der mir den FOTC bescheren könnte. Fuck of the century – Fick des Jahrhunderts.

Ich nahm einen weiteren Schluck. »Hast du diesen Jahrgang etwa mit ein paar Krümeln Crack gewürzt?«

»Mir ist das Crack leider gerade ausgegangen«, erwiderte er spöttisch. »Was hältst du von der Aussicht?«

Ich grinste ihn über den Rand des Glases hinweg an. »Ich halte sie für angemessen. Wenn man so etwas mag.«

Er quittierte meinen Versuch, Humor ins Spiel zu bringen, indem er den Kopf schief legte. »Ich habe dich mir auf der Website der Agentur angesehen.« Nur einige wenige Dinge, die Iwanna über mich aufgelistet hatte, entsprachen der Wahrheit: zwei Drittel meiner Maße und mein Status als CAN – certified all natural – garantiert alles natürlich, ohne chirurgische Eingriffe.

Ich erinnerte mich nur zu gut an die Biografie, die sie mir vorgelesen hatte: Ich mag tanzen (ich hasste tanzen) und Yoga (ich jogge). In meiner Freizeit (als ob ich so was hätte) sehe ich mir gerne Aktionskunst an (nein, gracias)oder gehe shoppen (die reinste Folter).

»Dein Foto ist ungewöhnlich«, sagte er.

»Ach ja?«

Iwanna hatte an einem abgelegenen Strand Bilder von mir gemacht. Ich hatte dabei schwarze Männershorts getragen, die sich über meine Pobacken nach oben schoben, kein Oberteil, nur Mascara, und meine Haare hatte ich hochgesteckt. Sie hatte eins gewählt, das sie von hinten aufgenommen hatte, ohne dass ich dafür posiert hätte.

Den Kopf hatte ich zur Seite gedreht, als ob ich etwas angesehen hätte. Mein Blick war in die Ferne geschweift, weil ich über diese ganze Sache nachgegrübelt hatte, da ich nach wie vor nicht davon überzeugt war, das Richtige zu tun. Ach ja, und natürlich war ich wie immer damit beschäftigt gewesen, Edward zu verfluchen.

Das Blut, das in hohem Bogen durch unser Schlafzimmer spritzte … diese widerlichen Geräusche …

Vergiss es, Cat.

»Es ist jedenfalls ganz anders als die üblichen Aufnahmen, im Boudoir, mit schmeichelnder Beleuchtung und gewagten Dessous.«

»Damit kennt sich ein Mann wie du natürlich aus, hm?« Ich trank erneut von dem Wein, bis ich mit gerunzelter Stirn feststellen musste, dass ich bereits am Boden des Glases angekommen war. »Ich bin eben nicht die Art Mädchen, die auf Boudoir-Szenen steht.«

Ohne ein Wort schenkte er mir nach. »Was für eine Art Mädchen bist du dann?«

Eine zähe Überlebenskünstlerin, die um jeden Preis am Leben bleiben wollte, um jeden weiteren Tag kämpfte. Aber was ich ihm sagte, war Folgendes: »Ein Mädchen, das an Oben-ohne-Strände für alle glaubt. Viva la revolución!« Ich fand das witzig, aber er legte nur wieder den Kopf zur Seite.

»Bei deinem Foto fragt man sich, worüber du wohl gerade nachdenkst. Das war Absicht, nicht wahr?«

»Ich habe das Foto, das auf die Seite gestellt wurde, nicht ausgesucht.« Ich hatte Iwanna nur deshalb erlaubt, es zu benutzen, weil ich darauf so vollkommen anders aussah als auf den letzten Bildern, die von mir gemacht worden waren, als ich noch ein Teenager war.

»Du bist sechsundzwanzig?«

Iwanna hatte die Zahl leicht aufgerundet. »Alt genug, um es besser zu wissen.«

Máxim starrte auf meine Brüste. »Maße: 89–58–91?«

»Sechsundachtzigeinhalb an guten Tagen. Die hab ich auch nicht selbst angegeben. Ich mag meine Oberweite.« Ich konnte auf einen BH verzichten, wenn ich wollte, aber trotzdem ein beachtliches Dekolleté zaubern, wenn nötig.

Er zog die Brauen zusammen. Ich hatte das Gefühl, er versuchte, mich in eine bestimmte Schublade zu stecken, wobei er allerdings auf unerwartete Schwierigkeiten traf.

Das hätte ich ihm gleich sagen können: Mein Arsch passt da eh nicht rein, yo.

»Du sprichst mit hörbarem Akzent. Du bist nicht in den Staaten geboren?«

»Ich bin in einem spanischsprachigen Haushalt aufgewachsen.« Mit una madre loca. Erzkatholisch. Trotz ihrer Weigerung, Englisch zu lernen, hatte sie mich bis zur Highschool zu Hause unterrichtet und die meisten Leute von unserem abgeschiedenen Strand ferngehalten. Ich dachte nicht gerne an meine Kindheit zurück, geschweige denn, dass ich über sie sprach.

»In Miami?«

Ich zuckte die Achseln. Derartige Fragen machten mich nervös. Je weniger jemand über mich wusste, umso besser. Verbindungen zu anderen waren wie Brotkrumen. Darum wagte ich es auch nicht, mich zu verabreden, ging nie unter Leute. Nicht, dass ich dazu überhaupt Zeit gehabt hätte, denn wenn ich nicht gerade zur Schule ging, musste ich Toiletten schrubben.

»Du redest wohl nicht gerne über dich?« Er lachte ohne jeden Humor. »Ist ja mal was ganz Neues.«

»Ach, du willst bestimmt nichts über mein total langweiliges Leben hören. Da kommt mir eine Idee – wie wär’s mit der Regel, einander keinerlei persönliche Fragen zu stellen?«

»Und du glaubst, du schaffst es, mich nicht nach meinem Leben zu löchern?«

Wenn es ihn davon abhielt, dasselbe zu tun? »Sí.«

»Also gut, dann lass uns nun zum Geschäftlichen übergehen. Ich glaube, jetzt kommt der Moment, in dem du mir zusätzliche Dienste zu verkaufen versuchst.«

Aufgeflogen.

»Ich werde dich nur für eine Stunde oder so brauchen«, fuhr er fort, »aber ich habe es nicht gern, an solche Dinge zu denken, darum habe ich dich für die halbe Nacht gebucht. Wie viel wird es kosten, mich alles mit dir tun zu lassen, was ich wünsche?«

Was würde ein Typ wie der hier – anbetungswürdig, reich, herablassend – wollen? »Einige Dinge kommen nicht infrage.«

Wut blitzte in seinen Augen auf. »Bei mir kommt alles infrage, kleines Mädchen.«

Das schien zum Problem zu werden. Nein, nein, denk an dein Mantra. Wenn eine gute Geschäftsfrau auf Schwierigkeiten stieß, sagte sie: »Kein Problem« und machte sich daran, die Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.

»Auch wenn ich deinen Körper gerne besser kennenlernen würde« – ich musterte ihn unverfroren von oben bis unten, was ihn zu überraschen schien –, »kann ich einige der Dienstleistungen, die du möglicherweise wünschst, nicht erbringen. Dafür gibt es auf der ganzen Welt nicht genug Geld.«

»Zum Beispiel?«

»BBBJ. Genauer gesagt, kommt ohne Kondom für mich überhaupt nicht infrage.«

»Das interessiert mich nicht. Du ersetzt heute Abend eine andere, und ich erwarte, dass du tust, was sie getan hätte. Was ich bei deiner Agentur bestellt habe.«

Mir fielen Iwannas spezielle Vorlieben ein: Bondage, Disziplinierung, Unterwerfung und all so was. Die entsprechende Ausrüstung fand sich überall in ihrer Wohnung verstreut. Hatte dieser Kerl sie etwa nicht nur wegen ihres Aussehens gebucht?

Da er sicherheitsüberprüft war, konnte er nicht allzu gefährlich sein. Wenn er mir genug Geld anbot, könnte ich einem Fremden so weit vertrauen, mich von ihm fesseln zu lassen? Mich völlig hilflos zu machen?

No,gracias.Meine Fähigkeit zu vertrauen, war zerbrochen, wie eine gebrochene Gliedmaße, die man nicht gerichtet hatte, und war inzwischen geschrumpft und nutzlos. Was Männer betraf, misstraute ich sogar mir selbst.

Aber ich wollte dieses Geld auf keinen Fall verlieren. »Warum sehen wir nicht einfach, wie die Nacht so läuft, wohin sie uns führt?« Wohinichdichführenkann. »Ich verspreche dir, wir werden beide zufrieden sein.«

Er kniff seine blauen Augen zusammen, und es war, als ob ich von einem eisigen Windstoß getroffen würde. »Versuch nicht, mit mir zu spielen. Und versteh mich nicht falsch. Es ist mir völlig egal, ob du das hier genießt oder nicht, also brauchst du gar nicht erst so tun, als ob.«

Was für ein Arsch! Cállate la boca, Cat! Halt die Klappe –

»Vorgetäuschte Leidenschaft werde ich nicht tolerieren.«

So viel zu Iwannas Artikel. Irgendwie brachte ich ein »Alles klar« heraus.

»Dann werde ich dir dreitausend bezahlen – und du wirst dich meinen Interessen gegenüber aufgeschlossen zeigen.«

Um ein Haar wären meine Knie eingeknickt. So viel Geld würde mein ganzes Leben verändern! Trotzdem kamen folgende Worte über meine Lippen: »Mach fünf draus, und wir sind im Geschäft.«

Er wurde ganz still. Hatte ich ihn verärgert? Alles ruiniert? Mima, meine Inselgroßmutter, pflegte zu sagen: »Schweinchen werden fett, aber Schweine werden geschlachtet.« Ich stand kurz davor, zu Schinkenspeck verarbeitet zu werden.

»Einverstanden«, sagte er.

Enserio? Augenblick mal, wozu hatte ich eigentlich meine Zustimmung gegeben? Seinen Interessen gegenüber aufgeschlossen zu sein?

»Ich nehme an, du möchtest im Voraus bezahlt werden.«

Heilige Scheiße! »Ja, porfavor.«

»Folge mir.« Er kehrte ins Wohnzimmer zurück und trat an einen kleinen Tisch, auf dem sich ein modischer Aktenkoffer befand.

Sobald sich fünfzig dicke Hundertdollarnoten in meiner Handtasche befanden, war mein Schicksal besiegelt.

Er nahm mir mein leeres Glas ab und stellte es hin. Ich hatte das zweite Glas auch schon leer getrunken? Eigentlich hätte ich beschwipst sein müssen, aber das verhinderten meine Nerven. Jetzt, wo der Kitzel des Handels nachließ, trat Furcht an seine Stelle.

Er ging zu einer Tür, während er über die Schulter hinweg sagte: »Komm. Ich bin neugierig, was ich mir in Miami mit fünftausend Dollar kaufen kann.«

Ich erstarrte, als er mich auf diese Weise daran erinnerte.

Am Eingang zum Schlafzimmer drehte er sich zu mir um. »Warum zögerst du? Vorgetäuschte Schüchternheit wird ebenso wenig toleriert.«

Ich war vollkommen durcheinander. Zwei Gedanken aber waren mir sehr präsent: DuwirstabsoforteineHuresein,Cat, kämpfte mit: FünftausendDollar,idiota! Was sagte mein Bauch? Oh ja.

Aber Iwanna hatte recht; mit diesem Kerl hätte ich auch ohne Geld Sex.

Außerdem verlangte meine Lage nach drastischen Maßnahmen. Nichts, was dieser Mann mit mir tun konnte, würde schlimmer sein als das, was Edward tun würde, sollte er mich in die Hände bekommen.

Da er mein Ehemann war und ich seinen Plan, mich umzubringen, vereitelt hatte.

Diesen Gedanken hielt ich fest, als ich mich zu dem Russen im Schlafzimmer gesellte. Was ich auf dem Bett sah, ließ mich wie festgewurzelt stehen bleiben.

3

Ein Ballknebel. Eine Peitsche. Lederfesseln.

Ni en broma. Nie im Leben.

Nein, nein, sicherlich würde ich einen hübschen Kompromiss aushandeln können. Dieser Mann musste sich doch für mehr als BDSM interessieren. »Erklär mir, was du mit mir tun würdest.«

»Sobald du dich ausgezogen hast, begibst du dich am Rand der Matratze auf die Knie und legst dir den Knebel an«, sagte er kühl. »Ich werde dir die Arme hinter dem Rücken fesseln und du wirst dich vorbeugen, bis deine Stirn die Matratze berührt. Dann werde ich deinen Körper auspeitschen, wo immer es mir beliebt. Wenn ich genug davon habe, werde ich dich von hinten nehmen.«

Das klang wie ein Drehbuch. Als ob er das mit jeder Prostituierten täte.

Er hatte nichts darüber gesagt, meine Nippel zu küssen, mich zu liebkosen. In seinem Szenario würden wir einander so wenig wie irgend möglich berühren, während wir technisch gesehen immer noch Sex hatten. Er würde weder mein Gesicht sehen noch meine Stimme hören. Er würde mich nicht einmal berühren, um mir den Knebel anzulegen!

Ich wäre nicht mehr als ein Gefäß. Na ja, er hatte mich ja gewarnt. Ein gesichtsloses, stimmloses Gefäß.

Das bring ich noch nicht. Also blieben mir nur zwei Optionen: Entweder haute ich ab oder ich versuchte, ihn umzustimmen. Schließlich hatte ich nichts zu verlieren. Wie wäre es, wenn ich das Ganze in eine Männerfantasie verwandelte? Ich konnte heute Nacht jede beliebige Frau sein. Eine Femme fatale, ein männermordender Vamp.

»Wenn dein Drehbuch auch … interessant klingt«, sagte ich, »glaube ich nicht, dass es das ist, was du wirklich willst.«

Seine Brauen schossen in die Höhe. »Das glaubst du nicht?«

Ich wandte mich wieder dem Wohnbereich der Suite zu. In dem sanft erleuchteten Raum standen sämtliche Fenster und Türen offen. Durchscheinende, vom Mond beschienene Vorhänge flatterten. Mit lässigen Schritten schlenderte ich hinter die Couch. Als ich auf die Rückenpolster klopfte, um ihn aufzufordern, zu mir zu kommen, presste er die Lippen aufeinander.

Es vergingen lange, angsterfüllte Momente, in denen wir einander anstarrten. Herzschlag … Herzschlag … Herzschlag. Bis ihn die Neugier zwang, zu mir hinüberzukommen.

Als er sich setzte, lächelte ich und trat um die Couch herum, bis ich genau vor ihm stand. Ich trat vor, bis er gezwungen war, Platz für mich zu schaffen, indem er die Knie spreizte.

Ich spielte mit der Schärpe seitlich an meinem Kleid. »Hättest du gerne, dass ich das hier ausziehe, Ruso?« Russe.

Ein kurzes Nicken.

Langsam löste ich die Schärpe. Ließ mein Kleid offen stehen wie einen Bademantel, sodass er einen Blick auf meinen aufreizenden schwarzen Halbschalen-BH und den dazu passenden Stringtanga erhaschte.

Ich vermochte seiner Miene nichts zu entnehmen, konnte nicht sagen, ob ihm der Anblick gefiel oder nicht. Er wirkte eiskalt.

Warum wurde mir dann heiß, während ich für ihn strippte? Ich warf einen Blick auf seine großen, maskulinen Hände. Wie es sich anfühlen würde, wenn sie meine Brüste drückten oder mein Geschlecht umfassten? Meine Nippel waren hart, mein Höschen wurde feucht. Ich trug sonst nie solche Unterwäsche und fühlte mich nach meinem Waxing vor ein paar Tagen jetzt supersensibel.

Mit einem Schulterzucken schälte ich mich aus meinem Kleid und warf es auf den Sitz neben ihm. Als ich mich ihm in Unterwäsche präsentierte, legte er lässig die Arme über den Rücken der Couch.

»Dreh dich für mich um dich selbst.« Er war so ruhig, regelrecht gleichgültig. Das Ganze fühlte sich wie das Vorspiel mit einem Computer an. Einem DDG-Computer. »Langsam.«

Ich rief mir in Erinnerung, dass ich eine Femme fatale spielte. Meine zwei Gläser Wein sagten mir, dass ich das richtig gut machte.

Während ich mich um mich selbst drehte, spürte ich seine Augen auf meinen Pobacken, die der winzige Tanga vortrefflich präsentierte. Was mich noch feuchter machte. Ich würde mit Gewissheit nicht heimlich mit Gleitgel hantieren müssen. Ganz im Gegenteil, vielleicht sollte ich mein Höschen lieber noch ein wenig länger anlassen. Es war schon ein Weilchen her, seit ich zuletzt die Zeit oder die Energie gehabt hatte, zu masturbieren. Was, wenn ich die Beherrschung verlor?

Es ging mir wie jedem anderen Menschen auf der Erde – wenn mein Körper erregt war, arbeitete mein Hirn nicht mehr. Allerdings kam es bei mir gleich zu einer Notabschaltung, einer völligen Arbeitsniederlegung. Dabei brauchte ich meinen Verstand doch, um mit diesem Kerl fertigzuwerden.

Jetzt stand ich ihm wieder gegenüber. War seine Atmung einen Hauch flacher geworden? »Zeig mir deine Brüste. Lass mich mal sehen, ob mir deine Maße genauso gut gefallen wie dir selbst.«

Ich legte den BH ab und warf ihn meinem Kleid hinterher. Insgeheim war ich ziemlich stolz auf meine kecken Brüste. Sie passten zu meinem Körper, waren aber recht prall, mit emporragenden Nippeln, deren Farbe zwischen Pink und Braun lag. Meine kleinen Brustwarzenvorhöfe waren ein wenig erhoben, sodass meine Nippel leicht geschwollen wirkten.

Als ich die Schultern durchdrückte, weiteten sich die Nasenlöcher des Russen – endlich ein Zeichen von Leidenschaft!

»Sehr nett. Ich hätte nicht gedacht, dass die Vorderansicht mit der von hinten konkurrieren könnte.«

Wow. Ein richtiges Kompliment. Meine Aufmerksamkeit wurde nach unten abgelenkt. Eine verdammt große Erektion drückte sich gegen den Stoff seiner Hose. Muy grande. Vielleicht zu groß? Auch wenn ich ziemlich viel rumgemacht hatte, war der Einzige, mit dem ich je Geschlechtsverkehr gehabt hatte, Edward, und der war nicht mal annähernd so gut ausgestattet.

»Mach weiter.«

Sollte ich mich vollständig ausziehen? Ich entschied mich dagegen, trat stattdessen vor und setzte mich rittlings auf ihn. Meine Knie befanden sich neben seinen Hüften, meine Hände auf seinen Schultern. Eine Meeresbrise trieb herein, vermischte sich mit seinem berauschenden Duft – einer Mischung von Sandelholz und heißem Mann. Sein Duft ließ mich erbeben; es war wie ein unfairer Vorteil, den er nutzte, um neue Hostessen zu berauschen.

Als ich mich auf seinen dicken Schwanz niederließ, konnte ich seine Hitze sogar durch unsere Kleidung hindurch fühlen. Meine Augen weiteten sich – seine wurden schmal.

Schon bald würde ich all das in mich aufnehmen. Dieser Gedanke ließ mich nicht länger zaudern. Ich erschauerte vor Begehren. Meine Nippel zogen sich noch fester zusammen, direkt vor seinen Augen.

Ich wollte diesen Mann, diesen Fremden.

Die Kerle, bei denen ich je gekommen war, konnte ich an einer Hand abzählen. Meistens war es eher Zufall gewesen, wenn ich auf irgendeinem Rücksitz mit einem Jungen gefummelt oder mich auf einer Bierparty an einem gerieben hatte. Edward hatte es nicht mal annähernd geschafft. Nicht, dass ihn das interessiert hätte. Dieser Russe hingegen –

»Ich habe dich nicht aufgefordert, dich auf mich zu setzen«, fuhr er mich an. Sein Körper versteifte sich – auf eine Weise, die Wut ausdrückte.

Ich erstarrte verwirrt. Den meisten Kerlen gefiel es, wenn sich Mädchen mit nackten Titten auf ihren Schoß setzten.

»Du gehst einfach davon aus, dass ich will, dass du dich auf mich setzt?« Seine Stimme hätte unmöglich noch schneidender klingen können. Er packte mich und hob mich auf die Seite – als ob er meinen Körper gar nicht schnell genug fortschleudern könnte.

Doch dann hielt er inne. Seine Hände fühlten sich so riesig auf mir an; seine Finger bedeckten den Großteil meines Hinterns. Nach kurzem Zögern – die Zeit schien einen Moment lang für uns stillzustehen – begann er mich zu kneten. Als seine Hände nach unten wanderten, um meine Kurven zu umfassen, entfuhr ihm ein leises Stöhnen. Dennoch hielt er mich nach wie vor fest.

Wieder passierte etwas, das ich nicht begriff, als ob in ihm ein Kampf ausgetragen würde. Mein von Lust gedämpfter Verstand fragte sich, ob er Frauen deshalb fesselte und von hinten nahm, weil er nicht gerne in zu engen Kontakt mit ihnen kam.

Gerade als ich entschieden hatte, dass genau das der Fall sein musste, ließ er mich wieder auf seinen Schoß nieder, sodass sich die erhobene Beule seines Schwanzes direkt zwischen meinen Beinen befand. Hatte ich diese Runde etwa gewonnen?

Seine Wut schien er erst einmal auf Eis gelegt zu haben, aber er war nicht bereit, seine Niederlage zuzugeben. »Du weigerst dich immer noch, mir das zu geben, was ich will?«

Und er ging darauf ein? Mit neuem Mut beugte ich mich zu seinem Ohr vor. »Ich werde dir geben, was du brauchst, Ruso.« Der Wein und meine Erregung ließen meinen eigenen Akzent noch deutlicher ausgeprägt werden. Meine hart gewordenen Nippel streiften die feine Kaschmirwolle seines Pullovers, was sich so unglaublich anfühlte, dass ich die Bewegung gleich noch einmal wiederholte.

Was wäre notwendig, um den Mann dazu zu bringen, seinen Mund auf meine Brust zu pressen? Als ich mir vorstellte, wie er an mir saugte … stahl sich ein leises Stöhnen über meine Lippen, mein Rücken bog sich leicht durch.

Seine Hand schloss sich um meinen Nacken. »Was für eine Hure schlägt einem Klienten frech seine Wünsche ab? Entweder bringt dir dieser Job nicht mal genug Geld ein, um dir Essen zu kaufen, oder aber du machst ein Vermögen …« Er verstummte, als ich meine Hüften kreisen, mein Geschlecht über seinen Schwanz gleiten ließ, mit nicht mehr als meinem durchnässten String und seiner Hose zwischen uns.

Das Gefühl ließ mich aufstöhnen, meine Atmung wurde flacher. Meine Klitoris begann zu pulsieren.

Er zog die Hände fort, legte die Arme wieder über die Rückenlehne der Couch, so, als ob er die bewusste Entscheidung getroffen hätte, mich nicht zu berühren. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, auf die Probe gestellt zu werden – oder aber er war es, der sich einem Test unterzog. »Nimm die Hände hinter den Rücken. Sofort.«

Vermutlich erwartete er von mir, meine Ellbogen zu umfassen. »Selbstverständlich.« Stattdessen ließ ich meine Hände direkt hinter meinem Hintern niedersinken und hielt mich an seinen Oberschenkeln fest, um das Gleichgewicht zu halten.

Wieder erstarrte er, aber noch ehe er ein Wort sagen konnte, ließ ich meine Hüften über seine Erektion tanzen. Mein Kopf fiel zurück und ich stöhnte. Ich hatte ganz vergessen, wie unwiderstehlich Sexspielchen sein konnten, hatte alles über unbezwingbares Verlangen und die Härte des männlichen Körpers vergessen.

Ich blickte dem Russen ins Gesicht, als ich ihn zu reiten begann. Obwohl sein Blick wie gebannt an der Stelle klebte, an der sich unsere Körper trafen, weigerte er sich, die eigenen Hüften zu bewegen, um mir entgegenzukommen. Egal. Die Beule unter seinem Reißverschluss befand sich genau unter meiner geschwollenen Klitoris, und mein durchnässtes Höschen rieb an meiner Knospe. Fricción! Schwüle, feuchte Reibung … die mich meinem Orgasmus immer näher brachte. Schon bald keuchte ich, während ich mich wie eine Stripperin an der Stange an ihm rieb.

Er grub die Hände tief in die Couch, die Knöchel seiner langen Finger färbten sich weiß. »Du glaubst, das ist es, was ich brauche?« Seine Stimme allein hätte mich schon zum Höhepunkt bringen können. Das heisere Timbre war noch eine Etage tiefer gerutscht. »Geritten zu werden?«

»Ich glaube, du brauchst Leidenschaft.« Davon war ich überzeugt.

»Wenn sie nicht vorgetäuscht wäre, vielleicht.«

Ich hätte beinahe gelacht. »Oh, ich täusche gar nichts vor.« Wie konnte ich ihm nur beibringen, dass ich in Kürze kommen würde?

»Augenblick.« Er packte meine rotierenden Hüften, hielt sie fest. »Hoch mit dir.«

Verwirrt legte ich die Hände auf seine Schultern und erhob mich auf die Knie. Wollte er mich schon wieder von sich schleudern? Dann folgte ich dem Blick seiner zusammengekniffenen Augen.

Seine Hose, die vermutlich Tausende von Dollars kostete, wies jetzt einen feuchten Fleck in seinem Schoß auf. Ich hatte ihn durch meinen Tanga hindurch benässt.

Vermutlich hätte ich mir über seine Reaktion Sorgen machen sollen, aber ich war viel zu erregt, als dass mich das noch interessiert hätte. Rasch ließ ich mich so weit sinken, wie seine Hände es erlaubten – ich wollte seinen heißen, harten Schwanz wieder an mir spüren.

»Blyad’!«, krächzte er. Was auch immer das heißen sollte. »Du bist wirklich nass. Sehr nass. Du hast mich benutzt, um zum Orgasmus zu kommen?«

»Por Dios, warum redest du so viel?«, brachte ich zwischen keuchenden Atemzügen heraus. »Ich will endlich kommen, Ruso.«

Er sah mich blinzelnd an. Der coole, distanzierte Russe wirkte fassungslos. »Dann tu dir keinen Zwang an.« Er ließ meine Hüften los. »Mach weiter.«

»Gracias.« Ich seufzte vor Erleichterung und ließ auf dem Weg nach unten meine Nippel an seiner Brust entlanggleiten. Wenn er das erlaubt hatte … Meine Finger fuhren in sein Haar, und ich beugte mich vor, um seinen Hals zu küssen. Als ich sanft an der Haut über seinem Puls saugte, fiel sein Kopf zurück.

Ich verlor den harten Grat seines Reißverschlusses, darum rutschte ich auf ihm hin und her, auf der Suche danach. Hatten sich etwa endlich seine Hüften bewegt? Wollte auch er jetzt diesen Kontakt?

Ich fand den perfekten Ort. »Ay, perfección.«

Als ich wieder begann, sah er mich an; sein blauer Blick zuckte von meinen Augen zu meinen Lippen, zu meinen Titten und dem Tanga hinab und wieder zurück.

Während ich mir auf diese Weise Lust verschaffte, erregten seine Lippen meine Aufmerksamkeit. Sie waren genauso attraktiv wie alles an ihm. Die vollere Unterlippe wies eine sexy kleine Kerbe in der Mitte auf. Wie es wohl wäre, ihn zu küssen?

Iwanna sagte immer, dass dadurch zu tiefe Bindungen zwischen den Menschen entstünden und dass man sich schließlich noch etwas Besonderes für einen echten Geliebten aufsparen müsse. Ich hatte keinen Geliebten und keine Angst vor Bindung. In diesem Augenblick, an der Schwelle zum Orgasmus, hatte ich überhaupt keine Ängste! Ich blickte auf seine Lippen, leckte über die meinen.

»Du glaubst, ich brauche einen Kuss?« Seine Stimme war heiser.

»Braucht das nicht jeder –«

Seine Hüften bäumten sich auf, stießen seinen unnachgiebigen Schwanz gegen meinen Tanga.

Endlich! »Oh! Fricción … Mach das noch mal, por favor.«

Er machte es noch mal. Und noch mal. Schon bald stöhnte er bei jedem Stoß, doch es klang eher schmerzerfüllt, so, als ob er jedes Mal einen Boxhieb in den Magen bekäme … oder als ob er versuchte, es zu unterdrücken.

Über all das würde ich nachdenken. Später. »Hör nicht auf!«

Während er gegen mich stieß, murmelte ich unverständliche Dinge, wechselte von einer Sprache in die andere, bemühte mich, rüberzubringen, dass ich kurz davorstand. »Oh mein Gott. Ay, Dios mío.«

»Du kommst gleich?«, fragte er mit erstickter Stimme.

»Ich verbrenne gleich!« Ich umfasste sein Gesicht mit beiden Händen.

Unsere Blicke verkeilten sich ineinander. Seiner war immer noch trotzig und wütend, sein Kinn ragte störrisch hervor – während er jede meiner Bewegungen erwiderte.

»Nein, nein, cariño.« Ich rieb mit dem Daumen über seine Unterlippe, während ich flüsterte: »No te pongas bravo conmigo. Sei nicht wütend auf mich. Schon bald werden wir uns beide gut fühlen.« Ich beugte mich hinab und bedeckte seinen Mund mit meinem. Seine Lippen waren fest und heiß. Ich leckte über die Stelle, an der sie zusammentrafen, wimmerte. Meine Bewegungen wurden schneller, bis ich den Schwanz des Russen wie wild ritt.

Seine Lippen öffneten sich; meine Zungenspitze fand seine – der letzte Funken –

Lust. Explodierte. Elektrifizierte mich.

Stromstöße rasten durch meine Adern, gefolgt von … Feuer.

»Mmmm!«, schrie ich in seinen Mund. Ein tiefes Glücksgefühl erfasste mich, zwang meine Hüften, weiter auf ihm zu kreisen. Selbstvergessen rieb ich meine Titten an seiner Brust. Ich stöhnte, ritt ihn wie ein Spielzeug, während sich meine Vagina immer wieder zusammenzog.

Erst als mein Verstand wieder einsetzte und die Zuckungen abebbten, merkte ich, dass er den Kuss nicht erwiderte. Ich zog mich zurück.

Er verharrte vollkommen bewegungslos. Jene Anspannung in ihm wuchs immer noch weiter an. »Du hast mich geküsst. Du bist gekommen. Das hätte nicht passieren dürfen.«

»Das geschah in der Hitze des Augenblicks. No te pongas –«

Er wickelte mein Haar um seine Faust, zog mich an sich heran, bis sich unsere Lippen trafen.

Als ich aufkeuchte, begann er mich voller Leidenschaft zu küssen. Er küsste, als ob er seit Jahren nicht mehr die Lippen einer Frau berührt hätte, als ob er sein Verlangen die ganze Zeit über aufgespart hätte. Ich keuchte, sein Atem ging schwer. Seine Hände wanderten hinab, bis sie meinen halb nackten Hintern umfassten.

Aus seinem Brustkorb drang ein Knurren. Ein richtiges Knurren. Die Vorstellung, in jemandem derartige Lust auszulösen, turnte mich so sehr an, dass meine Erregung um ein Vielfaches vergrößert zurückkehrte. Ich hielt sein Gesicht zwischen den Händen und saugte an seiner Zunge. Er stöhnte, seine Finger gruben sich in meine Kurven, während ich erneut die Hüften auf ihm kreisen ließ.

Ich unterbrach den Kuss für einen Atemzug. »Was tust du nur mit mir?«

»Ich könnte dich dasselbe fragen«, brachte er mit verwirrter Stimme heraus. »Ich verabscheue Überraschungen. Ich toleriere sie nicht. Und dennoch …« Er zog die Brauen zusammen. Er wirkte … nicht berechnend, aber doch beinahe so, als ob er an der Lösung eines Problems arbeitete. »Immer noch da«, murmelte er vor sich hin. Dann riss er mich an sich und vergrub das Gesicht an meinen Brüsten, während seine Lippen sich auf die Suche begaben.

Ich wölbte mich seinem Mund entgegen.

»In dem Moment, in dem ich diese schwellenden Nippel sah, fürchtete ich, ich könnte dich nicht gehen lassen, ehe ich an ihnen gesaugt habe.«

Fürchtete? Warum sollte er … Meine Gedanken verblassten, als er den Kopf wandte, um einen Nippel zwischen seine Lippen zu nehmen und mit der Zunge über dessen hochempfindlichen Gipfel zu fahren. Als er mit einem Stöhnen daran saugte, schrie ich auf: »Endlich!« Wieder entbrannte ich lichterloh! Innerlich wund. Ich brauchte mehr.

Dann wandte er sich dem anderen Nippel zu. »So süß und prall. Sie necken meine Zunge.« Sobald er auch diesen bearbeitet hatte, bis er nass und geschwollen war, schob er mich ein Stück von sich, um mir ins Gesicht zu sehen. Seine Miene verriet Erregung. »Das alles ist akzeptabel.«

»D-Das finde ich auch.«

»Überaus akzeptabel.«

Okay? Was ging hier vor sich?

Ich spürte ein brennendes Verlangen nach mir in ihm, das er nur mit Mühe zu unterdrücken vermochte – und das immer weiter anwuchs. Eine andere Frau hätte sich womöglich davor gefürchtet; ich sog es in mich auf wie guten Wein.

»Ah, kleine Cat.« In seinen hinterlistigen blauen Augen leuchtete ein Funke. »Gleich wirst du gevögelt werden. Und wie.«

4

Er legte mich auf die Couch zurück, während er wie ein Raubtier über mir aufragte. Ohne Vorwarnung packte er meine Fußknöchel mit einer Hand und hob meinen Körper an, während er mir den Stringtanga vom Leib riss und die Seide fortschleuderte.

»Spreiz die Schenkel.«

Durch diese Wendung verwirrt, folgte ich zögernd seinem Befehl.

Die Augen unverrückt auf mein Geschlecht gerichtet, leckte er sich über die Lippen. »So köstlich nass. Ich kann dein Verlangen sehen. Hast du den Orgasmus genossen, den du dir gestohlen hast?«

»Gestohlen?«

Er kniete sich auf die Couch, griff zwischen meine Beine. Mit dem Zeigefinger fuhr er über meine Schamlippen, verteilte meine Feuchtigkeit, dann rieb er mich genau über dem Eingang zu meinem Innersten.

Meine Lider wurden schwer, während ich sein Gesicht beobachtete. Sein faszinierter Blick war von Spannung erfüllt, während ich sogar noch nasser für ihn wurde. Ich hatte den Eindruck, dass er schon seit Ewigkeiten keine Frau mehr gefingert hatte. Das war in seinem »Drehbuch« selbstverständlich auch nicht vorgesehen gewesen.

Er neckte meine Öffnung, bis ich mich vor Lust wand, kurz davor, mir seinen Finger reinzuschieben. »Du wirst immer nasser. Ich könnte dich einfach so gleich noch mal kommen lassen.«

Ja, aber ich würde den Verstand verlieren! »Más. Gib mir mehr, Máxim.«

Seine Augen wurden schmal. »Du nennst mich Máxim?«

»Ich nenne dich, wie immer du willst, wenn du mich nur weiter fingerst.« Meine Zehen krampften sich in den Stilettos zusammen.

Während er tiefer vordrang, Zentimeter für Zentimeter, stöhnte ich, als ich mich zunehmend ausgefüllt fühlte.

»Deine kleine Klit ist so geschwollen. Willst du, dass ich sie reibe?«

»Ja!«

»Oder musst du gevögelt werden?«

»Beides! Ganz egal, was! Alles …«

Doch dann runzelte er die Stirn. »Du bist unglaublich eng. Sehr eng.«

Ob er sehen konnte, dass ich seit einer Ewigkeit keinen Sex mehr gehabt hatte? Muss ihn ablenken. »Ich werde so was von eng um deinen Schwanz sein, querido.«

Er pumpte mit seinem Finger in mich. »Sag mir, dass du es willst.« Er legte seine freie Hand über eine meiner Brüste und rieb mit dem Daumen den Nippel.

»Ja, ich will deinen Schwanz!« Meine Schenkel bebten. Ich war auf dem besten Weg zum nächsten Orgasmus, dabei hatte er meine Klit noch nicht mal berührt. Noch nie hatte ich mit einem Mann so viel Lust verspürt. Ich liebte es, Escort-Lady zu sein!

Er kniff in meinen anderen Nippel. »Dann werde ich ihn dir noch ein Weilchen vorenthalten.« Seine Hand zwischen meinen Beinen hielt inne. »Reite meinen Finger.« Wieder spürte ich eine Welle der Erwartung in ihm aufbranden wie bei einem Kind mit einem neuen Spielzeug.

Schamlos vor Verlangen begann ich mich gegen seine Hand zu bewegen, sodass sein Finger immer wieder in mich hinein – und wieder herausglitt. Ich stand kurz davor, abzuheben, als sein Daumen meine sehnsüchtige Klit berührte. »Ohhmm!«

Er rieb sie in langsamen Kreisen, während er mich weiter fingerte.

Ich verdrehte die Augen und wölbte den Rücken, sodass meine harten Nippel in Richtung Decke wiesen.

»Du willst schon wieder kommen?«, fragte er ungläubig. »Sieh mich an.«

Nur mit Mühe hob ich den Kopf.

»Du kommst nicht ohne meine Erlaubnis.«

Qué? Ich hatte das schließlich nicht unter Kontrolle.

»Bitte mich um Erlaubnis. Sag ›Darf ich für dich kommen?‹«

Verwirrt flüsterte ich die Frage.

Mir war nicht klar gewesen, dass ich Spanisch gesprochen hatte, ehe er mit heiserer Stimme forderte: »Auf Englisch, du wunderschönes Mädchen.«

»Darf ich für dich kommen?«

»Erst wenn ich es dir sage.« Er zwängte einen zweiten Finger in mich hinein, schraubte ihn in die Enge meines Innersten.

Das Gefühl der Erfülltheit war der letzte Funken. »Máxim!« Das Feuer war zurück, versengte jeden Zentimeter meines Körpers. Während ich den Kopf hin und her warf, hörte ich ihn wie aus weiter Ferne sagen, dass er fühlte, wie sich meine Muskeln zusammenziehen, dass ich ein böses Mädchen gewesen sei und er mich bestrafen würde, weil ich ohne Erlaubnis gekommen war.

Doch dabei hörte er nicht auf, seine kräftigen Finger in mich zu stoßen und mit dem Daumen über meiner Klit zu kreisen, um auf diese Weise meinen Orgasmus zu verlängern, mich zu zwingen, jede einzelne Welle zu erklimmen, jede köstliche Zuckung …

Als er sich aus mir zurückzog, quittierte ich diesen Verlust mit einem Stöhnen. Noch war ich nicht befriedigt. Aus irgendeinem Grund war ich sogar noch erregter als zu Beginn.

Sein glühender Blick wanderte über meinen nackten Körper, musterte mein nasses glänzendes Zentrum, meine gerötete Kehle, meine geschwollenen Brüste – sogar mein Haar, das sich fächerförmig um meinen Kopf herum ausbreitete. Er streckte die Hand aus und nahm eine Strähne. »Du bist so verdammt sexy«, sagte er heiser. Gleich darauf zog er die Stirn in Falten und ließ die Strähne fallen. War er überrascht, dass er mich sexy fand – oder darüber, dass er es mir gesagt hatte? »Du willst mich auch.«

»Wollen? Estoy desesperada!«

Er stand auf, um sich auszuziehen. »Verzweifelt? Mach dir keine Sorgen, gleich werde ich dir geben, was du brauchst.« Er legte Schuhe und Socken ab, dann zog er sich den Pullover über den Kopf.

Als er mehr von seinem Körper enthüllte, erbebte ich vor freudiger Erwartung. Seine breiten Schultern waren muskulös, seine Brustmuskeln hart, die Nippel dunkel, seine Arme kräftig. Er hatte einen perfekten Waschbrettbauch, von dem eine quälend verführerische Linie schwarzer Härchen nach unten führte, in die ich am liebsten auf der Stelle mein Gesicht geschmiegt hätte. Die gebräunte Haut auf Brust und Armen wies einige leicht erhöhte Narben auf, die seinem Wahnsinnsaussehen aber keinen Abbruch taten.

Seine Miene wurde ernst. »Du hast dich mir widersetzt. Du bist ohne Erlaubnis gekommen.«

Ich streckte die Arme über den Kopf – ich liebte es, seinen Blick auf mir zu spüren. »Ich bereue nichts.«

Er öffnete die Schnalle seines Gürtels; seine Bewegungen wirkten bedrohlich. Warum fühlte ich also keine Angst vor diesem fremden Mann? Ehe er seine Hose öffnete, zog er ein Kondom aus der Tasche. Als er die Hose mit einiger Mühe über seine massive Erektion nach unten zog, blieb mir glatt der Mund offen stehen.

Sein Schwanz war ein Kunstwerk. Der mit dicken Adern besetzte Schaft war riesig, seine Spitze feucht, die Eichel pflaumenfarben. Ich wünschte, ich könnte jeden einzelnen Zentimeter ausgiebig erforschen. Ich war nie ein Fan von Blowjobs gewesen, aber jetzt leckte ich mir über die Lippen, als ich mir vorstellte, wie meine Zunge über die runde Eichel zuckte, sie neckte. Wie mein Mund den langen Schaft bearbeitete …

Er stand nackt vor mir; nie zuvor hatte ich einen schöneren Körper gesehen. Mir lief das Wasser im Munde zusammen. Ich vermochte nur einen einzigen Gedanken zu fassen: Das ist der beste Job aller Zeiten!

Er legte seine große Faust um seinen Schaft und rieb ihn einmal. Mir blieb die Luft weg. Ein weiterer Tropfen formte sich im Schlitz der Eichel. Als er das Kondom überzog, das Größe »Extra large« sein musste, sagte er: »Zeig mir, was ich schon bald genießen werde.« Sein Tonfall war unmissverständlich; er hatte mir einen Befehl erteilt.

Dieser schöne, arrogante Mann.

Ich würde seinen Befehl befolgen, aber auf meine Art und Weise. Ich hob einen Fuß auf die Lehne der Couch, sodass der Absatz auf der Naht des Polsters zu liegen kam. Dann ließ ich meine Knie auseinanderfallen. In dieser Position ließ ich meinen Unterkörper rotieren, lockte ihn mit meinen weit gespreizten Beinen. »Wie gefällt dir die Abwechslung jetzt, querido?«

Sein Schwanz pulsierte in seiner Hand, und er murmelte etwas auf Russisch, das wie ein Fluch klang. Er kehrte zur Couch zurück und kniete sich zwischen meine Beine. Mir fiel auf, wie unterschiedlich wir gebaut waren. Neben ihm fühlte ich mich winzig und zerbrechlich – während er nur aus harten Kanten und Kraft zu bestehen schien.

Er beugte sich über mich, wobei er meine Handgelenke mit einer Hand über meinem Kopf festhielt. Mit der anderen Hand ergriff er seinen Schaft und platzierte ihn. Als die Eichel durch meine feuchten Schamlippen nach unten glitt, sog er zischend den Atem ein. »So verdammt nass für mich.«

Als seine breite Eichel gegen meine sensible Öffnung drückte, machte ich mir zum ersten Mal Sorgen.

Ich war zwar klitschnass, aber er war riesig –

Er schob ihn bis zum Anschlag hinein und schrie vor Lust auf.

Zu groß! »Au! Warte mal!« Ich wehrte mich gegen seinen Griff. »Mierda, gib mir ein paar Sekunden.«

Mit geöffnetem Mund ließ er meine Handgelenke los und ließ sich auf die Knie sinken, während ich weiterhin auf seinen Schwanz aufgespießt war. »Au? Warte mal?« Zum zweiten Mal warf er mir diesen Blick zu: eine Mischung aus Schock und Erstaunen. Ich verpasste seiner Miene den Namen Máximo shockeado. »Du bist fest entschlossen, deinen Fick zu genießen?«

Ich vermutete, andere Frauen hatten ihn einfach weitermachen lassen. »Gib mir Zeit, bis ich mich an deine Größe gewöhnt habe.« Ich umschloss ihn so fest, dass ich seinen Schwanz im Rhythmus mit jedem seiner Herzschläge pulsieren fühlte. »Kannst du das?«

Er hielt vollkommen still, auch wenn die Anstrengung seinen ganzen Körper erbeben ließ. Seine Haut überzog sich mit glänzendem Schweiß. »Irgendwie«, brachte er mühsam heraus.

Vorsichtig bewegte ich die Hüften, sodass sein Schaft hinaus- und wieder hineinglitt.

Rein … raus …

Rein … raus …

Rein. Raus.

Rein.

Bei jedem Mal gelang es mir, seinen Schwanz ein wenig leichter in mir aufzunehmen, während mein Körper sich an seinen gewöhnte. Lust ließ den Schmerz verschwinden. Wieder wurden meine Lider schwer.

»Braves Mädchen.« Sein Blick verharrte unbewegt zwischen meinen Beinen. »Wie ich sehe, kannst du mich jetzt aufnehmen, dushen’ka.«

Als er sich erneut über mich beugte, fuhr ich mit den Fingern durch sein dichtes Haar. Er murmelte russische Wörter in mein Ohr, dann küsste er mich auf den Mund. Da es ihm gefallen hatte, als ich an seiner Zunge gesaugt hatte, tat ich es noch einmal –

Er knurrte in unseren Kuss hinein, seine Hüften stießen mit aller Macht zwischen meine Beine. Diesmal schmerzte es nicht, sondern entrang mir ein Stöhnen. Er zog sich zurück, drang dann noch tiefer ein. Und es war …

Unglaublich! Mit einem Schrei riss ich mich los. »Ja, ja! Más, Máxim!«

Er stützte sich auf seine Unterarme, während er begann, in mich hineinzustoßen. Sein schwarzes Haar war von meinem fieberhaften Griff zerzaust, seine Augen halb geschlossen. Er starrte mit zusammengezogenen Brauen in mein Gesicht hinab, als ob ich für ihn ein Rätsel wäre. »Du bringst mich dazu, die Beherrschung zu verlieren.«

Ob er wohl erkannte, dass ich der Lust genauso verfallen war wie er? »Du musst dich nicht zurückhalten«, keuchte ich, von ihm verzaubert.

Seine Augen wurden schmal, als ob ich ihn herausgefordert hätte – oder ein reines Lippenbekenntnis abgelegt hätte. Er zog sich zurück, gleich darauf stießen seine Hüften mit solcher Macht zu, dass mir der Atem stockte.

Aber ich liebte seine Kraft, seine Intensität. »Ist das alles, was du drauf hast, Ruso?«

Wieder ging er auf die Knie und packte meine Hüften. »Das war nur zum Aufwärmen.« Er schien jeden einzelnen Muskel in seinem Körper zu benutzen, als er mich nun zu sich heranzog, während er zustieß. »Uhm!«

Ich schrie auf und hob den Unterleib, um seinem nächsten Stoß entgegenzukommen. Er rammte in mich hinein, ich reckte mich ihm entgegen, und jedes Mal traf er mit Wucht meine Klit. Sobald wir uns synchron bewegten, bewegte er sich wie ein Maschinenkolben zwischen meinen Beinen, nagelte mich, wie ich noch nie zuvor gevögelt worden war.

Der Sex des Jahrhunderts? Wohl eher des Jahrtausends! Ich schwebte am Rande des Orgasmus und bemühte mich nach Kräften, mich nicht einfach fallen zu lassen.

»So eng«, stöhnte er mit vorgeschobenem Unterkiefer, während er weiter in mich hämmerte.

Ay. Dios mío